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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 23. Februar 2012, 18:12 
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Der YB-Fanzaun sparte 10'000 Stunden Polizeiarbeit

Seit einem Jahr gelangen die Gästefans durch einen Sicherheitszaun vom S-Bahnhof Wankdorf ins Stade de Suisse. Der Zaun ersparte der Polizei bisher 10'000 Arbeitsstunden.

Mit seinem Engagement und seiner scharfen Rhetorik für die rigorose Fantrennung rund ums Stade de Suisse machte sich der Berner Gemeinderat Reto Nause (CVP) unter Fussballfans zum Feindbild. Seit Beginn der letzten Rückrunde im Februar 2011 gelangen die Fans der Gastclubs per Extrazug zum Bahnhof Wankdorf und von dort durch einen lückenlosen Sicherheitskorridor ins Stadion.

Ein Jahr später sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache. Im Jahr 2011 ging der Aufwand der Kantonspolizei für die Spiele von YB massiv zurück. 19'189 Stunden leisteten Polizisten bei ihren Einsätzen rund ums Stade de Suisse im letzten Jahr. Mehr als 10'000 weniger als noch ein Jahr zuvor. Für Michael Fichter, Mediensprecher der Kantonspolizei Bern steht fest: «Der Rückgang im 2011 im Vergleich zum Vorjahr ist insbesondere auch auf den Fanlenkungszaun beim Stade de Suisse zurückzuführen.» Auch YB-Sprecher Albert Staudenmann ist zufrieden: «Es ist erfreulich, wenn sich die Polizeieinsätze reduzieren liessen. Das zeigt, dass sich der Fanzaun bewährt hat und wir uns auf dem richtigen Weg befinden.» YB hat sich mit einem sechsstelligen Betrag an den Kosten des Zauns beteiligt.

Teure Fanmärsche

Beim Spitzenspiel gegen den FC Basel am letzten Freitag kam es zu keinerlei Zwischenfällen. «Dieser Abend hat einmal mehr gezeigt, dass die Trennung funktioniert», sagt Reto Nause. Auch für ihn steht fest, dass der Zaun der Hauptgrund für die massive Reduktion der Einsatzstunden der Polizei ist. Zufrieden ist er aber noch nicht. «Es gab im letzten Jahr zwei Fanmärsche durch die Stadt, die das Stundenkonto stark belastet haben. Ohne Fanmärsche liesse sich die Bilanz nochmals verbessern.»

Besser durch Video?

Die hohen Präsenzzeiten der Einsatzkräfte für die Sportanlässe sind Nause ein Dorn im Auge. Im Jahr 2010 leistete die Polizei 76'600 Stunden präventive Patrouillenpräsenz. 23'500 Stunden leistete sie für Anlässe von YB und SCB. Nause: «Könnten wir die Präsenz rund um Sportanlässe in präventive Patrouillenpräsenz umlenken, wären wir die sicherste Stadt der Welt.»

Als weitere Massnahme um Stunden zu senken sieht Nause eine Videoüberwachung des Fanwalks zum Stade de Suisse. «Dies würde helfen, gewaltbereite Fans zu identifizieren und zu bestrafen, womit die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass es zu weiteren Vorfällen kommt.» Die rechtliche Grundlage für eine Videoüberwachung wäre gegeben, sagt Nause. Ein entsprechendes Postulat hat die CVP eingereicht, der Berner Gemeinderat hat bereits eine Machbarkeitsstudie ausarbeiten lassen.

Eine Videoüberwachungsanlage würde in der Anschaffung etwa 770'000 Franken kosten, dazu kämen jährlich etwa 140'000 Franken Betriebskosten, sagt Nause. Dadurch könnten zwar nicht so viele Stunden eingespart werden wie durch die Fantrennung, aber eine weitere Reduktion wäre so gut wie sicher, ist der Berner Sicherheitsdirektor überzeugt. «Ohne ein namhaftes finanzielles Engagement von YB können wir eine Videoüberwachung aber nicht realisieren.»

Was die Videoüberwachung betrifft ist man auf der Seite von YB eher skeptisch. «Eine weitere Verbesserung der Situation mit Hilfe der Videoüberwachung lässt sich aus unserer Sicht nicht belegen», sagt YB-Sprecher Albert Staudenmann. Eine allfällige Videoüberwachung könne dazu führen, dass Gästefans vermummt an- oder abreisen, was die Hemmschwelle für allfällige Vergehen sinken liesse, befürchtet Staudenmann. «Zudem befindet sich der Wankdorf-Bahnhof auf öffentlichem Raum, er ist ein Event-Bahnhof und steht nicht nur bei YB-Heimspielen zur Verfügung», gibt der YB-Sprecher zu bedenken.


http://www.bernerzeitung.ch/region/bern ... y/30210153

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Freitag 23. März 2012, 11:26 
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Ilja Kaenzig: «Wir sind von den Spielern abhängig»

YB steckt in der Krise. CEO Ilja Kaenzig spricht über Trainer Christian Gross und die schwachen Leistungen zuletzt, über Verwaltungsratspräsident Benno Oertig und die vielen Abgänge im Betrieb.

Ist Christian Gross der einzige Fussballtrainer der Welt ohne Leistungsdruck?
Ilja Kaenzig: Natürlich nicht. Aber ich verstehe die Frage nicht.

Sie erklärten kürzlich, Gross sei im Sommer auf jeden Fall noch Trainer der Young Boys.
Niemand, egal in welchem Beruf, hat eine Jobgarantie. Das habe ich nicht, das haben Sie nicht, das hat auch ein Trainer nicht. Aber wir sind von Christian Gross überzeugt. Er kann nicht von heute auf morgen alles verändern. Und wenn die Resultate nicht stimmen, gerät ein Fussballtrainer immer unter Druck.

