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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 25. September 2019, 22:12 
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Ein Mini-Spektakel

Der FC Thun kommt im Berner Derby spät zu einem 1:1 und hinterlässt enttäuschte Young Boys. Die Tore entschädigen für das Gezeigte.

Der Fussball kann verwunderliche Geschichten schreiben: Da bringt es der FC Thun fertig, während fast vier Ligapartien kein Tor zu erzielen. Und dann trifft der eingewechselte Saleh Chihadeh im Derby gegen Meister YB in der 84. Minute mit einem Seitfallzieher zum Ausgleich. Als gäbe es nichts Leichteres.

Das 1:1 des Oberwalliser Jokers ist viel umjubelt, doch die Partie nicht zu Ende: Die Reaktion der Berner ist YB-like: entschlossen, direkt, ja fast wütend. Die Thuner wissen sich nur noch mit Fouls zu helfen. Der eingewechselte Guillaume Hoarau darf sich zweimal mit einem Freistoss versuchen. Mit dem ersten zielt er daneben, der zweite endet in der Thuner Mauer.

Und so können die Young Boys auch im dritten Ligaspiel in Folge nicht gewinnen. Sie liegen nun drei Punkte hinter dem FC Basel zurück, der gleichzeitig daheim den FC Zürich 4:0 besiegt. «Die Enttäuschung überwiegt», sagt YB-Trainer Gerardo Seoane. «Wir haben uns den Abend anders vorgestellt. Die Leistung war nicht genügend.»

Halbzeit zum Vergessen

Für den FC Thun ist es derweil nach drei Niederlagen in Folge ein Teilerfolg. Zehn Punkte trennen die Teams vor der Partie, nach sieben Spieltagen schon eine kleine Welt. Und doch stehen sie sich gefühlt näher als auch schon: hier die Gäste, die, weil Nicolas Ngamaleu kurzfristig ausfällt, gleich sieben gewichtige Absenzen zu beklagen haben und nur eine der letzten fünf Partien gewinnen konnten – jene im Cup beim FC Freienbach; da das Heimteam, auch von Verletzungen gebeutelt, dessen letztes Ligator ganze 270 Minuten zurückliegt, eine halbe Ewigkeit.

Es ist deswegen nicht über­raschend, wie sich das Spiel entwickelt. Die Mannschaften sind bemüht, weil aber das Selbstverständnis fehlt, das Pressing des Gegners auszuspielen, kommt es zu vielen Zweikämpfen und nur kurzen Ballbesitzphasen. Während der Meister sich zumindest in der Anfangsphase dem Tor mehrmals annähern kann, spielt Thun so wie ein Team, das seit drei Partien keinen Treffer erzielt hat. Es ist bezeichnend für die Oberländer Offensivdarbietung, dass ihre erste Gelegenheit durch einen Kopfball Nikki Havenaars nach einer halben Stunde auf einen Eckball folgt. Als es YB-Verteidiger Cédric Zesiger just mit dem Pausenpfiff fertigbringt, den Ball aus zwei Metern über das Tor zu bugsieren, ist das ein passender Abschluss dieser Halbzeit.

Halbzeit zum Schwärmen

Insofern könnte der Kontrast nicht grösser sein, als Gianluca Gaudino just nach Wiederanpfiff mit einem herrlichen Freistoss aus zwanzig Metern zur Führung für YB trifft. Es ist ein Tor der Gattung Weltklasse, eines, das zeigt, warum Weltklassetrainer Pep Guardiola einst bei Bayern München den Narren an Gaudino gefressen hatte. Und Schiedsrichter Lionel Tschudi beweist Mitgefühl mit Gaudino und den leidenden 7410 Zuschauern ohne ein Herz für den FC Thun: YB-Stürmer Jean-Pierre Nsame hatte sich beim Schuss des Mittelfeldspielers an der Oberländer Mauer ganz leicht zu schaffen gemacht, ein Vergehen, das seit dieser Saison geahndet werden kann. Doch nach Konsultation des Videos bestätigte der Schiedsrichter den Treffer.

