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 Beitrag Verfasst: Montag 23. März 2009, 13:17 
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Blick, 23.03.2009

Challandes zu Petkovic: «Ciao Clooney»

BERN - FCZ-Trainer Challandes war nach dem Spiel gegen YB (2:4) nicht zu Spässen augelegt. Trotzdem verabschiedete er sich mit den Worten «Ciao Clooney» von YB-Trainer Petkovic. Challandes hat vor dem Spiel den «SonntagsBlick» gelesen.

FCZ-Trainer Bernhard Challandes war nach der 2:4-Pleite gegen YB stocksauer. Er regte sich mächtig über fragwürdigen die Penalty-Entscheide gegen sein Team auf, so auch an der Medienkonferenz nach dem Spiel.

Überraschend sein Abschied, als er seinem Gegenüber Vladimir Petkovic annerkennend auf die Schultern klopfte. «Auf Wiedersehen. Ciao George Clooney», sagte Challandes zum Trainerkollegen.

Der Hintergrund der Geschichte: Der «SonntagsBlick» und die Online-Sportredaktion von Blick.ch verglichen am Sonntag YB-Trainer Petkovic und Hollywood-Star Clooney. Die Beiden weisen eine verblüffende Ähnlichkeit auf.

Challandes lieferte also den Beweis, dass er vor dem Spiel den «SonntagsBlick» gelesen hat.

Zum guten Glück war FCB-Präsidentin Gigi Oeri nicht im Saal, sie musste – als kleines Spässchen – mit dem Ausserirdischen E.T. als optischen Vergleich Vorlieb nehmen. (zbi/raf)

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 Beitrag Verfasst: Montag 23. März 2009, 13:19 
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Blick, 23.03.2009

YB gewinnt dank zwei Penaltys

Die Berner Young Boys bleiben dank einem 4:2-Heimsieg gegen den FCZ im Meisterrennen dabei. Entscheidend war einmal mehr Doumbias Einwechslung. Luzern darf dank einem 4:2-Sieg gegen Bellinzona vom Barrage-Rang träumen.

Bild

Der Spitzenkampf war nach zwei Minuten so richtig lanciert. Alberto Regazzoni staubte vor dem Tor ab, nachdem Barmettler einen Raimondi-Schuss vor der Linie abwehren konnte. Raimondi und Regazzoni wirbelten die Zürcher Abwehr ziemlich durcheinander. Der kleine Flügelflitzer scheiterte in der 19. Minute an FCZ-Goalie Leoni genauso wie Ghezal mit einem guten Kopfball vier Minuten später.

Der FCZ war in der ersten Halbzeit praktisch inexistent. In der Challandes-Truppe bewegte sich kein Spieler über Gebühr. Der Ball in den Reihen der Berner lief wie am Schnürchen. Doch kurz vor der Pause fiel wie aus dem Nichts der Ausgleich. Schönbächler, der für Djuric in die Startelf gerückt war, flankte auf Nikci, der umringt von drei Bernern Goalie Wölfli via Innenpfosten bezwang.

Penalty-Festival nach der Pause

Nach der Pause verlief die Partie offener. Die Zürcher gingen durch einen klaren Penalty erstmals in Führung. Yapi hatte Alphonse völlig übermotiviert angegangen, Abdi verwandelte sicher vom Punkt. YB-Trainer Petkovic reagierte und brachte Doumbia und Häberli für Varela und Schneuwly. Edeljoker Doumbia war es wieder einmal, der den Ausgleich für die Berner erzielte. Leoni unterlief eine Flanke, der Edeljoker traf per Kopf.

Dann folgte das Duell Raimondi-Leoni. Zweimal entschied Schiedsrichter Laperriere auf Elfmeter (zuerst rempelte Lampi Regazzoni an, beim unbeabsichtigten Hands von Abdi lag er wohl falsch). Raimondi schoss zweimal in die Mitte, Leoni war beide Male dran, doch YB gewann verdient 4:2. (ds)

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 Beitrag Verfasst: Montag 23. März 2009, 14:11 
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BSC Young Boys - FC Zürich 4:2 (1:1)

YB-Trainer Vladimir Petkovic konnte vor dem Spitzenspiel gegen den FC Zürich fast auf seine vollständige Mannschaft zurückgreifen. Neben Thierry Doubaï fehlte der angeschlagene François Affolter. Hochstrasser kehrte nach abgesessener Gelbsperre zurück ins Mittelfeld.