Hätten wir Ihnen vor der Saison gesagt, YB werde nach 24 Spielen nur 35 Punkte haben...
...hätte ich gesagt, das wäre eine grosse Enttäuschung. Natürlich sind wir nicht zufrieden. Unsere sportliche Bilanz ist ungenügend. Gerade in der Vorrunde war auch ein bisschen Pech dabei, weil wir unter Fehlentscheidungen der Schiedsrichter litten. Aber wir haben die Europa League nicht erreicht, wir sind im Cup früh ausgeschieden, die Punkteausbeute in der Liga ist enttäuschend. Doch es wäre falsch, jetzt alles infrage zu stellen. Wir haben viele neue Spieler im Kader. Es braucht einfach Zeit, bis sich alle gefunden haben.

Nach dem guten YB-Rückrundenstart kamen die drei schwachen Leistungen in Luzern (0:2), Lausanne (0:0) und bei GC (0:2) aber überraschend. Zumal diese Teams auch in der Krise sind.
Für mich kam das auch unerwartet. Wir stehen alle vor einem Rätsel, warum unsere vielen guten Fussballer zuletzt derart schwach spielten. Aber wir wollen das Gesamtbild in unserem Prozess im Auge behalten.

Mit dem teuersten Kader der Klubgeschichte voller Nationalspieler und starken Individualisten hinkt YB den Erwartungen meilenweit hinterher. Welche Fehler haben Sie bei der Teamzusammenstellung gemacht? Ist das Kader nicht viel zu gross?
Nein. Wir absolvierten letzte Saison 52 Pflichtspiele. So gesehen wäre ein Kader mit 22 Feldspielern und 3 Torhütern nicht zu gross. In dieser Saison werden wir ein Dutzend Partien weniger bestreiten, weil wir in den Pokalbewerben früh ausschieden. Das ist ärgerlich. Dennoch bin ich überzeugt, dass ein gesunder Konkurrenzkampf immer gut ist. Wir haben auf vielen Positionen mehrere gute Möglichkeiten. Das kann uns jetzt doch nicht zum Vorwurf gemacht werden.

Viele YB-Spieler wirkten zuletzt blockiert und ohne Spielfreude.
Es ist doch klar, dass die aktuelle Situation keinen freut. Aber wir sind davon überzeugt, dass der Trainerstab und die Spieler gemeinsam den Weg aus dem Tief finden werden. Das Derby gegen Thun am Sonntag ist ein guter Zeitpunkt dazu. Wir haben schon lange nicht mehr gegen Thun gewonnen, und es muss doch für unsere vielen Nationalspieler der Anspruch sein, ein Team wie Lausanne, GC oder eben jetzt Thun zu bezwingen.

Waren Sie erschrocken ob den heftigen, wütenden Reaktionen vieler Anhänger zuletzt? Insbesondere Trainer Christian Gross geniesst wenig Kredit.
Es tut weh, wenn man liest, wie Leute unsere Arbeit negativ bewerten. Aber es zeigt uns auch, wie sie mitfiebern und was YB ihnen bedeutet. Wir sind es der Anhängerschaft schuldig, besser zu spielen. Wir wollen nicht in Kauf nehmen, dass die Zuschauerzahlen sinken.

Wenn wie derzeit über 100 VIP-Plätze weniger verkauft sind, bedeutet das im Jahr eine Million Franken weniger Einnahmen...
...so viel ist es nicht. Aber ungenügende Ergebnisse sind natürlich auch finanziell ein Problem.

Wie geduldig sind eigentlich die Investoren Andy und Hans-Ueli Rihs sowie Benno Oertig?
Sie leiden sehr mit. Die Besitzer haben mit ihren Investitionen, gerade wieder in der Winterpause, ihr Bekenntnis zum Spitzenfussball in Bern und ihre Ambitionen mit Nachdruck bewiesen.

Verwaltungsratspräsident Benno Oertig hat ein Büro im Stade de Suisse, er redet im Tagesgeschäft fleissig mit und besitzt eine grosse Nähe zu Trainer Gross. Wie wirkt sich sein Einfluss auf Ihre Arbeit aus?
Benno Oertig arbeitet sehr hart, seine Leidenschaft ist bewundernswert. Mir ist klar, dass er mit seiner direkten Art manchmal sehr viel will. Aber man darf nicht vergessen, was er alles für YB gemacht hat. Er ist seit über zehn Jahren dabei, er hat Andy und Hans-Ueli Rihs geholt und möchte nichts anderes, als mit YB Erfolg zu haben. Dafür unternimmt er alles. Deshalb ist er eine grosse Unterstützung für uns.

Stimmt es, dass er seit kurzem ein Honorar für seine Arbeit als Verwaltungsratspräsident bezieht?
Wie Sie wissen, sprechen wir in unserem Betrieb nicht über finanzielle Details. Deshalb geben wir zum Beispiel auch keine Auskunft, wie hoch der Gewinn oder der Verlust bei uns ist. Eines ist aber klar: Benno Oertig hat so viel in YB investiert, dass es ihm mit so einem Honorar nicht darum gehen würde, Geld zu verdienen.

Auffallend ist, dass sehr viele Mitarbeiter im Stade de Suisse freiwillig kündigen, die Fluktuation war in den letzten 18 Monaten seit der Entlassung des früheren CEO Stefan Niedermaier gewaltig. Insgesamt sind über 20 Leute gegangen. Haben Sie eine Erklärung dafür?
Es gab junge Mitarbeiter, die eine neue Herausforderung suchten, andere profilierten sich bei uns und übernahmen wie Roman Grünig und Michael Kropf beim FC Thun Kaderjobs. Und vielleicht konnte der eine oder die andere mit dem hohen Druck bei uns nicht umgehen. Wir sind personell sehr gut aufgestellt, für viele Leute ist es ein Traumjob, im Fussball arbeiten zu dürfen.