Es ist ein passender Auftakt für eine zweite Halbzeit, die deutlich an Unterhaltungswert gewinnt. Das hat mit Gaudino zu tun, der nun vor Selbstbewusstsein strotzt und nach einem Tänzchen durch die Thuner Defensive seinen zweiten Treffer von Thuns Goalie Andreas Hirzel verhindert sieht. Und einem Heimteam, das seine Zurückhaltung ablegt und Qualität einwechseln kann. Matteo Tosetti lanciert kurz nach seiner Hereinnahme herrlich Simone Rapp, der Stürmer bringt es auch in diesem Spiel fertig, eine Grosschance auszulassen. Er scheitert an YB-Goalie David von Ballmoos.

Es ist schliesslich Chihadeh, der Thun für die Leistungssteigerung belohnt. Er lässt sein Trainer sagen: «Wir sind glücklich mit diesem Punktgewinn.»


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/30939802

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 25. September 2019, 22:13 
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Nur Gaudino überzeugt richtig

Die Young Boys tun sich im Derby gegen Thun (1:1) über weite Strecken schwer – und treffen per Freistoss.

David von Ballmoos: Note 4,5
Verbrachte eine äusserst geruhsame erste Halbzeit. Nach der Pause mehr gefordert, als Rapp allein aufs Tor kommt und Thun einige gefährliche Corner tritt.

Saidy Janko: Note 3,5
Nervöser Beginn mit etlichen Fehlzuspielen. Fängt sich dann und liefert eine solidere Halbzeit.

Frederik Sörensen: Note 4,0
In der neu formierten Innenverteidigung neben Zesiger eigentlich mit Ruhe am Ball. Sein grober Schnitzer nach zwölf Minuten bleibt ohne Folgen. Ungenügendes Stellungsspiel beim langen Ball auf Rapp.

Cédric Zesiger: Note 3,5
Hat ganz zum Schluss einer ereignisarmen Hälfte die beste Chance für YB, schiesst aber nach einer Freistossflanke drüber. Steht wie Sörensen bei einem langen Ball von Tosetti auf Rapp nicht ideal und bleibt dann zu passiv beim 1:1 durch Chihadeh.
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Ulisses Garcia: Note 4,0
Findet nicht so richtig ins Spiel, ist dann immer weiter vorn anzutreffen, was auch Risiken birgt.

Michel Aebischer: Note 4,5
Gefälliger Auftritt, wenn auch weniger bissig als gewohnt. Hübscher Beinschuss gegen Kablan, einige gute tiefe Zuspiele. Holt dann kurz nach Wiederanpfiff den Freistoss vor Gaudinos Treffer raus.

Fabian Lustenberger: Note 4,5
Der Captain rückt mal wieder eine Reihe nach vorn, macht dort ein ordentliches Spiel. Später in der Dreierkette der Chef.

Christian Fassnacht: Note 4,0
Flankt früh auf Nsame bei dessen Kopfballchance. Taucht dann ab, bevor er in der Schlussviertelstunde wieder ein wenig aufdrehen kann.

Gianluca Gaudino: Note 5,5
Der talentierte Deutsche ist gut in Form. Bekleidet den Part hinter den Spitzen, tritt alle Freistösse, die meisten gefährlich wie jener kurz vor dem Pausenpfiff – oder jener kurz nach der Pause zum 1:0. Im zweiten Durchgang noch agiler als zuvor, hat eine gute Chance direkt nach dem Tor.

Jordan Lotomba: Note 3,5
Kommt nur schwer ins Spiel, bringt dann in der zweiten Hälfte mehr Tempo und Biss mit – sieht aber beim 1:1 von Thun schlecht aus.

Jean-Pierre Nsame: Note 3,5
Sofort im Spiel, erst per Kopf, dann mit rechts, dann mit links gefährlich. Taucht dann bis zu seiner Auswechslung ab.

Vincent Sierro 74. für Garcia. Nach seiner Einwechslung stellt YB defensiv auf eine Dreierkette um. Guillaume Hoarau 82. für Nsame. Felix Mambimbi 82. für Gaudino.

Noten: 6,0 = herausragend; 5,0 = gut; 4,0 = solid; 3,0 = ungenügend; 2,0 = schlecht; 1,0 = sehr schlecht


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/14126458

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 25. September 2019, 22:15 
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Seit 3 Spielen ohne Sieg

YB lässt auch in Thun Punkte liegen

Rückschlag für YB im Meisterrennen. Die Berner kommen im Derby in Thun trotz Chancenplus nicht über ein Remis hinaus.

