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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Montag 30. April 2018, 16:38 
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Trio heiss begehrt – und was passiert mit Hütter?

von Eva Tedesco - Nach dem Titelgewinn drängt bei YB die Kaderplanung in den Vordergrund. Wer wechselt ins Ausland, wer bleibt? Die wichtigste Frage betrifft den Trainer.

Die erste Party ist vorbei, die Räusche sind ausgeschlafen. Während die YB-Spieler wohl noch ein bisschen Zeit für die Erholung brauchen, gehen die Gedanken der Verantwortlichen schon in die nahe Zukunft. Es stehen verhandlungsreiche Wochen an, denn Titel und starke Leistungen wecken Begehrlichkeiten – und YB hat einige Perlen im Team.

Kasim Nuhu, Roger Assalé liebäugeln mit dem Ausland, Kevin Mbabu ist zur Attraktion in der Super League geworden. Diese drei stehen wohl zuoberst auf der Liste der möglichen Abgänge. Für den Rastaman Mbabu interessiert sich aktuell Stuttgart am intensivsten. YB will rund zehn Millionen für den 23-Jährigen. Southampton und Leicester wurden zuletzt im
Zusammenhang mit Assalé (24) genannt. Sind Engländer im Spiel, bedeutet das auch meist mehr Geld für abgebende Vereine.

Klappts diesmal für Sanogo?

An Innenverteidiger Nuhu waren in der Vergangenheit vor allem russische Clubs interessiert. Seine Zweikampfstärke hat sich nun auch in England herumgesprochen. Newcastle könnte eine Option sein. Auch beim 22-Jährigen hofft YB auf eine Summe von acht bis zehn Millionen Franken. Allerdings geht die Hälfte des Transfererlöses an Mitbesitzer Leganés.

Zweimal war 2016 ein Transfer von Sékou Sanogo in die Bundesliga (HSV, Stuttgart) geplatzt. Diesmal könnte es für den 28-jährigen Mittelfeldpuncher reichen. Leonardo Bertone wurde im Mittelfeld von Djibril Sow verdrängt und kam deshalb in
der aktuellen Saison meist von der Bank. Für die Ansprüche des Berners, der in der jüngsten Vergangenheit immer wieder mit Clubs in Italien in Verbindung gebracht worden war, ist das wohl zu wenig. Sollte sich eine Möglichkeit eröffnen, wird sich das YB-
Eigengewächs wohl aus Bern verabschieden.

Chapuisat ist gefordert

Offen ist auch die Zukunft von Miralem Sulejmani. Der Vertrag des 29-jährigen Serben läuft im Sommer aus. YB würde den ehemaligen Benfica- und Ajax-Spieler gerne behalten. Sulejmani zögert zwar noch, die Tendenz geht aber dazu, dass er bleibt. Neuchâtel Xamax muss derweil auf die Rückkehr des verlorenen Sohns Steve von Bergen warten. Im Stade de Suisse sickerte am Samstag im Rahmen der Meisterfeier durch, dass der Captain noch ein Jahr in Bern anhängen wird.

Auf die Meistermacher in der Führungsetage, allen voran Sportchef Christoph Spycher und Chefscout Stéphane Chapuisat, wartet nach dem Erfolg ein turbulenter Sommer. Mbabu wird wohl nicht ersetzt, weil Jordan Lotomba sowohl auf der linken als auch rechten Verteidigerposition eingesetzt werden kann. Gesucht werden aber ein Innenverteidiger und sicher ein Assalé-Ersatz, wenn dieser YB verlassen sollte. Betreffend Stürmer hat der ehemalige Schweizer Spitzenangreifer Chapuisat schon bei Assalé ein gutes Näschen bewiesen.

Die wichtigste Frage ist aber: Bleibt Coach Adi Hütter? Der Österreicher hat einen Vertrag bis Sommer 2019. Aber ein Trainer, der in Österreich und in der Schweiz Meister geworden ist, wird nicht einfach zu halten sein.


http://www.20min.ch/sport/dossier/super ... --11883259

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Montag 30. April 2018, 16:40 
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Das lange Leiden hat ein Ende

Es war, als wollte das Schicksal YB und seinen Fans doch noch etwas Drama zurückgeben. Der Meisterpokal, das war schon vor diesem Wochenende klar, würde am Ende frei von jeglicher Spannung in Bern landen. Zu überlegen waren die Young Boys, zu gross ihr Vorsprung fünf Runden vor Schluss auf Basel. Doch wie es zur emotionalen Explosion und dieser unvergesslichen Partynacht kam, das war an Spektakel und Drama nicht zu überbieten. Marco Wölfli, Berner Legende, aber viel zu häufig in seiner Karriere auch ein tragischer Held, hält einen Penalty. Und ebnet damit den Weg zur furiosen Schluss-Offensive seines Teams. Das goldene Tor fällt in der 89. Minute. Alle Dämme brechen. Das Stade de Suisse wird zur Festhütte. Erstmals seit 32 Jahren ist YB wieder Meister. Auch der letzte Titel (Cupsieg) ist 31 Jahre her. Bern hat endlich, wovon es jahrzehntelang nur träumen durfte. Der Tag der grossen Befreiung ist gekommen. Das lange Leiden hat ein Ende.

Zuerst einmal: Der YB-Titel ist völlig verdient. Die Berner waren über die ganze Saison viel stärker als ihre Konkurrenz. Die letzte Niederlage datiert vom 3. Dezember. Nach der Winterpause waren sie nicht mehr zu stoppen. Mit sieben Siegen in Serie schufen sie die entscheidende Differenz zum FCB, der nach acht Meistertiteln hintereinander nun entthront wird. Dass YB den Titel derart souverän und ungefährdet errungen hat, ist gleichwohl überraschend. Das Team wusste in fast jedem Spiel Antworten auf die Herausforderungen. Es war homogen, voller Selbstvertrauen – und auch noch ziemlich spektakulär. YB hatte viele Stärken, aber vor allem kaum Schwächen. YB war konstant, vor allem gegen die sogenannt «Kleinen» der Liga. Und YB war, anders als früher, nie von einem oder zwei Spielern abhängig.

Der YB-Baumeister und die schönen Aussichten

Sportchef Spycher hat es zudem geschafft, im Winter das Team zusammenzuhalten, weil er alle überzeugte von der Möglichkeit, gemeinsam Geschichte zu schreiben. Gleichzeitig erhielt er auch Zeit, um sich auf Abgänge im Sommer vorzubereiten. Und wer Spycher kennt, der weiss, dass der Weg für ihn nach einem oder zwei Titeln (der Cupfinal Ende Mai folgt) noch lange nicht zu Ende ist – schöne Aussichten für YB.

