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 Beitrag Verfasst: Montag 16. September 2024, 20:11 
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Champions League: YB gegen Aston Villa mit von Ballmoos im Tor

Zum Auftakt der Champions League trifft YB am Dienstag zuhause im Wankdorf auf Aston Villa. Im Tor der Berner wird David von Ballmoos den Vorzug bekommen.

Das Wichtigste in Kürze

- Am Dienstag startet YB zuhause gegen Aston Villa in die Champions League.
- Vor dem Auftakt in die neue Ligaphase klärt Trainer Patrick Rahmen die Goalie-Frage.
- Auch zur Fitness des angeschlagenen Cheikh Niasse gibt Rahmen ein Update.

Einen Tag vor dem Champions-League-Auftakt im Wankdorf klärt Trainer Patrick Rahmen die Torhüterfrage: Wenn der Schweizer Meister am Dienstag Aston Villa in Bern empfängt, steht David von Ballmoos im Tor. Der 29-Jährige war nach der Länderspielpause im Cup gegen Vevey-Sports zuletzt bereits wieder zwischen den Pfosten.

Vor dem Nati-Unterbruch hatte von Ballmoos auch wegen einer Schulter-Blessur pausieren müssen. In seiner Abwesenheit kam Jungstar Marvin Keller im Tor von YB zum Zug. Insbesondere mit seinen Einsätzen im Playoff-Thriller gegen Galatasaray konnte Keller überzeugen.
Marvin Keller YB

Auch deshalb kam vor dem CL-Auftakt am Dienstag die Torhüterfrage auf. Trainer Patrick Rahmen stellte dabei aber unmissverständlich klar, dass der Stamm-Keeper wieder gesetzt ist. «In der Torhüterfrage ist es so, dass David von Ballmoos spielen wird, das ist so entschieden. Da gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen im Moment», so Rahmen.

Kann YB auch auf Cheikh Niasse zählen?

Und auch zu einer anderen Personalie gibt es vom Trainer der Berner ein Update: Cheikh Niasse dürfte beim Kracher gegen den Premier-League-Klub ebenfalls zum Einsatz kommen. Der Senegalese hatte sich im Cup eine schmerzhafte Prellung zugezogen, war deshalb für das CL-Duell zunächst fraglich.

Zu 100 Prozent sicher ist sein Einsatz noch nicht, Rahmen zeigt sich aber optimistisch. «Bei Cheikh ist es eine starke Prellung – wir müssen schauen, wie frei er sich bewegen kann. Aber strukturell ist nichts kaputt, das ist schon mal sehr wichtig. Wir haben eine gute Chance, dass er morgen dabei sein kann», so der YB-Coach.


https://www.nau.ch/sport/fussball/champ ... r-66827441

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 Beitrag Verfasst: Montag 16. September 2024, 20:42 
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BSC Young Boys - Aston Villa FC


«Champions League ist nie Routine»

Innenverteidiger Mohamed Ali Camara (27) startet mit YB zum vierten Mal in die UEFA Champions League. Der Nationalspieler aus Guinea rechnet gegen Aston Villa mit einer sehr anspruchsvollen Aufgabe – und hebt den Trainer der Engländer hervor.

Ali, mit welchen Gefühlen schaust Du dem Dienstagabend entgegen?
Für mich war es immer ein Traum, die Champions League auf dem Rasen zu erleben und gegen die Grossen in Europa antreten zu dürfen. Ich freue mich riesig auf den Start und darauf, die Farben von YB im bedeutendsten Clubwettbewerb der Welt vertreten zu dürfen.

Für Dich ist es bereits die vierte Kampagne mit YB. Kann man da bereits von Routine reden?
Nein, Champions League ist nie Routine. Jedes Mal, wenn ich den Platz betrete und die Hymne höre, löst das in mir heftige Emotionen aus. Davon kann ich nicht genug bekommen. Für uns ist es ein Privileg, dabei zu sein. Und uns allen ist bewusst, dass wir Jahr für Jahr den Meistertitel holen müssen, wenn wir eine Chance auf die Königsklasse haben wollen.

Woran erinnerst Du Dich besonders gern, wenn Du auf die bisherigen Teilnahmen zurückschaust?
Es gab verschiedene Momente, die ich gespeichert habe. Wenn ich ein Spiel hervorheben muss, dann ist es der 2:1-Sieg im Dezember 2018 gegen Juventus Turin mit Cristiano Ronaldo. Wir schrieben damals ein Stück Geschichte, weil es der erste Erfolg von YB überhaupt in der Champions League war. Ein unglaubliches Gefühl!

Welcher Gegner ist für dich diesmal besonders reizvoll?
Nach der Auslosung war ich sehr zufrieden. Jede Mannschaft, auf die wir treffen, hat ihren Reiz. Persönlich ist es für mich etwas ganz Besonderes, gegen den FC Barcelona anzutreten. In meiner Jugend war ich grosser Fan, später wurden Gerard Piqué und Lionel Messi meine Vorbilder. Sympathien habe ich heute noch für den Verein.

Nun steht der Auftakt gegen Aston Villa bevor. Worauf stellst Du Dich ein?
Ich schaue regelmässig Premier-League-Spiele und bin beeindruckt vom Niveau. Wie gut Aston Villa ist, lässt sich allein daran ablesen, dass die Mannschaft die vergangene Saison auf Rang 4 abschloss. Und Unai Emery ist ein sehr guter Trainer. Darum ist für mich klar: Auf uns wartet eine anspruchsvolle Herausforderung.

Zeigt YB wieder das Gesicht wie gegen Galatasaray?
Ich bin überzeugt, dass wir in der Lage sind, Aston Villa alles abzuverlangen. Und ich glaube auch, dass wir uns danach in der Meisterschaft anders präsentieren als bisher. Uns allen ist bewusst, dass wir dort die Erwartungen noch nicht erfüllt haben. Aber Zweifel dürfen deswegen keine aufkommen. Wir haben gegen Galatasaray zweimal bewiesen, dass viel Substanz in unserem Team steckt. Das wollen wir nun auch in der Super League zeigen.


