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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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shalako
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Verfasst: Donnerstag 19. April 2018, 08:02 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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19.04.2018  Zitat: Lieblingsrolle Nervensäge
Dem FC Thun gelingt gegen die Young Boys einmal mehr eine Überraschung. Nach dem 2:2 im Derby ist die YB-Meisterparty um mindestens eine Woche verschoben.
Es sind Szenen aus lange vergangenen Zeiten, die sich am Mittwochabend in der Stockhorn-Arena abspielen. YB, der souveräne und stilsichere Leader, der 2018 nie verloren und fast immer gewonnen hat, muss anrennen und bietet Räume für Konter an. Thuns Sandro Lauper erobert im Mittelfeld den Ball, Grégory Karlen marschiert durch die Stadtberner Hälfte, der Walliser vergibt aber das 3:1 für das Heimteam leichtfertig.
Die Thuner, die die Saison gegen den designierten Meister mit positiver Bilanz abschliessen können, scheinen erneut zuzuschlagen. Und währendessen geht der FC Basel gegen GC in Führung, YB braucht jetzt einen Sieg, um am Sonntag zu Hause gegen Lausanne noch Meister werden zu können.
Thun ist Gelb
In Erwartung eines weiteren Fussballfests sind Stunden zuvor YB-Fans von überall her zur Stockhorn-Arena geströmt, durch Aare-, Gürbe- und Emmental, viele in Gelb-Schwarz. Der Aufruf des Clubs «Alles in Gelb nach Thun» ist nicht ungehört geblieben, Thun ist an gewissen Orten tatsächlich Gelb. Für YB und seine Anhänger ist, der grosse Erfolg vor Augen, jedes Spiel ein grosses. Und so tragen sie dazu bei, dass die Stockhorn-Arena mit 10'014 Zuschauern erstmals seit dem Dezember 2011 und dem ersten Berner Derby im neuen Stadion ausverkauft ist. Rund die Hälfte der Zuschauer sympathisiert mit YB, mindestens.
Und YB agiert in Thun wie ein Heimteam. Es übernimmt von Beginn an die Kontrolle, Miralem Sulejmani und Christian Fassnacht kommen dem Thuner Tor zaghaft näher, nach einer Viertelstunde brauchen die Oberländer schon eine Grosstat ihres Goalies Guillaume Faivre gegen Roger Assalé, um nicht in Rückstand zu geraten. YB tritt auf, wie das ein Team, das seit Anfang Dezember und dem letzten Derby in Thun ungeschlagen ist, eben tut: abgeklärt und selbstbewusst.
Bei den Young Boys fällt nicht mal sonderlich ins Gewicht, dass mit dem kurzfristig verletzten Kevin Mbabu, dem gesperrten Sékou Sanogo und dem geschonten Guillaume Hoarau drei der besten Spieler nicht auf dem Platz stehen. Wobei: Für Hoarau spielt Jean-Pierre Nsame, der erfolgreichste Torschütze der Vorrunde. Und der Kameruner, seit dem Winter zum Nebendarsteller degradiert, erzielt in der 27. Minute nach herrlichem Zuspiel Fassnachts das 1:0 für die Gäste. YB führt, das Heimteam muss seinen Matchplan revidieren.
Spektakuläre Derbygeschichte
Thuns Trainer Marc Schneider hat im 3-5-2-System eine Mannschaft aufgestellt, die vor allem ein Ziel verfolgt: möglichst kein Gegentor zu erhalten. Die Oberländer sind damit in den letzten Wochen gut gefahren, sie haben in vier Partien acht Punkte geholt, weil sie wenig zuliessen und vorne eiskalt zustiessen. Thun hat wenig gemein mit jenem Team, das YB in der Vorrunde zweimal geschlagen und viele Tore geschossen hat. Eine Aufholjagd scheint deshalb eher unwahrscheinlich.
