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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Montag 13. Juli 2015, 11:37 
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Top 10 – bei den Young Boys greifen die Jungen an

Seit einigen Jahren werden die Young Boys ihrem Namen gerecht. 10 von 27 Akteuren sind 21 Jahre alt oder jünger. YB- Talentmanager Christoph Spycher spricht über die Talente.

Jahrelang wurden die Young Boys kritisiert, weil kaum einmal ein Akteur aus dem eigenen Nachwuchs den Durchbruch realisierte. Das ist seit einigen Saisons anders. So sind beispielsweise die früheren YB-Junioren Roman Bürki (Dortmund) und Michael Frey (Lille) im Ausland engagiert.

Und derzeit stehen einige Talente im Kader, die irgendwann ebenfalls in eine grosse Liga wechseln könnten – wie übrigens auch ältere Akteure wie Renato Steffen, Sékou Sanogo, Jan Lecjaks oder auch die aktuellen Zugänge Miralem Sulejmani und Loris Benito.

«Die Super League ist eine Ausbildungsliga», sagt YB-Sportchef Fredy Bickel. «Und wir müssen mit Spielern durch Ablösesummen Geld verdienen können. Das gehört zum Geschäftsmodell in der Schweiz.»

Prominente Konkurrenz

Gleich 10 von 27 YB-Kaderspielern sind derzeit 21 Jahre oder jünger. Der Konkurrenzkampf ist riesig, das Team ist breit und prominent besetzt. «Für die Jungen ist das gut, weil sie viel profitieren können», sagt Trainer Uli Forte. «Doch es ist so auch schwieriger, regelmässig zum Einsatz zu kommen.» YB ist aber bestrebt, den Talenten eine Chance zu geben.

Oft werden junge Fussballer von YB an kleinere Klubs verliehen – wie zuletzt Grégory Wüthrich (GC), Haris Tabakovic (Wil) oder Alexander Gonzalez (Thun), die wieder zurück sind. Oder wie aktuell Thomas Fekete (Biel), Marco Bürki, Sven Joss (beide Thun), Nicolas Bürgy (Wohlen) und David von Ballmoos (Winterthur). Und auch von den zehn aktuellen U-21-Spielern könnte der eine oder andere bald noch leihweise dafür abgegeben werden, Spielpraxis zu erhalten.

Der langjährige Nationalspieler und frühere YB-Captain Christoph Spycher arbeitet heute bei den Young Boys unter anderem als Talentmanager. Er äussert sich in den Porträts der zehn Talente über die Jungen. Und sagt ganz generell: «Es ist wichtig, dass sie geduldig bleiben, in Ruhe reifen können und nicht zu früh ins Ausland wechseln.»

Florent Hadergjonaj – Der Flankenspezialist

Rechts auf der Überholspur etablierte sich Florent Hadergjonaj im letzten Jahr im YB-Kader. Der Langnauer überzeugte mit forschen Auftritten als Rechtsverteidiger – und vor allem mit präzisen, scharfen, gefährlichen Flanken. Auch der schmächtige, aber zähe Hadergjonaj hatte wie andere Spieler in seinem Alter mit Leistungsschwankungen zu kämpfen.

Aber der 20-Jährige hat gute Aussichten, sich einen Stammplatz zu erkämpfen. Dank ihm stabilisierte sich zudem Konkurrent Scott Sutter, der zuvor gesetzt gewesen war. Die beiden liefern sich einen Zweikampf auf hohem Niveau. «Für Hadergjonaj geht es darum, den nächsten Schritt zu machen», sagt Christoph Spycher. «Und es ist gut für ihn, hat er jetzt seine Lehre abgeschlossen und kann sich voll auf den Fussball konzentrieren.»

Haris Tabakovic – Der Torjäger

Seine Torquoten sind beeindruckend: 18 Tore in 25 Einsätzen fürs U-21-Team von YB. 11 Treffer in 24 Partien in der Challenge League für Wil, wo er die letzte Saison leihweise verbrachte. Und 3 Tore in 3 Cupspielen.

Haris Tabakovic ist ein Torjäger, der in elf Kurzeinsätzen in der Super League aber noch nie getroffen hat. Vor wenigen Wochen feierte er seinen 21. Geburtstag, mit seiner Körpergrösse (1,94 Meter), seiner Spielstärke und seinem Torinstinkt vereint er Eigenschaften, die selten sind.

Er erinnert an Marco Streller. «Er schiesst Tore und bewegt sich gut», sagt Christoph Spycher, «hatte aber zuletzt Verletzungspech.» Bei YB ist die Konkurrenz stark und prominent, so steht ihm Guillaume Hoarau vor der Nase. Dennoch hat Tabakovic gute Chancen, im Kader zu bleiben.

Grégory Wüthrich – Der Coole

Laut Nationaltrainer Vladimir Petkovic gehört Grégory Wüthrich zu den drei grössten Schweizer Verteidigertalenten. Weil er bei YB selten gespielt hatte, war er im letzten halben Jahr leihweise bei GC engagiert, wo er vor allem zu Beginn sehr stark agierte. Bei den Young Boys sind Steve von Bergen und Milan Vilotic in der Innenverteidigung gesetzt.

Doch weil viele Partien anstehen, dürfte Wüthrich seine Chancen erhalten. Und vielleicht setzt Coach Uli Forte ja auch ab und zu auf eine Dreierkette. «Wüthrich macht vieles richtig und ist bereits sehr abgeklärt», sagt Christoph Spycher. «Wie für die anderen Jungen gilt aber auch für ihn, dass seine Entwicklung lange nicht zu Ende ist. Er kann noch besser werden.» Der 20-jährige Wüthrich ist Stadtberner – und auf wie neben dem Rasen cool.

Denis Zakaria – Der Dominante

Der Vergleich ist gewagt, und doch hört man ihn bei YB ab und zu. Das sei einer wie Patrick Vieira, heisst es, wenn es um Denis Zakaria geht. Erst seit rund zwei Wochen gehört Zakaria, vorher bei Servette, zum Kader der Young Boys, akzeptiert ist er seit dem ersten Tag. Dank seines Wesens, aber auch dank seiner Klasse.

Mit langen Beinen, Robustheit, Ballsicherheit und klugen Pässen orchestriert Zakaria (1,91 m gross) im Zentrum des Mittelfelds den Aufbau – eben ein wenig im Stil des früheren französischen Nationalspielers Vieira. Zakarias Dominanz ist auffällig, dabei ist der gebürtige Kongolese erst 18. «Mein erster Eindruck über ihn ist sehr positiv», sagt Christoph Spycher, «er hat alle überrascht und überzeugt.» Möglicherweise hat YB mit Zakaria ein echtes Juwel an Land gezogen.

Taulant Seferi – Der Pechvogel

Anfang Jahr wechselte Taulant Seferi aus Mazedonien zu YB. Der 18-Jährige gilt als grösstes Versprechen in seiner Heimat, bei YB hatte er aber grosses Pech und hatte mit diversen Verletzungen zu kämpfen. «Er muss zuerst einmal richtig fit und gesund werden», sagt Christoph Spycher. «Verletzungspausen sind für einen jungen Fussballer nicht immer einfach.

