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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Freitag 7. August 2015, 19:09 
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Bickel: «Vielleicht hätte ein Streit geholfen»

YB-Sportchef Fredy Bickel stellt sich einen Tag nach der Entlassung von Uli Forte erneut den Medien.

Als am Freitagnachmittag Sportchef Fredy Bickel und Übergangstrainer Harald Gämperle vor die Medien traten, war Uli Forte längstens weg. Stunden zuvor packte er seine Sachen zusammen und verabschiedete sich von der Mannschaft. Zum Handschlag mit Bickel kam es nicht. «Wir haben uns verpasst», sagte Bickel an der Medienkonferenz. Die am Donnerstag vereinbarte Zeit hätte sich anscheinend geändert. «Ich bedaure es, dass wir uns nicht begegnet sind.»

Der verpasste Abschied passt gut in die Entwicklung, welche die Beziehung zwischen Forte und Bickel genommen hat. Man habe sich auseinandergelebt, sagte Bickel am Donnerstag. Heute wurde er konkreter. «Das war ein schleichender Prozess. Ich hätte das jedoch früher realisieren müssen.» Dennoch bezeichnete der Sportchef seine Beziehung zu Bickel nicht als «völlig zerstritten». Heute fragte er sich, ob ein rauerer Umgang nicht zielführender gewesen wäre. «Vielleicht hätte ein richtiger Streit geholfen, um die Situation zu schlichten.»

Spieler gingen grillen

Fredy Bickel wirkte während der Medienkonferenz unzufrieden. Wenn er sagt, dass ihm Fortes Entlassung nicht leicht gefallen sei, dann glaubt man ihm das. Bei Teilen der Mannschaft scheint das Stimmungsbarometer deutlich höher zu sein. Auf Social-Media-Plattformen veröffentlichte YB-Spieler Bilder, die sie beim Grillen oder Baden zeigten. Von Traurigkeit über den entlassenen Trainer keine Spur. Wie ist das zu verstehen? Bickel sagt, dass die Bilder heute Morgen ein Thema in der Kabine waren. «Die Spieler hatten ihren freien Tag und einiges wurde sicher schon vorher abgemacht.» Bickel will die Spieler nicht in Schutz nehmen, warnt aber vor Fehlinterpretationen. «Es war sicher nicht so, dass die Spieler wegen Fortes Entlassung grillieren gingen.»

Neben Bickel sass der Mann, der nun plötzlich in den Vordergrund rückt. Übergangstrainer Harald Gämperle machte einen gefassten Eindruck, glaubt daran das Ruder herumreissen zu können. «Gegen den FC Thun werden wir den ersten Dreier einfahren.» Gämperle will einen offensiven Fussball spielen lassen, ohne dabei die Verteidigung zu vernachlässigen. Was wenn seine Pläne Früchte tragen? Traut sich Gämperle die Rolle als Cheftrainer zu? «Jeder hat einmal das Ziel, Cheftrainer zu werden. Diese Ambitionen habe ich.» Er stellt jedoch klar: «Es ist nicht so, dass ich jetzt irgendwo an einem Stuhl gesagt habe.»

Cheftrainer Gämperle – eine Option für Bickel? «Bisher war das kein Thema.» Wenn nun aber Sieg nach Sieg eingefahren wird, dann werde sich das zwangsläufig ändern. Abwarten will Bickel aber nicht. Zurzeit erstellt er das Profil für den künftigen Trainer. Am Montag soll die Suche beginnen.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Bi ... y/15277244

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Freitag 7. August 2015, 23:23 
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Medienkonferenz der Young Boys

Bickel und Gämperle über Entlassung, Grillfotos, Qarabag und Thun

Am Freitag informierten Sportchef Fredy Bickel und Interimscoach Harald Gämperle bei der Medienkonferenz der Young Boys im Hinblick auf das Derby gegen den FC Thun über die verletzten Spieler, die Entlassung von Uli Forte, die Nachfolge, Europa-League-Gegner Qarabag Agdam, die Grill- und Badefotos der Spieler und das Heimspiel am Sonntag.

Das sagte Fredy Bickel über...

...den Europa-League-Gegner Qarabag Agdam: "Wir haben im Moment einfach kein Glück und die Auslosung zu den Playoffs passte noch dazu. Qarabag war vom Ranking her der schwierigste Gegner, den wir zugelost bekommen konnten und wir werden sie bestimmt nicht unterschätzen. Sie sind in der dritten Runde zur Champions-League-Quali nur sehr knapp mit 0:1 an Celtic Glasgow gescheitert und standen letztes Jahr bereits in der Gruppenphase der Europa League. Auch von der Reise her hätte es bestimmt angenehmere Gegner gegeben als der aserbaidschanische Meister und Pokalsieger, aber wir wollen trotzdem unser Ziel erreichen und in die Gruppenphase einziehen."

...den Abschied von Uli Forte: "Wir haben uns leider verpasst. Wir hatten am Donnerstag Abend eigentlich eine Zeit abgemacht, aber Uli kam dann doch etwas später, weshalb wir uns nicht sehen konnten. Das ist äusserst bedauerlich und war sicher nicht so geplant. Er hat sich jedoch von der Mannschaft und dem Staff verabschieden können."

...die Grill- und Badefotos der Spieler nach der Entlassung Fortes: "Das war ziemlich unglücklich und wir haben es in der Kabine angesprochen. Ich muss die Spieler da aber auch etwas in Schutz nehmen, denn sie hatten am Donnerstag ihren freien Tag. Es war auch bestimmt nicht so, dass sie nach dem Entscheid gleich grillieren gegangen sind - das wurde dann falsch interpretiert."

...die Trainersuche: "Wir haben am Freitag mit dem Erstellen eines Profils begonnen und werden dieses voraussichtlich am Montag abschliessen. Danach muss auch der Verwaltungsrat seinen Segen geben und wir möchten nichts überstürzen, weshalb der ganze Prozess sicherlich ein paar Wochen dauern kann. Sollte Gämperle mit YB plötzlich alle Spiele gewinnen, ist es ganz klar, dass er automatisch auch zu einer Option wird."

