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 Beitrag Verfasst: Sonntag 25. Juli 2021, 11:37 
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FC Luzern: Trainer Fabio Celestini erklärt 3:4-Niederlage gegen YB

Der FC Luzern muss sich Meister YB trotz eines zwischenzeitlichen 3:1-Vorsprungs mit 3:4 geschlagen geben. Trainer Fabio Celestini äussert sich zur Niederlage.

Das Wichtigste in Kürze

- Fabio Celestini hadert, weil sein Team in der zweiten Halbzeit vom Gameplan abkommt.
- Dennoch sieht der FCL-Trainer in der Leistung gegen YB auch gute Dinge.
- Zudem befinde sich der FC Luzern noch nicht in Bestform und könne sich noch steigern.

Erst liegt der FCL mit 0:1 zurück, dann führt er 3:1 und am Ende unterliegt er Meister YB mit 3:4. «Eine bitterere Niederlage gibt es kaum», trifft Pascal Schürpf nach dem Spiel den Nagel auf den Kopf.

Das schnelle 3:2 von YB kurz nach dem eigenen 3:1 sei der Knackpunkt in der Partie gewesen.

In eine ähnliche Richtung geht auch das Fazit von Trainer Fabio Celestini. Seine Mannschaft habe vor dem 3:2-Anschlusstor von YB einen grossen Fehler gemacht. Zudem habe der FC Luzern in der zweiten Halbzeit den Gameplan verlassen.

«Wir müssen bei unserer DNA bleiben. Wenn wir nicht elf Spieler mit der gleichen Idee auf dem Feld sind, wird es schwierig», so Celestini. «Ich bin sehr enttäuscht. Wir verlieren das Spiel in der letzten Sekunde – und nach einer 3:1-Führung.»

Dennoch ist der Trainer des FC Luzern mit der Leistung seines Teams nicht nur unzufrieden. Es sei das erste Spiel der Saison gewesen und erst noch gegen den Schweizer Meister.

«Die Mannschaft ist noch nicht in Bestform. Wir können noch vieles verbessern und uns weiterentwickeln», erklärt Celestini.


https://www.nau.ch/sport/fussball/fc-lu ... b-65970506

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 25. Juli 2021, 11:38 
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So lief die Fan-Abfertigung vor der Swissporarena

«Ich habe ein mulmiges Gefühl»

Tausende FCL-Fans trotzen des starken Gewitters – und wollen die erste Super-League-Partie ohne Zuschauereinschränkung seit Pandemiebeginn miterleben. Aber nicht ganz alle sind mit den Regeln zufrieden.

Es schüttet wie aus Kübeln – und trotzdem strömen die Massen auf der Luzerner Allmend in Richtung Swissporarena. Mit Schirm. Oder ohne. Vielen ists egal, dass das Wetter zum Saisonauftakt nicht mitspielt. Auch die im Vergleich zu den Zeiten vor der Pandemie erschwerten Einlassbedingungen nehmen sie in Kauf. Selbst in der je nach Sektor langen Schlange vor dem ersten Check-Point, bei dem das obligatorische Covid-Zertifikat gezeigt werden muss, ist die Stimmung entspannt.

«Das war total unkompliziert, es lief ohne Probleme», sagt Fan Marco (47) aus Stansstad NW gegenüber Blick TV.

Entschädigt wird er hinterher mit einem Stadionerlebnis, das genauso wie früher ist. Keine Einschränkungen. Keine Masken. Essen, trinken, jubeln, schreien! Eine Fussballparty mit 13'231 Fans und sieben Toren!

Auch der FCL-Stadionsprecher macht seine Freude deutlich, wieder Zuschauer in der Arena begrüssen zu dürfen: «Es ist unglaublich für mich, die Mannschaftsaufstellung heute nicht ins Leere hinausrufen zu müssen!», ruft er den Anhängern zu.

