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 Beitrag Verfasst: Dienstag 25. Juli 2017, 08:28 
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Fussball in Zeiten der Krise

Morgen tritt YB bei Dynamo Kiew an. Die Unruhen vom Maidan und der Konflikt im Donbass haben den Fussball in der Ukraine verändert. Ein Fan erzählt.

Am Wochenende war es mal wieder Zeit für das bizarre Schauspiel. «Clásico» in der Ukraine ist, wenn die zwei grössten Clubs Hunderte Kilometer auf sich nehmen, um auf neutralem Boden ein «Heimspiel» auszutragen. Schachtar Donezk gegen Dynamo Kiew heisst das traditionsreichste Duell im ukrainischen Fussball. Schachtar, der Verein aus der Donbass-Region im Osten der Ukraine, trainiert in seinem temporären Clubheim südlich von Kiew (700 Kilometer von Donezk entfernt) und spielt in Charkiw, hoch oben im Norden, 300 Kilometer von zuhause weg. 14'000 Zuschauer verfolgten den 1:0-Sieg Dynamos im riesigen Metalist-Stadion, kaum Stimmung, und das beim grössten Spiel der Liga.

Seit den Protesten auf dem Maidan im Winter 2014, der Flucht von Präsident Viktor Janukowitsch und dem Krieg um die Halbinsel Krim mit bald 10'000 Toten ist in der Ukraine nichts mehr, wie es war. Auch der Fussball nicht. «Creating history together» war der Slogan der EM 2012 im eigenen Land. So wörtlich meinte das damals wahrscheinlich nicht einmal die Uefa. Nebst der Politik schreibt der Fussball seine eigene kleine leidvolle Geschichte, eine von kleinem Geld und grossem Frust, von verpasstem Anschluss und unausgeschöpftem Potenzial. «Fussball in der Ukraine», sagt Jewgen Sidasch, «ist zurzeit eine ziemlich traurige Angelegenheit.»

Der 40-Jährige ist Blogger, Journalist, Fan und verfolgt den Fussball in seinem Land, seit er sich erinnern kann. Sein Herz gehört Dynamo Kiew, seit 16 Jahren betreibt er die grösste Fan-Community seines Vereins. Vor der Revolution, so erinnert sich Jewgen, da stand der ukrainische Fussball für Stolz, für aufstrebende Klasse – und für viel Geld. 2009 gewann Schachtar Donezk den Uefa-Cup, dank den Toren zweier Brasilianer, dank den Millionen von Rinat Achmetow. Der Industrielle stand stellvertretend für all die schwerreichen Oligarchen und Geschäftsleute, die während etwa zehn Jahren Milliarden in die Clubs gepumpt haben.

Davon ist nicht mehr viel übrig. Die traurigen Zahlen: Von den einst 16 Mannschaften spielen nur noch 12 in der höchsten Spielklasse des Landes. Teams wie Charkiw oder Arsenal Kiew gingen in Konkurs, andere wie Schachtar oder Olimpik aus dem kriegsgebeutelten Osten des Landes waren gezwungen, die Region zu verlassen. 2012 kamen im Schnitt 12'000 Zuschauer zu den Spielen, heute sind es noch 4500.

Investoren weg und Ultras vereint

Mit der politischen Befreiung der Ukraine begann gewissermassen der Niedergang des Fussballs. Gegen eine halbe Million Demonstranten verschafften sich ab November 2013 auf dem Maidan Gehör. Als Janukowitsch schliesslich gestürzt wurde, waren die Investoren plötzlich alle weg. Viele von ihnen steckten mit dem korrupten Ex-Staatschef unter einer Decke – prominentestes Beispiel: Sergej Kurtschenko von Metalist Charkiw. Keine zwei Monate nach dem Sturz von Janukowitsch setzte er sich nach Russland ab – noch heute läuft am europäischen Gerichtshof ein Verfahren gegen ihn wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder.

Jewgen Sidaschs Erinnerungen an die Proteste sind noch lebhaft. Er wohnt in Kiew, nicht unweit des Maidan. Damals mitten drin: Ultras von Dynamo. «Sie brachten ihre Erfahrung im Umgang mit der Polizei in die Proteste ein.» Und peu à peu zeigte sich auch, was Beobachter wie Sidasch heute als eine der erstaunlichsten Entwicklungen der Krisenjahre im ukrainischen Fussball bezeichnen: Neben den Dynamo-Ultras marschierten plötzlich solche von Dnipro, später von Metalist Charkiw und irgendwann sogar von Schachtar Donezk.