...die Entscheidung, Forte zu entlassen: "Wir haben uns schon gegen Ende Rückrunde letzter Saison etwas auseinandergelebt. Es war nicht auf einmal anders, sondern es war ein schleichender Prozess. Da bin ich sicherlich auch ein bisschen Schuld, denn ich habe es nicht früh genug realisiert und demnach gehandelt. Wir haben einfach gemerkt, dass wir nicht mehr ganz derselben Ansicht waren - da war aber nie ein Streit oder so, nur damit das klar ist.

Das sagte Harald Gämperle über...

...den Europa-League-Gegner Qarabag Agdam: "Es ist zweifelsohne ein unheimlch schwieriges Los. Qarabag ist zweimal in Serie Meister geworden und hatte gegen Celtic etwas Pech. Aber wir wollen unbedingt in die Gruppenphase."

...die Abzenzenliste für das Thun-Spiel: "Steffen liegt immer noch mit einem Virus im Spital, er wird genauso wie Sanogo und Gerndt - die ja lange verletzt sein werden - im Derby nicht auflaufen können. Benito und Hoarau konnten unter der Woche teilweise mit der Mannschaft trainieren, bekamen aber auch noch individuelle Übungen. Sie sind Beide für das Heimspiel gegen Thun fraglich."

...die Probleme der Mannschaft: "Die Ziele des Vereins sind sehr hoch und wir konnten einfach nicht die nötigen Siege einfahren. Die vielen Verletzungen haben sicherlich auch nicht zu unserem Glück beigetragen, aber wir werden das Blatt wieder wenden."

...die Option, Cheftrainer zu werden: "Ich will momentan einfach meinem Verein helfen und habe mir keine grossen Gedanken darüber gemacht. Sollte die Anfrage kommen, würde ich aber bestimmt nicht verneinen - jeder will schlussendlich Cheftrainer werden, aber es ist jetzt nicht so, dass ich an irgendeinem Stuhl gesägt habe."

...das Thun-Spiel: "Ich bin absolut überzeugt, dass wir eine Reaktion zeigen und den ersten Dreier der Saison einfahren werden."


http://sport.ch.sportalsports.com/sport ... 00000.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Freitag 7. August 2015, 23:38 
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Manager-Legende Erich Vogel (76) schreibt über das YB-Desaster unter Fredy Bickel

«Forte zu holen war ein Fehler!»

Fredy Bickel ist als Sportchef bei YB nicht mehr annehmbar, schreibt Erich Vogel. Stattdessen sollten Gerber oder Spycher die Stelle übernehmen.

«Die wichtigste, aber auch schwierigste Aufgabe eines Sportchefs ist erstens die richtige Trainerwahl und zweitens das Zusammenstellen einer schlagkräftigen Mannschaft. Fredy Bickel hatte diese Aufgabe beim FCZ hervorragend gelöst.

Mit Lucien Favre und Urs Fischer hatte er zwei aussergewöhnliche Trainer engagiert. Zusammen mit Präsident Canepa wurde der FCZ der einzige gefährliche Widersacher des FCB – und das mit einem viel tieferen Budget als die Basler. Bickel durfte sich zurecht zusammen mit Georg Heitz als der fähigste Sportchef in der Super League fühlen.

Bei YB hat Bickel das alleinige Sagen. Er hat in den vergangenen zweieinhalb Saisons vieles sehr gut gemacht. Mit Von Bergen, Vilotic, Sanogo, Steffen und Hoarau verpflichtete er überdurchschnittliche Spieler. Der Einbau der jungen Mvogo, Hadergjonaj, Bertone brauchte viel Mut und zeigte sein gutes Auge für Nachwuchsspieler.

Doch Bickel sind auch einige Fehler passiert, wie sie jedem Sportchef unterlaufen können.

Er hat das Potenzial von Roman Bürki nicht richtig eingeschätzt. Diesen an GC zu verscherbeln hat YB Millionen gekostet. Bürki wird bei Dortmund zur Weltklasse aufsteigen. Obwohl Mvogo ein äusserst talentierter Torhüter ist, wird er die Klasse von Bürki kaum erreichen.

Der zweite folgenschwere Fehler Bickels ist das Engagement von Uli Forte. Dieser ist zweifelsfrei ein guter Trainer – aber mit Bestimmtheit der falsche für YB. Forte verliess GC trotz laufendem Vertrag mit der Begründung, dass die Mannschaft von GC eine «ausgepresste Zitrone sei».

GC unter einem sehr mittelmässigen Skibbe erreichte den 2. Schlussrang mit sechs Punkten Vorsprung vor Fortes YB. Wer das Potenzial der eigenen Mannschaft nach einem Jahr nicht richtig einschätzen kann, darf sich nicht wundern, dass an seiner Fussballkompetenz gezweifelt wird.

Bickel hätte wissen müssen, dass Forte ein guter Motivator mit einem sehr hohen Arbeitsethos ist – die Fussballtaktik gehört allerdings nicht zu seinen Stärken. Trainer als Motivatoren nützen sich sehr schnell ab. Forte kann tatsächlich eine Mannschaft innert kurzer Zeit auf Vordermann bringen, das hat er mit St. Gallen und GC gezeigt – aber den Beweis, ein Erfolgstrainer über längere Zeit zu sein, ist er bis heute schuldig geblieben. Forte mit 500'000 bei GC herauszukaufen und ihm einen Dreijahresvertrag zu geben war ein zweiter gravierender Fehler von Bickel.

Bickel ist viel zu intelligent und erfahren, um Fortes Schwächen nicht schon nach seiner ersten Saison bei YB bemerkt zu haben. Einen Fehler bei der Trainerwahl zu begehen ist keine Schande. Das passierte allen Sportchefs. Der FCB hat in den vergangenen vier Jahren vier verschiedene Trainer engagiert – da ist bei der Trainerwahl einiges nicht optimal gelaufen. Auch ich habe bei GC nach dem Erfolgstrainer Hitzfeld mit Beenhakker eine falsche Trainerwahl getroffen – mit dem Holländer sind wir mit einem grandiosen Spielerkader beinahe abgestiegen.

Im Gegensatz zu Bickel habe ich aber sofort gehandelt und Beenhakker schon nach neun Monaten den Vertrag nicht mehr verlängert. Das stiess im Klub auf grosses Unverständnis und mit der Wahl des bis dahin unbekannten Christian Gross bin ich ein grosses Risiko eingegangen. Hätte er GC nicht sofort den Erfolg zurückgebracht, wären wir beide in die Wüste geschickt worden!

