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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Dienstag 23. August 2011, 09:30 
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«Zum Jubeln gehen wir jeweils in den Tunnel»

Ex-YB-Spieler Jean-Claude Bruttin (66) ist heute Stewart im Stade de Suisse. Diese Tätigkeit bescherte ihm schon manche spezielle Begegnung

Der Weg von Profifussballern ist vorgezeichnet. Nach dem Karrierenende gibt es einige Varianten, die auf der Hand liegen. Sie werden Trainer, Sportchef oder TV-Experte – die meisten bleiben irgendwie ihrer Sportart verbunden. Auch Jean-Claude Bruttin (66). Die Verbindung des ehemaligen NLA-Fussballers (Cupsieger mit YB 1977) zum Fussball ist jedoch spezieller. Seit der Eröffnung des Stade de Suisse ist der ehemalige YB-, Sion- und Bulle-Spieler einer der unzähligen Stewarts, die mit ihren gelben Vesten auffallen und so für den reibungslosen Ablauf im Stadion sorgen. Wie auch heute Sonntag im Berner Derby gegen den FC Thun.

Ich muss zugeben, die Stewarts, die 90 Minuten mit dem Rücken zum Spielfeld sitzen, die tun mir ein wenig leid. Wie schaffen Sie das?

Mir auch! Ich sagte vor fünf Jahren, als ich für den Job angefragt wurde: Ich komme, aber ich will aufs Spielfeld schauen können!

Nun stehen Sie beim Rasen und schauen zu?

Ich kann mich noch gut erinnern. Beim ersten Spiel nahm mich der Sicherheitschef mit, lief mit mir zum Tunnel, wo die Spieler rauskommen, und sagte: «Das ist dein Platz.» Ich dachte mir: «Jetzt ist gut. Ich habe den besten Platz im ganzen Stade de Suisse.»

Und was machen Sie da genau?

Ich muss mit meinen Kollegen die Tube nach vorne ziehen und wieder zurückstossen. Vor dem Spiel, in der Pause – und wenn dazwischen ein Spieler mit Rot vom Platz muss. Deshalb muss ich auch ständig das Spielgeschehen im Auge haben. Daran habe ich Freude wie verrückt.

War das nicht etwas komisch am Anfang, so nah am Feld, aber trotzdem «nur» Zuschauer zu sein?

Es war vor allem lustig, weil es anfangs viele überraschte Gesichter gab, als mich die Leute da sahen. Latour etwa war unser Torhüter bei YB, auch sonst traf ich auf viele Leute, aus meiner Aktivzeit: Conz, Odermatt, Kuhn, Hitzfeld. Und Constantin ist immer sehr freundlich. Er kommt vor den Sion-Spielen immer zu mir, fragt, wie gut die Mannschaft zwäg sei. Ich sage jeweils, dass ich es nicht wisse – ich sei ja nicht in der Kabine gewesen! (Lacht)

Dann schlägt Ihr Herz auch immer noch für den FC Sion?

Das wurde ich vor einem Cupspiel zwischen YB und Sion auch gefragt. Ich kann das nicht sagen. Ich bin halb-halb. Fertig. Schluss.

Trainer zu werden wie einige Ihrer ehemaligen Teamkollegen hat Sie nie gereizt?

Nein, nie! Obwohl ich in Magglingen die Möglichkeit gehabt hätte, das Diplom zu machen. Aber ich befehle und kommandiere nicht gerne. Darum stehe ich auch immer noch alle 14 Tage bei der Tube, obwohl sie mich gerne zum Sektorchef gemacht hätten.

Sie sind seit der Eröffnung des Stade de Suisse dabei. Wie viele Spiele haben Sie seither verpasst?

Kein einziges! Ferien machen wir immer in der Sommerpause.

Welches war Ihr Höhepunkt?

Ganz klar die Euro 08. Damals schaffte ich es, in Bern den gleichen Job zu erhalten wie bei den YB-Spielen. Und in Basel war ich auch dabei. So war ich jeden zweiten Tag im Stadion.

Ihre Aufgabe ist eine ziemlich ernste: Die Tube schützt die Spieler und Schiedsrichter vor Wurfgegenständen. Gab es auch schon brenzlige Situationen?

Mir ist noch nie etwas passiert. Aber bei der Euro, da war es bei einem Spiel der Franzosen nicht möglich, den Tunnel ganz nach vorne zu ziehen. Die Franzosen verloren – und plötzlich waren einige Zuschauer mitten unter den Spielern. Das war unangenehm.

Wie ist Ihr Verhältnis zu den YB-Spielern?

Sie klatschen uns jeweils ab, wenn sie aufs Feld laufen, das mag ich. Aber ob sie mich kennen? Ich glaube kaum, sie sind wohl zu jung. Aber ich mag auch nicht hinstehen und mich vorstellen.

Und mit den Trainern?

Christian Gross überraschte mich, als er beim ersten Spiel zu mir kam und sagte: «Sali, Jean-Claude!» Er steht immer in unserer Nähe, während sich die Spieler aufwärmen. Martin Andermatt war ebenfalls «très sympa», Petkovic etwas weniger.

Ob dieser engen Bindung werden Sie die Spiele kaum ganz neutral verfolgen …

Bei den ersten Einsätzen jubelten wir nach jedem Tor. Unsere Vorgesetzten ermahnten uns dann, wir müssten ruhig und neutral bleiben. Jetzt gehen wir halt zum Jubeln jeweils in den Tunnel.