Schwierigkeiten gibt es auch in der Nachwuchsarbeit. Warum gelingt es YB so selten, eigene Junioren nachzuziehen?
Wir sind dabei, die Strukturen zu verbessern, wir planen ein grossflächiges Scouting in der ganzen Schweiz. Doch wir besitzen einen Rückstand auf Basel und Zürich. Der Nachwuchsspielermarkt ist sehr aggressiv umkämpft, die allerbesten Schweizer Talente werden bereits von ausländischen Vereinen umworben. Aber es ist für uns absolut entscheidend, mehr Junioren selber auszubilden und in die Super League zu bringen. Damit würden wir Millionen Franken sparen.

Das YB-Geschäftsmodell sieht derzeit eher so aus, junge Fussballer aus Tschechien oder Venezuela zu verpflichten...
wir würden auch lieber Spieler aus Bern, Freiburg oder Solothurn ins Team einbauen. Der Gedanke, Fussballer müssten aus der Region oder mindestens aus der Schweiz stammen, ist aber sehr schwierig umsetzbar. Ein Fussballklub in der Schweiz ist immer auf ausserordentliche Transfererlöse angewiesen. Und YB, Basel und Zürich haben in den letzten Jahren auch regelmässig viel Geld durch Spielerverkäufe eingenommen.

Bereitet Ihnen die Arbeit bei den Young Boys trotz zahlreicher Baustellen weiterhin Freude?
Selbstverständlich. Natürlich gibt es schönere Phasen als im Moment. Doch diese gehören zum Sport, man wächst an Herausforderungen. Wir sind von unserem Weg überzeugt, wir haben vieles unternommen, um das Team zu verstärken. Nun müssen wir die Ruhe bewahren. Mitten in der Rückrunde können wir neben dem Platz nicht mehr viel machen. Wir sind von den Spielern abhängig, auf Gedeih und Verderb. Gute Resultate lösen fast alle Probleme, das ist im Fussball letztlich immer so. Auch Freude und Begeisterung im Publikum kehren zurück, sobald YB erfolgreich ist.

Das Gerücht, Sie würden als CEO zum FC Luzern wechseln, können Sie also dementieren.
(Lacht) Ja, sicher. Die Lage ist zwar im Moment ernst. Aber gibt es in der Schweiz im Fussball einen spannenderen Job als bei YB? Wir wollen unsere Arbeit zu Ende führen. Der Hunger auf Erfolg ist in Bern sehr gross.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/18448485

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Freitag 23. März 2012, 11:29 
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YB: Grosse Namen, kleine Leistung

Insbesondere die Offensive der Young Boys muss sich deutlich steigern – wie auch Michael Silberbauer.

Es gab in den letzten, für YB sehr schwierigen Wochen kaum einen Spieler, der nicht weit unter seinen Möglichkeiten agierte. Goalie Marco Wölfli, Linksverteidiger Christoph Spycher und (meistens) Abwehrchef Alain Nef gelang es, ihre Leistungen stabil zu halten. Sie sind, vielleicht nicht ganz zufälligerweise, auch die Führungsspieler in einer Mannschaft, in der es eine Vielzahl Nationalspieler und starker Individualisten hat.

Trotz zahlreichen Offensivkräften mit klingenden Namen wie Raul Bobadilla, Emmanuel Mayuka, Josh Simpson, Matias Vitkieviez, David Degen, Nassim Ben Khalifa und Moreno Costanzo schossen die Young Boys aber seit fast 300 Minuten kein Tor. Und wenn es Alexander Farnerud, dem wohl wichtigsten Einzelspieler, nicht läuft, harzt der gesamte Aufbau. «Ich erwarte von allen Spielern mehr Entschlossenheit und mehr Zielstrebigkeit», sagt Trainer Christian Gross seit Wochen.

Am Sonntag, im Derby gegen den FC Thun im Stade de Suisse, bietet sich seinen Akteuren die nächste Gelegenheit zur Korrektur. Auch Michael Silberbauer, im letzten Sommer als YB-Königstransfer gepriesen, muss sich im zentralen defensiven Mittelfeld eklatant steigern. Er ist aber gegen Thun gesperrt. «Defensiv kann man Silberbauer keinen Vorwurf machen», sagt YB-CEO Ilja Kaenzig. «Er war bisher bei jedem Verein eine Leaderfigur. Es ist nicht seine wichtigste Aufgabe, in der Offensive grosse Akzente zu setzen. Dafür haben wir genügend andere Spieler.»

Rasen wurde verbessert

Bei den Young Boys setzt man grosse Hoffnungen auf die mit steigenden Temperaturen deutlich besser bespielbaren Spielfelder. Für eine Mannschaft, die wie YB dominant agieren will, sind holprige, teilweise vereiste Rasen wie in den letzten Wochen ein Nachteil. Im Stade de Suisse übrigens musste Anfang dieser Woche der erst im Winter verlegte Naturrasen bereits an einigen Stellen ersetzt oder ausgebessert werden. Für das Derby gegen den FC Thun am Sonntag sollen die Terrainverhältnisse nun deutlich besser sein als zuletzt.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/12700333

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Samstag 24. März 2012, 12:11 
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YB und der Schmetterling

Drei Spiele, kein Tor – die Berner sehnen sich nach Leichtigkeit

Es erinnert an den Schmetterlingseffekt, dem die Behauptung zugrunde liegt, der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien könne in Texas einen Tornado auslösen. Und so soll es in Bern YB-Fans gegeben haben, die sich ärgerten, dass sich Kaiserslautern für Krassimir Balakow als Coach entschied.

Denn als der Bundesligaklub zwei Tage zuvor noch auf Trainersuche gewesen war, hatte ein Berner Internetportal das eher absurde Gerücht in den Raum gestellt, der momentane YB-Trainer Christian Gross habe in Kaiserslautern Vertragsverhandlungen geführt. Sogleich hinterliessen Leser Kommentare, die nicht nur jubilierend, sondern auch an der Grenze des guten Anstands waren. Eine Fan-Botschaft bestand aus drei Sätzen, vier Schreibfehlern und dem Fazit, die YB-Fans würden Spalier stehen, wenn Gross nach Kaiserslautern ginge.

