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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 3. August 2017, 08:45 
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«Kiew hat viel provoziert und wurde bestraft»

von E. Tedesco, Bern - Die Fans sind in Ekstase. Die Mannschaft liegt sich in den Armen und Adi Hütter spricht von einem der schönsten Momente seit er YB-Trainer ist.

Bis zur letzten Sekunde stand dem YB-Trainer der Schweiss auf der Stirn. Sicher wegen der feuchtwarmen Temperaturen an diesem Sommerabend in Bern, aber noch mehr aufgrund eines packenden Rückspiels in der Champions League-Qualifikation gegen Dynamo Kiew, dass seine Mannschaft auf dem Kunstrasen hingelegt hat. «Es war eine hochemotionale Sache», so Adi Hütter – mit dem glücklichen Ende für YB. Zum zweiten Mal in Folge vermiest YB einem Team aus der Ukraine das internationale Geschäft.

Adi Hütter, was war das für ein packendes Spiel. Wie bringt ein Trainer nach so einem Abend das Adrenalin wieder runter?
Adi Hütter: Ich habe es jetzt schon wieder unten. Ich freue mich innerlich zwar sehr, weil es nervenaufreibend war, aber wenn man am Ende des Tages gewonnen hat, tut das gut. Ganz hoch waren die Emotionen nach dem 2:0 und dem Schlusspfiff, aber ich habe gelernt, relativ schnell wieder runter zu kommen – auch, um euch Journalisten gute Antworten zu geben. (lächelt verschmitzt)

Na, dann los. Sie wurden von einem ukrainischen Journalisten gefragt, wieso Ihre Mannschaft immer gewinnt? Aus der Sicht der Ukrainer muss es ihnen wohl so vorkommen. Welche Antwort hatten Sie für den Kollegen?
Wir gewinnen nicht immer... (lacht). Aber ich denke, dass der Sieg gegen den Meister zum Saisonstart gut getan hat und auch, dass wir danach gegen GC gewinnen und zu Null gespielt haben. Das Spiel in Kiew hingegen haben wir verdient verloren.

Und trotzdem war der Glaube ans Weiterkommen im Rückspiel ungebrochen?
Wir haben über neunzig Minuten ein gutes Spiel gezeigt und bis zur letzten Minuten an uns geglaubt. Dabei haben wir nur ein einziges Mal das Glück für uns beanspruchen müssen. Das war bei der Chance von Andrij Jarmolenko, aber da war Marco Wölfli zur Stelle und hat für uns die Null gehalten. Das war ein verdienter Sieg und ich bin sehr, sehr stolz auf unsere Jungs.

Wieder einmal, nachdem Ihr Team vor genau einem Jahr schon Schachtjor Donezk auf ähnlich spektakuläre Weise aus aus dem Wettbewerb geworfen hat. Steht dieser Erfolg über den des Vorjahres?
Für mich ist Donezk der bessere Gegner, spielerisch um einiges stärker. Dynamo Kiew ist eher eine robuste Mannschaft und auch die haben wir besiegt. Im Vorjahr war da noch das Penaltyschiessen dabei, aber nach Mittwoch muss ich doch sagen: Das war einer der schönsten Momente seit ich in Bern bin.

Sie sagen robustere Mannschaft, aber auch eine, die einem Gegner mit ihren Mätzchen den letzten Nerv ziehen kann. Was haben Sie Ihrer Mannschaft in der Pause gesagt, dass sie nicht die Nerven verloren hat?
Ich habe den Burschen nur gesagt, was wir in der zweiten Halbzeit besser machen müssen, mit den Mätzchen haben wir uns nicht beschäftigt. Dennoch haben wir gewusst, dass wenn wir weiter so spielen, unangenehm und giftig sind, vielleicht der eine oder andere Spieler von Kiew die Nerven verliert. Sie haben viel provoziert, sind auch immer wieder liegen geblieben und sind im Endeffekt vielleicht auch dafür bestraft worden.

