Registrieren    Anmelden    Forum    Suche    FAQ

 

 

 

     

 

 

Foren-Übersicht » www.ybfans.ch » BSC Young Boys Stammtisch




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 87 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9  Nächste
Autor Nachricht
 Beitrag Verfasst: Dienstag 16. August 2016, 06:33 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
16.08.2016

Bild

Zitat:
Mönchengladbach-Coach André Schubert

Die Borussia aus Mönchengladbach ist ein Spitzenklub geworden. Gegen YB muss sie das heute Dienstag im Play-off zur Champions League bestätigen.

Hans Meyer ist ein ausnehmend kluger Redner, und so hat sich der ehemalige Trainer am Samstag anlässlich der offiziellen Saisoneröffnung von Borussia Mönchengladbach eine besondere rhetorische Wendung einfallen lassen. «Als ich 1999 zur Borussia gekommen bin, waren wir Letzter in der zweiten Bundesliga, jetzt spielen wir eventuell zum zweiten Mal in Folge in der Champions League, das ist sensationell», erinnert sich das heutige Präsidiumsmitglied des Traditionsklubs. Die Gesichter der 50 000 Anhänger leuchten bei diesen Worten vor Glück, denn der Gedanke an die finsteren Jahre verstärkt die süssen Gefühle der Gegenwart. Und natürlich sehnen sich die Fans nach neuen grossen Erlebnissen in der Champions League, für die der Bundesligaklub sich in den Play-off-Partien gegen den BSC Young Boys aber erst noch qualifizieren muss – neuerdings als Favorit, was den Druck deutlich erhöht. Der Rückkehrer Christoph Kramer spricht von einem «Nervenkitzel-Spiel».

Kein Überraschungsgast

Zwar behauptet der Trainer André Schubert, dass ein Erfolg gegen die Schweizer lediglich «die Kirsche auf der Torte» wäre, aber diese Formulierung ist natürlich ein klassischer Fall von Understatement. Für Gladbachs Entwicklung wäre ein weiteres Jahr unter den besten Klubs des Kontinents ein kraftvoller Schub für die weitere Entwicklung – mit dem Geld, das hier verteilt wird, und den Erfahrungen, die hier gesammelt werden können. Und die Entwicklung ist jetzt schon rasant. Seitdem Lucien Favre nach fünf Niederlagen zu Beginn der letzten Saison zurückgetreten ist, hat die Borussia noch einmal einen beachtlichen Schritt gemacht.

Die Gladbacher sind kein Überraschungsgast mehr im Europacup, sie sind kein Überfliegerteam mehr, dessen Erfolge von einem genialischen Trainer oder von besonders innovativen Transfers abhängen und das ständig mit einem Absturz ins graue Mittelmass rechnen muss. Die Borussia ist zu einem stabilen Spitzenklub geworden. Und so sagt Sportdirektor Max Eberl vor den Spielen gegen YB: «Wenn es nicht reichen sollte, ist der Ärger sicherlich gross.»

Wirtschaftlich ist der Klub kerngesund, der Umsatz steigt kontinuierlich, die sportliche Stabilität ist beachtlich, und das sportliche Fundament bietet ambitionierten Fussballprofis perfekte Bedingungen, um zu reifen. Fast alle Spieler verbessern sich hier sportlich und lassen sich oftmals teuer weiterverkaufen. Das ist das eigentliche Erfolgsgeheimnis des Sportdirektors Eberl, der seit 2008 im Amt ist. Die Transfers von Marcell Jansen, Marko Marin, Marco Reus, Dante, Marc-André ter Stegen, Max Kruse und zuletzt Granit Xhaka spülten zig Millionen Euro in die Kasse, mit denen der Aufschwung finanziert werden konnte. Diese Transfers, die im ersten Moment immer irgendwie auch weh taten, sind in Wahrheit der Treibstoff des Fortschrittes und ein kraftvolles Argument im Werben um neue Spieler. Wie kaum ein anderer Klub verkörpert Mönchengladbach in einer Ära, in der Spieler immer schneller den Arbeitgeber wechseln, den Zeitgeist des Geschäfts.

So sagt Jannik Vestergaard, der im Sommer aus Bremen an den Niederrhein wechselte: «In erster Linie bin ich hierhergekommen, weil ich denke, dass ich den nächsten Schritt in meiner Karriere machen musste, um mich weiterzuentwickeln.» Mit Xhaka, der für 45 Millionen Euro zu Arsenal nach London wechselte, muss zwar der beste Spieler ersetzt werden. Aber mit der Zeit hat sich im Verein ein grosses Vertrauen entwickelt, dass solche Verluste hier zuverlässig kompensiert werden.

Für Xhaka kehrte Christoph Kramer von Bayer Leverkusen zurück zur Borussia und bildet mit dem jungen Mo Dahoud eine hochbegabte Doppelsechs. Vor einem Jahr jammerte Favre über den nicht zu kompensierenden Verlust Kramers und Kruses, bis kurz darauf der Torhüter Yann Sommer, das Eigengewächs Dahoud, der Flügelstürmer André Hahn und Lars Stindl mindestens ebenso leuchtend aufblühten. Ausserdem avancierte der bis 2017 vom FC Chelsea ausgeliehene Andreas Christensen zu einem der besten Innenverteidiger der Liga – und mit André Schubert wurde ein ziemlich interessanter Erfolgstrainer aus dem Hut gezaubert.

Erinnerungen an Kiew

Nebenbei wurden auch die hinteren Plätze im Kader mit einer beachtlichen Qualität besetzt; mittlerweile gibt es für fast jeden Spieler beinahe gleichwertige Ersatzleute, und nicht zuletzt ist das Team reifer als in den vergangenen Jahren. 2012 scheiterte Borussia Mönchengladbach in den Champions-League-Play-offs an Dynamo Kiew. «Wir waren eine sehr junge Truppe, das hat dann auch den Unterschied gemacht», erinnert sich Patrick Herrmann.

Gegen die Young Boys ist nun die Borussia plötzlich der international erfahrene Favorit. Nur mit dieser neuen Rolle müssen sie sich in Mönchengladbach jetzt noch anfreunden.


http://www.nzz.ch/sport/fussball/moench ... -ld.111138

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Beitrag Verfasst: Dienstag 16. August 2016, 06:35 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
16.08.2016

Bild

Zitat:
Das Dilemma von YB-Fan Martin Haller

YB-Fan Martin Haller kann sich nicht wirklich auf das Spiel YB gegen Borussia Mönchengladbach freuen. Der Berner ist nämlich auch Fan der Gladbacher. Keine einfache Situation.