Er darf einfach nicht ungeduldig werden.» Seferi ist ein flinker, frecher Flügelspieler, der mit seiner Schnelligkeit ein Unruheherd ist. «Was wir von ihm im Training gesehen haben, hat uns gefallen», sagt Spycher. «Leider hat er selten die Chance gehabt, es im Spiel zu zeigen.» Seferi wohnt bei seiner Schwester, die seit 9 Jahren in Bern lebt. Er will sich bei YB durchsetzen, könnte aber vorerst leihweise zu einem kleineren Klub wechseln.

Leonardo Bertone – Der Kämpfer

Er war eigentlich bereits abgeschrieben gewesen bei YB und aussortiert. Doch Leonardo Bertone kämpfte sich über die zweite Mannschaft zurück und erhielt doch noch einen Profivertrag. In der letzten Saison schliesslich startete der zentrale Mittelfeldspieler durch und nutzte Verletzungspausen von Sékou Sanogo und Milan Gajic aus, um Eigenwerbung zu betreiben.

Höhepunkt war sein Tor in der Europa League gegen Napoli, das Team aus seiner Heimat. Der 21-Jährige ist ein zäher, robuster Balleroberer, der auch nach vorne Impulse setzen kann. «Bertone hat eine sehr gute Einstellung», sagt Christoph Spycher. «Und er ist von seiner positiven Art her einer, der Führungsaufgaben übernehmen kann. In der U-21-Nationalmannschaft kann er das jetzt beweisen.»

Dario Marzino – Der Lernende

Dario Marzino, früher Junior von Dürrenast und Thun, ist das nächste grosse YB-Goalietalent – nach Roman Bürki, mittlerweile bei Dortmund, Mvogo und David von Ballmoos, der diese Saison leihweise bei Winterthur in der Challenge League spielt. Der 18-jährige Marzino ist seit dieser Spielzeit dritter Keeper bei den Young Boys.

«Er hat in letzter Zeit extreme Fortschritte gemacht und sich seinen Platz in der ersten Mannschaft verdient», sagt Christoph Spycher. «Und er wird in den Trainings enorm viel von Mvogo und dem erfahrenen Marco Wölfli profitieren können.» Weil für einen jungen Fussballer nichts wichtiger ist als Spielpraxis, dürfte Marzino in dieser Saison regelmässig in der U-21-Mannschaft eingesetzt werden. Und vielleicht wird auch er irgendwann ausgeliehen.

Yvon Mvogo – Der Hochbegabte

Yvon Mvogo gilt als vielleicht weltbester Torhüter mit Jahrgang 1994. Und das Supertalent erhält bei YB die Zeit, zu reifen. Mvogo hätte schon vor Jahren ins Ausland wechseln können, doch er verfolgt einen klaren Plan und hat bei den Young Boys ideale Bedingungen: Trainer Uli Forte setzt auf den seit kurzem 21 Jahre alten Keeper.

Christoph Spycher lobt das aussergewöhnliche Talent gleichfalls: «Er ist sehr weit und für sein Alter enorm reif. Seine erste ganze Saison in der Super League war gut.» Es sei jetzt wichtig, dass Mvogo weiter hart arbeite und nicht nachlasse. «Wenn er so weitermacht, kann er viel erreichen», sagt Spycher. «Er darf aber nicht vergessen, dass man gerade als Torhüter nie ausgelernt hat.» Der U-21-Nationalgoalie steht bereits im erweiterten Kader der A-Auswahl.

Miguel Castroman – Der Edeltechniker

Jeden, den man auf Miguel Castroman anspricht, schwärmt von dessen ausserordentlichen technischen Fähigkeiten. Castroman, 20 Jahre, ist bereits seit neun Jahren bei YB, zuvor hatte er bei Breitenrain gespielt. Der zentrale Mittelfeldspieler ist ein Gestalter, der mit Ballfertigkeit und Übersicht Akzente setzt. Seit Jahren ist er in den Nachwuchsnationalteams Stammspieler. Und jetzt versucht er, sich bei YB einen Platz zu ergattern.

«Er bringt vieles mit», sagt Christoph Spycher, «und stand vor eineinhalb Jahren nach starker Vorbereitung in der Winterpause bereits kurz vor regelmässigen Einsätzen.» Dann aber verletzte sich Castroman, zudem ist YB auch auf seiner Position sehr gut besetzt. Legt er körperlich noch zu, kann er aber gerade auf dem Kunstrasen im Stade de Suisse eine Hilfe sein.

Yuya Kubo – Der Zurückhaltende

Manchmal vergisst man, dass Yuya Kubo immer noch erst 21 ist. Vor zwei Jahren startete er fulminant und spektakulär bei YB, doch seit längerer Zeit stagniert der Japaner. «Er setzt sich stark unter Druck und war in der letzten Saison vielleicht nicht immer locker genug», sagt Christoph Spycher.

«Aber jetzt spürt man, dass er wieder frisch ist.» Kubo ist ein zurückhaltender Mensch, es ist für die YB-Verantwortlichen nicht immer einfach, ihn zu verstehen. «In dieser Vorbereitung wirkt er gelöster», sagt Spycher. «Ich bin sicher, dass er für uns noch sehr wertvoll wird.»

Der spielstarke Kubo kann in der Offensive auf vielen Positionen eingesetzt werden, mit seiner Schnelligkeit, Schussstärke und Antizipationsgabe ist er wohl als Regisseur im 4-2-3-1-System am besten aufgehoben.


YB-Nachwuchs – 27 Junioren-Nationalspieler

Die gute Nachwuchsarbeit bei YB zeigt sich auch in der Anzahl Juniorennationalspieler. Gleich 27 Fussballer der Young Boys stehen in den Kadern der U-15 bis U-21 der Schweiz. Dieser hohe Wert relativiert sich aber in zweifacher Hinsicht. Erstens haben GC (38), Basel (34) und Zürich (34) noch mehr Nachwuchsnationalspieler als YB – und Servette genau gleich viel. Und zweitens hat kein anderer Verband die Nachwuchsauswahlen derart breit abgestützt wie der Schweizerische Fussballverband (SFV). In den jeweiligen Jahrgängen sind teilweise weit über 30 Spieler im Team, zudem wechseln die Akteure, weil sich der SFV einen Überblick verschaffen will.
Deshalb haben Vereine aus grossen europäischen Ligen auch deutlich weniger Juniorennationalspieler als die besten Schweizer Klubs. In Ländern wie Frankreich, wo die Nachwuchsarbeit zentral organisiert wird und die Akteure teilweise verteilt werden in die Juniorenzentren, hat kein Klub mehr als 7 Talente in nationalen Auswahlen.

Zahlreiche helvetische Teenager stehen übrigens bei ausländischen Klubs unter Vertrag, der teilweise ungesunde Kampf um die besten Talente geht weltweit schon vor der U-15 los.
Nachfolgend eine Übersicht über alle aktuellen U-Nationalspieler der Young Boys – und ein Vergleich mit den anderen Schweizer Vereinen sowie ausgewählten Klubs aus Spanien, Frankreich, Deutschland und England (jeweils die zwei Bestwerte sowie Bayern).

