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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 26. Juli 2017, 23:10 
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YB macht zu viele Geschenke

Unangenehmer Abend für YB in der Ukraine: Das Hinspiel in der 3. Qualifikationsrunde zur Champions League bei Dynamo Kiew geht 1:3 verloren. Die Young Boys stellen sich mit bösen De­fensivfehlern selber ein Bein.

Der positive YB-Flow der letzten Tage erhält bereits vor der Be­gegnung Rückschläge. Flügelspieler Miralem Sulejmani fällt im Hinspiel der 3. Qualifikationsrunde zur Champions League bei Dynamo Kiew mit einer leichten Oberschenkelzerrung aus, er wird durch Christian Fassnacht ersetzt. Und Djibril Sow rückt zwar wie erwartet in die Auf­stellung, allerdings nicht für Michel Aebischer, sondern für den formstarken Roger Assalé.

Trainer Adi Hütter entscheidet sich für eine defensivere Formation, YB gruppiert sich im 4-1-4-1-System mit einem verstärkten zen­tralen Mittelfeld. Man kann das vorsichtig nennen oder vernünftig oder auch ängstlich, auf jeden Fall unterstreicht die personelle Auswahl Hütters den Respekt vor Dynamo Kiew. «Wir wollten gegen dieses starke Team nicht ins offene Messer laufen», sagt er.

Grobe Patzer in der Defensive

Die taktischen Pläne der Young Boys gehen in der ersten Halbzeit gar nicht so schlecht auf. Sie sind in einer zerfahrenen Partie ebenbürtig, aber leisten sich zwei schlimme Aussetzer, die Andrei Jarmolenko eiskalt bestraft. Zuerst trifft der Kiewer Ausnahmespieler nach einer Viertelstunde zum 1:0 – im Anschluss an einen YB-Einwurf!

Guillaume Hoarau verliert den Ball leichtfertig, Jarmolenko umspielt Steve von Bergen, am Ende überwindet er auch Goalie David von Ballmoos elegant. Rund 20 Minuten später steht ein grober Fehlpass Loris Benitos am Ursprung des zweiten Gegentores.

Kiew schaltet überfallartig um, Jarmolenko bittet von Bergen zum Tänzchen, in der Mitte lenkt Dieumerci Mbokani die Hereingabe herrlich mit dem Absatz ins Netz. Es ist ein Traumtor des kongolesischen Stürmers mit dem gewöhnungsbedürftigen Vornamen. Und aus Berner Sicht, Herrgott noch einmal, läuft in der ersten Hälfte deutlich zu vieles schief dazu, auf diesem Niveau bestehen zu können.

Die vielen Kiew-Chancen

Und die schlechten Nachrichten reissen für YB nach dem Seitenwechsel nicht ab. Vorkämpfer Sékou Sanogo muss das Feld früh angeschlagen verlassen, nun korrigiert Hütter seine Defensiv­taktik, beordert Assalé aufs Feld – und bald auch den robusten Leonardo Bertone für Aebischer.

Besser gerät der Auftritt der zögerlichen Gäste nicht, im Gegenteil, die Kiewer erspielen sich jede Menge De-luxe-Gelegenheiten, um das Skore zu erhöhen. Mbokani verfehlt das Tor mit zwei Kopfbällen knapp, Tamas Kadar köpfelt an die Latte, in der 66. Minute benötigt es eine Grosstat von David von Ballmoos dafür, das dritte Gegentor zu ver­hindern. Der YB-Goalie pariert einen Abschluss von Nikita Korzun mirakulös mit dem Fuss.

Andrei Jarmolenko gönnt sich derweil am linken Flügel seine verdienten Kunstpausen, doch wenn der gross gewachsene Dribbler zu seinen Hochgeschwindigkeitsaktionen ansetzt, wackelt die YB-Defensive. In den letzten 5 Minuten vergibt der Künstler ebenfalls zwei ausgezeichnete Chancen. Die beste Nachricht aus Berner Optik nach 90 Minuten ist das Resultat, wobei Verteidiger Kasim Nuhu kurz vor Spielende sogar noch eine Kopfballchance kläglich vergibt.

Turbulente Nachspielzeit

Doch in den ersten Sekunden der Nachspielzeit verwandeln die Young Boys einen für sie trost­losen Abend überraschend – und temporär – in einen erfreulichen. Kevin Mbabu und Assalé kombinieren sich über rechts nach vorne, im Zentrum reüssiert Fassnacht in der 91. Minute mit dem Kopf. D

as defensiv enorm anfällige YB bringt es jedoch fertig, die dank des Auswärtstores auf einmal ansprechende Ausgangslage in der 93. Minute wieder zu verspielen. Dynamos Torhüter Maksim Koval spediert den Ball lang und hoch nach vorne, Hoarau und Nuhu verschätzen sich, Denis Garmash steht plötzlich allein vor dem Tor und trifft ganz spät zum 3:1.