Später sollen viele junge Männer aus den rivalisierenden Fan-Kreisen Schulter an Schulter an die Front im Osten gezogen sein, wo es ernst galt: Krieg gegen die prorussischen Separatisten. Die fast ausschliesslich nationalistisch eingestellten Fussballfans eint der gemeinsame Feind: Russland. «Sogar die Schachtar-Fans aus der ansonsten gespaltenen Region im Donbass denken proukrainisch», sagt Jewgen. Aber eben, das liebe Geld. Mit ihm gingen auch die Spieler. Die Löhne sind eingebrochen, im internationalen Vergleich ist die Liga kaum mehr konkurrenzfähig. «Natürlich verdient Jarmolenko bei Dynamo 6 Millionen jährlich», sagt Sidasch, «doch früher gab es in der Liga auch durchschnittlich noch 10'000 Dollar pro Monat. Bei einigen Vereinen sind es heute nur noch 1000.»

Noch 2012 waren fast die Hälfte aller Fussballer in der Liga Legionäre – heute sind es noch knapp 20 Prozent. Die internationalen Truppen von Schachtar und zum Teil Dynamo bilden die Ausnahme. Eine Chance für junge, einheimische Fussballer? «Durchaus», bestätigt Sidasch, der auch von den Spielen der U-21 Dynamos berichtet. «Doch beim erstbesten Angebot aus dem Ausland sind auch die weg. Sie wechseln heute auch in schwächere Ligen, nach Weissrussland, Kasachstan, Moldawien.»

Hoffen auf die Uefa-Millionen

Das Kuriose an der ganzen Flaute ist: Für Investoren wären die Verhältnisse günstig wie nie. Die Clubs gibt es zum Spottpreis, bei einigen beträgt das Jahresbudget gerade mal noch eine Million Dollar. Dass sich dennoch kaum Geldgeber finden, erscheint verständlich, wenn man die möglichen Einnahmequellen einmal genauer anschaut. Die Eintrittspreise sind eingebrochen und zum Teil lächerlich tief, «Meisterschaftsspiele für zwei Dollar sind keine Seltenheit», weiss Sidasch.

Noch schlimmer steht es um die TV-Gelder. Der Markt ist fast tot, die Clubs teilen sich noch etwa vier Millionen Dollar auf. Zum Vergleich: In der Schweiz beläuft sich dieser Betrag auf 35 Millionen Franken, zählt man die Marketingrechte hinzu, sind es über 50 Millionen Franken.

Vor diesem Hintergrund sind Transfers wie jener von Aleksandar Dragovic, der vergangene Saison für 18 Millionen Euro von Dynamo zu Leverkusen wechselte, natürlich Gold wert. Dazu kommen die Einnahmen aus den Uefa-Wettbewerben – in der Champions League bis zur Gruppenphase etwa 16 Millionen Euro.

Entsprechend viel Druck wird morgen auf den Spielern von Dynamo lasten, wenn sie gegen die Young Boys um ebendiese Millionen spielen. «Vielleicht ist genau das die Chance für YB», sinniert Jewgen Sidasch. Die Erinnerung an einen Stolperer gegen ein Schweizer Team sind bei ihm noch frisch: 2005 sass er als Club-Chronist im Stade de Suisse – als der FC Thun gegen die Ukrainer in die Champions League einzog.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Fu ... y/20266326

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 25. Juli 2017, 08:30 
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Das meint Kubi vor CL-Quali

YB muss vor Dynamo gewarnt sein!

Nach dem Startsieg in der Super League gegen Meister Basel gehts für YB in der Champions-League-Quali bei Dynamo Kiew weiter. BLICK-Experte Kubi Türkyilmaz warnt vor allem vor der offensiven Stärke der Ukrainer.

Für mich war der Sieg von YB gegen Champion Basel keine Überraschung. Ich bin davon ausgegangen. Die Berner waren sehr gut organisiert, sehr motiviert. Keiner hatte gegen den Serien-Meister Angst, keiner machte sich vor dem FCB in die Hosen.

Der FCB spielte für mich ohne Ideen – und sehr langsam. Alles war so konfus. Die Spieler haben die Ideen des neuen Trainers Raphael Wicky offenbar noch nicht verstanden. Und ich habe seinen Doppelwechsel nach dem 0:1-Rückstand nicht kapiert.