Auch für den Schweizer Fussball ist der Titel von YB gut. Es zeigt, dass vieles möglich ist, wenn in Ruhe und mit Bedacht gearbeitet werden kann. Das könnte sich nun manch ein Schweizer Verein zum Vorbild nehmen. Viel Geld war in Bern schon seit Jahren vorhanden. Nur wurde es nie so gut gemanagt wie jetzt mit Sportchef Christoph Spycher und Trainer Adi Hütter.

Im Optimalfall entsteht nun eine Rivalität zwischen YB und Basel, von welcher der gesamte Schweizer Fussball profitieren kann. In Bern sind jedenfalls viele Ingredienzien vorhanden, die an den FCB der vergangenen Jahre erinnern. Es ist sehr wahrscheinlich, dass YB trotz der sich anbahnenden Transfers von einigen Schlüsselspielern auch in der neuen Saison gut aufgestellt ins Rennen geht. Wenn sogar noch die erstmalige Teilnahme an der Champions League gelingt – nur eine Qualifikationsrunde wird YB überstehen müssen, die möglichen Gegner sind nicht übermächtig – werden die Aussichten noch besser.

Die FCB-Krise und die Schlüsse daraus
Die grosse Frage ist, wie schnell sich der FC Basel erholt. Gelingt es ihm und seinen Lehrlingen in den Führungspositionen, nach einem enttäuschenden Jahr die richtigen Schlüsse zu ziehen? Dass es Probleme geben könnte, wenn eine komplett unerfahrene Crew an der Spitze eines Vereins am Werk ist, kam nicht ganz überraschend. Präsident Burgener, Sportchef Streller und Trainer Wicky haben allesamt die Chance verdient, sich zu verbessern. Entscheidend wird, ob es ihnen gelingt, eine selbstkritische Analyse zu tätigen – und dabei als Team gemeinsam zu wachsen.

Der FCB sollte nicht als Unternehmen verstanden werden, sondern wieder mehr als Fussballverein. Das ist die Lehre für Burgener. Das Team selbst hat zu tiefgreifende Veränderungen hinter sich. Das muss sich Streller vorwerfen lassen. Und als es Ende Vorrunde ins Rollen kam, wurde es gleich wieder auseinandergerissen. Zudem haben sich mit den Transfers von Stocker und Frei auch die Hierarchien verschoben. Die grösste Krise seit Jahren folgte. Doch nun dürfte in Basel der Hunger auf eine schnelle Revanche umso grösser sein. Die Aufgabe für YB, den errungenen Titel zu verteidigen, wird herausfordernd genug.


https://www.aargauerzeitung.ch/sport/fu ... -132496314

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Montag 30. April 2018, 22:21 
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«Die Pflege der Marke ist wichtiger als ein Titel»

Titel helfen einem Club, auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein, sagt Sportökonom Tim Ströbel von der Universität Bern. Um schwarze Zahlen zu schreiben, brauche es aber noch viel mehr.

Tim Ströbel, muss ein Club ­regelmässig Meister werden, um auch wirtschaftlich vorne mitspielen zu können?
Tim: Ströbel: Nein. Meister werden kann am Ende nur einer, das darf nicht der entscheidende Faktor sein. Klar: Sportlicher Erfolg ist wichtig. Er macht vieles einfacher, erleichtert die Nachverhandlungen mit bestehenden Sponsoren oder die Suche nach neuen. Doch entscheidend ist, was der Club daraus macht.

Was meinen Sie damit?
Wichtiger, als jedes Wochenende zu gewinnen und jedes Jahr Meister zu werden, ist, ein authentisches Markenbild aufzubauen und zu pflegen. Es geht darum, dass man es als Verein schafft, eine möglichst einzigartige, differenzierbare Marke zu sein. Sagen zu können: Das sind wir, dafür stehen wir, und das macht uns einzigartig. Gelingt das, so hilft es einem Club, vom sportlichen Erfolg etwas unabhängiger zu werden.

Also ist die Pflege der eigenen Marke für den wirtschaftlichen Erfolg wichtiger als ein Titel?
Das kommt darauf an. Auch hier stellt sich wieder die Frage: Wofür steht denn die Marke? Beim FC Basel zum Beispiel würde ich schon sagen, dass es mittlerweile zur Marke gehört, Schweizer Meister zu sein, top zu sein.

Was bedeutet der Titel für YB?
Für den Club wäre es wohl nicht sinnvoll zu sagen, dass man nun Serienmeister werden will. Eine Ansage aber könnte sein, diesen Erfolg mitnehmen und den Abstand zu Basel auch in den nächsten Jahren so klein wie möglich halten zu wollen. Auf der Ebene Marketing muss YB sich damit befassen, wie der Meistertitel in die Marke Young Boys integriert werden kann.

Den Namen «Young Boys» vermarktet YB seit Beginn der Ära Spycher optimal durch den Anspruch, die Topadresse für junge Fussballtalente in der Schweiz sein zu wollen. Was für Wege könnte der Club in Sachen Vermarktung sonst noch gehen?

Es ist das Los jedes Nichtserienmeisters, kreative Ideen wälzen und neue Vermarktungspotenziale finden zu müssen. Eine Frage könnte sein, was ein Club seinen Anhängern im Stadion auch ausserhalb des Spieltags bieten kann. Da gibt es etwa Aktionen, bei denen Fans ihr Sofa von zu Hause auf den Rasen stellen und auf einer Grossleinwand ein Spiel sehen können. Also eine Art Open-Air-Kino innerhalb des Fussballstadions.

Wo gibt es denn so etwas?
Union Berlin macht das. Zur WM 2014 wurde das Stadion in ein WM-Wohnzimmer umgewandelt, was über 100 000 Zuschauer anlockte. Klar: So etwas generiert nicht sofort Millionen an Erlösen. Doch einerseits hilft die Aktion, das Interesse am Club und damit den Ticketabsatz zu steigern. Und andererseits ­erlangt der Club mehr Bekanntheit, die Medien haben weltweit darüber berichtet.

YB ist finanziell von Mäzenen abhängig. Was sehen Sie für Möglichkeiten, um künftig ­weniger stark von privaten Geldgebern abhängig zu sein?
Eine mögliche Strategie könnte darauf abzielen, Sponsoren langfristig an den Club zu binden. Denn ein Sponsoring muss nicht nur heissen, dass ein Fünfjahresvertrag abgeschlossen wird. Ein Sponsor kann auch in Anteile des Clubs investieren.

