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 Beitrag Verfasst: Freitag 21. September 2012, 14:22 
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Registriert: Samstag 6. August 2005, 11:17
Beiträge: 367
shalako hat geschrieben:
20.09.2012

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Zitat:
YB und der Teufel

Liverpool gastiert in Bern. Beim letzten Besuch eines englischen Riesen wähnten sich die Young Boys im Aufbruch – zu Unrecht

Vor gut zwei Jahren begann YB, eine funktionierende Struktur zu zerschlagen. Der Erfolg blieb aus. Mehr noch: Viel Geld ging verloren – und die Euphorie.

Der Teufel liegt im Detail. Bei YB ist diese Redensart Programm. Stets funkt irgendein Teufel in irgendein Detail, das irgendetwas scheitern lässt. In der Regel: den ersten Meistertitel seit 1986.

Die wahre Grösse eines Details entpuppt sich erst im Nachhinein. Ein Beispiel datiert aus der Saison 2009/10, als YB dem Titel sehr nahe kam. Seydou Doumbia und Gilles Yapi glänzten. Doch in der Winterpause gab Yapi bekannt, er wechsle im Sommer nach Basel – und schon war Bern verteufelt. Es heisst, der Verwaltungsrat habe dem Coach Vladimir Petkovic nahegelegt, Yapi nicht mehr einzusetzen. Denn verkünde in der Privatwirtschaft ein Top Shot den Abgang, müsse er sofort gehen. Das Spiel auf dem Rasen mit Wirtschaftsabläufen zu verwechseln – der Fehler ist altbekannt, wird aber gern begangen. Bei YB führte er dazu, dass Petkovic lavierte, bald auf Yapi setzte, bald nicht. Verwirrung pur. Widersprüche made by YB. Alle liessen sich verunsichern. Nur der Teufel nicht, der sich wieder mal ins Fäustchen lachte.

Man stelle sich vor, YB hätte sich von Yapi zum Titel führen lassen . . . Niemand könnte mehr sagen, im Stade de Suisse niste eine Verlierermentalität. Eine ewige Sehnsucht der Berner wäre gestillt. Sie könnten jubilieren und schreien: «Zur Hölle mit dem Teufel!»

Blick nach Rom

Am Donnerstag darf sich YB dem Himmel nahe fühlen. Zum Europa-League-Spiel gastiert Liverpool, ein englischer Riese. Der Besuch erinnert an die letzte derart grosse YB-Partie im August 2010, als Tottenham kam. YB gewann in der Champions-League-Qualifikation daheim 3:2 und verlor auswärts 0:4 – und beschwor den Anfang einer Ära. Kurz zuvor war der in der Stadt beliebte CEO Stefan Niedermaier entlassen und durch Ilja Kaenzig ersetzt worden. Der Verwaltungsrat mit Benno Oertig und den Brüdern Andy und Hansueli Rihs hatte durchgegriffen. Wieder einmal.

Der Wechsel von Niedermaier zu Kaenzig war ein Paukenschlag und der Beginn der Zerschlagung von Strukturen, die dreimal zu Rang 2 gereicht hatten. Der Verwaltungsrat trachtete nach Dominanz in der Schweiz und rief «Phase 3» aus. Aber als YB doch nicht durchstartete, erhielten die YB-Chefs die vollmundige Formulierung um die Ohren geschlagen – und reagierten bald so allergisch darauf, als sei «Phase 3» eine Erfindung der Medien gewesen. Erneut: Widersprüche made by YB.

Der Paukenschlag und seine Folgen – es war ein Schlag ins Wasser. Nach der Installierung Kaenzigs lotste YB die vermeintlich Besten der Besten nach Bern. Ab 2011 kam Hansruedi Hasler als Technischer Direktor, Christian Gross als Trainer, Raúl Bobadilla als Stürmer – bloss der Erfolg folgte nicht. Es gibt Berner, die wehmütig nach Rom schauen, wo der neue Lazio-Trainer Petkovic nach drei Ligaspielen drei Siege verbucht. Doch weil jedes verteufelte Detail zählt, sind sich Fans nicht einig, wie gut Petkovic wirklich war. Die einen behaupten, YB habe zwischen 2008 und 2010 nur dank Doumbia so schwungvoll gespielt; die anderen meinen, erst Petkovic habe Doumbia so gut gemacht.