Das Spiel: Wutentbrannt dreht sich Simone Rapp ab, kickt auf die Werbebande ein. Frust pur. Verständlich. Sekunden zuvor steht der Thun-Spieler nach einer magistralen Vorlage von Tosetti alleine vor dem YB-Kasten und will den Ball schick an Goalie Von Ballmoos zum 1:1-Ausgleich ins Tor spitzeln (64.). Daraus wird nichts. Besser machts dafür sein Mitspieler Saleh Chihadeh 20 Minuten später. Der Palästina-Oberwalliser, der auch Coiffeur-Salonbesitzer ist, rasiert den Meister – zumindest in jener Szene. Denn YB ist über weite Strecken das bessere Team. Geht verdient in Führung, verpasst es aber, den Sieg frühzeitig in trockene Tücher zu packen. Und so freuen sich die Thuner am Ende über einen Punkt.

Die Statistik: Mehr als dreieinhalb Spiele mussten sich die Thuner gedulden. 353 Minuten lang bleiben sie ohne Tor. Nun, ausgerechnet im Derby, ist die Durststrecke vorbei. Damit holt das Team von Marc Schneider nach drei Pleiten in Folge endlich auch wieder mal etwas Zählbares. Bei Meister YB hingegen ist das dritte Remis in Folge eine Enttäuschung.

Die Tore:

0:1, 48. Minute | Ein Freistoss aus rund 20 Metern und zentraler Position. Gianluca Gaudino nimmt Anlauf und schlenzt die Kugel in die untere linke Ecke. Thuns Simone Rapp hat sich in der Mauer nicht gerührt. Ob er mit einem Sprung den Rückstand verhindert hätte?

1:1, 84. Minute | Der Torbann ist gebrochen! Nach 353 Minuten reüssieren die Thuner endlich wieder. Der Angriff wird über die linke Seite ausgelöst. Die Flanke landet bei Tosetti, der unkonventionell zurücklegt auf Saleh Chihadeh, der das Ding aus kurzer Distanz in die Maschen hämmert.

Der Beste: Matteo Tosetti, sobald er auf dem Feld steht, wird Thun gefährlich und bringt YB ins Wanken. Assist zum Ausgleich.

Der Schlechteste: Nias Hefti, der Thuner Offensivmann hat fast keinen Einfluss aufs Spiel. Fader Auftritt.

Das gab zu reden: Mit Sörensen, Zesiger, Garcia, Janko, Lustenberger und Lotomba stehen sechs Defensivspieler in der YB-Startformation. Kein Wunder, geht nach vorne nicht so viel wie zu besten Zeiten.

So gehts weiter: Thun reist am Samstag (19 Uhr) zum FC St. Gallen. YB empfängt gleichzeitig Sion.


Thun – YB 1:1 (0:0)

Arena Thun – 7410 Fans

SR: Tschudi

Tore: 48. Gaudino 0:1. 84. Chihadeh (Tosetti, Kablan) 1:1.

Bemerkungen:
Thun ohne Castroman (gesperrt), Bigler, Hediger, Karlen, Munsy, Ziswiler (verletzt), Righetti, Wanner (krank).
YB ohne Assalé, Camara, Lauper, Ngamaleu, Martins, Spielmann, Sulejmani (verletzt).

Gelbe Karten: 47. Sutter, 81. Stillhart (Foul).

Einwechslungen:

Thun: Tosetti (60.für Hefti). Salanovic (71.für Vasic). Chihadeh (77.für Gelmi).

YB: Sierro (75.für Garcia). Hoarau (82.für Nsame). Mambimbi (82.für Gaudino).

Thun: Hirzel; Glarner, Havenaar, Sutter, Kablan; Gelmi, Fatkic; Vasic, Stillhart, Hefti; Rapp.