Können Sie ein Beispiel nennen?
Beim FC Bayern München halten Adidas, Audi und Allianz jeweils 8,33 Prozent der Anteile. Das sind drei mit der Marke Bayern München fest verbundene Firmen, die mehr sind als bloss Sponsoren. Es sind Anteilseigner und Partner, sie sind dadurch an den Club gebunden. In der Markenwahrnehmung geht das dann so weit, dass man sagt: Sie gehören zum Club. So etwas ­wäre grundsätzlich auch in der Schweiz denkbar.


https://www.bernerzeitung.ch/region/ber ... y/22829375

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. Mai 2018, 10:10 
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Was der Meistertitel wert ist

YB ist Meister, Bern hat gefeiert. Nach dem rauschenden Fest ist der Kopf wieder klar und der Wirtschafter fragt sich: Was bringt der Titel finanziell? Und ist Erfolg eigentlich käuflich?

Für den Fan ist klar: Der YB-Meistertitel ist unbezahlbar. Doch für den Wirtschafter drängt sich die Frage auf: Was bringt der Titel dem Club in Franken und Rappen? Und: Kann eigentlich ein Meistertitel mit einem grossen Budget gekauft werden? Dazu, welchen Einfluss die finanziellen Mittel auf den sportlichen Erfolg haben, gibt es zahlreiche empirische Studien. Ihre Ergebnisse sind eindeutig: Je grösser das Budget eines Proficlubs, desto besser schneidet er im Schnitt in der Meisterschaft ab. Erscheint logisch, denn mit Geld kann man sich die besten Spieler kaufen.

Beispiele wie Chelsea und Manchester City, die dank Millionen aus Russland respektive Abu Dhabi nach Jahren in der Bedeutungslosigkeit die englische Meisterschaft für sich entscheiden konnten, belegen das exemplarisch. Die Korrelation gilt auch hierzulande. In einer Berner Lizentiatsarbeit aus dem Jahr 2004 wurde für die Schweizer Liga berechnet, «dass im Durchschnitt und über eine längere Periode hinweg betrachtet, Teams mit dem höheren finanziellen Potenzial grösserer Erfolg beschieden ist».

«Erfolg macht sexy.»
Wanja Greuel, YB-Geschäftsführer


Geld und Erfolg korrelieren unbestritten. Ebenso unbestritten ist, dass der Meistertitel nicht automatisch an den Club geht mit den meisten finanziellen Mitteln, sonst hätte der FC Basel auch heuer abgeräumt. Krasses Beispiel dafür war die Saison 2013/14 in England: Liga-Krösus Manchester United klassierte sich damals nur im vorderen Mittelfeld, obwohl sein Budget mit 433 Millionen Pfund um rund ein Viertel höher war als jenes von Stadtrivale City, dem zweitreichsten britischen Club. Trotzdem: Wenn YB für die Ende Juli anlaufende Mission Titelverteidigung gewappnet sein will, braucht der Club ein adäquates Budget. Der Meistertitel kann helfen, das zu erreichen.

Erfolg bringt Zuschauer

YB-CEO Wanja Greuel sagt: «Erfolg macht sexy.» Es gebe nun natürlich bereits erste zusätzliche Sponsoringanfragen. Greuel rechnet damit, dass die Gespräche mit möglichen Geldgebern dank des Titels einfacher laufen. Einige bestehende Verträge seien zudem leistungsorientiert. Mit anderen Worten: Gewisse Sponsoren zahlen YB nun eine Meisterprämie.

Auch mit den Zuschauerzahlen ist Greuel zufrieden. Das letzte Heimspiel der Saison gegen Lugano ist ausverkauft. Titel sei Dank. Studien aus dem Ausland zeigen nämlich: Die Fans sind nicht so treu, wie man vermuten könnte. Die Wissenschaftler Stefan Szymanski und Tim Kuypers haben die Zahlen von 40 englischen Vereinen aus 20 Jahren analysiert und kamen zum Schluss: Ob ein Club über- oder unterdurchschnittlich hohe Ticketeinnahmen hat, hängt zu 90 Prozent von seinem sportlichen Erfolg ab.

Gut möglich also, dass YB mit dem Titel im Rücken nächste Saison mehr Tickets absetzen kann. Und mehr Zuschauer heisst letztlich auch mehr Merchandising-, Gastronomie- und Sponsoringeinnahmen. Der Ansturm auf die Meister-Artikel sei riesig, teilt YB im Internet mit. Man werde «überrannt».

Weniger ins Gewicht fallen dagegen die Einnahmen aus den Fernsehrechten, auch wenn sie in der Schweiz in den letzten Jahren stark gestiegen sind. An die 20 Teams der Super und der Challenge League werden pro Jahr insgesamt 30,7 Millionen Franken ausbezahlt. Almosen verglichen mit Deutschland: Die 36 Profivereine der ersten und zweiten Bundesliga erhalten zusammen knapp 1,2 Milliarden Euro. Immerhin bekommt YB als Meister die höchste Ausschüttung aller Schweizer Clubs: 3,3 Millionen Franken, 2,9 Millionen gibts für Vizemeister Basel.

Kein Freibillett zum Honigtopf

Die wichtigsten Einnahmen für einen Club wie YB sind laut Greuel aber die Transfersummen und die Teilnahme an internationalen Wettbewerben. In dieser Hinsicht ist ausgerechnet diese Saison der Schweizer-Meister-Titel nicht mehr ganz so viel wert wie auch schon. Denn anders als letztes Jahr ist er heuer kein Freibillett zur Champions League. Die Teilnahme an der Königsklasse ist äusserst lukrativ. Denn die Prämien aus dem Honigtopf des europäischen Fussballs können rasch doppelt so hoch sein wie das gesamte Budget eines kleineren Schweizer Proficlubs. Der FCB nahm 2016 mit internationalen Spielen 27 Millionen Franken ein. Der FC Thun handkehrum kommt mit einem Jahresbudget von rund 12 Millionen Franken aus.

