10.02.2014

Zitat:
«Das war eine Attacke mit Ansage»
Die Konkurrenz schwächelt und der FC Basel macht seine Hausaufgaben. Für den Leader war es das perfekte Wochenende. Für YB hingegen ein rabenschwarzes mit gravierenden Folgen.
Basels Trainer Murat Yakin gewährt seinen Spielern heute einen trainingsfreien Tag und blickt auf ein perfektes Wochenende zurück. Sein Team band Verfolger YB im direkten Duell zurück und baute den Vorsprung auf die Berner mit dem zweiten Rückrundensieg auf fünf Punkte aus. Auch die weiteren Verfolger GC (1:2 gegen Aarau), Luzern (1:2 in Thun) und St. Gallen (0:2 gegen den FCZ) blieben auf der Strecke und gingen als Verlierer vom Platz. Yakin hatte nach der Partie am Samstag erklärt, er habe einfach eine geile Truppe.
Auch heute zollt er seinem Team immer noch den grössten Respekt. «Ich hatte Spieler mit einem grossen Siegeswillen auf dem Platz», sagt der Basler. Seine Spieler hätten in einem kampfbetonten Spiel einen 0:2-Rückstand noch wettgemacht. «Das ist einfach fantastisch. Wir mussten viel mobilisieren, denn YB hat uns wirklich alles abverlangt.» In der zweiten Halbzeit habe der FCB auf die Muttenzer Kurve spielen können. «Die Fans haben uns nach vorne gepeitscht. Sie haben uns zum Sieg getragen.»
«Das war auch Mut zum Risiko»
Yakin hatte wieder einmal ein gutes Näschen mit seinen Auswechslungen. Er brachte nach der Pause beim Stand von 1:2 Stocker für Serey Die und Diaz für Elneny, der dann mit einem herrlichen Distanzschuss den Ausgleich erzielte. «Der Anschlusstreffer Strellers und der Ausgleich kamen auf Weitschüsse zustande. Die beiden haben dabei auch Mut zum Risiko bewiesen. Und das hat sich ausgezahlt», so Yakin.
Dass sich YB, das Gerndt nach einer harten Attacke von Xhaka durch eine Verletzung verlor, im Nachhinein über die harte Gangart der Basler beschwerte, will Yakin indes nicht gross kommentieren. Er wiederholt nur noch einmal: «Es war ein kampfbetontes Spiel, in dem sich beide nichts schenkten.» Schon im Vorfeld des Spitzenkampfes hatte sich Yakin gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet keine Sorgen um seine Mannschaft gemacht. «Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung der Mannschaft. Wir sind viel flexibler geworden. Wenn ich mal das System kurzfristig umstelle, kommen meine Spieler damit mittlerweile schon viel besser klar», sagte er selbstbewusst.
«Der Elfmeter war ein Witz»
YB-Sportchef Fredy Bickel geht mit Ref Nikolaj Hänni hart ins Gericht. «Xhaka hätte für sein rüdes Foul an Gerndt zwingend des Feldes verwiesen gehört. Für Gerndt ist die Saison zu Ende, für Xhaka ging das Spiel munter weiter, obwohl es eine Attacke mit Ansage war.» Xhaka sei bereits zuvor im Spiel negativ aufgefallen. Zudem seien beim ersten Tor von Streller zwei Basler klar im Abseits gestanden und hätten Goalie Yvon Mvogo irritiert. «Und der gepfiffene Elfmeter bei einem Zweikampf zwischen Vilotic und Streller war ein Witz», sagt Bickel. Er will die Niederlage aber trotzdem nicht nur am Unparteiischen festmachen. «Wir haben in der zweiten Halbzeit zu wenig für das Spiel gemacht.»
Gerndt fällt für den Rest der Saison aus
Bickel streicht auch die mentale Stärke des FC Basel heraus. «Basel ist im mentalen Bereich die beste Mannschaft der Liga. Sie kommt auf den Platz mit der festen Überzeugung, dass sie jeden Gegner schlagen kann.» Das hänge auch mit den vergangenen Erfolgen zusammen. YB könne das noch nicht vorweisen.
Eine MRI-Untersuchung hat soeben ergeben, dass sich Alexander Gerndt noch schlimmer verletzt hat als befürchtet. Der Schwede zog sich bei diesem fatalen Foul des Baslers Taulant Xhaka einen Innenbandriss und einen Riss des Syndesmosebandes so wie Knochenabsplitterungen im rechten Fuss zu. Die Berner müssen im Titelkampf nun definitiv für den Rest der Saison auf den Torjäger verzichten.
http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/28007872