YB: Von Ballmoos; Janko, Sörensen, Zesiger, Garcia; Aebischer, Lustenberger; Fassnacht, Gaudino, Lotomba; Nsame.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 33597.html

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 25. September 2019, 22:19 
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Gianluca Gaudino: Note 5,5
Der talentierte Deutsche ist gut in Form. Bekleidet den Part hinter den Spitzen, tritt alle Freistösse, die meisten gefährlich wie jener kurz vor dem Pausenpfiff – oder jener kurz nach der Pause zum 1:0. Im zweiten Durchgang noch agiler als zuvor, hat eine gute Chance direkt nach dem Tor.

absolut einverstanden, gaudino war heute der einzige mit zug zum tor. schönes freistosstor. :bravo:


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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. September 2019, 00:57 
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Thun-Noten: Die Bank als Bonus

Beim 1:1 gegen YB sorgen die Oberländer Ersatzspieler für Schwung. Saleh Chihadeh feiert eine Premiere.

Andreas Hirzel: Note 4,5
Kann sich früh gegen Nsame beweisen. Der Goalie erlebt dann einen relativ ruhigen Abend, bis er beim Freistoss Gaudinos chancenlos ist. Ist ­danach gegen ebendiesen zur Stelle.

Stefan Glarner: Note 5,0
Setzt früh ein Zeichen, bringt im Captainduell Lustenberger am gegnerischen Strafraum zu Fall. Der Rechtsverteidiger bleibt aggressiv und ein sicherer Wert.

Nikki Havenaar:Note 4,0
Der Innenverteidiger will gerade im Spiel nach vorn manchmal zu viel, spielt so einige Fehl­pässe. In der Defensive ist auf ihn Verlass. Wird einmal mit einem Kopfball gefährlich.

Nicola Sutter: Note 4,5
Deutlich ballsicherer als sein Nebenmann. Chef des Abwehrverbundes, der wenig zulassen muss.

Chris Kablan: Note 4,0
Muss sich einmal von Aebischer vorführen lassen. Licht und Schatten wechseln sich beim Linksverteidiger ab: Da be­hauptet er sich eindrücklich, um dann wieder leichtfertig den Ball zu verlieren.

Roy Gelmi: Note 4,0
Wird im 4-2-3-1-System diesmal im defensiven Mittelfeld ­gebraucht. Spielt ordentlich.

Kenan Fatkic: Note 4,5
Rückt in die Startaufstellung. Fatkic weiss mit dem Ball etwas anzufangen, ist so ein Gewinn.

Uros Vasic: Note 4,0
Trainer Schneider forderte kürzlich, Vasic müsse auf dem Platz zum Sauhund werden. Er meinte damit, der 17-Jährige solle frecher auftreten. Der Flügel ist bemüht, dies um­zusetzen, wobei er sich selten durchzusetzen vermag.

Basil Stillhart: Note 4,0
Spielt für den gesperrten Castroman im offensiven Mittelfeld. Interpretiert die Rolle mit Fleiss, aber ohne Verve.

Nias Hefti:Note 4,0
Am linken Flügel mit ein paar guten Ansätzen. Wirkt nach vielen Einsätzen müde und wird relativ früh ausgewechselt.

Simone Rapp:Note 3,0
Der Stürmer kann erst kaum einen Ball weiterleiten, verpasst dann nach gut einer Stunde allein vor YB-Goalie von Ballmoos das 1:1. Rapp wartet nun seit bald zwei Monaten auf ein Ligator.

Matteo Tosetti:Note 4,5
60. für Hefti. Seine Einwechslung verfehlt wie schon gegen den FCZ die Wirkung nicht. Lanciert bald Rapp und ist ein Aktivposten.

Dennis Salanovic 71. für Vasic. Saleh Chihadeh 77. für Gelmi. Der Joker sticht: Er erzielt mit seinem ersten Tor für Thun das 1:1.

Noten: 6,0 = herausragend; 5,0 = gut; 4,0 = solid; 3,0 = ungenügend; 2,0 = schlecht; 1,0 = sehr schlecht


https://www.bernerzeitung.ch/19219516

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. September 2019, 00:58 
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Erst mit erhabenem Gefühl, dann mit gesenktem Haupt

Gianluca Gaudino kommt bei YB immer besser in Fahrt. Zufrieden kann nach dem 1:1 auch er nicht sein.

