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 Beitrag Verfasst: Montag 29. Juli 2013, 09:04 
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Thuner Stolz und Ärger, Berner Freude und Euphorie

Thun-Sportchef Andres Gerber ist trotz der 2:3-Niederlage bei den Young Boys stolz auf sein Team. Und YB-Matchwinner Moreno Costanzo freut sich über die Reaktion seiner Mannschaft auf die schwache erste Halbzeit.

ie Thuner Fussballer schleichen am Sonntagabend kurz vor 18 Uhr mit hängenden Schultern und enttäuschten Gesichtern in die Kabine, während die YB-Akteure mit ihrem Anhang draussen im Stade de Suisse den 3:2-Derbysieg frenetisch feiern. Die Niederlage schmerzt die Thuner sehr, aber sie erweisen sich als äusserst faire Verlierer.

Sportchef Andres Gerber beispielsweise sagt, er sei stolz auf die Thuner Mannschaft, und macht seinen Spielern ein Kompliment «für die gute Leistung». Es sei bitter, sagt Gerber, wie im Startspiel beim FC Zürich nach einer Führung noch 2:3 verloren zu haben. «Aber am Ende fehlte uns vielleicht auch ein wenig das Glück. Und YB hat nach der Pause mit sehr viel Druck gespielt.»

Gerbers Realismus

Natürlich hadern die Thuner mit dem Verlauf der zweiten Halbzeit. «Bei uns trifft Luca Zuffi das Lattenkreuz, auf der anderen Seite geht der Schuss von Moreno Costanzo via Innenpfosten zum 3:2 ins Tor», sagt Andres Gerber. «Aber so ist halt Fussball. Es bringt nichts, wenn wir uns lange damit aufhalten. Es geht weiter.»

Am Donnerstag tritt Thun bereits in Göteborg zum Hinspiel der 3.Qualifikationsrunde zur Europa League gegen Häcken an. Bis dahin wird der eine oder andere Thuner wohl noch verärgert an jene Szene im Derby denken, als der überragende Josef Martinez im YB-Strafraum von Dusan Veskovac gefoult wurde. Hätte es Elfmeter gegeben und wäre dieser verwandelt worden, wäre es Mitte der zweiten Hälfte das 3:1 für die Gäste gewesen. «Solche Diskussionen bringen nichts», sagt Gerber. «Wir können 100 Stunden darüber reden, aber am Resultat ändert es nichts.»

Schneuwlys Jubel

Auch Marco Schneuwly berichtet relativ sachlich von seinen Eindrücken der packenden Partie. «Unsere erste Halbzeit war sehr gut», sagt der Thuner Angreifer. «Aber wir dürfen eine 2:0-Führung natürlich niemals verspielen.» Schneuwly findet nicht, dass die Thuner gegen Spielende müde gewesen seien. «Wir hatten ja auch gute Chancen und hätten das 3:2 erzielen können. Unsere Reise nach Georgien und das Spiel am Donnerstag in Tiflis waren sicher anstrengend, aber wir waren bereit heute.»

Schneuwly wurde Mitte der zweiten Halbzeit ausgewechselt, obwohl er nicht angeschlagen und gut ins Spiel integriert war. «Der Trainer wollte frischen Wind bringen», sagt er, «ich muss das natürlich akzeptieren, obwohl ich hier gerne durchgespielt hätte.»

Der frühere YB-Stürmer Schneuwly jubelte nach seinem Treffer für die Thuner zum 2:0 in der ersten Halbzeit ungewöhnlich – mit Schwimmbewegungen. Damit wollte er nicht die bis zu diesem Zeitpunkt auffälligen Probleme der schwimmenden YB-Defensive symbolisieren. «Mein kleiner Sohn hatte am Samstag sehr viel Freude im Wasser », sagt Schneuwly.

