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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 2. Februar 2012, 10:28 
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YB fährt einen neuen Kurs

Die letzten Zuzüge bei YB machen es deutlich: Die Zusammensetzung des Teams hat sich verändert, unter Trainer Christian Gross sollen mehr Südamerikaner spielen.

Die ruhigen Tage sind vorbei. Fussballer wie Verantwortliche der Young Boys schwärmten zuletzt von den guten Bedingungen, die sie im warmen Cala de Mijas an der andalusischen Küste fernab von Hektik im Trainingslager geniessen durften. «Für nächstes Jahr wollen wir bereits wieder reservieren», verkündet der Technische Direktor Hansruedi Hasler. YB hat zum grossen Medientreff geladen – vier Tage vor dem Rückrundenstart soll es noch einmal Gelegenheit geben, die Winterpause Revue passieren zu lassen. Gut 25 Journalisten haben die Einladung angenommen. Am Mittag offeriert YB Pasta und Salat am Buffet – und vor allem die Möglichkeit zum Austausch im lockeren Rahmen. Später bereiten sich die Fussballer aufs Training vor, das Wort gehört den Klubverantwortlichen.

Sie sind vor allem um Ausblicke bemüht und geben sich zukunftsorientiert. Doch in den letzten Wochen hat sich im YB-Kader viel bewegt. So nutzt CEO Ilja Kaenzig die Gelegenheit und kommt noch einmal auf die erfolgreiche Transferperiode zu sprechen, die – zumindest international – am Dienstagabend endete. «Die nationale Konkurrenz haben wir in der Winterpause auf dem Transfermarkt distanziert», sagt er. Und erneut dankt Kaenzig den Investoren, die finanzielle Kraftakte wie die Verpflichtung des Argentiniers Raul Bobadilla von Borussia Mönchengladbach möglich gemacht haben.

«Ihre Spiellust tut uns gut»

Oft war in den letzten Monaten, als YB auch nach der Verpflichtung von Christian Gross als Trainer nicht sofort Sieg an Sieg reihte, von einem Kulturwechsel die Rede. Die Neuausrichtung schien zuletzt auch auf dem Transfermarkt stattzufinden. Ausser dem Kanadier Josh Simpson stammen alle Zuzüge aus Südamerika: Die Venezolaner Josef Martinez und Alexander Gonzalez, der Argentinier Bobadilla und der uruguayisch-stämmige Matias Vitkieviez. Christian Gross ist bekennender Fan dieser (Spiel-)Kultur: «Die Herzlichkeit und vor allem die Spiellust, die diese Akteure mit sich bringen, tun uns allen gut.» Mit Gross’ Ankunft hat in Bern die Stossrichtung in der Spielersuche geändert. Die Zusammenarbeit mit der Fussballschule in Abidjan, eine von zahlreichen Talentschmieden an der Elfenbeinküste, wurde beendet, jene mit dem Spielerberater Jean Bernard Beytrison, zum Beispiel an den Transfers von Thierry und Pascal Doubai beteiligt, reduziert.

Der neue «YB-Kontinent»

In den letzten Jahren, unter Kaenzigs Vorgänger Stefan Niedermaier als Geschäftsführer, standen bei YB viele Nord- (Issam Mardassi, Saif Ghezal, Ammar Jemal) und Westafrikaner (Youssouf Traoré, Seydou Doumbia, Thierry Doubai, Hassan Lingani) unter Vertrag. Heute sind es nur noch der Schweiz-Kameruner Freddy Mveng und der Ivorer Pascal Doubai. «Ich habe fast nur gute Erfahrungen mit südamerikanischen Fussballern gemacht», erklärt Gross den Schwerpunkt Südamerika bei den jüngsten YB-Einkäufen. Beim FC Basel zählte er die Argentinier Christian Gimenez, Matias Delgado und Julio Hernan Rossi zu seinen Leistungsträgern – den heutigen Basler Abwehrchef David Abraham holte er 2008 aus Argentinien in die Schweiz. Mit den Transfers vom neuen «YB-Kontinent», die der Trainer als «sorgfältig und überlegt» bezeichnet, will Gross künftig auch in Bern Erfolg haben.

Lange Verträge

Kaenzig sagt: «Wir beschäftigen uns bereits jetzt mit den Möglichkeiten vom nächsten Sommer.» Eine gewisse Weitsicht sei auch im kurzlebigen Fussballgeschäft nötig, ergänzt Hansruedi Hasler. Und er sei stolz, vermelden zu können, dass im Sommer «kein Vertrag eines Spielers ausläuft». Wenige Tage vergingen in den letzten Wochen ohne Neuigkeiten – Ilja Kaenzig musste gar im Büro in Bern bleiben, statt wie üblich ins Trainingslager mitzureisen. Auch am Mittwoch gibt YB eine kleine Mutation bekannt, die neuen Partnerschaften mit Gstaad Tourismus und den Tankstellen von BP sind die Transfermeldungen der etwas anderen Art.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/28591323

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 2. Februar 2012, 12:03 
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YB-Flash: Medienkonferenz Rückrunde 2012




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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 2. Februar 2012, 22:35 
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Der Gross-Stürmer

Der Zuzug des Argentiniers Raúl Bobadilla steht symbolisch für die Personalpolitik des YB-Trainers

