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 Beitrag Verfasst: Dienstag 2. August 2005, 08:30 
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Bund, 02.08.2005

Kommentar: Wo bleibt das Gespür?

Die Bilanz der dreitägigen Feier im Stade de Suisse Wankdorf Bern fällt zwiespältig aus. Pluspunkte sind der Ansturm am Tag der offenen Tür und die vielen positiven Reaktionen auf das neue Fussballstadion. Ein Ärgernis war die offizielle Eröffnungsfeier am ersten Tag.

Ein paar Konzerte auf zwei Mini-Bühnen, ein paar Ansprachen und eine mittelprächtige Show mit Luftakrobaten, Musik, Licht und mehreren Choreografien: Das war es schon, was im Vorfeld vollmundig als einmaliges Eröffnungsspektakel angepriesen worden war. Entsprechend gross war der Frust bei vielen Besuchern, die 100 Franken bezahlt hatten.

Der Zorn richtete sich einmal mehr gegen die Stadionbetreiber, die schon zuvor mehrmals ins Fettnäpfchen getreten waren: Sie lieferten frühzeitig bestellte Saisonabonnemente ewig lange nicht aus, sie propagierten unermüdlich, das Stadion sei der Star, sie verlangten für eine Eröffnungsfeier mit lokalen Bands und einem Freundschaftsturnier happige Preise. Dabei zeigte sich mehr als einmal, dass den Stade-de-Suisse-Chefs eines fehlt: das Gespür für lokale Befindlichkeiten. Ein neues – zugegebenermassen schmuckes – Stadion hin oder her: Das Berner Publikum will im Stade de Suisse nicht primär teure «Schickimicki-Events» besuchen, sondern guten, attraktiven Fussball sehen. Das zeigte sich beim Kurzturnier am Sonntag: Als die Young Boys den VfB Stuttgart zeitweise an die Wand spielte, kam in der riesigen Arena sofort Stimmung auf.
Die Stadionbetreiber sind nach der durchzogenen Premiere in mehrfacher Hinsicht gefordert. Sie müssen die Kinderkrankheiten rund ums Ticketing ausmerzen. Sie müssen bei den Fans Vertrauen zurückgewinnen, welches auf zum Teil fahrlässige Weise verspielt worden ist. Sie müssen die Kommunikation verbessern. Und vielleicht das Wichtigste: Sie müssen dafür sorgen, dass YB sportlichen Erfolg hat. Gelingt ihnen das nicht, könnte sich im neuen Wankdorf schon bald die grosse Ernüchterung breitmachen.

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 2. August 2005, 11:21 
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Bieler Taglbatt, 02.08.2005

Ein Star ohne König

Patric Schindler

Die Eröffnung des Stade de Suisse Wankdorf über drei Tage hinweg zu feiern, erwies sich insgesamt als toller Erfolg. Der Spagat zwischen gesellschaftlichem Anlass und Sportveranstaltung klappte. Insbesondere mit dem Tag der offenen Tür am Schweizer Nationalfeiertag gelang den Stadionbetreibern ein grosser Wurf und neben Saisonkarten für die YB-Heimspiele wurde auch bei Menschen, die mit Fussball nicht viel am Hut haben, Goodwill dazu gewonnen. Die Besucher waren voll des Lobes über dieses neue Meisterwerk. Zweifellos sind die Erwartungen der Fans in diesem schon fast «britischen» Fussballtempel hoch. Ein Stadion also, das die Berner Young Boys zum Erfolg verpflichtet. Nicht zuletzt auch aus betriebswirtschaftlichen Gründen.

Es war nicht alles Gold, was glänzte, denn das «Schmuckkästchen» war nicht ausverkauft und am Sonntag beim sportlichen Höhepunkt mit knapp 25 000 Zuschauern besetzt. Wer meint, man könne heutzutage die Fussballfans mit Mannschaften wie VfB Stuttgart oder Udinese Calcio in Massen in ein Stadion locken und dann noch die stolze Summe von 100 Franken Eintrittsgeld verlangen, irrt sich. Das Stade de Suisse Wankdorf bis auf den letzten Platz zu füllen hätte die Devise lauten müssen, so wie es sich an einer Eröffnung gehört. Dazu braucht es keine renommierten Klubs mit hierzulande zu geringem Zuschauerinteresse, sondern in erster Linie günstigere Eintrittspreise. Die zahlreich leer gebliebenen Sitzplätze trübten den sportlichen Teil dieses Events, an dem keine gute Stimmung aufkommen wollte.
Dass sogar zahlreiche YB-Fans dem Blitzturnier fernblieben, weil sie verständlicherweise nicht bereit waren, einen dreistelligen Betrag zu zahlen, sollte den Organisatoren zu denken geben. Das Stade de Suisse Wankdorf ist zwar der Star, der Kunde ist allerdings noch nicht der König.