Costanzos Traumtor

Am Ende aber lachen die Young Boys – dank des Traumtores von Moreno Costanzo rund eine Viertelstunde vor Spielende. «Endlich wieder einmal» habe er ein Weitschusstor erzielt, sagt der YB-Spielmacher schmunzelnd, «es wurde ja auch Zeit. Und es war der verdiente Lohn für unsere Leistungssteigerung.» Costanzo lobt die Moral der Young Boys und die starke Reaktion nach «unserer ziemlich schwachen ersten Halbzeit». Ein schnelles Tor habe YB nach der Pause angestrebt, «denn wir wussten, dass die Thuner kräftemässig wohl ein wenig abbauen würden».

Und nach dem Doppelschlag des Japaners Yuya Kubo erlöste Costanzo den Leader und Favoriten aus Bern mit seinem herrlichen Treffer ins grosse YB-Glück. «Es tut gut, mit drei Siegen in die Saison zu starten», sagt der Mittelfeldspieler. «Aber bei uns denkt keiner daran, abzuheben.» Costanzo und seine Kollegen aber freuen sich riesig über den Triumph gegen Thun, und die Minieuphorie im Anhang wurde durch die spektakuläre Wende nach der Pause gewiss befeuert. «Das war ein tolles Spiel», sagt YB-Abwehrchef Steve von Bergen. «Aber mich stört es nicht, wenn wir das nächste Mal nicht zuerst einen 0:2-Rückstand aufholen müssen.»


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/26183449

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 Beitrag Verfasst: Montag 29. Juli 2013, 10:55 
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Ein scheuer Japaner lässt YB träumen

Die Young Boys gewinnen das Derby gegen Thun nach einem 0:2-Rückstand noch mit 3:2 und liegen nach drei Spieltagen unbesiegt an der Tabellenspitze.

Am Schluss standen die YB-Fans im Stade de Suisse, feierten ihre Young Boys und ihren zweifachen Torschützen Yuya Kubo. Auch Uli Forte klatschte begeistert in die Hände und winkte auf die Tribüne. Es war ein Spiel, das für YB und seinen Trainer zum ersten Stresstest hätte werden können. Der 0:2-Rückstand zur Pause gegen den Rivalen aus dem Oberland drückte auf das Berner Gemüt. Es drohte schon wieder eine Derby-Niederlage, es drohte schon wieder die grosse Ernüchterung. Doch beim Schlusspfiff war alles vergessen. Jubel, Trubel umbrandete die Young Boys, die nach einer fehlerhaften ersten Halbzeit den Match in der zweiten Spielhälfte mit drei Toren kehrten.

Mit Pressing, mit viel Aufwand wollten die Young Boys den FC Thgun von Beginn an unter Druck setzen. Das gelang aber nur im Ansatz. Und als die Berner ihre ersten beiden Möglichkeiten ausgelassen hatten, schlugen die Thuner zu: Ausgerechnet Josef Martinéz, der an Thun ausgeliehene Venezolaner, traf mit einem spektakulären Weitschuss zum 0:1. Und als sich Zverotic in der 35. Minute einen eklatanten Ballverlust leistete, setzte Martinéz nach, bediente Marco Schneuwly – und es war wieder ein ehemaliger YB-Spieler, der Wölfli bezwang

Der Umschwung kam mit Kubo

Am Schluss aber hatte Forte alles richtig gemacht. Er stand nach dem 0:2 unter Zugzwang. Er musste handeln. Für Renato Steffen brachte er Yuya Kubo, den Stürmer aus Japan, der weder Englisch noch Deutsch oder eine andere westliche Sprache spricht; der vorerst auch keine Ortsschilder lesen kann und sich in einer völlig neuen Welt befindet. Doch auf dem Spielfeld fand Kubo sofort die Orientierung; er war zur Stelle, um nach Nuzzolos Direktabnahme den Abpraller zu verwandeln, und er traf zielgenau aus spitzem Winkel zum 2:2-Ausgleich in der 64. Minute.