Raúl Bobadilla, einst beim Grasshopper-Club, ist wieder in der Schweiz. Er hätte in Deutschland bleiben dürfen – aber er passt eher zum Young-Boys-Trainer Christian Gross als zu Mönchengladbachs Chefcoach Lucien Favre.
Benjamin Steffen, Bern

Deutsche Bundesliga, vor zwei Monaten: Mönchengladbach spielte gegen Dortmund, ohne den verletzten Shooting-Star Marco Reus, aber mit Raúl Bobadilla, der für Reus zum Einsatz kam. Die Partie endete 1:1, Bobadilla bereitete das Gladbacher Tor galant und elegant vor, und danach schrieben die Zeitungen: «Bobadilla, ein bulliger, wuchtiger Typ, fügte sich gut ein.» Oder: «Bobadilla war kein schlechter Vertreter. Der Argentinier hat offenkundig viel gelernt unter Trainer Favre.» Bobadilla, bis 2009 bei GC (47 Spiele, 26 Tore), schien eine Zukunft zu haben in Gladbach. Doch vor einer Woche verpflichtete ihn für knapp 1,8 Millionen Franken YB; seit einer Woche ist er wieder ein Super-League-Stürmer.

Wäre es sein Wunsch gewesen, hätte Bobadilla bleiben dürfen – Max Eberl, der Manager von Mönchengladbach, legt Wert darauf. «Er wäre ein Teammitglied gewesen, absolut», sagt Eberl, «wir sind von seinen Qualitäten überzeugt.» Doch Bobadilla wollte mehr sein als ein ehrenwerter Lückenbüsser; und vielleicht ahnte er, dass er unter Lucien Favre nie mehr werden würde als ein Lückenbüsser.

Vielleicht sagte dieser eine Satz nach dem 1:1 in Dortmund mehr als 1000 salbungsvolle Worte – denn in der «Süddeutschen Zeitung» stand: «Trotz seiner Vorlage fiel Bobadilla in seinem erst vierten Startelfeinsatz aus dem kultivierten Schema, das die Gladbacher in ihrem Intensiv-Kurs bei Favre einstudiert haben.» «Kultiviert» – es ist dieses Wort, das schlecht passt zum Fussballer Bobadilla.

«Er hat unglaublich viel Kraft, er fürchtet sich vor nichts, er geht immer dorthin, wo etwas los ist auf dem Feld», sagt Erich Vogel, der ihn 2006 für den Schweizer Markt entdeckte und ein Jahr später als damaliger GC-Vizepräsident von Concordia Basel nach Zürich lotste.

Teilchen einer Maschine

Favre und der YB-Coach Christian Gross sind die prägendsten Schweizer Trainer der letzten Jahre – doch wenn es noch eines Beweises bedurfte, wie verschieden sie sind, liefert ihn Bobadilla. Er passt besser zu Gross, ganz einfach. Gross mag wuchtige Spieler, die ein Teilchen einer Maschine sein können, die den Gegner überrollt.

Favre predigt den gepflegten Aufbaufussball, lieber klein-klein und ein Pässchen zu viel; er freut sich, wenn er erzählen darf, seine Spieler seien «spielintelligent». Wer sagt, Bobadillas Primärtugend sei nicht Spielintelligenz, tritt ihm kaum zu nahe. Ilja Kaenzig, der YB-CEO, sagt: «Uns fehlte weniger, dass wir noch 38 Ballstafetten machen müssten – nein, der Ball muss ins Tor. Bobadillas Qualitäten sind Dynamik, Kraft, er sucht das Tor.»

Bobadilla ist ein Stürmer mit «Grinta», dem Kampfgeist, wie ihn Gross vor zehn Jahren im FC Basel im argentinischen Sturmduo Christian Giménez / Julio Hernan Rossi fand. Wie einst den FCB baut Gross YB seit Sommer 2011 zu einem eher südamerikanisch als afrikanisch geprägten Team um. Gross mag Südamerikaner und ihre Leidenschaft; und er begrüsst es, wenn sie schon in Europa unter Vertrag gestanden sind und wenig Akklimatisationszeit brauchen. Wie Bobadilla. Wie Giménez und Rossi, die vor dem Wechsel nach Basel in Lugano spielten.

Und Gross hat ein Sensorium für sie. Vor der Champions-League-Partie des FCB in Valencia 2002 spielte er mit dem Gedanken, der Sicherheit zuliebe mit nur einem Stürmer anzutreten – doch Gross fand, er könne weder Giménez noch Rossi die Ersatzbank zumuten, weil das Spiel in deren Heimat live gezeigt wurde. Also nominierte er beide. Und ging 2:6 unter.

In einer Seelenruhe

Im Winter stiessen auch die Venezolaner Alexander Gonzalez und Josef Martinez sowie der in Uruguay geborene Matias Vitkieviez (Servette) zu YB – diese Gruppe führe Bobadilla an, sagt Gross bekannt fordernd. «Aber er muss den ganzen Angriff anführen. Ich erwarte viel von ihm, von Persönlichkeit und Körpersprache her.» Die Frage ist, ob der 24-Jährige eine Leaderfigur sein kann. In Mönchengladbach betrug er sich hin und wieder mangelhaft; im Dezember 2010 sah er nach einer Tätlichkeit Rot, was zu einer Busse von 50 000 Franken und einer halbjährigen Ausleihe zu Aris Saloniki führte.