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 24. August 2011, 08:53 
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YB und Thun wollen für Schlagzeilen sorgen

YB (gegen Braga) und Thun (bei Stoke) spielen am Donnerstag um den Einzug in die Europa League. Die Erinnerungen der Klubs an Qualifikationsspiele sind verschieden.

Heute vor genau sechs Jahren titelte das «Thuner Tagblatt»: «Der FC Thun greift nach den Sternen.» Und: «Das Wunder ist vollbracht. Europa, da sind wir!»

Übermorgen vor einem Jahr schlagzeilte die «Berner Zeitung»: «An Grenzen gestossen. Kalte Dusche für YB in London.» Und: «Abgesoffen im Flankenregen.»

Zwei Partien stehen wie keine anderen für die Europacup-Erlebnisse des FC Thun und YB in den letzten Jahren. Am 23. August 2005 setzte sich Thun im Stade de Suisse im Rückspiel der Champions-League-Playoffs gegen Malmö mit begeisternder Spielweise 3:0 durch und erreichte nach dem 1:0-Hinspielsieg in Schweden sensationell die Königsklasse. Und am 25.August 2010 verloren die Young Boys, ebenfalls im Playoff-Rückspiel zu den kontinentalen Vereinsfestspielen, in London gegen Tottenham 0:4. Die Berner hatten grosse Mühe mit den vielen Flanken sowie der Kopfballstärke Peter Crouchs. Sie durften immerhin (ziemlich erfolgreich) in der Europa League weiterspielen.

Thuns Beinahe-Blamage

Morgen stehen für die Berner Vereine erneut Qualifikationsspiele zu einer Gruppenphase an. Diesmal geht es um die Europa League. Der FC Thun muss bei Stoke City, nach der 0:1-Hinspielniederlage zu Hause, ein kleines Fussballwunder bewerkstelligen. Die Young Boys wiederum stehen nach dem 0:0 am letzten Donnerstag in Braga vor einer guten und gleichzeitig heiklen Ausgangslage. «In Bern werden Tore fallen», sagte YB-Trainer Christian Gross in Braga schmunzelnd. Und: «Wir werden auf Kunstrasen sicher Chancen haben, den starken Gegner auszuschalten.»

YB jedenfalls steht mehr unter Druck als der Kantonsrivale. Die Vereinsplanungen sehen (sportlich und wirtschaftlich) eine Teilnahme an der Europa League vor – auch wenn man als ungesetztes Team nun mit Braga einen schweren Gegner erwischt hat. Die Thuner dürfen derweil frei von (hohen) Erwartungen aufspielen. Sie haben ihr europäisches Ziel längst erreicht, nachdem sie noch vor wenigen Wochen gegen den albanischen Vertreter Vllaznia Shkoder kurz vor dem blamablen Ausscheiden gestanden hatten. Nach dem 0:0 auswärts qualifizierte sich der aktuelle Leader der Super League erst dank zweier sehr später Treffer vom 0:1 zum 2:1 in der Arena Thun fürs Treffen gegen Palermo. Und dort setzten die Thuner mit bemerkenswerten Leistungen (2:2 auf Sizilien, 1:1 in Thun) kräftige Ausrufezeichen. Dem FC Thun scheint die Bühne Europacup zu behagen.

Der YB-Sieg bei Fenerbahçe

YB dagegen musste in europäischen Bewerben in den letzten Jahren manche Enttäuschung verdauen. Seit 2003 nimmt der Klub immer an Qualifikationsspielen teil, scheiterte aber jahrelang stets relativ früh und ruhmlos. Erst vor einem Jahr gelang es YB, mit dem Weiterkommen gegen Fenerbahçe Istanbul (dank des 1:0-Siegs am Bosporus) für Aufsehen zu sorgen. Danach folgte im Hinspiel gegen Tottenham eine halbstündige Gala. Nach 28 Minuten führten die Berner gegen den britischen Spitzenverein 3:0. Und es wäre sogar ein viertes und fünftes Tor möglich gewesen, ehe Tottenham glückhaft der Anschlusstreffer gelang. Und in der Schlussphase erzielte Roman Pawljutschenko mit einem fantastischen Schuss aus spitzem Winkel unter die Latte das 2:3 für Tottenham – während Christian Schneuwly auf der anderen Seite zweimal aus bester Position das 4:1 verpasst hatte.

Christian Schneuwly spielt jetzt leihweise beim FC Thun, er ist in prächtiger Verfassung und könnte es morgen gegen einen anderen englischen Verein besser machen. Vielleicht sorgt er ja Ende Woche für fette Schlagzeilen.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/27061315

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Samstag 27. August 2011, 11:25 
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Andreas Meyer: «Mehr Fussballspass, weniger Chaotentum in den Zügen»

Die SBB und der Berner Fussballklub BSC Young Boys gehen für die verbleibenden fünf Auswärtsspiele eine Partnerschaft für Fanzüge ein. Bernerzeitung.ch/Newsnetz sprach am Freitagmittag an der Medienkonferenz mit SBB-CEO Andreas Meyer.