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 2. August 2005, 11:25 
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Bieler Tagblatt, 02.08.2005

Für 100 Franken vors In-House-TV

Das Stade de Suisse ist eröffnet. Das die gute Nachricht. Aber weder am Samstag bei der Show noch am Sonntag war das Stadion ausverkauft. Protokoll einer nur langsam weichenden Enttäuschung.

Bernhard Giger


Oben Cüpli, Buffet riche und weisse Tischtücher, unten Kebab, YB-Wurst und Bier: Bruno Marazzis Traum von der klassenlosen Gesellschaft im Stade de Suisse harrt noch der Umsetzung. Mit dem neuen Stadion gibt es in Bern nun erstmals auch, was heute zu jedem modernen Sporttempel gehört: die mondän eingerichteten Logen und Gesellschaftsräume für Promis, Sponsoren, Gönner, VIPs und solche, die es gern wären. Am frühen Samstagabend, eine Stunde nach Stadionöffnung, sind vor allem die VIP-Ränge gut besetzt. Dort sitzen halt auch jene, die nicht 100 Franken Eintritt bezahlen mussten.


Keine Musik im Regen

Die unteren Ränge füllen sich schleppend. Man steht und geht herum und schiesst auf den Spielerbänken die ersten Erinnerungsbilder. Sonst läuft nicht viel. Doch, an zwei Ecken des Rasens spielen junge Berner Bands vor noch weit gehend leeren Rängen. Gut, werden ihre Auftritte vom In-House-TV übertragen. So kann man wenigstens über die zahlreich montierten Monitore und die beiden grossen Screens über dem Spielfeld mitbekommen, dass im Stadion live Musik gemacht wird. Allerdings auch nicht immer.
Ein Nieselregen lässt die Musik verstummen. Für die Instrumente, klärt Moderator Rainer Maria Salzgeber auf, sei die Feuchtigkeit schlecht, darum komme es zu einem kleinen Unterbruch. Offenbar haben die Organisatoren vergessen, für diesen Fall Notdächer bereit zu stellen. Oder sie sind ganz einfach davon ausgegangen, dass es nicht regnen wird, nicht an einem Tag wie diesem. Und würde es doch, wären eh die Medien daran schuld.


Die Werbebotschaft

Der grosse Moment naht. Über den TV-Hauskanal wenden sich jene Herren aus Wirtschaft, Politik und Sport ans Publikum, die das neue Stadion ermöglichten, mehr oder weniger. Zuerst schaut niemand hin. Doch weil die Dankes- und Grussbotschaften ewig dauern - offizielle Reden werden nicht spannender, nur weil man sie als quasi spontanes Videostatement übermittelt -, und weil es allmählich dunkel wird, schauen dann doch alle hin zu den gigantischen, 7,6 mal 5,7 Meter grossen Anzeigetafeln über den Toren. Der Präsident des Schweizerischen Fuss-ballverbands wird ausgebuht, Berns Stadtpräsident bekommt Applaus, weil er die Rückkehr des Cupfinals ins Wankdorf fordert.
Dann wird endgültig klar, wie unentbehrlich das In-House-TV ist, das noch in diesem Jahr mit einem kompletten TV-Studio ausgebaut werden soll. Nur durch die hausinterne Fernsehübertragung kann man der Feier und dem Spektakel wirklich folgen. Sonst würde man von der grossspurig als spektakulärste Eröffnungsshow der Schweiz angekündigten Feier wenig mitbekommen.
Nicht verpassen kann man allerdings die Werbung, die hausintern verbreitet wird. Kurz vor der Show und unmittelbar danach flimmern Werbespots durchs Stadion - an der offiziellen Eröffnungsfeier, in Anwesenheit des Bundespräsidenten. Damit scheinen die Stadionbetreiber kein Problem zu haben. Schliesslich müssen sie den Prestigebau vermarkten. Da will man doch nicht gleich am ersten Abend schon eine Ausnahme machen.
«YB macht heute besonders glücklich», verkündet ein auffällig gut gelaunter Bundespräsident hoch oben auf dem Dach von einer Rampe, von wo aus er Hakan Yakin den Ball für den Ankick zuwirft. «Hopp YB» will Schmid aber nur zusammen mit den Fans skandieren. Dort, wo diese in einem gelb-schwarzen Fahnenmeer beim ersten Spiel gegen Olympique Marseille gestanden sind, klafft heute aber eine Lücke. Nicht nur dort.
Die Tänzerinnen und Tänzer des Spektakels tun einem leid. Es sind viel zu wenige, ihre Choreografien sind, wenn sie auf der anderen Seite des Spielfelds vorgeführt werden, von den Rängen aus oft nicht richtig zu sehen. Offenbar will man dem Publikum eine Art Schöpfungsgeschichte des Fussballs erzählen, aber die einzelnen Bilder lassen einen ratlos.
Die Show packt nicht. Einzig als die 1. Mannschaft von YB aufs Feld kommt und Polo Hofer den YB-Song anstimmt, gehen die Emotionen etwas hoch. Szenenapplaus gibts für die Arbeiterinnen und Arbeiter der Marazzi AG. Der Schlussapplaus nach gut 70 Minuten fällt aber dünn aus, sehr dünn.