Früher habe sich Bobadilla zu sehr unter Druck gesetzt, sagt der Mönchengladbach-Manager Eberl, «aber in Griechenland machte er in seiner Persönlichkeitsentwicklung einen Sprung». Bobadilla sagt: «Ich habe viel gelernt, bin ruhiger geworden.» Er spricht in einer Seelenruhe, als wisse er nicht, was das heisst: aus der Haut fahren, festen.

Sollte er dennoch schwer zu bändigen sein, sei Bobadilla bei Gross gut aufgehoben, meint Erich Vogel, der einst auch mit Gross bei GC arbeitete. Er erinnert an Kubilay Türkyilmaz, an die Brüder Yakin, an Jens Lehmann. «Wenn Gross sieht, dass ihn ein Spieler weiterbringt, stellt er sich voll hinter ihn.» Also hofft YB, dass Bobadilla vorne trifft, weil hinter ihm Gross steht.


http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/fus ... 75572.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Freitag 3. Februar 2012, 12:16 
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Das YB-Fanzug-Projekt wird fortgesetzt

Die SBB, der BSC Young Boys und der Dachverband der YB-Fans haben am Freitag entschieden, dass das erfolgreiche YB-Fanzug-Projekt weitergeführt wird. Bernerzeitung.ch berichtete live von der Medienkonferenz.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/13328926

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Freitag 3. Februar 2012, 12:23 
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Der Wunderknabe von Bern

Young Boys · Heinz «Hene» Minder hat sein Leben rund um das Wankdorf-Stadion gestaltet
Er schaut zur Fensterfront hinaus, hebt den Zeigefinger und sagt: «Gleich dort hinten bin ich zur Welt gekommen.» Heinz Minder ist diesem magischen Ort, dem Wankdorf, treu geblieben. Seit 68 Jahren verbringt «Hene» hier sein Leben: als Balljunge, als Junior, als Spieler des Reserveteams, als Masseur, als Teammanager und Materialwart. Auch nach seiner Pensionierung arbeitet er weiter für die Young Boys. Seit einem Jahr betreut er die Einlaufkids, sorgt sich um die Kasse der 1. Teams, organisiert Autogrammstunden und Sammelaktionen für kranke Kinder. Zu Hause rumsitzen ist nichts für ihn. «Sonst bekomme ich Krach mit meiner Frau», sagt er schmunzelnd.

Dabei blitzt immer noch den Enthusiasmus eines Kindes aus seinen Augen. So wie damals, als er mit etwa acht Jahren als Balljunge am Spielfeldrand stand, als der erste Wankdorf-Bau nur aus einer Basis aus Beton und vor allem aus Holzlatten bestand. Ende der 40er-Jahre hat «Hene» Minder mitgewirkt, als die alte Sportstätte dem WM-Stadion Platz machen musste. Mit einem Dutzend anderer Kinder hat er jeden Abend zwei Stunden lang Nägel aus dem beseitigten Holz gehämmert, das für andere Bauten wiederverwertet wurde. «Am Ende der Woche gab es dafür das Kakao-Getränk ‹Flusco›, ein Stück Brot und einen ‹Zweifränkler›», erinnert er sich.

In einer anderen Fussballwelt

Und die darauf folgende WM 1954 kann er erst recht nicht vergessen. An sämtlichen sieben Berner Spielen war er Ballboy – auch am legendären Final, dem «Wunder von Bern» zwischen dem Sieger Deutschland und den Stars aus Ungarn. «Ich erinnere mich an jedes Detail», sagt er, «ich könnte die Position jedes Grashalmes nacherzählen.» So fest habe sich jenes Ereignis in sein Gedächtnis gebrannt. Die Gedanken an jene Zeit flammen immer dann in ihm auf, wenn der Fussball mit Ausschreitungen negative Schlagzeilen macht. Höchstens dreissig Sicherheitsleute soll es damals am Final gegeben haben. Eine niedere Holzabsperrung trennte die Zuschauer vom Spielfeld. «Und trotzdem betrat niemand den Platz.» Was heute alles an Gewalt in den Stadien geschehe, damit könne er einfach nichts mehr anfangen. «Es sind Leute dabei, die nur Ärger machen und nicht Fussball schauen wollen.»

Für den Fussball und den Sport hat «Hene» hingegen viel geopfert. Neben seinem Vollzeitjob im Amt für Jugend und Sport interessierte er sich immer mehr für die Pflege der Spieler. Nach seiner Aktivzeit in den Reserven der Young Boys schaut er sich beim Physiotherapeuten des Fanionteams etwas ab. «Ich putzte den Kabinenboden und das Lavabo und danach fragte ich ihn, wie und warum er die Spieler behandelte.» Schritt für Schritt wird er zum Masseur der zweiten Mannschaft, dann, ab der Meistersaison 1985/86, ist er bis 2011 mit immer neuen Aufgaben bei den Profis beschäftigt.