Herr Meyer, die SBB startet ab Herbst gemeinsam mit den BSC Young Boys ein Pilotprojekt. Dabei geht es darum, dass der Berner Fussballklub für die Sicherheit und auch für die Sauberkeit in den Fanzügen aufkommt. Wie ist die Situation heute?
Andreas Meyer: Ich erhalte häufig Mails und Rückmeldungen von Kunden und auch von unseren Mitarbeitern, dass sie sich in Fanzügen nicht sicher fühlen. Momentan fühlt sich niemand mitverantwortlich, wenn etwas geschieht.

Was wird nun neu sein?
Die Partnerschaft mit YB ist ein konkreter und extrem wichtiger Schritt mit einem ersten Verein, um ein dringendes Problem nachhaltig zu lösen. Wir wollen mit diesem Modell gemeinsam mit dem Fussballklub negative Begleiterscheinungen auf ein Minimum reduzieren. Durch die Mitwirkung der Fanarbeiter und -organisationen kann die Sicherheit in den Zügen erreicht werden. Ich bin froh, dass die intensiven und konstruktiven Gespräche mit YB und den Fanorganisationen zu einer derart guten Lösung geführt haben.

Gibt es zum jetzigen Zeitpunkt bereits Diskussionen oder gar Verhandlungen mit anderen Klubs?
Wir sind optimistisch, dass dies eine wegweisende Partnerschaft wird. Andere Klubs und vor allem auch der Schweizer Fussballverband werden das Pilotprojekt gut verfolgen. Denn es geht dabei nicht zuletzt auch um den Ruf des Verbandes.

Die Fanbegleiter werden von der Transportpolizei der SBB geschult. Was für Kompetenzen werden diese Leute haben?
Diese Fanarbeiter arbeiten auf freiwilliger Basis. Sie werden vor allem eine präventive Wirkung haben. Diese Leute haben ausgezeichnete Kenntnisse von den Fans. Sie werden schauen, dass es in den Fanzügen gar nicht zu chaotischen Akten kommt. Das Ziel ist mehr Fussballspass und weniger Chaotentum in den Zügen.

Wird die Bahnpolizei trotzdem noch präsent sein in den Zügen?
Die Bahnpolizei wird lagegerecht auf Fanzügen und an den Bahnhöfen gleichwohl anwesend sein.

Wie sollen dann Kosten gespart werden, wenn die Bahnpolizei dennoch in den Fanzügen mitreisen muss?
Die Kosten für die Sicherheit sind jetzt nicht mehr alleine bei der SBB. Die Vereine beteiligen sich an diesen Auslagen. Aber die Präventionsarbeit der Fanarbeiter soll ja letztendlich dazu führen, dass die Sicherheitskosten gesenkt werden können. Wir versprechen uns durch das neue Modell eine spürbare Reduktion der Ausgaben für die Sicherheit.

Wie hoch werden die Einsparungen für die SBB sein?
Wir werden die fünf Auswärtsspiele Ende Jahr auswerten. Eine genaue Zahl können wir erst nach dem Pilotprojekt Anfang 2012 bekanntgeben.


http://www.bernerzeitung.ch/region/bern ... ier_id=841

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Samstag 27. August 2011, 11:26 
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YB will künftig selber in den Fanzügen für Ordnung sorgen

Die Young Boys und die SBB starten ab Herbst ein gemeinsames Pilotprojekt: Ab sofort will der Stadtberner Fussballclub für die Sicherheit wie auch für die Sauberkeit in den Fanzügen an die YB-Auswärtsspiele sorgen.

Das neue Modell kommt bei den fünf verbleibenden YB-Auswärtsspielen dieses Jahres zur Anwendung. Die Erfahrungen aus dieser Versuchsphase werden Anfang 2012 ausgewertet; danach wird über das weitere Vorgehen entschieden.

Es sei eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet worden, teilte der BSC Young Boys am Freitag mit. Die Umsetzung soll in enger Zusammenarbeit mit den Fandachorganisationen von YB und der Fanarbeit Bern erfolgen.

Der erste Pilot-Fanzug wird am 11. September ans Auswärtsspiel in Lausanne rollen. Bis zu diesem Zeitpunkt baut YB einen eigenen Begleitdienst auf, dessen Mitglieder von der Transportpolizei der SBB geschult werden. Der Begleitdienst von YB will zusammen mit der Fanarbeit und den Fandachverbänden das Wohlbefinden der Passagiere sicherstellen und Schäden am Rollmaterial verhindern. Zudem wird YB zusammen mit der Fanarbeit Bern für das Litteringkonzept zuständig sein und die Fahrausweiskontrolle übernehmen. Ebenfalls wird YB nach jedem Spiel zusammen mit einem SBB-Mitarbeiter eine Endkontrolle des eingesetzten Rollmaterials durchführen.

YB und die SBB wollten mit diesem Modell negative Begleiterscheinungen auf ein Minimum reduzieren, hiess es weiter. Mit dem Pilotprojekt werde auf der Zusammenarbeit zwischen den Fanorganisationen, der Fanarbeit Bern, YB und den SBB aufgebaut.

Für die Fussballfans bedeutet das neue Modell, dass sie künftig von Personen aus dem Umfeld «ihres» Vereins an die Auswärtsspiele begleitet werden. Die Tickets dafür können sie weiterhin zu sehr günstigen Konditionen über die SBB beziehen. Nach Abschluss der Pilotphase werden die SBB und YB die Erfahrungen wie auch die Nachfrage zusammen auswerten und über das weitere Vorgehen entscheiden. Die SBB verspricht sich durch das neue Modell eine spürbare Reduktion der Ausgaben für die Sicherheit.