Vor einer tollen Zuschauerkulisse legte YB los wie die Feuerwehr: Nach einem Angriff über die linke Seite brachte Raimondi den Ball vor das Tor, Yapi schoss und Regazzoni verwertete den Abpraller (2.). Es entwickelte sich eine rasante Partie zwischen zwei spielstarken Mannschaften. Das Heimteam erspielte sich eine ganze Reihe guter Torchancen. Als erster verpasste Raimondi mit einem Kopfball das 2:0 (16.), später entwischte Regazzoni FCZ-Verteidiger Tihinen, scheiterte jedoch an Goalie Leoni (19.). Der FCZ-Torhüter stand auch ein paar Minuten später im Mittelpunkt, als er Ghezals Kopfball reflexschnell abwehren konnte (23.).

Entgegen dem Spielverlauf gelang dem FC Zürich der Ausgleich. Nikci verwertete eine Schönbächler-Flanke mit einem Kopfball via Innenpfosten (40.). Davor hatte das Gastteam nur zwei gefährliche Szenen kreiert. Aegerter verfehlte das Tor dabei deutlich (11.) und Alphonse wurde von Schwegler im letzten Moment am Abschluss gehindert (17.).

YB machte auch nach dem Seitenwechsel das Spiel. Doch das Tor fiel wiederum für die Zürcher. Yapi kam im Strafraum gegen Alphonse einen Moment zu spät und beging ein Foul, Abdi verwertete den Elfmeter souverän (58.). Der FCZ spielte nun stärker, ging in Führung und die verpassten Gelegenheiten zum zweiten YB-Tor schmerzten noch mehr.

Doch YB gab sich nicht geschlagen. Die beiden eingewechselten Stürmer Doumbia und Häberli, sowie Schwegler waren am nächsten vielversprechenden Angriff beteiligt. Häberli lancierte Schwegler, dessen Flanke verwertete Doumbia zum 2:2 (68.). Die unermüdlichen Mittelfeldspieler Yapi und Hochstrasser trieben die Young Boys in der Folge weiter nach vorne. Nach einem Foul von Lampi an Regazzoni entschied Schiedsrichter Laperrière auf Penalty. Raimondi verwertete mit einem Schuss in die Mitte des Tores – YB lag wieder vorne (76.).

Fünf Minuten später landete ein Ball Yapis an Abdis Hand – wieder Penalty für YB. Raimondi trat erneut an, schoss wieder in die Mitte und traf mit etwas Glück zum 4:2 (83.). Das Spiel war entschieden. In der Schlussphase vergaben Doumbia und Bastians jeweils nach perfekter Vorarbeit von Häberli das sogar mögliche fünfte YB-Tor.

Stadion: STADE DE SUISSE Wankdorf Bern
Zuschauer: 27'111
Schiedsrichter: Laperrière

Tore:
2. Regazzoni (Rechtsschuss; Yapi) 1:0.
40. Nikci 1:1.
57. Abdi (Foulpenalty) 1:2.
68. Doumbia (Kopfball; Schwegler) 2:2.
76. Raimondi (Penalty; Foul an Regazzoni) 3:2.
83. Raimondi (Handspenalty)

Auswechslungen:
30. Lampi für Schönbächler.
62. Doumbia für Varela.
67. Häberli für Schneuwly.
78. Koch für Lampi.
80. Djuric für Aegerter.
80. Bastians für Regazzoni.

Ersatz:
YB: Collaviti, Baykal, Degen, Pereyra.
Zürich: Guatelli, Margairaz, Mehmedi, Büchel.

Bemerkungen:
YB ohne Doubaï (rekonvaleszent), Affolter (verletzt), Augusto (kein Aufgebot). Zürich ohne Stucki, Chikhaoui, Lattmann, Staubli und Hassli (alle verletzt).

Verwarnungen:
57. Yapi (Foul), 72. Schwegler (Foul), 78. Abdi (Unsportlichkeit), 80. Schönbächler (Unsportlichkeit), 87. Bastians (Foul), 92. Häberli (Foul).


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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 25. März 2009, 11:58 
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Bund, 23.03.2009

Hochrisiko-Fussballspiel mit Scharmützeln

Trotz glimpflichem Ausgang des Spiels zwischen YB und FCZ – Gewaltfreiheit sieht anders aus. Vor allem FCZ-Fans belästigten YB-Fans mit Bierwürfen, Knallpetarden und bengalischen Fackeln.