Und dann ist eine Stunde gespielt, und Thun liegt plötzlich vorne – wie aus Zauberhand. Erst foult Sulejmani Glarner im Strafraum stümperhaft, Spielmann verwandelt den Penalty sicher, dann steigt Roy Gelmi nach einem Corner zwei Etagen höher als sein Gegenspieler Kasim Nuhu und trifft mit einem wuchtigen Kopfball. Es steht 2:1, die Derbygeschichte 2017/2018 ist um eine spektakuläre Wende reicher. Die Thuner brillieren einmal mehr in ihrer Lieblingsrolle als YB-Nervensäge.
YB ist geschockt
Die Gelb-Schwarzen müssen das erst einmal verkraften, sie taumeln in diesen Minuten. Doch die Thuner können nicht profitieren und werden dafür bestraft: Der linke Verteidiger Loris Benito wird am linken Flügel angespielt, er flankt in die Mitte, wo Christian Fassnacht in der 82. Minute mit dem Kopf zum 2:2 trifft. Nuhu schnappt sich den Ball und trägt ihn schnurstracks zur Mittellinie zurück.
YB will gewinnen, das Meisterrennen möglich rasch entscheiden. Doch richtig gefährlich wird es vor dem Thuner Tor nicht mehr. Als erst zweites Team ringen die Oberländer den Young Boys im 2018 ein Unentschieden ab. YB-Mittelfeldspieler Leonardo Bertone drischt den Ball verärgert auf die Tribüne.
Und so sind es am Ende die Thuner, die sich über das 2:2 freuen können. Sie holen im Abstiegskampf einen wichtigen Punkt und viel Selbstvertrauen. Und weil Basel gegen GC 1:0 gewinnt, sind die Meisterfeierlichkeiten der Young Boys um mindestens eine Woche bis zum Heimspiel am 28. April gegen den FC Luzern vertagt. https://www.derbund.ch/sport/fussball/L ... y/17108810
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shalako
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Verfasst: Donnerstag 19. April 2018, 08:04 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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19.04.2018  Zitat: Zurechtrücken hier, werweissen da nach dem Derby
YB wehrt sich nach dem Remis in Thun gegen zu hohe Erwartungen. Und die Oberländer bewerten den Punkt mit Zurückhaltung.
So hektisch die Schlussphase auf dem Platz war, so nüchtern ging es im Kabinengang zu und her. Nach dem 2:2 zwischen Thun und YB, diesem gerade im zweiten Durchgang äusserst abwechslungsreichen Fussballspiel, da hiess es erst einmal: durchatmen. Als Erster versuchte sich Thorsten Schick in der Analyse – und startete mit einer Verlustmeldung: «Es war wohl deutlich zu sehen, wie wir in der zweiten Halbzeit plötzlich den Faden verloren haben.»
«Wir sind auch nur Menschen»
Der Österreicher hat bei YB auf der rechten Mittelfeldseite gegen Christian Fassnacht und Nicolas Ngamaleu gemeinhin einen schweren Stand. Am Mittwoch im Derby kam er für einmal eine Reihe dahinter zum Einsatz, weil Kevin Mbabu kurzfristig mit einer leichten Muskelverletzung ausfiel, weil Jordan Lotomba schon länger mit Knieproblemen fehlt. Schick brauchte einen Moment, um ins Spiel zu finden, sein Pech war auch, dass YB gerade auf der rechten Seite verwundbar schien.
Angesprochen auf die schwache YB-Phase nach der Pause, in der die Stadtberner den Ausgleich und das 1:2 hinnehmen mussten, holte Schick etwas weiter aus. «Wir sind auch nur Menschen», rief er in Erinnerung, «seit Wochen, ja seit Monaten liefern wir Spiele auf sehr hohem Niveau ab.» Da könnten solche Hänger vorkommen, «zumal wir auch umgehend reagiert haben».
Captain Steve von Bergen, in der Abwehr im hektischen zweiten Teil des Abends einer der umsichtigeren Verteidiger, teilte diese Sichtweise. Der Routinier analysiert oft antizyklisch, auch gestern wehrte sich von Bergen gegen eine allzu schlechte Einstufung der Leistung seiner Mannschaft. «Wir haben zwei Tore geschossen, zwei bekommen, eines auf Standard, eines auf Penalty. Fünf Treffer und Tiki-Taka – sorry, das liegt nicht immer drin.»
