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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 4. April 2018, 09:29 
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Es ist kompliziert

Der personelle Umbruch bei YB im Sommer wird massiv ausfallen. Die talentierten Fussballer im Team haben sich für Topligen empfohlen. Aber auch die Routiniers überzeugen konstant.

Man ist ja immer noch ein wenig berauscht vom grandiosen Osterspektakel, welches YB und der FC Basel vorgestern beim 2:2 im ­Stade de Suisse zelebrierten. Der «Tages-Anzeiger» zitierte mit seinem Titel gar Goethes Faust: «Verweile doch! Du bist so schön!» Und man fragt leicht euphorisiert: Ach, wieso ist nicht 36-mal in einer Saison YB versus FCB? Wobei: Der Zauber des Klassikers zwischen Bernern und Baslern ginge gewiss verloren bei einer derartigen Reizüberflutung.

Die besten und grössten Vereine des Landes drehten am Montag einen rasanten Werbespot für den Schweizer Clubfussball (oder eher für YB und Basel). Nun aber ist wieder Alltag, YB tritt am Sonntag in St. Gallen an, der FCB in Lugano. Und irgendwann im April oder Mai dürfte YB die erste Meisterschaft seit 1986 feiern.

Viele Scouts beim Spiel

Die Berner Clubvertreter nehmen zwar keine Stellung zu den Planungen der Feierlichkeiten, aber hinter den Kulissen wird fleissig überlegt, wo die Meisterparty über die Bühne gehen könnte. Die Stadt Bern dürfte angesichts der Menschenmassen zu eng sein, vielleicht eignet sich die Allmend gegenüber dem Stade de Suisse. Man wird es erfahren. Es sind angenehme Probleme für YB.

Komplizierter gestaltet sich die Kaderplanung. Auch am Montag besetzten Beobachter aus grossen Ligen Dutzende Plätze im Stade de Suisse. «Ich habe die Liste gesehen», sagt Christoph Spycher, «es waren viele Scouts da.» Der Sportchef weiss, dass einige Akteure gehen werden.

Der fliegende Rechtsverteidiger Kevin Mbabu wird von mehreren Vereinen umworben wie der robuste Innenverteidiger Kasim Nuhu und der flinke Angreifer Roger Assalé. Für das sehr talentierte Trio wird es entscheidend sein, den nächsten Arbeitgeber umsichtig auszuwählen. Alle drei besitzen das Potenzial, dereinst bei einem europäischen Topclub zu agieren – aber es wäre sinnvoller, einen Zwischenschritt einzulegen. Vielleicht nach dem Motto: besser Leverkusen als Liverpool.

Auch der smarte Taktgeber Djibril Sow steht längst auf der Liste ausländischer Vereine. Sein Konkurrent Leonardo Bertone ist derweil unzufrieden mit seiner Rolle, er ist zu stark für die Bank. Und könnte wie Reservist Marco Bürki, der nach Belgien zu Waregem wechselt, YB verlassen. Dazu sind die Verträge mit den wertvollen Routiniers Steve von Bergen und Miralem Sulejmani noch nicht verlängert worden.

Auch die Routiniers sind stark

Die Scouts kamen, um die begabten Kräfte der Young Boys (und Basel) in einer grossen Partie zu beobachten. Und sie sahen auch einen erneut überragenden Sékou Sanogo (28). Der Ivorer würde längst im Ausland spielen, wäre sein Knie nicht in einem derart schlechten Zustand, dass seine Verpflichtung aus ärztetechnischer Sicht problematisch ist.

Die Späher sahen auch einen treffsicheren Guillaume Hoarau, der in sieben Auftritten nach der Winterpause neun Tore geschossen hat. Der Franzose ist 34, er will die Fussballwelt nicht mehr erobern, es gefällt ihm in Bern sehr. Hoarau könnte man sich aber problemlos immer noch in einer Top-5-Liga vorstellen. Doch er wird die Karriere wohl in Bern beenden.

Wie Steve von Bergen, der vermutlich für eine weitere Saison unterschreiben wird. Der bald 35-jährige Captain befindet sich seit Monaten in meisterlicher Verfassung. Gegen Basel rettete er zweimal fantastisch bei den Valentin-Stocker-Topchancen. «Er denkt immer mit», sagt Goalie Marco Wölfli, «auf ihn ist Verlass.» Nachdem von Bergen den Pfostenschuss Stockers irgendwie von der Linie befreit hatte, schlug er die Hände fassungslos über dem Kopf zusammen.

Thuns Lauper ein Kandidat

Es war vorgestern eine Partie mit vielen Geschichten und Gesichtern. Und das Gesicht des YB-Teams wird sich in den nächsten zwei Jahren eklatant verändern, auch Loris Benito, Christian Fassnacht, Goalie David von Ballmoos und vor allem Toptalent Jordan Lotomba sind Kandidaten für einen Auslandtransfer – wohl erst ab 2019.

Sportchef Spycher und Chefscout Stéphane Chapuisat müssen bei all den personellen Veränderungen auf dem Spielermarkt erneut umsichtig agieren. Auch sie beobachten die Szene intensiv. Und könnten möglicherweise unter anderem mal wieder beim kleinen Kantonsnachbarn fündig werden. Der torgefährliche Offensivspieler Marvin Spielmann, 22 Jahre jung, ist bereit für den nächsten Schritt. Und auch Sandro Lauper, ehemaliger YB-Junior, überzeugt beim FC Thun. Er passt perfekt ins Stadtberner Beuteschema: jung, begabt, polyvalent. Der elegante Lauper, 21-jährig, ist im zentralen Mittelfeld sowie in der Innenverteidigung einsetzbar.

Allerdings wird Sandro Lauper dem Vernehmen nach auch bereits von Bundesligisten umworben. Die ausländischen Scouts besuchen in der Super League nicht nur die Topspiele.


https://www.derbund.ch/sport/fussball/e ... y/20907066

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 5. April 2018, 10:32 
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Wo YB-Spieler Haare lassen

Wenn die Fussballer des BSC YB eine neue Frisur nötig haben, gehen die meisten in den Barbershop von Walter Aiguokhian im Berner Breitenrain-Quartier. Unser Autor ist zum Selbstversuch angetreten.

Ich verspreche meiner Frau, nicht mit der allerverrücktesten Spielerfrisur nach Hause zu kommen, und vereinbare einen Termin beim F.B. Barbershop, dem inoffiziellen Hausfriseur des BSC YB. Inhaber Walter Aiguokhian begrüsst mich. Ein kurzer Händedruck und wir sind per Du. Ein Kunde noch, dann sei ich an der Reihe. Und bevor ich eine Sitzgelegenheit gefunden habe, schaut der erste YB-Spieler vorbei. Es ist Innenverteidiger Kassim Adams Nuhu. Ein kurzes Hallo zu einem Bekannten, ein paar leise Worte – schon ist der 22-jährige Ghanaer wieder weg.

Alle drei Stühle vor der Spiegelwand sind besetzt. Auf einem schwarzen Ledersofa sitzen zwei junge Männer mit Hund und warten auf ihren Freund, der gespannt beobachtet, wie ihm Walter mit der Tondeuse Linien ins Haar rasiert. Ein Fernseher zeigt Hip-Hop-Videos, doch ich bewundere lieber die YB-Leibchen an der Wand – Trikots von Bienvenu, Hoarau, Mayuka, Zakaria, Lotomba. Ein paar Minuten später kann ich Platz nehmen. «Nur ein wenig kürzer, keine Farbe, keine Streifen, nichts Besonderes», sage ich vorsichtig. Dies ist Walter offenbar Erklärung genug. Er steckt einen farbigen Aufsatz auf den Haartrimmer, und nur einen Augenblick später liegt die Hälfte meiner Haare auf dem Boden. Ich denke kurz daran, was ich meiner Frau versprochen habe.