Selbst im Amateurfussball würde man das YB-Defensivverhalten ungeschickt nennen. Immerhin präsentiert sich die ­Situation für die Young Boys vor dem Rückspiel am 2. August in Bern nach der turbulenten Überzeit positiver als vorher – 1:3 ist besser als 0:2.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/22521978

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 26. Juli 2017, 23:17 
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Das meint BLICK zur YB-Pleite

Macht es wie letztes Jahr

Trotz der 1:3-Hypothek: Nichts spricht dagegen, dass sich YB im Rückspiel gegen Kiew nicht doch noch für die Champions League qualifiziert, meint BLICK-Fussballreporter Martin Arn.

Man könnte jetzt den alten Kalauer bemühen, dass es YB in Kiew wieder einmal «veryoungboyst» hat. Wer in der 90. Minute das wichtige Auswärtsstor zum 1:2 schiesst, der darf danach nicht noch einen dritten Treffer kassieren. Das ist schon wahr.

Und wahr ist natürlich auch, dass man sich auf diesem Niveau und gegen einen Klassestürmer wie Jarmonelko keine solchen Fehler leisten darf, wie Loris Benito und Steve von Bergen vor dem 0:1 und dem 0:2.

Doch YB kann aus diesem Spiel in Kiew auch einige gute Dinge mitnehmen. Trainer Adi Hütter hat «in der 1. Halbzeit, abgesehen von den beiden individuellen Fehlern, keinen Unterschied zwischen den beiden Mannschaften gesehen.»

Im letzten Jahr, im Hinspiel gegen Schachtar, wurden die Berner phasenweise an die Wand gespielt. Das war gegen Dynamo Kiew gestern nicht der Fall.

Und im Rückspiel auf dem Kunstrasen wird es ein ganz anderes Spiel werden. YB hat letzte Saison das übermächtig scheinende Schachtar im Rückspiel 2:0 bezwungen und im Elfmeterschiessen rausgekegelt.

Dynamo, so viel ist nämlich auch sicher, wäre ein 2:0 bestimmt lieber gewesen als ein 3:1.

Deshalb, liebe Berner, macht es wie letztes Jahr. Ein 2:0 würde diesmal reichen. Ohne Umweg über das Penaltyschiessen!


https://www.blick.ch/sport/fussball/cha ... 55154.html

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 27. Juli 2017, 08:40 
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Gemischte Gefühle bei YB

Torschütze Christian Fassnacht steht stellvertretend für ein YB, das einen Abend mit zwiespältigen Eindrücken erlebt.

Am Ende eines hektischen Abends in Kiew wissen die Young Boys nicht so genau, wie sie ihre Leistung bewerten sollen. Adi Hütter zeigt sich in seiner ersten Analyse überraschend positiv und spricht davon, dass eigentlich vieles aufgegangen sei: «Bis zum dritten Gegentor.»

Der Trainer kritisiert dann doch noch das Defensivverhalten seiner Mannschaft bei allen Kiewer Treffern, verzichtet aber auf eine Einzelkritik. «Wir haben als Mannschaft verloren», sagt Hütter.

Der Österreicher zeigt sich angesichts des über weite Strecken harmlosen und enttäuschenden Auftritts seines Teams erstaunlich zufrieden: «Wir schossen ein Auswärtstor, das war ein Ziel von uns. Und eine 1:2-Niederlage wäre eine gute Ausgangslage für das Rückspiel gewesen.»

Es braucht ein perfektes Spiel

Nun müssen die Young Boys am nächsten Mittwoch im Stade de Suisse im Rückspiel mindestens 2:0 gewinnen. «Das ist sicher möglich», sagt Sportchef Christoph Spycher, «aber wir benötigen dazu einen perfekten Match. Wie letztes Jahr gegen Schachtar Donezk.»

Damals hatte YB das Hinspiel in der Ukraine 0:2 ver­loren, sich eine Woche später in Bern aber im Elfmeterschiessen sensationell durchgesetzt. «Ich war gegen Donezk nicht dabei», sagt der letztjährige Thuner Christian Fassnacht, «aber ich kenne die Geschichte natürlich. Sie gibt uns Mut.»

Fassnacht zieht ebenfalls ein zwiespältiges Fazit der Begegnung in Kiew: «Ich freute mich sehr, stand ich in der Startformation. Später schoss ich ein Tor, das war ein grosses Glücksgefühl. Aber es ist sehr ärgerlich, kassierten wir gleich darauf den dritten Gegentreffer.»

Die gemischte Gefühlslage der Young Boys passt zu einem selt­samen Abend vor etwas mehr als 36'000 Zuschauern im Olympiastadion. Vor der Pause, als die Berner das Geschehen einigermassen im Griff hatten, präsentierte sich Dynamo Kiew bei seinen zwei Chancen effizient.