Was heisst das für die Fans?

Für SBB-Chef Andreas Meyer ist die Partnerschaft mit YB ein «konkreter und extrem wichtiger Schritt mit einem ersten Verein, um ein drängendes Problem nachhaltig zu lösen». Er sei froh, dass die intensiven und konstruktiven Gespräche mit YB und den Fanorganisationen zu einer derart guten Lösung geführt hätten. «Wir wollen, dass wieder die Faszination Fussball im Mittelpunkt steht», sagt Meyer.

Ilja Kaenzig, CEO der Young Boys, erklärt: «YB unterstützt alle sinnvollen Massnahmen, die zu Verbesserungen führen. Das Pilotprojekt steht für die gute Zusammenarbeit zwischen den YB-Fans und den SBB.»

Fanarbeiterin Alexandra Herren erkennt eine spürbare Unterstützung für das bisher erfolgreiche Konzept der Selbstregulierung: «Dem öffentlichen Druck kann mit einer Lösung, die auf das bestehende, gut funktionierende Modell aufbaut, pro-aktiv entgegengewirkt werden.»

Für Samuel Durrer, Vorstandsmitglied des Fandachverbandes gäubschwarzsüchtig, ist dieses Pilotprojekt auch eine Anerkennung der bisher geleisteten Arbeit: «Wir haben bewiesen, dass wir unsere Verantwortung in den Extrazügen wahrnehmen. Diese Praxis der Zusammenarbeit und der Selbstverantwortung der Fans ist weitaus konstruktiver und umsetzbarer als die Idee eines Kombitickets.»


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... ier_id=841

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Samstag 27. August 2011, 11:28 
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Was Gross nach dem Ausscheiden fordert

Das ambitiöse YB hat den Europacup nach nur vier Auftritten bereits abhaken müssen. Cheftrainer Christian Gross blickt nach dem Ausscheiden gegen Braga nach vorne.

«Birmingham hätte ich gerne gehabt», sagt YB-Trainer Christian Gross mit einem verschmitzten Lächeln, als er hört, auf wen Braga in der Europa-League-Gruppenphase neben Maribor und Brügge treffen wird. Manager des englischen Premier-League-Klubs ist nämlich Chris Houghton, mit dem Gross bei Tottenham zusammengearbeitet hat. Auch wenn das Treffen zwischen Gross und seinem ehemaligen Assistenten wegen der Topfeinteilung gar nicht möglich gewesen wäre, zeigt die Reaktion des 57-jährigen Zürcher Fussballlehrers vor allem eines: Gross wirkt am Tag nach dem Ausscheiden gegen Braga gefasst. «Wir haben ein Teilziel verpasst. Das ist enttäuschend. Wir werden die Lehren daraus ziehen. Jetzt konzentrieren wir uns ganz auf die Meisterschaft. Wir wollen den Rückstand auf die Konkurrenz verkürzen.» Bereits in der Kabine habe er seine frustrierten Spieler dazu angehalten, nach vorne zu schauen, sagt Gross.

Gründe für das Ausscheiden

«In beiden Partien hat uns bezüglich Schiedsrichterentscheidungen das nötige Wettkampfglück gefehlt», meinte Gross. Er spielte auf das wegen Abseits aberkannte Kopftor von Alain Nef im Hinspiel in Braga (0:0) sowie die streng geahndeten Platzverweise gegen Nef und Nassim Ben Khalifa an. Im Rückspiel (2:2) vor zwei Tagen hätten zu viele Eigenfehler ein besseres Resultat verhindert. «Wegen der Verletztensituation konnten wir nicht wie gewünscht Druck aufbauen», sagte der YB-Teamchef. Und im Abschluss sei bisweilen zu egoistisch gespielt worden. Gross trauerte Emmanuel Mayukas eigennütziger Aktion nach dem 1:1-Ausgleich nach. Ein Pass zu den freistehenden David Degen oder Raphaël Nuzzolo wäre für den Sambier womöglich die bessere Option gewesen als der Alleingang. Und zur naiv verursachten Roten Karte des 19-jährigen Ben Khalifa meinte Christian Gross: «Das schreibe ich seinem jugendlichen Übermut zu. Er muss sich auch in einem emotionalen Augenblick beherrschen. Ich schenke Ben Khalifa aber weiterhin das Vertrauen.»

Gross hat natürlich bemerkt, dass YB seine Tore heuer vor allem nach Standardsituationen erzielt. Das war auch am Donnerstag so, als Mayuka per Kopf und Alexander Farnerud mit einem haltbaren Freistoss trafen. «Wir müssen kombinationssicherer und auf den letzten 25 Metern gedanklich präsenter werden», sagt Gross.


