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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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shalako
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Verfasst: Sonntag 28. Oktober 2018, 01:02 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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28.10.2018  Zitat: Young Boys kehren Spiel gegen Sitten in den Schlussminuten
Gegen Sitten leiden die Berner phasenweise, wissen jedoch spielerisch zu überzeugen und können so das Spiel noch wenden. Beim FC Sion macht sich der Trainerwechsel noch nicht bemerkbar.
Die Young Boys zeigen in dieser Saison ihrem Publikum ein breites Repertoire, vor allem sorgen sie dafür, dass an einem nasskalten Abend nicht Langeweile, sondern Temperatur ins gut gefüllte Stade de Suisse (23 908 Tickets verkauft, aber weniger Personen zugegen) einzieht. Gegen den FC Sion bieten sie weder eine Gala noch einen Kantersieg wie vor ein paar Wochen gegen den FC Basel (7:1), weder einen Spielrausch noch die Form des letzten Champions-League-Spiels gegen Valencia (1:1). Nein, sie geraten vielmehr 0:2 in Rückstand, noch ehe 30 Minuten vorüber sind. Sie leiden danach ausgiebig, obschon sie phasenweise eklatant überlegen sind, und drehen den bizarren Match erst in den turbulenten Schlussminuten zum 3:2.
Auch die Berner können nicht alles aus dem Ärmel schütteln, mit halber Kraft geht im Feldversuch weniger. Sie verzichten anfänglich nicht nur auf den Verteidiger Steve von Bergen (krank), sondern ohne Zwang auch auf die Stammspieler Miralem Sulejmani und Guillaume Hoarau, und sie geben etwa dem Stürmer Jean-Pierre Nsame für einmal mehr Auslauf. Doch Nsame ist, so gut sich seine Torquote auch lesen mag, nicht Hoarau, was sich kurz vor der Halbzeit in jenem Moment zeigt, als er einen Foulpenalty deutlich über das Tor schiesst. Im Verlauf der zweiten Hälfte resultiert erst Zählbares, als Hoarau und Sulejmani den Plastik-Rasen betreten. Hoarau trifft wie so oft per Kopf zum 1:2, und Sulejmani leistet mit zwei Corner-Flanken die Vorarbeit zum 2:2 und 3:2. Nsame trifft zuvor bezeichnenderweise nur die Querlatte. Der YB-Trainer Gerardo Seoane hebt nach dem Match den «Glauben» hervor, den sein Team und das Publikum nicht verlassen habe. Es ist frappierend, wie sehr die physische Überlegenheit der Berner in der Super League bis fast auf die Tribüne zu spüren ist, sei es wie vor einer Woche gegen den FC Zürich (3:3) oder jetzt gegen den FC Sion. Es ist schlichtweg eine andere Hubraumklasse.
Paradoxerweise wären die Walliser dem Überraschungscoup noch näher gekommen, hätte Ayoub Abdellaoui nach etwas mehr als einer Stunde in aussichtsreicher Position das 3:0 erzielt. Doch der YB-Goalie Marco Wölfli wehrte ab, im Gegenzug stieg Hoarau in die Luft − 1:2 statt 0:3. Drei Gegentore wären auch mit aller Berner Kraft kaum mehr aufzuholen gewesen.
Es verwundert nicht, dass der FC Sion auch mit dem Trainer Murat Yakin bis auf Weiteres nicht zu Stabilität findet. Zu hinterfragen ist das defensive Konzept, obschon Yakin solche Einwände nach dem Spiel mit dem Hinweis abblockt, dass «wir nach der ersten Halbzeit 2:0 geführt haben». Am Ursprung des ersten Tors steht ein Abwehrfehler des jungen und für Loris Benito nominierten Ulisses Garcia, das zweite Tor ist die Verkettung glückhafter Sittener Umstände.
Es vergehen Jahre und noch mehr Jahre, Christian Constantin investiert in seinen Klub, wirbelt auf dem Transfermarkt, tauscht die Trainer im Akkord aus und produziert die ewig gleichen Bilder. Gute Einzelspieler sind auf dem Platz, wovon die meisten mit dem Ball etwas Gescheites anfangen können. Doch daraus ergibt sich zu oft kein Ganzes, kein Groove, keine Basis, weil diese immer wieder unterminiert wird. Manchmal reicht das für einen punktuellen Cup-Effort, aber nie für eine lange Saison.