«Das finde ich mühsam»

Draussen machen sich derweil die Letzten auf, das Einlass-Prozedere hinter sich zu bringen. Das vom FCL zur Verfügung gestellte Testcenter wird zwischen 10.00 Uhr und dem Anpfiff um 18.00 Uhr rege genutzt.

Rund 1000 Tests werden durchgeführt, abgenommen von 50 Mitarbeitern einer Firma, die eigens für dieses Antigen-Schnelltestangebot vom FCL engagiert wurde.

Nicht alle aber finden das gut. Roger (47) aus Bern meint: «Die Kontrolle war wie erwartet sehr einfach und speditiv. Ich finde es jedoch mühsam, dass man mit dem Antigen-Test ins Stadion kommt. Deswegen hab ich noch ein mulmiges Gefühl.»


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 01654.html

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 25. Juli 2021, 12:03 
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Die Super League ist zurück

Was für eine Wohltat!

Fussball mit Zuschauern und ein Spektakel mit sieben Toren: Meister YB eröffnet die Saison mit einem 4:3 bei Cupsieger Luzern.

Um 18.42 Uhr ist der Schweizer Fussball wieder zum Leben erweckt. Zwischen Luzern und YB läuft die 41. Minute, FCL-Flügel Ndiaye erzielt das 2:1, fast 13 000 Zuschauer jubeln. Es ist nur eines von sieben Toren an diesem Abend, aber es ist der Moment, in dem klar wird, wie lang die Durststrecke war, die da zu Ende geht. Die 13 000 fühlen sich in diesem Moment wie 30 000 an, weil es so lange her ist, seit in einem Schweizer Stadion letztmals Tausende ein Tor bejubeln konnten.

Es ist ein hart verdienter Torschrei. Monatelang warteten die Fans zuhause vor dem Fernseher, ohne Auflagen im Stadion ist es für sie das erste Spiel seit Februar 2020 und dem Beginn der Corona-Pandemie. Am Tag ihrer Rückkehr indes heisst es für sie erneut: warten. Zwei Stunden vor Spielbeginn schon reihen sie sich vor dem Stadion in lange Schlangen ein, mit vom FCL-Hauptsponsor offerierten Gratistickets warten sie auf Einlass. Zwischendurch giesst es wie aus Kübeln, und trotzdem ist Geduld gefragt, weil jede und jeder ein Covid-Zertifikat vorweisen muss, das es nur für Geimpfte, negativ Getestete und nachweislich Genesene gibt.

Stimmung auf den Rängen, Leben im Spiel

Und dann sind sie zurück und inhalieren dieses Erlebnis Stadion, manche über die Atmosphäre, andere über Bier und Wurst. FCL-Präsident Stefan Wolf bedankt sich via Stadionbildschirm. Die Energie zeigt Wirkung, es ist sofort Leben im Spiel. Die Young Boys legen selbstbewusst los, sie haben zwar schon Wettkampfrhythmus in den Beinen, vermochten beim 0:0 in der Champions-League-Qualifikation am Mittwoch in Bratislava aber noch nicht zu überzeugen. Aebischer tritt einen klugen Freistoss zur Mitte, Rieder reagiert auf die Variante, seinen Schuss fälscht Elia zum 1:0 für den Meister ab.

Der FCL liegt zurück, spielt aber Richtung eigene Fankurve, das scheint ihn zu beflügeln. Der Druck aufs YB-Tor nimmt zu, erst pariert Goalie von Ballmoos noch gegen Sorgic, dann aber hat Schürpf das offene Tor vor sich und gleicht aus. Und als Ndiaye wenig später Aebischer den Ball abluchst und überlegt zum 2:1 trifft, ist die Stimmung auf dem erwähnten Höhepunkt.