Kinder sind Zukunft

Nach dem Sieg des Championats und ein Jahr später des Cups brechen dunkle Zeiten in Bern an. «Manchmal hatte ich mehr Sackgeld für meine Familie als YB im Kassenschrank.» Manchmal wollte er alles aufgeben. Aber seine Frau Silvia hat ihn immer motiviert. «Ich weiss nicht an wie vielen Weihnachtsmärkten Silvia und ich einen Stand geführt haben, um Geld in die YB-Kasse zu geben.» Seine Frau sei der noch grössere Fan. Das Einzige, was sie aber nerve, sei wenn sie am Donnerstagabend im Ausgang sind, durch Bern spazieren und jeder Zweite ihn erkennt und mit ihm über YB sprechen will. «Das zeigt aber, wie stark sich die Menschen mit dem Verein identifizieren.» Deshalb hat er den Spieler immer eingebläut: «Denkt daran: Jedes Kind, dem ihr ein Autogramm gebt, ist absolutes Gold für den Verein.» Nicht nur, weil sie womöglich ein Leben lang Fans bleiben, sondern weil der Fussball sie von anderem fernhält. «Lieber fragen sie 1000 Mal nach einer Unterschrift, als dass sie auf der Strasse rumhängen.»

Noch anderthalb Jahre lang, bis zum 70. Geburtstag will «Hene» Minder bei YB mitwirken, die Freude der Einlaufkids miterleben, die Anspannung der Profis vor dem Anpfiff mit einem Handschlag lindern. Dann hört der Wunderknabe auf. Enthusiasmus für YB hat er genug gesäht. Auch bei seinem vierjährigen Enkel. «Das Wölfli-Trikot, das er zu Weihnachten bekommen hat, will er gar nicht mehr ausziehen.»

Die gute Seele

Am Samstag startet die Super League in die Rückrunde der Saison 2011/12. Nach den leidigen Geschehnissen um Xamax und den FC Sion möchte sich die az wieder vermehrt positiven Geschichten aus der Welt des Fussballs zuwenden. In einer Serie stellt sie «gute Seelen» des FCZ, des FCB, von GC, YB und Luzern vor.

Die Young Boys in Stichworten Der Transfer

Keine Frage: Ein Name sticht besonders aus den Aktivitäten der Young Boys auf dem Transfermarkt heraus –Raul Marcelo Bobadilla. Der 24-jährige Argentinier hatte sich zwischen 2006 und 2009 als Spieler von Concordia Basel und GC in der Schweiz einen Namen gemacht. Damals schoss er in Challenge und Super League 42 Tore in 72 Partien. Das verhalf ihm zum Sprung nach Mönchengladbach in die Bundesliga, wo er sich allerdings nicht entfalten konnte. In noch jungem Alter kommt er zurück in die Schweiz und könnte für das Team von Christian Gross die erhoffte Verstärkung im Sturm sein.

Die Zahl

Zwei oder eins? Das ist die Frage im Sturm. Vieles deutet darauf hin, dass Gross mit seinem neuen Stürmer-Park auf sein bevorzugtes 4-4-2 setzen wird, sodass auch Silberbauer und Farnerud näher am offensiven Geschehen sein können.

Das Fragezeichen

Kann Michael Silberbauer die Erwartungen im zentralen Mittelfeld erfüllen? Bisher hat der Däne keine Glanztaten vollbracht und konnte seine defensiven Aufgaben nicht alleine bewältigen. Er ist auf die Hilfe des Schweden Alexander Farnerud angewiesen, der auf diese Weise seine so wichtige Kreativität nach vorne eingebüsst hat.

Das ungelöste Problem
Auch für die Flügel haben die YB-Verantwortlichen gesorgt: Matias Vitkieviez (Servette) macht auf rechts dem zahnlosen David Degen seinen Platz streitig und entfacht auf jener Seite den Konkurrenzkampf. Ungelöst ist die Situation aber im linken Mittelfeld, wo von Raphael Nuzzolo oder Mario Raimondi mehr erwartet wird. Es würde nicht überraschen, wenn der Tscheche Jan Lecjaks plötzlich die beiden überholen würde.

Der Hoffnungsträger

Neben Bobadilla hat YB einen zusätzlichen Hoffnungsträger für den Sturm verpflichtet. Josef Martinez ist ein venezolanisches Talent, das mit 19 Jahren bereits drei Einsätze im Nationalteam und 36 Ligaspiele vorweisen kann. Der technisch versierte Stürmer ist ein guter Vorbereiter und erweitert die YB-Offensive mit Bobadilla, Mayuka und Ben Khalifa zu einem ansprechenden Paket. Martinez ist laut Gross ein hervorragender Transfer, der sich besonders auch in der kommenden Saison auszahlen soll.

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Freitag 3. Februar 2012, 12:31 
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Die Erfolgsmaschine ist angesprungen

Es ist nicht einfach, einen alten Motor wieder auf Vordermann zu bringen. Kolben klemmen, Riemen reissen, Kerzen zünden nicht. Unzählige Teilchen sind zu ersetzen, zu reparieren, zu ölen. Was bei einem Oldtimer der Fall ist, hat sich auch bei Traditionsvereinen gleich bewiesen. Der FC Zürich musste zwischen 1981 und 2006 ganze 25 Jahre auf den Gewinn des Meistertitels warten. Und manchmal vergessen wir, dass selbst der heute schier unschlagbare FC Basel vor dem Sieg der Meisterschaft 2002 während 22 Jahren erfolglos geblieben war. Seither faucht der Motor aber wieder und hat in zehn Saisons elf Titel ans Rheinknie gefahren.