Auf dieses Spiel hätte er gerne verzichtet. Alles, nur nicht diese Kombination, lautete Martin Hallers Wunsch. Seine Bitte wurde von der Losfee nicht erhört. YB spielt in den Champions-League-Playoffs gegen Borussia Mönchengladbach.

Und Martin Haller steckt im Dilemma. Der Berner ist nämlich beides, YB- und Gladbach-Fan. Wem hilft er nun am Dienstagabend? Haller denkt lange nach. Und schüttelt den Kopf. Er kann die Frage wirklich nicht beantworten.

Manche Fussballklubs haben überall Anhänger. Borussia Mönchengladbach gehört eher nicht dazu. Deren Fans stammen meist aus dem Westen Nordrhein-Westfalens. Umso skurriler mutet des Berners Verbundenheit mit dem deutschen Klub an. Wie so oft hatte der Zufall seinen Anteil. Haller war um die zwanzig und mit Interrail unterwegs nach Amsterdam.

Er kam an Mönchengladbach vorbei, wo das Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern bevorstand. Warum nicht, sagte sich Haller, und ging spontan an den Match. Und dort, 600 Kilometer von Bern entfernt, erinnerte ihn alles an daheim. Das Bökelbergstadion war so baufällig wie das alte Wankdorf.

Wie YB hatten auch die «Fohlen» die besten Zeiten hinter sich und litten unter chronischer Erfolglosigkeit und finanziellen Problemen. «Und man spielte zu dieser Zeit einen furchtbaren Fussball», so Haller. Kurz: Die Parallelen waren erschreckend. Das Einlauflied ertönte, und es war um Haller geschehen. Er wurde zum Fan.

Das Spiel ging zwar verloren, das Schicksal meinte es aber trotzdem gut mit dem frischgebackenen Fan und seinen Vereinen. Beide Klubs stiegen 2001 wieder in die oberste Liga auf. Haller reist seither regelmässig an die Spiele der Mönchengladbacher. Er ist sogar Vereinsmitglied. «Mönchengladbach ist eine fussballbegeisterte Stadt», sagt er. Der Verein sei dort stets das Thema Nummer eins.

«Eine solche Situation gab es bisher noch nie.»
Martin Haller


Es gab eine Zeit, wo der Berner sogar eine Saisonkarte beantragte. «Leider ohne Erfolg», wie er sagt. Über die Jahre wurden die Reisen in den Westen Deutschlands ein wenig spärlicher. Mittlerweile sind es noch ein, zwei Fahrten pro Saison. «Man wird nicht jünger», sagt der 38-Jährige. An Spiel­tagen überprüft er aber noch immer als Erstes die Resultate seines Vereins.

Ein Abend ohne Gewissheiten

Am Dienstag am Spiel im Stade de Suisse wird Haller dort wo immer sitzen, auf dem Balkon über der YB-Fankurve. Es ist für ihn die einzige Gewissheit des ganzen Abends. Der Rest ist Neuland. Er wisse nicht, sagt er, wie er sich während des Spiels verhalten werde. Für wen er singen werde, für wen ­jubeln, mit wem leiden. «Eine solche Situation», immerhin darüber herrscht Klarheit, «gab es bisher noch nie.»

Kommt man emotional nicht weiter, kann man es rational versuchen. In Hallers Fall geht das so: Sportlich ist ein Weiterkommen für YB weniger gut wegen der Doppelbelastung, die zulasten der Meisterschaft gehen könnte. Finanziell wäre ein Weiterkommen allerdings ein Segen. Mönchengladbach wiederum traut er sportlich mehr zu als YB.

Und auch die Deutschen wären froh um die Geldschwemme aus der Champions League. Wie er es auch dreht und wendet, Martin Haller steckt in einem Dilemma. Entsprechend diplomatisch tippt er auf ein 1:1. Auf dieses Spiel, so viel ist klar, hätte er gerne verzichtet.


http://www.bernerzeitung.ch/region/bern ... y/12853925

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Beitrag Verfasst: Dienstag 16. August 2016, 06:37 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
16.08.2016

Bild

Zitat:
YB vs. Gladbach: Unterschiedliche europäische Reichweiten

Eine Utopie ist die Champions League für die Young Boys nicht, aber nur sehr schwer zu erreichen. Unter normalen Umständen besitzt der Playoff-Gegner Borussia Mönchengladbach deutlich mehr Format.

Seit ein paar Jahrzehnten haftet YB das unrühmliche Image an, in grossen Momenten regelmässig die Nerven zu verlieren. Nur schon deshalb ist der Coup gegen Schachtar Donezk als aussergewöhnliche Berner Performance zu taxieren. Gegen das ukrainische Starensemble haben in den letzten Jahren nur wenige europäische Teams gut ausgesehen.

Davon zu träumen, erstmals überhaupt in der Klubgeschichte in die Champions League vorzustossen, ist legitim. YB kann in der aktuellen Besetzung auch gegen einen Kontrahenten des oberen deutschen Segments die Grenzen verschieben. Diese Erkenntnis wertet Sportchef Fredy Bickel als "unheimlich wertvoll". Zum einen für die Spieler, "um einmal zu sehen, was sie eigentlich abrufen könnten, andererseits mit Blick auf die UEFA-Setzlisten der kommenden Jahre. Da zählt jeder einzelne Punkt."

Aber der Grat ist schmal, zumal angesichts der verletzungsbedingt ausgedünnten Reihen. Eine Serie von namhaften Absenzen zur Unzeit schränkt die Zuversicht ein. Bickel bedauert die medizinische Komponente: "Wir stehen unmittelbar vor einem ganz grossen Ziel des Klubs und können nicht aus dem Vollen schöpfen, das bedrückt uns alle."

Bitter und ärgerlich sei auch der Absprung von Stammspieler Florent Hadergjonaj vor knapp einer Woche - der Rechtsverteidiger zog eine Offerte von Ingolstadt der europäischen Plattform mit YB vor. "Das ist sehr frustrierend."

Der Wechsel des Schweizer U21-Nationalspielers relativiert selbstredend die (internationale) Reichweite der Berner. "Wir sind eine Ausbildungsliga. Für den FC Basel gilt das vielleicht nicht, aber für alle anderen", redet Bickel Klartext. Anders als die Bebbi kann YB keine (europäischen) Garantien anbieten. Und auch der wirtschaftliche Spielraum ist offenbar kleiner als auch schon.

