Bund, 08.12.2006
SCL und SCB: Hand in Hand zu YB
Eishockey: Am 14. Januar im Stade de Suisse
Die SCL Tigers und das Stade de Suisse teilen Risiko und allfälligen Gewinn, der SCB und die Nationalliga ziehen voll mit: Das Derby SCL Tigers – SC Bern vom 14. Januar im Wankdorf ist ein Gemeinschaftsprodukt.
Das Projekt «Eisfeld auf Kunstrasen». / zvg
Der SC Bern pflegt die Beziehungen zu seinen «Nachbarn» und weiss Derbys zu schätzen. Fribourg-Gottéron wäre in den Playoffs ein gern gesehener Gegner. Vor einigen Jahren halfen die Stadtberner zudem den SCL Tigers mit einem Darlehen, als es galt, einen finanziellen Engpass zu überbrücken.
Der Goodwill nimmt nun neue Formen an. Der SCB stellt sich in den Dienst der SCL Tigers, indem er bei der Organisation des sogenannten «Tatze-Derbys» (Tiger gegen Bären) vom Sonntag, 14. Januar (Spielbeginn 15.45 Uhr), tatkräftig mitarbeitet, den zu erwartenden Gewinn aber den Emmentalern und den Stadionbetreibern überlässt. Der Stadtklub stellt gemäss Abmachung die Eisreinigungsmaschinen und die Tore zur Verfügung und wird dafür entschädigt. «Aus Solidarität und Sympathie zu den SCL Tigers machen wir mit», sagt Rolf Bachmann, Leiter Kommerz beim SC Bern.
Einmaliges Schauspiel
Bemerkenswert: Der SCB hatte nach Anfrage von Stade-de-Suisse-CEO Stefan Niedermaier darauf verzichtet, ein Heimspiel in der YB-Arena durchzuführen – mit der Begründung, die aufwändig zu realisierende Infrastruktur sei in Anbetracht der fast 13 000 Abonnementsbesitzer nicht im gleichen Mass zu refinanzieren wie bei den SCL Tigers. Und weil das Derby «auf Eis und Kunstrasen» eine einmalige Sache bleiben soll, findet die Partie SCB – Davos tags zuvor einige hundert Meter daneben in der Bern Arena statt.
Neben dem SCB musste auch die Nationalliga grünes Licht geben. «Wir sind sehr dankbar für die verrückte Idee und deren Umsetzung», sagt der neue Präsident Marc Furrer. Der Sport brauche Innovationen. Aber die Liga habe den Organisatoren klare Auflagen gemacht. «Die Regeln sind strikt einzuhalten, sonst könnte man auch auf die Idee kommen, auf dem Fussballfeld mit 21 gegen 21 Spielern anzutreten», sagt Furrer.
Begeistert von der Idee zeigt sich Stefan Niedermaier. «Das Stadion wäre im Januar leer gestanden. Nun aber wird es dank dem Eishockeyderby ein Volksfest geben.» Der Stadionverantwortliche sagt, man habe die Sicht aller Plätze analysiert. «Wir haben eine sehr gute Ausgangslage und bieten allen, die ins Stade de Suisse kommen werden, gute Voraussetzungen.» Die untersten zehn Reihen werden nicht belegt, ab Reihe elf sind im unteren Kreis Stehplätze für 20 Franken (Kinder bezahlen die Hälfte) vorgesehen. Sitzplätze kosten zwischen 30 und 50 Franken.
Für die Eisaufbereitung wurde eine österreichische Firma beauftragt. Das Spielfeld soll zu 30 Prozent aus ökologisch abbaubarem Glykol und zu 70 Prozent Wasser bestehen. Für die Installation werden zehn Tage benötigt, während derer die Young Boys nicht auf ihrem Feld trainieren können. Sie werden in dieser Zeitspanne nach Norditalien oder ins Tessin verreisen, aber rechtzeitig für das Eishockeyderby und das Prominentenspiel auf glitschiger Unterlage im Rahmenprogramm des 14. Januars zurück sein.
Die Organisatoren hoffen auf einen neuen Zuschauerrekord für ein Klubspiel in Europa: Dieser steht bei 23 192 im Rahmen einer Partie 1962 in Schweden.