U-21
Yvon Mvogo (Goalie)
David von Ballmoos (Goalie)
Florent Hadergjonaj (Verteidiger)
Grégory Wüthrich (Verteidiger)
Leonardo Bertone (Mittelfeld)
Haris Tabakovic (Stürmer)

U-20
Miguel Castroman (Mittelfeld)
Denis Zakaria (Mittelfeld)
Marko Dangubic (Stürmer)

U-19
Elia Alessandrini (Verteidiger)
Linus Obexer (Verteidiger)
Vedad Efendic (Mittelfeld)
Kwadwo Duah (Stürmer)

U-18
Piero Soldini (Goalie)
Léo Seydoux (Mittelfeld)

U-17
Lars Schädeli (Goalie)
Nico Clausen (Verteidiger)
Kreshnik Hajrizi (Verteidiger)
Dominik von Känel (Stürmer)

U-16
Joshua Neuenschwander (Goalie)
Jan Kronig (Verteidiger)
Nico Maier (Mittelfeld)
Yannick Toure Fode (Stürmer)

U-15
Gianluca Romano (Verteidiger)
Lewin Blum (Mittelfeld)
Igor Andrejevic (Stürmer)
Mambimbi Khonde (Stürmer)

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http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/11124512

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Dienstag 14. Juli 2015, 21:37 
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100'000 im Boccia-Hüsli

Man soll ja vorsichtig sein mit Superlativen. Aber Berner Fussballfans dürfen sich auf die vielleicht beste und reizvollste Super-League-Saison der Geschichte freuen. YB hat prächtige Aussichten, den ersten Meistertitel seit 1986 zu gewinnen.

YB wird Meister!

YB wird Meister?

«YB wird Meister.» Diese Aussage hört man in Bern ja regelmässig. Seit über einem Jahrzehnt spielen die Young Boys relativ konstant oben in der Super League mit, doch immer haben sie versagt, wenn es um die Verteilung der Titel ging. Manchmal kläglich, manchmal unglücklich, meistens chancenlos, zweimal in einer Finalissima gegen Primus Basel. Und doch heisst es Sommer für Sommer, dass die Young Boys den FCB angreifen, dass sie bereit sind für den nächsten Schritt, dass sie investiert haben.

Am Ende jubelten die Basler. Dreimal in den letzten 10 Jahren auch die Zürcher, nie aber die Berner und ihr zunehmend ratloser, ernüchterter, zugleich romantisch verklärter Anhang.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Und jetzt ist die Hoffnung vor dem Saisonstart gross wie vielleicht nie in den letzten 55 Jahren. Aber wer weiss schon, wie die Stimmungslage 1960 war? Seither wurden die stolzen Young Boys einmal(!) Schweizer Meister. Das war 1986 und jährt sich bald zum unrühmlichen Jubiläum. 30 Jahre nach dem Triumph, der nach dem entscheidenden 4:1-Sieg am 24. Mai 1986 auf der Maladière gegen Rivale Xamax im engen Boccia-Hüsli auf dem Gelände des alten Wankdorfs im kleinen Rahmen begossen wurde, wäre die Bühne im nächsten Jahr bei den Feierlichkeiten in der Hauptstadt eine ganz andere.

Und wenn jeder, der behauptet, damals im Lokal der YB-Boccia-Sektion dabei gewesen zu sein, wirklich dabei gewesen war, wäre die Kapazität des Häuschens zehnmal übertroffen worden. Laut Beteiligten feierten damals nicht einmal alle YB-Akteure dort, einige gingen in die Stadt.

Es gibt Leute, die sagen, im nächsten Frühling würden über 100'000 Menschen die Strassen Berns bei einem YB-Meisterzug säumen. Wer erlebt hat, wie die leidgeprüften Berner Anhänger vor 5 und 7 Jahren mitfieberten, als der FC Basel im letzten Saisonspiel stärker war, kann erahnen, wie gross die Titelsehnsucht ist. Und jetzt stehen die Chancen so gut wie lange nicht, dass YB tatsächlich endlich, endlich den 12.Meistertitel erringt.

Natürlich: Basel ist Favorit. Klar: YB ist YB und hat in den letzten Jahren oft eine tolle Ausgangslage vermasselt. Und selbstverständlich: Basel muss, YB kann Meister werden. Und doch muss YB auch ein wenig liefern, im Dreijahresplan des Vereins, 2013 aufgestellt, ist ein Titelgewinn bis 2016 vorgesehen. In der Champions League oder in der Europa League wollen die Stadtberner in dieser Saison für Furore sorgen, im Cup ist der Weg zum Triumph nur sechs Partien lang, aber dieses YB war in den letzten Jahre kein Pokalteam. Stichwort Buochs. Oder Le Mont. Oder Wil. Um nur drei Beispiele peinlicher YB-Cupausrutscher zu nennen.

Also: die Meisterschaft! Basel ist schwächer als letztes Jahr, heisst es, denken viele, sagen die meisten. YB aber ist besser geworden, das Kader klug zusammengestellt, alle Positionen sind doppelt besetzt, die Mischung aus starken Routiniers und begabten Jünglingen passt. Man spürt die Meisterträume in Bern, zuerst waren sie zart, mittlerweile glauben viele daran. Der Druck steigt. Trainer Uli Forte hat deshalb schon mal gesagt, es sei arrogant, den Titel zu fordern, Basel sei zuletzt sechsmal Meister geworden.

Eine halbe Stunde Fahrt von Bern entfernt werkelt der FC Thun in seiner Nische. Bescheiden, beständig, beflissen. Ciriaco Sforza, als Fussballer Weltklasse, ist der neue Trainer, er kann nach den überragenden Resultaten in den letzten Jahren nur verlieren.

Oder nur gewinnen.

Denn viel traut man den Thunern auch diesmal nicht zu. Im Rest der Schweiz. Aber am Donnerstag bestreiten sie in Jerusalem eine Europacuppartie. GC, St.Gallen und Luzern schauen auf kontinentaler Ebene mal wieder nur zu. Thun nicht. Thun spielte sogar in der Champions League, das war vor 10 Jahren, und doch erinnert man sich daran, als sei es gestern gewesen. Mauro Lustrinellis Tore. Die unglückliche Niederlage im Highbury gegen Arsenal. Die Königsklassenhymne im Stade de Suisse. YB hat die Musik des grossen Fussballs nie als Champions-League-Teilnehmer hören dürfen.

Vielleicht ändert sich das schon in einigen Wochen. Der Weg dahin ist beschwerlich, es warten prominente Gegner aus grossen Ligen in der Qualifikation. Das kann aufregend werden. Vielleicht aber müssen die Young Boys noch ein Jahr warten. Der Meister 2016 ist ja direkt für die Champions League qualifiziert, die Berner könnten nach den Millionendefiziten in den letzten Saisons die mindestens 20 Millionen Franken Einnahmen gut gebrauchen.

Das Timing für den YB-Titelgewinn wäre perfekt.