Bickel hat mit seinem Festhalten an Forte eine einmalige Chance verpasst, den optimalen Trainer zu YB zu holen. Was Trainer Fischer und Sportchef Gerber mit dem FC Thun in den letzten Jahren erreicht haben, ist gleichzusetzen mit den Erfolgen von Präsident Heusler und Sportchef Heitz beim FCB.

Die Basler haben Bickel den idealen YB-Trainer Fischer vor der Nase weggeschnappt. Es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass Bickel-YB in den nächsten Jahren dem FC Basel nicht wirklich gefährlich werden wird. Bickels Ansehen ist stark beeinträchtigt – das werden auch die Gebrüder Rihs in der Zwischenzeit gemerkt haben.

Bickel weiss sehr genau, dass ihm bei YB zu viele Fehler unterlaufen sind und er eigentlich seinen Job zur Verfügung stellen müsste. Das wäre er den Gebrüdern Rihs schuldig, die vorbildlich schon Dutzende von Millionen in den Club investiert haben ohne den langersehnten Titel eingefahren zu haben. Bickel ist nach wie vor ein guter Sportchef. Daran zweifle ich nicht im Geringsten. Sein Festhalten an einem Superjob kann ich natürlich nachvollziehen.

Ein solches Gehalt wird er nicht mehr so schnell erhalten. Es zeigt mir aber auch, dass Bickels Selbstbewusstsein enorm gelitten hat. Bei nüchterner Betrachtungsweise wird sich Bickel das auch eingestehen. Ohne Selbstvertrauen ist im Fussball aber gar nichts zu gewinnen!

Ich kann mir nicht vorstellen, dass der führungserfahrene Andy Rihs denselben Fehler begeht wie Bickel mit Fischer – den in nächster Nähe arbeitenden hochqualifizierten Andres Gerber zu übersehen. Aber es würde mich nicht überraschen, dass Rihs bereits davon weiss, mit Christoph Spycher einen hoch talentierten zukünftigen Sportchef im Führungsstaff von YB zu haben.»


http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... 52412.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Samstag 8. August 2015, 09:01 
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Und dann noch der FC Karabach

Am Tag nach Uli Fortes Freistellung ging es bei YB mit Pech und Pannen weiter. Für die Trendwende sorgen soll nun Harald Gämperle.

Die Young Boys durchleben schwierige ­Zeiten. Es geht im Moment daneben, was nur danebengehen kann. Nach der Freistellung von Uli Forte klappte es am gestrigen Morgen auch mit der geplanten gemeinsamen Verabschiedung vor der Mannschaft nicht. Der geschasste Trainer war da, der Sportchef nicht. «Das war leider ein zeitliches Problem, wir sind von unterschiedlichen Terminen ausgegangen», entschuldigte sich Fredy Bickel. Es sei ihm deshalb nicht möglich gewesen, dabei zu sein, als Forte ein letztes Mal vor die Spieler trat.

Doch damit nicht genug an Ungemach in Bern. Kurz nach 13 Uhr wurde der Gegner im Playoff zur Europa League bekannt. Der FC Karabach ist nicht das, ­wovon man bei YB geträumt hat. Der Club stammt ursprünglich aus der ­Region Karabach, ist seit dem Einmarsch durch armenische Einheiten im Jahr 1993 nun aber in Aserbeidschan beheimatet und trägt seine Matchs in der Hauptstadt Baku aus. Im Team figurieren mehrere Brasilianer ­sowie Spieler aus Spanien, Bosnien und Holland. ­Gegen Celtic ist Karabach in der Champions-League-Qualifikation nur knapp gescheitert (0:1, 0:0).

«Dieses Los passt zu unserer Situation», kommentierte Bickel die Meldung aus Nyon mit einer Portion Sarkasmus. Es war wie schon ­zuletzt mit ­Monaco der gemäss Uefa-Koeffizient stärkste Gegner, der für die gesetzten Berner möglich war. «Unser Ziel, die Gruppenphase zu erreichen, werden wir deshalb nicht revidieren», stellte der Sportliche Leiter gleich klar.

Gämperles Ambitionen

Ob YB bis zum Hinspiel am 20. August im Stade de Suisse bereits einen Forte-Nachfolger präsentieren wird, liess ­Bickel weiterhin offen. Die eigentliche Trainersuche beginne am Montag. Man habe bisher erst das Anforderungsprofil erstellt. Der neue Mann müsse ein Typ «Fussballlehrer» sein, liess er durch­blicken. Weil die Suche dauern könnte, ist sogar denkbar, dass man den neuen Trainer bei YB erst in der Länderspielpause Anfang September einsetzt. Nicht ausschliessen wollte Bickel ausserdem die Option, dass Interimstrainer Harald Gämperle bei entsprechendem Leistungsausweis in den nächsten Spielen gar zum Cheftrainer aufrücken könnte.

Gämperle selber, der vor dem Erwerb der Uefa-Pro-Lizenz steht und somit ­berechtigt ist, ein Super-League-Team zu führen, könnte sich diesen Aufstieg durchaus vorstellen. «Ich habe Ambitionen, in nächster Zeit einmal als Chef­trainer zu arbeiten», sagte er gestern, betonte aber ­sogleich, dass er als ­Assistent nie am Stuhl des Cheftrainers sägen würde. Zu Forte und den internen Problemen wollte er sich nicht äussern.

Schon 20'600 Tickets verkauft

Das Derby morgen (16 Uhr) gegen den FC Thun wird zur ersten Bewährungsprobe für Gämperle. Er verspricht ein Team, das mit kontrollierter Offensive ans Werk gehen werde. Das wird das Berner Publikum gerne hören. Bisher sind schon 20'600 Tickets verkauft worden, weil die Young Boys «10 Jahre Stade de Suisse» feiern und deshalb nur 10 Franken Eintritt verlangen. YB hofft nun, dass morgen nicht auch noch das Resultat zur Misere passt.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/un ... y/22813022

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Samstag 8. August 2015, 09:09 
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Was YB und FCZ von Basel lernen können

Sowohl YB wie auch der FCZ sind chaotisch in die neues Saison gestartet. Dabei könnten die beiden Klubs viel vom Erfolg des FC Basel lernen. Eine Analyse zur Lage im Schweizer Fussball

Sie reden davon, den FC Basel herauszufordern. Sie träumen davon, Ende Saison einen Pokal entgegennehmen zu können. Aber die Young Boys aus Bern und der FC Zürich machen Fehler, die ihrem selbst gebastelten Etikett «Herausforderer» spotten. Stattdessen herrscht bei YB und dem FCZ das pure Chaos. Beide Klubs haben sich im Europacup blamiert, keines ihrer drei Super-League-Spiele gewonnen und bereits den Trainer entlassen. Dabei bietet ihnen der FC Basel die Chance zur Lehrstunde. Doch Ignoranz und Arroganz verbietet es den Bernern und Zürchern, das erfolgreiche Wirken in Basel zu adaptieren.