Ob Yakin mehr hinkriegt? Auch er fordert Zeit ein. Er scheint mit einem Spieler wie Pajtim Kasami nicht klarzukommen, pröbelt und versucht sich als Nächstes am Donnerstag in St. Gallen im Cup-Achtelfinal. Ein Erfolg kann im Wallis doppelt hilfreich sein.
Young Boys - Sitten 3:2 (0:2) 23 908 Zuschauer. - Schiedsrichter: Hänni. – Tore: 17. Lenjani (Toma) 0:1. 28. Lenjani 0:2. 64. Hoarau (Garcia) 1:2. 87. Assalé (Sulejmani) 2:2. 90. Sanogo (Sulejmani) 3:2. Young Boys: Wölfli; Mbabu, Lauper, Camara, Garcia (76. Aebischer); Fassnacht, Sanogo, Sow (58. Sulejmani), Moumi Ngamaleu (58. Hoarau); Assalé, Nsame. Sitten: Fickentscher; Maçeiras, Neitzke, Ndoye Abdellaoui; Song; Mveng (67. Raphael) Toma (84. Zock), Kouassi, Lenjani; Khasa (53. Djitté). Bemerkungen: Young Boys ohne Von Ballmoos, Wüthrich und Lotomba (alle verletzt). Sitten ohne Mitrjuschkin, Grgic, Carlitos, Adryan, Kukeli, Angha, Maisonnial und Epitaux (alle verletzt). 45. Nsame schiesst Foulpenalty über das Tor. 80. Kopfball von Nsame an die Latte. Verwarnungen: 70. Toma (Foul), 76. Nsame (Foul). https://www.nzz.ch/sport/young-boys-keh ... ld.1431752
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JFK
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Verfasst: Sonntag 28. Oktober 2018, 01:28 |
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Registriert: Dienstag 15. Februar 2011, 11:13 Beiträge: 738
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wow ! solche spiele bleiben einem noch lange in erinnerung. toll wie die jungs das spiel nach dem 0:2 rückstand gedreht haben und in einen sieg umgewandelt haben. die yb-viertelstunde lebt. 
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shalako
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Verfasst: Sonntag 28. Oktober 2018, 12:34 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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28.10.2018  Zitat: Sanogos spätes Siegtor
YB bietet erneut Spektakel und schlägt Sion nach 0:2-Rückstand noch 3:2.
Am Ende lautet das Motto des Spiels: Stürmen mit Seoane. 0:2 liegen die Young Boys nach einer Stunde gegen Sion zurück, es ist ein Abend, an dem für sie bis dahin alles schieflief, was schieflaufen kann.
YB-Trainer Gerardo Seoane wechselt also die vorerst geschonten Guillaume Hoarau und Miralem Sulejmani ein, und es dauert nur knapp fünf Minuten, bis Hoarau mit einem Kopfball trifft und sein Team für die Dominanz belohnt.
Doch auch nach 80 Minuten führt der Gast noch 2:1, nach 85 Minuten weiterhin, obwohl er wohl selber kaum begreift, wie das möglich ist. Kurz darauf schlägt Sulejmani einen Eckball von links, und es ist Roger Assalé, der mit dem Kopf den Ausgleich erzielt. Auch ein 2:2 ist für YB jedoch zu wenig, viel zu wenig nach dieser einseitigen Veranstaltung und gegen den kriselnden FC Sion.
Der Leader sucht vehement den Sieg. Und er findet den Sieg. Es ist die 90. Minute, als Sulejmani den 13. Corner für sein Team tritt, diesmal von der rechten Seite, Sékou Sanogo wuchtet den Ball, natürlich mit dem Kopf, ins Netz zum 10. Sieg seines Teams im 12. Saisonspiel.