Dann frage ich nach dem Grund, warum sich die YB-Spieler gerade hier gerne und oft die Haare schneiden lassen. «Als ich mein Geschäft vor 14 Jahren eröffnete, war einer meiner ersten Kunden der YB-Mittelfeldspieler Patrick Eseosa», sagt Walter. Wahrscheinlich sei dieser mit Walters Arbeit zufrieden gewesen, denn schon bald folgten Gilles Yapi, später Joetex Frimpong und auch Seydou Doumbia. «Zuerst habe ich die Spieler gar nicht gekannt.» Kollegen machten ihn darauf aufmerksam.

Mittlerweile zählen fast alle YB-Spieler zu seinen Kunden, und Walter ist ein grosser Fan des Clubs geworden. An den Sonntagsspielen ist er fast immer dabei. Ab und zu erhält er Tickets von den Spielern, ansonsten sitzt er mit seinen beiden Töchtern im Familiensektor. Spiele anderer Teams wie Barcelona oder Real Madrid schaut er sich dagegen nicht an: «Warum sollte ich? Da kenne ich ja niemanden.»

Barber und Gastgeber

Walter Aiguokhian ist Barber und Gastgeber in einem. Er schneidet schnell und konzentriert, unterbricht seine Arbeit ab und zu, um ans Telefon zu gehen, einen Kunden persönlich zu begrüssen oder mit seinen Kollegen ein paar Worte zu wechseln. Das Handwerk hat er in seiner Heimat Nigeria gelernt. Weil es in der Schweiz schwierig für ihn war, einen Job zu finden, schnitt er die Haare zuerst privat, bevor er den Salon an der Moserstrasse im Berner Breitenrainquartier eröffnete.

Mittlerweile ist er dazu übergegangen, mein Barthaar zu rasieren, schnell und effizient. «Die YB-Spieler sind gute Kunden», erzählt er mir. Viele würden am Freitag vor dem Spiel vorbeischauen, um sich am Wochenende auch äusserlich in bester Form zu präsentieren. «Die Spieler sind angenehme Leute. Sie sind bescheiden und freundlich.» Besondere Ansprüche hätten sie nicht, die gewünschten Kurzhaarschnitte erledige Walter in ein paar Minuten. Ebenso wichtig seien die Gespräche und die gute Atmosphäre im Barbershop. Über Fussball wollen die Spieler nicht unbedingt sprechen.

«Nach einem Sieg oder einem Tor gratuliere ich den Spielern meist auf Instagram, aber damit hat es sich schon.» Niederlagen dagegen seien schnell vergessen. Beim Haareschneiden drehen sich die Gespräche um anderes. «Ich unterhalte mich mit ihnen vor allem über Musik und Mode, mit Nuhu gerne über Kultur und Politik.» Montags, wenn das Geschäft geschlossen ist, geht Walter oft mit dem einen oder anderen Spieler zum Essen in ein afrikanisches Restaurant.

Walter hat seine Arbeit beendet. Er legt sein Werkzeug beiseite und hält mir einen Spiegel hin. Gut geschnitten, gut gekämmt, gut gestylt – ich bin zufrieden. «Wird YB Meister?», will ich noch wissen. «Auf jeden Fall.» Glauben auch die Spieler an den Titel? «Einige sagen überzeugt Ja, andere äussern sich noch etwas zögerlich. Allgemein spürt man aber ein gewaltiges Selbstvertrauen.» Falls es tatsächlich klappt, überlegt sich Walter, ein Fest zu organisieren – und hegt bereits einen Plan. «Auf jeden Fall werde ich die Spieler fragen, ob sie den Pokal einmal in mein Geschäft mitnehmen. Ich hätte zu gerne ein Foto davon.»

Als wir uns verabschieden, frage ich noch, ob er denn auch das YB-Logo ins Haar schneiden könne? Walter bejaht, und ich verspreche, dass ich am Morgen nach dem Titelgewinn vor seinem Laden auf ihn warten werde. Meine Frau wird das verstehen.


https://www.derbund.ch/bern/nachrichten ... y/27988920

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 5. April 2018, 23:04 
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Vereinbarung mit YB und SCB wird verlängert

Stadt BernDie beiden städtischen Grossclubs be­teiligen sich in den nächsten vier Jahren im bisherigen Umfang an den Sicherheitskosten.

In den letzten vier Jahren lieferten YB und SCB bei jedem Heimspiel pro Eintritt grundsätzlich 1.50 Franken als Beitrag an die Polizeikosten ab. Zusätzlich wurde geregelt, dass die Vereine höchstens 60 Prozent der Kosten übernehmen müssen, die über die polizeiliche Grundversorgung hinaus anfallen – ein Wert, den die Clubs reduzieren können, wenn sie gewisse Massnahmen erfüllen, etwa im Bereich Fanarbeit.

Weil beim SCB in den letzten drei Saisons nicht einmal die Grundversorgung ausgeschöpft wurde, musste der Hockeyclub nichts an die Sicherheitskosten beitragen. Aufwendiger war die Polizeiarbeit an den YB-Spielen, was dem Club in den letzten drei Jahren Kosten von insgesamt 1,3 Millionen Franken bescherte.

Zwar erntete dieses Modell im Stadtrat von links und aus der Mitte kritische Kommentare: Es sei nicht in Ordnung, mit Steuergeld kommerziellen Spitzensport zu unterstützen, einzelne Sicherheitsmassnahmen in den Stadien seien grundrechtlich bedenklich, es entspreche nicht dem politischen Willen, wenn ein Verein nun gar nichts mehr an die Sicherheitskosten bezahle.

Letztlich teilte das Parlament aber die Einschätzung des Gemeinderats, dass das Modell auch für die nächsten vier Saisons gelten soll, mit 42 Ja- gegen 6 Nein-Stimmen – allerdings mit vielen Enthaltungen.


https://www.bernerzeitung.ch/region/ber ... y/25928343

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 5. April 2018, 23:07 
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Kostenvereinbarung mit YB und SCB läuft weiter

Der Stadtrat hat beschlossen, die Kostenvereinbarung mit den beiden Sportklubs nahtlos bis Ende Saison 2021/2022 weiterzuführen.

YB musste für die vergangenen drei Saisons insgesamt 1,27 Millionen Franken berappen, der SCB nichts. Seit 2009 beteiligen sich die beiden grossen Stadtberner Sportklubs an den Sicherheitskosten, die der Stadt Bern bei Heimspielen entstehen. Zunächst bezahlten die Klubs je 60'000 Franken pro Saison. Seit 2014 gilt ein zweistufiges Abgeltungsmodell mit einem grundsätzlichen Pauschalbetrag von 1.50 Franken pro anwesenden Zuschauer.

Als zweite Stufe sieht die Vereinbarung ein Kostendach vor. Dies gibt den Klubs den Anreiz, selber für Sicherheit zu sorgen. Erfüllen die Klubs vereinbarte Massnahmen, wird das Kostendach von 60 auf 50 Prozent gesenkt.