Rückblende: Der FC Basel wird 2014 Meister, scheitert in der Europa League erst in den Viertelfinals. Andernorts würde man den Trainer für diese Erfolge auf einen Sockel stellen. Beim FC Basel aber trennt man sich von Murat Yakin. Oder 2015: Basel wird wieder Meister, übersteht in der Champions League sogar die Gruppenphase. Und was passiert? Paulo Sousa und der FCB gehen getrennte Wege. Natürlich auch, weil der portugiesische Trainer vom italienischen Klub Fiorentina geködert worden ist. Aber auch ohne dieses Angebot aus Florenz wäre eine Trennung nicht ausgeschlossen gewesen.

Es ist riskant, im Erfolg den Trainer zu wechseln. Ausserdem gibt es wie im Fall von Murat Yakin obendrauf auch noch Haue von den Medien und den Fans, weil die sportlichen Resultate eine Trennung nicht legitimieren. Aber fahrlässig ist es, mit einem Trainer in die Saison zu starten, von dem man nicht überzeugt ist. Denn: Man kann zum Saisonstart die Meisterschaft nicht gewinnen, aber man kann sie verlieren. Eine Erfahrung notabene, die YB und der FCZ schon früher gemacht haben.

Hallo, Erde an Canepa, ist jemand zu Hause?

Berner und Zürcher foutieren sich um die Basler Lehrstunden. Nein, sie ignorieren selbst die eigenen Fehler aus der Vergangenheit. Was einfach nur dilettantisch ist. Mit der Entlassung von Trainer Urs Meier wollte FCZ-Präsident Ancillo Canepa verhindern, dass sein Klub in eine Negativspirale gerät. Hallo, Erde an Canepa, ist jemand zu Hause? Ist die Negativspirale tatsächlich die neuste Bedrohung für Ihren Klub? Oder ist es nicht eher so, dass der FCZ seit letztem Herbst in einer Negativspirale gefangen ist?

YB-Sportchef Fredy Bickel sagte nach der Entlassung von Uli Forte: «Die Entwicklung im Verein war schon seit zwei, drei Monaten beängstigend. Mannschaft und Trainer waren schon länger nicht mehr auf der gleichen Linie.» Entweder bastelt sich Bickel mit diesen Aussagen ein Alibi oder er offenbart seine Defizite. Schliesslich liegt es am Sportchef, Problemfelder und Störfeuer zu antizipieren und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Doch Bickel und Canepa, quasi Alleinherrscher beim FCZ, haben versagt und sind drauf und dran, bereits jetzt die Saison in den Sand zu setzen.

Marco Schällibaum wäre definitiv Fredy Bickels letzte Patrone

Während Canepa seine Fehler finanziell selber ausbügelt, hängt Bickel als Angestellter am Tropf der superreichen YB-Besitzer Andy und Hans-Ueli Rihs. Auch wenn sich diese nur peripher für Fussball interessieren, wünschen sie sich die Champions League und einen Pokal als return on Investment. Dinge also, die in Basel mittlerweile schon fast als normal gelten. Doch in Zürich und Bern entlassen sie kurz nach Saisonbeginn den Trainer und geben so dem neuen ein Alibi (keine Vorbereitung, kein Einfluss auf die Kaderzusammenstellung), was im Fussball eine Todsünde bedeutet.

Geht Bickels Dreijahresplan auf, gewinnt YB diese Saison einen Titel. Gut möglich, dass Bickel deshalb nur noch eine Patrone übrig geblieben ist. Diese braucht er für den neuen Trainer. Murat Yakin? Ein guter Trainer. Aber er passt bei YB nur rein, wenn die Berner Freiraum schaffen für Yakins Entourage. René Weiler? Ein guter Trainer, aber zu sehr Alphatier, um sich in Bickels engem YB-Gehege entfalten zu können. Marco Schällibaum? Ein guter Trainer. Wahrscheinlich die einzige Lösung, die funktionieren könnte. Denn Schällibaum, Bickel und Assistenztrainer Harald Gämperle sind 2001 mit YB gemeinsam aufgestiegen. Aber Schällibaum wäre definitiv Bickels letzte Patrone. Denn bleibt der Erfolg aus, würde Schällibaums Engagement nur auf einen zurückfallen: Fredy Bickel.


http://www.aargauerzeitung.ch/kommentar ... -129422275

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Dienstag 11. August 2015, 08:24 
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Kienberger verteidigt die YB-Strukturen

Verwaltungsratspräsident Hanspeter Kienberger verteidigt die YB-Strukturen. Er spricht über Sportchef Fredy Bickel, Vereinsziele und Zukunftsaussichten.

Wer ist eigentlich Fredy Bickels Vorgesetzter bei YB?
Hanspeter Kienberger: Gemäss unserem Organigramm bin ich das. Aber vielleicht wäre es nicht schlecht, ein wenig auszuholen.

Gerne.
Als Präsident der Holding bin ich Bickel übergeordnet, er rapportiert direkt dem Verwaltungsrat, den ich präsidiere. Und wir haben einen Sportausschuss.

Wer ist dort dabei?
Werner Müller als Vorsitzender sowie Peter Marthaler und Richard Gostony. Wir sind in der glücklichen Lage, bei den Sitzungen mit Bickel jederzeit fundierte Experten wie Chefscout Stéphane Chapuisat, Talentmanager Christoph Spycher und Nachwuchschef Ernst Graf beiziehen zu können. YB-Präsident Werner Müller mit seiner grossen Erfahrung steht täglich mit Bickel in Kontakt, ich kommuniziere ebenfalls beinahe jeden Tag mit unserem Sportchef. Wir wissen, wie er arbeitet. Er hat unser vollstes Vertrauen.