Der FC Sion mit gleich neun defensiven Feldspielern
Erneut hinterliessen die Young Boys an diesem kalten Samstagabend aber defensiv keinen stabilen Eindruck. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde Spielzeit vertändelte Ulisses Garcia den Ball an Bastien Toma, und der begnadete Passgeber lancierte Torschütze Ermir Lenjani mit feinem Steilzuspiel.
Und noch keine 30 Minuten waren absolviert, als sich Nicolas Ngamaleu an der Mittellinie einen groben Fehlpass leistete. Lenjani rannte los, mangels Anspielstationen einfach immer weiter, vorbei am zögerlichen Djibril Sow, ehe sein abgelenkter Schuss via Fuss von Sandro Lauper und Kopf von Mohamed Camara sowie über die Hand von Marco Wölfli den Weg ins Tor fand.
Der FC Sion führte 2:0, obwohl er gar nicht nach Bern gereist war, um ein ausgeprägtes Interesse an Toren und Spektakel zu zeigen. Zumindest las sich die Aufstellung von Murat Yakin so. Der Coach hatte es geschafft, in einem 4-1-4-1-System neun Feldspieler aufzustellen, die Verteidiger oder defensiv orientierte Mittelfeldspieler sind.
«Unser Plan wäre beinahe aufgegangen», sagt Yakin. «Leider waren wir am Schluss nicht mehr konzentriert genug.» Er bezeichnet den Erfolg der Young Boys aber als «verdient», eine andere Einschätzung wäre auch ziemlich kreativ.
YB verzeichnete 13:3 Eckbälle und 28:7 Schüsse, es erzielte zwei Abseitstore, von denen das zweite durch Roger Assalé ein Grenzfall war, verpasste allerbeste Chancen, traf durch Jean-Pierre Nsame in der 80. Minute mit einem Kopfball die Latte. Zudem wurde Assalé gleich viermal im Sion-Strafraum zu Fall gebracht, zweimal hob er zu heftig ab, einmal hätte sich Sion nicht über einen Elfmeterpfiff beklagen können – und einmal, unmittelbar vor der Pause, vergab Nsame den Penalty kläglich, als er weit übers Tor schoss.
Sion wartet seit 1996 und 30 Ligaspielen auf einen Sieg in Bern
Dank des YB-Sieges findet eine spektakuläre Serie ihre Fortsetzung. Seit 1996 hat der FC Sion in 30 Anläufen in der Liga nicht mehr in Bern gewonnen (25 Niederlagen, 5 Remis, 24:70-Tore). Er verlor in dieser Zeit auch zweimal im Cup, gewann aber als Aussenseiter beide Cupfinals gegen YB im Stade de Suisse (2006, 2009).
Bei den Young Boys freute man sich am Samstag über die Comebackqualitäten. «Wir haben immer an den Sieg geglaubt», sagt Trainer Seoane. Und so lautet das Erfolg bringende Motto des Spiels eben nicht: Mauern mit Murat. https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/15316340
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shalako
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Verfasst: Sonntag 28. Oktober 2018, 12:36 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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28.10.2018  Zitat: YB-Noten: Herausragender Lauper, starke Einwechselspieler
Mehrere YB-Akteure überzeugen beim Last-Minute-Sieg gegen Sion (3:2). Die Joker Guillaume Hoarau und Miralem Sulejmani leiten die Wende ein.
Marco Wölfli: Note 4,5 Ein undankbarer Abend in der Berner Kälte. Kaum gefordert, bei den frühen Gegentoren chancenlos, wobei er beim zweiten vielleicht ein bisschen weit vorne stand. Eine starke Parade, als er kurz nach der Pause gegen Ayoub Abdellaoui das 0:3 verhinderte.
Kevin Mbabu: Note 4 Vorerst ungewöhnlich viele Fehler, nicht ganz so offensiv stark wie sonst. Aber jederzeit bemüht.
Sandro Lauper: Note 5,5 Erneut mit herausragenden, präzisen Pässen im Aufbauspiel. Und im Zweikampf so stark wie noch nie bei YB. Ein überragender Auftritt, selbst wenn auch er bei den zwei Sion-Toren nicht alles richtig machte (die groben Fehler begingen andere).
