24.08.2015
Zitat:
Erleichterung bei den Young Boys
Der Sieg in Sitten hebt bei YB die Stimmung markant. Captain Steve von Bergen freut sich nach dem Spiel über erschöpfte Teamkollegen.
Nach dem Schlusspfiff spielte Steve von Bergen noch ein letztes Mal mit seinen Muskeln – er ballte seine Fäuste. Die Zuschauer in Sitten konnten erahnen, wie gross die Erleichterung bei ihm sein muss. Innig herzte der YB-Captain dann einige Spieler und Harald Gämperle, der inzwischen auch die Arme in die Höhe gerissen hatte. Die Feierlichkeiten waren für YB der Lohn für eine starke Darbietung.
Minuten später stellte sich von Bergen den Journalisten im Bauch des Stadions. Noch dort war ihm der Seelentrost anzumerken. Für einmal musste er sich vor den Medienschaffenden nicht rechtfertigen, sondern durfte sorglos erklären. Am Ende versagte dann doch noch etwas, nämlich die Stimme. Von den ausgiebigen Antworten, aber wohl auch vom intensiven Dirigieren auf dem Feld. «Es gab in der Kabine viele Freudenschreie, für uns war es heute ein ganz wichtiger Sieg. Einer mit dem Herz, aber auch mit der Wut im Bauch», sagte von Bergen.
Und: «Es ist schön, zu sehen, dass alle Spieler völlig ausgepumpt sind, das muss immer so sein.» Gleich mehrere Male betonte der 32-Jährige, wie wichtig und richtungsweisend dieser Auswärtssieg sein könne. Auch die starken Darbietungen der vielen jungen Akteure, die Gämperle gegen Sion einsetzte, entgingen ihm nicht. «Chapeau an diese Jungs», fasste er kurz zusammen.
Einziger Wermutstropfen war dabei die gelb-rote Karte an die Adresse von Denis Zakaria. Auch ihm gelang sonst eine gute Partie. «Er war ganz traurig, aber ich habe ihn für seine Darbietung gelobt und hoffe, er kommt nun mit einem Lachen aus der Garderobe», sagte von Bergen.
Doppeltes Erfolgserlebnis
Kurz nachdem sich von Bergen dann selbst seiner Arbeitskleidung hatte entledigen dürfen, schritt Zakaria vorbei. Der Captain hätte beruhigt sein können, denn Zakaria zeigte wenigstens den Ansatz eines Lächelns, als er an den Mikrofonen vorbeizog. Miralem Sulejmanis Grinsen war da schon deutlicher, was nicht verwunderte, schliesslich feierte er nebst dem Vollerfolg des Teams auch einen persönlichen Triumph: Erstmals traf er für YB in einem Pflichtspiel.
Gämperle attestierte dem Mittelfeldspieler eine gute Einstellung: «Er arbeitet im Training stets hart, deshalb gönne ich ihm das Tor besonders.» Der Serbe selbst sagte: «Es ist schön, dass ich nun getroffen habe, aber viel wichtiger sind die drei Punkte.» Für ihn sei es nie eine Frage gewesen, dass das Team die Qualität besitze, um solche Spiele abzuliefern. «Es war nur eine Frage der Zeit, aber jetzt muss natürlich die Bestätigung folgen.»
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