30.04.2015

Zitat:
YB: «Dieses Mal ist es besonders bitter»
Wie schon am letzten Sonntag gegen GC kassiert YB gegen Aarau in der Nachspielzeit den Ausgleich. Das 2:2 ist ein empfindlicher Rückschlag für die Berner, die in der Rückrunde alle Heimspiele gewonnen haben.
Es liefen die letzten Minuten im Stade de Suisse. Die Young Boys führten 2:1 und unterhielten das Publikum mit gefälligen Angriffskombinationen. Steffen schmetterte den Ball aus wenigen Metern freistehend hoch auf die Tribüne. Kubo schoss aus der Nahdistanz Goalie Mall an. Das Publikum raufte sich wegen des Unvermögens die Haare, doch es blieb dennoch recht gelassen. Es sonnte sich in der trügerischen Sicherheit, dass ihr Team diesen Match gegen den offensiv harmlosen FC Aarau ohnehin gewinnen würde. Welch ein Irrtum! Als die 94. Minute angebrochen war, drückte Radice nahe des YB-Strafraumes mit dem Mute der Verzweiflung nochmals ab. Und siehe da: zum zweiten Mal an diesem Abend überwand der Mittelfeldspieler Goalie Mvogo. Aarau konnte in extremis einen höchst unerwarteten Punktegewinn bejubeln.
Und die Young Boys? Die bekamen wie drei Tage zuvor im Letzigrund den Spott und Hohn ihrer Fans zu hören, weil sie es nicht fertig gebracht hatten, einen Vorsprung zu verteidigen. «Die Geschichte hat sich wiederholt. Dieses Mal ist es besonders bitter, weil wir den Match dominiert haben, und es mehrmals verpasst haben, das dritte Tor zu machen», sagte Uli Forte. Viel mehr mochte der Coach in der ersten Enttäuschung nicht sagen.
Er hatte das Team auf der Hälfte der Feldpositionen umgestellt. Die leicht angeschlagenen Vilotic (Knöchelprellung) und Hoarau (Leistenbeschwerden) kehrten wie der wiedergenesene Sanogo in die Anfangsformation zurück. Hinten rechts verteidigte Hadergjonaj für Sutter. Schliesslich erhielt Zárate auf der linken Angriffsseite erstmals seit langer Zeit den Vorzug gegenüber Nuzzolo. Der Argentinier, dessen Vertrag Ende Saison ausläuft, deponierte in fast letzter
Sekunde ein richtig ordentliches Bewerbungsschreiben. Vor der Pause war der 30-Jährige an fast jeder gefährlichen
Aktion beteiligt. Mehrere seiner hohen Flanken landeten auf dem Kopf von
Hoarau. Selber hatte er zwei Abschlussversuche, die diesen Namen wirklich verdienten. Es kam noch besser für den Argentinier. In der 51. Minute verwertete er eine präzise Hereingabe des durchgebrochenen Hadergjonaj im Stile eines Goalgetters.
Mit dem leeren Tor vor Augen
Eigentlich hätte Zarate seine Torquote zwingend verdoppeln müssen, denn eine Viertelstunde vor Schluss hatte er das leere Tor vor sich. Was er daraus machte, passte zu einem Spieler, der in Bern so oft Rätsel aufgegeben hat: er schoss den Ball aus kürzester Distanz an den Pfosten. Es passte zu dieser verrückten 75. Minute, dass Steffen den Abpraller statt ins Tor an die Querlatte drosch. Es wäre das 3:1 gewesen und ziemlich
sicher die Entscheidung in einer Partie, die das Heimteam in der zweiten Halbzeit fast nach Belieben dominiert hatte. Darum fühlte sich das Unentschieden gegen das Schlusslicht, welches sie in dieser Saison kein einziges Mal besiegen konnte, wie eine Niederlage an.
http://www.derbund.ch/sport/fussball/YB ... y/25845888