Aston Villa mit Rückenwind

Die Mannschaft von Trainer Unai Emery gewann drei ihrer ersten vier Spiele in der Premier League. Zuletzt bewies sie gegen Everton grosse Moral und machte aus einem 0:2 ein 3:2.

In der Saison 2023/24 überzeugte Aston Villa. Hinter Meister Manchester City, Arsenal und Liverpool klassierte sich das Team aus Birmingham auf Rang 4 und verdiente sich so die direkte Qualifikation für die Champions League. Einer der Baumeister des Erfolgs ist der erfahrene Trainer Unai Emery (unten im Bild).

Der 52-jährige Spanier steht beim Traditionsverein seit Anfang November 2022 unter Vertrag, und sein Palmarès ist bemerkenswert: Er führte den FC Sevilla dreimal in Folge zum Europa-League-Titel (2014, 2015 und 2016). 2021 gewann er den Wettbewerb zudem mit Villarreal. Mit Paris Saint-Germain wurde er 2017 französischer Cupsieger, eine Saison später folgte das Double mit PSG.

Aston Villa ist für Emery die zweite Station in England. Von Sommer 2018 bis Ende November 2019 stand er bei Arsenal an der Seitenlinie. Nun ist er zurück auf der Insel, und im Mai hat er seinen Vertrag um fünf Jahre bis 2029 verlängert. Zur Verfügung steht ihm ein Kader mit reichlich Qualität. Im Tor steht der argentinische Weltmeister Emiliano Martinez, die zentrale Abwehr bilden der spanische Nationalspieler Pau Torres und Ezri Konsa, der mit England an der EM 2024 die Schweiz im Viertelfinal eliminierte (5:3 im Penaltyschiessen).

Im Mittelfeld gehören die belgischen Nationalspieler Youri Tielemans und Amadou Onana zu den Stützen wie auch Captain John McGinn, der mit Schottland an der EM ebenfalls der Schweiz begegnet war (1:1 in der Gruppenphase).

Stark besetzt ist auch die Offensive. Ollie Watkins, 19-facher Torschütze in der vergangenen Premier-League-Saison, schoss für England das entscheidende 2:1 im EM-Halbfinal gegen Holland. Am letzten Samstag gelangen ihm zwei Treffer in einer Partie, in der Aston Villa gegen Everton 0:2 in Rückstand geraten war. Für das 3:2 war schliesslich Jhon Duran besorgt. Der 20-jährige Kolumbianer, zum vierten Mal in dieser Saison eingewechselt, traf mit einem prächtigen Distanzschuss.

Für Aston Villa war es der dritte Sieg im vierten Spiel. «Ich bin nicht nur glücklich über die drei Punkte, sondern vor allem auch über die Art und Weise, wie wir sie geholt haben», sagte Unai Emery. Nach diesem Auftakt in die Meisterschaft ist klar: Die Mannschaft tritt in Bern mit viel Rückenwind an. Und mit einem Trainer, der positive Erinnerungen an ein Gastspiel im Wankdorf hat. 2021/22 landete er mit Villarreal in der Champions League einen 4:1-Sieg gegen YB.


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 Beitrag Verfasst: Montag 16. September 2024, 23:47 
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Vorhang auf zum grossen Abenteuer

YB fordert im ersten Millionen-Spiel Welt-Stars heraus

Jetzt steht die Champions League vor der Tür! YB vertritt den Schweizer Fussball auf der grossen Bühne und trifft am Dienstagabend zum Auftakt auf Aston Villa (18.45 Uhr). Ein Rennen um Ruhm, Punkte und saftige Prämien.

Es fühlt sich im Wankdorf wie vor dem Start in eine grosse Expedition an. Vorfreude, Anspannung, Ungewissheit – vieles durchmischt. Die dunkelblauen Banner der Champions League zieren bereits am Vortag Innenräume und Aussenflächen im Stadion. Alles startbereit. Die Reise, die sich YB mit starken Quali-Auftritten verdient hat, wird mindestens bis Ende Januar dauern. Sie wird die Berner durchschütteln, durch Höhen und Tiefen führen. Werden sie bestehen?

Die erste der acht Prüfungen bringt den Glanz aus der Premier League mit. Aston Villa kommt nach Bern. Das Traditionsteam mit Gründungsjahr 1874, das letzte Saison Tottenham, Chelsea, Newcastle und Manchester United hinter sich gelassen hat. In dieser Reihenfolge.

Emery erinnert sich

Stürmer Ollie Watkins (28), der England im Juli in den EM-Final geschossen hat, ist da. Goalie Emiliano Martinez (32), der Argentinien zum WM-Titel gehext hat, ebenfalls. Und Unai Emery (52), der als Trainer schon 186 Spiele (!) auf europäischer Bühne bestritten hat. Umso eindrücklicher, wie der erfolgreiche Gentleman aus dem Baskenland, vierfacher Europa-League-Siegestrainer, vor dem Duell über YB spricht.

Was seine Erinnerungen vom Champions-League-Auftritt vor drei Jahren mit Villarreal im Wankdorf seien, will Blick von Emery wissen. Präzise zählt er die YB-Spieler auf, die ihm damals im Oktober 2021 gegenüberstanden: «Sehr schwierig war es. Und sie haben einige behalten. Camara, Elia, Lauper. Meine Analyse zeigt, dass sie ähnlich wie damals spielen. Die schnellen Flügelspieler, das Team schaltet gut um, ist physisch stark. Ich werde meine Spieler daran erinnern.» Trotzdem waren Emerys Spanier stärker, haben 4:1 gewonnen.

Nur Goalie Von Ballmoos (29) hätte er noch aufzählen können, ansonsten liegt Emery goldrichtig. YB bestätigt danach offiziell, was klar war: Von Ballmoos wird das Tor hüten, die Identifikationsfigur erhält den Vorzug vor Youngster Keller (22), der mit seinen Paraden im Playoff gegen Galatasaray grossen Anteil an der YB-Teilnahme in der Königsklasse und den überquellenden Honigtöpfen hat.

Jeder Sieg auf dieser Bühne bringt 2 Millionen Franken

Fast 2,5 Milliarden Franken werden insgesamt an die 36 Champions-League-Teilnehmer verteilt. Rund 18 Millionen Franken haben die Berner bereits im Trockenen. Pro Sieg kommen rund 2 Millionen dazu, pro Remis 700 Tausend. Dazu gibts weitere saftige Prämien (Details siehe Box).