Wankdorf-Wurzeln

Der Sonntag ist anders. Mehr Besucherinnen und Besucher, viele Familien, die Stimmung merklich gehoben. Warum wohl? Genau: Es wird endlich Fussball gespielt. Und die Young Boys stehen im Mittelpunkt, ihre Geschichte bei der Wahl des All-Star-Teams, ihre aktuelle Mannschaft beim Blitzturnier mit Stuttgart und Udinese. Darum sind heute auch die Fans gekommen, deutlich mehr jedenfalls als am Vortag. Unter ihnen eine ganz spezielle Fangruppe: «Merci Werner fürs Wankdorf» hat sie Marazzi-Direktor Werner Müller gross und gelb auf ein Transparent geschrieben.
Warum die YB-Wurst Kult sei, fragt Bell in einem Wettbewerb. Für die originellsten Antworten gibt es Saisonkarten zu gewinnen. Die würden eigentlich Bundespräsident Schmid zustehen, der die Wettbewerbsfrage bereits bei der Eröffnung faden-grad und trocken beantwortet hat: weil «YB uns nie wurst ist».
Nicht bloss die Wurst, YB ist Kult am frühen Sonntagabend auf dem Platz neben dem Stadion, wo das Fest für jene stattfindet, die nicht 100 Franken Eintritt bezahlen wollten. Die Berner Rapper von Wurzel 5 und PVP erteilen den rund 1000 vorwiegend jugendlichen Konzerbesucherinnen und -besucher eine YB-Geschichtslektion. Weit zurück, bis in die Fünfzigerjahre, blenden sie dabei.
MC Serej will Lärm hören, viel Lärm für den BSC Young Boys. Und er bekommt ihn. Mächtig dröhnt er hoch an der im letzten Tageslicht glänzenden Fassade des Stadions. Fast wie eine Drohung derer, die heute noch draussen geblieben sind.


Knapp am Tod vorbei

Während des Spektakels am Samstag löste sich ein bemannter Fesselballon. Der Artist stürzte auf ein Dach und verletzte sich.

czd. Als der Einlauf der YB-Spieler am Samstagabend während der Eröffnungsfeierlichkeiten endlich ein wenig Emotionen ins Stadion brachte, spielte sich über ihren Köpfen ein Drama ab. Ein 30-jähriger Artist von «öff öff Productions» schwebte unter einem Heliumballon höher und höher in den nächtlichen Himmel. Die Mannschaft am Boden hatte alle Sicherungsseile gelöst. Was dann genau passierte, ist unklar. Heidi Aemisegger von «öff öff»: «Der Artist wurde mehr als hundert Meter in die Höhe gehoben, dann stürzte er ab.» Die Stadtpolizei Bern schreibt nach ersten Untersuchungen: «Das Helium strömte aus, was den Absturz des Ballons verursachte.»


Ein «Missverständnis»

Der Artist stürzte auf das Glasdach einer Garage an der Wankdorffeldstrasse. Er hatte Glück. «Die Ellenbogen und das Nasenbein sind gebrochen, hinzu kommen eine Gehirnerschütterung sowie Prellungen und Schnittwunden vom Glas», sagte Aemisegger. Die Rettung erfolgte schnell. Mitarbeiter der holländischen Eventfirma, welcher der Ballon gehört, und die Rettungsdienste holten den schwer Verletzten aus der prekären Lage.
Wie die Polizei weiter schreibt, war ein Missverständnis am Freiflug schuld. Die Sicherheitsvorkehrungen seien genügend gewesen. Der Schaden betrage rund 10 000 Franken.