Dem erfolgreichsten Schweizer Trainer der letzten zwei Jahrzehnte weht ein rauer Wind entgegen in Bern, weil er offenbar nicht mitbringt, worauf er anders als YB abonniert schien – Titel. Denn Gross macht eine ungewohnte Erfahrung: Die Statistik spricht gegen ihn. Unter ihm gewann YB in 24 Spielen 35 Punkte, unter Vladimir Petkovic waren es in der Vorsaison nach ebenso vielen Runden deren 38 gewesen. Petkovic aber ist derzeit ohne Job, der türkische Klub Samsunspor entliess ihn im Januar; letzte Woche sagte Petkovic, er wolle nach Bosco/Gurin Ski fahren gehen. Er klang gutgelaunt.

Bei Gross scheint es so eine Sache zu sein mit der Laune. Er betont oft, die Arbeit bereite ihm Freude, doch die letzten Leistungen analysiert er schonungslos. Nachdem die Young Boys mit sieben Punkten aus drei Spielen gut aus dem Winterschlaf gekrochen waren, schossen sie in drei Spielen kein Tor. Und so betonte Gross am Freitag, dass er zuletzt «überhaupt nicht zufrieden» gewesen sei. Die Baisse erstaunt, weil sich YB im Winter vermeintlich klug verstärkte – dank Raúl Bobadilla, Matias Vitkieviez, Josef Martinez und Alexander Gonzalez mit südamerikanischem Elan, wie er Gross gefällt.

Der «Berner Zeitung» sagte der YB-CEO Ilja Kaenzig jüngst: «Wir stehen alle vor einem Rätsel, warum unsere vielen guten Fussballer zuletzt derart schwach spielten.» Doch als am Freitag Gross gefragt wird, ob er manchmal vor einem Rätsel stehe, sagt er: «Nein.» Gross kann wortreich und anschaulich erklären, warum er wo welches Problem ortet. Aber möglicherweise sind seine Antworten nicht immer so befriedigend, dass sie die Rätsel der Vorgesetzten lösen.

Vitkieviez' abflachende Leistungen bringt Gross mit dem ersten Aufgebot fürs Nationalteam in Zusammenhang; als jemand entgegnet, so etwas sollte beflügeln, sagt Gross: «Ja, sollte – aber es gibt etliche andere Beispiele, weil der Bestätigungsdruck wächst.» Er fügt an: «Ich will nicht zu viele Erklärungen und Ausreden und so. Es geht nur über harte, konzentrierte, freudige Arbeit.»

Wenn Gross von Freude spricht, wirkt er ernst. Und man fragt sich: Wie kann ein Trainer Spass verordnen? Gross sagt auch, YB solle am Sonntag im Heimspiel gegen Thun «mutig, schwungvoll und dynamisch» spielen. Und man fragt sich: Wie kann ein Trainer, der im Ruf steht, streng zu sein, das Team einfach so unbeschwert machen? Während des Pressegesprächs vom Freitag wird Gross' Stimme gegenüber einem Journalisten mindestens einmal ziemlich laut. Und man fragt sich: Wie kann Gross von seinen Spielern Enthemmung fordern, sollte er manchmal auch mit ihnen so sprechen?

Gross sammelte in der Schweiz sechs Meistertitel, aber weder bei GC noch in Basel gleich im ersten Jahr; auch in Bern versprach er für seine Premierensaison niemals irgendetwas. Dennoch könnte die Frage bald nicht mehr lauten, wann YB Meister wird, sondern: Funktionieren das System und die Methoden von Gross noch? Derzeit zeichnen sich keine Signale der Hoffnung ab, sondern unliebsame Muster. Sowohl nach der Sommer- als auch nach der Winterpause begann YB aufgeweckt und erfolgreich – schlief aber bald ein und fiel zurück.

Sein Palmarès verlangt, mit keinem Trainer so viel Geduld zu haben wie mit Gross. Aber wer woran ist, weiss man nie so recht in Bern, wo heute alle vor einem Rätsel stehen, nur der Trainer nicht. Wer weiss schon, was der Flügelschlag eines brasilianischen Schmetterlings bei YB bewirken könnte? Die Berner wissen bloss: YB mit der Leichtigkeit eines Schmetterlings – das wär's.


http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/akt ... 48632.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Dienstag 27. März 2012, 16:22 
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Sechs Stammkräfte im breiten YB-Kader

YB blickt den kommenden Wochen optimistisch entgegen. Im Team tobt ein grosser Konkurrenzkampf.

Der klare Derbysieg gegen Thun hat die Stimmung bei YB deutlich aufgehellt. «Das gibt uns viel Selbstvertrauen», sagt Torhüter Marco Wölfli. Und der Captain fordert: «Jetzt müssen wir eine Serie starten.» Am Sonntag spielt YB beim FCZ, dann folgen Heimspiele gegen Lausanne und GC, die Partie bei Servette – und wieder zwei Begegnungen im Stade de Suisse mit Zürich und Luzern. Der Spielplan sieht günstig aus, und der 4:0-Erfolg gegen Thun hat bewiesen, wie stark und breit besetzt das YB-Kader ist. Der Konkurrenzkampf ist heftig.

Gonzalez und Doubai drängen

Als Torhüter ist Wölfli gesetzt. Und in der Abwehrviererkette sind drei Positionen fest vergeben. Links absolviert Routinier Christoph Spycher eine gute Saison, Abwehrchef Alain Nef überzeugt ebenfalls, während der zuletzt angeschlagene Dusan Veskovac solide verteidigt. Juhani Ojala ist die Alternative im Zentrum. Hinten rechts hat der 19-jährige Venezolaner Alexander Gonzalez gegen Thun sein Können angedeutet und den gesperrten Elsad Zverotic gut ersetzt. «Gonzalez hinterlässt einen starken Eindruck», lobt YB-Trainer Christian Gross. Er setzte meistens auf den zuverlässigen Zverotic, der aber in der Vorwärtsbewegung Defizite aufweist. Gelingt es dem Grosstalent Gonzalez, seine Vorstösse zu dosieren, wird es bald zur Stammkraft.