Die Zahlen für die YB-Milchbüechlirechnung in der Königsklasse

Die saftigen Prämien

- Startprämie: 17,5 Mio. Franken
- Pro Sieg: 1,97 Mio. Franken
- Pro Remis: 658 Tsd. Franken
- Platzierung in Rang 1-8: 1,88 Mio. Franken
- Platzierung in Rang 9-16: 0,94 Mio. Franken
- Zusätzlich: Je nach Klassierung in der Ligaphase (36 Teams) ein zusätzlicher Betrag im mittleren Hunderttausender-Bereich – pro höherem Rang! Da kann ordentlich was zusammenkommen. Dazu kommen Gelder abhängig vom Klub-Koeffizient und Land.

(Umrechnung aus Euro nach aktuellem Wechselkurs)

Die Punkte für das Länderranking:

Ein Sieg und Remis in der Champions League bringt zwar gleich viele Punkte wie in der Europa- und Conference League (pro Sieg 0,4, pro Unentschieden 0,2). Doch alleine mit dem Bonus für das Erreichen der Königsklasse steuerte YB 1,2 der aktuellen 3,4 Punkte der Schweiz bei. Bei einer guten Klassierung (Top 24 der 36 Teams) erhöht sich der Bonus pro Rang.


Ist YB erfolgreich, bringt das den ganzen Schweizer Fussball in eine bessere Position – in Form von Punkten für das Länderranking, das die kommenden Startplätze in Europa ermittelt. Allein mit dem Bonus für das Erreichen der Königsklasse steuerte YB mehr als ein Drittel der aktuellen Punkte bei. Wir sind aktuell 14., jagen Israel, Österreich und Norwegen nach. Also gilt: Daumen drücken für YB, liebe Fussball-Schweiz.

Zeigt YB wieder das Sonntagsgesicht?

Die Situation ist kurios. YB geht als siegloses Super-League-Schlusslicht ins Rennen. Trainer Patrick Rahmen (55) wartet klubübergreifend seit zwölf Super-League-Partien in Folge auf einen Sieg.

Doch international? Wie ein umgedrehter Handschuh. In den Königsklassen-Playoffs besiegte YB das viel pompösere Galatasaray sowohl in Hinspiel, als auch sensationell im Hexenkessel von Istanbul im Rückspiel. Es war Rahmens 14. europäisches Spiel ohne Niederlage in Folge (nach seiner FCB-Zeit 2021). Die abwechselnden Gesichter? «Natürlich ist das ein Thema, es begleitet uns», sagt Rahmen.

Er erklärt es auch damit, wie schnell man zum Saisonstart plötzlich hinten lag und im Sport dann auch psychologische Faktoren mitspielen. Doch wirklich interessiert ihn zum Wochenstart nur etwas: der Fokus auf den glanzvollen Gegner aus der Premier League.


https://www.blick.ch/sport/fussball/cha ... 44707.html

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 Beitrag Verfasst: Montag 16. September 2024, 23:51 
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Nach Sturz verstorben

YB-Gegner Aston Villa trauert um Klublegende (†63)

Kurz vor dem Champions-League-Duell mit YB gibts von Aston Villa traurige Nachrichten. Der Klub trauert um seine Legende Gary Shaw. Der einstige Stürmer ist nach einem Sturz verstorben.

Grosse Trauer bei Aston Villa. Der Klub, der am Dienstagabend (18.45 Uhr) erster YB-Gegner in der Champions League ist. auf Social Media schreibt, ist seine Legende Gary Shaw gestorben. Der einstige Stürmer wurde nur 63 Jahre alt.

«Aston Villa ist zutiefst schockiert und traurig über den Tod von Gary Shaw, einem unserer Europapokal-Helden», heisst es im Statement, das der Klub im Namen der Trauerfamilie veröffentlicht. «Gary war einer von uns, ein talentierter Stürmer, der die Fans mit seinen Toren begeisterte, die Villa in den 1980er Jahren zum Erfolg verhalfen. Er war ein Spieler, der von vielen auf der Tribüne vergöttert wurde, und dem auch individuelle Auszeichnungen folgten.»

Shaw lancierte seine Fussballerkarriere bei den Junioren von Aston Villa. Als 20-Jähriger feierte er mit der ersten Mannschaft 1981 den Meistertitel und gewann mit ihr 1982 den Europapokal der Landesmeister (heute Champions League). Insgesamt absolvierte Shaw 213 Partien für Aston Villa und erzielte 79 Tore.

Verhängnisvoller Sturz

Neben Aston Villa spielte er unter anderem auch für Austria Klagenfurt, den FC Kopenhagen oder Blackpool. In die englische Nationalmannschaft hat er es hingegen nie geschafft, kam lediglich in der U21 siebenmal zum Einsatz.

Wie englische Medien berichten, hatte sich Shaw vergangene Woche bei einem Sturz zu Hause schwere Kopfverletzungen zugezogen. Seither lag er in kritischem Zustand im Spital. Nun hat er den Kampf ums Leben verloren. Wie Aston Villa mitteilt, ist er am Montag «friedlich im Kreise seiner Familie» verstorben.


https://www.blick.ch/sport/fussball/int ... 44209.html

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 17. September 2024, 21:42 
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YB-Rahmen: «Wir können uns am Gegner orientieren»

Die Young Boys bekommen es zum Auftakt der reformierten Champions League mit Aston Villa zu tun. Trainer Patrick Rahmen schwärmt vor dem Duell vom Gegner, sieht seine Mannschaft aber nicht ohne Chance.

«Sie haben einen sehr klaren Plan, wie sie mit dem Ball spielen wollen, sind sehr variabel. Sie können von hinten rausspielen, beherrschen das Mittelfeld, sind gefährlich in der letzten Zone.» Wer Patrick Rahmen an diesem frühen Montagabend an der Pressekonferenz im Wankdorf zuhört, könnte meinen, er spreche über den FC Barcelona zur Zeit von Lionel Messi, Andrés Iniesta, Xavi und Sergio Busquets. Doch der Trainer der Berner Young Boys schwärmt vom ersten Gegner des Schweizer Meisters in der diesjährigen Champions-League-Kampagne, Aston Villa.