«Fünf Treffer und Tiki-Taka – sorry, das liegt nicht immer drin.» Steve von Bergen
Auf Thuner Seite war die Freude, den grossen Bruder im Kanton in dieser Saison einmal mehr geärgert zu haben, zunächst noch verhalten. Zu schwer wog zunächst noch die Enttäuschung über das späte Gegentor in der 82. Minute, zu ausgelaugt waren die Oberländer vor allem nach der kräftezehrenden Abwehrschlacht in der Schlussphase. Zu leichtgewichtig, zu schmalbrüstig seien sie gewesen, meinte das Kraftpaket Dennis Hediger.
«Im Moment funktionieren wir als Team», sagte Hediger weiter, das habe sich in diesen letzten fünf Partien ohne Niederlage und gestern Abend in der Pause gezeigt. Und der eiskalte Penaltyschütze Marvin Spielmann fasste die Thuner Wende noch gekonnter zusammen: «Wir haben uns hingesetzt, Mut gemacht und es dann umgesetzt.»
«Ach was, woher auch?»
YB muss den Titelgewinn nach dem gestrigen Punktverlust um mindestens eine Woche verschieben. Erste Gedanken an Nervenflattern, Marco Wölfli? «Ach was, woher auch?» https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/17289888
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shalako
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Verfasst: Donnerstag 19. April 2018, 17:27 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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19.04.2018  Zitat: Hätte das Spiel nur einmal 80 Minuten gedauert
Aufgrund einer starken und effizienten zweiten Halbzeit konnten die Thuner lange auf einen dritten Sieg im vierten Derby in dieser Saison gegen den BSC Young Boys hoffen. Doch kurz vor dem Schlusspfiff traf ein ehemaliger Spieler zum 2:2 Ausgleich.
Bis zur 82. Minute herrschte Hoffnung unter den Thun-Fans. Bis zu dieser Minute stand es 2:1 für das Heimteam. Doch seit dem Führungstreffer drückten die Stadtberner auf den Ausgleich, versuchten sich ein ums andere Mal über die Seite oder durch die Mitte zu kombinieren, und bis zu diesem Zeitpunkt konnten die Mannen von Marc Schneider immer wieder die Chancen zunichte machen. Doch in dieser 82. Minute tankte sich Miralem Sulejmani auf der linken Seite durch und flankte in die Mitte, wo der Ex-Thuner Christian Fassnacht höher stieg und den Kopf so hinhielt, dass der Ball hinter Schlussmann Guillaume Faivre über die Linie flog.
Erste Halbzeit geht an YB
Vom Ergebnis her war es der Schlusspunkt in einem spannenden und umkämpften Kantonsderby. In der heimischen Stockhorn Arena versuchte Marc Schneider mit einem 3-5-2 gegen die anstürmenden Bundeshauptstädter zu bestehen. Doch gerade in der ersten Halbzeit klappte dies nur bedingt.
Während YB hinten konsequent verteidigte und ab und an gefährlich vor dem Tor von Faivre auftauchte, fehlte es dem FC Thun an Genauigkeit. Spielmann, Sorgic und die weiteren offensiven Kräfte bekundeten immer wieder Mühe beim letzten Pass, sodass sie YB-Schlussmann Marco Wölfli selten in Bedrängnis bringen konnten.
So nahm die Partie gegen den kommenden Meister in der 27. Minute auch ihren nicht erhofften aber erwartbaren Lauf: Nach einem starken Pass von Fassnacht konnte Jean-Pierre Nsame einnetzen. Bis zum Halbzeitpfiff konnten die Thuner keine Antwort darauf finden und gingen mit dem 0:1 in die Kabine.
Cleverer Glarner
Dort muss Marc Schneider die richtigen Worte gefunden haben, denn das Team kam wie verwandelt aus den Katakomben unterhalb des Stadions. Die Mannschaft agierte aggressiver, wirkte präsenter und attackierte den ballführenden Spieler früher. Zudem machten sich die beiden Flügel Mickaël Facchinetti und Stefan Glarner vermehrt in der Vorwärtsbewegung bemerkbar – wie etwa auch vor dem Ausgleichstreffer.