Mohamed Camara: Note 4 Ersetzte den kranken Captain Steve von Bergen. Zurückhaltend, viele Sicherheitspässe. Ohne Aussetzer, fälschte den Schuss von Ermir Lenjani vor dem 0:2 mit dem Kopf ins eigene Tor ab.
Ulisses Garcia: Note 4 Durfte hinten links für Loris Benito ran. Viel Aufwand, wechselhafte Leistung. Grober Ballverlust vor dem 0:1, tolle Flanke vor dem 1:2.
Christian Fassnacht: Note 4 Traute sich viel zu, war fleissig, aber glücklos auch bei den Abschlüssen.
Djibril Sow: Note 4,5 Nicht so brillant wie oft diese Saison. Dank Ballsicherheit und Übersicht jedoch immer noch mit viel Einfluss.
Sékou Sanogo: Note 5,5 In viele harte Zweikämpfe verwickelt. Nach Sows Auswechslung mit sehr vielen Ballkontakten. Traf wuchtig mit dem Kopf zum späten 3:2.
Nicolas Ngamaleu: Note 4 Flink, aber setzte sich zu selten durch.
Jean-Pierre Nsame: Note 3,5 Durfte für Guillaume Hoarau von Beginn an ran. Auch er war viel unterwegs, aber ein bitterer Abend für ihn mit einigen weniger gelungenen Szenen. Schoss etwa den Elfmeter weit übers Tor.
Roger Assalé: Note 5,5 Oft kaum vom Ball zu trennen, dribbelte toll, fiel teilweise zu leicht. Wurde für seine überzeugende Vorstellung mit dem Kopftor zum 2:2 belohnt.
Guillaume Hoarau: Note 5,5 58. Minute für Ngamaleu. Sofort im Spiel, traf mit einem Kopfball zum 1:2, war ein Antreiber und Leader.
Miralem Sulejmani: Note 5,5 58. Minute für Sow. Ebenfalls sofort bereit, viele starke Aktionen. Und schlug die Eckbälle vor dem 2:2 und 3:2 kurz vor Schluss.
Michel Aebischer: Note 4,5 75. Minute für Garcia. Ballsicher, ein guter, umsichtiger Lenker.
Noten: 6 = herausragend; 5 = gut; 4 = solid; 3 = ungenügend; 2 = schlecht; 1 = sehr schlecht. https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/24376393
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shalako
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Verfasst: Montag 29. Oktober 2018, 00:32 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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28.10.2018  Zitat: Mit Köpfchen zur späten Wende
Die klar überlegenen Young Boys holen gegen ein sehr destruktives Sion ein 0:2 auf und siegen dank drei Kopftoren noch 3:2.
Im Nachhinein klingt es anmassend und vielleicht gar arrogant – aber als Beobachter hatte man am Samstagabend irgendwie nie das Gefühl, YB werde das Heimspiel gegen den FC Sion nicht gewinnen. Nicht nach dem frühen 0:1, nicht nach dem 0:2 nach etwas weniger als einer halben Stunde Spielzeit. Schon gar nicht nach dem Anschlusstor durch Guillaume Hoarau in der 64. Minute. Und irgendwie auch nicht 20 oder 15, 10 oder 5 (okay, da wurde es langsam eng für die geduldig attackierenden Young Boys) Minuten vor Spielende, als der Gast immer noch 2:1 führte.
Schliesslich hatte YB alles im Griff, den Ball und das Spiel und den Gegner, verzeichnete deutlich mehr Eckbälle (13:2) und Schüsse (28:7) als Sion, traf durch Ulisses Garcia früh den Pfosten und durch Jean-Pierre Nsame spät die Latte, vergab jede Menge ausgezeichnete Möglichkeiten, darunter einen Foulpenalty kurz vor der Pause, als Nsame weit übers Tor schoss.
Roger Assalé, der gleich viermal im Sion-Strafraum zu Boden ging (und zwei Elfmeter hätte erhalten sollen), hatte den Penalty herausgeholt. «Nach der ersten Halbzeit dachte ich, dass wir gewinnen könnten», sagte Sions Trainer Murat Yakin, «weil wir zwar unterlegen waren, das Spiel aber so für uns lief.»