YB gehört zum Stade-de-Suisse-Gebilde. Erschwert das die Organisation des Fussballklubs?
Überhaupt nicht. Wir haben ein ausgeprägtes Gruppendenken, bei uns gehören die zwei Standbeine, YB und das Stadion, zusammen. Im Fussball ist Bickel der CEO, den wir CSO, also Chief Sport Officer, nennen, beim Kommerz ist das Alain Kappeler.

Wieso haben Sie diese Struktur?
Es ist ein Spiegelbild der Unternehmen unserer Aktionäre Andy und Hans Ueli Rihs mit einer zeitgemässen Struktur.

Man tritt aber niemandem zu nahe, wenn man sagt, dass im Verwaltungsrat nicht riesige Fussballkompetenz vorhanden ist.
Diese Ansicht kann ich nachvollziehen. Aber wie bereits angetönt: Wir verfügen im operativen Bereich über sehr viel Fussballkompetenz, mit einem erstklassig besetzten Staff. Es braucht neben der Fussballkompetenz auch eine ganzheitliche Sicht, dazu gehören sportliche, wirtschaftliche, kommunikative, medizinische und viele andere Aspekte. Wir sind seit zwei Jahren dabei, Strukturen zu entwickeln, heute sind sie gefestigt. Wir haben auch die Forderung von Andy und Hans Ueli Rihs nach Einheimischen im Verwaltungsrat umgesetzt, heute sind 5 von 7 Berner. Aber selbstverständlich überprüfen wir uns ständig.

Es gibt nicht wenige Beobachter, die finden, dass Bickel keiner grossen Kontrolle unterliegt und enorm viel Einfluss besitzt.
Ein Sportchef hat immer Macht, das liegt in der Natur seiner Position. Aber wir überwachen und begleiten Fredy Bickel. Wir haben professionelle Strukturen geschaffen, und ein Credo von uns für den gesamten Betrieb lautet: Keiner ist grösser als der Klub, miteinander wollen wir besser werden.

Wie nimmt der Verwaltungsrat Einfluss auf den Sportbereich?
Wir kontrollieren, wir geben die Strategie vor. Fredy Bickel darf zum Beispiel keinen Vertrag alleine unterschreiben und im Geldverkehr keine fünf Rappen auf eigene Faust bewegen. Er muss sich überall im Budget bewegen, etwa im Lohnbereich...

...wie hoch ist dieses Budget?
Das ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

Warum nicht?
Unsere Besitzer halten das in all ihren Unternehmungen so. Was ich sagen kann: Wir haben ein strukturiertes, flexibles Lohnsystem aufgebaut mit drei Kategorien: Schlüsselspieler, Ergänzungsspieler, Nachwuchsspieler. Wir überwachen das Budget ständig und sind überzeugt davon, dass wir gut aufgestellt sind.

Und ohne Fehlstart würden wir kaum hier sitzen und Fragen thematisieren wie diese, ob YB nicht eine zweite starke Figur fehle.
Wir haben den Sport bewusst vom Kommerz getrennt, Fredy Bickel ist unsere Schlüsselfigur. Und meine Rolle ist so definiert, dass ich mich im Hintergrund aufhalte und selten in den Medien auftrete.

Als Sie 2012 als Verwaltungsratspräsident vorgestellt wurden, hiess es, Sie hätten ein 10- bis 20-Prozent-Mandat, heute sind es 50 Prozent. Warum?
20 Prozent reichten nicht. Unsere Organisation zu entwickeln, benötigte viel Aufwand. Wir sind ein Fussballunternehmen, nicht nur ein Fussballklub.

Wie schwierig ist der Spagat für Sie zwischen dem operativen Bereich und den Besitzern?
Das ist nicht kompliziert. Wir haben auf allen Stufen einen Teamgedanken implementiert, die Stimmung ist gut, es gibt keine Alphatiere, der Leitgedanke ist: Wir sind Diener dieser Organisation.

Ist es für Sie manchmal schwer nachvollziehbar, welch hohe Wellen die Young Boys werfen?
YB bewegt und lässt niemanden kalt, das ist erfreulich. Wir haben hohe Ziele, viele Menschen interessieren sich, Fussball ist sehr beliebt. Dank des neuen Stadions gab es vor 10 Jahren einen grossen Aufschwung, der Publikumszuspruch war enorm, da wurde stark gearbeitet. Es gab dann schlechtere Zeiten, aber wir sind wieder auf einem guten Weg, in den letzten zwei Saisons war es um YB ruhig, die Entwicklung stimmte.

Der Zuschauerschnitt sank von 22500 in fünf Jahren auf 16500…
...das ist unerfreulich, da wollen wir unbedingt Gegensteuer geben. In den letzten Jahren wurde viel in unser Team investiert, wir wollen die Leute wieder begeistern. Am Sonntag, beim 3:1 gegen Thun, waren über 27000 Zuschauer im Stade de Suisse, das war ein wunderbares Fussballfest.

Fredy Bickel hat seit 2013 viel aufgebaut, wird aber kontrovers betrachtet, weil er unter anderem mehrere Vertraute in Schlüsselfunktionen installiert hat.
Wir wollen in den wichtigsten Positionen fähige Leute haben. Fredy Bickel rekrutiert diese Personen und legt uns seine Anträge vor, das ist ein normaler Prozess. Unser Sportchef ist grandios vernetzt, das ist ein Vorteil für uns.

Am Ende hängt extrem viel Verantwortung an ihm.
Das bringt die Rolle des Sportchefs mit sich. Alleingänge aber gibt es nicht, wir sind im Verwaltungsrat ständig informiert und waren uns alle einig, als es um die Freistellung von Trainer Uli Forte ging. Da wurde exakt analysiert und sauber entschieden. Die Entwicklung des Teams stimmte in den letzten Monaten nicht. Wir sind überzeugt, dass wir frischen Wind brauchen.

Was sind die kurzfristigen Ziele?
Wir möchten so weit kommen, einen Titel zu gewinnen. Ebenso wichtig ist das Bestreben, eine ausgeglichene Rechnung zu haben. Nur so ist YB zukunftsfähig. Und ich bin überzeugt, dass uns das dank Einnahmen aus dem Europacup und Spielerverkäufen auch gelingen wird.

Wie gross ist die Ungeduld der Besitzer, die mit YB in den letzten vier Jahren weit über 30 Millionen Franken verloren haben?
Diese Zahl ist reine Spekulation. Wir hatten Schwierigkeiten, aber die Tendenz stimmt. Ein Schweizer Klub muss immer wieder Einnahmen durch Spielerverkäufe tätigen. Das war bei uns 2015 ja noch nicht der Fall.