Ein Puzzle, das passt

Am Dienstagabend (18.45 Uhr) stehen im Wankdorf kein Messi und auch kein Busquets auf dem Kunstrasen, mit dem englischen Nationalstürmer Ollie Watkins, dem physisch starken Neuzugang Amadou Onana und dem argentinischen Weltmeistergoalie Emiliano Martinez aber dennoch Akteure von gehobener Klasse. In der Premier League liess die Mannschaft des baskischen Trainers Unai Emery Klubs wie Tottenham, Chelsea oder Manchester United hinter sich.

Hervorzuheben, sagt Rahmen, sei nicht nur die individuelle Qualität. «Die Mannschaft ist sehr gut zusammengesetzt. Auf jeder Position hat der Spieler ein Profil, das zur Spielidee des Trainers passt.» Aston Villa sei spielerisch wie physisch stark und gut organisiert, lasse kaum Umschaltmomente zu. Es werde schwierig sein, Chancen zu kreieren. «Aber wir haben schon das eine oder andere gesehen», gibt Rahmen am Schluss seines Plädoyers zu Protokoll.

Ohne Druck gegen den Favoriten

Den Gegner stark reden braucht Rahmen nicht. Obwohl sich Aston Villa zum ersten Mal überhaupt für die Champions League qualifizieren konnte, ist der englische Traditionsklub aus Birmingham der klare Favorit in der Partie mit dem Schweizer Meister. Während die «Villans» mit drei Siegen aus vier Partien gut in die neue Meisterschaft gestartet sind, wartet YB auch nach sechs Runden auf den ersten Sieg in der Super League und belegt mit lediglich drei Punkten den letzten Platz.

«Wir sind hinter den Erwartungen, müssen agieren und reagieren», sagt Rahmen zur Ausgangslage in der heimischen Liga. Vom Kopf her sei es einfacher, in der Champions League aufzulaufen als in der Meisterschaft, wo der Druck viel höher sei.

Ähnlich sieht dies Filip Ugrinic. Der offensive Mittelfeldspieler, der nicht erst seit dieser Saison auf dem Platz vorangeht, spürt «grosse Vorfreude» auf die Champions League. «Ich habe immer Gänsehaut, wenn ich die Hymne höre.» Jeder solle diese Bühne geniessen, die man sich durch zwei abgeklärte Leistungen gegen Galatasaray verdient habe.

Vom Cup in die Champions League

Gutes Omen: Vor dem Playoff-Hinspiel im heimischen Wankdorf kamen die Young Boys im Cup eine Runde weiter. Spielten sie damals gegen den Zweitligisten Printse-Nendaz ihre Klasse aus und feierten einen nie gefährdeten 10:0-Sieg, musste sich die Mannschaft von Patrick Rahmen am Samstag in Vevey mehr strecken, gewann nach 2:0-Vorsprung und dem zwischenzeitlichen Ausgleich aber dennoch 4:2. «Von der Promotion League aufwärts gibt es keine einfachen Gegner, die haben alle Qualität», so der YB-Trainer. Wichtig sei die Reaktion gewesen, die sie nach dem Ausgleich gezeigt hätten. «Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und die Mannschaft füreinander einsteht.»

Ob das allerdings reicht, um gegen eine der besten Mannschaften der Premier League zu bestehen? «Wir können uns am Gegner orientieren. Da fällt es leichter, über den Verhältnissen zu agieren», sagt Rahmen. Ugrinic ergänzt: «Mit der Atmosphäre hier im Wankdorf haben wir schon einige magische Europacupnächte erleben dürfen. Hoffentlich wird das am Dienstag auch so eine werden.» Selbst ohne Messi, Iniesta und Xavi.


https://www.plattformj.ch/artikel/225018

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 17. September 2024, 21:45 
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Bei Arsenal und PSG findet Unai Emery kein Glück – mit Aston Villa gelingt dem Trainer hingegen ein Coup

Aston Villa gastiert am Dienstag im ersten Spiel der Gruppenphase der Champions League bei den Young Boys. In England will der Klub aus Birmingham die Phalanx der grossen sechs durchbrechen.

Unai Emery wird als «Mr. Europa League» angesehen. Kein anderer Trainer hat diesen europäischen Fussballpokal häufiger gewonnen als der Baske. Er holte ihn dreimal mit dem FC Sevilla und einmal mit dem FC Villarreal. Die Europa League, die weniger Glamour ausstrahlt als der Premium-Wettbewerb Champions League, scheint auf Emery zugeschnitten zu sein. Seine Mannschaften definieren sich stets über Disziplin und Teamgeist. Emerys Abschneiden in der Champions League liest sich denn auch weniger imposant, nur einmal kam er in den Halbfinal, sonst war spätestens im Achtelfinal Schluss.

Den nächsten Anlauf nimmt Emery in dieser Saison als Trainer des ambitionierten Premier-League-Klubs Aston Villa. Am Dienstag, um 18 Uhr 45, startet die Europacup-Kampagne auswärts gegen die Young Boys. Die Teilnahme an der Champions League gleicht einem Coup für Emery: Erstmals in der Historie qualifizierte sich mit Aston Villa einer der zahlreichen Vereine aus dem Ballungsgebiet Birmingham, der zweitgrössten Stadt Englands, für den wichtigsten europäischen Klubwettbewerb.

Die Meisterschaft auf der Insel ist häufig ein Dreieckspiel zwischen den Vereinen aus London, Liverpool und Manchester. Die Dominanz dieser Städte gleicht einem Abbild der wirtschaftlichen Verhältnisse. In den vergangenen 19 Saisons gelang es nur drei Klubs, in die Phalanx der sogenannten Top Six – Arsenal, Chelsea, Liverpool, Manchester City, Manchester United, Tottenham – vorzustossen und eine Spielzeit auf den ersten vier Tabellenplätze abzuschliessen: dem Sensationsmeister Leicester City 2016, dem vom Saudi-Staatsfonds alimentierten Newcastle United 2023 – und nun Emerys Aston Villa.