YB auf Rang 1, Thun auf Rang 7, Vaduz steigt ab

YB oder Basel? Diese zwei Teams gelten in den Saisonprognosen als klare Favoriten der Super League. Die «SonntagsZeitung» tippte die Young Boys auf Rang 1. In einer Umfrage unter den sechs Journalisten dieser Zeitung, die sich mit der Super League befassen, landete YB viermal auf dem ersten Platz, Basel zweimal. Der FC Thun ist – wie immer in den Prognosen – nicht in der oberen Tabellenhälfte, bei uns landeten die Oberländer viermal auf Rang 8 und je einmal auf Rang 6 und 4.

Relative Einigkeit herrschte in Bezug auf die grösste Wundertüte der Liga, den FC Sion – er wurde fünfmal als Drittplatzierter genannt. Und als Absteiger sehen fünf von sechs den FC Vaduz. Da ist möglicherweise der Wunsch Vater und Mutter des Gedankens. Die ungeliebten Liechtensteiner könnten ja durch Xamax oder Aarau ersetzt werden. Am Samstag startet die Super League.

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http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/16333792

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Dienstag 14. Juli 2015, 21:46 
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«Wir wollen diese Saison einen Titel gewinnen»

Die Young Boys äusserten sich am Dienstag zu ihren Saisonzielen. Das M-Wort ist noch nicht gefallen. Einen Pokal holen will man aber auf jeden Fall. Bernerzeitung.ch/Newsnet berichtete live von der Medienkonferenz.


Ende

Das wars bereits von der Medienkonferenz. Wir beenden damit den Liveticker.
Trainingsspiel gegen Xamax

Albert Staudenmann weist zum Schluss noch auf das letzte Testspiel vor Saisonbeginn hin. Dieses findet heute Abend um 19 Uhr in Biel auf der Gurzelen statt. Der Gegner ist Challenge-Leagueist Xamax.
Afum

Zur Causa Samuel Afum sagt Forte, dass er ihn schon lange nicht mehr so stark wie jetzt erlebt habe. Er will offenbar noch etwas zuwarten mit einem eventuellen Leihgeschäft.
Transferpolitik

Fredy Bickel betont nochmals, dass YB an der Transferfront das rausgeholt habe, was sich der Club vorgenommen hat. Die Verhandlungen hätten teils sehr lange gedauert. Mit Benito etwa hatte Bickel bereits vor 7-8 Monaten Kontakt. Mit Sulejmani seit März.
Neue Vize-Captains

Marco Wölfli wird nächste Saison nicht mehr Vize-Captain sein - auf dessen eigenen Wunsch, wie Uli Forte betont. Neu werden Vilotic und Hoarau dieses Amt übernehmen.
Rotationen im Kader

Uli Forte ist froh, dass er auf jeder Position eine Doppelbesetzung hat, das sei gerade im Hinblick auf etwaige englische Wochen im Spätsommer wichtig.
Sanogo fraglich

Uli Forte freut sich auf den Saisonstart am Samstag gegen Zürich. Er schätzt sich sehr glücklich, dass sein Team so wenige Verletzte hat. Einzig Sanogo ist noch ein Sorgenkind. Es ist noch nicht sicher, ob er am Samstag eingesetzt werden kann. Sanogo verletzte sich am Samstag gegen Stuttgart, wahrscheinlich handelt es sich um eine Aduktorenzerrung.
Kader

Bickel findet das Kader mit 26 Spielern noch etwas aufgebläht. «25 wären besser», meint er. Bis August wird es sicher noch zu dem einen oder anderen Leihgeschäft kommen.
Costanzo

Nun ist es fix: Costanzo wird nächste Saison leihweise beim FC Vaduz spielen.
Fredy Bickel

Der Sportchef sagt, YB sei besser vorbereitet als letztes Jahr. Allen voran, weil das Kader dieses Jahr praktisch keine Verletzten aufweise.
Saisonziele

Werner Müller betont, dass YB hungrig sei auf die neue Saison. Er spricht über die Zielsetzungen: Es wäre vermessen, Basel nicht als Titelfavoriten zu nennen. Aber auch YB habe Ambitionen, sagt er. «Wir haben das Ziel, diese Saison einen Titel zu gewinnen.» Man habe vor allem die Meisterschaft oder den Cup im Auge. Europäisch will man bis im Winter dabei sein - ob in der Champions League oder in der Europa League wird offengelassen.
Vor der Medienkonferenz

Herzliche willkommen zur YB-Medienkonferenz zum Saisonstart am Samstag. Mediensprecher Albert Staudenmann, YB-Präsident Werner Müller, Sportchef Fredy Bickel und Coach Uli Forte haben Platz genommen. Gleich gehts los...
Vorschau

Drei Jahre ist es her, als bei den Young Boys Coach Uli Forte und Sportchef Fredy Bickel das Zepter übernahmen. Nach einer verpatzten Saison mit dem 7. Schlussrang rief Fredy Bickel einen Dreijahresplan aus. Dieser sah vor, dass YB bis spätestens im Sommer 2016 einen Pot in die Höhe stemmen kann.

Tatsächlich kam YB diesem Schritt - zumindest in der Meisterschaft - Schritt für Schritt näher. 2014 wurden die Berner 3., letzte Saison 2. Die logische Steigerung wäre nun der Meistertitel nächsten Sommer - exakt 30 Jahre nach dem letzten Meistertitel!

Alleine wegen dieses Dreijahresplanes darf erwartet werden, dass die sportliche Führung von YB bei der heutigen Medienkonferenz nach langer Zeit wieder einmal das ominöse «M-Wort» in den Mund nehmen wird. In den letzten Saisons hatte man dies tunlichst vermieden.

Die Meisterambitionen sind berechtigt. Denn während Serienmeister Basel schwerwiegende Abgänge (Streller, Frei, Schär) hinnehmen muss, ist es YB (bislang) gelungen, seine wichtigsten Spieler zu halten. Dank der Spendierfreude der Rhis-Brüder hat man sich gar noch verstärkt (Sulejmani, Benito, Zakaria).

Uli Forte kann aus dem Vollen schöpfen. Gegenüber letzter Saison hat er kaum Verletzte im Kader, jede Position ist doppelt oder gar dreifach besetzt, der Konkurrenzkampf innerhalb des Teams dürfte zunehmen. Das einzige Luxuxproblem: Mit 27 Spielern ist das Kader eher zu gross, es wird wohl noch zu diversen Leihgeschäften kommen.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/23442036

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 15. Juli 2015, 20:35 
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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 15. Juli 2015, 23:47 
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YB: Mit neuem Trumpf einen Titel holen

Am Samstag starten die Berner Young Boys in die neue Saison. 30 Jahre nach dem letzten Meistertitel will YB in der Super League wieder zuoberst stehen. Die Hoffnungen in Bern ruhen auf einem prominenten Neuzugang: Miralem Sulejmani.