So wurde Glarner zunächst rund 25 Meter vor dem Tor gefoult, was zu einem Freistoss führte. Dabei spielte Marvin Spielmann nochmals auf den losstürmenden Glarner, der von Sulejmani im Strafraum gelegt wurde. Schiedsrichter Urs Schnyder konnte nicht anders als auf den Punkt zeigen. Den anschliessenden Strafstoss verwandelte Spielmann souverän.
Selbstvertrauen vor Partie am Samstag getankt
Die Thuner gaben von da an den Ton an, und so dauerte es keine drei Minuten, ehe wieder gejubelt werden durfte: Nach einem Eckball, dem ein schöner Schuss von Dejan Sorgic voranging, köpfte Verteidiger Roy Gelmi den Ball ins Netz, und die ausverkaufte Stockhorn Arena wurde zur Festhütte. Thun zog sich daraufhin vermehrt zurück mit der Hoffnung, einen glückbringenden Konter fahren zu können. Dabei machte sich aber wieder die Ungenauigkeit bemerkbar, da der letzte Pass wie bereits in der ersten Halbzeit nicht mehr ankam.
Und dann folgte die 82. Minute – die zunächst für Sorgenfalten auf den Gesichtern der Fans aber schliesslich für freudige Gesichter sorgte, da ein Punkt aus diesem Spiel mehr war, als man zuvor wohl budgetiert hat. Mit 33 Zählern liegt man nun zwei Punkte vor dem Abstiegsplatz, den Lausanne-Sport innehat. Kein schlechtes Gefühl, das die Thuner vor der Partie am Samstag gegen den FC St. Gallen haben werden.
Matchtelegramm FC Thun Berner Oberland – BSC Young Boys 2:2 (0:1)
10'014 Zuschauer. - SR Schnyder.
Tore: 27. Nsame 0:1, 58. Spielmann (P) 1:1, 61. Gelmi 2:1, 82. Fassnacht 2:2.
Thun: Faivre; Righetti, Gelmi, Sutter; Hediger, Facchinetti, Karlen, Lauper, Glarner; Spielmann, Sorgic.
YB: Wölfli; Benito, von Bergen, Nuhu, Schick; Sulejmani, Aebischer, Bertone, Fassnacht; Nsame, Assalé.
Bemerkungen: Thun ohne Nikolic, Bürgy, Tosetti, Costanzo, Bigler und Joss (alle verletzt) sowie Dzonlagic, Alessandrini und Schwizer (nicht im Aufgebot). YB ohne Sanogo (gesperrt), von Ballmoos, Sow, Lotomba und Mbabu (alle verletzt). https://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/163868/
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shalako
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Verfasst: Freitag 20. April 2018, 08:07 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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20.04.2018  Zitat: Eichhörnchentaktik
Die Punkteteilung zwischen Thun und YB macht keinen der Beteiligten wirklich glücklich, wobei beide bemüht sind, das Positive herauszustreichen.
Als Christian Fassnacht am Mittwochabend die Treppe zu den Katakomben der Stockhorn-Arena hinuntergestiegen ist, biegt er schnurstracks links ab. Nicht weil er sich an alter Wirkungsstätte in der Garderobe irrt, sondern weil er sich Zeit nehmen will, alte Freunde aus seinem Jahr in Thun zu treffen.
Fassnacht klatscht ab, herzt, lacht und witzelt. Als er Marvin Spielmann erblickt, umarmen sich die beiden. Wenn sie sich sehen, sei der Fussball weit weg, sagt Fassnacht.
Dann reden sie lieber über private Dinge, vereinbaren, dass sie in der Freizeit wieder einmal etwas zusammen unternehmen wollen.Es ist ein versöhnliches Bild. Seit ihrer gemeinsamen Zeit in Thun verbindet die beiden eine Freundschaft, die allerdings an diesem Abend nicht das einzige verbindende Element zwischen den beiden Flügelspielern ist: Beide steuern sie in einem abwechslungsreichen Derby ein Tor bei.