Als Meister wird YB nächste Saison an der letzten Qualifikationsrunde zur Champions League teilnehmen – dem sogenannten Playoff. Die Prämie: mindestens 5 Millionen. Und selbst wenn sich die Berner dort durchsetzen und bei den Grossen mitspielen dürfen, so hohe Einnahmen wie für den FC Basel in den letzten Jahren wird es nicht geben. Die Uefa will nämlich kommende Saison die Prämien so gestalten, dass die internationalen Erfolge der vergangenen fünf Jahre honoriert werden. In dieser Zeit hat YB europäisch keine Stricke zerrissen und einzig in der Saison 2014/15 den Sechszehntelfinal der Europa League erreicht.

Sollte YB den Playoff um den Einzug in die Champions League verlieren, winkt immerhin die Europa League. Greuel rechnet deshalb damit, dass die europäischen Spiele dem Club einen zweistelligen Millionenbetrag bringen.

Zusätzliche Kosten für YB

Was der Titel für die Transfers bedeutet, lässt sich schwer sagen. Denn der Marktwert eines Spielers hängt primär von dessen Leistung auf dem Rasen ab und weniger von den Titeln, die sein Club gewinnt. Greuel ist aber überzeugt, dass mit dem Erfolg zusätzliche Scouts auf YB aufmerksam geworden sind. Vier Spieler werden als wahrscheinliche Abgänge gehandelt: die Verteidiger Kevin Mbabu und Kasim Nuhu, der Mittelfeldspieler Sekou Sanogo sowie der Stürmer Roger Assalé. Sollten alle vier YB verlassen, dürfte das mindestens 30 Millionen Franken einbringen.

Übrigens: Als Meister hat YB nicht nur Einnahmen, sondern auch zusätzliche Kosten. Einerseits fallen Prämien für Spieler und Trainer an, andererseits Kosten für die Meisterfeier. Wie hoch diese sind, will Greuel nicht kommentieren. Nur so viel: Man gebe das gerne aus. Zudem werden seit Samstag die beiden Tore, die Eckfahnen, Werbebanner und Teile des Kunstrasens vermisst. Die Kosten für die Instandsetzung des Spielfelds hielten sich aber im Rahmen, sagt Greuel.


https://www.derbund.ch/bern/nachrichten ... y/10207121

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. Mai 2018, 10:20 
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Der YB-Erfolg fällt auf fruchtbaren Boden

Nach Jahrzehnten der Entbehrungen führt der Meistertitel des Berner Fussballklubs zum emotionalen Dammbruch. Dank der Zuneigung des Publikums, dank dem Stadion und dank Zürcher Geld scheint die Sphäre des FC Basel erreichbar.

Da fragte vor ein paar Wochen eine Mutter, die in Bern wohnt, ihren 14-jährigen Sohn: «Soll ich Termine reservieren für die Schlussphase der Meisterschaft, für Spiele, mit denen YB Schweizer Meister werden kann?». Da antwortete der Sohn entgeistert und voller Besorgnis: «Mama, bitte hör auf. Du weisst, dass es strengstens verboten ist, darüber auch nur ein Wort zu verlieren.» Der leidgeprüfte Sohn mit Jahrgang 2003 war im Stadion zugegen, als am letzten Samstag gegen Luzern der Meistertitel Faktum wurde. Über drei Jahrzehnte nach dem letzten Mal, in denen die YB-Skepsis, diese rätselhafte YB-Beklemmnis sorgsam weitergereicht wurde – unter Freunden und Verwandten, unter vier Stadtpräsidenten, Musikern, Journalisten, Funktionären, Fans, Zugezogenen, von Eltern zu ihren Kindern.

YB – das heisst hinterherrennen, untergehen, sich im Leid suhlen, Cup-Finals und Meisterschaften verlieren, sich selber das Bein stellen. Der Gendefekt wurde während Jahrzehnten nicht behoben, sondern vielmehr weitervererbt. Bis zum 28. April 2018.

Der lärmige SC Bern

Der Kanton Bern ist gross und stark, nicht ökonomisch, aber mit der Bevölkerungszahl hinter Zürich und in der Ausdehnung hinter Graubünden jeweils die Nummer 2 der Schweiz. Bern hat viele Täler, Flüsse, Berge, Hügel, Bauernhöfe, Tiere und seit 2013 mehr als 1 Million Einwohner. Bern ist weitläufig und massig. Bern hat wuchtige Berge wie den Eiger. Im Berner Sport werden Grösse und Masse durch den SC Bern abgebildet, den Eishockeyklub, der regelmässig über 16 000 Zuschauer in seine Arena lockt. Wer in den 1980-er Jahren von Eishockey fernen Schweizer Landen nach Bern zog, hörte bald den Satz: «Du musst einmal ins Allmendstadion zum SC Bern, das musst du unbedingt erleben.» Damals spielte der SCB in der Nationalliga B. Auch er erlebte Krisen, und Ende der 1990-er Jahren hatte er kein Geld mehr.

Doch nach einer Sanierung ging es ab 2000 aufwärts. Er wurde seit 1986 neun Mal Schweizer Champion und steht seit Jahren auf eigenen Beinen. Bernerinnen und Berner gingen an gewissen Samstagen zuerst im Wankdorf oder im Stade de Suisse bei YB vorbei, quasi zum Aufwärmen oder zur Belustigung, um nachher im nahen SCB-Eisstadion die schrille Party und den Erfolg zu feiern.

2018 wird alles anders. Der SC Bern ist längst in den Ferien, derweil YB als Meister frühzeitig Ehrenrunden dreht. YB holt sich in Bern Raum zurück, lehnt sich auf. YB wird nicht mehr belächelt, sondern ernst genommen. In der YB-Hochphase strömen über 30 000 Zuschauer ins Stade de Suisse. Über 30 000. Nicht Zürich oder Genf bewirtschaften einen Boden, der Basel das Wasser reichen kann. Nein, vermutlich hat in der Schweiz nur der Berner Fussballbetrieb das Potenzial, in die Basler Sphären vorzustossen. Oder die entrückten rotblauen Sphären zumindest anzuvisieren. Drei Prämissen ermöglichen das: die Berner Masse, die sich im beachtlichen Zuschauerschnitt manifestiert; das Stadion, das hohen (Vermarktungs-)Ansprüchen genügt; und das Zürcher Geld, das reichlich geflossen ist. Der Berner Schwachpunkt bleiben unbefriedigende Trainingsbedingungen und das Fehlen eines Nachwuchs-Campus.