Kein Heimkomplex

Einen Sieg nur hat YB in den letzten fünf Heimspielen zustande gebracht (3:1 gegen Westerlo aus Belgien). Gross will nicht von einem Heimkomplex sprechen. Gewiss wolle man es vor dem eigenen, grossartigen Publikum besonders gut machen, meint er. Speziell unter Druck stehe das Team im eigenen Stadion aber nicht. «Wir erarbeiten uns jeweils zahlreiche Torchancen und haben bei stehenden Bällen eine hohe Qualität. Zudem lassen wir nur wenig gegnerische Möglichkeiten zu. Das sind positive Tatsachen. Im Abschluss müssen wir aber effizienter werden.» Im Heimspiel am Sonntag (16 Uhr) gegen den FC Zürich will es YB besser machen. «Wir wollen gegen den FCZ gewinnen, weil wir resultatmässig hinter den budgetierten Punkten zurückliegen», sagt Gross. Das erfordere jedoch eine deutliche Steigerung in der Offensive.

Gegen Freiburg und Köniz

Nach der Partie gegen den FCZ werden zehn YB-Spieler einem Aufgebot ihrer Nationalteams Folge leisten – die Super League ruht bis zum 10./11.September. YB wird die Pause mit zwei Testspielen überbrücken: Am Samstag, 3.September, fordern die Berner in Freiburg im Breisgau den Bundesligisten (15 Uhr, Mösle-Stadion). Drei Tage später empfängt YB im Stade de Suisse um 18.30 Uhr den FC Köniz.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/axpo_ ... y/11168951

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Montag 29. August 2011, 13:56 
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Erste Misstöne im Stade de Suisse

YB muss sich auf nationale Aufgaben konzentrieren

Gewiss, die mit hohen Ansprüchen unter der neuen Führung des Trainers Christian Gross zur Saison gestarteten Young Boys haben gegen Braga ihr erstes Saisonziel verpasst. Sie spielen nicht in der Gruppenphase der Europa League, weshalb zwar nicht budgetierte, aber erwünschte Einnahmen von rund fünf Millionen Franken entfallen. Dennoch wird auch Gross überrascht gewesen sein, als er am Samstag die Lokalzeitungen aufschlug und etwa im «Bund» das Urteil des CEO Ilja Kaenzig las über das Aus gegen den portugiesischen Klub, der in der Uefa-Rangliste rund 70 Ränge vor YB klassiert ist.

Kaenzig wird so zitiert: «Ich frage mich jetzt noch, weshalb wir gegen diese Mannschaft rausgeflogen sind.» YB habe «lange Zeit hölzern» gewirkt, die Spieler, von denen jeder bestenfalls eine sechsstellige Prämie hätte verdienen können, haben «in dieser Saison mit Zitronen gehandelt». Kaenzig, in seiner Rhetorik eher ein Mann der Bundesliga als der Super League, ist offensichtlich sauer auf die Fussballer. Die erste Zwischenbilanz fällt nicht überzeugend aus: Mit dem frühen Aus in «Europa», mit 9 Punkten aus 6 Spielen in der Liga. Das ist «weniger als erwartet», sagt auch Gross.

Laut dem Trainer hätte YB «mit zwei optimalen Leistungen» Braga besiegen können. YB habe aber nur «zwei gute» geboten. In Braga sei defensiv gut gearbeitet, daheim seien, zumal in der Offensive, zu viele Fehler begangen worden. Diese leisteten sich vor den Gegentoren auch die erfahrenen Farnerud und Silberbauer. Zu den Eigenfehlern zählt Gross aber «eindeutig» auch den Platzverweis gegen Ben Khalifa. Die Rote Karte mag im Prinzip ungerechtfertigt und vor allem vom gegnerischen Torhüter provoziert worden sein, aber Ben Khalifa hätte nach dem 1:1 im Tornetz nichts zu suchen gehabt. Ganz abgesehen davon, dass es – nach jenem in Sitten – schon der zweite Platzverweis für den Jüngling mit Erziehungsbedarf war.

Wenn er von seinen Neuen spricht, sagt Gross, sie zeigten «zwar alle gute Ansätze, aber sie müssen sich noch steigern» – Ben Khalifa ohnehin, aber auch Silberbauer. Die Defizite seines Teams ortet Gross so: «In der Schnelligkeit, im Durchsetzungsvermögen, in der Entschlossenheit vor und im Strafraum.» Die erneut mageren Leistungen Ben Khalifas und Bienvenus waren ein wesentlicher Grund für das Scheitern gegen Braga. Als Degen eingewechselt wurde, auf der rechten Flanke Druck erzeugte und als Mayuka in den Angriff vorrückte, erhielt die YB-Offensive ein anderes Gesicht. Bisher war sie sehr von Degen abhängig gewesen, was sich zeigte, als der Offensivspieler ausfiel. Und sie hatte von guten Freistössen gelebt (Farnerud).

Gross spricht von einem «Gewöhnungsprozess», weil «mein Umgangston anders ist und ich die Erwartungen sicher direkter formuliere als andere». Aber steigern sich die Stürmer nicht rechtzeitig, mahnt er in der Winterpause gewiss Verstärkungen an – trotz den finanziellen Ausfällen, die sich YB am Donnerstag auflud. Zuerst aber gilt es, sich am Sonntag im Stade de Suisse gegen den FC Zürich nicht weiteren Rückstand in der nationalen Marschtabelle einzuhandeln. Der bisher letzte Neue, der finnische Innenverteidiger Juhani Ojala (22), einer vom «Typ Tihinen», sitzt erstmals auf der Bank.