«Der kommt sowieso nicht in die Schweiz», lachte Milan Vilotic ungläubig, als ihn Sportchef Freddy Bickel anfangs Jahr auf dessen serbischen Landsmann Sulejmani ansprach. Doch Vilotic wurde eines Besseren belehrt, YB ist der Transfercoup in diesem Sommer gelungen. Das ist Miralem Sulejmani:

Der Millionen-Mann: 25 Millionen überwies Ajax Amsterdam einst für den spielstarken Mittelfeldspieler, das ist Klubrekord. Vor zwei Jahren wechselte Sulejmani ablösefrei zu Benfica Lissabon, fand dort aber den Tritt nicht. YB liess sich den Linksfuss rund 3 Millionen Franken kosten.

« Er ist ein Wettkampftyp und kein Trainingsweltmeister. »

Uli Forte
Trainer BSC Young Boys

Der Wettkampftyp: Bei den Sprints im Training ist Sulejmani selten zuvorderst anzutreffen. Für Trainer Uli Forte ist das kein Problem: «Mir sind Wettkampftypen lieber, denn mit Trainingsweltmeistern gewinnst du meist nicht so viele Spiele.»
Der Zurückhaltende: Ganz bescheiden und ruhig sei er, sagt Captain Steve von Bergen über seinen neuen Teamkollegen. Sulejmani sieht sich denn auch selber nicht als neuen YB-Trumpf: «Wir sind zu elft auf dem Feld, dazu kommen die Jungs auf der Bank und auf der Tribüne - alle sind wichtig.»

Mit dem neuen Trumpf, der gar keiner sein will, fordern die Young Boys den Serienmeister heraus. Zudem möchte man sich im Cup für einmal nicht blamieren:

Die Ziele: YB will in diesem Jahr einen Titel gewinnen: Klappt es mit dem ersten Meistertitel seit 30 Jahren nicht, soll zumindest der Cupsieg her.
Die letzte Saison: Platz 2 in der Super League - mit grossem Vorsprung auf den FC Zürich, aber auch mit 12 Punkten Rückstand auf den Meister. Im Schweizer Cup blamierte sich YB in der zweiten Hauptrunde gegen Buochs aus der 2. Liga interregional.
Die weiteren Transfers: Wie Sulejmani fand auch Loris Benito den Weg von Benfica Lissabon in die Hauptstadt. Der 23-jährige Linksverteidiger kehrt nach einem Jahr in die Super League zurück.


http://www.srf.ch/sport/fussball/super- ... itel-holen

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 16. Juli 2015, 00:05 
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Der Titel-Flirt ist offizialisiert

Die Young Boys gehen drei Tage vor dem Saisonstart schon mal verbal auf Angriff.

Der Präsident des BSC YB kam gleich zur Sache. «Wir haben Ambitionen», sagte Werner Müller. «Unser Saisonziel lautet einen Titel zu gewinnen; im Cup oder in der Meisterschaft.»

Die Medienleute im Stade de Suisse rutschten freudig auf ihren Stühlen hin und her. Das war nun endlich eine ­Ansage. Und sollten die Young Boys die Zielsetzung diese Saison verpassen, hat man nun genügend Stoff und Aussagen, um sie in den Zeitungen und Online-­Portalen den Verantwortlichen um die Ohren schlagen zu können.

Andererseits haben die Young Boys vor dem Saisonstart auch kaum eine ­andere Wahl, als auf Angriff zu blasen. Im November wird es drei Jahre her sein, seit Sportchef Fredy Bickel bei YB unterschrieben hat. Er rief damals einen ­Dreijahresplan aus, der vorsieht, dass YB spätestens im Sommer 2016 wieder einen Pokal in die Hauptstadt bringt.

Ein weiteres Mal hinter dem FC Basel in Deckung zu gehen und von einem Rang unter den ersten drei zu sprechen, wäre angesichts der grossen Investitionen, ­welche YB in den letzten Jahren ­tätigte, der Medienschar kaum mehr zu verkaufen gewesen.

Zudem hat YB-Besitzer Andy Rihs an der weinseligen Geburtstagsparty von ­Bickel vor einigen Wochen schon mal den Takt vorgegeben, als er seinem Sportchef gesagt hat: «Es geht einfach nicht, dass wir Basel so allein lassen. Das gibt Einsamkeit und Einsamkeit macht am Schluss tiefenpsychologisch depressiv.» Das erzählte Rihs der «SonntagsZeitung».

Nun, mit den Zuzügen von Miralem Sulejmani, Loris Benito und Nachwuchshoffnung Denis Zakaria haben sich die Young Boys nochmals in jeder Reihe punktuell verstärkt.

Obwohl es auf den ersten Blick nicht den Anschein macht, war an der Wechselfront bei den Young Boys einiges in Bewegung. 12 Spieler kamen, 12 Spieler gingen, rechnete Sportchef Bickel vor. Bezeichnend ist aber, dass es den Bernern gelungen ist, diesmal alle Schlüsselspieler an Bord zu halten. «Die Mannschaft umfasst heute 26 Spieler, das ist eigentlich über das Ziel hinausgeschossen», erklärte ­Bickel. Bis Ende August werde es aber noch Mutationen geben, man wolle das Kader – oh erstaunlich – auf 25 Spieler abbauen. Von diesen 26 Spielern betonte Bickel, stammen 10 aus der eigenen Nachwuchsabteilung, 10 Spieler sind unter 21 Jahre alt und 8 Spieler sind Akteure, die in der vergangenen Saison an andere Clubs ausgeliehen ­waren.

Forte: «Das ist ein Luxus für mich»

Trainer Uli Forte freut sich über diese feudalen Bedingungen. «Wir haben 26 Spieler im Kader, jede Position ist doppelt besetzt, das ist ein Luxus für mich.» Der Zürcher sprach damit den Konkurrenzkampf an, der bei YB so gross ist wie noch nie. «Wenn sich eine Mannschaft selber aufstellt, hat ein Trainer die grössten Sorgen. Wenn sich eine Mannschaft so präsentiert wie bei uns mit diesem ­Kader, hat man schöne Probleme. Die ­bereiten auch schlaflose Nächte, wenn man hin und her abwägt, wenn man aufstellen soll. Aber das sind schöne, schlaflose Nächte», gibt Forte Einblick in sein Nachtleben.

Jetzt aber gelte es, Taten sprechen zu lassen, sagte Forte. «Wir müssen jetzt nicht mehr Bla, Bla, Bla machen, sondern loslegen wie die Feuerwehr. Am besten fahren wir am Samstag im Letzigrund gegen den FC Zürich gleich den ersten Dreier ein. Schaffen wir das, dann dürfen die Spieler auch ans Gurtenfestival. Schaffen wir das nicht, geht jeder Spieler nach dem Spiel gegen den FCZ nach Hause, lässt die Rollläden runter und geht schlafen.»Nun denn, das kann ja heiter werden bei YB in der neuen Saison.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/De ... y/17515650

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 16. Juli 2015, 00:09 
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Titel als Ziel, Geburtstagskind Gerndt und ein Wettverbot

Die YB-Verantwortlichen erklären am Medientag, dass in dieser Saison ein Titel gewonnen werden soll.

Mit einem herzlichen «Bonjour tout le monde» grüsst YB-Torjäger Guillaume Hoarau pauschal die Journalisten am YB-Medientermin, an dem YB über die Saisonziele informieren will. Schnurstracks folgen ihm die übrigen Spieler nach einem kurzen Kopfnicken zum Buffet.