Es kommt absurderweise vor, dass man sich als Zuschauer an einem Fussballspiel richtig erhaben vorkommt. Es lief also diese 48. Minute im Derby zwischen Thun und YB, Gianluca Gaudino legte sich den Ball ein paar Meter vor dem Strafraum zurecht, mass den Anlauf routiniert ab. Und alle wussten irgendwie, was jetzt kommen musste. Gaudino lief an, traf perfekt in die linke Ecke. Der Zuschauer klatschte, ärgerte sich – oder nickte eben, selbstgefällig. «Ich habe Spass am Fussball, und bei Standards habe ich schon ein gewisses Selbstvertrauen», sagte der feine Techniker selber und lächelte schüchtern.

Dass dieses Lächeln nicht ein breites Grinsen war, lag vor allem an dem, was nach seiner Auswechslung geschah. In der 82. Minute musste er vom Feld, zwei Minuten später hatte YB die Führung, welche nach Gaudinos Treffer bis in die Schlussphase angehalten hatte, aus der Hand gegeben. Die Young Boys trabten nach dem Schlusspfiff mit ernsten Mienen in die Kabine, gingen gesenkten Hauptes zum Auslaufen und traten erst dann vor die Medien. «Das war normales Prozedere, unsere Spieler sind immer enttäuscht, wenn die Leistung nicht optimal gelingt», sagte Trainer Gerardo Seoane auf die Frage, ob es ein Donnerwetter in der Garderobe gegeben habe. «Wir alle können heute nicht zufrieden sein», meinte Gaudino.

Für den 22-jährigen Deutschen zeigt die Leistungskurve trotz dem bitteren Remis in Thun nach oben. Im Derby kam er zu seinem zweiten Startelfeinsatz in der Liga – und wusste vor allem auch zu überzeugen, nachdem er noch Mitte August im Cup gegen Carouge (1:0) einen durchzogenen Auftritt hatte. Gestern gefiel Gaudino mit intelligentem Spiel, schnellen, präzisen Zuspielen und vor allem mit seinen Standards. Für diese ist bei YB in aller Regel Michel Aebischer zuständig, gegen Thun nahm fast ausnahmslos Gaudino Anlauf. «Das kristallisiert sich im Training so heraus, wir sind immer dasselbe Grüppchen, das nach dem Training zusammen übt», erzählt Gaudino.

Einer, der ins Schema passt

Der Sohn des früheren Mittelfeldspielers und Stuttgarter Publikumslieblings Maurizio Gaudino galt lange als ewiges Talent aus der Jugend des grossen FC Bayern. Mit 17 Jahren kam er dort zu Einsätzen in der Bundesliga, die Fachwelt war sich einig über seine ausserordentliche Ballbehandlung. Und doch sprang der Funke nie so ganz, Gaudino fand sich erst in St. Gallen, dann bei Verona wieder, durchgestartet ist er nirgends.

Insofern passt der Techniker ganz gut in dieses Schema, nach welchem die Young Boys mitunter scouten. Das YB-Mittelfeld könnte für seine Karriere eine zweite Startrampe sein. «Es ist schön, komme ich wieder zum Spielen. Alles andere kommt von selber.» Womöglich auch das erhabene Gefühl – bei ihm und im Publikum.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/25067436

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. September 2019, 08:24 
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Schiri-Bonus für YB und Basel?

Störenfried Nsame und Raubein Bua

Zwei Schiedsrichter-Entscheide zugunsten YB und dem FC Basel sorgen für Diskussionsstoff. Wie bewerten Sie die Szenen?

Gianluca Gaudino hatte YB gegen Thun soeben mit einem herrlichen Freistoss aus rund 20 Metern herrlich in Führung geschossen, als sich Unheil ankündete. Schiedsrichter Lionel Tschudi formte mit seinen Händen ein Viereck – der VAR bat ihn zum Bildschirm. Nach Konsultation der Videobilder legte sich Tschudi fest: alles regelkonform, 1:0 für die Young Boys.

Die Thuner Defensive hatte nach dem Gegentor keine Sekunde reklamiert. Was also war potenziell illegal gewesen? Die Antwort: YBs Jean-Pierre Nsame stand zu nahe an der Thuner Mauer, was gegen eine neue Regel verstösst.