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Montag 29. August 2011, 13:57 
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Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück

Die Young Boys stehen nach einer missratenen Woche mit dem Europacup-Out unter

BERN Aufmerksam hört er sich die Namen an, die ihm der Pressechef vorliest. Dazu tigert er hin und her und kommentiert in Fragmenten. Die Gruppe des FC Zürich in der Europa League: «Attraktiv!» Die Gegner des FC Sion: «Aha!» Und als er schliesslich hört, dass Sporting Braga unter anderem auf Birmingham City trifft, da entfährt es ihm: «Gegen die hätte ich auch gerne gespielt.»

Das ist verständlich. Nicht nur ist Christian Gross ein grosser Verehrer des englischen Fussballs, nicht nur kennt er einen Assistenten Birminghams aus seiner Zeit als Coach von Tottenham. Sondern vor allem wird sich der YB-Trainer noch wochenlang darüber ärgern, dass die Portugiesen aus Braga und nicht seine Young Boys in der Europa League spielen. «Ungeschlagen auszuscheiden, ist sehr bitter», klagt er und hadert erst mit dem Schiedsrichter, der in seinen Augen YB benachteiligte und ausserdem sehr selbstherrlich aufgetreten sei. Ehe er sich besinnt: «Wir haben aber auch zu viele Fehler begangen.»

Er hatte mit beidem recht, vom Glück begünstigt war YB sicher nicht. Und wegen der Auswärtstorregel ist die europäische Saison für YB zu Ende, bevor sie richtig begonnen hatte. Gross verpasste bereits das erste Ziel des ambitionierten Klubs aus der Hauptstadt, und YB entgehen Einnahmen im mittleren einstelligen Millionenbereich, «die wir», so Geschäftsführer Ilja Kaenzig, «andernorts reinholen müssen». Es bleibt die Vorgabe, «bis zum Schluss um einen Titel zu kämpfen», wie es Kaenzig formuliert. «Das darf ich von dieser Mannschaft verlangen.»

Es ist eine teure Mannschaft, man sagt: die teuerste, die YB je hatte. Mit Alexander Farnerud, dem 8-fachen schwedischen Nationalspieler. Mit Michael Silberbauer, der 15-mal für Dänemark gespielt hat. Mit Jan Lekjaks, dem Nachwuchsnationalspieler aus Tschechien. Oder mit den Schweizer Nationalspielern freilich: Marco Wölfli, David Degen, Nassim Ben Khalifa, François Affolter, Moreno Costanzo, Scott Sutter.

Sehnsucht nach dem Titel, Warten auf den «Nachbrenner»
Zusammengestellt wurde sie, um endlich wieder einmal einen Titel nach Bern zu holen, den ersten seit dem Cupsieg im fernen Jahr 1987. Verwaltungsratspräsident Benno Oertig nannte das in der «Berner Zeitung» vor kurzem «die viel zitierte Phase 3». Das waren schon seine Worte gewesen nach dem Führungswechsel von Stefan Niedermaier zu Kaenzig im August 2010, und er hatte Spott dafür geerntet: In Bern hielt man das für Grossspurigkeit.

Vor der Saison griff der neue, starke Mann im «Bund» das Wortspiel auf: Mit Gross, sagte Kaenzig, «haben wir den Nachbrenner gezündet.» Der 55-jährige Zürcher kostet viel Geld, gute Löhne zahlt YB auch dem neuen Goalietrainer Pascal Zuberbühler, dem neuen Stadionmanager Thomas Gurtner, dem technischen Direktor Hansruedi Hasler. «Wir leisten uns diese Leute, weil wir einen Kübel holen wollen», sagt Kaenzig.

«Von Thun abkochen lassen», zum fünften Mal schon

Bislang hat YB jedoch nicht so Fahrt aufgenommen wie erwartet, «wir haben einen Punkt mehr geholt als vor einem Jahr», sagt Kaenzig und resümiert: «Wir sind punktemässig so schlecht wie vor einem Jahr oder zumindest nicht viel besser. Dabei wollten wir doch weiterkommen.» Stattdessen aber «machen wir stets einen Schritt vorwärts und wieder einen zurück.» Oder zwei zurück gar, wie in der vergangenen Woche.

Vor sieben Tagen beispielsweise wäre YB Leader der Super League geworden, hätte es daheim Thun besiegt. YB verlor, Leader wurde der kleine Kantonsrivale, und Kaenzig konnte das kaum fassen: «Da lässt sich die Mannschaft in der vergangenen Saison viermal von Thun abkochen, und kaum beginnt die neue Saison, passiert es ihr zum fünften Mal.» 2010/11 hatten die Oberländer den Hauptstädtern einen Sieg und drei Unentschieden abgerungen.

Dann kam am letzten Donnerstag Sporting Braga ins Stade de Suisse, ein Sieg reichte YB für den Einzug in die Gruppenphase. «Doch was tun wir?», fragt Kaenzig rhetorisch, ehe er antwortet: «scheiden gegen einen alles andere als übermächtigen Gegner aus. Noch nie war ein Scheitern im Europacup so unnötig. Wir waren zu ungeschickt für den Sieg.» Er wählt harte Worte, und er wählt sie bewusst: «Jetzt muss von der Mannschaft etwas kommen, sie hat nach diesen Enttäuschungen eine Bringschuld.» Sie müsse beginnen zu überzeugen.