Die Krisenkultur ist im Schweizer Klubfussball systemimmanent. Oft fehlte und fehlt Geld, oft lösen sich Auf- und Untergang ab, ob in Genf, Lausanne, Lugano, Luzern, St. Gallen, Neuenburg, Sitten, Zürich oder Bern. Was YB mit etwas Verzug nach dem letzten Meistertitel 1986 und dem letzten Cup-Sieg 1987 während zehn Jahren erdauerte, war ein Niedergang seltener Ausprägung. Die von nicht enden wollenden Krisen belastete Zeit hatte das Potenzial einer Traumatisierung. Das alte Wankdorfstadion rostete vor sich hin, es fehlte Geld und Erfolg, auch im Kleinen, es half kein Mäzen weit und breit, es kamen und gingen hilf- und ziemlich mittellose Präsidenten, dazu Trainerwechsel im Akkord, mit Streik drohende Spieler, Rettungsaktionen im Volk.

Es ging zweimal in die Nationalliga B, wie die Challenge League damals hiess, und immer weiter in Richtung Hoffnungslosigkeit. Es gab zeitweise gute Gründe, den YB-Betrieb einzustellen. YB war das Sinnbild des wirtschaftlich leidenden, weit verzweigten Beamten- und Agrarkantons, der mittlerweile in Milliardenhöhe gestützt werden muss.

Die Rettung kam schliesslich nicht von innen, sondern von aussen. Nur dank dem 2005 im Norden der Stadt eröffneten Stade de Suisse wurde dem Fussballklub Sauerstoff zugeführt, weil eine Arena ohne Klub keinen Sinn ergibt. Die Marazzi-Generalunternehmung schob das Projekt an, schoss laut eigenen Angaben für YB 17 Millionen Franken ein, interessierte sich aber nur für den Stadionbau und überliess alles andere Zürcher Geldgebern, weil die Patrizier in Bern nicht für YB zu gewinnen waren.

YB ist 2018 auch deshalb Schweizer Meister, weil der kürzlich verstorbene Zürcher Unternehmer Andy Rihs und dessen Bruder Hans-Ueli Rihs seit deren Einstieg über 50 Millionen Franken aufwarfen. «Oder weit mehr als das», wie Insider verlauten lassen. YB als Subventionsempfänger, der nun den Erfolg nutzen und sich künftig selber ernähren will.

Ob diese Partie längerfristig zu gewinnen ist, bleibt offen, weil die Vergangenheit belastet ist. Emotional wie ökonomisch. Aber die Zuneigung und Liebe, die in der Stadt und Agglomeration Bern YB entgegengebracht wird, ist unverkennbar. Sie mögen nicht so intensiv, bedingungslos und überall in Farben sichtbar sein wie 2002, als es mit dem FC Basel so richtig losging. Aber sie sind da, und zwar nicht nur als Modeerscheinung in erfolgreichen Zeiten.

Der dauerhafte Entzug hat YB mit überbordender Sehnsucht aufgeladen, die nun einstweilen gestillt ist. Obschon sich Lokalhelden und bekennende YB-Anhänger wie der Züri-West-Leader Kuno Lauener infolge wüster Querelen und Machtkämpfe im neuen Stadion teilweise von YB abgewandt haben, zumindest temporär, ist im Zuschauersegment des Klubs ein harter Kern geblieben. Während der SCB vor allem auch von ländlichen Kantonsteilen gestützt wird, ist YB in der Stadt und der Agglomeration Bern verankert. Den Befund stützen Studien in den beiden Fan-Gemeinden und banale Beobachtungen, wenn das 9-er Tram mit der SCB- oder YB-Klientel in Richtung Stadion fährt. Der Berner Marsch erklingt seit Jahrzehnten im Eis- und nicht im Fussballstadion.

Der Klub der linken Stadt

Wer zum Beispiel darauf hinweist, dass die afrikanisch und frankofon geprägten Young Boys in ihrer PR-Kampagne YBelieve das afrikanische Element nicht unbedingt in den Vordergrund rücken, erhält schäumende Reaktionen aus der YB-Fangemeinde. Der Tenor: Es gehe nicht an, dem Klub unterschwellig rassistisches Verhalten zu unterstellen. Im YB-Kreis seien alle willkommen, und überhaupt: Was soll das Geschwätz von farbigen Spielern? Man sammelt sich drinnen, man rückt zusammen und wehrt sich gegen den Feind draussen, gegen Zürich, gegen Basel.

YB zieht Kulturschaffende an, Künstler, Musiker, von denen es in Bern überdurchschnittlich viele gibt; Freigeister, auch links wählende und Heimat suchende Städterinnen und Städter, die sich mit dem bisweilen exzessiven Fussball-Kommerz zu arrangieren haben. Das führt etwa dazu, dass der Journalist, Kabarettist und YB-Aficionado Bänz Friedli mit Frauenfussball zu kokettieren beginnt, wenn er über YB spricht. Vor Jahren prangte zeitweise sogar der Slogan «Gemeinsam gegen Rassismus» auf den YB-Leibchen.

Es ist auch kein Zufall, dass der Verein Hand bietet, wenn im Schweizer Kinofilm «Mario» die im Fussball krass unterdrückte Homosexualität zum Thema wird. Der Schriftsteller Pedro Lenz schreibt für das YB-Magazin und wird im YB-Fernsehen interviewt. Wer schon einmal auf der YB-Medientribüne war und den sprühenden Kommentar des YB-Radios miterlebte, weiss, dass YB nicht mit Zurückhaltung gleichgesetzt werden sollte.

YB ist seit Jahren im Zuschauerzuspruch die Nummer 2 hinter Basel. Das allein zeigt, dass der Boden gedüngt ist. Oder besser: mittlerweile gedüngt ist. Nicht vergessen sind andere Zeiten im alten Wankdorfstadion, als 1995 die YB-Legende Martin Weber nach 16 Jahren und 499 YB-Spielen verabschiedet wurde. 0:1 gegen Yverdon, 1500 Zuschauer im Stadion. Damals schrieb die Fachzeitung «Sport»: «Das Projekt für ein neues Wankdorfstadion ruht in Frieden.» Es kam zur Auferstehung. 2001 wurde die Arena gesprengt und 2005 in neuer Form geöffnet. Vor allem wegen des Stadions kann sich der eingangs erwähnte 14-Jährige in seinem jungen Leben bereits im YB-Hochgefühl sonnen. Bis zur Neuauflage wird er wohl nicht 46 Jahre alt werden müssen.


https://www.nzz.ch/sport/der-yb-erfolg- ... ld.1382131

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. Mai 2018, 10:23 
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Das sind die YB-Fan-Hochburgen

BernIm Breitenrainquartier gibts viele YB-Fans. Die wahre Hochburg ist aber die Innenstadt: Dort haben – gemessen an der Anzahl Einwohner – am meisten Leute ein Saisonabo.