Wie wertvoll ist die Erfahrung aus dem Vorjahr, um sich in den Playoffs noch einmal zu steigern?
Man muss schon auch wissen, dass wir in der nächsten Runde auf einen Topgegner wie Liverpool und andere treffen können, die unglaublich gut sind, aber wir nehmen die Herausforderung an. Für mich ist eines auch wichtig: Wir haben die Mannschaft stark verändert, viele junge Spieler geholt, die unserem Verein gut tun und deshalb ist die Ausgangssituation eine andere. Wir nehmen die Erfahrung einfach mit und auch für einen Verein wie YB ist es gut, wenn man international dabei ist. Schauen wie einmal, was auf uns zukommt.

YB wird definitiv in einer Gruppenphase vertreten sein, denn im schlechtesten Fall ist man bereits für die der Europa League qualifiziert. Ist damit auch eine gewisse Erleichterung da?
Das tut sehr gut, denn wenn man ausgeschieden wäre, weiss man in den Playoffs nicht, mit wem man es zu tun bekommt. Da sind Mannschaften dabei, die teilweise sehr unangenehm, vom Namen her nicht so bekannt, aber gefährlich sind und dann kann der internationale Wettbewerb vorbei sein. Aber wir haben eindrucksvoll gezeigt, dass wir dabei sein wollen und deshalb freue ich mich für die Mannschaft und den Verein. Und wir freuen uns, dass am Freitag bei der Auslosung auch YB dabei ist. Es warten einige grosse Brocken, aber ich habe trotzdem das Gefühl, dass wir weiter sind als vor einem Jahr.


http://www.20min.ch/sport/dossier/champ ... y/18290595

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 3. August 2017, 16:22 
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Lotomba: «Da rannte ich einfach los»

Kurz zuvor eingewechselt, erzielte Jordan Lotomba in der 90. Minute den Siegtreffer für YB gegen Kiew. Er habe kaum geschlafen, sagt der erst 18-Jährige am Tag danach.

«Ich sah den Ball im Netz und rannte einfach los. Ich stellte keine Fragen, sondern war einfach glücklich», liess Jordan Lotomba die spielentscheidende Szene vom Vorabend Revue passieren. In der 90. Minute traf er für YB gegen Kiew – freilich ermöglicht durch den Patzer des Dynamo-Goalies – zum 2:0. Glück sei auch dabei gewesen, denn «Gui», wie Guillaume Hoarau von dem Teamkameraden genannt wird, «hat den Ball ebenfalls berührt.»

Der 18-jährige Lotomba, der erst vor wenigen Wochen von Lausanne zu YB gestossen ist, gibt zu, dass er in der Nacht nach dem Spiel kaum ein Auge zugetan hat: «Ich bin zwar glücklich, aber schlafen konnte ich trotzdem kaum.» Ob der eigentliche Flügelspieler nun häufiger zentral eingesetzt wird, so wie am Mittwoch, als er für Djibril Sow eingewechselt wurde? Nicht, wenn es nach Lotomba selbst geht: «Ich sehe mich schon eher auf den Aussenbahnen.»


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/14338192

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 Beitrag Verfasst: Freitag 4. August 2017, 09:07 
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YB-Matchwinnner ist der neue Fanliebling

Wer ist dieser Lotomba?

Hat nun Guillaume Hoarau oder Jordan Lotomba YB in die Playoffs geschossen? Egal, der 18-Jährige ist schon der neue Schuschu in Bern.

Chouchou, französisch. Das Schätzchen. Der Liebling. Als diesen auserkoren haben die YB-Fans den gerade erst volljährig gewordenen, im Waadtland geborenen Kongo-Angolaner mit Schweizer Pass schon nach kürzester Zeit.