Souleymanis Freistoss zum 2:0 für YB war am Samstag alleine das Eintrittsgeld wert. Perfekt, besser kannst du den nicht treten. Dieser Auftaktsieg gegen Basel wird YB im Hinblick aufs morgige Hinspiel der Champions-League-Qualifikation in Kiew Moral und Vertrauen geben.

Der YB-Dynamo läuft, hoffentlich auch gegen Dynamo. Nur – was nicht mehr passieren darf, die Berner dürfen das Spielgeschehen nicht aus den Händen geben wie am Samstag zwischenzeitlich nach dem 1:0. Und die Aussenverteidiger Benito und Mbabu liessen ihren Gegenspielern zu viel Raum.
Das könnte sich auf internationaler Ebene bös rächen. Vor allem der rechte Flügel Jarmolenko ist ein sehr starker und vor allem auch sehr schlauer Spieler – ihm darf man keinen Raum geben. Und Mittelstürmer Mbokani ist sehr kopfballstark, das hat der Rasta-Man beim 1:0 gegen Schachtar Donezk eindrücklich gezeigt. Die beiden Innenverteidiger Von Bergen und Nuhu sollten gewarnt sein.


https://www.blick.ch/sport/fussball/cha ... 44005.html

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 25. Juli 2017, 08:52 
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Champions-League-Qualifikation

Am Dienstag Abflug nach Kiew

Nach Basel ist vor Kiew: Bereits am Tag nach dem 2:0-Sieg gegen den Meister haben die Young Boys ihren Blick auf das Hinspiel in der Champions-League-Qualifikation vom Mittwoch bei Dynamo Kiew (Anpfiff Schweizer Zeit um 18:30 Uhr, live auf SRF2) gerichtet. Der ukrainische Traditionsklub startete am Dienstag und Samstag mit zwei Siegen in die nationale Meisterschaft, wobei es in der zweiten Runde gelang, den Rivalen und letztjährigen YB-Gegner Schachtar Donezk mit 1:0 zu bezwingen.

In der letzten Saison belegte Dynamo Kiew in der Meisterschaft Rang 2 (hinter Meister Schachtar). In der Gruppenphase der Champions League holte Dynamo gegen Napoli, Benfica Lissabon und Besiktas Istanbul aus sechs Partien fünf Punkte. In der Saison zuvor war es gelungen, in die Achtelfinals der Königsklasse vorzustossen; Manchester City (1:3 und 0:0) bedeutete damals Endstation.

Die YB-Delegation fliegt am Dienstagmittag ab Bern nach Kiew und wird am Abend im modernen Olympiastadion, dem EM-Finalort von 2012 und Champions-League-Endspiel-Stadion von 2018, das Abschlusstraining abhalten.


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 Beitrag Verfasst: Dienstag 25. Juli 2017, 09:48 
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25.07.2017

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Seriensieger mit Millionenstürmer

YB will am Mittwoch (SRF zwei, 18.15 Uhr) in der Qualifikation zur Champions League das grosse Dynamo Kiew ärgern. Wer ist der unscheinbare Riese? Die fünf wichtigsten Fakten.

Berner träumen ähnlich. Die Young Boys dürften sich ihre Europacup-Saison jedenfalls so vorstellen, wie es der Nachbar aus dem Oberland 2005 vorgemacht hat: Mit einem 2:2 und einem 1:0 überwand der FC Thun damals das vermeintlich übermächtige Dynamo Kiew. Das Abenteuer führte ihn bis in die Gruppenphase der Champions League.

Thun in der Reprise chancenlos

Ein weniger schönes Szenario stellt die Reprise in der Europa-League-Qualifikation 2013 dar: Diesmal blieb Thun chancenlos (0:3, 0:2). Es sind die beiden einzigen Schweizer Referenzen der jüngeren Vergangenheit gegen ein Dynamo, das hierzulande unscheinbar bleibt. Hier darum die fünf wichtigsten Fakten zum Klub:

- Die Bilanz: In der Sowjetunion holte Dynamo 13-mal den Titel. Seit Gründung der ukrainischen Meisterschaft 1992 triumphierte es 15-mal – wobei es den Titel letzte Saison dem Konkurrenten Schachtar Donezk überlassen musste. Zuletzt waren die Hauptstädter zweimal in der Champions League dabei, 2015/16 im Viertelfinal.