Wenn die YB-Spieler den Pokal stemmen, jubelt in Bern Krethi und Plethi. Doch wo wohnen die wahren Fans – jene, die mit ihrem Saisonabo den Club am Laufen halten? In und direkt rund um Bern herum. Das zeigt die Liste mit den Postleitzahlen, an die YB die Abos verschickt hat.

Bis im Januar hat der Club in der aktuellen Saison 10 255 Abonnemente verkauft. Mit den guten Leistungen sind in den letzten Wochen natürlich einige hinzugekommen, insbesondere im Sektor D, wo die Fankurve ist. Diese Abo­verkäufe sind nicht in die Auswertung einbezogen worden.

Am meisten Fans gibt es im Postleitzahlgebiet 3014, zu dem der Breitenrain gehört: 518 Personen besitzen dort ein Abo – also jede 27. Person beziehungsweise 37 Promille der Bevölkerung. Darauf folgt mit 377 Abos das Postleitzahlgebiet 3006, zu dem das Brunnadernquartier, das Grypenhübeli und die Schosshalde gehören.

336 Abos konnte YB ins Gebiet 3013 liefern – die Lorraine, den Altenberg und den Spitalacker. Die Quartiere Mattenhof und Sandrain kommen zusammen auf 287 Abos. Fans aus der Länggasse und der Felsenau ­bestellten 264 Abos.

Eine luzernische Hochburg

Ebenfalls eine Ansammlung an gelb-schwarzen Fans hat Ostermundigen mit 261 Bestellungen. Der Vorort schlägt damit auf den ersten Blick die Innenstadt: Gerade mal 191 Fans lassen sich ihr Abo an die Postleitzahl 3011 senden. Allerdings wohnen dort weniger Leute.

Bezieht man die Einwohnerzahl mit ein, zeigt sich denn auch ein anderes Bild: In der Innenstadt haben 40 Promille der Bevölkerung ein Abo. Damit ist 3011 die wahre YB-Hochburg – noch vor dem Breitenrain, wo 37 von 1000 Leuten ein Abo besitzen.

Die Innenstadt läge damit an der Spitze – wären da nicht drei Ausreisser: Im Postleitzahlgebiet 3010 besitzt jede dritte Person ein Abo. Gemäss den Zahlen des Bundesamts für Statistik lebten ­Ende 2016 dort gerade mal 9 Personen.

Ähnlich liegt der Fall bei der Postleitzahl 3000, wo jede vierte Person ein Abo hat. Allerdings gibts dort viele Postfächer – insbesondere von Firmen und vielleicht auch von YB-Sponsoren. Mit der Postleitzahl 6039 schafft es zudem eine wahre Aussenseiterin in die Spitzengruppe: ein Gewerbegebiet mit bloss 23 Einwohnern und 3 Saisonkarten in der Luzerner Gemeinde Root.

Lange Wege für die «L-YB»

Vier von fünf Saisonkarten wurden an eine Adresse im Kanton Bern geliefert. Ein Blick auf die Karte zeigt aber: Einige Saisonkartenbesitzer nehmen wegen ihrer «L-YB» lange Wege auf sich: Eine Karte wurde ins 190 Kilometer Luft­linie vom Stade de Suisse entfernte Samedan GR geschickt, und auch in die Kantone St. Gal­len, Thurgau, Tes­sin und ins Fürstentum Liechtenstein wurden Karten verschickt.

Selbst in Städten der Rivalen, in Basel und Zürich, gibts offenbar hartgesottene YB-Fans. In Basel-Stadt sind es immerhin 21. Mehr ins Gewicht fällt Baselland mit 34 Karten. Nach Zürich wiederum wurden insgesamt 280 Karten geliefert.


https://www.bernerzeitung.ch/region/ber ... y/13323385

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. Mai 2018, 10:24 
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Zu Besuch im YB-Dorf

FrauenkappelenDer Gemeindepräsident chauffiert die Fans zum Stadion, die Dichte an Fans ist ausserordentlich hoch, und bis vor kurzem lebte hier eine YB-Legende: Willkommen in Frauenkappelen.

3202 Frauenkappelen. Etwas über tausend Einwohner, eine Beiz, eine Kirche, ein Dorfladen, ein Sportplatz. Freier Blick zu den Alpen, freier Zugang zum Wohlensee. Und, gemessen an der Bevölkerung, so viele YB-Fans wie in keinem anderen Dorf in der Region Bern. 37 Personen aus Frauenkappelen sind Besitzer einer Jahreskarte. Landesrekord!

Der Gemeindepräsident gehört zwar nicht zu den Personen mit einem YB-Abi. Hin und wieder ist Markus Kämpfer aber doch an den Spielen anzutreffen. Dass das Stadion derzeit ordentlich gefüllt ist, liegt aber auch an ihm. Denn der Unternehmens­berater, der einst bei Bernmobil im Kader arbeitete, gehört seit ein paar Jahren einem Aushilfspool von Chauffeuren an.

Bei YB-Matchs kommt er hin und wieder zum Einsatz. Dann pendelt er mit dem 20er-Bus oder auf der Linie 9 zwischen dem Bahnhof und dem Stadion hin und her und transportiert die Matchbesucher zum Stadion. So war es auch am vergangenen Samstag beim Meisterspiel gegen Luzern. Vor und nach dem Spiel sass er am Steuer, dazwischen fand er Zeit, einen Teil des Spiels im Stadion mitzuverfolgen.

«Das sind sehr schöne Erlebnisse», sagt Markus Kämpfer. «Die meisten Fans sind sehr anständig.»

YB-Legende im Gemeinderat

Eine Erklärung für die YB-Fanhochburg Frauenkappelen hat er allerdings nicht. Ausser jene vielleicht, dass die Gemeinde der Wohnort von YB-Legende Heinz Schneiter war. Schneiter feierte zwischen 1957 und 1960 vier Meistertitel mit YB.

In Frauenkappelen war er viele Jahre Gemeinderat. Letztes Jahr starb er im Alter von 82 Jahren. Und natürlich kennt Kämpfer ein paar Einwohner seines Dorfes, deren Herz für YB schlägt. «Einer zieht jeweils die Fahne hoch, wenn YB gewinnt.» Der Gemeindepräsident spricht von Marcel Aellen.