YB holt ihn während des Trainingscamps in Fügen. Trotz Auslandsangeboten entscheidet sich Lotomba für die Berner. Sportchef Christoph Spycher persönlich chauffiert ihn ins Zillertal. In seinem ersten Spiel gegen Wacker Innsbruck trifft er gleich. Dabei passt er nicht perfekt ins Beuteschema, denn YB will eigentlich einen für hinten links holen. Lotomba spielt rechts. Doch Ex-Servette-Meistermacher Gérard Castella, der neue Ausbildungschef in Bern, legt Spycher Lotomba ans Herz.

Als U19-Nati-Coach sagte der Genfer einst über Lotomba: «Er ist technisch gut, schnell, explosiv, läuft viel und vor allem richtig. Er ist eine Maschine!» In Bern ist man überzeugt, Lotomba könne in kürzester Zeit auch links spielen.

In Lausanne wirft ihn Fabio Celestini ins eiskalte Super-League-Wasser. 25 Spiele macht er für die Waadtländer, schiesst ein Tor. Kaum ist er bei YB, sagt Superstar Guillaume Hoarau: «Der verblüfft mich!» Nach der Kiew-Sensation ermahnt ihn «AirFrance» indes: «Sag ja die Wahrheit!» Die Wahrheit? Hoarau spielt damit auf das 2:0 an, an dem er mindestens so beteiligt war wie Lotomba. Der sagt dann kleinlaut: «Ich berühre den Ball. Gui steht dahinter. Ich denke, er hat ihn auch berührt. Dann macht der Goalie einen Fehler und tut ihn rein. Ich habe nicht gross darüber nachgedacht, wer den Ball als Letzter berührt hat – und bin losgerannt. Für mich war einzig wichtig, dass es Tor war!»

Alberto Tomba kennt Lotomba übrigens nicht, den überragenden italienischen Skitechniker der 80er- und 90er-Jahre. Den nannte man: Tomba La Bomba. Und nun: Lotomba La Bomba! Der YB-Spieler: «Das ist lieb! Das reimt sich gut.»


https://www.blick.ch/sport/fussball/cha ... 92397.html

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 Beitrag Verfasst: Freitag 4. August 2017, 09:15 
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Neue und alte Helden bei YB

Jubel, Stolz, Heiterkeit bei YB. Die Berner ­Protagonisten des Erfolges gegen ­Dynamo Kiew bleiben aber bescheiden – und fokussiert.

Grosse Abende produzieren grosse Figuren. Oder umgekehrt. Die Stimmung rund um die Young Boys ist nach dem Weiterkommen in die Champions-League-Playoffs prächtig. Wie ein Jahr zuvor, als sich YB gegen Donezk durchgesetzt hatte. Wenige Wochen später lag der Verein – mal wieder – am Boden. Doch diesmal hat man das Gefühl, dass im Spätsommer keine Krise im Stade de Suisse einziehen wird.

Wenn man sich am Mittwochabend nach dem Triumph gegen Dynamo Kiew mit Klubangestellten unterhielt, spürte man Stolz, Begeisterung, Zusammenhalt. YB macht Freude. Dank neuen und alten Protagonisten.

Wie Jordan Lotomba, 18 Jahre jung, Überraschungsgast in den letzten Minuten gegen Kiew – und Schütze zum 2:0 in der 90. Minute. Der Romand trainiert am Donnerstag mit jenen Akteuren, die nicht in der Startformation standen. Später sagt er über die gewaltigen Emotionen am Mittwoch: «Ich sah den Ball im Netz, rannte einfach los, war total glücklich.» Er sei so aufgeregt gewesen, dass er kaum geschlafen habe.

Der perfekte Matchplan

Wie Adi Hütter, der seine Spieler bestens vorbereitet hatte, in vielen Gesprächen und mit einem perfekten Matchplan: Früh in den Zweikämpfen Zeichen setzen, nicht nur mit dem omnipräsenten Sékou Sanogo im Zentrum, ein rasches Tor anstreben, forsch, aber geduldig bleiben, klug einwechseln, das 2:0 erzielen.