Ziemlich offen und hart umkämpft präsentiert sich die personelle Situation im Mittelfeld. Alexander Farnerud fehlte gegen Thun krank, er ist im Zentrum des Aufbaus gesetzt. Das war lange auch Michael Silberbauer, der am Sonntag eine Sperre absass und von Pascal Doubai glänzend vertreten wurde. Der junge Ivorer ist dynamischer, spritziger, spielfreudiger als der erfahrene Silberbauer, der ja vor der Saison als (teurer) Führungsspieler verpflichtet wurde. Gross attestiert Doubai Fortschritte und schätzt dessen Athletik. Ob er aber Silberbauer auf die Bank setzt?

Für die beiden Aussenpositionen im Mittelfeld gibt es viele Kandidaten. Matias Vitkieviez muss sich nach zuletzt schwächeren Vorträgen wieder steigern – und Josh Simpson steht nach unglücklichen Auftritten mit dem Platzverweis bei GC (0:2) als negativer Höhepunkt eher in der zweiten Reihe. Dort warten auch Raphael Nuzzolo, Jan Lecjaks, Freddy Mveng und Mario Raimondi auf ihre Chance. Und David Degen überzeugte in dieser Saison zwar auch zu selten, hat sich aber nach seinem erst zweiten Saisontor gegen Thun wohl vorerst wieder ins Team gespielt.

Ein Sonderfall ist Spielmacher Moreno Costanzo, dessen gestalterische Fähigkeiten in einem zur Raute geformten Mittelfeld am besten zum Tragen kommen würden. Weil Gross bei YB nicht so spielen lässt, spielt Costanzo mal im Mittelfeld, mal im Sturm, oft aber gar nicht von Beginn an. «Ich freue mich, erhielt ich gegen Thun eine Chance», sagt Costanzo. «Wir haben bei YB viele gute Spieler, deshalb bringt es wenig, Forderungen zu stellen. Es geht hier nur über gute Leistungen.»

Mayuka vs. Martinez

Im Angriff schliesslich ist Raúl Bobadilla als Leistungsträger, Vorkämpfer und Torjäger unumstritten. Der begabte Emmanuel Mayuka, mit 8 Treffern bester YB-Schütze, muss zulegen, will er einen Stammplatz zurückerobern. Josef Martinez, 18 Jahre jung, ist ein starker Konkurrent, während Nassim Ben Khalifa eine schwierige Phase durchlebt.

Gesucht werden bei YB also Mitspieler für die gesetzten Wölfli, Spycher, Nef, Veskovac, Farnerud und Bobadilla.


YB ehrt Theunissen

An der Generalversammlung des Vereins BSC Young Boys ist Bert Theunissen gestern zum Ehrenmitglied ernannt worden. Der Holländer stiess 1965 als Nationalspieler zu YB und erzielte in seiner ersten Saison 27 Tore. Seit seinem zweiten Engagement bei den Young Boys ab 1970 ist Theunissen in Bern sesshaft. Als Trainer arbeitete er zunächst für den FC Bern, dann für Winterthur und schliesslich für YB. Von Vereinspräsident Werner Müller und dem aktuellen YB-Captain Marco Wölfli geehrt wurden auch Bruno Messerli, Hans-Ulrich Ramseier und André Wälti für 50 sowie Fritz Rufener für 60 Jahre Vereinszugehörigkeit.

Die Versammlung verlief in Minne. Erminio Piserchia wurde ohne Gegenstimme als Nachfolger von Stefan Freiburghaus in den Vorstand gewählt. Das Budget, das bei einem Ertrag von 33'200 Franken ein Ergebnis von 26'200 Franken vorsieht, wurde einstimmig genehmigt. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Mitgliederzahl von 14'141 auf 13'525.

Widerspruch für Hasler

Leisen Widerspruch erntete bloss der Technische Direktor, Hansruedi Hasler, als er im Anschluss an die GV in einer Ansprache das kurzfristige Denken bei Medien und Anhängern kritisierte und um Geduld für Trainer Christian Gross und das Team bat. «Ich warte seit 1987 auf den nächsten Titel», meldete sich ein langjähriges YB-Mitglied zu Wort, «nur mit schönen Worten gewinnt man aber nichts.»


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Se ... y/20829695

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 4. April 2012, 10:50 
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YB-Kaderplanung mit vielen Fragezeichen

YB will noch Zweiter werden. Von den letzten Saisonspielen hängt auch ab, wie das Team verändert wird.

In den nächsten fünf Partien treten die Young Boys viermal im Stade de Suisse an, auch gegen den Zweiten Luzern (zwei Punkte voraus), und in diesen Heimspielen wollen die Berner Rang 2 erobern. «Es wäre für uns wichtig und schön, Zweiter zu werden», sagt YB-CEO Ilja Kaenzig. Aber man weiss ja noch nicht, ob der 36-Punkte-Abzug gegen Sion bestehen bleibt – ohne die Bestrafung würde der Walliser Verein sechs Punkte vor YB liegen.

Viele Fragezeichen gibts auch in der Kaderplanung der Young Boys. Ob Köln die Option auf Verteidiger Ammar Jemal einlöst und YB eine nette Ablösesumme einstreicht, ist beispielsweise offen – der Bundesligist befindet sich im Abstiegskampf. Scott Sutter, ausgeliehen an Zürich, dürfte kaum zurückkommen, er und YB-Trainer Christian Gross harmonieren nicht zusammen. Sutters Zukunft liegt in England, Australien oder den USA.

Was macht Schneuwly?