Ein zweiter geschichtsträchtiger YB-Auftritt würde die Lage vereinfachen. Eine Überraschung gegen den Bundesligisten liesse sich an allen Fronten gut verkaufen. YB könnte vorübergehend aus dem Schatten Basels treten. "Wenn wir uns einmal länger in einem grelleren Licht präsentieren könnten, wäre das gut und wichtig für das Ansehen des Vereins", ist Bickel überzeugt.

Sechs Tage nach der Desillusionierung im St.-Jakob-Park (0:3) käme ein positive Zwischenmeldung gelegen. Der bereits deutliche Rückstand im Alltag ist derzeit nur mit Europacup-Highlights zu kompensieren. Ein zweites Playoff-Out innerhalb von sechs Jahren würde durch die Fortsetzung in der Europa-League-Gruppenphase abgefedert werden. "Das nimmt einen gewissen Druck", versichert Bickel.

Die starke Elf vom Niederrhein

Nicht alle Experten rieben nach dem imposanten Berner Umschwung gegen Schachtar verwundert die Augen. Mönchengladbachs Sportchef Max Eberl hatte YB schon im Vorfeld des Duells mit dem Europa-League-Halbfinalisten für gut genug gehalten, eine Runde weiterzukommen. Der smarte Manager hinter dem Aufschwung der Fohlenelf kann den Schweizer Markt ausgezeichnet einschätzen.

Immer wieder lotst Eberl relativ preisgünstige Exponenten aus der Super League zum aufstrebenden Klub an den Niederrhein. Yann Sommer beispielsweise ist eines der bekanntesten Gesichter des Klubs, Nico Elvedi war der Schweizer Verteidiger-Aufsteiger des letzten Jahres; mit Djibril Sow steht ein nächstes Talent aus der SFV-Schule bereit.

Ihren Basler Patron haben die Gladbacher indes verloren. Granit Xhaka ist zu Arsenal nach London weitergezogen. Der Verkauf des forschen Spielgestalters ist im defensiven Mittelfeld taktisch aufzufangen, aber seine Leadership wird fehlen.

Einen hohen Prozentsatz der Rekordablösesumme von 45 Millionen Euro für den Captain hat die Borussia indes umgehend reinvestiert. Der Weltmeister Christoph Kramer, unter dem früheren Coach Lucien Favre der wichtigste Partner Xhakas, kehrte zurück. Mit dem teuren Engagement des begehrten dänischen Innenverteidigers Jannik Vestergaard hob der Klub das Niveau der Defensive weiter an.

André Schubert besitzt anders als Berns Taktgeber Adi Hütter ein umfangreiches personelles Spektrum. Langjährige Beobachter der Borussia sprechen von einer Vielfalt von Optionen, die seit dem Ende der goldenen Fohlenepoche in den Siebzigerjahren nie mehr grösser gewesen sei. Unabschätzbar ist allerdings der fehlende Wettkampfrhythmus; die Borussia startet erst am letzten August-Wochenende zur Meisterschaft.


http://www.aargauerzeitung.ch/sport/fus ... -130493028

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Beitrag Verfasst: Dienstag 16. August 2016, 06:39 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
16.08.2016

Bild

Zitat:
«YB darf genauso träumen»

Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl warnt vor dem Champions-League-Playoff – und stört sich an den Unsummen, die mittlerweile für Spieler ausgegeben werden.

Hat Borussia Mönchengladbach mit YB als Playoff-Gegner zur Champions League den 25-Millionen-Jackpot so gut wie geknackt?
Das ist genau die Frage, mit der ich mich sehr ungern beschäftige. Es denken zwar viele Leute genau so, und wir wissen auch, dass Monaco oder die AS Roma im Vergleich zu YB in Europa namhafter sein mögen, was dazu führt, dass Bern als leichter Gegner betrachtet wird.
Natürlich werden wir in die Favoritenrolle gedrängt, wir steigen als Bundesliga-Vierter und Champions-League-Teilnehmer der vergangenen Saison in dieses Spiel. Aber darauf kommt es so wenig an wie auf die unterschiedlichen Budgets.

Worauf dann?
Auf zwei Begegnungen, in denen diese Faktoren nicht von Bedeutung sein müssen. Wenn wir in der Lage sind, zweimal eine Topleistung abzurufen, ist die Chance sehr gross, dass wir uns durchsetzen. Und genau das braucht es gegen YB.

Müssen Sie in Mönchengladbach den Leuten ins Bewusstsein rufen, dass dieser Gegner aus der Schweiz kein Freilos ist?
Es ist eine meiner Aufgaben als Sportdirektor, diese Realität zu betonen. Wir träumen alle von der Champions League, das ist erlaubt, aber YB darf genauso träumen. Wer Schachtar Donezk aus dem Wettbewerb wirft, hat genauso das Recht dazu, dieser Sieg muss Warnhinweis auf die Qualitäten von YB genug sein. Und als vermeintlicher Underdog lässt sich druckfreier Fussball spielen, wir kennen das selber aus den vergangenen Jahren in der Bundesliga. Diese Rolle hat uns sehr behagt.

«Es ist ein Vorteil für YB, eine Wettkampfhärte zu haben. Wir stehen vor einem Kaltstart.»

Welchen Einfluss könnte der Kunstrasen auf den Ausgang im Hinspiel haben?
Keinen grossen, denke ich. Es ist für uns zwar keine Unterlage, die wir gewohnt sind. Ich erinnere mich nicht an ein Pflichtspiel auf Kunstrasen in den letzten paar Jahren. Aber viele Spieler werden heute auf Kunstrasen gross, die Jugendausbildung findet auf solchen Plätzen statt. Es mag nach einem Vorteil für YB aussehen, aber unserem technisch geprägten Fussball kann das durchaus entgegenkommen.

Welcher Spieler ist Ihnen besonders aufgefallen, als Sie mit Gladbach in der Sommervorbereitung auf die Young Boys trafen?
Eine Fangfrage . . . (lächelt) Ich schaue sehr oft in die Schweiz, ich habe natürlich auch die Entwicklung von YB mitverfolgt und sehe, wie versucht wird, näher an den FC Basel heranzurücken. Das wird mit guten Transfers getan. Wenn ich nun den Namen Zakaria nenne, ist das keine Überraschung. Oder Mvogo. Oder Sanogo, der gegen uns ausfällt. Es gibt sehr viele Spieler mit grossem Potenzial. Aber wenn ich nun diese Namen nenne, heisst das nicht, dass Borussia Mönchengladbach Interesse an ihnen hat.