«Wir müssen zu Yuya Kubo viel Sorge tragen. Er ist allein, lebt im Hotel, nur wenige hier sprechen seine Muttersprache. Wir müssen aufpassen, dass er sich nicht einsam fühlt», hatte Forte noch am Freitag zu bedenken gegeben. Ende Dezember, kurz vor seinem Amtsantritt hatte YB-Sportchef Fredy Bickel erfahren, dass der YB-Verwaltungsrat unter der Regie von Bickels Vorgänger Ilja Kaenzig den Japaner als Investitionsobjekt gekauft hatte, mit der Absicht, den Stürmer mit Gewinn weiterzuverkaufen, ohne dass Kubo je einmal bei YB am Ball sein wird.

Bickel entschied sich, Kubo erst einmal zu testen, und seit dem 1. Juli ist der schmächtige, schnelle Stürmer mit der wilden Haarpracht bei den Young Boys im Kader. Nach seinen beiden Toren gegen den FC Thun bekam Kubo schon mal einen Geschmack an hiesigen Fussballsitten. Von den YB-Fans wurde er bei der Verabschiedung mit Sprechchören und viel Euphorie gefeiert. Und als er danach mit einem englisch sprechenden Betreuer vor die Journalisten trat, sagte ihm der «Blick»-Reporter. «Wir geben dir den Übernamen Sushi-Bomber, gefällt dir das?» Der Japaner nahm dies mit stoischer Ruhe zur Kenntnis und entgegnete lächelnd. «Jeder Name ist gut.»

Zufälligkeiten entschieden

Es herrscht gute Stimmung bei den Young Boys, dem Leader und einzigen Team nach drei Runden ohne Punktverlust. Trotz der Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit, trotz der guten Moral: Es waren Zufälligkeiten, die den Ausschlag gaben. Als Veskovac in der 57. Minute Martinez im Strafraum zu Boden brachte, liess der Schiedsrichter weiterspielen. Und Costanzo hatte bei seinem Siegtreffer mit einem Weitschuss mehr Glück als Thuns Zuffi, der das Lattenkreuz traf.

«Die erste Halbzeit war die schlechteste, die wir bisher in dieser Saison gespielt haben», befand Raphael Nuzzolo. «Wir spielten sowohl Pressing, aber nicht konsequent, immer wieder war ein Thuner frei. In der zweiten Halbzeit haben wir das mit viel Laufbereitschaft wettgemacht.» Und Abwehrchef Steve von Bergen sagte: «Wir müssen unsere zweite Halbzeit im Kopf behalten. Diese Leistungssteigerung ist für uns ein gutes Zeichen».


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Ei ... y/24801907

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 Beitrag Verfasst: Montag 29. Juli 2013, 10:57 
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Erst Blitz, dann Donner

Nach guter Leistung ohne Punkte im Stade de Suisse schauen die Thuner Richtung Göteborg.

Die befürchtete Hitzeschlacht blieb aus, wettermässig. Ein angenehmer Wind und später auch ein paar Regentropfen sorgten für gute Bedingungen. Für den FC Thun wurde das Berner Derby trotzdem zum Unwetter, zu einer Aufruhr der Elemente. Dabei zeigten die Oberländer in der ersten Halbzeit die bisher beste Leistung in der laufenden Saison. Obwohl die Mannschaft erst am Freitagmorgen vom Europacup-Rückspiel in Georgien zurückgekehrt war, hatte sie die Young Boys im Griff und liess dem Kantonsrivalen nur ganz wenig zu. Dazu kam eine beeindruckende Effizienz in der Offensive.

Es war YB-Leihgabe Josef Martínez, der in der 26. Minute YB-Goalie Marco Wölfli mit der ersten echten Torchance der Thuner bezwingen konnte - der technisch perfekte Schlenzer aus rund 20 Meter war eine Augenweide. Neun Minuten später servierte derselbe Martínez seinem Mittelstürmer Marco Schneuwly den Ball im Strafraum perfekt auf den Fuss. Schneuwly verwertete humorlos mit einem trockenen Flachschuss. Der Venezolaner Martínez war der beste Mann der ersten Halbzeit und gehört zu den auffälligsten Spielern der noch jungen Saison. Nach drei Spielen hat er ebenso viele Tore auf seinem Konto.