Interessant wird auch sein, was mit Christian Schneuwly passiert. «Er hat einen weiterlaufenden Vertrag bei uns. Wir lassen uns alle Optionen offen», sagt Kaenzig. «Und es ist ja auch wichtig, was der Spieler will.» Derzeit ist Schneuwly an Thun ausgeliehen, und die Oberländer möchten den torgefährlichen, spielstarken Offensivspieler unbedingt behalten. «Christian Schneuwly ist eine wichtige Personalie für uns. Wir würden ihn sehr gerne definitiv übernehmen, und ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingt», sagt Thuns Sportchef Andres Gerber.

In der Branche wird aber auch spekuliert, dass Schneuwly zu einem anderen Super-League-Verein (GC, Zürich, Luzern, Aufsteiger St.Gallen) wechseln könnte. «Es gibt einige Interessenten für ihn», bestätigt Kaenzig.

Zugänge müssen sich steigern

Christian Schneuwly könnte bei YB aber auch die Kaderstelle von David Degen einnehmen, der regelmässig mit dem FC Basel in Verbindung gebracht wird – und sich mächtig steigern muss, um den hohen Ansprüchen von YB-Trainer Gross zu genügen.

Michael Silberbauer wiederum ist wie Degen ein teurer Arbeitnehmer bei den Young Boys, und auch die Leistungen des dänischen Nationalspielers waren in dieser Saison oft ungenügend. Auffallend ist, dass mehrere Akteure, die erst vor oder während der aktuellen Saison zu YB stiessen, bisher enttäuschten und keinen Stammplatz (mehr) haben. Dazu gehören neben Silberbauer auch Raphael Nuzzolo, Freddy Mveng, Elsad Zverotic, Juhani Ojala oder das bisher wenig überzeugende Angriffstalent Nassim Ben Khalifa, dessen Leihvertrag Ende Saison endet. «Ob wir Ben Khalifa behalten möchten, haben wir noch nicht entschieden», sagt der Technische Direktor Hansruedi Hasler. Billig wäre ein Engagement Nassim Ben Khalifas, der Wolfsburg gehört, kaum.

Spielmacher Moreno Costanzo schliesslich hat seine Position noch nicht gefunden, aber mit seinen Qualitäten müsste er sich in Bern durchbeissen und eine Stütze des Teams werden. Gleiches gilt für Afrika-Cup-Sieger Emmanuel Mayuka, der in den letzten Wochen nicht so auftrumpfte, dass es (wie im Winter spekuliert) 14-Millionen-Franken-Offerten für ihn hageln wird.

Heute Testspiel in Köniz

Möglicherweise fehlt diesem YB-Team sowieso gar nicht so viel, um nächste Saison den FC Basel herauszufordern, vielleicht nur ein starker, defensiver Mittelfeldspieler. Aber ob die YB-Besitzer nochmal bereit sind, im Sommer kräftig zu investieren, könnte auch von den letzten Saisonauftritten und der Endrangierung abhängen. Heute testen die Young Boys um 18.30 Uhr in Köniz gegen den FCK, bei dem mehrere langjährige YB-Spieler (Carlos Varela, Roman Friedli, Miguel Portillo, Gabriel Urdaneta) unter Vertrag stehen.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/10952069

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Dienstag 10. April 2012, 13:49 
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«Die Berner pfeifen nicht, weil Gross Zürcher ist»

Der Zürcher Trainer Christian Gross steht in Bern in der Kritik. Die beiden Zürcher Fredy Bickel und Marco Schällibaum, einst ebenfalls bei YB, sagen gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet, wie die Berner funktionieren.

Christian Gross, seit etwas mehr als neun Monaten im Amt, gerät in Bern immer mehr unter Druck. Jetzt muss YB sogar um die Teilnahme in der Europa League bangen. Der ehemalige Meistermacher von GC und Basel, der mit beiden Vereinen auch grosse Erfolge in der Champions League feierte, muss sich in Bern gellende Pfiffe und die Forderungen der Fans nach seinem Rauswurf gefallen lassen. Die 1:3-Niederlage gegen Lausanne im eigenen Stadion war der absolute Tiefpunkt in dieser Saison. «Wer Christian kennt, weiss, dass ihn das schmerzt», sagt der ehemalige YB-Trainer Marco Schällibaum. Der Zürcher hatte die Berner 1999 übernommen, vor dem Abstieg in die Anonymität der 1. Liga bewahrt und anschliessend an die nationale Spitze und ins internationale Geschäft geführt. «Ich werde in Bern immer noch mit viel Sympathie empfangen», freut sich der zurzeit arbeitslose Schällibaum.

Er schwärmt insbesondere von den Berner Fans. «Es ist egal, ob man in Bern ein Zürcher ist, Gross oder Hitzfeld heisst. Die Fans wollen einfach eine Mannschaft mit Herzblut und Leidenschaft sehen. Eine Mannschaft, die sich voll und ganz mit YB identifiziert», so Schällibaum. Diesen Eindruck habe man zurzeit offenbar nicht. «Die Fans in Bern pfeifen nicht, weil Gross ein Zürcher ist. Sie tun ihren Unmut kund, weil YB die enormen Erwartungen nicht erfüllen kann.» Den grossen Erwartungsdruck habe der Club sich selbst auferlegt. «Als der Zürcher Gross kam, haben die Berner Verantwortlichen von einem Kulturwandel gesprochen», sagt Schällibaum. Er könne das aber nicht verstehen. «Haben die ernsthaft geglaubt, man könne die Berner Mentalität damit ändern?»