Wenn wir aber schon dabei sind: Was braucht ein junger Schweizer Spieler, um sich in der Bundesliga durchzusetzen?
Abgesehen vom Technisch-Taktischen, was in der Schweizer Ausbildung ausgezeichnet gemacht wird, benötigt ein Junger Geduld und körperliche Robustheit. Wenn ein Toptalent diese Voraussetzungen erfüllt, ist die Chance auf den Durchbruch in Deutschland sehr gross. Nico Elvedi bei uns ist dafür ein Paradebeispiel. Und der Nächste könnte Djibril Sow sein.

Muss Borussia-Trainer André Schubert die Mannschaft mit mehr Informationen über den Gegner versorgen als sonst? Wir nehmen nicht an, dass sich die Spieler intensiv mit YB befassen.
Da unterschätzen Sie vermutlich die Spieler von heute. Sie beschäftigen sich sehr intensiv mit Fussball, schauen sehr viel und wissen auch über YB gut Bescheid. Wir schicken ihnen auch regelmässig Informationen über Gegner auf ihr Handy und erwarten, dass sie sich zwischen den Trainings und vor den Spielen damit auseinandersetzen.

Für die Borussia ist das Spiel in Bern das erste mit Wettkampfcharakter in dieser Saison, YB hat am Dienstag schon sieben hinter sich . . .
. . . um uns ein bisschen die Last des Favoriten zu nehmen, ist das ein geradezu ideales Argument: Es ist eigentlich unmöglich, dass wir weiterkommen (lacht). Im Ernst: Es soll absolut kein Alibi sein, aber es ist definitiv ein Vorteil für YB, eine gewisse Wettkampfhärte zu haben. Wir stehen vor einem Kaltstart. Und der muss gelingen.

Allein mit dem Einzug in die Champions League sind Einnahmen von 25 Millionen Euro garantiert. Wie wichtig ist diese Summe für die Borussia?
Ich denke an den sportlichen Erfolg – und habe im Hinterkopf: Hey, das Geld kann für die Zukunft Handlungsspielraum bedeuten. Natürlich hat das Finanzielle im Fussball eine grosse Bedeutung. Bei den Transfersummen gilt mittlerweile ja die Losung «hoch, höher, am höchsten – und nochmals übersteigern».
Ich halte mich an den Fakt, dass Erfolg automatisch eine Belohnung nach sich zieht. Mit viel Erfolg lässt sich auch viel Geld verdienen. Die Champions-League-Teilnahme würde einen beträchtlichen Ertrag abwerfen.

Sondieren Sie vorsorglich schon den Transfermarkt im höheren Preissegment?
Nein, ganz sicher nicht. An unserer Transfer- und Kaderpolitik ändert sich nichts. Wir haben es immer so gehalten: Verdienen wir Geld dank sportlichem Erfolg, wird es wieder in das Kader investiert.

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie hören, dass sich Manchester United die Verpflichtung von Paul Pogba 120 Millionen Euro kosten lässt?
Das ist Wahnsinn. Der Markt hat sich geändert, es fliessen andere Summen, es sind nicht mehr 3, 4 Millionen, sondern oft 20, 30 heute. Ist ja alles okay. Aber 120? Das übersteigt für jeden das Gefühl, dass es noch in Ordnung ist, gerade bei den Problemen, die auf der Welt neben dem Fussball existieren. Es ist einfach nicht gesund.

«Es sind nicht mehr 3, 4 Millionen, sondern 20, 30. Ist ja alles okay. Aber 120? Das ist nicht gesund.»

Ist ein Ende der Preistreiberei absehbar?
Vermutlich nicht. Aber die Moral – und ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass es sie im Fussball doch noch gibt – sollte noch vorhanden sein, um die Clubs dazu zu bewegen, eine Grenze zu setzen und zu verhindern, dass unser Sport nur noch als Monopoly betrachtet wird. Und Grenzen setzen können in erster Linie die Clubs, die auf solchen Wahnsinn verzichten sollten.

Wie gross ist die Gefahr, dass sich die Grossclubs noch deutlicher vom Durchschnitt absetzen?
In den vergangenen Jahren standen fast immer die gleichen Mannschaften in den Champions-League-Viertelfinals. Ich habe nicht die Illusion, das Bate Borisow oder Borussia Mönchengladbach in nächster Zeit einmal einen Halbfinal erreichen. Aber das Schöne im Fussball sind immer noch die Überraschungen. Sind eben Spiele wie die von YB gegen Donezk. Auf eine ganze Saison sind die Besten Europas kaum einzuholen. Die Clubs haben sich das erarbeitet, die einen mit lauteren Mittel, andere mit Fremdgeld . . .

. . . Sie meinen die Clubs, die von reichen Besitzern aus dem nahen oder fernen Osten subventioniert werden.
Genau. Das ist bei uns in Deutschland dank der 50+1-Regel nicht erlaubt. Und das halte ich auch für absolut richtig.

Die Verantwortlichen von Borussia geraten so wenigstens nichts ins Grübeln, ob der Club für wahnsinnig viel Geld an einen Chinesen oder Araber verkauft werden soll.
Zum Glück. Und um einen Spieler finanzieren zu können, möchte ich nicht bei einem vermögenden Mann von irgendwoher um Geld bitten. Nein, ich möchte es selber erarbeitet haben. Die richtige Reihenfolge haben wir besprochen: Erfolg haben, Geld einnehmen, Geld investieren.

Hat noch kein chinesischer Club angeklopft, um Spieler von Borussia abzuwerben?
Nein, bis jetzt nicht. Es werden Unsummen geboten, gerade aus China. Trotzdem glaube ich, dass die Topstars in den grossen Ligen bleiben. Sie verdienen auch hier sehr gutes Geld. Und ob ich dann am langen Ende, sagen wir, 12, 13 oder 14 Millionen verdiene, darauf kommt es doch nicht mehr an.
Es geht meines Erachtens in erster Linie immer noch um den Reiz des Wettbewerbs. Aber wenn ein Spieler es vorzieht, des Geldes wegen einen Vertrag in China zu unterschreiben, ist das seine freie Entscheidung. Ich will das nicht verurteilen.