Ist es in der Schweiz für einen anderen Klub als den FC Basel überhaupt realistisch, ausgeglichen zu wirtschaften?
Bei uns ist das auch möglich. Wir haben ein eigenes Stadion, ein treues Publikum, eine gute Mannschaft mit jungen Spielern.

Und wie ist YB 2025 aufgestellt?
Zum Glück haben wir zwei so sportbegeisterte Besitzer. Doch sie werden nicht jünger, es ist auch ihr Wunsch, ohne Eile eine sinnvolle Nachfolgeregelung aufzugleisen.

In einer perfekten Welt würde das dann so aussehen: Meister, Champions League, genug attraktiv für einen Käufer.
Dann wären wir alle im siebten Himmel, ja (lacht).


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/16887231

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 12. August 2015, 11:23 
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Trainersuche in Bern

Hat Bickel einen Gämperle-Plan?

Wer wird neuer Trainer? Einem hat Fredy Bickel den roten Teppich ausgelegt: seinem Langzeit-Weggefährten Harry Gämperle.

Es ging alles schnell. Am Donnerstag 0:4 in Monaco. Danach Einzelgespräche mit den Spielern. Am anderen Morgen der Entscheid, Uli Forte zu entlassen. Und die Frage an Gämperle (47), ob er sich in der Lage fühle, das Team zu coachen. Harry war es. Freitag die Vorstellung des neuen Chefs.

Und am Sonntag der erste Dreier gegen ein äusserst biederes Thun. Dass Bickel in dieser kurzen Zeit sich noch nicht intensiv um einen Nachfolger bemühen konnte, liegt auf der Hand. Kontaktiert hatte er bis dato niemanden, sagte Bickel. Nicht mal seinen Kumpel Marco Schällibaum. Der sagt: «Es hat mich niemand kontaktiert.»

Bickels Plan könnte ohnehin ein anderer sein. Der Zeitpunkt der Entlassung Fortes ist ein Indiz dafür. Nach den schwierigen Spielen zum Saisonstart (FCZ, Luzern, St. Gallen) und der Mission impossible gegen Monaco standen und stehen diejenigen Spiele an, die ein YB in Normalform gewinnen muss: zu Hause gegen Thun und Lugano, im Cup bei Promotion-League-Neuling Kriens, dann in der Europa-League-Quali gegen Karabach Agdam aus Aserbaidschan.

Einzig das Spiel in Sion dazwischen mutet schwierig an. Die perfekte Ausgangslage für den Interimscoach, der demnächst die Uefa-Pro-Lizenz erhalten dürfte, um sich für einen Vertrag zu empfehlen.

Bickel schloss das von Beginn weg nicht aus: «Das war bisher kein Thema. Aber es ist schon klar: Wenn Harry jedes Spiel gewinnt, dann muss auch er zwangsläufig eine Option für uns sein.»

Gämperle selbst hat Lunte gerochen: «Jeder hat das Ziel, Cheftrainer zu werden», sagt er. «Aber ich habe an keinem Stuhl gesägt.» Er habe kein Problem damit, wieder ins zweite Glied zu rücken, fügt er an. So wie beim FCZ, als er im Frühjahr 2012 vorübergehend nach der Entlas­sung von Urs Fischer übernahm.

Gämperle, der Dauer-Assistent mit Bundesliga-Erfahrung (als zweiter Mann von Lucien Favre), den Bickel einst als «besten Assistenten» pries, als Chef?

Die nächsten Spiele werden es zeigen.


http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... 62462.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 13. August 2015, 13:25 
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13.08.2015

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YB: (K)rien(s) ne va plus?

Bei den Berner Young Boys geht aktuell wenig bis gar nichts. Nach der Schlappe gegen Lugano musste Captain Steve von Bergen gar bei den wütenden Fans ein Versprechen abgeben.

Die Lage im gelb-schwarzen Lager ist ernst, sehr ernst. So ernst, dass sich Captain Steve von Bergen nach der 0:1-Niederlage gegen Aufsteiger Lugano zu den erbosten YB-Fans begab. Der 32-Jährige versprach per Megafon einen Sieg am Samstag im Cupspiel gegen Kriens. Es gab Applaus vom treuen Anhang.

Von Bergens Versprechen besänftigt die Fans

Unmittelbar nach Spielende hatten die YB-Fans das Team noch mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedet. In Anbetracht der kläglichen Chancenauswertung der Spieler von Forte-Nachfolger Harald Gämperle war die Reaktion verständlich.

Es war bezeichnend für den aktuellen Zustand des selbsternannten Titelkandidaten, wie Samuel Afum alleine vor dem Tor ins Leere grätschte und Haris Tabakovic vor Lugano-Goalie Francesco Russo scheiterte. Dass mit Guillaume Hoarau und Alexander Gerndt die gesetzten Stammspieler fehlten, interessiert letztlich auch in Bern niemanden.

Gegen Kriens, den Klub aus der Promotion League, ist definitiv kein weiterer Ausrutscher erlaubt. Das wissen alle Beteiligten. Denn nach 5 Spielen beträgt der Rückstand auf Basel schon empfindliche 9 Punkte. Das angestrebte Ziel – der erste Titel seit 1987 – scheint schon jetzt fast nur noch über den Cup realisierbar zu sein.

Ausgerechnet im Cup muss YB reagieren

Dieser Wettbewerb entpuppte sich in jüngster Vergangenheit jedoch als Schreckgespenst für Gelb-Schwarz. Seit der Saison 2006/07 scheiterte YB im Cup 6 Mal an Unterklassigen. 2013 blamiert man sich gegen Le Mont (damals 1. Liga Prom.), ein Jahr später bedeutete gar Buochs (2.i) Endstation. Dass man die 1. Runde gegen Bavois (1.) nur dank einem Treffer in der Nachspielzeit überstand, unterstreicht die düstere Bilanz.

Von Bergen hat mit seinem Sieges-Versprechen wie ein Roulette-Spieler seinen Einsatz getätigt. Es gibt kein Zurück mehr. Rien ne va plus. Für YB bleibt zu hoffen, dass die Partie in Kriens kein Russisch Roulette wird.


http://www.srf.ch/sport/fussball/super- ... ne-va-plus

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 Beitrag Verfasst: Freitag 14. August 2015, 09:51 
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Schon wieder etliches Geschirr zerbrochen

Die teure Vorwärtsstrategie der Young Boys war im ersten Monat ein Rohrkrepierer.