«Gross muss langsam die Kurve kriegen»

Vor seinem damaligen Engagement in Bern war Schällibaum Assistenztrainer von Christian Gross in Basel. «Wir haben immer noch den grössten Respekt voreinander», sagt er. Gross sei ein akribischer Arbeiter, der sich selbst und den Spielern stets alles abverlange. «Doch jetzt muss er langsam die Kurve kriegen, sonst wird es für Christian in Bern noch ungemütlicher»,weiss Schällibaum aus eigener Erfahrung. Gross habe gleich seinen eigenen Trainerstaff mitgebracht, sich von einigen Spielern getrennt und neue Spieler wie Bobabilla verpflichtet. «Da wurden Millionen investiert. Und wenn die YB-Fans dann noch sehen, wie die beiden in Bern nicht mehr erwünschten Gebrüder Schneuwly für Thun Tor um Tor erzielen, dann ist das natürlich ganz bitter und verheisst nichts Gutes für Gross.» Thun mache YB jetzt sogar einen Platz in der Europa League streitig. «Und auf Leader Basel hat YB schon sagenhafte zwanzig Punkte Rückstand.»

FCZ-Sportchef Bickel rät YB zu Geduld

Als Schällibaum in Bern Trainer war, hiess der Sportchef Fredy Bickel. Auch er ist ein Zürcher, der in Bern immer noch und immer wieder ein gern gesehener Gast ist. «Wenn man in Bern arbeitet und die Fans für sich gewinnen kann, dann ist das etwas vom Grössten, was man im Fussball erleben darf», schwärmt Bickel. Er sagt wie Schällibaum, dass es in Bern egal sei, wie man heisse und woher man komme. Doch der Sportchef des FC Zürich warnt die Berner davor, zu schnell die Geduld zu verlieren. «Wenn man im Fussball etwas Neues aufbaut, dann braucht das eine gewisse Zeit», sagt der Experte. Man könne nicht einfach auf den Knopf drücken. «Christian Gross ist ein äusserst erfahrener und kompetenter Mann. Er weiss genau, was er macht. Auch in Basel hatte er damals Anfangsschwierigkeiten und formte aus dem FCB schliesslich eine europäische Spitzenmannschaft», erinnert sich Bickel. Das könne auch in Bern unter Gross wieder möglich sein.

Einen kleinen Vorwurf an die YB-Verantwortlichen kann sich Bickel jedoch nicht verkneifen: «Jetzt wird die dritte Phase gezündet, jetzt starten wir durch, jetzt greifen wir den FC Basel an – solche Statements haben die Erwartungshaltung bei den Fans natürlich massiv nach oben geschraubt. Und das würde ich eher nicht so machen.» Bernerzeitung.ch/Newsnet versuchte bisher vergeblich, YB-Trainer Christian Gross und CEO Ilja Kaenzig für eine Stellungnahme zu erreichen.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/12900346

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 11. April 2012, 08:40 
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Viele Sorgen, aber Gross bleibt kämpferisch

YB ist mal wieder in der Krise. Trainer Christian Gross zweifelt nicht an seinem Weg. Er kündigt für das Heimspiel gegen GC die nächste Reaktion seines Teams an.

YB leidet mal wieder und läuft den eigenen hohen Erwartungen verzweifelt hinterher. Man hat längst aufgehört zu zählen, die wievielte (Ergebnis)-Krise der Verein gerade erlebt. Er hat im letzten Jahrzehnt zwar eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen, der beeindruckende Zuschauerschnitt liegt trotz schwer enttäuschender Saison über 22000 – aber der Schritt vom Spitzenteam zum Titelteam ist mit schmerzhaften Rückschlägen im Multipack verbunden.

Nach der blamablen 1:3-Heimniederlage gegen Lausanne am Ostermontag befindet sich YB am Tiefpunkt. Die Spieler sind verunsichert, die Fans entrüstet, die Sponsoren unzufrieden. «Wir sind alle enttäuscht», sagt YB-Trainer Christian Gross.

Entwicklung ist beängstigend

Gross ist in Bern, um die ambitionierten Young Boys endlich, endlich wieder zur Meisterschaft zu führen. Das ist seine Mission. Dafür hat man ihm ein sehr teures, sehr breites, für diese Liga exzellent besetztes Team hingestellt. Am Dienstag, einen Tag nach der fürchterlich schwachen Vorstellung gegen Aufsteiger Lausanne, sagt Gross: «Ich bin überzeugt, dass wir Erfolg haben werden.»

Selbstverständlich hat der Trainer die vielen Mängel der Young Boys im Heimspiel gegen Lausanne (und in vielen Partien dieser Saison) analysiert. «Wir müssen sehr vieles besser machen», sagt Gross. «Wir müssen schwungvoller, entschlossener und dominanter angreifen, wir müssen kompromissloser verteidigen.» Christian Gross hat diese Worte schon oft gewählt in dieser Saison. Er ist jetzt zehn Monate bei YB, aber die Entwicklung seines Teams ist trotz erheblichen Investitionen beängstigend. «Klar, unsere Bilanz ist unbefriedigend», sagt der Trainer. Und er plädiert – wieder – für mehr Geduld. Trotz mehreren unerklärlich leblosen, miserablen YB-Auftritten zweifelt Gross nicht an sich: «Unser Weg ist weit. Und es geht nur mit harter Arbeit. Wir müssen Tag für Tag bereit sein, Fortschritte zu erzielen.»

Manchmal wirkt selbst Christian Gross nach der kläglichen YB-Darbietung gegen Lausanne im Gespräch müde und ratlos. Aber er ist sofort auch wieder enorm kämpferisch. «Ich habe immer gesagt, dass die Aufgabe in Bern schwierig und die Herausforderung gross ist.» Die vielen Baustellen und die ständige Unruhe in Umfeld und Betrieb, der mutmassliche Millionenverlust des Vereins angesichts der Vorwärtsstrategie, die freudlosen, ängstlichen Vorstellungen der talentierten Fussballer, die miesen Ergebnisse – all das ist im Resultatgeschäft für einen Routinier wie Gross letztlich auch: eine Momentaufnahme. «Wir setzen weiter alles daran, in dieser Saison Rang 2 zu erreichen», sagt der Trainer. «Und wir werden das schaffen. Am Samstag im Heimspiel gegen GC haben wir bei den Fans vieles gutzumachen.»