Die Champions League wird von den Topvereinen in Europa dominiert. Wo können sich mittelgrosse Clubs wie Mönchengladbach im europäischen Markt positionieren?
Ich plädiere dafür, dass die Europa League aufgewertet wird. Eine Massnahme wäre, dass die beiden Finalisten in die Champions League kommen oder gar die vier Halbfinalisten. Dann halte ich es für möglich, dass mittelgrosse Clubs, so wie Mönchengladbach, häufiger in Europa dabei wären, in Wettbewerben, in denen die vermögenden Clubs ohnehin immer vertreten sind.

Und wo sehen Sie die Borussia in der Bundesliga? Die Spitzenposition scheint auf Dauer reserviert.
Der FC Bayern ist der Topclub in Deutschland. Aber es gibt insgesamt vier Clubs, die das Potenzial hätten, den Münchnern gefährlich zu werden: Dortmund, Leverkusen, Wolfsburg, Schalke. Wenn diese vier es nicht gut machen, haben andere Vereine – darunter auch wir – die Chance, Plätze gutzumachen. Die Bundesliga weist eine enorme Dichte auf, vielleicht nicht, was Platz 1 betrifft, aber dahinter.

Eine glorreiche Ära wie in den 70er-Jahren, als Mönchengladbach seine grössten Triumphe feierte, ist im Prinzip aber ausgeschlossen.
So gut wie unvorstellbar, ja.

Ist die Bundesliga für Sie trotz Bayerns Vormachtstellung die spannendste in Europa?
In England machen im Normalfall vier Clubs den Meister unter sich aus, Leicester wird es diese Saison nicht mehr. In Spanien sind es zwei, mit Atlético dahinter, das wie die Gallier die Grossen angreifen will. Diesbezüglich sind diese Länder uns etwas voraus, bei uns deutet schon sehr vieles wieder auf die Bayern hin.

Also auch auf Langeweile?
Nein. Wenn ich die ganze Liga anschaue, die Fankultur, die Attraktivität der Spiele, die vollen Stadien und die Möglichkeit, Junge zu integrieren, bewegt sich die Bundesliga mindestens auf Augenhöhe mit England und Spanien. In ihrem Gesamtpaket ist sie vielleicht sogar die attraktivste Liga in Europa.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/YB ... y/13654808

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Beitrag Verfasst: Dienstag 16. August 2016, 06:40 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
16.08.2016

Bild

Zitat:
Adi Hütter: «Wir brauchen ein perfektes Spiel»

Kann YB am Dienstagabend gegen Gladbach seine Verletzungsprobleme kaschieren?

Es sei nicht so, dass YB bereits auf dem «Zahnfleisch» laufe, meinte Adi Hütter nach dem 4:1-Sieg vor 10 Tagen gegen Thun. Damals wusste der YB-Trainer noch nicht, dass Sékou Sanogo wegen eines Muskelfaserrisses für 6 bis 8 Wochen ausfällt und auch Abwehrchef Steve von Bergen wegen muskulärer Probleme passen muss.

Nach dem Wegzug von Florent Hadergjonaj zu Ingolstadt ist die Defensivabteilung von YB personell weiter geschrumpft. Und vorne fällt Alexander Gerndt für Monate aus. Für das Hinspiel in der Qualifikation der Champions League gegen Borussia Mönchengladbach am Dienstagabend ist Hütter deshalb gezwungen, einmal mehr auf bewährte Fachkräfte zu verzichten.

Und er bekennt auch, dass es mittlerweile ein recht ambitiöses Unterfangen sei, «mit einem schmalen Kader in den drei Wettbewerben Champions-League-Qualifikation, Meisterschaft und Cup die Balance zu finden».

Die Frage, ob YB nicht auf dem Transfermarkt sofort hätte aktiv werden sollen, beantwortet Hütter ausweichend. «Jetzt hatten wir Pech mit Verletzungen. Ob es allerdings Sinn gemacht hätte, einen Panik-Transfer zu tätigen, weiss ich nicht. Bevor wir jemanden holen, der nicht hundertprozentig und sofort helfen kann, macht ein Transfer keinen Sinn.»

So stellt sich vor dem Spiel gegen die Gladbacher wieder einmal die zentrale Frage, ob YB in der Lage sein wird, defensiv entgegenzuhalten, sodass die Chance für die Champions League vor dem Rückspiel noch intakt ist. In offensiver Hinsicht sind die Berner immer für ein Tor gut. Hütter spricht von einem «perfekten Spiel», das notwendig sei. Und das bedeutet, am Dienstag im Stade de Suisse kein Gegentor zu kassieren.

Wie genau die Abwehrformation aussehen wird, liess der Österreicher offen. Der Einsatz von Steve von Bergen bezeichnete er als «sehr fraglich». So dürften Milan Vilotic und Alain Rochat morgen im Zentrum der Viererkette verteidigen. Eine Möglichkeit wäre zudem, im 3-4-3 zu spielen, wie am vergangenen Mittwoch in Basel. Dann käme auch Gregory Wüthrich zum Zuge.

Keine Vorgabe vom Besitzer

Hütter hofft, dass der Kunstrasen und die Tatsache, dass die Bundesliga noch nicht in die neue Saison gestartet ist, zum Vorteil für die Young Boys werden. Eine Vorgabe seitens YB-Besitzer Andy Rihs zu diesen Qualifikationsspielen gebe es nicht, sagte Hütter auf eine entsprechende Frage. «Das brauchen wir nicht.» 2200 Tickets sind an den lokalen Verkaufsstellen noch verfügbar. YB rechnet am Dienstagabend mit einem ausverkauften Stade de Suisse.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Ad ... y/15250843

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Beitrag Verfasst: Dienstag 16. August 2016, 06:41 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
16.08.2016

Bild

Zitat:
YB-Rochat vor Gladbach-Spiel: «Die Champions League ist ein Traum für jeden von uns»

Die Young Boys treffen heute in den Playoffs für die Champions League auf Borussia Mönchengladbach. Die Berner wollen den Vorteil nützen, dass der Bundesligist noch kein Pflichtspiel bestritten hat.

Man hatte Alain Rochat vielleicht nicht ganz ernst genommen, als er vor vier Wochen nach der 0:2-Niederlage gegen Schachtar Donezk in Lemberg in der Mixed-Zone stand, um die dürftige Leistung der Young Boys zu erklären. Und trotz des sichtbar gewordenen Klassenunterschieds Optimismus fürs Rückspiel verbreitete. «Zu Hause sind wir eine Macht», sagte Rochat. Und tatsächlich: YB schaffte eine Woche später die Sensation, das ukrainische Spitzenteam im Penaltyschiessen zu besiegen.