- Das Kader: Im Gegensatz zu Schachtar, das immer wieder teure Brasilianer einkauft, setzt Dynamo mehr auf einheimisches Schaffen: 19 Ukrainer stehen im Kader. Je ein Kroate, Serbe, Paraguayer, Kongolese, Ungare, Pole, Weissrusse und ein Brasilianer sorgen für internationales Flair.

- Der Wertvollste: Andrej Jarmolenko (27) ist Captain, zuletzt erfolgreichster Torschütze und wertvollster Spieler des Teams – mit einem Markwert von (18 Mio. Euro). Schon mehrfach wurde der Stürmer mit einem Wechsel ins Ausland in Verbindung gebracht. Doch soll er mit einem Jahresgehalt von 5 Millionen Dollar vom Verbleib überzeugt worden sein.

- Die Legenden: Der Klub brachte einige bekannte Spieler hervor. Drei von ihnen wurden sogar zu Europas Fussballer des Jahres gekürt: Oleg Blochin (1975), Igor Belanow (1986) und Andrej Schewtschenko (2004).

- Die Schweizer Wurzeln: Schon einige Spieler wechselten aus der Super League nach Kiew: Aleksandar Dragovic und Admir Mehmedi sind mittlerweile beide in Leverkusen angelangt. Der Paraguayer Derlis González, 2015 aus Basel gekommen, spielt nach wie vor für Dynamo.


https://www.srf.ch/sport/fussball/champ ... enstuermer

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 25. Juli 2017, 18:05 
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25.07.2017

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Der Traum von der Königsklasse

Roter Stern Belgrad, Tottenham, Monaco und Gladbach – an diesen Klubs scheiterten die Young Boys in der Cham­pions-League-Qualifikation. Nun nehmen sie den fünften Anlauf.

Noch hat YB nie an der Champions League teilgenommen. Auch dieses Jahr ist der Weg zum Rendez-vous mit Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und anderen Weltgrössen äusserst kompliziert. Es gilt zwei schwierige Ausscheidungsrunden zu überstehen. «Wir sind Aussenseiter», sagt Trainer Adi Hütter. «Aber jeder träumt davon, in der Champions League zu spielen.» Immerhin viermal seit 2010 nahm YB an der Europa League teil. Nun folgt der fünfte Anlauf, die Gruppenphase des wichtigsten Klubwettbewerbs der Welt zu erreichen.

Der Coup am Bosporus

2004 schieden die Young Boys in der zweiten Qualifikationsrunde trotz 2:0-Führung im Hinspiel deutlich gegen Roter Stern Belgrad aus (2:2, 0:3). Sechs Jahre später schaltete YB – nach einem erneuten 2:2 zu Hause – in Istanbul überraschend Fenerbahçe dank eines Tores von Henri Bienvenu aus (1:0). Der Coup vom Bosporus führte zur ersten Teilnahme an den Playoffs – gegen Tottenham. Und zur vielleicht besten YB-Halbzeit im Stade de Suisse.

Doch der englische Topklub korrigierte auf dem ungewohnten Berner Plastik den 0:3-Rückstand halbwegs, verlor 2:3 und setzte sich zu Hause in London im Rückspiel mit 4:0 durch. «Abgesoffen im Flankenregen», titelte die Berner Zeitung, weil Tottenham bei heftigem Niederschlag mit scharfen Flanken den kopfballstarken Schlaks Peter Crouch, der dreimal traf, bedient hatte.

2015 scheiterten die Young Boys chancenlos an Monaco (1:3, 0:4). Und letztes Jahr gewannen sie sensationell gegen Schachtar Donezk (0:2; 2:0 und 4:2 im Penaltyschiessen), ehe in den Playoffs das Debakel gegen Gladbach folgte (1:3, 1:6). «Wir sind weiter und stabiler als vor einem Jahr», sagt Hütter. «Wir rechnen uns gegen Kiew Chancen aus.» Klar sei aber, dass der Gegner favorisiert und körperlich stark sei. Allerdings gilt Kiew trotz des 1:0-Auswärtssieges am Samstag gegen Donezk als klare Nummer 2 des Landes hinter Schachtar. «Aber es ist eine international erfahrene Truppe», sagt Hütter vor dem Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde morgen in Kiew.

Ein Spiel wie gegen den FCB

Noch 2016 stand Dynamo Kiew im Achtelfinal der Champions League (1:3 und 0:0 gegen Manchester City). Seither hat das Team jedoch an Klasse verloren. Und die politisch unsichere Lage in der Ukraine, Skandale im nationalen Fussball, Vorfälle mit gewalttätigen, rechtsradikalen Fans sowie die Dominanz von Schachtar haben dazu geführt, dass der Verein viel an Selbstvertrauen und Glanz eingebüsst hat.