Beim gemeinsamen Mittagessen mit der Presse legt sich aber keiner der Akteure auf ein konkretes Ziel fest. Teigwaren steht bei den Spielern zuoberst auf der Liste. Allerdings sind es moderate Portionen, die verschlungen werden.

«Basel ist Favorit»

Inbrünstig stimmt YB-Trainer Uli Forte ein «Happy Birthday» an. Sofort wird er begleitet von Spielern und einigen Journalisten. Fast peinlich berührt sitzt Alexander Gerndt mit rotem Kopf und eingezogenem Haupt in der anderen Ecke des Medienzentrums. Schnell wird auch Unwissenden klar, dass sich das Ständchen an den Schweden richtet. Er feiert seinen 29.Geburtstag. «Ich musste heute früh raus, um den Fototermin am Morgen wahrzunehmen, jetzt bin ich froh, wenn ich noch Zeit mit meiner Familie verbringen kann», sagt Gerndt.

Bezüglich einer Saisonprognose hält er sich zurück: «Basel ist als Serienmeister Favorit, wir wollen die Saison mindestens so gut abschneiden wie letztes Jahr.» Auch Milan Gajic ist kein Meistertipp zu entlocken. Auf die umformulierte Frage, auf welches Team er denn hundert Franken wetten würden, gibt sich der Mittelfeldspieler besonders schlagfertig: «Wir haben ja als Direktbeteiligte ein Wettverbot, also ist diese Frage überflüssig.» Die Spieler leben die von ihrem Trainer Uli Forte oft zitierte Weisheit anscheinend auch: «Tra il dire e il fare c’è di mezzo il mare.» (auf Deutsch: Zwischen Reden und Tun liegt das Meer).

In gewohnt lässiger Art schlendert Hoarau in Richtung Kaffeemaschine. Erst Koffeindosis, dann die Journalisten – so der Plan des Franzosen nach dem Mittagessen. Jener für die Saison ist noch etwas weniger ausgereift. «Wir müssen Spiel für Spiel nehmen, und am Ende der Saison schauen wir dann», sagt Hoarau mit der Tasse in der Hand. Die Konstanz sei entscheidend, und für ein Team mit jungen Spielern könne dies schwer werden. Es sei wichtig, nach Rückschlägen nicht in Panik zu verfallen.

Wie die Feuerwehr

Die Spieler verlassen das Mediencenter geschlossen, während sich Präsident, Sportchef und Trainer auf den Weg vor die Presse machen. Nun richten sich die Blicke der Journalisten auf sie. Mediensprecher Albert Staudenmann spricht als Erster ins Mikrofon und begrüsst die rund dreissig Journalisten «aus fast allen Kantonen». Bald ist Werner Müller an der Reihe. Der Präsident spricht über die hohen Ambitionen des Vereins und verkündet die Saisonziele: «Wir wollen diese Saison einen Titel gewinnen und die Gruppenphase eines europäischen Wettbewerbs erreichen.»

Das Raunen aus dem Kreise der Journalisten bleibt aus, diese Ziele waren zu erwarten. Sportchef Fredi Bickel fügt an: «Die Mannschaft hat sich weiterentwickelt, diese Zielsetzung ist eine Folge davon.» Dass die ambitionierten Ziele erreicht werden, liegt nun in der Verantwortung Fortes, der die Runde komplettiert. «Wir müssen loslegen wie die Feuerwehr», sagt er. Mit grossen Versprechungen hält sich der Trainer zurück, denn eines weiss er: Tra il dire e il fare c’è di mezzo il mare.


Transfers

Am Samstag tritt das ambitionierte YB zum heiklen Startspiel in der Super League beim FC Zürich an. Noch nicht abgeschlossen sind die Personalplanungen. Für den unerwünschten Moreno Costanzo fand sich wie erwartet im FC Vaduz ein Abnehmer. Die Liechtensteiner bezahlen YB eine Leihgebühr, die Young Boys aber übernehmen weiter den hohen Lohn des Spielmachers, der sein grosses Potenzial in Bern nie konstant abrief – und dessen Vertrag noch bis 2017 läuft.

Noch immer ist das YB-Kader eher zu gross. Samuel Afums Abgang steht im Raum, möglicherweise werden aber junge Akteure wie Haris Tabakovic, Taulant Seferi oder Miguel Castroman verliehen. Derweil ist Blerim Dzemaili, ein YB-Wunschspieler, weiter auf Klubsuche. Der Galatasaray-Spieler liebäugelt mit einem Transfer in die Premier League, bei Sion würde er enorm viel Geld verdienen. Die YB-Chancen auf eine Verpflichtung Dzemailis sind gering.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/22028042

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Samstag 18. Juli 2015, 23:35 
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Wenn nicht jetzt, wann dann?

Die Vorzeichen, dass die Berner am Ende der Saison nach fast 30 Jahren endlich wieder einen wichtigen Titel feiern können, sind so gut wie schon lange nicht mehr.

YB in der aktuellen Zusammensetzung ohne Andy und Hans-Ueli Rihs – das ist nicht vorstellbar. Nur dank den grosszügigen Investitionen der beiden Besitzer kann sich der Club teure Spieler wie Steve von Bergen, Milan Vilotic, Guillaume Hoarau und Miralem Sulejmani leisten. Und kann sich die sportliche Führung erlauben, die Verpflichtung von Blerim Dzemaili ernsthaft zu prüfen.

Wie viel Geld die sportbegeisterten Zürcher Unternehmer schon in den Club gesteckt haben, seit sie ihn 2008 zu 100 Prozent übernommen haben, ist nicht genau bekannt. Der «Sonntags­Zeitung» sagte Andy Rihs kürzlich, in den letzten paar Jahren seien es 10 bis 15 Millionen gewesen.

Die Freude an ihrem teuren Spielzeug haben die Gebrüder Rihs trotz etlichen Rückschlägen bis heute nicht verloren. Um endlich den ersten wichtigen Titel ins Stade de Suisse zu holen, fanden sie es nach einer kurzen Phase der Zurückhaltung angebracht, wieder im grösseren Stil zu investieren.

Diesmal sollen sie die Transfermillionen für Neuverpflichtungen quasi als Vorschuss zur Verfügung gestellt haben. Das Resultat der jüngsten Vorwärts­strategie: die Zuzüge von Miralem Sulejmani und Loris Benito, die beide bei Benfica trotz sehr gut dotierten ­Verträgen nicht glücklich wurden.

Forsch, aber richtig

Die beiden führen nochmals zu einer Qualitätssteigerung bei den Young Boys. Für die heute beginnende Saison 2015/16 steht den Bernern eine Mannschaft zur Verfügung, die sich punkto Spielermaterial und Kaderbreite vor niemanden verstecken muss. Auch nicht vor dem FC Basel, der einen erneuten Umbruch hinter sich hat.

Es ist nichts als folgerichtig, haben Mannschaft, Trainerstab und Clubführung als Ziel den Gewinn der Meisterschaft oder des Schweizer Cups formuliert. Man mag einwenden, es sei ganz schön mutig, dass Repräsentanten eines Vereins, der seit bald 30 Jahren keinen wichtigen Titel mehr errungen hat, ­derart offensiv kommunizierten.