Bei Luzern ist auch neben dem Platz viel Bewegung drin rund um diesen Saisonstart. Badstuber, Gentner, Campo, Farkas und Vasic, das sind die Zuzüge bislang, und glaubt man Sportchef Meyer, so müssen es nicht die letzten gewesen sein. Die Zugänge versprechen Stabilität und Gründlichkeit – davon ist im ersten Auftritt des FCL kaum etwas zu sehen. Es dominiert das junge, wilde Element der Innerschweizer, das man aus der vergangenen Saison kennt, es dominieren Spieler wie Ndiaye, Frydek oder Ugrinic, die über die Seiten anrennen, als stünde der Cupsieger schon wieder in einem Final. Kurz nach der Pause führt das zum 3:1, eine von Frydeks Flanken landet auf dem Kopf von Schürpf.

Ab da geht es hin und her. YB-Trainer Wagner bringt vier Neue, doch es ist erneut Elia, der nach einem kapitalen Ballverlust von Burch für die Berner auf 2:3 verkürzt. Schürpf kommt wenig später wieder frei zum Kopfball, diesmal verzieht er, und diese letzte Luzerner Möglichkeit ist der Auftakt zu einer Schlussphase, in der YB seinen Gegner fast erstickt.

Siebatcheu ist nach einem Corner von Spielmann zur Stelle, es steht 3:3 und längst ist es eine Partie mit Cupcharakter. Der Meister ringt mit dem Cupsieger, es sind intensive letzte Minuten – mit einem Luzerner Schock zum Ende. In der 93. Minute flankt der eingewechselte Garcia, und in der Mitte verliert der ebenso kurz zuvor ins Spiel gekommene Badstuber in seinen ersten Minuten für den FCL das Luftduell. Siebatcheu trifft per Kopf zum 4:3. «Ich finde, wir waren dieses eine Tor besser», sagt YB-Coach Wagner. Und der Schweizer Fussball? Der lebt wieder. Was für eine Wohltat!


https://www.bernerzeitung.ch/was-fuer-e ... 1438055447

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 25. Juli 2021, 12:11 
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YB-Noten: Effiziente Stürmer, wacklige Innenverteidigung

Beim spektakulären 4:3 in Luzern überzeugt vor allem Skorer Siebatcheu – seine Tore übertünchen eine defensiv ungenügende Leistung des Meisters.

David von Ballmoos – Note 4,5

Löst mit einer frühen Parade gegen Schürpf einen Konter aus, der fast mit Ngamaleus 2:0 endet. Entschärft dann Sorgics Direktabnahme, bevor er sich erneut gegen Schürpf mit etwas Pech geschlagen geben muss. Bei Ndiayes 2:1 kann er nicht viel ausrichten, ebensowenig bei Schürpfs 3:1. In der Schlussphase handelt er sich Trainer Wagners Unmut ein, weil er bei seinen Abschlägen den freien Spielmann übersieht.

Quentin Maceiras – Note 4

Hat seine rechte Seite in der Startphase eigentlich gut im Griff, dennoch entstehen über rechts die beiden Luzerner Tore in der ersten Halbzeit. Kämpft danach etwas glücklos, bevor er durch Hefti ersetzt wird, der sofort Akzente setzt.

Mohamed Camara – Note 3

Schwierige Partie für den Guineer: Hat Mühe mit Ndiaye, lässt sich bei Schürpfs Chance überrumpeln, die von Ballmoos klärt. Dann geht er gegen Ugrinic halbherzig zur Sache, der das 1:1 vorbereitet, wenig später verpasst er die Gelegenheit, Torschütze Ndiaye vehementer am Schuss zu hindern. In der zweiten Halbzeit wirkt er solider, seine Angriffsauslösung ist gut.

Cédric Zesiger – Note 4

Auch er ist Teil einer Innenverteidigung, die nicht zu überzeugen vermag. Sieht schon in der 34. Minute die Gelbe Karte und schlägt sich mit dieser Hypothek beachtlich durch die restliche Partie. Vor dem 1:3 steigt er nicht mit Torschütze Schürpf hoch, dafür liefert er mit die Vorlage zu Siebatcheus 3:3.

Jordan Lefort – Note 3,5

Aus seinem frühen Volley-Abschluss könnte er mehr machen, er fliegt weit übers Tor. Defensiv hat er es mit Ndiaye zu tun, nicht immer kann er ihn am Durchbrechen hindern.