Nicht belastet wird den Klubs zudem die sogenannte polizeiliche Grundversorgung - dies sind 200 Einsatzstunden pro Heimspiel. Mit anderen Worten: Reicht für die Aufrechterhaltung der Sicherheit während der ganzen Saison die übliche Polizeipräsenz, kostet dies die Klubs nichts.

Das neue Abgeltungsmodell führte dazu, dass der SCB sich in den vergangenen drei Jahren nicht an den Sicherheitskosten beteiligen musste. Der benachbarte Fussballklub BSC YB verursachte Sicherheitskosten von rund 4,65 Millionen Franken, wovon 1,27 Millionen Franken in Rechnung gestellt wurden.

Geteilte Meinungen

Im Stadtrat gab die Weiterführung der Vereinbarung mit den beiden Sportclubs zu reden, und die Meinungen waren geteilt. «Kein Steuerfranken für Brot und Spiele und kommerziellen Spitzensport», forderte Michel Burkhard für einen Teil der GFL/EVP-Fraktion. Es dürfe nicht sein, dass die Stadt zwei potente privatwirtschaftliche Unternehmen im Sportbereich mit Steuergeldern unterstütze.

Eine Ablehnung der Vereinbarung wäre «ein Eigentor», sprach Manuel C. Widmer für den anderen Fraktionsteil. Die sinkenden Polizeieinsätze bei SCB und YB seien eine Folge der Vereinbarungen. Wenn man daran nun «herumschräuble», stelle man ein gut funktionierendes Modell infrage.

Die Bürgerlichen unterstützten die Vereinbarungen mehrheitlich, wenn teilweise auch ohne grosse Begeisterung, wie Alexander Feuz (SVP) sagte. Bei der SP wolle sich ein Teil der Fraktion der Stimme enthalten, kündigte die Fraktionssprecherin an. Das Grüne Bündnis/Junge Alternative signalisierte Zustimmung.

Sicherheitsdirektor Reto Nause warb vor dem Rat um Zustimmung zu den Vereinbarungen und den damit verbundenen Verpflichtungskrediten in Höhe von bis zu zwei Millionen Franken. Die Verträge hätten ihr Ziel erreicht, betonte der städtische Sicherheitsdirektor. In den vergangenen Jahren hätten sich die Polizeikosten in etwa halbiert.

Die Vereinbarungen leisteten dazu ihren Beitrag und setzten die richtigen Akzente, betonte Nause. Der Rat stimmte mit 42 zu 6 Stimmen bei 20 Enthaltungen der Weiterführung der Vereinbarungen mit YB und SCB zu.


https://www.derbund.ch/bern/stadt/koste ... y/20682884

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Freitag 6. April 2018, 10:46 
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Euphorie? Jetzt oder nie!

Im besten Fall könnte YB bereits am 15. April Schweizer Meister werden. Ist die Vorfreude in der Stadt Bern zu spüren? Ein Rundgang durch die Quartiere.

Gelb ist eine Trendfarbe. Das sagt Colette Stämpfli, Geschäftsführerin des Ladens Laubfrosch und Schön an der Herzogstrasse und an der Scheibenstrasse. Seit rund einer Woche sind im Schaufenster an der Herzogstrasse gelb-schwarze Kleider ausgestellt. Auch Schaufensterpuppe Olga trägt Gelb-Schwarz, für Kinder gibt es gelbe und schwarze Dreiräder zu kaufen. Ein Zufall? «Nein», sagt Colette Stämpfli.

Die Kleider seien passend zum YB-Höhenflug ausgewählt worden. Und eben: Gelb ist in diesem Frühling eine Trendfarbe. Auch wenn sie sich nicht als grossen Fussballfan bezeichnet, ist Stämpfli wie viele andere Berner im YB-Fieber. Mit ihrem Sohn, der heute 20 Jahre alt ist, sei sie früher regelmässig an die YB-Spiele gegangen. «Im Quartier nimmt man schon wahr, dass es den Young Boys gut läuft.»

Wenig Euphorie in der Stadt

Bei einem Rundgang durch die Stadt fällt aber auf: Die YB-Euphorie scheint optisch noch nicht ganz so gross zu sein. An den Fassaden der Altstadthäuser flattern keine YB-Fahnen. Auch Schaufenster sind nicht YB-mässig geschmückt.

Eine Ausnahme bildet die Storchenbäckerei an der Schauplatzgasse. Beim Sponsor der Young Boys werden – wie während des ganzen Jahres – die berühmten YB-Truffes in den Geschmacksrichtungen Baileys, Zwetschgen und Champagner feilgeboten.

Den Champagner haben die YB-Fans indes noch nicht kalt gestellt. Auch im Westen Berns, im Kirchenfeld oder in der Länggasse ist kaum zu spüren, dass die Young Boys 31 Jahre nach dem letzten Titel im allerbesten Fall bereits am 15. April Meister werden könnten.

Tag nicht vor dem Abend loben

Immerhin: Subjektiv ist im Breitenrainquartier am ehesten eine YB-Euphorie zu spüren – nicht nur wegen des Laubfroschs oder wegen des YB-Fanlokals Halbzeit an der Beundenfeldstrasse. Im «Breitsch» flattern an etlichen Balkongeländern und Fenstern YB-Matchtag-Fahnen. Etwa 10 000 solcher Fahnen wurden mit der Rechnung für die Jahreskarte an die Fans verschickt.

Trotz einzelner Ausnahmen: Es darf spekuliert werden, warum die Euphorie in Bern noch nicht so spürbar ist. Ist es, weil sowieso schon klar ist, dass YB den Titel holt? Oder ist es im Gegenteil, weil viele Fans den Tag nicht vor dem Abend loben wollen? Weil sie erst an den Meistertitel glauben, wenn er wirklich Tatsache ist?

Ein weiterer Grund könnte schliesslich in der zurückhaltenden und bescheidenen Berner Art zu suchen sein. Man kann aber davon ausgehen, dass die Euphorie nach einem Titelgewinn dafür umso grösser sein dürfte (siehe Kasten).

Riesenflagge der Young Boys

Bei den Young Boys selber spüre man die Euphorie deutlich, sagt YB-Kommunikationschef und Vereinspräsident Albert Staudenmann. «Die Menschen fiebern mit YB mit und freuen sich an den Leistungen und begeistern sich für die Mannschaft.»

Für YB als Klub sei indes klar: «Es ist noch genau ein Viertel der Meisterschaft zu spielen. Es gibt für uns nicht den geringsten Anlass, neun Runden vor Schluss an Ende Mai zu denken.»

Dass die Vorfreude wächst, zeigen die Zuschauerzahlen im Wankdorf. Das Spiel gegen den FC Basel am letzten Sonntag war ausverkauft. Für den Match vom 15. April gegen den FC Zürich sind bereits über 21 000 Tickets weg. Auch für die anderen verbleibenden Heimspiele gegen Lausanne, Luzern und Lugano seien bereits deutlich mehr Tickets als sonst verkauft worden.

Für die Heimspiele macht übrigens jeweils auch eine Riesenflagge in den Massen 10 mal 15 Meter aufmerksam. YB platziert diese Flagge jeweils an Orten, die hohe Aufmerksamkeit geniessen und ein schönes Bild liefern. Tatsächlich: Letztmals hing sie an der Bundesterrasse. Fotos wurden in den sozialen Medien fleissig verbreitet.

Drei Freinächte?