Und in der zweiten Halbzeit, als der Gastgeber deutlich überlegen war, erspielte sich YB merkwürdigerweise eine leicht bessere Ausgangslage. Captain Steve von Bergen ist aber bewusst, dass sich seine Mannschaft nach der 1:3-Niederlage im zweiten Treffen mit Kiew deutlich steigern muss. «Wir haben sehr einfache Gegentore erhalten», sagt er, «das darf uns nicht passieren.»

Einmal habe YB einen Einwurf, fünf Sekunden später falle das 1:0. Dann passiere ein Fehlpass im Aufbau, fünf Sekunden später schiesse Kiew das 2:0. «Und beim 3:1 agieren wir auch sehr ungeschickt bei diesem langen Ball», sagt von Bergen, der bei den ersten zwei Gegentoren gegen Andrei Jarmolenko nicht die allerbeste Figur abgab.

«Vor dem 1:0 gibt es einen Prellball, Jarmolenko kommt mit viel Tempo, er war einfach schneller», erklärt von Bergen. «Und vor dem 2:0 verhindere ich, dass er mit seinem starken linken Fuss schiessen kann. Er geht über rechts und spielt den Ball in die Mitte.» Auch wegen Andrei Jarmolenko reist YB am Donnerstag leicht ernüchtert zurück nach Bern.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/28141071

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 27. Juli 2017, 08:41 
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YB-Noten: Grosses Gefälle

Einige Akteure der Young Boys agieren bei Dynamo Kiew (1:3) ungenügend.

David von Ballmoos: Note 5
Es war ein bitterer Abend für den Youngster. Auszeichnen konnte er sich lange Zeit nicht, bei den Gegentoren machtlos. Wirkte sicher, zupackend bei hohen Bällen. Und Mitte der zweiten Halbzeit mit einer grandiosen Fussabwehr gegen Nikita Korzun.

Kevin Mbabu: Note 4,5
Hielt gut dagegen, hatte seine Defensivseite und den früheren Basler Derlis Gonzalez meistens im Griff. Ab und zu mit starken Ausflügen nach vorne. Bereitete das YB-Tor intelligent vor.

Kasim Nuhu: Note 3
Oft ordentlicher Vortrag, oft entschlossen in den Zweikämpfen, oft ruhig am Ball. Aber: mit Fehlpässen und Stellungsfehlern, bei den Gegentoren nicht stilsicher. Und vergab in der 80. Minute eine grosse Chance mit dem Kopf.

Steve von Bergen: Note 2,5
So reicht das nicht gegen einen Gegner von diesem Format. Liess sich vor dem 0:1 und vor dem 0:2 zu einfach von Andrei Jarmolenko ausspielen. Allerdings war es für den Routinier undankbar, weil er nach Fehlern der Mit­spieler ins Eins-zu-eins gegen den Offensivstar gehen musste.

Loris Benito: Note 2,5
Bekam es meistens mit Jarmolenko zu tun. Was eine schwierige Aufgabe war. Zwei Gegentore fielen über seine Seite, wobei Benito vor dem 2:0 unbedrängt einen ­bösen Fehlpass spielte.

Sékou Sanogo: Note 4,5
Wie erwartet tat seine Robustheit dem YB-Spiel gut. Behauptete sich stark in den Zweikämpfen, langte auch mal rustikal zu, musste aber kurz nach der Pause angeschlagen ausgewechselt werden.

Michel Aebischer: Note 3
Kam nicht ins Spiel, vermochte seine Passsicherheit nie auszuspielen, tat sich in den knackigen Duellen mit den robusten Kiew-Mittelfeldspielern schwer.

Yoric Ravet: Note 3,5
Erhielt wenig Bälle, rieb sich auf, war kein grosser Faktor.

Djibril Sow: Note 4
Geschickt am Ball, probierte einiges, schoss auch ein paarmal aufs Tor. Baute am Ende leicht ab.

Christian Fassnacht: Note 4
Ersetzte den leicht verletzten Miralem Sulejmani am rechten Flügel. Vermochte sich vorerst selten durchzusetzen, half aber defensiv mit. Und erzielte kurz vor Schluss das YB-Tor mit dem Kopf.

Guillaume Hoarau: Note 3
Wirkt nicht fit, wie gegen Basel ohne Einfluss. Wobei es für ihn schwierig war, weil er oft hoch angespielt wurde. Ballverlust vor dem 1:0, zögerlich vor dem 3:1.

Roger Assalé: Note 4,5
52. Minute für Sanogo. Flink, fleissig, probierte viel, mit dem tollen Pass vor Fassnachts Tor.

Leonardo Bertone: Note 4
62. Minute für Aebischer. Kämpferisch gut, nach vorne blass.

Jordan Lotomba: ohne Note
76. für Benito. YB-Debüt.


Noten:6 = herausragend; 5 = gut; 4 = solid; 3 = ungenügend; 2 = schlecht; 1 = sehr schlecht


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/12905174

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