05.10.2015

Zitat:
Die Young Boys werden wieder besungen
Beim 3:1-Sieg gegen GC zeigte sich YB von seiner Schokoladenseite und liess sich mal wieder von den Fans feiern.
Sie jubeln wieder gemeinsam, die Wogen scheinen geglättet. Nach dem 3:1-Sieg gegen GC stimmen die Berner Fans wieder mal den Lobesgesang an. «We love you, and where you play we follow», singen die Fans, während die Spieler sehnlichst darauf warten, umherzuspringen und zu tanzen.
Das Verhältnis zwischen den Fans und der Mannschaft litt aufgrund der zeitweise schrecklichen Leistung des Teams im Sommer, als viele Fans mit Pfiffen ihren Unmut kundtaten. Tempi passati: Unter Trainer Adi Hütter machen die Auftritte wieder Spass, mittlerweile haben beide Parteien wieder Lust darauf, gemeinsam zu feiern. Eine verständliche Wendung.
Nach der Leistung von YB gestern gegen GC dürften die allermeisten Anhänger der Young Boys mit einem Lächeln aus dem Stadion geschritten sein. «Aufgrund der Torchancen, die wir herausgespielt haben, ist es ein verdienter und wichtiger Sieg für uns in diesem Spitzenspiel», sagte YB-Trainer Hütter. «Vor allem vor der Pause spielten wir sehr gut.»
Toller Kombinationsfussball
YB war gegen den Tabellenzweiten GC fast während des ganzen Spiels das bessere Team. Der erste Torschuss blieb aber GC vorbehalten, Mergim Brahimi stellte Yvon Mvogo aber vor keine Probleme. Kurz darauf nahm der Berner Express Fahrt auf. Immer wieder spielten die Young Boys sehenswerte Kombinationen toll heraus. Bereits vor Bertones Schlenzer zur Führung waren die Berner zu zwei nennenswerten Chancen gekommen. Einmal verpasste der aktive Renato Steffen, einmal Denis Zakaria.
In der 34.Minute wurde Alexander Gerndt von Munas Dabbur am Vorbeiziehen gehindert, der Schwede landete auf dem Bauch, startete auf allen vieren wieder durch und wollte aufs Tor ziehen. Schiedsrichter Adrien Jaccottet entschied auf Foul, nennenswert wäre jene Szene nicht, aber am Sonntag stand sie als gutes Beispiel für das unwiderstehliche YB-Vorhaben, in jeder Situation den Weg aufs Tor zu suchen.
Kurz darauf war es wiederum Gerndt, der mit einer feinen Ballannahme am Ursprung des 2:0 stand. Sofort vermochte er in der 37.Minute den langen Ball Loris Benitos zu kontrollieren und auf Yuya Kubo zu spielen, der pfannenfertig für Miralem Sulejmani vorbereitete.
Einziger Wermutstropfen, so man ihn denn suchen will, im Berner Auftritt war die Fahrlässigkeit in der Chancenauswertung vor dem 3:1 durch Steffen in der Nachspielzeit. Nach Dabburs Anschlusstreffer hatte Kubo hochkarätige Möglichkeiten vergeben, einmal verpasste er das Abspiel, einmal vergab er eine Hereingabe kläglich.
«Es war in dieser Phase gefährlich für uns, weil GC schnell umschalten kann», sagte Hütter. Im Vergleich mit YB allerdings ist das Kader der Zürcher dünn besetzt. Während die Berner gestandene Spieler einwechseln können, müssen die Grasshoppers auf noch unbekannte Talente wie Gubari Sherko (19 Jahre) und Nikola Gjorgjev (18 Jahre) zurückgreifen.
Der Berner Feierlaune aber tat diese Tatsache am Sonntag keinen Abbruch.
http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/29399271