Jetzt ist Gross im Element, spricht lauter und schneller. Er freut sich auf die Rückkehr der gegen Lausanne gesperrten Raúl Bobadilla und Matias Vitkieviez, bedauert gleichzeitig, dass gegen GC Emmanuel Mayuka und Alain Nef eine Gelbsperre absitzen müssen – und er hofft, dass der gegen Lausanne wegen einer leichten Hirnerschütterung ausgewechselte Christoph Spycher wieder dabei sein wird. Und der Coach lobt einen, den er bisher trotz dessen hoher Qualität eher nicht gefördert hat: «Moreno Costanzo war gegen Lausanne leider krank. Er hatte zuvor gut gespielt und ist mit seinen starken Freistössen und Eckbällen ein Gewinn für unser Team.»

Die Erinnerung an das 1:8

Selbst wenn die Young Boys bisher eine massiv ungenügende Spielzeit absolvieren und sie sich oftmals äusserst unattraktiv präsentieren, so gilt für das Gross-Experiment: Abgerechnet wird nächstes Jahr. Und in der Krise erinnert man sich gerne an bessere Zeiten. 2001 hatte Gross – in seiner dritten Saison beim FC Basel – das Startspiel in Sion 1:8 verloren. Seine Entlassung schien beschlossene Sache, Medien und Fans hatten Gross und dessen rustikale Spielweise aufgegeben. Aber Präsident René C.Jäggy hielt eisern am Trainer fest. Zehn Monate später feierte der FCB den ersten Meistertitel nach 22 Jahren und den ersten Cupsieg seit 27 Saisons.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/16266477

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 11. April 2012, 08:45 
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Endspiel gegen GC?

Monument Gross wackelt

Würde YB-Trainer Christian Gross auch gegen GC ein Debakel wie das 1:3 gegen Lausanne überleben? Die YB-Bosse sagen Ja. Doch der Fussball tickt anders.

Wie immer nach einem Debakel jagen sich die Gerüchte. Aus dem fernen Südfrankreich soll Mehrheitsaktionär und Investor Andy Rihs zwischen zwei Velotouren gesagt haben, Ende Saison werde ein Schnitt gemacht. Gross selbst soll schon GC angeboten worden oder bei Hertha Berlin im Gespräch sein.

Wo Rauch ist, ist zumindest ein Feuerlein. Selbst wenn sich das eine oder andere Gerücht als haltlos erweisen sollte. Zumindest jenes von Rihs. «Das habe ich nie gesagt», dementiert ein gut gelaunter Rihs gegenüber BLICK. Trotz allen Widerwärtigkeiten mit YB bleibt der Zürcher Optimist: «Wir haben gute Leute. Diese werden schon dafür sorgen, dass wir diesen zweiten Platz holen.»

Rihs weicht auch zum Thema Mehrinvestitionen aus. Diese hat der Unternehmer durchgewunken, als es darum ging, Raul Bobadilla zu finanzieren. «Investitionen haben das so an sich, dass es Zeit braucht, bis sie sich auszahlen.» Zeit ja – aber wie lange?

Gross bastelt nun seit 27 Runden an seiner Mannschaft herum. Gefunden hat er sie nach wie vor nicht. Und ein klares Konzept ist auch nicht erkennbar. Die Erkenntnis könnte durchaus sein: Das YB-Projekt mit Gross ist gescheitert!

«Dieses Resultat Ihrer Analyse kommt zu früh», wehrt Hansruedi Hasler ab, der Technische Direktor und direkte Vorgesetzte von Gross. Gestern hätten sie eine interne Analyse erstellt und die Frage beantwortet, ob gewisse Dinge in Frage zu stellen seien. Auch der Trainer? Hasler kategorisch: «Nein!» Die Erkenntnisse bleiben geheim. Doch auch Hasler spricht von «Ernüchterung».

Diese ging bei den Bossen sogar so weit, dass sie nach dem Lausanne-Debakel keinen Bock hatten, zum Team zu sprechen. So wie sie das nach dem 0:2 bei GC noch gemacht hatten. Stattdessen sprach Hasler zum Team. Zwei Dinge habe er den Spielern klargemacht: «Erstens habe ich meiner immensen Enttäuschung Ausdruck verliehen und ihnen gesagt, dass es so nicht weitergehen kann. Zweitens verpflichtete ich sie dazu, gemeinsam die Garderobe zu verlassen.» Zumindest das gelang.

Schmeisst Gross hin?

Und Gross, der für die mieseste YB-Saison seit sieben Jahren steht und fast schon teilnahmslos an der Linie steht? Er dementiert heftig, kein Feuer mehr in sich zu haben: «Ich versuche, mich an der Linie auf das Spiel zu konzentrieren. Viel Einfluss kann man da nicht nehmen. Die Freude ist nach wie vor da bei der dritten grossen Herausforderung meiner Karriere.» Deshalb habe er keinen Gedanken daran verschwendet, den Bettel hinzuschmeissen: «Nie im Leben!»

Doch man kann es drehen und wenden, wie man will: eine Niederlage gegen das abgrundtief schlechte GC, das in der Rückrunde mit vier Punkten noch fünf weniger gesammelt hat als Lausanne – und die Diskussionen werden Gross mit einschliessen.

Das Trainerdenkmal würde noch heftiger wackeln.


http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... 40761.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 12. April 2012, 08:32 
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Beiträge: 16
YB-Führung: Gross - sonst gar nichts

Ist Christian Gross noch der richtige Trainer für die Young Boys? Diese Frage stellen sich viele. Die YB-Führungsetage wird aber nicht nicht an Gross' Trainerstuhl rütteln, denn damit würde sie sich ins eigene Fleisch schneiden. Es bleibt die Hoffnung...

http://www.sport.ch/sportch/generated/article/fussball/2012/04/11/21095200000.html


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