Daniel, bekennender FCZ-Fan, und der YB-Fan Hans-Ueli stehen im Tram 9 Richtung Guisanplatz und diskutieren über Ticketpreise, den sportlichen Erfolg ihrer Mannschaften und in welchen Stadien Europas sie schon überall gewesen sind. Es ist Viertel vor drei Uhr nachmittags, ein ein viertel Stunden vordem Hochrisikospiel zwischen dem FC Zürich und den Young Boys.

Nicht nur sportlich steht viel auf dem Spiel. Die Verantwortlichen der Kantonspolizei erwarten nichts Gutes für den Sonntagabend. Rings um das Stadion bis zum S-Bahnhof Wankdorf stehen gezählte 180 Polizisten. Polizeisprecher Jürg Mosimann will nicht sagen, wie viele Polizisten im Einsatz stehen: «Es sind sicher nicht weniger. Schreiben Sie mehrere Hundert Polizisten.»

Drei Anhaltungen vor dem Spiel

Bereits vor Spielbeginn halten die Berner Polizisten drei Zürcher Fans an. Zwei haben bengalische Fackeln – sogenannte Pyros – angezündet. Sie werden das Spiel nicht im Stadion miterleben. Der dritte gilt, nach Auskunft Mosimanns, in Polizeikreisen als Rädelsführer.

Bis zur Pause gehen die Emotionen hoch. Vor allem die YB-Fans im Sektor B 10 leiden: Sie sind den bierwerfenden FCZ-Fans ausgesetzt. Ein Gespräch über den Zaun hinweg ist nicht möglich. Auf FCZ-Seite fallen ausschliesslich nicht zitierfähige Ausdrücke. Die Stadion-interne Sicherheitstruppe der Protectas versucht ihr Möglichstes, aber: «Wir können jetzt nicht reingehen und die Pyro-Werfer aus dem Stadion holen, das würde zur Eskalation führen», sagt ein Supervisor der Protectas.

Explosive Stimmung

Kurz vor Wiederanpfiff zünden FCZ-Fans weitere Pyros und werfen diese auf die Sitze darunter, welche glücklicherweise leer sind. Kurz darauf fliegt ein Stadion-Stuhl hinterher. Die Stimmung unter den FCZ-Fans ist explosiv. Einer schreit in der Pause laut nach einem Sanitäter, weil sein Freund offenbar blutet. Mosimann bestätigt den Vorfall nach dem Spiel: «Es gab innerhalb der FCZ-Fans eine Auseinandersetzung, welche zu leicht verletzten Personen führte.»

Die Pyro-Werfer sind vermummt, um von den Kameras der Sicherheitskräfte nicht erkannt zu werden. Der Supervisor erklärt: «Wir filmen die Leute und schicken das Material dem FCZ. Das Problem ist, dass sich die Vandalen jeweils umziehen. So wird es schwierig, die Straftaten einer Person eindeutig zuzuschreiben.» Ein Zuschauer mischt sich in das Gespräch ein: «Denen sollte man einen Chip ins Hirn implantieren, damit die nie mehr reinkommen.» Der Mann ist sichtlich empört über das ungebührliche, ja gar gefährliche Verhalten der Zürcher. Dass YB mittlerweile mit einem Tor im Rückstand liegt, hellt seine Stimmung auch nicht auf.

Zumindest die YB-Fans sind jedoch kurz vor Ende des Spiels zufrieden mit ihrem Team. Dank Doumbias Tor und zwei Penaltytoren von Raimondi liegt das Heimteam mit 4:2 vorn. Auf den Gesichtern der Zürcher Fans macht sich Enttäuschung breit.

Keine Ausschreitungen danach

Allen Befürchtungen zum Trotz gibt es nach dem Spiel keine wesentlichen Ausschreitungen. Die FCZ-Fans werden getrennt von den YB-Fans zur S-Bahn-Station Wankdorf geschleust. Alle Seitenstrassen sind voll mit Polizisten. Die Winkelriedstrasse ist gar mit Gittern zugesperrt, dahinter ist ein Wasserwerfer postiert.

Mosimann traut dem Frieden noch nicht so recht: «Ich kann fast nicht glauben, dass es ruhig bleibt. Wir haben 150 bis 200 Risk-Fans aus Zürich und 100 bis 150 Risk-Fans aus Bern hier.» Wegen dieser kleinen Zahl von Leuten müsse die Polizei mit einem Grossaufgebot solche Spiele begleiten. Als alles schon fast vorbei ist, schiessen die Polizisten auf Gleis fünf doch noch Gummischrot ab: Einige FCZ-Fans wollen wieder aus dem Extra-Zug aussteigen, was die Polizisten mit Warnschüssen verhindern. Eine Frage bleibt ungeklärt: Wie kann es sein, dass trotz Leibesvisitation so viele bengalische Fackeln ins Stadion geschmuggelt werden können?