Bei YB stellt man sich auf ein ­intensives Spiel in Kiew ein. So gesehen war das zuweilen überhart geführte Gipfeltreffen mit Basel am Samstag die perfekte Einstimmung. «Das wird in Kiew physisch noch einmal eine andere Geschichte», sagt Sportchef Christoph Spycher. «Dynamo agiert sehr robust.» Nach dem 2:0-Sieg gegen den FCB ist das gelb-schwarze Fieber in Fussballbern ja noch einmal gestiegen. Schwer vorstellbar, dass YB in den nächsten Wochen mal wieder kurz nach dem Saisonstart in eine Krise fallen könnte. Nach den letzten drei Teilnahmen an der Champions-League-Qualifikation etwa kam es stets zu hektischen Zeiten.

Dreimal grosse Unruhe

2010 setzte sich der umstrittene Verwaltungsrat Benno Oertig wenige Tage nach dem YB-Sieg bei Fenerbahçe im Machtkampf gegen den beliebten, fähigen CEO Stefan Niedermaier durch. Dessen Entlassung warf den Klub um Jahre zurück. 2015 wurde Trainer Uli Forte nach der 0:4-Niederlage in Monaco entlassen. Und letzte Saison kam es zwei Wochen nach dem Ausscheiden gegen Gladbach zur grossen Personalrochade, als unter anderen Sportchef Fredy Bickel gehen musste.

Nur zehn Monate später tritt die YB-Delegation heute in allerbester Stimmung den Trip nach Kiew an.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/16974998

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 25. Juli 2017, 18:06 
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25.07.2017

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Thun hat es gegen Kiew vorgemacht

26. Juli 2005: Thun ringt Dynamo Kiew in der Ukraine ein sensationelles 2:2 ab – und qualifiziert sich letztlich für die Champions League. 26. Juli 2017: Macht es YB den Oberländern gleich?

Vom «Märchen von Thun» oder «Wunder von Thun» wurde im Spätsommer 2005 geschrieben. Der kleine Klub aus dem Oberland hatte sich sensationell für die Champions League qualifiziert, als erst dritter Schweizer Verein nach GC und Basel. Angefangen hatte alles am 26. Juli 2005.

Der FC Thun musste beim übermächtigen Dynamo Kiew zum Hinspiel der 2. Qualifikationsrunde antreten. Die Ukrainer waren damals eine feste Grösse in Europa, hatten im November 2004 in der Königsklasse Real Madrid ein 2:2 abgetrotzt. Das Weiterkommen gegen den unbekannten Gegner aus der Schweiz schien Formsache. Dynamo powerte.

Held Jakupovic

«Wir sind grausam unter die Räder gekommen», erinnert sich der damalige Trainer Urs «Longo» Schönenberger. Stürmer Mauro Lustrinelli sagt es klipp und klar: «Es war ein unglaubliches Spiel. Eigentlich hätten wir acht bis zehn Tore kassieren müssen, aber dann reisten wir mit einem 2:2 heim.» Die Sensation hatte einen Namen: Eldin Jakupovic. «Er bot eine Weltklasseleistung», sagt Schönenberger. Mittelfeldmotor Silvan Aegerter betont: «Jakupovic war unglaublich.»

Und der damalige Captain Andres Gerber sagt über den Goalie: «Er spielte das Spiel seines Lebens.» Der damals 20-jährige Jakupovic, der vergangene Woche einen Dreijahresvertrag bei Leicester City unterschrieb, meinte damals: «Das war der Wahnsinn. Wir standen in der ersten Halbzeit unter Dauerdruck.» Ein Kiewer Eigentor und ein Treffer von Aegerter («den habe ich noch genau in Erinnerung») bescherten den krassen Aussenseitern am Ende ein äusserst schmeichelhaftes 2:2.

Die kollektive Ekstase

Und dann kam am 3. August das Rückspiel. Thun hielt im erstmals ausverkauften Stade de Suisse, das im Sommer 2005 eröffnet worden war, dagegen. Ein 0:0 hätte gereicht, doch dann kam in der 90. Minute die unverhoffte, kollektive Ekstase. Verursacht durch den Kopfball des vier Minuten vorher eingewechselten Bernardi. Nach dem Tor des Brasilianers lagen sich auf den Rängen im Stade de Suisse plötzlich wildfremde Leute in den Armen.