Regen und Gegentore

Nach der Pause änderte sich das Bild, oder eben das Wetter. Es hatte leicht zu regnen begonnen, YB kam besser ins Spiel und bei Thun häuften sich die individuellen Fehler. «Wir haben nicht an die Leistung der ersten Halbzeit anknüpfen können. Es ist nicht einfach eine Erklärung dafür zu finden», sagte Urs Fischer etwas ratlos. Klar war für den Zürcher Trainer der Berner Oberländer: «Wir haben in den ersten drei Spielen acht Gegentore kassiert, das ist eindeutig zu viel. Und wenn wir in Bern mit 2:0 führen, sollten wir eigentlich Punkte mit nach Hause nehmen.»

Am Ende manifestierte sich das fussballerische Unwetter für die Oberländer in brutaler Form. Während Thuns Luca Zuffi mit seinem Schuss nur das Lattenkreuz traf, zirkelte YBs Moreno Costanzo seinen Schuss via Innenpfosten wenig später zum 3:2-Siegestreffer für die Stadtberner ins Tor. YB sorgte für ein echtes Gewitter und für Thun war es nach dem Spiel beim FC Zürich die zweite 2:3-Niederlage nach einer Führung im zweiten Auswärtsspiel.

«Die erste Halbzeit mitnehmen»

Trotz dieser ärgerlichen Niederlage wird Thun zuversichtlich in die Europacup-Woche mit dem Auswärtsspiel gegen BK Häcken in Göteborg steigen. Sportchef Andres Gerber: «Nach so einer Niederlage ist man nie zufrieden. Aber wir müssen das Ganze anschauen und sehen, dass wir auch gegen YB ein gutes Spiel gezeigt haben. Das war nicht selbstverständlich, nach der Europacup-Reise nach Georgien.» Für die nächste Europa-League-Qualifikationsrunde haben die Thuner ihr Rezept bereit. Stürmer Marco Schneuwly: «Vor der Pause haben wir sehr gut gespielt, wenig zugelassen und die Tore geschossen. Jetzt müssen wir lernen, so eine Führung auch über die Runden zu bringen. Für das Spiel in Schweden müssen wir die Leistung aus der ersten Halbzeit mitnehmen, daran müssen wir uns orientieren.» Wenn Schneuwlys Plan aufgeht, hat Thun auch in Schweden gute Chancen – ob es nun regnet oder nicht.

http://www.derbund.ch/sport/fussball/Er ... y/20227621

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 Beitrag Verfasst: Montag 29. Juli 2013, 10:59 
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Das Derby der zwei Talente

Der 19-jährige Yuya Kubo hat sich nicht nur wegen seiner zwei Tore im Derby bereits als YB-Publikumsliebling etabliert. Und der ein Jahr ältere Josef Martinez, eine YB-Leihgabe, offenbart bei Thun sein bemerkenswertes Können.

Man kann nur erahnen, was gerade alles über Yuya Kubo hereinbricht. Der Japaner, 19 Jahre jung, ist seit dem 1.Juli in Bern bei YB, er ist die Überraschung im Kader der Young Boys – und er hat sich am Sonntag endgültig in die Herzen der YB-Fans geschossen. Ein paar Minuten hatten dem dribbelstarken, flinken Kubo in Vorbereitungsspielen ja gereicht, um zum Publikumsliebling aufzusteigen. Als er im Startspiel gegen Sion (2:0) eingewechselt wurde, jubelten ihm die Anhänger bereits enthusiastisch zu.

Am Sonntag feierten sie ihn nach dem 3:2-Sieg im Derby gegen Thun ausgelassen. Zwei Tore hatte Kubo nach seiner Einwechslung erzielt, und der schüchterne Asiate schien die Huldigungen, Sprechchöre und Feierlichkeiten zu geniessen. So ganz einfach ist die Kommunikation mit Kubo nicht, selbst wenn er im Gespräch mit den Journalisten nach seinem Galaauftritt freundlich ist und sich Zeit nimmt. Sein italienischer Berater Maurizio Morana, der acht Jahre in Tokio lebte, ist der Dolmetscher, und das ist gut, weil Kubo in seiner Muttersprache Auskunft geben kann. Einerseits. Andererseits kann Morana die Aussagen Kubos natürlich mediengerecht übersetzen.