Steht die Stadt Bern dank YB vor grossen Feierlichkeiten? Geht es nach Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP), könnte es im besten Fall zu drei Freinächten kommen. «Wenn YB als Meister feststeht, werden wir eine Freinacht bewilligen. Dasselbe gilt für den Fall, dass wir den Cup holen. Und: Wir stehen in Kontakt mit YB, was eine eigentliche Meisterfeier angeht», sagt Nause zu Nau.ch. Wo die Meisterparty steigen würde, ist noch offen. Ein Umzug sollte aber durch die Stadt führen. Ebenfalls diskutiert wird, ob ein allfällig gewonnener Pokal auf dem Bundeshausbalkon präsentiert werden könnte. Über ein Gesuch entscheiden müssten die Präsidien von National- und Ständerat.


https://www.bernerzeitung.ch/region/ber ... y/26075419

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Freitag 6. April 2018, 11:23 
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06.04.2018

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YB schlägt Basel mit dessen Waffen

Die YB-Ausgabe 2017/2018 erinnert stark an die Basler Meistermannschaften der letzten Jahre. Auch deshalb stehen die Young Boys vor dem Titelgewinn.

Seit sieben Pflichtspielen ist YB gegen Basel ungeschlagen. Es ist eine beeindruckende Serie, zumal die Siege und Remis nicht glückhaft zustande kamen, sondern das Ergebnis einer imposanten Entwicklung sind.

Oft verloren die Young Boys früher Partien insbesondere im St.-Jakob-Park knapp, regelmässig auch nach Fehlentscheidungen der Spielleiter. Es war jedoch in den Basler Meisterjahren meistens ein Kennzeichen, dass der FCB robuster war, vor allem in der Offensive die besseren Einzelspieler besass – und die Basler Teams besser zusammengestellt waren.

Mehr Torgefahr

So gesehen darf man in dieser Saison festhalten: YB schlägt den FC Basel mit dessen Waffen.

Zum Beispiel mit torgefährlichen Fussballern. Noch vier YB-Spieler können Torschützenkönig werden: Roger Assalé (12 Treffer), Miralem Sulejmani, Jean-Pierre Nsame und natürlich Guillaume Hoarau (je 10).

Auch Christian Fassnacht hat schon sechsmal getroffen. Bei Basel hat nur einer mehr Treffer erzielt: Ricky von Wolfswinkel, der siebenmal traf, dreimal davon per Elfmeter – und derzeit nur Reservist ist.

Bester FCB-Torschütze in allen Pflichtspielen ist Rechtsverteidiger Michael Lang (10 Treffer). Früher trafen FCB-Angreifer wie Alex Frei, Marco Streller oder Seydou Doumbia, um nur ein Trio zu nennen, fast nach Belieben. Und es standen weitere Skorer im Team wie Scott Chipperfield.

Mehr Wucht

Neu ist auch, dass die Young Boys über mehr Akteure als der FCB verfügen, die bald in eine Topliga wechseln werden. Kevin Mbabu, Roger Assalé, Kasim Nuhu, Djibril Sow und Jordan Lotomba etwa. Auch die Basler setzen auf junge Kräfte, in dieser komplizierten Saison aber stagnieren Talente wie Dimitri Oberlin.

Seit 2010 verkaufte der FCB Akteure für über 160 Millionen Franken ins Ausland, erwähnt seien Xherdan Shaqiri, Granit Xhaka, Yann Sommer, Samuel Inkoom, Mohamed Salah, Mohamed Elneny, Aleksandar Dragovic, Derlis Gonzalez, Breel Embolo und Manuel Akanji. Derart herausragende Figuren fehlen derzeit im Team.

Natürlich sind das alles Momentaufnahmen, der FCB bleibt im Schweizer Clubfussball das Mass aller Dinge. Der Abstand aber ist geringer geworden, und in dieser Saison passt es für die Young Boys perfekt, weil sie die Schwächephasen des Giganten beharrlich ausnutzen. Was auch an der erheblich verbesserten Physis liegt.

Früher wirkte YB oft leichtgewichtiger als Basel, es fehlte an Wucht und Entschlossenheit. Fussballer wie ein damals topfitter Geoffrey Serey Die, Fabian Schär, Granit Xhaka oder Dragovic dominierten mit ihrer Präsenz, die Young Boys hatten körperlich wenig entgegenzusetzen. Nun setzen Athleten wie Nuhu, Mbabu, Hoarau, Loris Benito und vor allem Sékou Sanogo mit Zweikampfhärte wertvolle Zeichen. YB lässt sich nicht mehr wegschubsen, ist auch bei Standardsituationen kompetitiv.

Mehr Tempo

Der Fussball wird immer schneller, intensiver, enger – und der entscheidende Unterschied zwischen YB und Basel lässt sich bezüglich Tempo feststellen. Den Basler fehlen Sprinter und Dribbler wie Salah, Shaqiri oder Gonzalez, sie sind deutlich langsamer geworden, am Ostermontag beim 2:2 in Bern sassen mit Oberlin und Kevin Bua die zwei flinksten Kräfte auf der Bank. Bei YB stehen jede Menge rasante, durchsetzungsstarke Fussballer im Kader, natürlich Assalé und Mbabu, aber auch Sow und Fassnacht.

Und so lässt sich im grossen Bild erkennen, wie smart dieses YB zusammengestellt ist. Alle Komponenten, die es benötigt, um Erfolg zu haben, sind vorhanden. Wucht und Zweikampfstärke, Tempo und Torgefahr, aber auch Technik, erinnert sei an Feinlinksfuss Miralem Sulejmani, und ein fast perfekter Mix aus Routine und Unbeschwertheit.

Mehr Glück

Und selbst die Referees agieren in den Gipfeltreffen Berner versus Basler nicht mehr ungünstig für YB. Im Cuphalbfinal (2:0) erhielten die überlegenen Young Boys einen diskutablen Handelfmeter vor dem 1:0 zugesprochen.

Und vor drei Tagen hätte man im Stade de Suisse beim Pfostenschuss Valentin Stockers auf Penalty für Basel entscheiden können, weil Stocker von YB-Goalie Marco Wölfli nach dem Abschluss abgegrätscht wurde.

Die Basler sprachen nach der Begegnung nicht einmal von dieser Szene. Sie haben 13 Verlustpunkte Rückstand. Das liegt nicht an einzelnen Urteilen der Spiel­leiter.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/28093804

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Samstag 7. April 2018, 12:24 
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07.04.2018

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«Wir verbinden Bern selten mit Ekstase»

YB auf Meisterkurs – was löst das bei Nicht-Bernern aus? Der Basler reagiert launig. Der Zürcher erinnert sich an die Dorfhelden seiner Jugend und der Romand philosophiert über den FC Schweiz.

«Wir werden Meister», sagen viele Berner. Und nicht etwa: «YB wird Meister.» Abseits des Spielfeldes läuft ein neckisches Spiel um kollektive Gefühle, Zugehörigkeit und Klischees. Der «Bund» hat freundeidgenössisch nachgefragt, wie es in diesen Tagen den Nicht-Bernern geht. Gönnen sie den Bernern den Titel? Mögen sie Bern und YB? Journalistenkollegen aus vier Landesteilen gewähren Einblick in ihre Gefühle und Gedanken. Die Reise geht von Osten nach Westen.