Aston Villa investiert so viel wie noch nie in Transfers

Solch besondere Tage hatte der Klub zuletzt vor 43 Jahren erlebt, als er in der Saison 1980/81 letztmals die Meisterschaft gewann. Das Gründungsmitglied der Football League und der Premier League, deren Liga-Grundkonzepte auch auf den Villa-Direktor William McGregor im 19. Jahrhundert zurückgingen, zog sich fortan achtbar aus der Affäre. Doch nachdem sich in den nuller Jahren zunehmend vermögende ausländische Kapitalgeber in Spitzenteams eingekauft hatten, verlor Villa den Anschluss.

Der US-Unternehmer Randy Lerner, der den Arbeiterverein 2006 für 62 Millionen Pfund erworben hatte, brachte das zweifelhafte Kunststück fertig, ihn trotz stetigen finanziellen Subventionen und der boomenden Liga ein Jahrzehnt später unter hohem Verlust wieder abzugeben. Auf ihn folgten – nach einer kurzen Episode des Chinesen Tony Xia – 2018 die Milliardäre Wes Edens und Nassef Sawiris, ein Bruder von Samih Sawiris, der in der Schweiz als Investor bei Tourismusprojekten bekannt ist.

Aston Villas Besitzer stehen für den sich ausbreitenden Trend, dass sich immer mehr Vereine mit steinreichen Eigentümern eindecken, wodurch wieder eine Art Chancengleichheit einzieht. Seit ihrem Einstieg haben Sawiris und Edens kontinuierlich in jeder Saison rund 100 Millionen Pfund an Ablösesummen in neue Spieler investiert, vor dieser Spielzeit sogar 150 Millionen – so viel wie nie.

Das Umfeld bei Aston Villa ist ruhiger als jenes in London oder Paris

Die Mannschaft setzt sich überwiegend aus Spielern zusammen, die entweder den Sprung zu einem Spitzenklub schaffen wollen oder deren Potenzial von ebensolchen Vereinen unterschätzt worden ist. So stand der argentinische Weltmeister-Goalie Emiliano Martínez zehn Jahre bei Arsenal unter Vertrag. Die meiste Zeit liehen ihn die Londoner aus und verkauften den heute 32-Jährigen dann 2020 für 20 Millionen Pfund an Villa, eine kostspielige Fehleinschätzung. Dies trifft in gewisser Weise auch auf den Trainer Emery zu.

Bei Paris Saint-Germain und Arsenal wurde er jeweils nach kurzer Zeit entlassen, im Rückblick lag es aber offensichtlich weniger an seinem Coaching als am Missmanagement der Klubs. Gerade das sich bisweilen anmassend verhaltende Arsenal-Publikum schien sich über ihn am Ende zu echauffieren, der häufig von ihm gebrauchte Ausdruck «good ebening» statt «good evening» wurde zum Synonym seines akzentstarken Englisch. Das insgesamt ruhigere und weniger in der Öffentlichkeit stehende Aston Villa kommt Emerys Arbeitsweise entgegen, es gleicht dem Umfeld an früheren Stationen in Sevilla und Villarreal.

Emery übernahm Villa im November 2022 unmittelbar vor der Abstiegszone und führte die Mannschaft in derselben Saison auf den siebenten Platz, der zur Teilnahme an der Conference League berechtigte. Erstmals nach dreizehn Jahren war der Klub wieder international vertreten. Um das Kader zu verstärken, holte man 2023 den Sportdirektor Ramón Rodríguez Verdejo, genannt Monchi. Emery und Monchi arbeiteten einst erfolgreich in Sevilla zusammen. Ähnlich wie bei Manchester City, wo der Trainer Josep Guardiola von Weggefährten im Management umgeben ist, hält auch Monchi Emery als Vertrauensperson den Rücken frei. Gemeinsam gelang ihnen die Qualifikation für die Champions League.

Jetzt geht es für Emery darum, in der Königsklasse zu überzeugen – um vielleicht vom «Mr. Europa League» zum «Mr. Champions League» aufzusteigen.


https://www.nzz.ch/sport/fussball/champ ... ld.1848650

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YB: Gegner Aston Villa trauert um Club-Ikone Gary Shaw (†63)

YB startet heute im Wankdorf gegen Aston Villa in die Champions League. Die Engländer werden dabei einen Trauerflor zu Ehren einer Club-Ikone tragen.

Das Wichtigste in Kürze

- Aston-Villa-Legende Gary Shaw (†63) ist im Alter von 63 Jahren verstorben.
- Der englische Club wird ihn heute im Spiel gegen YB ehren und einen Trauerflor tragen.

Grosse Trauer bei Aston Villa vor dem Start in die Champions League gegen YB. Der Premier-League-Club trauert um seinen verstorbenen Helden Gary Shaw.

Shaw war einer der besten Stürmer in der Geschichte des Clubs. Der 63-Jährige starb am Montag nach einem Sturz.

Gary Shaw war Teil des legendären Teams, das 1982 den Europapokal gegen Bayern München gewann. Dieser Triumph bleibt unvergessen. Und dient als Inspiration für die aktuelle Generation von Spielern, die sich auf ihr Spiel gegen YB im Wankdorf vorbereiten.

Trainer Unai Emery: «Mein Beileid an die Familie und Fans von Aston Villa»

Trainer Unai Emery war damals erst zehn Jahre alt, von seinen Spielern war keiner geboren, als Villa den Europapokal gewann. Dennoch kennen sie alle Gary Shaw.

Auf die Frage, ob ein möglicher Sieg Shaws Andenken gewidmet würde, antwortete Emery: «Ja, ich denke, das wäre völlig angemessen und könnte uns zusätzliche Motivation geben. Ich sende mein Beileid an die Familie und alle Unterstützer von Aston Villa.»

Emery weiter: «Wir erinnern uns immer an ihn. Wir haben ein Bild der Europapokal-Gewinner von 1982 am Trainingsgelände und er war einer der Protagonisten.»