Auch In Bern gibt es seit dem Meistertitel 1986 und dem Cupsieg 1987 seit langem nichts mehr zu feiern. Viele waren die Versuche, die verrostete Maschine wieder in Gang zu bringen, doch sie hustete kurz vor dem Ziel nur Rauch aus ihrem Auspuff: Zweimal verlor YB den Cupfinal, dreimal die Meisterschaft.

Inzwischen sind in Bern aber auf sämtlichen Posten der Führungsetage die besten «Mechaniker» am Werk: Der Verwaltungsratspräsident Benno Oertig und die Gebrüder Andy und Hans-Ueli Rihs sind potente Geldgeber, der CEO Ilja Kaenzig bringt viel Know-how aus der Bundesliga mit, der Cheftrainer Christian Gross hat Basel zu dem gemacht, was es heute ist, der Technische Direktor Hansruedi Hasler konzipierte mit einer vorbildlichen Jugendarbeit die Erfolge der Schweizer Nationalteams der vergangenen zwanzig Jahre. In dieser Hinsicht muss sich YB nicht vor dem FCB verstecken.

Diese Winterpause hat einmal mehr bewiesen, dass YB unbedingt wieder den Rausch der hohen Geschwindigkeit erleben will. Die Geldgeber haben neue Möglichkeiten geschaffen und vielversprechende Transfers ermöglicht. Ob Raul Bobadilla genug Tore schiesst, ob Matias Vitkieviez mit Flügelläufen begeistert und die Venezolaner Martinez und Gonzalez ihr Talent auch in der Schweiz bestätigen, wird sich erst weisen müssen. Vielleicht nicht schon in dieser Saison, vielleicht erst ab dem kommenden Sommer. Eines hat sich aber schon gezeigt. Diese guten personellen Entscheide auf allen Ebenen gleichen einer Maschine, die nach langem wieder angesprungen ist.

Will YB langfristig Erfolg haben, muss der Verein aber in einem ganz spezifischen Punkt investieren: Das momentane Kader weist mit Wölfli und Mvogo nur zwei Spieler auf, die einst im eigenen Nachwuchs waren. Christoph Spycher und Mario Raimondi sind zudem lokal verankert. Beim FC Basel sind es 13 Spieler, welche entweder den Klub oder die Region oder gar beide à fond kennen. Diese Tatsache ist nicht nur entscheidend für die Identifikation der Spieler und des Publikums. Sie ist auch ein wirtschaftlicher Faktor, auf den Bern nicht länger verzichten kann.

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Montag 6. Februar 2012, 11:37 
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YB geht in der Fan-Debatte in die Offensive

Der Fussballverein fühlt sich unverstanden: Für die Sicherheit betreibe man viel Aufwand, heisst es.

Die grosszügige Fensterfront im Führungszentrum im vierten Stock des Stade de Suisse bietet freien Blick auf das ganze Stadion. In der Ostkurve durchkämmt drei Stunden vor Spielanpfiff eine Kette giftgrün gekleideter Stewards die Ränge. Sie suchen nach Pyrofackeln oder andern Gegenständen, welche Fans bereits vor Spielbeginn ins Stadion geschmuggelt haben könnten. Am Tag des ersten Rückrundenspiels gewährt der BSC YB Medienvertretern Einblick in seine Sicherheitsstrukturen. YB will die Öffentlichkeit für den Aufwand sensibilisieren, den der Klub punkto Sicherheit betreibt. «Wir merken, dass darüber wenig Wissen vorhanden ist», sagt YB-Sprecher Albert Staudenmann.

238 Leute im Einsatz

Am Briefing des Sicherheitsdienstes instruiert der Einsatzverantwortliche Bernhard Blaser vor dem Spiel die Chefs der einzelnen Bereiche: Er erwartet rund 9000 Fans, darunter 100 bis 250 Auswärtsgäste. «20 bis 30 von ihnen könnten Probleme machen», sagt er. Um einen reibungslosen Spieltag zu gewährleisten, stehen 238 Leute im Einsatz. Das Gros davon sind Stewards, die Tickets kontrollieren und Decken gegen die eisige Kälte austeilen. An den Eingängen stehen aber wie gewohnt auch Sicherheitsleute in Vollmontur.

«In die Erziehung investieren»

Ein Communiqué, das Staudenmann austeilt, beziffert die Sicherheitskosten des Klubs im Jahr 2011 mit 2,84 Millionen Franken. Sie flossen zum grössten Teil in die Security, wurden aber auch für Fanarbeit, bauliche Massnahmen oder Beiträge an Polizeieinsätze ausgegeben. Sicherheitschef Hans Harnisch sagt: «Die Gesellschaft muss den Beitrag, den wir leisten, anerkennen.» In Bern habe sich die Situation in und um das Stadion in den letzten Jahren verbessert.

Mit der Verschärfung des Hooligan-Konkordats, welche vergangene Woche von der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren beschlossen worden ist, hat der Druck auf die Fussballvereine zugenommen (siehe «Bund» vom Freitag). Ist die PR-Offensive der Berner Young Boys nun als Reaktion darauf zu deuten? Staudenmann verneint. YB reagiere damit nicht auf Druck von aussen. «Ohnehin ist das revidierte Konkordat noch keineswegs in Stein gemeisselt», sagt er.