«St. Galler Tagblatt»: Stefan Schmid
Unsere Hauptstadt liegt an der Limmat


Ich muss der Transparenz halber festhalten: YB sagt mir nichts. Die Spiele des SCB habe ich stets verfolgt. Die Stimmung in der Postfinance-Arena ist einmalig. Gänsehautatmosphäre. Doch jene von YB? Gut elf Jahre habe ich insgesamt in Bern gelebt. Doch mein Fussballerherz schlug immer für den FC St. Gallen, den Club meiner Heimatstadt. Und vielleicht noch ein bisschen für den FC Breitenrain, bei welchem ich zwischen 2002 und 2005 in der ersten Mannschaft gespielt habe. Aber YB? Gleichgültigkeit pur. Ins Stade de Suisse bin ich jeweils nur gepilgert, wenn die St. Galler dort aufgetreten sind. Keine guten Erinnerungen: Das Standardresultat lautete stets 0:3. Aus St. Galler Perspektive.

Dennoch ist meine und – ja, man darf wohl verallgemeinern – des Ostschweizers Freude über den sich abzeichnenden Meistertitel für die Berner gross. Wie wahrscheinlich fast überall in der Schweiz. Selbst in Basel, so hört man munkeln, soll es nüchterne Kräfte geben, die sich positiv über das Ende der einheimischen Dominanz zu äussern wagen. YB hat eine tolle Mannschaft mit starken Charakteren. Und sie spielen wirklich guten Fussball.

Aus Ostschweizer Sicht ist Bern weit weg. Bern ist Bundeshaus, Bärenpark, Beamtenstadt. Die Bernerinnen und Berner sind uns sympathisch, obwohl wir sie gar nicht richtig kennen. Die meisten Ostschweizer kommen selten über Zürich hinaus. Unsere Hauptstadt liegt an der Limmat. Wirtschaftlich, kulturell, gesellschaftlich. Doch wir mögen Bern. Die Stadt hat etwas Gemütliches, Bodenständiges, Ungefährliches. Würde man den Bernern das Bundeshaus wegnehmen, wäre die Stadt in derselben Liga wie St. Gallen. Finden wir jedenfalls.

YB wird Schweizer Meister. Herzliche Gratulation. Lasst es krachen in den Gassen eurer pittoresken Altstadt. Wir verbinden Bern selten mit Ekstase. Vielleicht straft ihr uns ja bald Lügen. Was uns aber darüber hinaus fast stärker beschäftigt: Fangen wir den FC Basel auf Rang zwei noch ab? Falls ja, machen wir ein gemeinsames, bernisch-st. gallisches Fussballfest.

Stefan Schmid ist Chefredaktor des «St. Galler Tagblatts». Er selber spielt ordentlich Fussball. An Bern hat er schlechte Erinnerungen. Weil der FC St. Gallen hier immer 0:3 verloren hat, wenn er unter den Zuschauern war.

NZZ: Michael Schoenenberger
Schon nur wegen der schönen Erinnerungen


Mein Fussballfreund wohnte gleich gegenüber, in einem Bauernhaus. Später wurde es abgerissen, ein schmuckloses Haus ersetzte den Hof und den traumhaften Garten. Ich erinnere mich, wie er mir die kleinen Kätzchen zeigte, die mit geschlossenen Augen im Körbchen herumtapsten. Wir waren vielleicht acht oder neun Jahre alt, vielleicht auch zehn. Ich weiss es nicht mehr genau. Jedenfalls waren wir in kindlicher Ergebenheit entzückt von den jungen Geschöpfen, die so perfekt geboren waren. Noch ganz Kinder, wurde es aber immer mal wieder auch total ernst. Dann spielten die Young Boys, und wir hörten den Match am Radio. Es war wunderbar. Radioübertragungen sind wunderbar. Man sieht nichts, aber man stellt sich alles ganz genau vor. Es ist fast, wie ein Buch zu lesen.
Im Grunde standen wir jeden Tag auf dem Fussballplatz. In diesem Dorf in der Nähe von Bern spielte man damals Fussball, wirklich immer. Bänz Friedli, der später berühmt wurde, zu ihm gingen wir in den Turnverein. Auch dort «tschutteten» wir viel. Ich kann mich nicht entsinnen, dass der Fussballrasen gesperrt gewesen wäre, so wie das heute meist der Fall ist. Wir «tschutteten» immer. Was die Kids wohl heute machen, wenn sich das Green regenerieren muss?

Der «Bäne» jedenfalls organisierte einmal im Jahr den «Peacely-Cup»: Im Dorf und weit darüber hinaus war das Fussballturnier das Grossereignis. Monatelang bereiteten wir uns minutiös vor, trainierten. «Bäne» kommentierte brillant vom Spielfeldrand. Die besten aus dem Dorf waren die «Söiblüemeler», sie waren gefürchtet wegen ihrer starken Dribbler. Wir waren dafür defensiv nicht schlecht.

Aber noch besser als unsere Dorfhelden waren die italienischen Jungs. Ich glaube, sie kamen aus Ostermundigen, aber ich bin nicht mehr sicher. Sie brillierten technisch, waren schneller, wendiger, und ich war schon damals hingerissen von ihrer schönen Sprache. 1982 gewann Italien die Weltmeisterschaft. Seit damals drücke ich Italien die Daumen. Und seit diesen Tagen bin ich den Farben Gelb-Schwarz verpflichtet. Es waren prägende Jahre. YB soll endlich wieder Meister werden. Nur schon für alle Jungs und Mädchen, damit sie so schöne Erinnerungen wie ich in ihr Leben mitnehmen können. 1986 ist lange her.

Michael Schoenenberger ist Inlandchef der NZZ. Er hat in Uettligen mit Bänz Friedli Fussball gespielt. Bis heute bedauert er, dass er kurz vor dem letzten YB-Meistertitel weggezogen ist. Trotzdem ist er fussballverrückt geblieben und gewinnt selbst dem «Catenaccio» Positives ab.

«Basler Zeitung»: Michael Bahnerth
Berner Blues in Basel


Da stehen sie dann bei Heimspielen, in der Muttenzer Kurve, klatschen, johlen, verhöhnen den Gegner und hüpfen und singen dazu: «Wer jetzt nicht gumpt, der ist kein Basler.» Die da gumpen sind das Knochenmark des FCB, sind jene, die leben für den Club und all die komplizierten Spielernamen sogar schreiben können, und ihnen fehlt jetzt die Kraft, wirklich zu gumpen, abzuheben vom Boden, um näher an den Fussball-Himmel zu kommen, der jahrelang rot-blau war und vor allem ein Elysium. Sie gumpen jetzt viel öfter, weil ihnen kalt oder langweilig ist, und viel weniger vor Freude.
YB. Eigentlich auch ziemlich egal. Wenn Basel nicht Meister wird, interessiert hier keinen wirklich, wer Meister wird. Hauptsache nicht der FCZ oder GC. Von daher ist YB okay. Wird sowieso eine Ausnahme bleiben. Sollen sich freuen an der Aare da mit ihrem Bärengraben und so und für einmal auch einen Traum leben in dieser Stadt, die stets ein wenig traumlos scheint. Eine Meisterfeier veranstalten und alles filmen oder in der Erinnerung speichern, weil, wie gesagt, so schnell passiert ihnen das nicht mehr.