Auch auf dem Feld war die Freude beim Team grenzenlos. «Solche Emotionen habe ich vorher und nachher nie mehr erlebt», sagt auch Schönenberger. Der Zürcher benützt noch heute – zwölf Jahre später – jeweils im Urlaub ein FC-Thun-Portemonnaie und schickt flugs zur Bestätigung ein Bild per Whatsapp aus Zypern. «Es war eine schöne Zeit, die ich mit nichts tauschen möchte.»

Den Protagonisten geht es ähnlich. «Ich werde noch oft darauf angesprochen, meine Person ist mit diesem Spiel und der Champions League verbunden. Das ist eine einmalige Geschichte und ist zusammen mit der WM-Teilnahme 2006 in Deutschland mein Karrierehighlight», sagt der heutige SFV-Trainer Lustrinelli. Und Aegerter hält fest: «Als kleiner Bub hat man davon geträumt. Das dann zu erleben, war einmalig.»

Weil die Thuner damals den Koeffizienten der gesetzten Kiewer übernahmen, erhielten sie in der 3. Runde mit Malmö einen leichteren Gegner. Prompt setzten sich die Thuner durch, siegten nach dem 1:0 in Schweden im zum zweiten Mal ausverkauften Stade de Suisse dank einem erneuten Bernardi-Goal und einem Lustrinelli-Doppelpack 3:0. Viele auf den Rängen riss die bravou­röse Vorstellung zu ungeahnten Gefühlsausbrüchen hin. Freudentränen bei den Berner Oberländer Zuschauern waren eher die Regel denn die Ausnahme.

Kiew wieder gesetzt

Nun sind morgen die Ukrainer wieder gesetzt. Ihr Gegner kommt wieder aus der Schweiz und ist mit den Young Boys ein Aussenseiter. Wiederholt sich die Geschichte von 2005 jetzt mit den Stadtbernern? «Wir hatten damals ein Budget von 4,9 Millionen Franken und absolut nichts zu verlieren. Bei YB ist die Ausgangslage anders. Der Grossklub hat natürlich mehr zu verlieren als der FC Thun», sagt Schönenberger.

Auch Gerber, heutiger Sportchef in Thun, sieht die Ausgangslage unterschiedlich: «Wir waren ein Nobody. YB kennt man europäisch schon. Die Berner haben letztes Jahr Donezk eliminiert. Ich traue ihnen zu, dass sie auch Kiew ausschalten.» Und für Lustrinelli ist klar: «Kiew hat keine guten Erinnerungen an das Stade de Suisse. Aber entscheidend wird sein, dass YB im Hinspiel ein positives Resultat erreicht.» Das betont auch Aegerter: «YB muss in der Ukraine mutig nach vorne spielen, darf keine Angst haben und muss seine wenigen Chancen nützen.»

Gelingt dies, sind auch die Berner ihrer ersten Teilnahme in der Königsklasse einen Schritt näher. Um in die Champions League einzuziehen, müsste das Team von Adi Hütter aber noch eine zweite Hürde nehmen. YB würde auch in der nächsten Runde ungesetzt bleiben, denn die Uefa passte ihre Regelung nach dem Thun-Wunder an. Auch deshalb bleibt die Aufgabe, die Champions League zu erreichen, ungleich schwieriger als damals beim Thuner Märchen.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/28493253

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25.07.2017

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Hakenkreuze und Klu-Klux-Klan-Masken

Kiews Hooligans sind weit herum gefürchtet

Sie nennen sich «White Boys Club» und tragen auch schon mal Hakenkreuz und Klu-Klux-Masken. Einige von ihnen kämpfen gar freiwillig an der Front gegen die Separatisten.

Admir Mehmedi, der von 2013 bis 2014 für Dynamo Kiew gespielt hat, sagt: «Es kann im Stadion laut werden. Die Fans sind ziemlich heissblütig.»

Es kann im Stadion Olimpijskyj aber nicht nur laut, sondern auch richtig gefährlich werden. Die Kiew-Hooligans sind weit herum gefürchtet.

Im vergangenen April rief die Ultra-Bewegung «White Boys Club» vor dem Spitzenspiel gegen Schachtar dazu auf, ganz in weiss im Stadion zu erscheinen. Bilder, auf denen Kiew-Fans Klu-Klux-Klan-Masken trugen und Hakenkreuze zur Schau stellten, gingen um die Welt.