«Die Leute weinten»

Mehr als 100 000 Besucher haben das neue Wankdorf besichtigt. Nur 38 000 Personen haben aber 100 Franken pro Tag bezahlt.

czd. «Wir haben Begeisterung in der Region ausgelöst», sagte der scheidende Geschäftsführer des neuen Wankdorfs, Peter Jauch. Insgesamt seien mehr als 100 000 Besucherinnen und Besucher ins Stadion gepilgert. 100 Franken Eintritt bezahlt haben allerdings am Samstag gerade mal 15 000 Personen und 23 000 am Sonntag, als es endlich Fussball zu sehen gab. Kritik an den hohen Preisen wies Jauch zurück. Man hätte das Budget von wesentlich mehr als 1,5 Millionen Franken nicht einhalten können. Auch Gerüchte, dass Stadionbauer Bruno Marazzi in letzter Minute Tausende Billette aus eigener Tasche bezahlt und verschenkt habe, wies Jauch zurück.

«Zweites Wunder von Bern»

Harry Heusser, der verantwortliche Showproduzent, meinte, das Konzept des Spektakels habe sich definitiv bewährt. «Die Leute haben während des Anlasses geweint, sie waren sehr emotional», sagte er.
Auf den Unfall des Artisten, der fast zur tödlichen Tragödie geworden wäre, ging Heusser nur auf Nachfrage ein. «Es ist ein zweites Wunder von Bern.» Er habe den Verletzten besucht, es gehe ihm den Umständen entsprechend. Der 30-jährige Franzose sei schon voller Taten- drang.

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 2. August 2005, 11:26 
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Bieler Tagblatt, 02.08.2005

«So schön wie in England»

Mit einem Blitzturnier wurde das Stade de Suisse im sportlichen Bereich eröffnet. YB-Goalie Marco Wölfli über die Lust, im neuen Tempel zu spielen.

Patric Schindler

Dass in England die schönsten Fussballstadien gebaut werden, ist kein Geheimnis. Kaum in einem anderen Land ist der Zuschauer so nahe am Spielfeldrand und die Stimmung derart toll wie auf der Insel. Nun hat auch Bern eine Arena, die wohl manchen englischen Fussballfan ins Schwärmen bringt. Marco Wölfli, Grenchner Torhüter in den Reihen der Berner Young Boys, war des Lobes voll über sein neues Zuhause, das er schon im UI-Cup gegen Marseille inoffiziell einweihen durfte. Damals zwar nur vor 14 000 Fans, da nicht mehr Tickets verkauft werden durften.

Am Sonntag war es im Blitzturnier (ein Spiel dauerte lediglich 45 Minuten) gegen den deutschen Bundesligisten VfB Stuttgart und den italienischen Serie-A-Klub Udinese Calcio endlich so weit und der hinterste Platz im Stadion hätte besetzt werden können. Statt 31 000 kamen aber nur 25 000 Zuschauer. Dies schmälerte die Freude der Nummer eins aber keineswegs. «Es ist ein Traum, hier spielen zu dürfen», sagt Wölfli. Seit dem Abriss des alten Wankdorf-Stadions vor vier Jahren «fieberte» er diesem Event entgegen. «Ich wollte unbedingt hier als Torhüter einlaufen und habe lange und hart an diesem Ziel gearbeitet.»


«In diesem Stadion macht Fussball noch mehr Spass»

Wölfli hatte zu Beginn seiner noch jungen Karriere auch schon vor dem Neubau auf dem geschichtsträchtigen Rasen gespielt. «Das Stadion ist genau so, wie ich es mir vorgestellt und gewünscht hatte. Die Farben Gelb-Schwarz, die allgegenwärtig sind, lassen das YB-Herz noch höher schlagen», so Wölfli. Auch im Neufeld habe er zwar gerne gespielt, aber die Nähe zu den Zuschauern schätze er nun sehr. Grosse Unterschiede zum St.-Jakob-Park in Basel gebe es nicht viele. «Bei uns wirkt das Stadion offener und heller. Das Stade de Suisse gefällt mir noch besser, obwohl ja die Basler schon ein super Stadion haben.» Es sei eine Arena wie aus dem Bilderbuch, so wie es viele englische Vereine hätten. Der Grenchner spielte im Blitzturnier die erste Partie gegen den VfB Stuttgart, die die Berner mit 3:0 (Sermeter, Yakin und Neri) gewannen. Wölfli wurde dabei kaum geprüft. Gegen die Zürcher Grasshoppers im Super-League-Spiel vom Samstag dürfte dies schon anders aussehen. Und in einem vollen Stadion mache die Arbeit noch viel mehr Spass. «Ich freue mich sehr auf dieses Partie. Wer hier einlaufen darf, braucht man nicht mehr zu motivieren.»
Im zweiten Spiel des Blitzturniers unterlag YB Udinese Calcio mit 0:2, für die Italiener skorten Di Natale und Bareto. In der dritten Partie setzte sich Udinese mit 1:0 gegen Stuttgart durch, Iaquinta erzielte den Siegestreffer. Somit belegten die Berner hinter den Italienern den zweiten Rang.