Geld dank altem Tafelsilber

Immerhin implantierte Petkovic einst entschlossen ein 3-4-3-System, das zum Team passte wie ein Deckel auf den Topf. Beim heutigen Trainer Martin Rueda indes weiss man kaum, mit welchen Töpfen er überhaupt kochen will. Er stellt die Equipe oft um und findet durchaus spannende Kombinationen – was wahlweise als experimentierfreudig oder unsicher bezeichnet werden kann. Rueda ist ein Trainer, der sich nicht in den Vordergrund drängt und manchmal wirkt, als könne er keiner Fliege etwas zuleide tun. Sein Vorgänger Gross hingegen war diametral anders. Er konnte so aufbrausend sein, dass sich sogar die Bären im Bärenpark gefürchtet hätten.

Von Peitsche zu Zuckerbrot – YB schlug so oft einen anderen Weg ein, dass nicht erstaunen kann, wenn er nicht zum Erfolg führt. Der lang herbeigesehnte Gross musste nach knapp einem Jahr gehen; im Sommer wich auch Oertig, der grösste Gross-Fan und das liebste Feindbild der Fans. Doch Gross' Wirken bleibt spürbar, die Nachwehen sind garniert mit: Widersprüchen made by YB. Spieler, die Gross zu Statisten machte, sind wieder fixe Grössen – wobei es sich um Spieler handelt, denen nachgesagt wird, sie seien nette Kerle, aber keine Winnertypen (Raimondi, Sutter, Nuzzolo). Männer, die vor Bären keine Angst haben, folgern zynisch: YB will gar nie Meister werden.

Gewiss, vermutlich stimmt das Gegenteil, bloss: Davon ist nichts zu spüren. Seit August 2010 verkaufte YB für viel Geld das Tafelsilber, das noch unter dem CEO Niedermaier herangekarrt worden war (Lulic, Doubai, Bienvenu, Mayuka) – und verbrannte dennoch so viel Geld, dass die Brüder Rihs eine zweistellige Millionensumme einschiessen mussten. Eine solche Bilanz ist bemerkenswert. Aber der grösste Schaden besteht darin, dass die Euphorie verflog. Als 2008 Petkovic Tempofussball einführte und 2011 Gross kraft seiner Aura und seiner Erfolge Hoffnung versprühte – da herrschte Aufbruchstimmung. Rueda hingegen entfachte: nichts. Weder Begeisterung noch Ablehnung. Ähnlich spielt bis jetzt die Equipe: heute feurig, morgen lauwarm. YB ist derzeit nur ein recht gutes Team, das vielleicht ganz vorne mitspielt. Und vielleicht auch nicht. Aber ganz sicher spricht niemand vom Meistertitel.

Eigentlich müsste YB am Donnerstag Liverpool und am Sonntag Basel besiegen – und im Frühling Meister werden. Es wären Widersprüche made by YB. Oder Coups mit des Teufels Segen.


http://www.nzz.ch/aktuell/sport/uebersi ... 1.17625889

wie wahr dieser Artikel doch ist! :bravo:


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 Beitrag Verfasst: Freitag 21. September 2012, 22:02 
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Registriert: Samstag 8. Mai 2004, 12:12
Beiträge: 3258
Wohnort: Bern
Schon krass, auf irgendeinder Statistikseite des LFC habe ich gelesen - "5 Torschüsse / 5 Tore"! War das wirklich so, habe gedacht mindestens ein Ball habe Wölfli gehalten.


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 Beitrag Verfasst: Samstag 22. September 2012, 09:43 
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
22.09.2012

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Zitat:
«Das darf einfach nicht passieren!»