Christian Fassnacht – Note 3,5

Kein allzu erfolgreicher Tag für den Nationalspieler. Zweimal geht er Frydek zu wenig konsequent an: Vor dem 1:1 und vor dem 3:1. Offensiv tut er sich etwas schwer, nach einer Stunde holt ihn Wagner vom Feld.

Michel Aebischer – 4

Tritt gerade in der ersten Halbzeit gute Freistösse: Nach dem einen hat Lefort eine gute Möglichkeit, nach dem nächsten trifft Rieder via Elia zum 1:0. Hat in der Startphase selber noch eine gute Chance und zeigt sich auch defensiv eigentlich solide. Aber beim 1:1 kommt er vor Schürpf zu spät, beim 1:2 lässt er sich den Ball abluchsen.

Fabian Rieder – Note 5

Die Freistoss-Variante mit Zentrumspartner Aebischer ist einstudiert und sie funktioniert perfekt. Rieders Schuss wird von Elia noch abgefälscht, ein Grossteil des ersten Treffers in der Ära von Trainer David Wagner geht dennoch an den jungen Mittelfeldspieler. Der Youngster liefert sich intensive Duelle mit dem fast doppelt so alten Christian Gentner. Seinen Freistoss sieht Rieder gerade noch so von FCL-Goalie Müller pariert, nach einer knappen Stunde dann macht er Martins Platz.

Nicolas Ngamaleu – Note 4

Startete mit einem verhaltenen Auftritt gegen Bratislava nicht optimal in die Saison, als er die rechte Aussenbahn bespielte. Zeigt sich gegen Luzern auf seiner angestammten linken Seite engagiert, holt den Freistoss heraus, der zum ersten YB-Tor führt. Individuell aber gelingt Ngamaleu lange wenig Prägendes, bis er zu Siebatcheus 3:3 assistiert.

Jordan Siebatcheu – Note 5,5

Nur eine Halbchance in den ersten 50 Minuten: Siebatcheu wirkt lange Zeit nicht besonders sichtbar – am Ende steht er mit dem Assist zum 2:3, einem Abstauber zum 3:3 und einem überragenden Kopfballtor zum 4:3 als souveräner Matchwinner da.

Meschack Elia – Note 5,5

Elia ist im ersten Durchgang der aktivere der beiden YB-Stürmer, er stellt Schulz und Super-League-Neuling Farkas vor Probleme, lenkt zum 1:0 ab, führt einmal einen Freistoss gedankenschnell zum YB-Angriff aus. Dann taucht er kurz ab, bevor er Burchs Fehler trocken zum 2:3 ausnutzt und in der Schlussphase fast noch von Müllers Lapsus im FCL-Tor profitiert.

Christopher Martins – Note 4

58. Minute für Rieder. Fügt sich gut ins Spiel ein, mit ihm ist YB widerstandsfähiger.

Marvin Spielmann – Note 4,5

58. Minute für Fassnacht. Fällt nach seiner Einwechslung vor allem mit seinen Eckbällen auf, einer führt zum 3:3 durch Siebatcheu. Zuvor prüft er Müller noch mit einem frech direkt aufs Tor gedrehten Freistoss.

Ulisses Garcia – Note 4

58. Minute für Lefort. Hat nicht viele grosse Momente – aber er schlägt die Flanke auf Siebatcheu vor dem 4:3 und rechtfertigt so seine Einwechslung.

Silvan Hefti – Note 4,5

Sofort ein Aktivposten. Über ihn laufen in der Schlussphase die Konter, einmal senkt sich seine Flanke fast ins Tor.

Sandro Lauper – keine Note

77. Minute für Aebischer.


https://www.bernerzeitung.ch/yb-noten-e ... 4513746113

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 25. Juli 2021, 21:07 
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25.07.2021

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Nach dem Spektakel von Luzern

Jedes Mal geht es für YB so nicht auf

Auf die Moral, die sie trotz vieler Unzulänglichkeiten zum 4:3 beim FCL trug, zählen die Young Boys auch beim ersten Auftritt vor heimischem Publikum am Mittwoch.