Den Glanz schon erlebt

Das hat Appetit auf mehr gemacht. Jetzt wollen Rochat und Co. auch noch den letzten Schritt in die Champions League machen und in den Playoffs Borussia Mönchengladbach eliminieren. Wenn Rochat über die Königsklasse spricht, dann tut er dies mit grosser Begeisterung. «Das ist das Beste, was man im Fussball erleben kann», sagt der Verteidiger. «Die Champions League ist ein Traum für jeden von uns.» Er selber hat ihren Glanz 2009 erlebt, als er mit dem FC Zürich gegen Real Madrid, Marseille und Milan auflief und beim Auswärtssieg in Mailand triumphierte.

Akteure im Kader der Berner, die schon in der Champions League gespielt haben. Miralem Sulejmani ist dreizehn Mal für Ajax Amsterdam und drei Mal für Benfica Lissabon angetreten, Milan Gajic zusammen mit Rochat sechs Mal für den FCZ, Guillaume Hoarau zwei Mal für Paris Saint-Germain sowie Loris Benito in einer Partie für Benfica.

Ausfälle müssen kompensiert werden

Letzterer allerdings fällt wie Aufbauer Sékou Sanogo und Stürmer Alexander Gerndt gegen die Borussia aus. Zudem steht hinter dem Einsatz von Captain und Innenverteidiger Steve von Bergen wegen Muskelproblemen ein überaus dickes Fragezeichen. Gestern Nachmittag jedenfalls war er beim Abschlusstraining nicht dabei, sodass davon auszugehen ist, dass YB in diesem so wichtigen Spiel gleich auf eine ganze Achse verzichten muss. «Wenn wir Ausfälle hatten, sind bisher immer andere da gewesen, welche diese kompensiert haben», sagt Rochat trotzig.

Auch Trainer Adi Hütter will die personelle Situation nicht dramatisieren. «Beim Saisonstart hatten wir ein ausgeglichenes Kader und jede Position war doppelt oder gar dreifach besetzt», sagt der Österreicher. «Jetzt haben wir zwar etwas Verletzungspech, aber Panik-Transfers machen keinen Sinn.» Hütter freut sich auf die Spiele gegen Mönchengladbach. «Wir sind in der glücklichen Lage, um einen Platz in der Champions League zu spielen, das haben uns vor den Partien gegen Schachtar nur die wenigsten zugetraut», sagt der 46-Jährige. Er hofft, dass es ein Vorteil ist, bereits sieben Pflichtspiele in den Beinen zu haben, die Borussia hingegen noch kein einziges. Und er hofft auch, dass der Kunstrasen ein Handicap für Mönchengladbach ist, weil die Deutschen eigentlich nie auf einer solchen Unterlage spielen.

Vor fünf Wochen standen sich die beiden Teams beim Uhrencup in Grenchen schon einmal gegenüber. Nach einem 3:3 gewann Mönchengladbach das Penaltyschiessen. «Ich nehme schon ein paar Erkenntnisse aus jener Partie mit», sagt Hütter. Zumal jene Borussia-Equipe mit immerhin sieben Spielern bestückt war, die auch heute in der Startelf erwartet werden. «Wichtig ist, die richtige Balance zwischen Offensive und Defensive zu finden», sagt Hütter.


http://www.aargauerzeitung.ch/sport/yb- ... -130492058

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Beitrag Verfasst: Dienstag 16. August 2016, 09:54 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
16.08.2016

Bild

Zitat:
Besonnene und smarte Köpfe an der Borussia-Spitze

Mönchengladbach ist auf der Überholspur, ohne dabei das Gefühl für Raum und Zeit zu verlieren. Im Champions-League-Playoff gegen YB will der Bundesligist seine gute Linienwahl abermals bestätigen.

In seine Infrastruktur investiert Borussia Mönchengladbach permanent. Der grosszügig angelegte Campus für die Talente steht schon länger. Im und ausserhalb des 2004 eröffneten Stadions nehmen die Verantwortlichen fortlaufend bauliche Optimierungen vor. Der neue Biergarten für die konsumfreudigen Anhänger ist fertiggestellt, das vereinseigene Vier-Sterne-Hotel vis-à-vis soll bis 2018 bezugsbereit sein.

Ein Drittel der 28 Millionen teuren, sechsstöckigen Anlage mit einem integrierten medizinischen Zentrum, Appartements für Nachwuchsspieler und einem Museum-Trakt berappt die Borussia selber. Die Weiterentwicklung in allen Bereichen gehört zur Vorwärtsstrategie, ihr Erfolg soll nicht primär von den Ergebnissen auf dem Rasen abhängig sein; Gladbach baut sich ein Fundament für die Zukunft.

Geschäftsführer Stephan Schippers lenkt die Organisation seit über 17 Jahren. Während seiner Amtszeit hat sich der Umsatz verzehnfacht - bei 160 Millionen Euro ist Mönchengladbach inzwischen angelangt. Ein Ende des finanziellen Aufschwungs ist nicht in Sicht. Schippers ortet in der Vermarktung und werbestrategischen Positionierung ausserhalb der deutschen Grenzen nach wie vor viel Marge.

Schuldenfrei und stolz

Max Eberl, seit 2008 Sportdirektor und einst fast zeitgleich mit Schippers in den Klub eingetreten, ist stolz auf die markanten Fortschritte: "Das hat uns keiner geschenkt, das haben wir uns in den letzten Jahren hart erarbeitet." Sie hätten vom blühenden TV-Markt profitiert, von den satten Erträgen der letztjährigen Champions-League-Premiere, von Transfergeldern: "Sport und Finanzen hängen eng zusammen."

Das erhebliche Budgetwachstum stuft Macher Eberl als gesund ein: "Es ist mit den sportlichen Erfolgen gewachsen." Fünf Jahre nach den letzten Turbulenzen ist die Situation inzwischen so stabil, dass Eberl die Rekordtransfersumme für Granit Xhaka (zu Arsenal) nahezu 1:1 wieder in die Mannschaft investieren kann.

"Ich muss nicht 50 Prozent abgeben, um irgendwelche Schulden der Vergangenheit abzutragen. Das ist ein grossartiges Gefühl für mich als Sportdirektor", sagt Eberl beim Treffen mit der Nachrichtenagentur sda. Und doch ist auch dem "Erfolgsmanager" ("kicker") die nicht unendliche Reichweite bewusst: "Gladbach ist ein grosser Verein, aber monetär und tabellarisch im Vergleich zur deutschen Spitze kein Riese."