Was hatten sich die Young Boys nicht alles vorgenommen vor der Saison 2015/16: Sie wollten einen Titel gewinnen, dem FC Basel auf den Füssen herumstehen, sich auf europäischer Ebene mindestens für die Gruppenphase der Europa League qualifizieren, mit attraktivem Fussball Zuschauer ins Stade de Suisse zurückholen.

So verkündete es die Clubführung, bevor am 19. Juli die erste Meisterschaftspartie angepfiffen wurde. Keine vier Wochen später befinden sich die gleichen Leute bereits im Erklärungsnotstand, weil das fussballspielende Personal bisher überhaupt nicht in die Gänge gekommen ist. In der Qualifikation zur ­Champions League hatte das Team gegen Monaco nicht den Hauch einer Chance, in der Super League hat es eine einzige von fünf Begegnungen gegen ­zumeist mediokre Gegner gewinnen können.

Zuletzt setzte es vor eigenem Publikum gegen Aufsteiger Lugano nach einer ganz schwachen Darbietung eine peinliche 0:1-Niederlage ab. Noch schwächer war der Auftritt in Monaco, der mit einer 0:4-Schlappe ­endete. Worauf sich die sportliche Leitung gemüssigt sah, Trainer Uli Forte freizustellen und temporär durch den langjährigen Assistenten Harald Gämperle zu ersetzen.

Zu wenig Leader, kein Regisseur

Der Effekt des Trainerwechsels verpuffte schnell. Sehr schnell. Gämperle probierte gegen Lugano einiges – und scheiterte auf der ganzen Linie. Wenn es noch eines Beweises bedurfte, wie fragil das Konstrukt YB ohne die Leistungsträger Guillaume Hoarau, Sékou Sanogo, Alexander Gerndt (alle verletzt) und Renato Steffen (krank) ist, so lieferte ihn dieser Match.

Die Berner mögen fast zwei Dutzend gut bis sehr gut bezahlte Spieler im Kader haben, doch die Führungsfiguren sind rar geblieben. Miralem Sulejmani und Loris Benito, die für viel Geld Benfica Lissabon abgekauft wurden, sind in ihrer momentanen Verfassung meilenweit davon entfernt, eine tragende Rolle zu übernehmen. Noch ist es zu früh, die beiden als Fehltransfers zu bezeichnen.

Dennoch stellt sich die Frage: War es wirklich klug, für zwei Reservisten rund sechs Millionen auszugeben? Nimmt man die ersten Wochen als Massstab, lautet die Antwort Nein. Die bisherigen Wettbewerbsspiele verfestigten nämlich den Eindruck, dass sich die grösste Baustelle bei YB im zentralen Mittelfeld befindet.

Dort fehlt ein Mann, der das offensive Spiel steuert und gestaltet, wie es Matias Delgado bei Basel und Carlitos bei Sion tun. Blerim Dzemaili könnte diese Rolle übernehmen, obwohl er kein klassischer Spielmacher ist. Nach den publik gewordenen Verhandlungen um einen mehrjährigen Spieler- und Funktionärsvertrag ist seine Verpflichtung jedoch eher unwahrscheinlich geworden.

Der Blick über die Landesgrenze

Nun steht YB vor wegweisenden Tagen. Das Weiterkommen in der 1. Hauptrunde des Schweizer Cups gegen Kriens und in den Europa-League-Playoffs gegen Karabach sind eine Notwendigkeit, damit beim ambitionierten Club Ruhe einkehrt.

Was sich die Berner unter gar keinen Umständen erlauben können, ist eine weitere Blamage im Cup. Eine solche würde ein mittleres Erdbeben auslösen. Sportchef Fredy Bickel müsste die externe Trainersuche vorantreiben, da Gämperle für diesen Posten definitiv nicht mehr infrage käme.

Da die Zahl der valablen Schweizer Kandidaten verschwindend klein ist, schadet ein Blick ins nördliche Nachbarland sicher nicht. Dort gibt es einige jüngere Übungsleiter, denen zuzutrauen ist, dass sie sich in der Schweiz zurechtfinden, auch wenn sie mit den Verhältnissen der Super League nicht vertraut sind.

Wie auch immer der neue Chefcoach heissen wird: Er muss YB möglichst rasch auf die Erfolgsspur zurückführen. Ansonsten gerät der einflussreiche und bestens vernetzte Bickel mächtig unter Druck. Denn die Zielsetzung lautet trotz Fehlstart unverändert: einen Titel holen.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/sc ... y/19808831

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 Beitrag Verfasst: Freitag 14. August 2015, 23:11 
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Trainersuche bei YB und dem FCZ

Die Yakin-Frage

Mit YB und dem FC Zürich brauchen zwei Grossklubs einen Coach, mit Murat Yakin wäre ein junger Titeltrainer verfügbar. Doch es gibt Vorgeschichten und Verstrickungen.

Wo immer in Deutschland im letzten Jahr eine reizvolle Trainerstelle zu vergeben war – Thomas Tuchel war im Rennen. Assistent des Bundestrainers? Tuchel! Das Aufbauprojekt bei RB Leipzig? Tuchel! Das Wieder-und-wieder-Aufbauprojekt im Hamburger SV? Tuchel! Das Post-Klopp-Aufbauprojekt Borussia Dortmund? Tuchel!

Und so kam's auch: Tuchel, der langjährige Coach von Mainz, liess sich mit Dortmund ein. Sein Erfolgsausweis? Zwei deutsche Meistertitel – mit den A-Junioren von Stuttgart und Mainz.

In der Schweiz ist's umgekehrt: Es gäbe Murat Yakin, erst 40 Jahre alt, aber zweifacher Meistertrainer; nicht mit den A-Junioren, sondern mit der ersten Mannschaft des FC Basel. Und seit letzter Woche wären zwei Trainerstellen zu vergeben, reizvolle Trainerstellen, beim Canepa-Aufbauprojekt FC Zürich und beim Immer-wieder-Aufbauprojekt YB. Beide Klubs träumen von Titeln, die Berner ganz offiziell, die Zürcher ganz inoffiziell. Doch es ist nicht so, dass sich YB und Yakin, der FCZ und Yakin sogleich gesucht und gefunden hätten.