Die Zuversicht von Gross und drohende Unruhe in Bern

Christian Gross nimmt die Kritik unkommentiert zur Kenntnis, «Ilja ist der CEO, er darf das sagen». Der Trainer sieht die Lage allerdings weniger delikat als sein Vorgesetzter. Natürlich: Er hätte liebend gerne im Europacup gespielt. Freilich: YB hinke einigen Punkten hinterher. Ja: Die Mannschaft tue sich schwer in der Offensive. Und: Sie begehe defensiv zu viele Fehler. «Trotzdem ist sie sichtlich bemüht, und das ist für mich jetzt das Wichtigste», sagt Gross. «Ich bin überzeugt und zuversichtlich, dass wir bald Spiele gewinnen werden.»

Klar scheint: Geht heute das Heimspiel gegen Zürich verloren, ist es mit der Ruhe vorbei in Bern, dann dürfte der Druck steigen. Auf Kaenzig etwa, das ahnt dieser gleich selber anhand bisheriger Reaktionen aus dem Umfeld. Gross spricht von einer «brisanten Ausgangslage» und verspricht: «Wir wollen diese Woche wenigstens gut abschliessen.»

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Montag 29. August 2011, 14:08 
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«So hat Gross mit YB keinen Erfolg»

Bei GC und Basel war YB-Coach Christian Gross ein Erfolgsgarant. Doch zurzeit spricht einiges gegen den Zürcher. Ex-YB-Trainer Marco Schällibaum ist ein Kenner der Berner Szene und nimmt Stellung.

Christian Gross wurde verpflichtet, weil man nach 25 Jahren endlich wieder einmal den Meistertitel nach Bern holen will. Man hat deshalb kräftig investiert, mit Gross einen Startrainer und mit Goalietrainer Pascal Zuberbühler ebenfalls einen Bigshot geholt, der ebenfalls nicht billig ist und sich an englische Bezahlung gewöhnt ist.

Christian Gross hat in der Schweiz zweifelsohne einen grossen Leistungsausweis vorzuweisen. Doch wenn sich der Erfolg nicht schnell einstellt, wird Gross in Bern der Zürcher bleiben, der auch mit Basel Grosses geleistet hat. Jetzt steht Gross auf dem Prüfstand wie vielleicht noch nie zuvor in seiner Karriere. Nach sieben Runden hat YB bloss neun Punkte auf dem Konto. Nach zwei Heimniederlagen zuletzt gegen Thun und den FCZ sowie dem Ausscheiden aus der Europa League, in der man fünf Millionen Franken hätte generieren können, ist die grosse Ernüchterung eingekehrt. Die Frage sei erlaubt: Hat sich YB mit Gross schon verspielt?

Erste Pfiffe gegen Gross

YB hat eine schwarze englische Woche mit zwei Niederlagen und dem Ausscheiden aus der Europa League hinter sich. Im Berner Umfeld und bei den Fans macht sich deshalb bereits Unmut breit. Die Mannschaft wurde nach der Niederlage gegen den FCZ mit gellenden Pfiffen verabschiedet. Sie galten auch Gross.

Wenn der Zürcher Marco Schällibaum nach Bern zurückkehrt, wird er dort immer noch als Retter gefeiert. Der Zürcher ist zurzeit arbeitslos, weil er Opfer der skandalösesten Entlassung der vergangenen Saison geworden ist. Schällibaum wurde in Lugano auf dem ersten Tabellenrang entlassen. Der ehemalige Nationalspieler hatte YB einst vor dem Abstieg in die Anonymität der 1. Liga bewahrt und die Berner dann zurück an die nationale Spitze und in den Uefacup geführt.

Gross-Schüler Schällibaum glaubt an seinen Lehrmeister

Bevor Schällibaum das Engagement in Bern einging, war er in Basel Assistent von Christian Gross. «Die Erwartungshaltung in Bern ist mit dem Engagement von Christian Gross ins schier Unermessliche gestiegen», sagt Schällibaum. Gross sei schon fast zum Titel verdammt. Doch Schällibaum sagt, dass auch ein Mann wie Gross nicht einfach auf einen Knopf drücken könne. «Christian muss eine neue Mannschaft aufbauen, er bringt in Bern seine Philosophie, seine Winnermentalität ein», sagt er. Das müsse alles zuerst einmal zusammenspielen.

«Wer A sagt, muss auch B sagen»

Der Experte und Kenner der Berner Szene rät deshalb zur Ruhe und Geduld. «Christian Gross ist mental sehr stark. Er wird mit seiner Mannschaft zum Erfolg zurückfinden», sagt Schällibaum. Gross sei für YB nach wie vor der absolut richtige Trainer. «Mit der Verpflichtung von Gross und Pascal Zuberbühler hat man bei YB A gesagt, jetzt muss man aber auch B sagen», sagt Schällibaum und nimmt die Berner Vereinsführung in die Pflicht.

«Mit B sagen meine ich, dass YB im Mittelfeld und im Angriff unbedingt noch Verstärkungen braucht», sagt Schällibaum. Ansonsten sehe er den durchschlagenden Erfolg in dieser Saison bei YB nicht. Handlungsbedarf sieht Schällibaum besonders im Angriff. «Nassim Ben Khalifa ist ein grosses Talent», sagt Schällibaum. Doch das reiche nicht. «YB müsste noch einen richtigen Torjäger, einen ausgebufften Routinier haben.»



http://www.bernerzeitung.ch/sport/axpo_ ... y/22019101

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 30. August 2011, 08:46 
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Erfolglos Vorwärtsstrategie bei YB

Kader und Staff wurden aufgemotzt und sind doch nicht besser: YB produzierte auch diese Saison einen Fehlstart.