Sicherheitschef Harnisch sieht der drohenden Verschärfung relativ gelassen entgegen: «Die Massnahmen des Konkordats würden uns wohl nicht allzu sehr schmerzen.» YB sei im Sicherheitsbereich ohnehin vorne mit dabei. Der Klub übernehme Verantwortung, sagt Harnisch. Er sei der Meinung, auch die Gesellschaft müsse dies tun: «Sie muss verstärkt in die Erziehung dieser jungen Leute investieren.»


http://www.derbund.ch/bern/stadt/YB-geh ... y/23976839

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Montag 6. Februar 2012, 15:22 
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Hinter den Kulissen der Stadionsicherheit

Mitten in der Diskussion um mangelnde Sicherheit in den Stadien bläst YB zur Transparenzoffensive: Auf einem Rundgang zeigt der Verein, welchen Aufwand er bereits betreibt. Im Zentrum steht dabei eine Mischung aus Repression und Dialog.

«Willkommen bei angenehmen minus 10 Grad.» Bernhard Blaser, stellvertretender Sicherheitsverantwortlicher im Stade de Suisse, empfängt seine Mitarbeitenden mit kühlem Humor. «Wir erwarten 9000 bis 10'500 Zuschauer», informiert Blaser. «100 bis 250 Gästefans dürften aus Genf anreisen, knapp 30 könnten problematisch sein.»

Noch zwei Stunden bis zum Spiel YB - Servette. Im Medienzentrum des Stade de Suisse haben sich unter anderen Sektorenchefs, Verantwortliche der privaten Sicherheitsfirmen und ein Fanverantwortlicher von YB zum letzten Briefing vor dem Spiel versammelt. Sie koordinieren die 238 Leute, die an diesem Sonntag im Stadiondienst für einen reibungslosen Ablauf sorgen. «Dieser Aufwand wird von aussen viel zu wenig wahrgenommen», sagt Albert Staudenmann, Medienverantwortlicher bei YB. Daher habe man nun zum Sicherheitsrundgang geladen.

Die Bemühungen des Vereins um Transparenz fallen in eine bewegte Phase: Vergangene Woche präsentierte die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) neue Massnahmen gegen gewalttätige Fans. Darunter befinden sich auch mögliche Auflagen für die Clubs: Bewilligungspflicht für Spiele, verschärfte Kontrollen an den Eingängen oder längere Rayonverbote – vieles scheint in der momentanen politischen Stimmung möglich.

Kameras bis zum Bahnhof

Dass die neuen Regelungen aber nötig sind, das wird vonseiten des Berner Fussballvereins bezweifelt. «Für uns würden die Massnahmen wenig ändern», sagt der Sicherheitsverantwortliche Hans Harnisch. «Wir tun jetzt schon sehr viel für die Sicherheit.» Der Rundgang ist mittlerweile fortgeschritten, man ist mit dem Lift nach oben in den vierten Stock gefahren. Hier, mit einer formidablen Aussicht auf Spielfeld und Fankurven, hat sich die Kantonspolizei eingenistet. Auf neun Bildschirmen werden im Führungszentrum unzählige Kameras vom Stadion bis hin zum Bahnhof Wankdorf überwacht. «Wir haben die Fans im Blickfeld, sobald sie ankommen», sagt Jürg Straubhaar, Chef des Polizeidialogteams. Die Kameras zeigen detailliert, wer wo was macht – auch Straftäter lassen sich so identifizieren.

Lieber Pyros als Chaos

In der Praxis sieht das aber meist anders aus: «Fans, die in der Kurve Pyros zünden, sind meist vermummt oder durch Banner geschützt», sagt der YB-Medienverantwortliche Staudenmann. Daher gestalte sich die Beweislage oft schwierig. Zudem müsse man stets die Verhältnismässigkeit von Interventionen beachten: «Würde etwa die Polizei in den Fanblock gehen, um einen Pyro-Sünder festzunehmen, dürfte das grosse Proteste auslösen.» Dann hätte man statt eines kleineren Vorfalls ein grösseres Chaos im Stadion. Untätig sei man deswegen aber nicht: Zum Ende der letzten Saison etwa seien fast 100 YB-Fans von einem Stadionverbot betroffen gewesen.

Für pragmatische Lösungen setzt sich auch Fanarbeiter Lukas Meier ein. Er hält die Neuerungen der KKJPD gar für «kontraproduktiv» und spricht sich für vermehrten Dialog zwischen den Parteien aus. «Wir sind in Bern in einer komfortablen Situation», sagt er. Die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Stadionbetreibern und Fans funktioniere gut, allmählich setze sich die Erkenntnis durch, dass reine Repression nichts nützt.

Repression und Dialog

Meier führt die in der Vorrunde geschaffenen Dialogteams der Polizei als Beispiel an: «Statt in den martialischen Uniformen wie bisher gehen sie mit Leibchen gekennzeichnet auf die Fans zu.» Die Strategie sei Teil des Hannover Modells, welches sozialwissenschaftliche Kompetenzen mit polizeilichem Sachverstand zusammenführt.

Dass man mit der Mischung aus Repression und Dialog auf dem richtigen Weg sei, glaubt auch der Sicherheitsverantwortliche Harnisch: «Die Probleme lassen sich nicht mit dem Doppelhänder lösen», ist er überzeugt. Davon will man nun auch die Berner Politik überzeugen: Der nächste Rundgang ist bereits in Planung.