Das «International Football Association Board» IFAB, auf das sich auch die Super League stützt, hält in Regel 13, Ziffer 2 fest:

Bilden drei oder mehr Spieler des verteidigenden Teams eine Mauer, müssen alle Spieler des angreifenden Teams einen Abstand von mindestens 1 m zur Mauer einhalten, bis der Ball im Spiel ist.

In den Sanktionen (Ziffer 3) wiederum heisst es, bei Nichteinhalten der Regel werde «ein indirekter Freistoss verhängt».


https://www.srf.ch/sport/fussball/super ... aubein-bua

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. September 2019, 08:28 
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26.09.2019

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War der YB-Führungstreffer wirklich regulär?

Gianluca Gaudino schiesst YB im Berner Derby per Freistoss in Führung, doch sofort schaltet sich der VAR ein. Schiedsrichter Lionel Tschudi schaut sich das Ganze an und kommt zum Schluss: Alles korrekt. Ein Fehlentscheid.

Mit Nsame steht ein YB-Spieler in der Thuner Mauer. Und genau das ist das Problem. Laut den auf diese Saison hin neu eingeführten Regeln, so steht es auf der Webseite des Schweizerischen Fussballverbandes, gilt: «Die Spieler derjenigen Mannschaft, die einen Freistoss ausführt, dürfen sich nicht mehr in die Freistossmauer stellen. Sie müssen einen Mindestabstand von einem Meter zur Mauer einhalten.»

Ein Meter ist nicht viel. Doch bei besagtem Freistoss ist von blossem Auge zu erkennen, dass Nsame den Mindestabstand nicht einhält. Dass die Proteste der Thuner nicht heftiger ausfallen, liegt vielleicht daran, dass auch die Spieler mit der neuen Regel noch nicht wirklich vertraut sind. Der Mensch ist bekanntlich ein Gewohnheitstier.


https://www.bluewin.ch/de/sport/fussbal ... 03886.html

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. September 2019, 08:33 
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YB Lustenberger will nach Remis-Serie etwas ändern

YB kommt daheim nicht über ein 1:1 gegen Thun hinaus. Der Meister lässt somit im Berner Derby wertvolle Punkte liegen. Das sind die Stimmen zum Spiel.

Das Wichtigste in Kürze

- YB lässt im Berner Derby gegen Thun Punkte liegen.
- Die Young Boys vergeben eine 1:0-Führung in der Schlussphase.

Für YB endete das zweite Berner Derby in Thun in Folge mit 1:1. Der Meister liess nach einer 1:0-Führung nach und wurde von Thun in der Schlussphase dafür bestraft.

Für die Young Boys ist das 1:1 gegen Thun das dritte Unentschieden in Folge. Die Berner liegen nun drei Punkte hinter Leader Basel zurück. Entsprechend enttäuscht zeigten sich die Beteiligten nach dem Spiel im Interview.

YB ist frustriert

Regelrecht niedergeschlagen zeigte sich Fabian Lustenberger. «Dreimal nacheinander Unentschieden, das ist nicht unser Anspruch und das müssen wir schnellstmöglich ändern.»

Man müsse wieder gewinnen. «Egal wie, wir müssen uns wieder belohnen», so der YB-Verteidiger. Der Routinier suchte gar nicht erst nach Ausreden, auch nicht etwa wegen der vielen Verletzungen. «Das ist halt im Fussball so», sagte Lustenberger.

Gianluca Gaudino, der das einzige Tor für die Berner schoss, freute sich über seinen Traum-Treffer. «Die Enttäuschung, über die verlorenen zwei Punkte überwiegt aber», so der Mittelfeldspieler.

Der Deutsche sagte weiter, man habe in der 2. Halbzeit «während 20 Minuten» etwas den «Faden verloren». «Wir hätten stattdessen das Spiel kontrollieren sollen, das ist uns aber nicht gelungen.»

Thuner sind zufrieden – aber nicht euphorisch

Der FC Thun konnte seit drei Spielen keine Punkte mehr holen und auch keine Tore mehr erzielen. Entsprechend zeigten sich die Akteure nach dem Spiel erfreut, obwohl Stefan Glarner nicht euphorisch wirkte.