Seeländer sorgte für den ersten Pfiff im Stadion

Mit dem Kerzerser Fifa-Schiedsrichter Guido Wildhaber war ein weiterer regionaler Fussballexponent im Blitzturnier involviert. Der Spitzenreferee, der letzte Woche noch eine Uefa-Cup-Qualifikationspartie in Irland gepfiffen hatte, erhielt sein Aufgebot erst vor einer Woche. Ein Auftrag, den ihn sehr freute. «Wie bei den Fussballern spielt es auch für uns Schiedsrichter eine Rolle, in welchem Stadion wir einlaufen. Nicht, dass wir sonst schlechter oder weniger motiviert pfeiffen würden, aber in einer solch tollen Arena wie dem Stade de Suisse macht der Fussball einfach viel mehr Spass.»
Für den routinierten Unparteiischen ist das neue Wankdorf eines der schönsten Stadien Europas. «Schade, dass das Blitzturnier nicht ausverkauft war, aber es war dennoch ein besonderes Gefühl, hier zum Auftakt als Schiedsrichter im Einsatz zu stehen.»

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 2. August 2005, 12:29 
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Auch Gerüchte, dass Stadionbauer Bruno Marazzi in letzter Minute Tausende Billette aus eigener Tasche bezahlt und verschenkt habe, wies Jauch zurück.

Hoppla !!! :shock:


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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 3. August 2005, 08:25 
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Bieler Tagblatt, 03.08.2005

«Viel kassiert, aber wenig geboten»

Die Presse ist sich einig: Die Eröffnung des Stade de Suisse Wankdorf vom Wochenende hat enttäuscht. Für viel Geld wurde wenig geboten.

wyl. «Fehlstart!», titelte gestern der «Blick» zur dreitägigen Eröffnung des Stade de Suisse Wankdorf Bern, wie die Betreiber das neue YB-Stadion genannt haben wollen. «Bei der offiziellen Feier, wo viel kassiert, aber wenig geboten wurde, blieb die neue Prachtsarena halb leer», resümierte das Boulevardblatt. Die vom Wankdorf-CEO Peter Jauch angekündigte olympiawürdige Zeremonie habe sich als leerer Spruch entpuppt.

Und weiter: «Die Fans haben die Abzockerei durchschaut.» Sie hätten ihr Happening ausserhalb des Stadions zelebriert. Die sonst zurückhaltende «Neue Zürcher Zeitung» (NZZ) sah Biederkeit, Kleinlichkeit und Sparsamkeit am Werk, was sauer aufgestossen sei. «Dass dem Publikum gleich mit der erstbesten Gelegenheit der Eindruck von Geschäftemacherei vermittelt wurde, war keine sonderlich gute Idee - umso weniger, als das etwas uninspirierte Programm gar provinziell und langatmig daherkam.» Die NZZ ortete bei den Betreibern zudem Potenzial in der Kommunikation.


«Ein Ärgernis»

Der «Bund» sprach von einem «Ärgernis» und fragte: «Wo bleibt das Gespür?» Er erinnerte daran, dass die Stadionbetreiber schon des Öftern ins Fettnäpfchen getreten seien. Zu keinem Lob konnte sich auch die «Neue Luzerner Zeitung» (NLZ) durchringen. «Weit am Volk vorbei», hielt die NLZ fest und bewertete den bescheidenen Aufmarsch als «Quittung für den überrissenen Eintrittspreis von 100 Franken (pro Tag)». Die Show sei zu vieles schuldig geblieben. Und die «Mittellandzeitung» sinnierte: «Vielleicht hätte sich der Berner Fussballfan einfach ein spannendes Spiel gewünscht.»
Dem «Tages-Anzeiger» und der «Basler Zeitung» genügte ein Bild, um die als Nationalstadion gepriesene Arena zu würdigen. Die Aufmerksamkeit endet freilich am Röstigraben: Weder «Le Temps» noch «Le Matin» verloren eine Zeile über das Wankdorf. Wenigstens einen positiven Aspekt fand die NLZ: Die Betreiber wüssten nun, wie sie es an der Europameisterschaft 2008 nicht machen sollten.