Gefährliche Eiszapfen

Bevor YB gestern Nachmittag im Stade de Suisse gegen Servette antreten durfte, musste die Berufsfeuerwehr Bern ins Wankdorf ausrücken: Wegen des andauernden kalten Wetters hatten sich am Stadiondach Eiszapfen gebildet, die sicherheitshalber entfernt werden mussten. Vier Angehörige der Berufsfeuerwehr begaben sich gut gesichert auf das Stadiondach. Mittels eigens dafür angefertigter behelfsmässiger Werkzeuge konnten die Eiszapfen vom Dach gelöst werden. Die Sicherheit im Stade de Suisse war daraufhin wieder gewährleistet, wie die Berufsfeuerwehr Bern am Sonntagnachmittag mitteilte.


http://www.bernerzeitung.ch/region/bern ... y/29923011

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Samstag 18. Februar 2012, 17:16 
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Ein wenig ins Stocken geraten

Die Enttäuschung bei YB ist nach dem 2:2 gegen

den FC Basel riesig. Doch die Young Boys dürfen optimistisch in die Zukunft blicken – die Entwicklung des Teams ist positiv.

Am Freitagmorgen ist es ruhig im Stade de Suisse. Auf den Tribünen sind die Putzequipen an den Aufräumarbeiten, und auf dem Rasen sind die Spuren des faszinierenden Duells zwischen YB und Basel vom Vorabend deutlich zu sehen. In der Kabine bittet YB-Trainer Christian Gross seine Fussballer nach dem 2:2 zur ersten Analyse einer Veranstaltung, die sich als prächtiger, unterhaltsamer Werbespot für den teilweise heftig kriselnden Schweizer Klubfussball darstellte.

Nichts veryoungboyst

Mal wieder aber sind Ernüchterung und Enttäuschung bei YB nach einer bedeutenden Partie riesig, und mal wieder war es Valentin Stocker, der den Berner Klub mit seinem Tor in der 90.Minute ärgerte – und die YB-Vorwärtsstrategie ins Stocken brachte. «Typisch YB» und «Typisch FC Basel» war zu hören und zu lesen, doch Christian Gross ist kein «Freund von Schubladisierungen». Er spricht, immer noch erkältet, nüchtern über die aufwühlenden Ereignisse vom Donnerstag. «Wir waren nahe dran», sagt der Coach. «Aber wir haben es im dritten Saisonspiel nicht geschafft, Basel zu schlagen. Also müssen wir weitere Fortschritte erzielen und es das nächste Mal halt noch besser machen.»

YB gelang es gegen Basel wieder nicht, eine wegweisende Begegnung zu gewinnen. Aber um das gelb-schwarze Titeltrauma zu überwinden, ist die Unerschütterlichkeit, mit der Christian Gross voranschreitet, zweifellos der bessere Weg als Berner Selbstmitleid und Genügsamkeit. Veryoungboyst haben die Young Boys diesmal nichts, im Gegenteil, sie dürfen nach gelungenem Start in die Rückrunde (7 Punkte in 3 Partien) und einem bemerkenswert entschlossenen Auftritt gegen Basel mit Optimismus in die Zukunft blicken. «Die Tendenz stimmt. Doch man kann eine schwache Vorrunde nicht in drei Spielen korrigieren», sagt CEO Ilja Kaenzig. Und Gross erklärt: «Ich bin überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.» YB hatte gegen den gleichfalls überzeugenden, stabilen, starken FCB einen teilweise brillanten und bis kurz vor Schluss wuchtigen Vortrag dargeboten. Der Trainer spricht von «der besten Saisonleistung», um sofort anzufügen: «Aber wir waren zu wenig effizient im Abschluss. Und wir verteidigten zu schlecht.»

Die umstrittenen Szenen

Als YB in der Vorrunde wochenlang mit Fehlentscheidungen der Schiedsrichter haderte, forderte sogar Gross von den Spielleitern bessere Leistungen. Lamentieren und jammern aber mag der Coach in der Regel nicht, und deshalb äusserte er sich am Freitagmorgen im Stade de Suisse zurückhaltend zu drei kontrovers diskutierten Szenen vom Donnerstag. Ob Alex Frei vor dem 1:1 im Abseits gestanden oder Stocker vor dem 2:2 die Hand zu Hilfe genommen habe, sei nicht relevant. «Ich bin im Zweifel immer für die Angreifer. Und wir hätten die Tore ja verhindern können.» Und zur Aktion Alex Freis, der nach unfeinem Einsteigen gegen Matias Vitkieviez in der ersten Hälfte des Feldes hätte verwiesen werden können, meinte Gross: «Da hatte der FCB Glück, durfte er zu elft weiterspielen.»

Der Coach spricht lieber über Dinge, die er verändern kann. Also sagt er: «Natürlich hat Basel sehr gute Einzelspieler. Aber wir waren in der Abwehrarbeit zu wenig konsequent.» Zu tief standen die YB-Akteure in den letzten Minuten, als der FCB erheblichen Druck ausübte, und vielleicht hätte der Trainer mit einer dritten Auswechslung in dieser Phase für Entlastung sorgen müssen. «Ich hatte bereits zwei Offensivspieler gewechselt und hätte höchstens Raúl Bobadilla rausnehmen können. Aber ihn wollte ich unbedingt auf dem Feld haben», sagt Gross zu dieser Kritik.