«Es ist so ein Zwischending, wir sind sicher glücklich, dass wir kurz vor Schluss noch ausgleichen konnten. Aber es wär auch mehr drin gelegen.» Der Verteidiger sagte, dass es ihnen bei den letzten ein bis zwei Pässen jeweils an Genauigkeit gefehlt habe. «Das geht halt gegen YB nicht.»

Sein Teamkamerad Basil Stillhart pflichtete ihm bei und sagte: «Es fehlt uns in der Offensive noch etwas das Selbstvertrauen». Der Mittelfeldspieler zeigte sich aber durchaus zufrieden mit der Leistung seines Teams.

«Es ist ein gerechtes 1:1, beide Mannschaften haben nicht viele Chancen zugelassen.» Sein Team habe vor allem in der ersten Halbzeit eine gute Leistung gezeigt. «Wenn wir auf den letzten 20 bis 30 Metern noch genauer sind, kommt das gut.»

Spitzenkampf YB gegen Sion

Die Berner wollen nun nach vorne schauen. Am Samstag gilt es vor heimischem Publikum im Spitzenkampf gegen den FC Sion zu punkten. «Dort wollen wir und müssen wir gewinnen», so Lustenberger.

Der Routinier stellt klar, dass man sich weder auf Sion noch auf Leader Basel konzentrieren möchte. «Wir schauen auf uns selbst!» Gaudino pflichtet seinem Teamkameraden bei: «Wir werden uns vorbereiten, mit breiter Brust antreten und wollen natürlich gewinnen.»

Bei den Thunern sieht das Ganze natürlich etwas anders aus. Stefan Glarner stellt klar: «Unser Hauptziel ist der Klassenerhalt, so sind wir in die Saison gestartet. Wir nehmen Match um Match.»


https://www.nau.ch/sport/fussball/yb-lu ... n-65589683

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. September 2019, 08:36 
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Chihadeh: «Erfreut, dass ich die Mannschaft unterstützen konnte»

Ein guter Punkt – auch wenn schlussendlich gar mehr möglich gewesen wäre. So lautet das Fazit von Captain Stefan Glarner. Bei einem seiner Mitspieler ist die Freude am Schluss jedoch gross: Saleh Chihadeh gelingt mit dem 1:1 sein erster Treffer in der Super League.

Bei einem Unentschieden lässt sich oftmals trefflich die Frage nach den zwei verlorenen oder dem einen gewonnenen Punkt stellen. Aber manchmal ist diese Frage gar nicht so leicht zu beantworten. Denn Simone Rapp hätte die eine Chance in einen Treffer ummünzen sollen. Er stand in der 64. Minute nach einem weiten Zuspiel von Matteo Tosetti plötzlich alleine für YB-Torhüter David von Ballmoos. Und klar hatte YB mit Assalé, Spielmann oder auch Suljemani viele Absenzen in der Offensive. Doch auch YB hatte seinerseits Chancen zum zweiten Treffer. Und ein 1:1 gegen Meister YB ist für den FC Thun beim aktuellen Tabellenstand ein willkommener Punkt.

Diese Meinung teilt auch Thun-Captain Stefan Glarner nach dem Spiel: «Wenn man gegen YB mit 0:1 hinten liegt, nimmt man den Punkt sicher gerne», sagt er gegenüber dieser Zeitung. Trotzdem bilanziert er das Derby mit gemischten Gefühlen. «Es wäre für uns mehr möglich gewesen», so der Captain weiter. YB habe nicht allzu viele Torchancen gehabt, aber auch Thun sei in der Offensive «zu wenig zwingend gewesen», erklärt er. Schlussendlich gehe das Unentschieden für ihn deshalb in Ordnung.

Derweil läuft Saleh Chihadeh mit einem Lächeln durch die Katakomben in der Stockhorn Arena. Vor wenigen Minuten hat er den Treffer zum 1:1-Ausgleich erzielt. Vor über 7100 Zuschauern gelingt ihm damit sein erstes Tor in seinem ersten Jahr in der Super League. Im Interview nach dem Spiel wirkt er noch etwas sprachlos. Doch die Freude steht ihm ins Gesicht geschrieben. «Es freut mich, dass ich die Mannschaft mit meinem Treffer unterstützen konnte», so Chihadeh.


https://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/176796

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