«Das war eine richtig starke Leistung», sagt der Trainer. «Wir haben uns verdient durchgesetzt.» Allerdings, räumt der Österreicher ein, sei ­Kiew schwächer einzustufen als Donezk. «Aber es war schwierig, weil der Gegner nur hinten stand.» YB blieb ruhig, auch als Dynamo das Zeitspiel erheblich übertrieb.

Wie Loris Benito, Linksverteidiger, der Starspieler Andrei Jarmolenko diesmal kaum Freiraum gewährte und nur einmal überspielt wurde. «Es ist sehr unangenehm gegen so einen schnellen, kräftigen, trickreichen Spieler», sagt Benito, «aber wir haben das als Einheit gut gemacht.»

Den Teamgedanken hebt auch Kevin Mbabu hervor, noch so ein Held vom Mittwoch, der unermüdlich die rechte Seite rauf und runter rannte, mit einer Physis ausgestattet, wie man sie bei einem Schweizer selten gesehen hat. «Wir waren alle stark», sagt der 22-Jährige, der bald zum Thema für die Auswahl werden dürfte. «Rechts hinten stehen mindestens drei Spieler vor mir», sagt Mbabu bescheiden und zählt Stephan Lichtsteiner, Silvan Widmer sowie Michael Lang auf. Dann aber kommt bereits er, noch vor dem früheren YB-Junior Florent Hadergjonaj.

Wölfli, der grosse Sportsmann

Die Jungen und Wilden bei den Young Boys brillierten. Aber auch die Alten und Wichtigen. Wie Guillaume Hoarau, der mit Ruhe und Routine, Klasse und Kalkül voranging. Oder wie Captain Steve von Bergen, der im Hinspiel (1:3) scharf kritisiert worden war, am Mittwoch fehlerlos und überragend agierte. Und am Donnerstag genauso sachlich Auskunft gibt: «Ich bin lange genug dabei, kann mit Kritik umgehen und weiss selber, wenn ich schwach spielte. Aber letzte Woche war das ein persönlicher Angriff, wenn der Trainer gefragt wird, ob er nun den Captain wechsle.» Eigentlich aber sei ihm egal, was geschrieben werde. «Wichtig ist die Mannschaft.»

Und dann ist da noch Marco Wölfli, der immer noch die 1 trägt, längst aber die 2 ist hinter den Torhütertalenten in Bern. Weil das neueste, David von Ballmoos, am Mittwoch angeschlagen fehlte, erlebte Wölfli nochmals einen grossen Abend im Stade de Suisse – bezog von Ballmoos bei den Feierlichkeiten vor den Fans aber sofort mit ein. «Das war eine grossartige Geste», sagt Hütter, «die bewies, was für ein toller Sportsmann Marco Wölfli ist.»

Fünf Heimspiele in Serie in Bern?

Nun blickt die YB-Familie am Freitagmittag gespannt auf die Auslosung der Champions-League-Playoffs. Die meisten Akteure bezeichnen Liverpool als Wunschgegner, wegen der Attraktivität des Klubs, der legendären Anfield Road oder ehemaliger Teamkollegen wie Hollands Nationalspieler Georginio Wijnaldum, mit dem Mbabu bei Newcastle spielte.

«Ich fände Liverpool auch extrem reizvoll», sagt Trainer Hütter. «Aber gegen ZSKA Moskau wären unsere Chancen am grössten. Und zu Hause trauen wir uns gegen jedes Team etwas zu.»

Das passt. Denn vorerst verlässt YB Bern nicht. Es kann sogar sein, dass fünf Spiele in Serie zu Hause sein werden. Nach der Partie gegen Kiew folgen die Auftritte gegen Lausanne (Sonntag), Thun (Mittwoch) sowie das Cupspiel am Samstag in einer Woche bei Breitenrain – und dann das Hinspiel der Champions-League-Playoffs.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/29561322

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