Auch antisemitische Parolen und Hassgesänge gegen Schwarze gehören zum Repertoire. Vor knapp zwei Jahren, während des Champions-League-Spiels gegen Chelsea, wurden mehrere Zuschauer im Block 23 der Südkurve von einer Horde Schläger verletzt. Besonders schlimm erwischte es zwei unbescholtene junge Kongolesen.

Bemerkenswert die Reaktion von Dynamos Stadionchef Wladimir Splitschenko. Er schlug vor, künftig getrennte Sektoren für Schwarze und Weisse einzuführen. Von der Uefa wurde Dynamo nach dem Vorfall mit zwei Geisterspielen bestraft.

Die YB-Fanverantwortlichen raten ihren mitgereisten Anhängern zu Vorsicht. Einige Dynamo-Hools sind äusserst gewalttätig. Andere kämpfen freiwillig an der Front gegen die pro-russischen Separatisten.


https://www.blick.ch/sport/fussball/cha ... 47879.html

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 26. Juli 2017, 08:09 
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26.07.2017

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YB hat eine zweite Chance

Der Berner Fussballklub bastelt wieder einmal an der Zukunft. Derzeit scheint einiges richtig gut zu laufen – das kann YB am Mittwoch in der Champions-League-Qualifikation gegen Kiew zeigen.

Der letzte Samstag, ein Berner Sommerabend, die Young Boys haben zum Auftakt der Fussballmeisterschaft den FC Basel 2:0 besiegt, es herrscht schon wieder etwas Aufregung, ein Erfolg gegen den Serienmeister, was soll das bedeuten? Doch David von Ballmoos strahlt Seelenruhe aus, als kenne er nichts anderes, und er sagt, bestimmt sei er am Anfang etwas nervös gewesen, doch danach habe er sein Spiel durchzuziehen versucht, «wie immer». Von Ballmoos ist der neue YB-Goalie, 1 Meter 92 gross, 22 Jahre alt, Landmaschinenmechaniker, Super-League-Debütant.

Viele staunen noch immer, dass er im YB-Tor steht. Vor einer Woche fragte ein Journalist den YB-Sportchef Christoph Spycher, ob er von Ballmoos eine Super-League-Saison zutraue, und Spycher blieb nichts übrig, als zu sagen: «Wenn nicht, hätten wir einen anderen Goalie verpflichtet.» Es wirkt alles ziemlich selbstverständlich, YB setzt einfach wieder mal auf ein Goalietalent.

Von Ballmoos, ein Berner Bub, verbrachte die letzten zwei Jahre leihweise in Winterthur, aber einmal wöchentlich reiste er zu YB für eine spezifische Einheit mit dem Goalietrainer Stefan Knutti. Es zeigt, wie viel Vorarbeit diesem Sommerabend 2017 zugrunde lag – diesem Moment des ersten Super-League-Einsatzes und des Versuchs, das Spiel durchzuziehen, «wie immer».

«Sehr, sehr viel verändert»

Und in diesem Moment muss der Blick noch einmal zurückgehen, auf einen Berner Sommerabend 2014, YB hatte ein Europacup-Hinspiel gewonnen, und der YB-Trainer Uli Forte sagte, auch im Rückspiel werde Yvon Mvogo im Tor stehen, und sowieso: So werde es auch in Zukunft sein, Mvogo als YB-Goalie Nummer 1, im Alter von 20 Jahren.

Die Berner werden erstmals so richtig entlöhnt dafür, dass sie eines Tages beschlossen, vorauszudenken und auf die Jugend zu setzen.

YB setzte auf ein Goalietalent, und drei Jahre später, im Sommer 2017, ist Mvogo zu RB Leipzig gewechselt; aber YB machte sich keine Sorgen, denn es gab ja: von Ballmoos. Die Berner werden erstmals so richtig entlöhnt dafür, dass sie eines Tages beschlossen, vorauszudenken und auf die Jugend zu setzen, auf Mvogo oder Denis Zakaria, der 2015 von Servette kam und heuer nach Mönchengladbach ging. Die beiden Transfers bringen YB rund 18 Millionen Franken ein, für Zakaria stand auch schon ein eigener Junior bereit, Michel Aebischer. YB steckt in einem Prozess, in dem einiges gut läuft. Und deshalb ist es nicht unwichtig, auf diesen Sommerabend 2014 zu verweisen, auf Forte, auf Fredy Bickel – dass ein Trainer und ein Sportchef am Anfang dieses Prozesses standen, die später vom Hof gejagt wurden. Vor einem Jahr musste Bickel dafür büssen, dass die Transfer-Millionen noch allzu spärlich in die Kasse geflossen waren.