Spielmann verwertet einen Penalty zum Ausgleich, und Fassnacht stellt mit seinem Kopfballtreffer kurz vor Schluss die Punkteteilung sicher. Eigentlich kann es für die beiden Freunde kein besseres Szenario geben.
Oder etwa doch? Als die beiden das Geschehen analysieren, schwingt in ihren Voten eine gewisse Unzufriedenheit mit und eine Unsicherheit, wie der Punktezuwachs einzuordnen ist. «Wir können sicher nicht ganz zufrieden sein», sagt Fassnacht. Und Spielmann meint: «Wenn wir den Spielverlauf anschauen, wäre sicher mehr dringelegen.»
Die Gabe
Im Bauch der Stockhorn-Arena drehen sich die Gedanken der Protagonisten eine Zeit lang um diverse Hätte-wäre-wenn-Szenarien, und das Gefühl überwiegt, dass das 2:2 keines der beiden Teams wirklich weiterbringt.
Mit dem zweiten Unentschieden der Rückrunde berauben sich die Young Boys der theoretischen Möglichkeit, bereits am Sonntag im Heimspiel gegen Lausanne den Meistertitel sicherzustellen, und die Thuner verpassen es, von den Niederlagen der direkten Konkurrenten Sion und GC vollends zu profitieren und sich im Abstiegskampf etwas Luft zu verschaffen.
Eine Gabe, die Fussballer und Trainer jedoch nur zu gut beherrschen, wenn sie mit kritischen Fragen konfrontiert werden, ist es, Positives herauszustreichen. Und so sagt Fassnacht: «Es gibt keinen Grund dafür, jetzt in Panik zu verfallen. Das Wichtigste ist, dass wir immer noch ungeschlagen sind.»
«Es gibt keinen Grund dafür, jetzt in Panik zu verfallen. Das Wichtigste ist, dass wir immer noch ungeschlagen sind.» Christian Fassnacht
Der Zürcher offenbart die meisterliche Ruhe, welche die Young Boys seit Wochen auszeichnet, wenn sie dem langersehnten Titel immer näher kommen, auch in dem Moment, der in anderen Jahren als zumindest kleiner Rückschlag gewertet worden wäre, zumal Basel mit dem Sieg gegen GC den Abstand auf elf Punkte verkürzte.
Doch heuer ist bekanntlich vieles anders bei YB, und Fassnacht weiss, dass früher oder später der Punkteabstand zu Basel irrelevant sein wird, wenn er vom abtretenden Meister nicht mehr wird wettgemacht werden können.
«Wir kommen deswegen nicht von unserem Weg ab», sagt auch Trainer Adi Hütter, und Marco Wölfli stellt sogar fest, dass der Weg zum Titel erneut kürzer geworden ist. Stimmt, den Bernern fehlen noch acht Punkte, damit sie definitiv als Meister feststehen.
Patzt Basel, könnte es frühstens am übernächsten Samstag nach dem Heimspiel gegen Luzern so weit sein. Mit Rechnereien befasst sich Fassnacht indes nicht. «Ich bin dann einfach froh, wenn wir es geschafft haben.»
Das Geschichtsbuch
Thun-Captain Dennis Hediger fasst mit einem Wort zusammen, wie sich die beiden Teams mit der Punkteteilung ihren Saisonzielen nähern. Mittels «Eichhörnchentaktik». Langsam und mühselig erhält das Thuner Punktekonto Zuwachs.
«In unserer Situation können wir jeden Punkt gebrauchen», sagt Trainer Marc Schneider, der die Kunst des positiven Hervorhebens auch bestens verinnerlicht hat, indem er viel lieber von der «positiven Entwicklung» spricht, die seine Mannschaft in den letzten fünf Spielen seit dem 2:7-Debakel in Sion genommen habe, als dass er sich über Fassnachts späten Ausgleichstreffer und die dadurch verlorenen zwei Punkte ärgern würde.
Schneider weiss um das happige Restprogramm, das für die Thuner noch drei Partien gegen direkte Konkurrenten vorsieht und am Sonntag das Spiel in St. Gallen, da bleibt keine Zeit, sich mit Vergangenem zu beschäftigen. Es gibt jedoch trotzdem etwas, dem der 37-Jährige nachtrauert. «Wir wären gerne das Team gewesen, das YB dreimal besiegt.»