YB-Verteidiger Scott Sutter führt die Niederlage gegen Liverpool auf Konzentrationsmängel zurück. Er freut sich aber jetzt schon auf das Rückspiel.

Selten sind die Young Boys gegen einen so renommierten Gegner wie Liverpool angetreten. Was erzählen Sie in einigen Jahren, wenn Sie nach dem Spiel gefragt werden?

Scott Sutter: Zuerst würde ich vom Resultat erzählen und sagen, dass ich viel lieber auf die Partie zurückblicken würde, wenn wir Liverpool geschlagen hätten (schmunzelt). Doch dann würde ich sagen, dass ein Fussballer auf solche Spiele hinfiebert. Gegen einen so bekannten Gegner, in einem vollen Stadion – das ist einfach etwas Grosses!

Haben Sie es bedauert, dass Liverpool nicht mit allen Stars angetreten ist?

Natürlich hätte ich gerne gegen die bestmögliche Mannschaft gespielt. Aber in der Situation, in der sich Liverpool befindet, war mir klar, dass der Trainer andere Prioritäten setzen und einige der Stars für die Partie vom Sonntag gegen Manchester United schonen würde. Aber auch die jungen Liverpool-Spieler sind stark, und mit Jamie Carragher, Jordan Henderson und Nuri Sahin waren einige dabei, die sich bereits einen Namen gemacht haben.

Das Spiel war ein gewaltiges Auf und Ab...

Wir hatten uns mehr vorgenommen. Von den fünf Gegentoren haben wir Liverpool mindestens drei leichtfertig ermöglicht. Unser Goalie Marco Wölfli erhielt ja zunächst kaum einen Ball aufs Tor. Doch dann fehlte uns in einigen Situationen die Konzentration. Das darf einfach nicht passieren! Nach der Pause versuchten wir, mehr Druck zu machen. Das klappte gut, es gelang uns, Liverpool einzuschnüren. Doch dann begingen wir wieder Fehler. Fünf Gegentore sind zu viel.

Wie schwer wiegt der Fehlstart in die Europa League?

Vor zwei Jahren haben wir zum Auftakt in Stuttgart verloren und sind dann trotzdem weitergekommen. Bei aller Freude über die internationalen Spiele dürfen wir aber nicht vergessen, dass unsere Prioritäten auf der Meisterschaft und auf dem Cup liegen. Das ist bei uns nicht anders als bei Liverpool.

Wie war es für Sie als schweizerisch-englischer Doppelbürger, gegen Liverpool zu spielen?

Seit der Auslosung habe ich mich auf die Partie gefreut. Eine ganz spezielle Angelegenheit wird sicher auch das Rückspiel in Liverpool, an der Anfield Road.

Vor zwei Jahren und dem Duell gegen Tottenham war der Rummel um Sie als gebürtigen Londoner grösser als vor dem Liverpool-Spiel.

Gegen Tottenham traten wir damals in der Champions-League-Qualifikation an. Für beide Teams ging es um alles oder nicht. Vor allem für Tottenham, das sich zum ersten Mal seit Jahren für die Champions League qualifizieren wollte, das sorgte halt für das grosse Interesse.

Sie haben die Rückrunde der vergangenen Saison beim FC Zürich bestritten. Hätten Sie damals gedacht, dass Sie je wieder für YB spielen würden?

Nein, ich dachte, meine Zeit in Bern sei vorbei. Ich ging davon aus, dass zu viel passiert sei, als dass ich zurückkehren könnte. Und das ist mir vor dem Anpfiff auch durch den Kopf gegangen: Wie froh ich bin, wieder hier zu sein, wo alles für mich stimmt, und wo ich mich wohl fühle.

Haben Sie eine Erklärung dafür, wieso es so weit gekommen ist?

Nur, dass es im Fussball manchmal keine Erklärung gibt. Mario Raimondi und Christian Schneuwly ging es ja ähnlich. Auch sie sind plötzlich zurück im Team und spielen wieder eine Rolle. Ich bin dem Trainer dankbar, gab er mir eine neue Chance.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/23526494

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