Zum Beispiel David Wagner, wie er in der Nachspielzeit zum Sprint ansetzt und beim heutigen Trainer der frühere Stürmer durchdringt, weil er innerhalb von Sekunden 10, 20, 30 Meter zurücklegt, um mit seiner Mannschaft das Tor in letzter Minute zum 4:3 beim FC Luzern zu bejubeln.

Zum Beispiel Cédric Zesiger, wie er sich in den Schlussminuten am Samstag ein kleines Verbalscharmützel mit FCL-Trainer Fabio Celestini liefert, der für kurze Zeit ebenso aus seiner Trainerrolle fällt wie später Wagner.

Die Zuschauer sind zurück in den Schweizer Stadien und mit ihnen wieder echte Szenen, die von den Spielen haften bleiben. Die Rückkehr des Publikums zeigt, dass es das Stadionerlebnis braucht, damit aus dem blossen Mannschaftssport das Kulturgut Fussball wird. «Das ist eine andere Sportart», sagt Pascal Schürpf am Samstagabend nach dem Match, noch immer triefend vor Emotionen, «so will ich nie mehr aufhören, Fussball zu spielen», sagt er, der mit seiner Mannschaft eben auf bitterste Art und Weise verloren hat.

Die Young Boys sind Teil dieser bemerkenswerten Liga-Ouvertüre, wie sie damals Teil einer unfreiwilligen Derniere waren, als sie im Februar 2020 zum letzten Mal vor vollen Rängen und ohne Auflagen in einer ebenso spektakulären Partie beim FC St. Gallen 3:3 spielten. «Es ist ein grossartiges Gefühl», sagt Zesiger, «so macht es einfach Spass, auch wenn die Fans wie hier gegen dich sind – du bist wieder mittendrin, es pusht dich.»

«Alle Wechsel im Sinne der Rotation»

Mittendrin im wieder erblühten Schweizer Fussball ist plötzlich auch YB-Trainer Wagner. Der Deutsche sah am Samstag nach dem eher zurückhaltenden 0:0 seiner Mannschaft unter der Woche in Bratislava eine Leistung weit weg von Perfektion, dafür aber eine von Emotionen geprägte Moral, auf der sich aufbauen lässt. Auch für ihn als Trainer schloss sich ein Kreis, weil er ebenso seit Februar 2020, einem 3:2 im Cup-Achtelfinal gegen Hertha, seiner Baisse beim FC Schalke und der vereinsfreien Zeit auf einen Sieg in einem Pflichtspiel wartete.

Die ersten Wettbewerbswochen als YB-Coach halten für ihn einen anstrengenden Takt bereit. Er tut gut daran, das Spiel in Luzern, so turbulent es auch war, mit seiner Mannschaft möglichst schon am Montag ad acta zu legen, um sich dem Rückspiel am Mittwoch in Bern gegen Slovan Bratislava zu widmen. Wagner scheint sich schon nach dem Auftritt in der Slowakei ein erstes Mal seiner Kaderbreite vergewissert zu haben, zumindest nominierte er gegen den FCL mit Quentin Maceiras, Jordan Lefort, Christian Fassnacht und Fabian Rieder vier neue Spieler. «Alle Wechsel waren im Sinne der Rotation», sagt Wagner und meint auch: Keiner war im Sinne einer Qualitätskorrektur.

Dennoch muss er seine Equipe im insbesondere im Zentrum sehr breit besetzten YB-Kader noch finden. Sandro Lauper etwa zählte zuletzt nicht zur ersten Wahl. Schaut man sich die Einwechslungen an, zählt der in der vergangenen Rückrunde so wertvolle Konolfinger mit einem Kurzeinsatz gegen Luzern auch nicht zur zweiten Wahl – und das obwohl man sich Laupers Ruhe und Übersicht in der am Samstag schlecht sortierten YB-Defensivabteilung als durchaus wirksam vorstellen kann.