Bobadilla als Sinnbild

Der stämmige Stürmer Bobadilla ist mit seiner Wucht und seinem Willen das beste Sinnbild für dieses YB. Die grössten Stärken des argentinischen Torjägers – die Unerschrockenheit, der Tordrang, der Egoismus – sind manchmal auch seine grössten Schwächen. Er übersah gegen Basel mehrmals besser postierte Mitspieler und vergab ebenfalls einige ausgezeichnete Torchancen. Dennoch ist der im Januar nach Bern gezogene Raúl Bobadilla ein Schlüsselspieler, mit dem YB den Primus FC Basel in Zukunft bedrängen – und bezwingen – kann.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/11159108

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2011/2012
 Beitrag Verfasst: Samstag 18. Februar 2012, 17:18 
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Ottmar Hitzfeld denkt über einige YB-Spieler nach

Der Schweizer Nationalcoach sah YB beim 2:2 auf Augenhöhe mit dem FC Basel. Einige YB-Spieler will er für das Nationalteam im Auge behalten.

Das nächste Spiel im «Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion AG», wie der offizielle Name der Arena so kurz und prägnant lautet, ist der Auftritt von Argentinien mit Ballzauberer Lionel Messi am 29. Februar gegen die Schweiz. Und so interessierte Ottmar Hitzfeld am Donnerstag das Duell zwischen YB und dem FC Basel natürlich besonders, auch wenn der Nationalcoach der Schweiz nicht im Stadion war, sondern das 2:2 der beiden Spitzenteams in seiner Stube vor dem TV in Lörrach erlebte.

Hitzfeld ist angetan vom YB-Spiel

«Noch selten habe ich YB so auf Augenhöhe mit Basel gesehen wie in diesem Spiel», sagt Hitzfeld. Der Nationalcoach attestiert den Young Boys, «mutig gespielt zu haben», und er war auch vom Spielrhythmus angetan. «Es war ein offener Schlagabtausch, beste Werbung für den Schweizer Fussball.»

Es ist durchaus möglich, dass von YB nicht nur Goalie Marco Wölfli, die etatmässige Nummer 2 der Nationalmannschaft, in seinem Aufgebot figurieren wird, sondern auch wieder Verteidiger Alain Nef und erstmals Matias Vitkieviez. «Er hatte schon mit Servette eine gute Phase, wir beobachten Vitkieviez seit geraumer Zeit. Er ist spielerisch stark und technisch gut», sagt Hitzfeld. Gedanken mache er sich auch wieder über David Degen, so Hitzfeld, beendete aber mit dem nächsten Atemzug das Thema: «Ich gebe nicht jetzt das Aufgebot bekannt, sondern am kommenden Donnerstag.»

Trotz Hitzfelds Lob, die Berner leben schwer mit dem 2:2, auch wenn Wölfli weiter tapfer Zuversicht zeigt und nichts von einer Vorentscheidung in der Meisterschaft wissen will. «Wir haben den Match nicht ganz zu Ende gespielt», haderte der YB-Goalie und verwies auf die zwei grossen verpassten Tormöglichkeiten vor Stockers Ausgleichstor. «Aber unser Auftritt stimmt mich positiv, mit den Zuzügen ist im Team ein neuer Konkurrenzkampf entstanden, es gibt unzufriedene Spieler auf der Ersatzbank, die spielen wollen. Und das ist ein positiver Aspekt.»

In einer Woche steht für YB das delikate Auswärtsspiel in Luzern an, doch auch bei Wölfli ist das Länderspiel gegen Argentinien bereits im Hinterkopf. Auf die Frage, ob er zumindest auf einen Teileinsatz vor heimischem Publikum hoffe, kam die Antwort kurz und prompt: «Ich hätte nichts dagegen.»

Messi und der Dicksodenrasen

Seit seinem Amtsantritt als Nationaltrainer im Frühling 2008 war für Hitzfeld klar, dass die Schweizer Nationalmannschaft unter seiner Leitung nie ein Heimspiel auf Kunstrasen bestreiten wird, aber nach Bern zurückkehrt, sobald wieder Naturrasen auf dem Spielfeld spriesst. Das ist seit Dezember der Fall, auch wenn von «spriessen» zurzeit nicht die Rede sein kann. Der auf den Plastikrasen verlegte sogenannte Dicksodenrasen hat im Wankdorf noch nicht viel Sonne gespürt, und auch Hitzfeld ist beim Spiel am Donnerstag aufgefallen: «Die Spieler waren sehr oft am Boden. Über das Schuhwerk müssen wir uns Gedanken machen, auch wenn in zwei Wochen der Rasen schon wieder in besserem Zustand sein kann.»

Für Marco Wölfli war es aber der beste Platz, auf dem YB seit der Rückkehr vom Trainingslager in Spanien gespielt hat. Beim Spiel gegen Servette vor zwei Wochen sei der Zustand des Rasens viel prekärer gewesen, «und vom Platz in Sion will ich gar nicht reden».

Mal abwarten, wie Messi auf dem Dicksodenrasen zaubern wird.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Ot ... y/16802239

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