YB war besser diese Saison, muss man sagen. Sie waren besser, weil sie hungrig waren, weil sie rannten und kämpften und füreinander einstanden. Und weil der FCB träge geworden ist, in der Meisterschaft zumindest. International natürlich nicht. Achtelfinal Champions League. Ist ja klar, dass YB, wenn überhaupt, nur einen Punkt holt in der Vorrunde. Weil einfach nicht mehr drin ist in der Berner DNA. Sowieso könnte es sein, dass die Stärke von YB nur die Schwäche des FCB ist. Bern. Viel wissen wir hier nicht über die Stadt. Schon klar, Hauptstadt, Bundeshaus, geiler Dialekt, Marzili-Bad, Kornhauskeller, Arkaden, das Café Fédéral, wo es gutes Fleisch gibt, entsetzliche Bahnhofunterführung. Aber sonst? Schöne Frauen? Ah ja, Eishockey sollen sie ganz gut spielen können.

Schon nur auf die Frage, wie viele Leute dort leben, müssten neun von zehn Baslern bei Wikipedia nachschlagen. Nur Politiker und Fussballfans aus Basel reisen hin und wieder nach Bern. Neuerdings auch der Meisterpokal. Aber man sollte sich nichts vormachen in Bern. Zu Hause ist der Pokal immer noch in Basel.

Der Basler Michael Bahnerth ist Autor bei der «Basler Zeitung». Dass er Berner Meitschi nicht schön findet, verzeihen wir ihm. Nicht aber, dass ihm Bern als «traumlos» erscheint. Auch nicht, dass er glaubt, der Meisterpokal kehre schon bald nach Basel zurück.

«Tribune de Genève»: Julien de Weck
In einer Pariser Bar entdeckte ich die Schweiz


Bevor ich mit dem Schreiben dieses Textes begann, musste ich den aktuellen Tabellenstand der Meisterschaft googeln. Zu sehen, dass YB vorne liegt, hat mich nicht überrascht – mein Desinteresse an der Super League aber schon. Mein Snobismus hat sicher damit zu tun, dass Servette, der Club meiner Stadt, fehlt. Der Hauptgrund liegt aber tiefer: Mein Herz schlägt für Olympique Marseille.
Ich war ungefähr 12 Jahre alt, eingeschlossen in der eintönigen Freiburger Molasse, und fühlte mich als Lateiner, als der Club die Champions League gewann. Der erste Sieg einer frankofonen Mannschaft in der Königsliga gab mir das Gefühl, Teil einer kollektiven Heldentat zu sein. Marseille, meine Stadt, und ihre mediterrane Verrücktheit berauschten mich. Die Meinen herrschten über Europa. So geht es jedem Nachwuchsfussballer, geboren in einem Land, wo die Clubs nicht die Mittel haben, um auf der europäischen Bühne zu brillieren. Mein Kinderherz musste sich ins Exil begeben, um das Gefühl des heroischen Aufstiegs inklusive finalem Sieg zu erleben. Dass mein Club schon lange nicht mehr zur europäischen Elite gehört, spielt keine Rolle – er bleibt für immer meine erste Liebe.

Später, als Jugendlicher in Sion, bin ich in Rot-Weiss auf Bern zu marschiert. Das Wankdorf war unser Terrain, GC und Servette unsere Sparringpartner. Ich hatte jetzt einen eigenen Kanton, das Wallis. Doch unsere Fahne wehte über einem Land, das ich nicht kannte. Erst in Paris, als junger Erwachsener, entdeckte ich meine Zugehörigkeit zum FC Schweiz. Die Sprache genügte mir nicht mehr. Die schweizerischen Postschalter, der Geruch unserer Bahnhöfe, der Apéro beim Ausgang des Wahllokals, meine Leitbilder waren zu Hause geblieben.

In einer Bar in der französischen Kapitale sah ich die Liveübertragung eines Weltmeisterschaftspiels, das mit dem Ausscheiden der Schweizer Nationalmannschaft endete – und ich empfand ein Gefühl von Stolz. Unsere kleine «Nati», ausgeschieden nach einem kleinen Spiel, hatte es gegen einen der ganz Grossen wieder fast geschafft. Bald wird YB der gekrönte Meister sein. Und danach im Herbst in der Champions League vernichtend geschlagen werden und in der allgemeinen Gleichgültigkeit untergehen. Anders als bei unseren europäischen Nachbarn hat in der Schweiz der Fussball nie wirkliche Leidenschaft ausgelöst – und noch weniger eine Rolle gespielt bei der Ausprägung einer nationalen Identität.

Die Fussballgeschichte unseres Landes hat mich gelehrt, mit der Niederlage zu leben. Und mich über ein Land zu freuen, das daraus kein Drama macht. Weil die Leute hier gewohnt sind, die Kleinen zu sein.

Der gebürtige Freiburger Julien de Weck ist Lokalchef der «Tribune de Genève». Auch im Wallis und in Paris hat er schon gelebt. Fussballerisch bleibt er seiner ersten Liebe, Olympique Marseille, treu. Doch er geniesst es, mit seiner Tochter zu den Spielen des Servette FC zu gehen.


https://www.derbund.ch/bern/nachrichten ... y/31023734

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Montag 9. April 2018, 08:12 
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Wo der Fussball zu Hause ist

In Bern können die YB-Spiele an vielen Orten im TV geschaut werden. Doch es gibt nur einen Ort mit einer Geschichte wie der des Fanlokals Halbzeit im Breitenrainquartier. Eine Stippvisite.

Früher war da ein Reisebüro. Ferien können aber schon lange nicht mehr gebucht werden. Doch wer die acht Treppenstufen der Liegenschaft an der Beundenfeldstrasse 13 im Breitenrainquartier hinuntergeht, begibt sich auf eine Reise in eine andere Welt. Es ist eine Welt, deren Kern aus kompromissloser Liebe zu den Young Boys besteht. Seit 20 Jahren ist hier das Fanlokal Halbzeit eingemietet. Es ist ein Raum wie ein Hybrid aus Sportbar und Fussballmuseum. Grossflächige Flachbildschirme hängen an den Wänden. Vor der Glasfront hängen YB-Trikots aus mehreren Jahrzehnten, die es der Sonne beinahe unmöglich machen, wenigstens etwas natürliches Licht in das schummrige Innere zu werfen. Ganze Wandstücke sind mit Aufklebern tapeziert. In einer Ecke liegt Fussball-Fachlektüre, die von Franz Beckenbauers Biografie bis zu einem Ratgeber für Auswärtsspiele reicht.

Sonntag, 15 Uhr. Das Lokal ist leer, Brani hat noch wenig zu tun. Der Co-Präsident der Halbzeit wird während des Auswärtsspiels gegen St. Gallen hinter der Bar stehen. Ein Job mit Stresspotenzial. «Wenn YB erfolgreich ist, kommen mehr Leute. Es ist eigentlich wie im Stadion.» Hinter ihm stehen drei Kühlschränke, welche die Getränkepräferenzen seiner Kundschaft verraten. Zwei davon sind mit Bierflaschen verschiedener Sorten gefüllt.

«An einem Sonntag wird aber weniger getrunken als bei einem Samstagsspiel.» Bald ist es 16 Uhr, der Anpfiff rückt näher. Vor der Tür zündet sich Kasimir eine letzte Zigarette an, bevor das Spiel startet. «Ich bin erst zum zweiten Mal hier.» Vor Jahren hat ihn sein Vater einmal hierher mitgenommen. Eigentlich wollte er heute wie viele andere Fans nach St. Gallen reisen, doch eine lange Samstagnacht fordert ihren Tribut. «Die lange Fahrt mochte ich nicht auf mich nehmen.» Die Halbzeit sieht er jedoch als würdigen Ersatz zum Stadion. «Hier wird Fussball so richtig zelebriert.»