«Normal und bescheiden»

Kubo also sagt laut Morana, er sei glücklich und zufrieden und habe kein Problem, bei YB eine Jokerrolle zu übernehmen. «Ich bin nicht lange hier und freue mich, eingesetzt zu werden.» Er wohne noch im Hotel, sei daran, sich an die Lebensgewohnheiten in der Schweiz zu gewöhnen, habe nicht viel von Bern gesehen und sei froh, werde er von den Teamkollegen so gut unterstützt. Die zwei Tore gegen Thun seien wunderbar, aber er müsse noch viel lernen. Und: «Mein rechter Fuss ist zwar besser, aber das waren nicht meine ersten Tore mit links.»

Yuya Kubo sei «ein normaler, bescheidener Junge», sagt sein Berater, der selbstredend findet, der junge Japaner stehe vor einer grossen Karriere. «Aber es geht nicht darum, dass er schnell einen grossen Transfer macht.» Kubo sei bei YB in einem Topklub, wo er sich bestens entwickeln könne. «Und man weiss nicht erst seit heute, welche Talente Kubo mitbringt», sagt Morana. «Vor zwei Jahren wollten ihn mehrere Bundesligisten, darunter Dortmund, verpflichten. Doch für Kubo ist es besser, wenn er zuerst in einer kleineren Liga spielt.»

Das Investitionsobjekt

Und so erweist sich dieser Kubo als grosses Geschenk von Ilja Kaenzig. Wobei: Der frühere CEO hatte im Japaner ein Investitionsobjekt gesehen, Kubo hätte nach ursprünglicher Planung gar nie in Bern spielen, sondern nach guten Leistungen in der Heimat sofort – beispielsweise in die Bundesliga – verkauft werden sollen. Jetzt ist Kubo in Bern. Und Fussballbern ist im Kubo-Fieber.

Auf dem Boulevard wird er schon «Sushi-Bomber» genannt, als der zurückhaltende Kubo das hört, lacht er herzhaft. Er lerne zweimal in der Woche Deutsch, könne einige Wörter, und er erwähnt, als er gefragt wird, einen Begriff, den 19-Jährige halt benutzen, der aber nicht zwingend in die Zeitung gehört. Alle lachen, Kubo zieht mit dem Berater ab, und man erhält nach diesem Derby das Gefühl, dieser feine Fussballer könnte YB glücklich machen.

Herausragender Martinez

Und wenn die Karriereplanung Kubos tatsächlich weitsichtig ausgelegt ist, wird er nächste Saison mit 20 Jahren noch bei YB sein – und könnte wie Josef Martinez Teil einer auf dem Papier spektakulären Offensive sein. Martinez ist in dieser Spielzeit von den Young Boys an Thun ausgeliehen, wo der junge Venezolaner fantastisch gestartet ist und sich sehr wohl fühlt. Auch in Bern erzielte Martinez am Sonntag ein herrliches Tor, es war sein drittes im dritten Super-League-Einsatz für Thun. Der schnelle Südamerikaner war lange der auffälligste Einzelspieler, schoss nicht nur einen tollen Treffer, sondern bereitete auch das zweite vor und war nicht nur von Gegenspieler Elsad Zverotic kaum zu kontrollieren.

Dennoch ist der 20-Jährige nach dem Auslaufen im Stade de Suisse traurig. «Ich bin sehr enttäuscht, haben wir nach einer 2:0-Führung noch verloren», sagt Martinez, während er die besten Szenen der Partie oben an der Grossleinwand verfolgt. Und er fragt zu jener Aktion, als er von YB-Verteidiger Dusan Veskovac gefoult wurde: «Hätte man da nicht Penalty pfeifen können?»