Als Zeichen des Respekts werden die Villa-Spieler gegen Young Boys schwarze Armbinden tragen. Und vor ihrem Spiel gegen Wolverhampton am Samstag eine eigene Ehrung im Villa Park abhalten.


https://www.nau.ch/sport/fussball/yb-ge ... 3-66829677

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17,5 Millionen Franken zum start – YB mit erstem Knüller

Mit dem Heimspiel gegen Aston Villa beginnt YB die neue Saison der Champions League. Alles Wissenswerte findest du hier.

Darum gehts

- YB startet mit dem Spiel gegen Aston Villa in die Königsklasse.
- Das Team aus Birmingham ist gut in die Saison gestartet.
- Das Spiel am Dienstag wird nicht auf SRF zu sehen sein.

Das sind die Gegner von YB

Zu Hause spielen die Young Boys gegen:
Aston Villa (17.9.)
Inter Mailand (23.10.)
Atalanta Bergamo (26.11.)
Roter Stern Belgrad (29.1.25)

Auswärts treten die Young Boys an gegen:
Barcelona (1.10.)
Schachtar Donezk (6.11. in Gelsenkirchen)
VfB Stuttgart (11.12.)
Celtic Glasgow (22.1.25)

Das ist der neue Modus

Statt einer Gruppenphase gibt es nun eine Ligaphase. Jeder der 36 Clubs – bislang waren es 32 – spielt viermal im eigenen Stadion und viermal auswärts. Die ersten acht Teams der Tabelle sind am Ende der Ligaphase direkt für den Achtelfinal qualifiziert. Die Clubs auf den Tabellenplätzen neun bis 24 spielen in einer neuen K.o.-Zwischenrunde um das Weiterkommen.

Eine zweite Chance im Europapokal mit einem Abstieg in die Europa League gibt es nicht mehr – wer rausfliegt, ist für diese Saison auch wirklich raus. Ab dem Achtelfinal läuft die Königsklasse wie gewohnt, gespielt wird dann in K.o.-Runden mit Hin- und Rückspiel – bis zum Final am 31. Mai in München.

Das ist der erste Gegner

Am Dienstag startet YB mit dem Heimspiel gegen Aston Villa in die Champions League. Im aktuellen Kader des Teams aus Birmingham ragt auch der Weltmeister-Goalie Emiliano Martínez heraus. Hinten hält der Spanier Pau Torres die Verteidigung zusammen. Aktuell steht Villa auf dem starken fünften Tabellenplatz in der Premier League.

Den höchsten Marktwert besitzt Stürmer Ollie Watkins mit 61 Millionen Franken. Der vierfache englische Nationalspieler hat in der noch jungen Premier-League-Saison in vier Partien zwei Treffer erzielt. In seiner Karriere steht der 28-Jährige bei 147 Toren in 394 Spielen – eine stolze Bilanz.

YB-Trainer Patrick Rahmen sagt zum ersten Spiel: «Wir freuen uns auf diese Gruppenphase. Wir erwarten einen starken Gegner, sie haben offensiv viele Argumente. Das haben sie in den ersten Runden in der Liga gezeigt. Wir werden mutig spielen müssen und versuchen, das Spiel zu gestalten. Sie haben keine Erfahrung in der Champions League und werden deshalb hungrig und heiss sein.»

Das SRF zeigt wieder Spiele

Ab dieser Saison zeigt das SRF wieder die Champions League – doch am Dienstag gegen Aston Villa schauen die Fans in die Röhre. Dies, weil das SRF in Absprache mit Rechteinhaber blue nur Spiele am Mittwoch zeigen darf, wie «Persönlich» schreibt. Wer die YB-Partie im TV verfolgen will, braucht also ein Abo bei blue – 20 Minuten berichtet übrigens im Liveticker aus dem ausverkauften Wankdorf.

So war YBs letzte CL-Kampagne

Die Berner spielten zuletzt in der letzten Saison in der Königsklasse. Mit in der Gruppe waren da Manchester City, Roter Stern Belgrad und RB Leipzig. Den Bernern gelang ein Sieg und ein Remis. Das reichte aber nicht, um in der Champions League in die K.o.-Phase zu kommen.

So viel Geld wird ausgeschüttet

Die Europäische Fussball-Union Uefa rechnet nach der Reform mit einer erheblichen Steigerung der Einnahmen. Die teilnehmenden Clubs an der Champions League und dem Supercup sollen fast 2,47 Milliarden Euro (2,32 Milliarden Franken) bekommen.

Allein für die Teilnahme an der Ligaphase erhält jeder Club den Angaben zufolge rund 17,5 Millionen Franken, jeder Sieg bringt 1,8 Millionen Franken, jedes Unentschieden 658'000 Franken. Am Ende der Ligaphase erhalten die Vereine noch einmal Geld – wie viel, ist abhängig von der Platzierung. In der K.o.-Phase können die Mannschaften je nach Erfolg mit weiteren Einnahmen rechnen. Ausserdem erhalten die Clubs beispielsweise auch noch Geld von der Uefa durch den Verkauf von Medienrechten.


https://www.20min.ch/story/champions-le ... -103185606

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 17. September 2024, 21:52 
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Aston Villa spielte selbst Guardiolas City an die Wand – YB wittert trotzdem seine Chance

Vor fünf Jahren in der zweitklassigen Championship, steht Aston Villa vor der Premiere in der Champions League – dank viel Talent, noch mehr Geld und einem Trainer, der beides zu kombinieren weiss. Am heutigen Dienstag (18.45 Uhr) treffen die Villans auf YB.

«Sie haben einen sehr klaren Plan, wie sie mit dem Ball spielen wollen, sind sehr variabel. Sie können von hinten rausspielen, beherrschen das Mittelfeld, sind gefährlich in der letzten Zone.» Wer Patrick Rahmen an diesem frühen Montagabend an der Pressekonferenz im Wankdorf zuhört, könnte meinen, er spreche über den FC Barcelona zur Zeit von Lionel Messi, Andres Iniesta, Xavi und Sergio Busquets. Doch der Trainer der Berner Young Boys schwärmt vom ersten Gegner des Schweizer Meisters in der diesjährigen Champions-League-Kampagne, Aston Villa. Und das hat seine Gründe.