Mit zehn neuen Spielern und einem neuen Trainer-Stab wollten die Young Boys diese Saison angreifen. Die von CEO Ilja Kaenzig eingeschlagene Vorwärtsstrategie liessen sich die Investoren einiges kosten. Doch die anfängliche Euphorie ist in Bern einer grossen Ernüchterung gewichen.

Christian Gross hielt nach der Last-Minute-Niederlage gegen den FCZ (2:3) schon fast trotzig fest: «Wir fahren auf diesem Weg weiter.» Der Trainer fordert seit Wochen von seinen Akteuren mehr Dominanz, Abgeklärtheit, Effizienz, Biss etc. Selber ist er immer noch dabei, die richtige Formation zu suchen. In keiner der sieben Meisterschaftspartien hat Gross mit der gleichen Startelf begonnen. «Die Mannschaft hat sich noch nicht ­gefunden», meinte er am Sonntag. Jedoch hat YB bisher ausgerechnet in der Startbegegnung gegen Basel am besten gespielt. Gross ist bestrebt, Ruhe zu bewahren, und verspricht: «Es geht jetzt darum, Moral zu zeigen, zu Kräften zu kommen und im nächsten Viertel wieder anzugreifen.»

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass ein Fehlstart bei YB nichts Aussergewöhnliches ist. In den letzten fünf Saisonstarts ging nur 2009 die Post ab, als die Berner nach sieben Runden schon 19 Punkte aufwiesen. Sonst waren es seit 2007 nach sieben Spieltagen immer entweder acht oder wie jetzt neun Zähler. Und am Ende ­resultierte ausser in diesem Frühjahr (3.) immer der zweite Schlussrang. Doch bei der ­eingeschlagenen, teuren Vorwärtsstrategie ist Zweiter nicht mehr gut genug.


http://www.20min.ch/sport/fussball/stor ... B-22979475

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Dienstag 30. August 2011, 08:47 
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YB-Krise

Gross-Effekt schon verpufft?

BERN - Der Saisonstart ging bei den Young Boys in die Hosen. Trotz Startrainer Christian Gross. Hansruedi Hasler nennt die Gründe.

Nati-Pause. Zeit für eine Zwischenbilanz. Nur ein Punkt mehr als 2010. Kein Heimsieg. Die Europa League gibts nur noch als TV-Kost.

Gefragt ist die YB-Führungsriege, allen voran Ilja Kaenzig. Doch der CEO, der nach dem Euro-Out harte Worte gebraucht hat («Noch nie war ein Scheitern im Europacup so überflüssig.»), schützt sich selber – und geht auf Tauchstation. «Es ist besser, wenn ich nichts sage», ist das Einzige, was er sagt. Und das ist auch schon vielsagend.

Bilanz «durchzogen»

So analysiert Hansruedi Hasler die missliche YB-Lage. «Die Bilanz ist durchzogen», sagt der Technische Direktor. Später gebraucht er klarere Worte. Unbefriedigend sei die Zwischenbilanz, keine Frage.

Warum? Ist der Gross-Effekt schon verpufft? Hasler sieht das anders: «Die neue Crew ist seit zwei Monaten an der Arbeit. Alleine durch die Tatsache, dass ein neuer Trainer kommt, gibt es keinen Effekt.» Gross’ Arbeit sei von hoher Qualität. «Gute Arbeit bringt immer Leistung. Und in der Regel sind Resultate die Folge von Leistung.»

Für Hasler sind die unbefriedigenden Resultate eine Folge von individuellen Blackouts: «Chancen wurden nicht ausgewertet. Und Chancen wurden zugelassen.» Hasler ist überzeugt, dass sich das ändern wird. «Auch wir wollen langsam Resultate sehen. Aber abschliessend ist die Arbeit nicht zu beurteilen.»

Ben Khalifa: null Tore, zwei Rote Karten

Das Hauptproblem: Die Stürmer treffen nicht Augenscheinlich ist die Impotenz der Stürmer. Inklusive Europacup sind elf Spiele gespielt. Die vier Stürmer haben zusammen vier der 16 Törchen erzielt. Viel zu wenig! Der hoch gelobte Nassim Ben Khalifa beispielsweise steht bei null Toren – dafür bei zwei Platzverweisen. Oder Henri Bienvenu, der letzte Saison 16 Treffer erzielt hat? Auch er hat noch nie getroffen.

«Ich rede nicht über einzelne Spieler, auch nicht über einzelne Gruppen», weicht Hasler aus. Deshalb stützt er auch die provokative These nicht, wonach die klar besten Transfers letzten Winter getätigt worden sind: Jene von Farnerud und Nef. «Auch unsere Neuzugänge kann man noch nicht schlüssig beurteilen.»

Zwei Tage frei, Kopf durchlüften, für elf Spieler in diversen Auswahlmannschaften – und dann durchstarten. Sonst bleiben die YB-Cracks weiter die tapsigen Bären, die einem Titel schwer keuchend hinterherhecheln. Und nicht angriffslustige Grizzlys, wie sie Gross gerne sehen würde.


http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... fft-180361

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