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 4. August 2005, 16:00 
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3 Tickets für den Match YB – Aarau

Beim Samstagsinterview im Bund versprach der ehemalige Geschäftsführer Peter Jauch «Wer nach dem Spektakel nicht begeistert aus dem Stadion geht, erhält drei Gratistickets für ein YB Spiel». Ein Wort ist ein Wort und die STADE DE SUISSE Wankdorf Nationalstadion AG löst das Versprechen ein.

Vom Donnerstag 18:00 Uhr bis Freitag 18:00 Uhr ist auf dieser Webseite ein Online-Formular aufgeschaltet. Entäuschte Besucher können Ihre Personalien angeben sowie Ihre Begründung niederschreiben. Die Betriebsorganisation wird danach den berechtigten Kritikern die Gratistickets für den nächstmöglichen Match ( YB – Aarau) zukommen lassen. Pro Haushalt werden maximal drei Gratistickets abgegeben. Family Corner Ticketinhaber profitieren von einem kostenlosen Billett.

Diese Aktion ist einmalig.


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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 4. August 2005, 21:22 
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Entäuschte Besucher können Ihre Personalien angeben sowie Ihre Begründung niederschreiben.


Wieso mues me eigentlech no ä Begründig schriebe. Isch doch öppe klar warum öpper nid zfride isch gsi.


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 Beitrag Verfasst: Freitag 5. August 2005, 08:17 
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BZ, 05.08.2005

Drei Tickets als Trostpflaster

Wem das Wankdorf-Eröffnungsfest am letzten Samstag nicht gefallen hat, erhält drei Gratistickets für das Spiel YB – Aarau. Und: Es hat noch Billette für die morgige Partie der Young Boys gegen die Grasshoppers.

Die wichtigste Information zuerst: Wem das angebliche Eröffnungsspektakel am letzten Samstag im Wankdorf nicht gefallen hat (und das dürften nicht wenige sein…), der hat die Möglichkeit, drei Gratistickets für die Partie YB – Aarau vom nächsten Dienstag zu beziehen. Seit gestern und bis heute um 18 Uhr ist auf der Website «www.stadedesuisse.ch» ein Online-Formular aufgeschaltet. Die betroffenen Besucher können unter Angabe der Personalien den Grund ihrer Verärgerung schildern. «Wir verschenken die Tickets aber nicht einfach so», sagt Stefan Niedermaier, «die Leute sollen uns begründen, was und warum es ihnen nicht gefallen hat.»


Die unbedarfte Aussage

Damit erfüllt die Stade de Suisse Nationalstadion AG ihre Pflicht. Der ehemalige CEO Peter Jauch hatte in einem Interview am Samstag erklärt: «Wer nach dem Spektakel nicht begeistert aus dem Stadion geht, erhält drei Gratistickets für ein YB-Spiel.» Nun war die Veranstaltung alles andere als ein Erfolg – und die Begeisterung im Publikum überaus gering. Die Leserbriefseiten erzürnter Besucher in den Lokalzeitungen sind gefüllt, und auch bei der Stade de Suisse Nationalstadion AG gingen laut Stefan Niedermaier über 500 Beschwerden ein. «Wir nehmen die Öffentlichkeit ernst. Es ist uns ein Anliegen, auf die Bedürfnisse des Publikums einzugehen», sagt der neue Geschäftsführer, der seit dem 1. August im Amt ist. Niedermaier ist also für die Pannen und Possen unter der Regie seines Vorgängers Peter Jauch nicht verantwortlich zu machen. «Ich habe mein Amt unbelastet angetreten. Mein Ziel ist es, offen mit den Medien und den Besuchern im Stade de Suisse zu kommunizieren.»


Wie viele profitieren?

Die Frage ist jetzt, wie viele Leute von diesem Angebot profitieren wollen. «Das ist schwierig abzuschätzen. Es dürfen sich sowieso nur jene Leute bewerben, die am Samstag im Stadion waren und das auch beweisen können», sagt Niedermaier. Wie aber soll das überprüft werden? «Jeder muss die Nummer angeben, die auf seiner Uhr eingepresst ist, die er geschenkt bekommen hat.»

