29.02.2016

Zitat:
«Ein dreckiger Sieg»
Der junge YB-Innenverteidiger Grégory Wüthrich spricht über den 1:0-Sieg der Young Boys in Zürich, seine Rolle im Team sowie seine Fortschritte.
Wissen Sie, zum wievielten Mal YB in dieser Saison einen Zu-null-Sieg realisiert hat?
Grégory Wüthrich: Ehrlich gesagt nicht genau. Aber das ist uns leider nicht oft gelungen, deshalb war es auch ein Ziel von uns, das endlich wieder einmal zu schaffen.
Es war erst das dritte Mal und erstmals seit fünf Monaten und dem 1:0-Sieg in Thun.
Wir haben zu viele 1:1-Unentschieden in dieser Saison, das wissen wir. Darum ist es wichtig, gelang uns heute eine defensiv gute Leistung. Wir liessen kaum Chancen zu und unterstützten uns immer wieder bestens.
Obwohl YB am Ende sehr defensiv spielte, wurde es kaum einmal gefährlich für Ihr Team. Hat Sie die Harmlosigkeit des FCZ ebenfalls überrascht?
Wir standen sicher und mussten tatsächlich nicht zittern, selbst wenn vielleicht einige das Gefühl hatten, wir hätten Probleme. Dass der Gegner ab und zu einen Eckball oder Freistoss in Strafraumnähe treten darf, ist völlig normal. Wir arbeiteten stark als Team.
Haben die Young Boys so einen Sieg benötigt, um endlich eine Serie zu lancieren?
Wir waren heute offensiv auch nicht so zwingend, deshalb ist es schön, konnten wir trotzdem drei Punkte holen. Es war ein dreckiger Sieg, aber das darf auch mal sein.
Wieso dreckiger Sieg?
Weil wir insgesamt ebenfalls kaum Torchancen hatten, aber diesmal eben effizient waren. Und weil wir letztlich siegten, weil wir jederzeit solidarisch gekämpft hatten.
Sie sind mit 21 Jahren seit einigen Monaten bei YB in der Innenverteidigung gesetzt und haben den routinierten Milan Vilotic verdrängt. Sehen Sie sich als Stammspieler neben Captain Steve von Bergen?
Ich will immer spielen, klar, das ist mein Ziel, dafür arbeite ich jeden Tag hart. Bei YB ist der Konkurrenzkampf gross, man kann sich nicht ausruhen.
In Zürich gelang Ihnen eine gute Leistung und ein souveräner Auftritt, obwohl Sie sich auch diesmal einige Fouls leisteten.
Das muss ich noch abstellen, das stimmt, aber ich spiele nun einmal körperbetont.
Sie wurden kurz vor der Pause verwarnt und mussten in der zweiten Halbzeit einige Male in einem Zweikampf zurückziehen. Kann es sein, dass Sie sich in solchen Situationen früher weniger clever verhalten hätten?
Man lernt immer dazu, und ich habe aus meinen Gelb-Roten Karten aus der Vergangenheit sicher gelernt.
Sie haben aber erst einen Platzverweis erhalten, in der Vorrunde beim 0:1 in Basel . . .
(lacht) . . . dann habe ich aus meiner Gelb-Roten Karte gelernt.
http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/14001739