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 25. März 2009, 11:59 
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Bund, 23.03.2009

FCZ-Ironie und YB-Schnellzug

Der FC Zürich fühlt sich nach der Niederlage in Bern erneut von den Schiedsrichtern benachteiligt. Auch die YB-Spieler sprechen über Elfmeter, aber sie sind gut gelaunt. Torhüter Marco Wölfli geht sogar hoch hinaus.

Verhaltensforscher würden am Sonntag zwischen 17.50 Uhr und 18.10 Uhr in den Katakomben des Stade de Suisse ein Paradies vorfinden. Die Mixed-Zone, wo sich die Fussballer nach den Spielen mit den Journalisten unterhalten, gleicht einem Bienenhaus, und die Gemütslagen der Sportler könnten unterschiedlicher nicht sein. Die FCZ-Spieler schleichen nach der Niederlage in ihre Kabine, einige tun das fluchend, andere rufen den ihnen nicht gerade wohl gesinnten Schiedsrichtern wenig freundliche Worte hinterher, und einer, der ruhige Finne Hannu Tihinen, tut das, was ruhige Finnen oft tun: Er schweigt – und schüttelt bloss immer wieder den Kopf. Die Zürcher fühlen sich dieser Tage von den Unparteiischen benachteiligt, darüber sprechen aber will kaum einer. Nationalspieler Almen Abdi sagt zur Szene vor dem Handspenalty zum 4:2: «Es ist ein Witz, gibt es da Elfmeter.» Und er fragt: «Soll ich die Hände hinter dem Rücken verstecken?» Und er lästert: «Jeder will, dass die Meisterschaft spannend bleibt.»

Als spitzbübisches Sprachrohr seiner enttäuschten Spieler fungiert Fredy Bickel. Der FCZ-Sportchef beweist eindrücklich, dass Fussball keine ironiefreie Zone sein muss: «Ich gratuliere dem Schiedsrichter zu seiner sensationellen Leistung. Wirklich grossartig. Und, ja, sie pfeifen wirklich 95 bis 98 Prozent korrekt, wie das ihr Chef Urs Meier gesagt hat.»

Häberlis hübscher Vergleich

Es dauert einige Minuten, bis die YB-Spieler ihre Feierlichkeiten mit dem Publikum beendet und viel zu erzählen haben. Sie machen das gerne, strahlend und glücklich: Marc Schneider erwähnt die «tolle Moral» nach dem 1:2-Rückstand; Marco Schneuwly freut sich über «die sehr starke erste Halbzeit», in der einzig ein deutlicher Vorsprung zur Krönung gefehlt habe; und Thomas Häberli, der wie 2:2-Torschütze Seydou Doumbia nach der Einwechslung glänzende Momente hatte, findet einen netten Vergleich für diesen turbulenten Nachmittag auf der Achterbahn der Gefühle: «Nach 60 Spielminuten und dem 1:2 waren wir aus dem Titelrennen. Und jetzt sitzen wir im Schnellzug.»

Innerhalb weniger Minuten hat sich YB zurückgespielt in den Meisterkampf, die Erleichterung ist den Protagonisten anzusehen. «Mit neun Punkten Rückstand wäre das wohl eine mühsame Saison geworden. So aber können wir nach der Länderspielpause angreifen und Zürich und Basel unter Druck setzen», sagt Altmeister Häberli. Wenige Meter neben ihm steht Mario Raimondi Red und Antwort, und der ausgeglichene Mittelfeldspieler verliert auch in stürmischen Zeiten selten den Überblick. «Es ist eine Qualität von uns, haben wir nach dem Rückstand die Nerven behalten. Wir wissen, dass wir jederzeit Tore schiessen können», sagt Raimondi abgeklärt. Zehn Treffer hat der Linksfuss mittlerweile selber erzielt, gegen den FCZ kamen in der hektischen Schlussphase zwei Penaltytore dazu. Wie meistens in den letzten Wochen waren die YB-Elfmeter nicht besonders hart und nicht besonders scharf getreten – Raimondi und Gilles Yapi haben sich eher nicht als Experten auf diesem Gebiet empfohlen. «Das ist egal», sagt Raimondi. «Hauptsache, der Ball ist drin.» So ist das – und bereits am Montag fragt ja niemand mehr danach.