Doch, man hätte. Und vielleicht wäre dann Josef Martinez als grosse Figur des Derbys gefeiert worden – und nicht Yuya Kubo.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/28279360

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 Beitrag Verfasst: Montag 29. Juli 2013, 11:00 
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Die Noten zum Spiel YB gegen Thun

Yuya Kubo erhält für seine Topleistung gegen Thun (3:2) die Bestnote. Elsad Zverotic fiel deutlich ab. Bei den Gästen aus Thun war YB-Leihgabe Josef Martinez der überragende Spieler.

Marco Wölfli: Note 4
Bei beiden Thuner Toren machtlos. Ansonsten wenig geprüft.

Elsad Zverotic: Note 2
Der Rechtsverteidiger war fehlerhaft, hatte grosse Mühe mit dem überragenden Josef Martinez. Leitete mit einem katastrophalen Rückpass, der zu kurz und zur Vorlage für Martinez geriet, das zweite Thuner Tor ein.

Dusan Veskovac: Note 3,5
Wie in den ersten zwei Partien meistens stilsicher und stark in den Zweikämpfen. Aber: Veskovac unterliefen wieder Aussetzer. So hätte er sich nicht beklagen können, hätte es nach seiner Intervention gegen Martinez Elfmeter für Thun gegeben.

Steve von Bergen: Note 4
Auch ihm gelang nicht alles, aber von Bergen war stabil und solid. Thuns Goalie David Moser hielt seinen Kopfball in extremis.

Scott Sutter: Note 4
Hinten links diesmal nicht so auffällig wie in der Runde zuvor beim 3:1-Sieg in Lausanne. Sutter war ordentlich, ohne zu glänzen.

Moreno Costanzo: Note 5
Er war oft am Ball, gegen die defensiven Thuner aber fand auch der Regisseur die Lücke lange Zeit nicht. Sein zu wenig präziser Pass stand am Ursprung des ersten Thuner Tores. Aber Costanzo verteilte die Bälle insgesamt gut – und schoss das herrliche 3:2.

Christoph Spycher: Note 4
Im 4-2-3-1-System bildete der Captain neben Costanzo das Bindeglied zwischen Defensive und Offensive im Zentrum. Spycher besass Einfluss auf den Aufbau, verlor aber einige Zweikämpfe gegen Sekou Sanogo.

Renato Steffen: Note 3
Weil Alexander Gerndt verletzt ausfiel, rückte Gonzalo Zarate ins Zentrum – und Steffen spielte rechts am Flügel. Er wirkte gegen seinen letztjährigen Verein übermotiviert und setzte sich kaum in Szene. Steffens Pech war es auch, dass YB vor der Pause nicht gut agierte und sich erst steigerte, als Steffen nicht mehr im Spiel war.

Michael Frey: Note 4
Rannte viel, war präsent, aber oft unglücklich. So trug er – wie Costanzo – eine Teilschuld am Ballverlust, der zum 1:0 für den FC Thun führte. Frey aber kämpfte beherzt und bereitete das erste YB-Tor vor, nachdem er an der Mittellinie Enrico Schirinzi den Ball stark abgenommen hatte.

Raphael Nuzzolo: Note 4,5
Versuchte viel, lange glücklos. Toll sein Volleyschuss vor dem ersten YB-Tor. Torschütze Kubo traf dann im Nachsetzen.

Gonzalo Zarate: Note 4
Spielte in der Mitte und rochierte viel mit Frey. Aktiv, ohne aber grosse Stricke zu zerreissen.

Yuya Kubo: Note 6
Kam zur Pause für Steffen. Zwei Tore, einige überragende Szenen, ein grossartiger Auftritt. Kubo war der Mann des Derbys.

Samuel Afum: Note 3,5
Kam nach 70 Minuten für Frey – und blieb unauffällig.

