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 Beitrag Verfasst: Montag 21. Mai 2007, 11:14 
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
Die Südostschweiz; 21.05.2007

Bickel: «Ich dachte: Nein, das halte ich nicht mehr aus»

Der FC Zürich hat am Samstag an einem dramatischen Spieltag die Führung in der Fussball- Super-League verteidigt und steht vor der Titelverteidigung. Sportchef Fredy Bickel musste beim 3:2-Sieg in Bern leiden.

Mit Fredy Bickel sprach Peter Birrer
Fredy Bickel, haben Sie sich vom dramatischen Samstag in Bern erholt?

Fredy Bickel: Es war brutal, das muss ich sagen, vor allem, als wir 2:1 führten. Ich spürte, es würde noch irgendetwas passieren. Da dachte ich zum ersten Mal: Nein, das halte ich nicht mehr aus, das kann ich nicht mehr mitmachen.

Und dann passierte wirklich etwas. YB glich zum 2:2 aus und spielte die Steilvorlage auf den FC Basel.

Bickel: So seltsam es vielleicht klingt: Nach dem 2:2 war das Zuschauen fast erträglicher. Nach dem 2:1 konnten wir nur noch verlieren. Mit dem 2:2 hatten wir schon verloren und konnten wieder gewinnen. Und ich hatte wieder das Gefühl: Es geschieht noch etwas - zu unseren Gunsten. Beide Mannschaften suchten den Sieg, wir fanden die Lücke kurz vor Schluss.


«Wir sind überzeugt, dass wir es schaffen.»


Und jetzt steht der FCZ vor der Titelverteidigung.

Bickel: Wir glauben daran, wir sind überzeugt, dass wir es schaffen. Aber wir haben den Spielern auch sofort klargemacht, dass wir noch nichts erreicht haben. (Pause) Egal, wie es herauskommt, wir werden eine unglaubliche Saison hinter uns haben.

Warum unglaublich?

Bickel: Wir hatten eine Menge Probleme zu bewältigen. Das fing mit dem Umzug vom Letzigrund in den Hardturm an. Gegen Salzburg schieden wir in der Champions-League-Qualifikation unglücklich aus. Dann gab es viele Geschichten, die zur Unruhe beitrugen, Keitas Abgang, der Autounfall von Stanic, die Transfersache mit Dzemaili, die schwere Verletzung dieses Spielers, im Monatsrhythmus geschah immer irgendetwas. Praktisch in jeder Partie fehlte uns ein halbes Dutzend Spieler wegen Verletzungen.

Trotzdem hielt sich der FCZ hartnäckig an der Spitze.

Bickel: Für alle war es eine gute Saison, so oder so. Sie hat uns alle weitergebracht, Spieler und Funktionäre, weil wir lernen mussten, mit Schwierigkeiten umzugehen. Und egal, wo die die einen künftig engagiert sein werden, sie nehmen sehr viel mit.

Einmal schlug sich das Glück aber auf die Seite des FC Zürich. Das war im «Fall Muntwiler», als aus dem 0:0 gegen St. Gallen nachträglich ein 3:0 wurde. Könnten Sie sich über den Meistertitel bedingungslos freuen, obwohl er im Grunde mit zwei geschenkten Punkten zustande kam?

Bickel: Die Geschichte Muntwiler ist nichts Gefreutes, das ist Fakt. Wir hätten die zwei zusätzlichen Punkte lieber auf dem Rasen gewonnen. Und uns wäre es am liebsten, wenn wir am Ende der Saison wirklich drei Punkte Vorsprung hätten. Ich weiss, in unserer Position kann ich leicht so reden, aber ich sehe das Urteil wie einen Tatsachenentscheid des Schiedsrichters an, der möglicherweise einen entscheidenden Treffer zur Folge hat. Ausserdem haben nicht wir in diesem Fall einen Fehler begangen, sondern St. Gallen. Und wir sagen dann nicht: Nein, wir verzichten auf die zwei Punkte.

Sie haben gesagt, der FCZ habe noch nichts erreicht. Aber die Grasshoppers scheinen nicht in der Verfassung zu sein, am Donnerstag im Derby die Rolle des Spielverderbers übernehmen zu können.

Bickel: GC hat noch genau ein Ziel in dieser Saison: Uns die Meisterfeier vermasseln. Dessen müssen wir uns bewusst sein.


«YB hat gegen uns enorm dagegengehalten.»


Aber GC ist gegen Thun sang- und klanglos eingegangen.

Bickel: Darauf gebe ich nichts.

Glauben Sie dafür an die Unterstützung von YB bei Basel?

Bickel: Der FC Basel muss gewinnen, die Young Boys ebenfalls, wenn sie in den Uefa-Cup wollen. YB hat gegen uns enorm dagegengehalten. Wenn die Berner am Donnerstag im St. Jakob-Park gleich auftreten, traue ich ihnen einiges zu.

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