Den FC Zürich dürfte das Spiel noch länger beschäftigen. Die FCZ-Spieler, frisch geduscht, schlurfen mit gesenkten Köpfen zum Car, die Stimmung auf der Rückreise nach Zürich dürfte bedrückt sein. Marco Wölfli absolviert den gleichen Weg wesentlich flotter – und wie es sich für einen Sieger im Höhenflug gehört. Der YB-Goalie hetzt auf den Helikopter, den das Schweizer Fernsehen für den Auftritt Wölflis im «Sportpanorama» organisiert hat.Fabian Ruch>

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 25. März 2009, 12:01 
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Bund, 23.03.2009

Die Young Boys im Penaltyglück

Mit dem 4:2 gegen Zürich haben sich die Young Boys im Titelrennen zurückgemeldet. 27111 Zuschauer sorgten für eine EM-Kulisse und bekamen ein aufwühlendes Spiel zu sehen, das nach «Penaltyschiessen» entschieden wurde.

Man kennt Bernard Challandes als Trainer, dem man die Befindlichkeit von Weitem ansieht. Nach den Spielen pflegt er sein Herz sozusagen auf der Zunge zu tragen. Am Sonntag, YB hatte Zürich nach zwei späten Elfmetern 4:2 bezwungen, stattete der FCZ-Trainer dem Penaltysucher Alberto Regazzoni auf dem Rasen einen Besuch ab – und schlüpfte in die Rolle des Fragestellers. Challandes verlangte eine Erklärung für die Szene in der 76. Minute, als Regazzoni nach einem Laufduell mit Veli Lampi, der sich beim Sturz eine Gehirnerschütterung zuzog, zu Fall kam. Kurz darauf nahm Challandes Carlos Varela in den Arm. Es war ein versöhnliches Bild nach einem turbulenten Match.

An der Medienkonferenz sorgte der FCZ-Trainer für Verwirrung. Er gratulierte YB zur guten Leistung und sagte, seine Mannschaft sei mit dem 1:1-Pausenstand gut bedient gewesen. Vor allem aber brachte er zum Ausdruck, dass er ein gebranntes Kind ist. Am Mittwoch war im Cup-Viertelfinal gegen Basel (0:1) dem entscheidenden Penalty ein Offside vorausgegangen. Gestern durfte YB-Captain Mario Raimondi zweimal aus elf Metern antreten – es waren die Tore zum 3:2 und 4:2. «Für mich war das Spiel nach dem 2:2 fertig. Über den Rest will ich nicht sprechen. Ich habe meine Meinung. Aber sie bleibt bei mir. Zuviel ist zuviel», sagte das Energiebündel. Challandes schloss mit dem Hinweis, dass es nun einen «Super, super spannenden Endspurt» um den Titel gebe. Dann stand er auf, verabschiedete sich von YB-Trainer Vladimir Petkovic mit den Worten «Auf Wiedersehen, George Clooney!» – und weg war er. Clooney nahm den Auftritt seines Kollegen gelassen hin. Er verwies darauf, dass sich auch YB schon oft habe ärgern müssen. «Dieses Mal habe ich keinen klaren Fehlentscheid gesehen», sagte er mit gutem Grund.

Der FCZ wurde zwar vom Schiedsrichter streng behandelt, Lampi hatte aber bei der Szene gegen Regazzoni den Ball nicht gespielt, und vor dem 4:2 sprang das Leder Almen Abdi an den Arm – höchst unglücklich zwar, aber halt doch reglementswidrig. Auf dem Schulhofplatz hätte man sich auf einen Penalty aus beiden Szenen geeinigt, Jérôme Laperrière stand das Mittel der Kompensation freilich nicht zur Verfügung – auch die Losung «drei Corner = ein Penalty» gibt es unter Profis nicht.

Immer wieder Doumbia

Den Young Boys lachte das Glück, das ihnen in Vaduz gefehlt hatte. Die Berner überzeugten bis zur Halbzeit mit spektakulärem Offensivdrang, brachten sich aber selber in Not und verabschiedeten sich zwischenzeitlich aus dem Meisterrennen. Aber die YB-Spieler standen wieder auf – auch dank Fünf-Sterne-Joker Seydou Doumbia, der sechs Minuten nach der Einwechslung mittels Kopfball zum 2:2 traf. Es war für Challandes der persönliche Schlusspfiff und für YB das Ausrufezeichen zur Wende.

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