In einer Saison, in der sich die Young Boys irgendwann einen Eintrag in den Geschichtsbüchern sichern würden, hätten sich die Oberländer damit ganz bestimmt auch einen Abschnitt in dieser Chronik verdient gehabt. https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/13557468
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shalako
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Verfasst: Freitag 20. April 2018, 08:13 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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19.04.2018  Zitat: Viele starke Akteure beim Derby
Es war eine muntere Partie zwischen dem Heimteam und den Gästen aus der Bundeshauptstadt. Obwohl der BSC Young Boys statistisch die besseren Werte aufweisen konnte, hätten die Thuner den Sieg für ihre Leistung verdient gehabt. Eine Analyse.
Die Fans hatten am Mittwochabend mit vielem rechnen können, schliesslich hat der FC Thun Berner Oberland in dieser Saison bereits zweimal gezeigt, wozu er gegen den Kantonsbruder fähig ist. Und bis zur 82. Minute sah es auch ganz danach aus, dass die Thuner den Sieg auch tatsächlich über die Zeit retten könnten. Doch der ehemalige Spieler Christian Fassnacht hatte etwas dagegen und netzte per Kopf zum 2:2-Schlussresultat ein. Was die einzelnen Akteure aber bis dahin zeigten, war dem des kommenden Meisters aus Bern ebenbürtig.
Die Aufstellung
Thun-Trainer Marc Schneider wusste aus den bisher drei Partien in der Saison, wie er gegen die Young Boys spielen lassen muss. Bis auf den 0:4-Sieg im Stade de Suisse vom 9. August 2017 liess Schneider immer im 3-5-2 auflaufen. Auch dieses Mal sollte es sich als die richtige Aufstellung gegen YB erweisen. Dadurch hatten die Thuner nämlich mit den rastlosen Mickaël Facchinetti und Stefan Glarner zwei Spieler auf der linken und rechten Seite, die sich entweder nach vorne orientierten oder gegebenenfalls in der Defensive aushelfen konnten. Mit der grossgewachsenen Dreierkette vor Torhüter Guillaume Faivre waren ein Hoarau oder Nsame mehrheitlich abgemeldet – nur Roger Assalé oder Christian Fassnacht konnten mit ihrem Tempo ab und an für brenzlige Situationen sorgen.
Die Mauer im Tor
Genau gegen die zuletzt genannten Assalé oder Fassnacht stand dann meist ein Mann im Mittelpunkt, der zu Beginn der Saison noch abgemeldet war: Guillaume Faivre. Der 31-Jährige hatte einige heikle Situationen zu überstehen und meisterte sie immer wieder mit Bravour. Zudem gab er den Ton an, wie seine Vorderleute zu stehen hatten. Man darf sich sicherlich auch bei ihm bedanken, dass ein Punkt im Berner Oberland blieb.
Schlitzohr Glarner
Roy Gelmi gehört ebenso zu denen, denen man auf die Schulter klopfen darf. Wie er sich immer wieder von der Verteidigung aus in der Offensive einschaltete, zeigte exemplarisch, wie heiss die Thuner waren. Auch Marvin Spielmann merkte man den Willen zum Sieg in dieser Partie an, suchte er doch immer wieder den Abschluss. Der Eisbrecher war aber einer, der wie Gelmi ebenfalls hinten und vorne zu finden war: Stefan Glarner.
Der Meiringer war nämlich der Ausgangspunkt für das wegweisende 1:1-Ausgleichstor. Zunächst suchte er einen Freistoss, den dann Spielmann aus rund 22 Metern ausführen durfte. Dort zog er perfekt in den Strafraum los und erhielt von Spielmann auch den Ball. Bevor Glarner den aber annehmen konnte, wurde er von Sulejmani gelegt. Es war der Startschuss in eine tolle letzte halbe Stunde – die nur knapp nicht mit einem Sieg belohnt wurde. https://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/163870/
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