Schwungvoll und ineffizient
Mit ungenügendem Abwehrverhalten ermöglichte YB dem mal wieder in der Krise steckenden FC Sion zwei Treffer. Beim ersten durch Ermir Lenjani hatte Ulisses Garcia den Ball verloren, beim zweiten hatten mehrere Berner Akteure hasardiert, letztlich fand der Schuss Lenjanis via den Fuss Sandro Laupers und den Kopf Mohamed Camaras den seltsamen Weg ins Netz. Die Young Boys liessen sich nicht beirren, sie griffen weiter munter und schwungvoll an, erwiesen sich im Abschluss aber als äusserst ineffizient.
Nach rund einer Stunde Spielzeit wechselte YB-Coach Gerardo Seoane die vorerst geschonten Guillaume Hoarau und Miralem Sulejmani ein. Es war der Startschuss zu einer Schlussoffensive, in der die Gastgeber noch druckvoller, entschlossener, stärker vorgingen. Und gleich drei Kopftore erzielten. Nach Hoaraus 1:2 dauerte es indes lange, ehe Roger Assalé in der 87. Minute sowie Sékou Sanogo in der 90. Minute und nach Eckbällen von Sulejmani, erst von links und dann von rechts, reüssierten. «Wir glaubten bis zum Schluss an den Sieg», sagte Seoane, «und wurden nie nervös.»
Maurermeister Murat
Im Lager der Young Boys wurde der Last-Minute-Sieg frenetisch gefeiert. Von «Charakter und Leidenschaft» sprach Flügel Christian Fassnacht, von «Moral und Siegesmentalität» Torhüter Marco Wölfli. Und Hoarau meinte, man habe gegen Sion gesehen, was dieses YB auszeichne: «Wir sind ruhig geblieben und haben stark auf Rückschläge reagiert.»
Die Geschichte an spektakulären Siegen und späten Treffern der Young Boys ist 2018 also um ein Kapitel verlängert worden. Gerardo Seoane kritisierte die Chancenauswertung, war jedoch stolz über den Willen seines Teams. «Wir haben verdient gewonnen», sagte der Trainer, «daran gibt es keinen Zweifel.»
Das räumte auch Maurermeister Yakin ein. Der Sion-Coach hatte in seinem 4-1-4-1-System eine beinahe revolutionär vorsichtige, ausgesprochen destruktive Ausrichtung gewählt, mit gleich neun defensiv orientierten Feldspielern. «Unser Plan ging fast auf», sagte er, «aber YB war zu stark.» Nun wartet der FC Sion weiter seit August 1996 und mittlerweile 30 Begegnungen auf einen Ligasieg in Bern (25 Niederlagen!). Er verlor in dieser Zeit auch zweimal im Cup bei den Young Boys, hat aber die Cupfinals 2006 und 2009 im Stade de Suisse gegen YB gewonnen.
Nun 6 von 7 auswärts
Die YB-Bilanz in der Liga liest sich derweil nach einem Saisondrittel glänzend, 31 von 36 möglichen Punkten sowie 10 Siege in 12 Partien zeugen von der Überlegenheit des Titelverteidigers. Kein anderes Team hat mehr als fünfmal gewonnen. Gegen Sion waren fast 24'000 Tickets verkauft worden, nicht alle Kartenbesitzer erschienen jedoch am sehr kalten Samstagabend im Stadion. Die Abwesenden verpassten eine weitere denkwürdige Veranstaltung.
Dank der späten Tore ersparten sich die Young Boys unangenehme Debatten, denn zuvor waren sie immerhin vier Pflichtspiele ohne Erfolg geblieben. Und das vor anspruchsvollen Wochen, in denen sie sechs von sieben Partien in allen drei Bewerben in der Fremde bestreiten müssen – zuerst am Mittwoch im Cup in Nyon, zum Abschluss beim Rivalen Basel, der nach den Niederlagen von Thun und Zürich mit elf Punkten Rückstand auf Rang 2 liegt. Im Spektakelstadel Stade de Suisse dagegen tritt bis zum Derby gegen Thun am 8. Dezember einzig Lugano Ende November an. https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/15316340
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