Christian Schneuwly (75. Minute für Nuzzolo) war zu kurz im Einsatz, um benotet zu werden.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/29087118

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 Beitrag Verfasst: Montag 29. Juli 2013, 18:27 
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YB-Japaner schiesst Thun ab

Kubo, der Sushi-Bomber

YB dreht dank Sushi-Bomber Kubo das Derby gegen Thun. Zum ersten Mal seit 1997 gewinnen die Stadtberner nach einem 0:2.

Das Wort «ausgerechnet» dürfte in der ewigen Rangliste der meistbenutzten Wörter im Fussballjournalismus einen der vorderen Plätze belegen. Oft sind es «ausgerechnet» die vermeintlichen Neben-, die zu Hauptakteuren werden. Spieler, die zu Beginn niemand auf der Rechnung hatte. Und die urplötzlich entscheidenden Einfluss haben. Spieler wie Kubo!

Ausgerechnet der Japaner schiesst nach seiner Einwechslung nach der Pause innerhalb von zehn Minuten zwei herrliche Tore und steht am Ursprung des 3:2-Sieges.

Ausgerechnet der 19-Jährige, dessen Transfer grossen Wirbel verursachte. Der ehemalige YB-CEO Ilja Kaenzig hatte den Sushi-Bomber für geschätzte 600 000 Franken aus Japan verpflichtet, sein Nachfolger Fredy Bickel wusste aber lange nichts von diesem Transfer. «Wir müssen ihn kennenlernen», sagt Bickel vor der Saison zur «Berner Zeitung».

Seit gestern ist der wirblige Asiate der ganzen Fussballschweiz bekannt. In seinem dritten Einsatz für YB trägt er sich doppelt in die Torschützenliste ein und krönt seine herausragende Leistung.

Die Kollegen schwärmen

Moreno Costanzo stellt die Weichen in der 77. Minute mit einem Weitschuss auf Sieg. YB ist wieder Leader! Zum ersten Mal seit dem 3. Mai 1997 und einem 4:2 gegen Etoile Carouge drehen die Berner nach einem 0:2-Rückstand das Spiel.

Für Thun hatten zuvor ausgerechnet die beiden ehemaligen YB-Spieler Marco Schneuwly und Josef Martinez für die 2:0-Führung gesorgt, gegen den Sushi-Bomber reichte das aber nicht.

Hinterher gerieten die YBTeamkollegen ins Schwärmen. Captain Christoph Spycher: «Er hat einen Riesenmatch gemacht.» Und Scott Sutter ergänzt: «Er wird uns noch sehr viel Freude bereiten.»

Kubo selbst spricht hinterher von einem «tollen Gefühl» und freut sich bereits auf das Spiel am Sonntag beim FCZ. Knüpft er an die Leistung von gestern an, kann der Bomber auch aus den Zürchern Sushi machen.

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 Beitrag Verfasst: Montag 29. Juli 2013, 18:29 
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Ein 19-jähriger Japaner entzückt die YB-Fans

Fussball · YB besiegt Thun 3:2, bleibt Leader und ist erstmals seit Menschengedenken mit drei Siegen in eine Saison gestartet

Am Heiligen Abend feiert Yuya Kubo jeweils Geburtstag. In diesem Jahr wird er 20 Jahre alt. Weihnachten allerdings hat er auf den 28.Juli vorgezogen. Denn für den jungen Stürmer muss der gestrige Sonntag ein solcher Feiertag gewesen sein. Eine Halbzeit hatte er sich sein erstes Berner Derby von der Ersatzbank aus angeschaut und war dann von Trainer Uli Forte mit dem Auftrag auf den Platz geschickt worden, dem Spiel der Young Boys Schub zu geben.

Bereits nach acht Minuten war der Job erfüllt. Denn mit dem Anschlusstreffer zum 1:2 hatte der Japaner das Spiel im Stade de Suisse neu lanciert. Und als der quirlige YB-Stürmer elf Minuten später aus spitzem Winkel zum 2:2 traf, gerieten die YB-Fans aus dem Häuschen. Gut möglich, dass an diesem Sommertag ein neuer Berner Publikumsliebling geboren wurde.