«YB zeigt, dass man auch mit Anstand und Seriosität Erfolg haben kann in einem manchmal sehr fragwürdigen Business.»Thomas Sollberger

Aellen wohnt am Rand des Dorfs, in seinem Garten stehen drei Masten, Fahnen flattern im Wind, die grüne Flagge von Brasilien, ein rotes Banner des FC Liverpool. Die gelb-schwarze YB-Fahne aber fehlt. «Sie ist kaputt», sagt Aellen an einem schönen Abend auf seiner Terrasse. Leider gebe es im Fanshop gerade keinen Ersatz zu kaufen.

In Lundes Nachbarschaft

Die Abendsonne scheint auf Frauenkappelen, in einem Teich quaken die Frösche. Neben Aellen sitzt Thomas Sollberger, YB-Fan auch er, wohnhaft in Frauenkappelen. Die beiden kennen sich gut, wohnen nicht weit auseinander, sie spielen zusammen Fussball beim FC Traktor Allenlüften, einer Plauschmannschaft, «der Name ist ein Hinweis auf unsere fussballerischen Fähigkeiten», sagt Sollberger.

Aellen, 60 Jahre alt und Anwalt bei der Kanzlei Bratschi, ist seit der Kindheit YB-Fan. Er wuchs in Ostermundigen auf, nicht weit vom Wankdorfstadion entfernt. Er war drei Monate alt, als YB letztmals das Double gewann, 1958. Erinnern kann er sich aber nur an einen Meistertitel, 1986, zusammen mit seiner Frau besuchte er das entscheidende Spiel in Neuenburg. «Die Aufstellung könnte ich noch heute aufsagen.» Und Meisterschütze Lars Lunde lebte damals in seiner Nachbarschaft in der Länggasse.

Sollberger, 50 Jahre alt und Jurist beim Kanton Bern, besuchte seinen ersten Match mit 5 Jahren. 1973 war das, im Tor des Gegners Lausanne stand Erich Bur­gener, «der sah einem Kollegen meines Vaters ähnlich, also war ich für Lausanne». Da habe ihm der Vater erklärt, dass er die Gelb-Schwarzen unterstützen müsse. «Und so ist es seither.»

Die Spur zum SC Wohlensee

Aellen wohnt seit 1989, Sollberger seit 1995 in Frauenkappelen. Dass hier offenbar besonders viele YB-Fans leben, ist ihnen bisher nicht aufgefallen. «Wenn ich mit dem Postauto und dem Zug an die Spiele fahre, sehe ich jeweils schon ein paar Leute aus dem Dorf», sagt Aellen. Mehr aber auch nicht. Und Sollbergers Nachbarn sind zwar eingefleischte Fans – aber nicht alle von YB. Einer unterstützt Basel.

Auf der Suche nach Gründen kommen auch Sollberger und Aellen auf Schneiter zu sprechen. «Man hat ihn im Dorf gut gekannt», sagt Aellen. Eine weitere mögliche Erklärung führt zum SC Wohlensee. «Viele Kinder aus Frauenkappelen spielen dort Fussball», sagt Sollberger, der beim SCW einst Trainer war. «Der Präsident war damals der Vater von Leonardo Bertone.» Der Mittelfeldspieler kommt aus Hinterkappelen, spielt seit jungen Jahren bei YB und gehört der Meistermannschaft an.

Es gibt Wichtigeres als YB

Es wird langsam kühler in Frauenkappelen, Stille legt sich über das Dorf. Gerade deutet eigentlich nichts darauf hin, dass sich hier eine YB-Fanhochburg be­findet. So gesehen passen Marcel Aellen und Thomas Sollberger wohl ganz gut hierher.

Je nach Lebensphase verfolgen sie die Young Boys mal mehr, mal weniger. Für beide gibt es Wichtigeres als Fussball, aber sie halten auch in schlechten Zeiten zum Club. Und sie freuen sich jetzt über den Meistertitel. Auch deshalb: «YB zeigt, dass man auch mit Anstand und Seriosität Erfolg haben kann in einem manchmal sehr fragwürdigen Business», sagt Thomas Sollberger.

Die beiden Fussballfreunde werden Ende Mai auch am Cup­final dabei sein. Sechzig Jahre nach dem letzten Double hat YB wieder die Chance, beide Titel in einem Jahr zu gewinnen. Sechzig Jahre nach der Geburt von Aellen. «Das wäre für mich eine besondere Sache», sagt er. Wenn es klappt, werde er wohl ein Fest machen.

Ein YB-Fest in 3202 Frauenkappelen.


https://www.bernerzeitung.ch/region/ber ... y/20016492

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. Mai 2018, 10:36 
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«Wir hatten nie ein Sixpack»

Martin Weber und Lars Lunde gehörten zu den letzten YB-Spielern, die den Pokal in die Höhe stemmen durften. Was früher anders war und warum auch Spieler das Leben geniessen dürfen.

Martin Weber, der 1986 mit YB Meister wurde, genehmigte sich nach dem Training immer ein Bier. «Natürlich nicht fünf oder sechs, sondern nur eines.» Zweimal die Woche um 16 Uhr hätten sie trainiert. Nach anderthalb Stunden hätten sie sich im Bocciahäuschen, das auf dem Wankdorf-Areal war, zum Bier getroffen.

Lars Lunde, der dänische Ex-Stürmer, winkt ab und behauptet, er habe nie Alkohol getrunken. Sinalco sei sein Ding gewesen. «Heute kann sich keiner Alkohol erlauben, auch weil die Spieler ­jederzeit mit dem Handy fotografiert werden könnten», sagt der 54-jährige Lunde.

Weber widerspricht: «Die trinken sicher nicht nur Cola.» Der 61-jährige Weber war Verteidiger und stand bei 499 Spielen auf dem Rasen. «Ich habe zehnmal länger für YB gespielt als du, weil ich nicht erst spät eingewechselt wurde», stichelt Lunde.

Montagnacht im Babalu

Früher wie heute haben Fussballspieler «Schriis» bei den Damen. Ob das auch bei Lunde und Weber so war? «Klar», sagt Weber, und die beiden grinsen spitzbübisch. Sie hätten viel Zeit im Babalu verbracht. «Am Montag war der Teufel los. Wir haben dann bis am nächsten Tag durchgezogen. Ich ging direkt ins Büro», erinnert sich Weber. «Und weisst du noch, die Friseusen hatten alle frei und waren da», sagt Lunde.

Bei manchen WM-Spielen verbieten verbissene Trainer den Spielern den Sex am Vorabend. Er soll müde Beine machen. «Das gab es bei uns nie, Sex ist stimulierend», sagt Weber, und auch Lunde stimmt in sein Lachen ein.