Mit dieser Massnahme soll verhindert werden, dass Trittbrettfahrer diese Aktion missbrauchen wollen. Am letzten Samstag sind rund 18 000 Karten verkauft worden. Das wären theoretisch 54 000 Gratistickets und ein Verlust in Millionenhöhe. «So schlimm wird es nicht sein», sagt Niedermaier. Der CEO sieht sogar eine Chance für YB, das Stadion gegen Aarau, nicht unbedingt den attraktivsten Gegner, zu füllen. An jenem Abend spielen Thun in Malmö und Basel gegen Bremen in der Champions-League-Qualifikation. Es ist deshalb sowieso fragwürdig, warum YB sich mit dem Spiel gegen Aarau dieser TV-Konkurrenz stellt.


Swisscom schuldig

Swisscom Solutions AG, Outsourcingpartner des Stade de Suisse, hat derweil die Verantwortung für die Warteschlangen von bis zu eineinhalb Stunden beim Abendverkauf vor dem Spiel Thun – Kiew am Mittwochabend übernommen. Diese Verzögerungen waren auf eine Serverüberlastung des Ticketingsystems zurückzuführen. Das System wurde in einem Lasttest erfolgreich getestet – der Test konnte jedoch keine Besuchermengen in der Grösse von 26 000 simulieren. Massnahmen zur technischen Verbesserung der Performance wurden bereits eingeleitet.

Good News gibts für YB: Am Samstag treten die Berner zu ihrem ersten Meisterschaftsspiel im schmucken Wankdorf gegen GC an. Bis gestern Abend waren 21 000 Tickets weg, Stefan Niedermaier rechnet mit «bis zu 28 000 Zuschauern». Insgeheim hoffen die Verantwortlichen sogar auf eine ausverkaufte Arena. Allerdings haben noch längst nicht alle der knapp 10 000 Dauerkartenbesitzer ihre Karte per Post erhalten. «Wir arbeiten praktisch Tag und Nacht», sagt Niedermaier.

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 Beitrag Verfasst: Freitag 5. August 2005, 08:24 
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Bund, 05.08.2005

Die Kunst des Ticketverkaufs

Wer sich ein Billett fürs Wankdorf-Stadion ergattern will, braucht viel Stehvermögen – doch die Veranstalter versprechen Besserung
«Wir werden am Samstag einen besseren Service bieten können», verspricht Stefan Niedermaier, Betriebsleiter des Stade de Suisse. Und ausgerechnet aus Basel kommt Support: «Das wird sicher bald klappen», sagen diejenigen, welche den Bernern die Basis-Software geliefert haben.

In Bern wird wieder über Fussball gesprochen. Wenn auch mehr ums Drumherum. Fans ärgern sich für einmal nicht über schlechte Spielzüge oder mangelnde Technik der Akteure auf dem Rasen. Der Unmut richtet sich gegen die Betreiber des Stade de Suisse und deren Unvermögen, den Billettverkauf kundenfreundlich zu organisieren. In Fan-Foren und an den Billettverkaufsstellen wird mit deftigen Kommentaren nicht zurückgehalten.

Den langen Warteschlangen vor den wenigen Verkaufsorten beim vorgezogenen Spiel der Young Boys gegen Marseille folgten bei der Feuertaufe vom Mittwoch bei Thun gegen Kiew noch längere. Die Schwierigkeiten seien auf eine «Serverüberlastung des Ticketing-Systems» zurückzuführen, teilte Swisscom Solutions, welche für die computertechnische Seite verantwortlich zeichnet, mit. Der Verkauf an der Abendkasse sei deshalb so langsam vorangegangen. Das System sei zwar in einem «Lasttest» erfolgreich geprüft worden, doch eine Besuchermenge von 26 000 hätten damit nicht simuliert werden können, so die Software-Firma.


«Sind überrumpelt worden»

Unverblümter sagt es der neue Betriebsleiter Stefan Niedermaier, seit 1. August oberster Verantwortlicher für das Wankdorf-Stadion: «Wir sind überrumpelt worden. Die Organisation war nicht auf den Ansturm vorbereitet, der durch die vorgezogenen Spiele gegen Marseille und Kiew ausgelöst wurde.» Kinderkrankheiten, plötzlicher Zeitdruck und schliesslich noch eine technische Panne im dümmsten Moment sorgten dafür, dass viel Stehvermögen brauchte, wer sich ein Ticket für einen Fussballmatch im neuen Wankdorf-Stadion ergattern wollte. «Doch am Samstag beim Spiel YB - GC wird es definitiv besser», verspricht Niedermaier.