Kampf der Clans

YB hat ein Anforderungsprofil erstellt und wird bei Gelegenheit bestimmt prüfen, wie viele Punkte Yakin erfüllt, bloss keine Eile. Yakin selber dürfte sich gut überlegen, ob er nach einem knappen Jahr bei Spartak Moskau sofort wieder in der Schweiz arbeiten möchte. Und vom FCZ-Präsidenten Ancillo Canepa ist bekannt, wie sehr er für die Bundesliga schwärmt; wenn's heuer wieder nichts wird mit dem Meistertitel, könnte er sich ja wenigstens den Traum eines deutschen FCZ-Trainers erfüllen. Und so fragt sich, über wen die gegenseitige Zurückhaltung mehr aussagt, über die Klubs oder über Yakin. Die Antwort: Alles hängt irgendwie zusammen.

Denn der FCZ, YB und Yakin ähneln sich. Überall gibt's eine Clan-Bildung, und vermutlich weiss jeder Clan nicht so recht, wie sehr er sich auf den anderen einlassen sollte, ob er ihm vertrauen dürfte. Im FCZ ist's der Canepa-Clan, Ancillo und seine Frau Heliane, die den Klub führen und prägen, was familiär wirkt, aber nicht stets für alle gemütlich ist. Bei YB ist's der Bickel-Clan, die grosse Entourage des Sportchefs Fredy Bickel. Von der Klubspitze über die Mannschaft bis zu Trainern und Nachwuchstrainern sind Weggefährten Bickels angestellt. Diese Ballung muss nicht schlecht sein – aber sie macht Bickel angreifbar, wenn Turbulenzen herrschen. Auch Yakin hat gern Vertraute um sich, Familienmitglieder, Berater, Trainer. Darin liegt ebenfalls nichts Verwerfliches – solange der Einfluss auf Yakins Arbeitgeber nicht zu gross wird. Bekannt ist etwa Yakins Verbundenheit zum Trainer Walter Grüter. Als der FCB 2012 Yakin engagierte, gaben ihm die Chefs den Stab vor. Plötzlich aber tauchte Grüter doch auf, zur Irritation anderer Staff-Mitglieder. Die Basler sind sich bis heute nicht sicher, ob es klug war, Yakin beim Amtsantritt keinen eigenen Assistenten zu bewilligen. Yakins Nachfolger Paulo Sousa jedenfalls brachte gleich ein Grüppchen eigener Mitarbeiter mit, der Nach-Nachfolger Urs Fischer war bei der Auswahl seiner Helfer beteiligt.

Beim FCZ und bei YB würde Yakin ein Déjà-vu drohen. In Zürich ist der Interimstrainer Massimo Rizzo wieder als Assistent vorgesehen; in Bern sagte der Sportchef Bickel am Tag von Uli Fortes Entlassung, der Klub bestimme den Stab von Assistenten, was dafür sprach, dass weiterhin Personen dem YB-Trainer zuarbeiten, die primär dem Sportchef nahestehen. Erst eine Woche später liess Bickel Kompromissbereitschaft erkennen. Auf die Frage, ob der neue Coach eigene Leute mitbringen dürfte, sagte er am Freitag in der «Berner Zeitung»: «Grundsätzlich sind wir offen für vieles.» Die neue mögliche Offenheit zeigt, dass er selber nicht so recht weiss, was er will und soll. Dazu passt, dass Bickel sagt, er möchte einen «Fussballlehrer», ein Modewort, das in der Neuzeit nicht zuletzt durch . . . Tuchel geprägt worden ist, weil er das Spiel aus akademischer Optik betrachtet. Für Bickel gehört auch Yakin in diese Kategorie, so liess er es zumindest durchblicken – eine Ansicht, die nicht naheliegend ist, weil Yakin für einen eher intuitiven Zugang zum Fussball steht. Er sehe und spüre das Spiel wie wenige sonst, heisst es, schwerer tue er sich mit der Vermittlung dieser Erkenntnisse.

In Basel war Yakins Arbeit erstmals ausgestellt wie in einem Schaufenster. Und bei allem Erfolg mit zwei Titeln blieben viele Fragezeichen. Nach der FCB-Trennung von Yakin 2014 erstellte die «Basler Zeitung» eine «lange Liste der guten Gründe», die neun Punkte umfasste, etwa: fehlende Empathie, Kommunikationspannen, mangelnde taktische Flexibilität, zu wenig Interesse an der Nachwuchsabteilung.
Vogel und Gross

Obwohl solche Auflistungen Yakins Ruf geschadet haben müssten, sagen Stimmen im FCZ: «Yakin erreichte immer, was er musste. Aufstieg mit Thun, Rang 2 mit Luzern, zweimal Meister mit Basel.» YB tickt ähnlich. Auch in Bern gibt's Leute, die der Name Yakin nicht loslässt – und andere, die glauben, es brauche einen Deutschen ohne Befangenheit im Schweizer Markt. Denn in die Yakin-Frage spielt so manches hinein, Vorgeschichten und Verstrickungen. So gehörte Yakin oft zu den Menschen, die der einflussreiche Manager Erich Vogel portierte. Auch Bickel war ein Lehrling Vogels, aber in den letzten Jahren sind sie zu Intimfeinden geworden. Würde Bickel einen Günstling Vogels anstellen? Oder wiegt in der Schaden-Nutzen-Rechnung mehr, dass sich Bickel mit Yakin aus der Verantwortung nähme? Yakin wäre der grosse Name, der für sich selber steht. Wenn's gut kommt, kommt's gut – wenn nicht, lag's an Yakin. Dieses Spielchen übte YB schon mit Christian Gross. Der damalige CEO Ilja Kaenzig stolperte nicht über den vermeintlichen Titel-Garanten – er musste erst gehen, als sich abzeichnete, dass auch der Gross-Nachfolger Martin Rueda kein Glücksgriff war.

Glücksgriff Yakin? Wie gesagt: Der FCZ, YB und Yakin ähneln sich. Bei niemandem ist die gegenseitige Faszination so gross, dass es schnelle Avancen gegeben hätte. Offensichtlich findet keiner den anderen unwiderstehlich.


http://www.nzz.ch/sport/fussball/die-ya ... 1.18596264

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