***

Das Spiel beginnt. Der Raum ist gut gefüllt. Rund 80 Besucher sind gekommen. Vorwiegend männlich, Alter durchmischt. Kleingeld klimpert an der Bar, Kronkorken werden von Flaschenhälsen gerissen. St. Gallen beginnt druckvoll, der Ball fliegt knapp am YB-Gehäuse vorbei. Ein Raunen geht durch den Raum. Die emotionale Verfassung der Fans wird für die nächsten 90 Minuten vom Geschehen im Fernseher diktiert werden. Diese erlebt bald ein erstes Hoch. YB geht in Führung. Kollektiver Adrenalinausstoss. 20 Minuten später fällt der Ausgleich. Haareraufen, Analysen so präzise wie lautstark, wie der Treffer hätte verhindert werden können.

Es kommt noch schlimmer. St. Gallen geht in Führung und das Lokal verwandelt sich in ein Flugzeug, das gerade in ein tiefes Luftloch fällt. Ungläubiges Entsetzen prägt die Gesichter der Besucher. Als wäre es pietätslos, mehr als das Nötigste miteinander zu sprechen, wenn YB im Rückstand liegt, flachen die Gespräche ab. Dann schwappt Hoffnung durch den Raum. Sulejmani legt sich den Ball zum Freistoss bereit. Alle wissen: Der Mann geht in solchen Fällen mit dem Ball um wie ein Chirurg mit seinen Händen bei einer Operation am offenen Herzen. Und tatsächlich zirkelt Sulejmani den Ball präzise in die Torecke. Ausgleich. Allgemeine Ekstase. Der Schiedsrichter pfeift zur Halbzeit. Die Halbzeit-Besucher rauchen vor der Tür.

«Wenn YB erfolgreich ist, kommen mehr Leute.»
Brani, Co-Präsident Halbzeit


Die Geschichte der Halbzeit beginnt in den tiefen 1990er-Jahren - eine düstere Zeit für die Young Boys. Der Club war erfolglos und stand am finanziellen Abgrund. Doch nicht nur das: «Die wenigen aktiven Fans hatten Verbindungen in die rechte Szene oder waren gar bekennende Neonazis», sagt Lukas Meier, Co-Präsident der Halbzeit und Angestellter der Berner Fanarbeit. «Hakenkreuze im Stadion waren damals gang und gäbe.» Es sei keine einfache Zeit für YB-Fans gewesen. «Wegen der rechten Fans mussten wir uns immer rechtfertigen, wenn wir an die Spiele gingen.» Dann passierte etwas, das Meier als «Initialzündung für die Berner Fussballszene» bezeichnet. 1996 wurde der Verein «Gemeinsam gegen Rassismus» von Urs Frieden gegründet. Noch im Gründungsjahr wurde er Trikotsponsor der Young Boys.

Das hat den Verein 50 000 Franken gekostet, durch Spenden überwies er dem verarmten Club jedoch 160 000 Franken. «Dadurch haben wir mitgeholfen, die Young Boys vor dem Konkurs zu retten», sagt Meier. Da in kurzer Zeit gegen 300 Mitglieder gewonnen werden konnten, musste ein Vereinslokal her. 1998 wurde dieses mit der Halbzeit eröffnet. Zwei Jahrzehnte nach der Gründung ist der Drang, sich für YB und gegen Rassismus einzusetzen, nicht gebrochen. Der Verein organisiert Lesungen, Podiumsdiskussionen mit YB-Spielern, zeigt mit dem Kino Rex Fussballfilme oder lädt Flüchtlinge ins Stadion ein.

***

Auf den Bildschirmen läuft die Halbzeitanalyse. Kilian sitzt auf der Treppe vor dem Eingang. Seit 14 Jahren kommt er in die Halbzeit. «Die Atmosphäre hier hat beinahe schon Stadioncharakter.» Gleichzeitig herrsche eine familiäre Stimmung. «Inzwischen kennt man sich. Es sind immer etwa die gleichen Köpfe hier.» Dadurch seien Momente entstanden, an die er sich noch lange erinnern werde, so zum Beispiel an den gewonnenen Penaltykrimi in der Champions-League-Qualifikation gegen Schachtar Donezk. Kilian schaute sich das Spiel im Stade de Suisse an. «Danach gingen wir in die Halbzeit und schauten uns das Spiel zu zehnt nochmals in der Wiederholung an. Das Penaltyschiessen wurde nochmals so heftig gefeiert wie im Stadion.» Die zweite Halbzeit beginnt. YB übernimmt das Spiel, schiesst zwei Tore, die Partie ist entschieden. Die Stimmung in der Halbzeit ist entspannt. Angriffe des Gegners werden nur noch mit einem müden Lächeln wahrgenommen.

Für Helmut ist die Halbzeit ein Kompromiss. Weil seine Frau nicht so fussballbegeistert ist, sieht er sich die Auswärtsspiele hier an. «Zum Abend-essenkochen bin ich wieder zu Hause.» Seit sechs Jahren macht er das so. Dabei ist ihm eine Szene besonders in Erinnerung geblieben. Es war an einer Podiumsdiskussion, an der der mazedonische Mittelfeldspieler Taulant Seferi dabei war. Es ging um Integration. «Eine Frau aus dem Publikum wollte wissen, ob Seferi Deutsch lernen wolle.» Dieser habe sich mit der Antwort etwas schwergetan. «Darauf gab sich die Frau als Sprachlehrerin von YB zu erkennen, die wissen wollte, wer denn dieser Seferi ist, der in ihrem Kurs immer gefehlt hat.»

Das Spiel ist aus, die Besucher strömen aus dem Lokal mit der Gewissheit, dem Meistertitel einen Schritt näher zu sein.


https://www.derbund.ch/bern/nachrichten ... y/20255943

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Dienstag 10. April 2018, 10:15 
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YB wie beim Kürlauf

Irgendwann in den nächsten Wochen dürfte YB vorzeitig Meister werden. Auch dank vorzüglicher Auswärtsbilanz in der Rückrunde.

Es entbehrt nicht eines gewissen Zynismus, könnte der Titelkampf in der Super League nach Jahren totaler Basler Dominanz erneut mehrere Runden vor Saisonende entschieden sein. Die Young Boys fliegen durch die Rückrunde, in zehn Partien haben sie 28 Punkte geholt, und in der einzigen Be­gegnung, die sie nicht gewannen, durften sie sich dennoch als Sieger fühlen.

Das 2:2 gegen Basel am Ostermontag trübt die fast perfekte Bilanz deshalb nicht wirklich.Genau genommen war es sogar ein weiteres Schrittchen Richtung erster Meisterschaft des Clubs seit 1986. Gar von einem «grossen Schritt» spricht Steve von Bergen nach dem 4:2 am Sonntag in St. Gallen.

«Das war ein schwieriges Auswärtsspiel», sagt der YB-Captain, «und wir haben uns auch vom 1:2-Rückstand und der schwachen Defensiv­leistung vor der Pause nicht aus der Ruhe bringen lassen.» Die mentale Reife der Mannschaft sei beeindruckend, findet von Bergen. «Wir wissen, dass wir jederzeit Tore erzielen können.»

Viele YB-Fans in St. Gallen

Selbstverständlichkeit und Selbstvertrauen der Young Boys sind zweifellos bemerkenswert. Sie bestreiten ja in diesen Wochen eine Art Kürlauf durch die Schweizer Arenen. Wie ein Meisterexpress on tour. Und irgendwann, vielleicht gar bald, werden sie den Meistertitel bei aktuell 13 Verlustpunkten Vorsprung ­sicherstellen.