Mehr Verkaufsorte geplant

Doch nicht nur der Ablauf an den Abendkassen, auch der Vorverkauf soll laut Niedermaier verbessert werden: Mehr Verkaufsstellen und eine voll funktionstüchtige Internetplattform heissen hier die Ziele, die so bald wie möglich erreicht werden sollen.
Dass dies gelingen wird, ist für Markus Laub, Geschäftsführer des FC Basel, keine Frage: «Die werden es bald im Griff haben.» Laub sollte es wissen: Das Basler Ticketing-System bildet nämlich die Basis der Berner Software-Lösung. Am Anfang hätten sie auch grosse Probleme gehabt, sagt Laub: «Das Ticketing für ein Fussballspiel ist eben eine Kunst.» Werde ein neues System aufgebaut, wolle man oft zu viel auf einmal.


Der Verkehr läuft noch nicht rund

Nach den ersten beiden Grossanlässen im neuen Stade de Suisse Wankdorf erhitzt das Verkehrsaufkommen die Gemüter der Anwohner. Die Rede ist von einem «eingezäunten und zuparkierten Quartier» und die Stadtpolizei wird beschuldigt, falsch geparkte Autos von Matchbesuchern nicht mit Bussen bestraft zu haben. «Die Sperrung des Quartiers für Autos hat nicht funktioniert, die Wohnqualität wird beeinträchtigt durch den Verkehr, und wir werden schlecht informiert über Anlässe im Stadion», sagt beispielsweise eine Anwohnerin. Es gibt aber auch versöhnlichere Stimmen: Das Verkehrsaufkommen vor dem Spiel Thun - Kiew sei zwar unterschätzt worden, die Veranstalter gäben sich aber Mühe, auf den öffentlichen Verkehr und Rückstaus hinzuweisen, sagt Max Singer von der Quartierkommission. «Das Quartier wurde gründlich abgesperrt, nur mit der Signalisation hapert es noch», sagt Marcus Häberli, Präsident des Leists Bern Nord.


Staus und beliebter ÖV

«Staus gab es nach dem Thun-Match wegen Arbeiten auf der Autobahn in Richtung Zürich», sagt Rudolf Rytz, Chef der Verkehrspolizei Bern. Einige Matchbesucher hätten das Nordquartier erst nach 75 Minuten verlassen können. Ferner seien unbewachte Sperrungen umfahren worden und viele Autofahrer hätten trotz Verbot im Quartier geparkt. Die Polizei habe über 200 Bussen verteilt. «Wir wollen die Quartierbewohner nicht schikanieren; deren Besuch darf auch während Anlässen im Stadion mit dem Auto ins Quartier fahren, wenn die Gastgeber persönlich bei den Absperrungen vorbeikommen», sagt Rytz. Der öffentliche Verkehr wurde gut genutzt rund um das Spiel Thun - Kiew. Laut BLS Lötschbergbahn AG reisten etwa 5500 Matchbesucher mit der S-Bahn ans Spiel; gegen 7000 traten die Heimreise per Bahn an und nutzten die neue Haltestelle Bern Wankdorf. Auch Bern Mobil hatte viele Fahrgäste. Die Buslinie 20 sei allerdings überlastet gewesen, weil einige Fernverkehrszüge mit Matchbesuchern erst im Bahnhof Bern hielten, so die Pressestelle von Bern Mobil. Mit einem Libero-Veranstaltungsticket könne man sich die Schlangen vor den Billettautomaten sparen. Bei Heimspielen von YB ist die BernMobil-Fahrt im Matchticket inbegriffen.
Sarah Nowotny

Gratis ans Aarau-Spiel

Im Interview mit dem «Bund» versprach der ehemalige Geschäftsführer Peter Jauch letzten Samstag: «Wer nach dem Spektakel nicht begeistert aus dem Stadion geht, erhält drei Gratistickets für ein YB-Spiel». Nun wird das Versprechen eingelöst. In der gestern verschickten Medienmiteilung der Stade-de-Suisse-Betreiber heisst es: «Ein Wort ist ein Wort – drei Tickets für den Match YB - Aarau. Bis Freitag, 18 Uhr, ist auf http://www.stadedesuisse.ch ein Formular aufgeschaltet. Enttäuschte Besucher können dort ihre Personalien angeben sowie ihre Begründung niederschreiben. Die Betriebsorganisation wird den berechtigten Kritikern die Gratistickets für den Match YB - Aarau zukommen lassen.» (la)

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