Die zwei reissen einen Witz nach dem anderen. «Wir hatten auch früher nie Krach. Wenn doch, habe ich den langsamen Lunde im Training umgenietet», so Weber.

Kein Fondue am Vorabend

Im Vergleich zu früher ist der Staff um die erste Mannschaft ­gewachsen. «Bei uns gab es drei Leute neben dem Team, den Trainer, den Assistenztrainer, der für Kondition zuständig war, und Physiotherapeut Fredy Häner», sagt Weber. Noch heute erinnert Häner sich, dass Lunde immer genascht habe und so Gewicht zulegte. «Blödsinn, der erinnert sich nicht richtig», streitet Lunde ab.

Aufs Essen hätten sie aber tatsächlich nicht geschaut, bloss am Vorabend nicht gerade ein Fondue verspeist. Anders heute, wo man auf fettarme Ernährung setzt. Einen Waschbrettbauch hingegen hatten Lunde und ­Weber nie.

«Wir waren fit und konnten Fussball spielen, aber die Jungs heute sind natürlich ­fitter», so Weber. Was sich verändert habe, sei der Stellenwert des Fussballs. «Wir bekamen damals keinen Respekt. Heute ist Fussballer ein Beruf», sagt Lunde.

Abzug fürs Schuheputzen

Während im Meisterteam von 1986 die meisten einer regulären Arbeit nachgingen, sind heute ­alle Profifussballer. «Der Hauptunterschied ist, dass man heute zehnmal mehr verdient als wir damals», weiss Weber.

So habe der Lohnabzug fürs Schuheputzen und Trikotwaschen ihnen wehgetan. Auch variable Lohn­bestandteile wie eine Meisterzulage habe es nicht gegeben. «Ich habe von Fans 100 Franken pro Tor kassiert», sagt Lunde. Und Weber entgegnet: «Darum hat er nie mehr einen Pass gespielt.»

Eine Zuschauerprämie habe es gegeben, wenn sie gut spielten. In schlimmen Zeiten ­kamen nur 3500 Zuschauer. Der Schnitt lag aber zwischen 16 000 und 18 000. Kurz vor dem Titel strömten gegen 34 000 Zuschauer ins Wankdorf. «Manche Fans schauen seit 50 Jahren YB zu. Heute kommen deutlich mehr Frauen und Kinder», sagt Lunde.

Und die heutigen Choreografien seien gewaltig. «Wie sich die Kultur weiterentwickelt hat, ­gefällt mir», sagt Weber. Auch bei den Fangesängen – sie erinnern sich an einen. «Der war von Polo Hofer und wurde aus scheppernden Boxen eingespielt.»

Keine Feier für die Helden

Bei einem Meisterumzug von der Innenstadt ins Wankdorf werden rund 100 000 Personen erwartet. Anders vor 32 Jahren: Als das Team am 13. Mai in Neuenburg die Meisterschaft gewann, war nichts organisiert: keine Feier für die Helden, kein Umzug durch die Stadt und keine Freinächte für die Fans.

«Auf dem Rückweg mit dem Mannschaftsbus hielten wir in Erlach an, um Bier zu kaufen», sagt Weber. Beide haben den Titel im Bocciahäuschen gefeiert. Sie rauchten Stumpen, bestellten auch noch eine Pizza. Doch primär ging es damals wie heute nur ums «Saufen, Saufen, Saufen».


https://www.bernerzeitung.ch/region/ber ... y/31403326

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. Mai 2018, 10:48 
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Pedro Lenz: «Wahrscheinlich romantisiere ich den Fussball»

Er ist Schriftsteller, Beizer, leidenschaftlicher Fan der Berner Young Boys und findet Siegertypen langweilig. Nach 32 Jahren ist es vorbei mit dem legendären YB-Fatalismus. Die Poesie der Niederlage weicht dem Meistertitel. Was nun, Pedro Lenz?

Torjubel mag er eigentlich nicht. Er interessiert sich für das Scheitern und muss sich nach dem Meistertitel wohl erst an die Banalität und den Lärm des Erfolgs bei YB gewöhnen. Er, der den Ehrgeiz hat, der Schriftsteller von denen zu sein, die sonst keine Bücher lesen im Gespräch über die Philosophie des Fussballs, über Spieler, die das Denken dem Trainer überlassen und über die Schweizer Nationalmannschaft vor der Fussball-WM in Russland.


https://www.srf.ch/sendungen/focus/pedr ... n-fussball

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Sonntag 6. Mai 2018, 14:29 
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Die Young Boys jagen Basels Rückrunden-Rekord

Wenngleich die Schweizer Fussballmeisterschaft 2017/18 entschieden ist, stehen noch ein paar Dinge auf dem Spiel. Es geht um Prestige-Rekorde. YB könnte dem FCB den einen oder anderen davon abjagen.

Die Young Boys haben den Meistertitel vor allem dank einer beinahe makellosen Leistung in der Rückrunde - 13 Siege und 2 Remis in bislang 15 Partien - erspielt. Allein schon die 41 Punkte aus den 15 Spielen bedeuten einen einsamen Rekord seit der Einführung der Super League in der Saison 2003/04. Der FC Basel brachte es zweimal auf 37 Punkte (2010 und 2016).

Das höchste Punktetotal in einer Rückrunde holte Basel mit 46 Punkten ebenfalls im Frühling 2010 heraus. Die Berner könnten demnach mit zwei Siegen in den drei ausstehenden Spielen die Rekordhalter ablösen. YB spielt noch in Basel, daheim gegen Lugano und bei GC.

Für die Berner ist auch der Punkterekord für eine ganze Saison möglich. Basel stellte die Bestleistung vor einem Jahr mit 86 Punkten auf. YB käme mit drei Siegen aus den verbleibenden drei Spielen auf 87 Punkte.

Der Bestwert des FCB für eine Vorrunde wird in Zukunft kaum zu übertreffen sein. Im Herbst 2003 kamen die Basler mit 52 Punkten bis auf zwei Punkte an das Maximum heran. Das einzige Remis, ein 2:2, mussten sie auswärts dem FC Aarau zugestehen. Für jenen Match standen aus den verschiedensten Gründen eine Reihe von Leistungsträgern nicht zur Verfügung. So fehlten Gimenez, Rossi, Delgado, Huggel und Hakan Yakin.


https://www.aargauerzeitung.ch/sport/fu ... -132536565

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