Schade nur, spricht der scheue Junge weder Deutsch noch Englisch und kann seine Gefühle lediglich mit der Hilfe eines Begleiters, der vom Japanischen ins Englische übersetzt, schildern. «Natürlich fühle ich mich nach diesen Toren gut», sagt Kubo wenig überraschend. Er sei nicht enttäuscht gewesen, dass er trotz des Ausfalls von Stürmer Alexander Gerndt nicht von Anfang an gespielt habe. Er werde einfach hart weiter trainieren und dann auch mal seine Chance bekommen.

Für die Young Boys ist Kubo so etwas wie ein Geschenk aus dem Nichts. Im Dezember 2011 hatte der talentierte Asiate noch Probetrainings bei Hoffenheim bestritten, war dann aber im folgenden Jahr vom damaligen YB-Manager Ilja Kaenzig mit einem Vertrag ausgestattet worden. Allerdings sollte Kubo vorerst weiter beim FC Kyoto Sange in der Heimat spielen. Doch, als Kaenzig im Herbst sein Büro in Bern räumen musste, ging die Neuverpflichtung vergessen. Der neue Sportchef Fredy Bickel jedenfalls staunte nicht schlecht, als ihn kurz nach seinem Amtsantritt Ende letzten Jahres ein Anruf des Agenten von Kubo mit der Frage erreichte, wann der Spieler denn nach Bern kommen solle. Bickel dachte zuerst, es müsse sich um ein Missverständnis handeln.

War es aber nicht. Kubo spielte die Saison in der zweiten japanischen Liga zu Ende, in der er es in 16 Spielen auf sieben Tore brachte. Dann, am 1.Juli, stand er in Bern auf der Matte, um bei YB das Training aufzunehmen und das Abenteuer Europa zu starten. Beim 2:0-Sieg über Sion war er nach 74 Minuten und beim 3:1 in Lausanne nach 77 Minuten auf den Platz gekommen und hatte sein Potenzial angedeutet. Gestern nun, zu Beginn der zweiten Halbzeit erschienen, sorgte er in einem mitreissenden Spiel für die Wende und machte sich mit einem Schlag bekannt im Schweizer Fussball. «Ich hatte Kubo in der Halbzeit mit Händen und Füssen erklärt, was zu tun ist», sagte Forte hinterher. Kubo hatte offenbar gut zugeschaut.

Durch Tore von Josef Martinez (25.) und Marco Schneuwly (35.) waren die Gäste aus Thun vor der Pause mit 2:0 in Führung gegangen. Sie hatten dabei einen guten Eindruck hinterlassen, sodass ihnen zuzutrauen war, sie könnten dieses Spiel gewinnen. Zu jenem Zeitpunkt aber hatte noch niemand Kubo auf der Rechnung gehabt, der mit seinen Toren die Partie ausgleichen sollte. Die Oberländer, denen nach einem Foul von Dusan Veskovac an Martinez ein Penalty verweigert worden war, hatten dann auch noch das Pech, dass Luca Zuffis Distanzschuss ans Lattenkreuz prallte, derweil der ebenso prächtige Abschluss von Moreno Costanzo den Weg via Pfosten zum 3:2 (76.) ins Tor fand.

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 Beitrag Verfasst: Montag 29. Juli 2013, 22:25 
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«Ich hatte Kubo in der Halbzeit mit Händen und Füssen erklärt, was zu tun ist», sagte Forte hinterher. Kubo hatte offenbar gut zugeschaut.

:D


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 Beitrag Verfasst: Dienstag 30. Juli 2013, 12:34 
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Wie wäre es mit einem Dolmetscher für Kubo die ersten Monate? Sogar Shi Jun hatte damals einen, das ist am falschen Ort gespart bei YB meiner Meinung...für ein paar Franken pro Stunde könnte man sich verstehen.

Ich möchte nicht nochmals Zuberbühlers Monatslohn bei YB posten (drückt auf die Stimmung :angryfire: ) aber im Vergleich ist das wirklich lächerlich.


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