Die Bühnen sind würdig und die Stadien prächtig gefüllt, das Stade de Suisse war gegen den FCB ausverkauft, vorgestern in St. Gallen sorgten über 17 500 Zuschauer für eine schöne Kulisse. Früh in der zweiten Halbzeit anerkannten die heimischen Supporter die Überlegenheit des souveränen Leaders , und die bestimmt rund zweitausend YB-Fans zelebrierten eine gelb-schwarze Party.

Die Gründe, warum die Young Boys ihre Gegner in diesem Jahr an guten Tagen vorführen und an schlechten Tagen immer noch dominieren, sind mittlerweile bekannt. Die Mischung aus Spielfreude und Stabilität, Athletik und Abschlussstärke ist meisterlich.

Ad absurdum geführt ist längst auch die Behauptung, YB profitierte extrem vom Kunst­rasenvorteil im Stade de Suisse. «Wir haben bewiesen, dass wir es auch auswärts können», sagt Trainer Adi Hütter.

18 Tore in 5 Partien

Die Young Boys sind auch in der Auswärtstabelle Erster, sie haben alle fünf Rückrundenbegegnungen in der Fremde gewonnen – und dabei achtzehn Tore ge­schossen! Diese bemerkenswerte Statistik erwähnt Hütter nach dem Erfolg in St. Gallen gleich mehrmals.

Vier Treffer erzielte sein Team in Luzern (4:2), Lausanne (4:1), Lugano (4:2) und St. Gallen (4:2), zweimal traf es in Zürich (2:1). Zu null aber spielte es nie. Sogar diese Young Boys besitzen noch Steigerungspotenzial.

Letztmals verlor YB übrigens Anfang Dezember – auf dem Kunstrasen in Thun (1:3). Dort bestreiten die Young Boys in acht Tagen ihr nächstes Auswärtsspiel, theoretisch könnten sie im Berner Oberland bereits Meister werden. Allerdings bestreitet Verfolger Basel inklusive des Nachtragsspiels morgen gegen Zürich gleich vier von fünf Partien im April zu Hause.

Auch in Thun wird das Stadion bei der YB-Visite nächste Woche vermutlich ausverkauft sein. Die restlichen Spiele der Young Boys im April finden übrigens ebenfalls alle im Kanton Bern statt, neben dem Auftritt in der Stockhorn-Arena warten gleich drei Heimspiele auf die Young Boys: am nächsten Sonntag gegen Zürich, eine Woche später gegen Lausanne, am letzten Samstag des Monats schliesslich gegen Luzern.

Diese Ausgangslage ist äusserst verführerisch – und sorgt ganz bestimmt weiterhin für ein erhebliches Zuschaueraufkommen an YB-Partien.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/20846147

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2017/2018
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 12. April 2018, 16:48 
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«Da gab ich mich einer furchtbaren Naivität hin»

«Bund»-Leserinnen und Leser erinnern sich an ihre Erlebnisse mit den Young Boys.

Erinnert sich Christina Stäubli an ihr erstes Fussballspiel, muss sie weit zurückdenken. Das war in den 1950er-Jahren und war zugleich ihr letzter Matchbesuch in einem grossen Stadion. Ihr Grossvater hatte die damals Sechsjährige ins Wankdorfstadion mitgenommen. YB spielte gegen Chiasso. «Ich war mächtig stolz, dass er mich als Mädchen mitnahm.» Doch die Freude wich schnell. Stäubli bezeichnet das Spiel als «einzige Katastrophe» – und das nicht einmal wegen des Spielausgangs. Viel mehr hat ihr zugesetzt, dass die Spieler immerzu gefoult hätten. «Das tat mir so weh. Ich glaube, ich musste weinen.»

Tortur im Sion-Sektor

Von einem schmerzlichen Erlebnis ganz anderer Art hat Andy Jenk zu erzählen. Es war am 26. Mai 2001 und die Young Boys bestritten das letzte Heimspiel der Saison gegen Wil. «Nach dem Abpfiff stürmten die Fans auf den Platz.» Anstatt zu warten, bis die Ordner das Tor zum Spielfeldrand öffneten, entschied sich Jenk, über den Zaun zu klettern. «Ich bin aufs Spielfeld gesprungen und habe mir die Bänder im Fussgelenk gerissen.» Die Geschichte ging dann doch noch in ein versöhnliches Ende über. «Immerhin durfte ich durch die Katakomben ins Behandlungszimmer. Das kann nicht jeder von sich behaupten.»

Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass sich Andy Jenk Ärger einhandelte. Mit einer Anekdote vom Cupfinal 2006 doppelt er nach. «Da gab ich mich einer furchtbaren Naivität hin.» Weil er für den YB-Sektor keine Karte mehr bekam, bemühte er sich um ein Billett für den Sion-Sektor. «Ich fuhr nach Brig, wo die Leute ab 6 Uhr früh für den Vorverkauf anstanden.» Und tatsächlich konnte er sich einen der letzten Eintritte sichern. «Ich ging dann in YB-Vollmontur in den Sion-Sektor im naiven Glauben, wir könnten dann zusammen feiern.» Sein Fazit: «Es war eine ziemliche Tortur, aber zumindest kam ich lebend wieder heraus.»

Nie auf dem Neufeld

Für Ueli Flückiger sind YB-Meistertitel nichts Neues. In den 1950er-Jahren war er dabei, als die Young Boys gleich viermal in Folge den Titel holten. «Da war ich noch ein Knirps und habe darüber Tagebücher geführt, die heute noch existieren.» Den langen Weg vom Marzili ins Wankdorf habe er immer zu Fuss zurückgelegt. Auch als die Young Boys 1986 in Neuenburg den Titel holten, war Flückiger dabei. Ein Jahr später erlebte er den Cupsieg gegen Servette.

Christof Jaussi hat aus den 1980er-Jahren zu berichten. Sein Grossvater hat ihn regelmässig an die Spiele mitgenommen. «So durfte ich das Meisterteam mit Prytz, Lunde, Conz und wie sie alle hiessen bestaunen.» Er hat noch klare Erinnerungen an diese Zeit. «Wir sassen auf der Haupttribüne und es wurde viel geflucht und viel geraucht.» Sein Grossvater habe dauernd gehustet, weil er nur während Fussballspielen und Apéros geraucht habe. Etwas melancholisch blickt Jaussi auf den Umzug aufs Neufeld zurück. Denn dahin hat er es nie geschafft. «Das ist etwas, das ich bis heute ein wenig bereue.»

Mit gelb-schwarzem Blut geboren

Heidy schreibt, dass YB ein ganz wichtiger Teil ihres Lebens sei. «Ich bin wohl schon mit gelb-schwarzem Blut geboren worden.» Schon als Kind fieberte sie vor dem Radio. «Von meinem Fenster aus konnte ich bei Flutlichtspielen den Schein der Lampen über den Dächern erkennen.» Ihre Sehnsucht nach einem Stadionbesuch wuchs. Bald darauf nahm ihr Onkel sie mit ins Wankdorf. «Da war es um mich definitiv geschehen.» Die Aussichten auf den Meistertitel nimmt sie mit Skepsis zur Kenntnis. «Nur ganz langsam wage ich zu träumen.» Sie fragt sich jetzt schon, wie es denn sein wird, wenn es dann wirklich so weit ist. «Dann brechen wohl alle Dämme.»


https://www.derbund.ch/bern/nachrichten ... y/22032977

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