Eine Nomination von Lauper hin oder her: Auch am letzte Saison von den Corona-Dissonanzen so unbeeindruckten Meister zeigt sich, was das Publikum auslösen kann. Am Mittwoch im nahezu leeren Stadion in Bratislava vor 1000 Leuten hatte YB Probleme in der Kreativabteilung. Und am Sonntag in der fast vollen Swisspor-Arena vor 13’000 Zuschauern erzeugten die Young Boys phasenweise viel Druck über die Seiten und entwickelten eine Leidenschaft, die sie trotz vielen Unzulänglichkeiten zum Sieg trug. «Vielleicht geht das für uns nicht jedes Mal auf», sagte Captain David von Ballmoos, «aber heute hat es geklappt.» Der Goalie war zwar alles andere als erfreut über gleich drei Gegentore, «doch diese Wende zeichnet uns aus, diese Mentalität, auch nach dem 1:3 den Ball sofort aus dem Tor zu holen, die haben wir uns erarbeitet über die letzten Jahre.»

Welchen Europaweg nimmt YB?

Man darf gespannt sein, wohin sie YB europäisch als Nächstes tragen kann. Im Rückspiel gegen Bratislava steht schon wieder viel auf dem Spiel, es geht – mal abgesehen von der ohnehin lukrativen Champions League – auch darum, welchen finanziellen Weg in Europa die Berner einschlagen. Denjenigen ins Playoff zur Königsklasse, wo sie allein schon fünf Millionen Euro verdienen würden und zusammen mit einer Gruppenphase in der Europa League auf eine stattliche Summe kämen. Oder den in die Conference League, wo die Einnahmen deutlich tiefer ausfallen.

Am Mittwoch jedenfalls werden etwa 20’000 Fans im Wankdorfstadion sein. Es ist für YB eine Kulisse, vor der sich wieder Geschichten schreiben lassen, jene Szenen, die das Spiel überdauern und aus denen sich für länger Energie schöpfen lässt. Der Fussball lebt wieder in Bildern.


https://www.bernerzeitung.ch/jedes-mal- ... 2017183955

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 Beitrag Verfasst: Freitag 30. Juli 2021, 22:06 
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30.07.2021

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Seine Aktion leitete den Untergang gegen YB ein

FC Luzern: So geht Marco Burch mit seinem Lapsus um

Irgendwann erwischt es jeden Profi-Fussballer: Der Moment, in dem ihm ein folgenreicher Fehler unterläuft. Eine Erfahrung, die der hochtalentierte Innenverteidiger Marco Burch (20) in seinem 26. Meisterschaftsspiel für den FCL machen musste. «Ein bisschen steckt der Fehler noch im Hinterkopf», blickt er auf den Saisonstart zurück.

Eine Woche hatten die Luzerner Zeit, um die spektakuläre 3:4-Niederlage gegen YB vor über 13’200 Zuschauern auf der Allmend zu verarbeiten (zentralplus berichtete). Trainer Fabio Celestini versprüht Zuversicht, redet von einem «super Spiel», das seine Mannschaft gegen den Branchenprimus gemacht habe. Zumindest eine Stunde lang.

Dann kam der Fehler von Marco Burch, der sich beim Spielaufbau an der Mittellinie den Ball zu weit vorgelegt hatte. Jordan Siebatcheu ging dazwischen und lancierte YB-Teamkollege Meschak Elia, der das zwischenzeitliche 2:3 machte. «Marco Burch zeigte Selbstvertrauen und agierte in dieser Szene zu mutig», nahm ihn Fabio Celestini in Schutz.

Auf die Nachfrage von zentralplus, ob sein aufgerüstetes Team die Cleverness erst noch gemeinsam erarbeiten müsse, sagt der FCL-Trainer: «Das Problem war, dass Burch nach dem 3:1 weiterhin spielen wollte, derweil Goalie Marius Müller dazu übergegangen war, weite Bälle zu schlagen. Wir müssen lernen, über die gesamte Spieldauer die gleiche Idee zu verfolgen und umzusetzen.»