Doch es gibt auch eine ganz andere Sichtweise, die im Spitzensport gang und gäbe ist. Wer wie YB den Anspruch hat, zur nationalen Elite zu gehören, und überdies beträchtliche Mittel in die Mannschaft gesteckt hat, der muss nach dem Höchsten streben. Und das sind im Fussball nun mal Meister- und Cup-Trophäen.

Was für YB spricht

Titelhoffnungen keimen in Bern jeden Sommer aufs Neue auf. Doch so gross wie diesmal waren sie seit der Ära Petkovic (2008 bis 2011) nie mehr. Und es gibt tatsächlich gute Gründe, wieso die Sehnsüchte der YB-Anhänger im Frühling 2016 endlich wieder einmal gestillt werden könnten:

YB hat ein eingespieltes Team, ­welches in der Sommerpause keine gewichtigen Abgänge verzeichnete.
Für jede der elf Positionen stehen zwei fast gleichwertige Fussballer zur Verfügung, was zur Steigerung der Trainingsintensität geführt hat.
YB verfügt mit Mvogo, von Bergen, Vilotic und Hoarau auf zentralen ­Positionen über starke Leadertypen.
Mit Hoarau besitzt YB einen der Top-3-Stürmer der Liga.
YB hat mit Sulejmani und Benito zwei Spieler geholt, die beide wissen, wie man Titel gewinnt.
Die Mannschaft ist unter Sportchef Fredy Bickel und Trainer Uli Forte gezielt verstärkt worden und verfügt über eine klare Hierarchie.

Wo die Gefahren lauern

Ein sehr breites und kompetitives Kader ist grundsätzlich ein Segen. Und es ist heute bei Spitzenclubs mit internationalen Ansprüchen eine Bedingung, dass alle Positionen doppelt besetzt sind mit Spielern von vergleichbarem Niveau. Doch dies kann auch zu einem Fluch werden. Wenn es einem Team nicht läuft, ist nicht selten schnell Feuer im Dach. Unzufriedene Spieler begehren auf, beklagen sich über mangelnde Einsatzzeit, lassen schon mal vorsorglich den Markt sondieren.

Um ein solches Szenario zu verhindern, müssen die Young Boys einen guten Saisonstart hinlegen. Und sie müssen sich länger auf der europäischen Bühne behaupten. Sprich: Die erneute Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League ist eine Notwendigkeit, um die hochkarätige Belegschaft bei Laune zu halten. In diesem Fall erhalten fast alle Akteure die Chance, genügend Ernstkämpfe zu bestreiten, weil Forte wegen der Doppelbelastung rotieren wird.

Fällt die Europa League (oder wenig realistisch: die Champions League) weg, ist die Gefahr nicht unerheblich, dass in der Kabine Unruhe aufkommt. Die kommunikativen Fähigkeiten des Uli Forte sind dann gefragter denn je. Woche für Woche wird er bestandenen Fussballern erklären müssen, wieso sie in der Super League nur zweite Wahl sind. Keine leichte Aufgabe.

Der Coach ist ohnehin gefordert wie noch nie, seit er bei YB an der Linie steht. Jetzt, da er eine schlagkräftige Mannschaft zur Verfügung hat, muss er die richtigen taktischen Rezepte finden, damit sie auch in fremden Stadien dominant auftreten kann. Das wird notwendig sein, um den FCB ernsthaft bedrängen zu können. Der Serien­meister hat nichts an Selbstbewusstsein eingebüsst, obwohl er die Teamleader Fabian Schär, Fabian Frei und Marco Streller verloren hat.

Was klar ist: Forte ist zum Erfolg ­verdammt. Kommt YB nicht auf ­Touren, wird der Druck auf den Coach schnell wachsen. Und eine weitere Cup-Blamage wie im letzten Herbst gegen den Zweitligisten Buochs würde ihm die Clubleitung kaum verzeihen.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/We ... y/31309994

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Montag 20. Juli 2015, 10:58 
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YB: Zentrumsfrage steht im Zentrum

Im YB-Lager ist man nach der schwachen Leistung in Zürich unzufrieden. Trainer Uli Forte findet, es sei genug geträumt worden, nun brauche es Taten.

Wahrscheinlich sind die Young Boys selber ein wenig erschrocken über ihr Tagwerk. Nach gelungener Saisonvorbereitung und ambitioniert formulierten Zielsetzungen gelang ihnen am Samstag beim FC Zürich fast nichts. «Wir waren nicht gut», sagt Steve von Bergen, aber der Captain meint auch, YB habe immerhin nicht verloren. Mitspieler Renato Steffen kritisiert, dass sich die Young Boys fast die gesamte Zeit versteckt hätten, während Sportchef Fredy Bickel und Trainer Uli Forte in ihren Analysen mehrmals die «Nervosität» erwähnen, welche einige Akteure offenbart hätten.

«Fertig geträumt»

Das mag eine einigermassen erstaunliche Erkenntnis sein, aber der Druck, der auf den Young Boys lastet, ist gross. «Im ersten Spiel weiss man nie, wo man steht», sagt von Bergen, das sieht auch sein Trainer so. Aber Forte ist richtig wütend: «Wir haben viel geredet, schöne Ziele genannt, das mussten wir vor der Saison tun. Aber jetzt ist fertig geträumt, jetzt müssen wir arbeiten und Taten liefern.» Es dürfe jetzt nicht mehr darum gehen, was im Mai 2016 sein könnte. «Bis dahin sind es Lichtjahre im Fussball.»

In einigen Wochen werden YB und Forte schon mal sehen, wohin die Reise gehen könnte. Vor einem Jahr lagen sie nach vier Runden bereits neun Punkte hinter Basel. «Wir sind gefordert», sagt Forte, der den Gurtenfestival-Besuch seiner Spieler am Sonntag kurzerhand strich («es gibt keinen Grund zu festen»). Die Young Boys liessen in Zürich offensiv fast alles vermissen, was ein erfolgreiches Team ausmacht, und man könnte jetzt sagen, das sei nur ein Ausrutscher gewesen. Bloss: YB trat letzte Saison auswärts fatal oft so lethargisch auf. «Wir zeigten keine Initiative, es war keine Bewegung im Spiel, uns fehlten die Anspielstationen», bemängelt Forte.

Gerndts Probleme

In seinem Luxuskader muss der Coach nun Lösungen finden. Insbesondere für den Aufbau, der in Zürich am meisten enttäuschte. «Im zentralen Mittelfeld muss man mehr Bälle fordern und das Spiel ankurbeln», sagt Forte. Von Milan Gajic und Leonardo Bertone kam viel zu wenig, Sékou Sanogo fehlte angeschlagen, der talentierte Denis Zakaria (18) ist zu jung, um als Stammkraft Verantwortung zu übernehmen.