Selten wurde ein Team von Pep Guardiola so dominiert wie am 6. Dezember des vergangenen Jahres. Zwar gewann Aston Villa nur 1:0, doch die Mannschaft von Unai Emery spielte den Meister aus Manchester an eine Wand – nicht nur phasenweise, sondern während 90 Minuten. 22:2 Torschüsse widerspiegelten dies.

Aston Villa schlug eine Woche später auch Tabellenführer Arsenal und legte so den Grundstein für die erstmalige Qualifikation für die Champions League. 68 Punkte reichten am Ende für Platz 4. Erst einmal waren die Villans in der Premier League besser klassiert – als die Liga 1992/93 neu eingeführt wurde.

Schwierige Zeiten

Dass es der Traditionsklub aus Birmingham in die Beletage des europäischen Fussballs schafft, schien vor nicht allzu langer Zeit illusorisch. Zwar ist Aston Villa einer der bedeutendsten Klubs des Landes; der Verein gewann einmal den Meistercup und holte je sieben Mal die Meisterschaft und den FA Cup. Doch die Erfolge liegen mehr als 40 Jahre zurück.

Aston Villa stieg 2016 aus der Premier League ab und brauchte drei Saisons, um sich von diesem Schock zu erholen. Auch nach der Rückkehr ins Oberhaus dümpelte der Klub im unteren Mittelfeld herum. Erst mit der Ankunft von Unai Emery, der den glücklosen Steven Gerrard im November 2022 auf der Trainerbank beerbte, kehrte der Erfolg in den Villa Park zurück. Der akribische Baske führte die Mannschaft von Position 13 auf Platz 7 und damit in den Europacup. In der vergangenen Spielzeit folgte schliesslich der Durchbruch.

Ein dickes Portemonnaie

So sehr der Erfolg die Handschrift von Unai Emery trägt, so sehr ist der Aufschwung von Aston Villa mit den Namen Nassef Sawiris und Wes Edens verbunden. Seit der ägyptische Unternehmer und der amerikanische Geschäftsmann den Klub 2018 übernommen haben, sitzt das Geld in der zweitgrössten Stadt Englands locker. In den letzten fünf Jahren investierten die beiden Milliardäre beinahe 800 Millionen Euro in neue Spieler.

Vor allem die Verpflichtungen von Stürmer Ollie Watkins und Flügelflitzer Leon Bailey erwiesen sich als massgebend für Aston Villas Erfolg. Der Engländer Watkins kam in der letzten Saison auf 40 Skorerpunkte, Jamaikaner Bailey erreichte je 14 Tore und Assists. In diesem Sommer wurden die Einnahmen aus den Verkäufen von Douglas Luiz und Moussa Diabay unter anderem in Sechser Amadou Onana und Linksverteidiger Ian Maatsen gesteckt. Sie alleine kosteten über 100 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die Young Boys gaben im gleichen Zeitraum keine 30 Millionen Euro auf dem Transfermarkt aus.

Hervorzuheben, sagt Rahmen, sei aber nicht nur die individuelle Qualität. «Die Mannschaft ist sehr gut zusammengesetzt. Auf jeder Position hat der Spieler ein Profil, das zur Spielidee des Trainers passt.» Aston Villa sei spielerisch wie physisch stark und gut organisiert, lasse kaum Umschaltmomente zu. Es werde schwierig sein, Chancen zu kreieren. «Aber wir haben schon das eine oder andere gesehen», gibt Rahmen am Schluss seines Plädoyers zu Protokoll.

Mit freiem Kopf in die Champions League

Den Gegner stark reden braucht Rahmen nicht. Obwohl sich Aston Villa zum ersten Mal überhaupt für die Champions League qualifizieren konnte, ist der englische Traditionsklub aus Birmingham der klare Favorit in der Partie mit dem Schweizer Meister. Während die «Villans» mit drei Siegen aus vier Partien gut in die neue Meisterschaft gestartet sind, wartet YB auch nach sechs Runden auf den ersten Sieg in der Super League und belegt mit lediglich drei Punkten den letzten Platz.

«Wir sind hinter den Erwartungen, müssen agieren und reagieren», sagt Rahmen zur Ausgangslage in der heimischen Liga. Vom Kopf her sei es einfacher, in der Champions League aufzulaufen als in der Meisterschaft, wo der Druck viel höher sei.

Ähnlich sieht dies Filip Ugrinic. Der offensive Mittelfeldspieler, der nicht erst seit dieser Saison auf dem Platz vorangeht, spürt «grosse Vorfreude» auf die Champions League. «Ich habe immer Gänsehaut, wenn ich die Hymne höre.» Jeder solle diese Bühne geniessen, die man sich durch zwei abgeklärte Leistungen gegen Galatasaray verdient habe.

Der Cup-Sieg als gutes Omen

Gutes Omen: Vor dem Playoff-Hinspiel im heimischen Wankdorf kamen die Young Boys im Cup eine Runde weiter. Spielten sie damals gegen den Zweitligisten Printse-Nendaz ihre Klasse aus und feierten einen nie gefährdeten 10:0-Sieg, musste sich die Mannschaft von Patrick Rahmen am Samstag in Vevey mehr strecken, gewann nach 2:0-Vorsprung und dem zwischenzeitlichen Ausgleich aber dennoch 4:2. «Von der Promotion League aufwärts gibt es keine einfachen Gegner, die haben alle Qualität», so der YB-Trainer. Wichtig sei die Reaktion gewesen, die sie nach dem Ausgleich gezeigt hätten. «Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und die Mannschaft füreinander einsteht.»

Ob das allerdings reicht, um gegen eine der besten Mannschaften der Premier League zu bestehen? «Wir können uns am Gegner orientieren. Da fällt es leichter, über den Verhältnissen zu agieren», sagt Rahmen. Ugrinic ergänzt: «Mit der Atmosphäre hier im Wankdorf haben wir schon einige magische Europacupnächte erleben dürfen. Hoffentlich wird das am Dienstag auch so eine werden.» Selbst ohne Messi, Iniesta und Xavi.


https://www.watson.ch/sport/champions-l ... -yb-gegner

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 17. September 2024, 21:58 
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Mätzchen, Psychospielchen und fiese Tricks

Aston-Villa-Goalie Martinez polarisiert wie kein Zweiter

Mit Emiliano Martinez kommt am Dienstag eine Reizfigur ins Wankdorf. Seit dem WM-Titel mit Argentinien ist er als grosser Provokateur bekannt. Dahinter steckt Kalkül.