Im Sinn haben die smarten Köpfe am Niederrhein nach einem geradezu märchenhaften Aufstieg - im Mai 2011 drohte die Relegation - eine Konsolidierung auf hohem Niveau. "Es ist uns gelungen, die Extreme einzuschränken, eine gewisse Ausgewogenheit hinzubekommen", stellt Eberl fest. "Heute sehe ich eine Borussia, die auf ihrem Toplevel immer um die Plätze in Europa mitspielen kann, wenn die mit den grossen Budgets ausgestatteten Vereine schwächeln."


http://www.aargauerzeitung.ch/sport/fus ... -130493226

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Beitrag Verfasst: Dienstag 16. August 2016, 09:56 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
16.08.2016

Bild

Zitat:
YB mit Träumen und Personalsorgen

Heute um 20.45 Uhr empfangen die Young Boys Borussia Mönchengladbach zum Hinspiel der Champions-League-Playoffs. Die Berner hoffen auf einen weiteren tollen Fussballabend – vor vollen Rängen.

Die Antwort kommt ohne Umschweife. «7:0!», entgegnet Alain Rochat einem Journalisten auf die Frage, was für ihn ein gutes Resultat gegen Gladbach wäre. Dann lächelt der YB-Verteidiger verschmitzt und schweigt. Dafür ergreift nun Adi Hütter das Wort. «Das ist die Sicht eines Spielers», meint er und fügt an: «Das Wichtigste wird sein, dass wir zu Hause kein Tor kassieren. Denn Gladbach wird versuchen, in Bern ein gutes Resultat für das Rückspiel zu erreichen.»

Das heutige Playoff-Hinspiel in der Champions League zwischen YB und dem Bundesligisten ist aus Berner Optik zweifellos das Highlight in der noch jungen Saison. Noch sind 2000 Tickets zu haben, doch rechnen die Verantwortlichen der Young Boys mit einem vollen Stade de Suisse. «Die Champions League ist für einen Spieler immer ein Traum», sagt Rochat. «Wir haben uns gegen Schachtar die Chance gegeben weiterzuträumen. Und wir hoffen, in unsere im Stadion gegen ein Team aus der Bundesliga einen tollen Abend zu erleben.» Gewiss, Gladbach ist nicht Bayern München – dennoch gehören die «Fohlen» seit der Ära Lucien Favre – die im letzten Herbst abrupt nach vier Jahren endete – zu den besten Teams Deutschlands.

«Gladbach legt viel Wert auf Ballbesitz»

YB-Assistenzcoach Harald Gäm­p­erle hat Gladbach beim letzten Testspiel gegen Lazio Rom (0:0) beobachtet, daneben betrieben die Berner ein intensives Videostudium. «Sie legen viel Wert auf Ballbesitz und einen kontinuierlichen Spielaufbau», hält Hütter fest. Ein besonderes Auge dürften die Young Boys heute auf Christoph Kramer werfen. Nach einer Saison ist der Mittelfeldspieler von Leverkusen zu Gladbach zurückgekehrt; er ist die Schaltzentrale in der Equipe André Schuberts. Daneben verfügen die Deutschen mit Thorgan Hazard und Raffael über kreative Offensivspieler. Deshalb ist für Hütter klar, dass die Balance zwischen Verteidigung und Angriff stimmen muss.

Derweil Denis Zakaria ins Team zurückkehrt (Hütter: «Er ist eine Option»), dürfte heute – wie schon letzten Mittwoch in Basel – Steve von Bergen ausfallen. Der Captain bekundet muskuläre Probleme. Eine Möglichkeit wäre, dass Hütter aufgrund des gewichtigen Ausfalls heute wie bereits in Basel mit einer Dreierkette spielen lässt. Obwohl es das Resultat nicht erahnen lässt, überzeugte YB beim 0:3 im St.-Jakob-Park lange Zeit mit diesem System.

«Ist mir völlig schnurz»

Gladbach ist am Montagnachmittag in Bern angekommen, am Abend nahm die Schubert-Elf einen ersten Augenschein vom Berner Kunstrasen. Bis zum Anpfiff werden die «Fohlen» dreimal auf künstlichem Untergrund trainiert haben. «Das sollte jedem Spieler ermöglichen, sich ausreichend damit vertraut zu machen», sagt der Borussia-Coach. Gladbach ist noch nicht in die Saison gestartet, weshalb Schubert von einer grossen Herausforderung spricht, «direkt von null auf hundert gefordert zu sein».

Dennoch wird die Favoritenrolle seinem Team zuteil. Doch davon will der Coach nichts wissen. «Ist mir völlig schnurz», raunt er auf die entsprechende Aussage einer Journalistin. «Einen regelmässigen Cham­pions-League-Teilnehmer wie ­Donezk rauszuwerfen, ist schon ein Wort. Und die waren auch Favorit.»

Mögliche Aufstellungen: YB: Mvogo; Sutter, Vilotic, Rochat, Lecjaks; Ravet, Bertone, Gajic (Zakaria), Sulejmani; Kubo, Hoarau. ­Ohne Gerndt, Sanogo, Benito, Joss, Seferi (alle verletzt). Von Bergen stark fraglich, Schick fraglich. – Gladbach: Sommer; Jantschke, Christensen, Strobl (Vestergaard); Traoré, Kramer, Dahoud, Wendt; Stindl; Hahn, Raffael.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/29764824

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Beitrag Verfasst: Dienstag 16. August 2016, 09:58 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
16.08.2016

Bild

Zitat:
Platznot in Berner Innenstadt wegen Gladbach-Fans

Am Dienstag werden anlässlich des Spiels YB gegen Gladbach bis zu 10'000 deutsche Fans in Bern erwartet. Weil alle grösseren Plätze in der Stadt belegt sind, dürften die Gassen aus allen Nähten platzen. Bei den Beizen rüstet man derweil auf.

Für die Gelbschwarzen ist es das bisher wichtigste Spiel in diesem Jahr: Am Dienstagabend treffen die Berner Young Boys im CL-Playoff-Hinspiel zuhause auf Borussia Mönchengladbach.