Zudem zeigte sich mal wieder, dass der fleissige Alexander Gerndt auf der Position des Spielmachers nicht ideal aufgestellt ist. «Er hat das oft gespielt», sagt Forte, «und er kann das.» Vielleicht wird der Trainer dennoch irgendwann ein anderes System als das 4-2-3-1 testen. Ein 4-4-2 aber, wo Gerndts Stärken an der Seite Guillaume Hoaraus wohl am besten zur Entfaltung kommen würden, ist eher unrealistisch, ein 3-4-3 dagegen denkbar. Umso mehr, sollte der 29-jährige Blerim Dzemaili noch in diesem Sommer zu YB stossen.

Am Samstag jedenfalls fehlte ein torgefährlicher Puncher wie Dzemaili im Berner Aufbau an allen Ecken und Enden. Bei YB heisst es, eine Verpflichtung des Mittelfeldspielers sei sehr schwierig, daran habe sich nichts geändert. «Stand heute können wir Dzemaili nicht holen», sagt Fredy Bickel erneut, «das Kader ist zu gross, der Transfer zu teuer.»

Die Hoffnung aber hat der Sportchef keineswegs aufgegeben, auch wenn die Diskussionen der letzten Tage um einen mehrjährigen Anschlussvertrag Dzemailis in Bern die Angelegenheit nicht vereinfacht haben. Aus dem Umfeld des Nationalspielers ist weiter zu hören, dass er mit YB genau darüber gesprochen habe, was vom Verein jedoch kategorisch dementiert wird.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/25843998

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2015/2016
 Beitrag Verfasst: Samstag 25. Juli 2015, 10:27 
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Das fehlende Puzzleteil in der Mitte[/b

Ohne starken Spielmacher wird es für YB schwierig, Titel zu holen. Bertone, Gajic und Sanogo sind solide Zentrumsspieler, deren Stärken in der Defensive liegen.

Grosse Schweizer Mittelfeldregisseure? Gibt es nicht allzu viele. Granit Xhaka hat das Zeug dazu. Xherdan Shaqiri auch – sofern er und sein Umfeld sich nicht weiter verzetteln auf der Suche nach einem geeigneten Club in Deutschland oder England. Auch beim Blick zurück bis in die 1970er-Jahre tauchen nicht viele ­Namen auf. Jakob «Köbi» Kuhn, Karl Odermatt, Lucien Favre, Thomas Bickel, Ciriaco Sforza, Georges Bregy und Hakan Yakin dürfen sich zum exklusiven Klub der Spielmacher zählen.

Der Oberwalliser Bregy prägte in seiner langen Karriere das Spiel von Sion, Lausanne-Sport und YB. Mit den Wallisern wurde er zweimal Cupsieger, YB führte er 1986 zum bisher letzten Meistertitel. Sein internationaler Karrierehöhepunkt war die WM-Teilnahme 1994, wo er im Eröffnungsspiel gegen Gastgeber USA mit einem prächtigen Freistoss für Furore sorgte.

Bregy ist berufen, das Anforderungsprofil eines starken zentralen Mittelfeldspielers zu formulieren: «Er ist immer anspielbar, stark in der Balleroberung, technisch sehr gut und wendig. Er kann das Spiel öffnen, den letzten Pass und lange Bälle spielen, und, was ganz wichtig ist: Er kann vorausdenken, wie sich Spielsituationen entwickeln.»

[b]Yapi, der letzte grosse Regisseur


Bei YB, welches in der Regel mit einem 1-2-3-1-System operiert, streiten sich ­aktuell Milan Gajic, Leonardo Bertone, Sékou Sanogo und Denis Zakaria um die zwei zentralen Positionen hinter der hängenden Spitze, die von Alexander Gerndt oder Yuya Kubo besetzt wird. Wie beurteilt Bregy die Fähigkeiten der Berner Mittelfeldspieler? «Gajic ist defensiv stark und ein guter Balleroberer; Bertone ist ein dynamischer, junger Spieler, der gute stehende Bälle schlägt; bei Sanogo sind die Athletik und das Zweikampfverhalten beeindruckend.» Neuzuzug Zakaria kann er nicht beurteilen, da er den 18-Jährigen nur vom Hörensagen kennt. Die beiden ­offensiv orientieren Gerndt und Kubo sind für Bregy «mehr Stürmer als Mittelfeldspieler».

Der 57-Jährige mag sich aus der Ferne nicht kritisch über seinen Ex-Club und die heutigen Protagonisten auf dem Feld äussern. Was ihm nicht entgangen ist: «Seit dem Abgang von Gilles Yapi hatte YB keinen richtig guten Spielmacher mehr.» Der 54-fache Ex-Internationale zählt den derzeit verletzten Ivorer zusammen mit Matias Delgado (Basel) und Carlitos (Sion) aktuell zu den drei besten zentralen Mittelfeldspielern der Super League.

Sportchef Fredy Bickel hat seit seiner Rückkehr Ende 2012 einiges unternommen, damit YB nächstes Jahr endlich wieder mal aus einem goldenen Kelch trinken kann. Er hat das Kader entrümpelt und Leaderfiguren wie von Bergen, Vilotic, Sanogo und Hoarau nach Bern gelockt. Zuletzt holte er von Benfica ­Sulejmani und Benito. Was Bickel bisher nicht gelungen ist: die Verpflichtung eines Spielmachers. Einen solchen zu ­finden auf dem internationalen Markt, ist ein enorm schwieriges Unterfangen, weil Super-League-Vertreter in finanzieller Hinsicht mit den Clubs der grossen Ligen nicht konkurrieren können.

Blerim Dzemaili entspricht dem ­Typus des Spielmachers auch nur bedingt, was YB jedoch nicht daran hindert, heftigst um ihn zu werben. Aus triftigem Grund: Dzemaili ist im besten Fussballalter (29), hat für die Schweiz über 40 Länderspiele bestritten und stand immerhin drei Jahre bei der SSC Napoli unter Vertrag, ehe er 2014 zu Galatasaray wechselte. Und nicht unwichtig: Der Spieler kann sich eine sofortige Rückkehr in die Schweiz vorstellen – falls die Entlöhnung stimmt und ihm ­Perspektiven geboten werden für die Zeit nach der Aktivkarriere.

Ist der Ex-FCZ-Spieler der letzte wichtige Puzzlestein, der YB noch fehlt, um nach 30 Jahren wieder einen Meistertitel zu erringen? Bregy wiegelt ab: «Blerim ist eher eine Nummer 8 als eine 9½ oder 10. Doch er bringt einiges mit, was YB helfen könnte: Er hat viel Erfahrung, kann öffnende Pässe schlagen, ist im Abschluss stark und verfügt über einen strammen Schuss.» Und wie schätzt ­Ex-Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld den Spieler ein, welcher unter ihm nie längere Zeit Stammkraft war? «Dzemaili könnte YB sicherlich einiges bringen, obwohl er defensiv Schwächen hat.»

Aktuell gilt zur Causa Dzemaili, was schon vor einer Woche Gültigkeit hatte: YB ist an dem Internationalen interessiert, doch solange kein Spieler den Club verlässt, ist ein Transfer unwahrscheinlich. Bis auf weiteres müssen also Gerndt oder Kubo (oder Sulejmani) die Spiel­gestalterrolle übernehmen – ob ihnen das behagt oder nicht.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Da ... y/13664597

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