Es gibt Fussballer, die werden von allen geliebt und andere, die ecken bei vielen Fans einfach nur an. Bayerns Sympathieträger Thomas Müller gehört zur ersten Sorte.

Goalie Emiliano Martinez (32), der am Dienstag mit Aston Villa in der Champions League auf YB (18.45 im Liveticker) trifft, zur Zweiten.

Das hat seine Gründe: Martinez polarisiert wie kein zweiter. Mit Mätzchen, mit Psychospielchen, mit fiesen Tricks.

2021 hexte der Goalie Argentinien zum Titel an der Copa América, ein Jahr darauf zur WM-Trophäe. Martinez glänzte an beiden Turnieren als Penaltykiller. Auf dem Weg dahin griff er für viele auf unsportliche Mittel zurück. Bei den Penaltyschiessen hatte er jeweils vehement auf die Gegenspieler eingeredet, mit ihnen mentale Spiele abgezogen, um sie aus dem Konzept zu bringen.

Die Skandale nach der WM

Auch abseits des Rasens hatte Martinez nach den beiden Titeln Schlagzeilen gemacht. An der Siegerehrung der WM hatte er den goldenen Handschuh – die Auszeichnung zum besten Goalie des Turniers – vor seine Genitalien gehalten und damit provokativ vor Finalgegner Frankreich gejubelt. Oder er hat sich mit einer Stoff-Puppe über Frankreichs Star Kylian Mbappé lustig gemacht.

Vor kurzem hat er eine TV-Kamera zu Boden geschmettert. Nach dem Spiel Kolumbien – Argentinien vor sieben Tagen sind die Emotionen mit ihm durchgegangen. Es beschreibt den Goalie von Aston Villa, der am Dienstag ins Wankdorf kommt, bestens. Hitzige Angelegenheiten sind aus seinem Spiel nicht wegzudenken. Genau wie die Provokationen. Doch nicht immer war dieser Martinez so.

«Alles spielt sich im Kopf ab»

Eher ein zahmer Junge. Als er 23 Jahre jung war, wurde er von Arsenal an den spanischen Klub Getafe verliehen, um Spielpraxis zu sammeln. Doch da angekommen, kannte ihn praktisch niemand. Der Coach wollte von Martinez nichts wissen und beförderte ihn aufs Abstellgleis.

Was passierte: Der Argentinier fiel in ein Loch, hatte depressive Verstimmungen, stand kurz vor dem Rücktritt. «Dann ging ich zu einem Mentaltrainer. Seither arbeite ich privat jeden Tag mit ihm. Er hat meine Karriere gerettet», sagte er vor einem Jahr im Klub-TV.

Aufgrund seiner Vorgeschichte weiss Martinez genau, wie wichtig der mentale Aspekt im Fussball ist. Diesen Vorteil nutzt er mittlerweile aus. Martinez: «Im Fussball und allgemein im Sport spielt sich einfach alles im Kopf ab. Das ist extrem wichtig und wird oft unterschätzt.»

Vor CL-Debüt für Aston Villa

Martinez' Weg führte schliesslich weg von Getafe über Reading zu Aston Villa, wo er seit 2020 die Nummer eins ist. Beim Champions-League-Gegner von YB hat er seine Rolle gefunden, ist eine Leaderfigur und sicherer Rückhalt. Der Penaltykiller reifte auf der Insel gar zum besten Goalie der Welt. Seine Mätzchen zieht er aber auch in der Premier League ab.

In der letzten Saison erhielt der Villa-Goalie die «Yashin Trophy». Und auch 2024 ist er wieder dafür nominiert. Im Vergleich zum letzten Jahr kann sich Martinez heuer zum ersten Mal mit Aston Villa auf der Champions-League-Bühne beweisen. Die Feuertaufe erlebt er am Dienstag gegen YB.


Aston Villa musste einst aus Gegnermangel Rugby spielen

Die Rückkehr von Aston Villa auf die grosse Bühne hat historisches Ausmass. Nach 41 Jahren Abwesenheit betritt der Klub aus Birmingham wieder die Königsklasse. Die letzte Teilnahme war noch im Vorgängerwettbewerb der Champions League, die 1992 eingeführt wurde.

Doch Aston Villa ist auf der Fussballbühne alles andere als ein Neuling. Fast seit den Anfängen des Fussballs ist der Traditionsklub dabei. Gründungsjahr 1874. Das war nur 17 Jahre später als der Gründung des FC Sheffield, der als ältester Klub der Welt gilt. Und damit nur 26 Jahre nach dem Geburtstag der Schweiz.

Erst fünf Jahre nach der Gründung von Aston Villa entstand der FC St. Gallen, der älteste noch bestehende Fussballklub auf dem europäischen Festland. Aston Villa fehlten zuerst jedoch Gegner. Der Anekdote nach trat man deshalb gegen einheimische Rugbyteams an. Nach dem Motto: eine Halbzeit Fussball, eine Rugby.

Schnell einmal war der Klub aber im reinen Fussball erfolgreich. Im 19. Jahrhundert holte Aston Villa vier der insgesamt sieben Meistertitel. Und bereits damals spielte man in den geschichtsträchtigen Klubfarben, der Kombination aus Weinrot und Himmelblau. Seit 1888, der Gründung der höchsten englischen Fussballliga, wo man dabei war, wie der Klub schreibt.

Und dann war Aston Villa sogar mal König von Europa. 1982 gewannen die Engländer ein Jahr nach dem letzten Meistertitel den Europapokal der Landesmeister, ebendiesen Vorgängerwettbewerb der Champions League.

Die reichhaltige Geschichte des Klubs bringt Anekdoten hervor, wie die Gerüchte über einen geheimen Tunnel, der aus dem Villa Park zu einem nahegelegenen Pub führen soll. Frühere Spieler hätten diesen jeweils für eine schnelle Flucht nach dem Spiel genutzt, so der Volkstenor.


https://www.blick.ch/sport/fussball/cha ... 44520.html

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