Entsprechend spektakulär dürfte die Affiche werden: Bis am Montagnachmittag waren für das Knüllerspiel noch rund 2000 von 32'000 Tickets zu haben. Mehr als 5000 Gladbach-Fans werden im Stade de Suisse mit von der Partie sein. Insgesamt erwarten die Stadtbehörden zwischen 8000 und 10'000 deutsche Fans, die in die Bundesstadt reisen und dort schon vor dem Spiel für Stimmung sorgen werden (wir berichten live ab Mittag aus der Innenstadt).

Alle grossen Plätze besetzt

Das dürfte in der Berner Innenstadt zu Platzproblemen führen. Der Grund: Sowohl der Bundesplatz, der Bärenplatz wie auch der obere Teil des Waisenhausplatzes sind wegen des Dienstag-Märits tagsüber besetzt. Durch den Theater-Kubus auf dem Waisenhausplatz fällt zudem zusätzlich Platz weg.

«In der Innenstadt herrscht am Dienstag platzbedingt tatsächlich ein kleines Chaos», sagt Norbert Esseiva, Leiter der Orts- und Gewerbepolizei der Stadt Bern. Nebst den grossen Plätzen wie der Bundesplatz und Waisenhausplatz sei wegen des Neustadt-Labs auch noch die Schützenmatte belegt. «Uns sind wirklich die Hände gebunden», so Esseiva.

Aarbergergasse wird zur Fanzone

Als Versammlungsort haben die Behörden den Gladbach-Fans nun die Aarbergergasse empfohlen. Bei so vielen Fans wird die Berner Ausgehmeile allerdings aus allen Nähten platzen. «Vermutlich wird das Bollwerk proppenvoll sein», so Esseiva. Er gehe zudem davon aus, dass die Fans auch den Kornhausplatz in Beschlag nehmen werden.

Wie viele tatsächlich aus Deutschland anreisen werden, ist unklar. Sicher ist jedoch, dass die Fohlen-Fans planen, gemeinsam zum Stadion zu marschieren, wie der Vereinswebseite www.borussia.de zu entnehmen ist.

In der Stadt Bern sind solche Fanmärsche eigentlich nicht erwünscht. Das habe man den Fanverantwortlichen von Borussia Mönchengladbach auch so kommuniziert, sagt Norbert Esseiva. «Letztlich können wir aber aufgrund der Verhältnismässigkeit nicht tausende Fans von einem Marsch zum Stadion abhalten.» Falls es tatsächlich zum Fanmarsch kommen sollte, wurde den Verantwortlichen die Route über den Nordring mitgeteilt.

Berner Beizen sind gewappnet

Bei den Beizen in der Aarbergergasse rüstet man derweil für den Grossaufmarsch der deutschen Fans auf. «Wir werden doppelt so viel Personal im Einsatz haben wie sonst», sagt etwa Daniel Schär, Geschäftsführer der «Bärner Mitti», die das Spiel auch auf Leinwand überträgt. Je nach Fan-Aufkommen werde man zudem noch etwas Mobiliar umplatzieren, um sich so vor Sachbeschädigungen zu schützen.

Ebenfalls gewappnet ist man bei der Divino-Bar: «Wenn wirklich so viele Fans kommen, wie angenommen wird, stellen wir noch Festbänke auf», so Geschäftsführer Fritz Affolter. Auch am nötigen Bier soll es nicht fehlen. «Da haben wir vorgesorgt.»


http://www.bernerzeitung.ch/region/bern ... y/28780997

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Beitrag Verfasst: Dienstag 16. August 2016, 10:04 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
16.08.2016

Bild

Zitat:
Grösstes Spiel der YB-Geschichte

BZ-Sportredaktor Fabian Ruch über das vielleicht grösste Spiel der Geschichte der Berner Young Boys.

Man soll ja vorsichtig sein mit Superlativen. Und doch: Vielleicht findet heute im Stade de Suisse gegen Gladbach das bisher grösste Spiel in der Vereinsgeschichte der Young Boys statt. Pensionäre werden sofort einwenden, YB habe vor ungefähr 130 Jahren mal einen Meistercup-Halbfinal gegen Stade Reims bestritten.

Aber wer kennt Stade Reims heute noch? Wie stark war die Konkurrenz damals? Der Fussball hat sich in den letzten 130 Jahren unfassbar entwickeltff er ist fast zu gross für diese Welt gewordenff es ist ein Milliardenbusiness vor Milliardenpublikum. Und der gigantischste jährlich stattfindende Wettbewerb ist die Champions League. Er wird auch in den entlegensten Tälern des Planeten verfolgtff und wenn sich YB in den nächsten acht Tagen tatsächlich für die Königsklasse qualifizieren sollteff wäre das der bemerkenswerteste Erfolg in der Klubhistorie (die immerhin schon fast 130 Jahre dauert).

Die Young Boys treffen in den Playoffs auf Borussia Mönchengladbach – und damit auf einen Mythos des Weltfussballs. Nicht nur Pensionäre schwärmen heute noch von den Siebzigerjahrenff als Gladbach zwischen 1970 und 1977 fünfmal in der Bundesliga triumphierte und unter dem smartenff langhaarigen Regisseur Günter Netzer mit attraktiver Spielweise die Massen verzückte. Netzers Ahnen sind nicht ganz so talentiert und stilvollendet.

Wobei: Mit dem 20-jährigen Mo Dahoud hat Gladbach einen hochbegabten Spielgestalter im Aufgebotff in der Defensive gilt der gleich alte Andreas Christensenff Leihgabe von Chelseaff als einer der talentiertesten Innenverteidiger weltweit. Insgesamt aber ist die letzte YB-Hürde vor den Honigtöpfen des Klubfussballs keineswegs unbezwingbarff es wartet keine Mannschaft der Kategorie Manchester City.

Aber eine aus der Bundesligaff der in der Deutschschweiz immer noch mit Abstand beliebtesten Auslandsliga. Auch deshalb darf man die Treffen von YB mit Gladbach ohne Hemmungen als grösste Spiele der Vereinsgeschichte bezeichnen.

Natürlich: Vor sechs Jahren bestritten die Young Boys schon einmal Champions-League-Playoffs. Aber damals waren sie gegen Tottenham der deutlich krassere Aussenseiter. Diesmal sind sie – trotz erheblichen Verletzungspechs – nicht chancenlos. Und ein Coup gegen Gladbach wäre nach schwierigen Jahren des Darbens sportlich wie wirtschaftlich ein fantastischer Befreiungsschlag für den Verein.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/22004910

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
 
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 87 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9  Nächste

Foren-Übersicht » www.ybfans.ch » BSC Young Boys Stammtisch


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot] und 29 Gäste

 
 

 
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de