Entscheidung innerhalb weniger Sekunden

Marco Burch wirkt nicht nachdenklich, als er über den ersten grossen Lapsus in seiner Karriere spricht: «Von aussen sieht die Szene anders aus als für mich, und es lässt sich leicht sagen, dass man das anders hätte lösen sollen. Aber auf dem Platz hast du eine bis zwei Sekunden Zeit, um eine Entscheidung zu treffen.»

Er will damit nicht in Abrede stellen, dass er einen Fehler gemacht hat. «Dieser ist auch noch ein bisschen im Hinterkopf. Aber es haben schon grössere Fussballer viel grössere Fehler gemacht», hält Marco Burch fest.

«Meine Reaktion galt der späten Niederlage.»
FCL-Verteidiger Marco Burch

Aber was hat der Fehler in ihm ausgelöst? Unmittelbar nach der Startniederlage zog er sich das Leibchen über den Kopf und schlug sich die Hände vors Gesicht. «Meine Reaktion galt der späten Niederlage», stellt der 20-Jährige klar.

Und weniger seinem Fehler, der zum Anschlusstreffer führte. «Wir lagen noch immer ein Tor vorne, mein Fehler bedeutete nicht die Niederlage», sagt Marco Burch. Anders ausgedrückt: Der FCL hatte sein Spielglück noch immer in den eigenen Füssen.

Marius Müller für unbestimmte Zeit out

Doch ganz spurlos ging die unangenehme Erfahrung, für einen Verlusttreffer verantwortlich zu sein, nicht an Marco Burch vorbei. Er, der erst am 7. Dezember 2019 sein FCL-Debüt gab und ein halbes Jahr später mit einer Meniskusverletzung bis zum Jahresende ausfiel, gibt offen zu: «Ich überlegte mir, meine Teamkollegen als Wiedergutmachung zu einer Pizza oder sonst etwas einzuladen. Aber dann liess ich es bleiben. Ich wollte den Fehler nicht noch grösser machen, als er ist.»

Was in der Vergangenheit liegt, lässt sich nicht mehr ändern. Das ist eine simple Weisheit. Entscheidend ist deshalb, was die Zukunft dem FCL und Marco Burch bringt. Luzerns Lebensversicherung Marius Müller wird wegen Problemen im Bereich der Adduktoren und Hüfte für unbestimmte Zeit ausfallen. Der neuverpflichtete Vaso Vasic übernimmt den Goaliejob.

FCL-Abwehrarbeit entscheidet über sportliches Glück

Man braucht kein Prophet zu sein, um vorherzusagen, dass das sportliche Glück des FC Luzern in nächster Zeit von der Qualität der Defensivarbeit abhängen wird. Von Vasic und der personell auf dem Zahnfleisch laufenden Innenverteidigung. Und dies zum ersten Mal am Nationalfeiertag in St. Gallen.

Für einen Einsatz in der Ostschweiz sind zudem die leicht angeschlagenen FCL-Offensivkräfte Dejan Sorgic (Wade), Pascal Schürpf (geschwollenes Knie) und Samuele Campo (Rückenbeschwerden) fraglich.

«Holger Badstuber wird ab nächster Woche athletisch so weit sein, um sich für die Stammformation aufzudrängen», sagt FCL-Trainer Fabio Celestini über seinen zentralen Abwehrspieler von Weltruf. Der am Mittwoch neuverpflichtete Innenverteidiger David Domgjoni wird mindestens so lange brauchen (zentralplus berichtete).

Bis dahin müssen es Marvin Schulz und Marco Burch in der Luzerner Innenverteidigung richten. Schulz sagt, dass die Wadenprobleme gegen YB kein Thema mehr seien. Und Marco Burch hält fest: «Was der Fehler mit meinem Selbstvertrauen gemacht hat, sehen wir in nächster Zeit.»


https://www.zentralplus.ch/fc-luzern-so ... m-2151729/

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