Als der Trainer Adi Hütter jüngst sagte, in den knapp zwei Jahren seit seiner Ankunft habe sich «sehr, sehr viel verändert, und jetzt haben wir eine Mannschaft, die grosses Potenzial hat» – da wusste man nicht so recht, ob sich darin auch Kritik an Bickel verbarg. Hütter wirkt jedenfalls entspannter als im Sommer 2016, einem Sommer mit internen Verstimmungen. Bickel und Hütter hatten sich auseinandergelebt; zuvor hatte es Personalentscheide gegeben, die Bickel zuzuordnen waren, und Zuzüge, die Hütters Beziehungsnetz entstammten. Die Vertragsverlängerung mit Alexander Gerndt Anfang 2016 soll primär Bickel befürwortet haben. Ohne Bickel scheint Gerndt prompt Rückhalt zu fehlen. Seit Mitte März spielte der Schwede nur noch viermal von Anfang an; am Samstag stand er gegen Basel nicht einmal im Kader.

Inlers Alter Ego

Heute fallen die Entscheide personenunabhängiger; beim Sportchef Spycher laufen die Fäden zusammen, der Einfluss des Scouts Stéphane Chapuisat, des Verwaltungsrats und früheren Nachwuchschefs Ernst Graf und Gérard Castellas ist aber nicht zu unterschätzen.

Der Romand Castella hat ein Auge und einen Erfahrungsschatz, wie es in der Deutschschweiz vielen womöglich gar nicht mehr bewusst war. Einst machte er Servette zum Meister, zuletzt war er Verbandstrainer. Seit einigen Wochen arbeitet Castella bei YB quasi als Allrounder mit Schwerpunkt Nachwuchs und sitzt in der Sportkommission. Bis vor kurzem suchte YB einen zweiten Linksverteidiger, als sich die Option bot, Jordan Lotomba zu verpflichten, Rechtsverteidiger von Lausanne, 18 Jahre alt. Castella kennt Lotomba gut, weil er ihn im U-19-Nationalteam betreute – und er sprach sich für ihn aus, da er ihn als so talentiert und lernwillig einschätzte, dass er dereinst auch links einsetzbar wäre.

Es sind solche Beispiele, die die YB-Transferpolitik breiter abgestützt erscheinen lassen als in der Ära Bickel. Bis die Investoren-Brüder Andy und Hans-Ueli Rihs einen Ausgabenstopp verordneten, transferierte Bickel gut, aber oft auch teuer. Die Zuzüge dieses Sommers haben ein anderes Muster, Bickel hätte wohl Spieler mit mehr Routine und Leadership verpflichtet. Kein Zuzug ist älter als 24, zwei Spieler kehrten von Leihgeschäften zurück, neben von Ballmoos auch Marco Bürki (Thun). Mit Jean-Pierre Nsamé (Servette) und Christian Fassnacht (Thun) kamen zwei regelmässige Torschützen der letzten Saison. Und mit Djibril Sow (Mönchengladbach) geistert plötzlich ein Alter Ego von Gökhan Inler durch Bern. Wenn er übers Feld rennt, etwa gleich gross, mit raumgreifenden Schritten, fast kahlem Schädel und der 8 auf dem Rücken, erinnert Sow an die frühen Jahre des späteren Nationalteam-Captains.

Und so führte sich YB junges Blut zu und machte dennoch einen Transfer-Gewinn im tiefen zweistelligen Millionenbereich. Der Profit übertrifft wohl sogar das Jahr 2010 mit dem Verkauf Seydou Doumbias. Danach hatten die Investoren jäh zum Angriff geblasen, die Balance zwischen Aufwand und Ertrag ging verloren, Titel resultierten gleichwohl keine, vielmehr Enttäuschungen, Korrekturen – oder eine Pressekonferenz vom letzten September, als Andy Rihs sagte, wie viel ihn YB schon kostete, «50 Kisten», das gehe nicht, man könne «nicht ewig Geld hineinstopfen».

YB hat nichts auf der hohen Kante, im Gegenteil. Vor diesem Hintergrund war der Verkauf Zakarias existenziell; es war ein guter Bluff, wenn YB im Frühling behauptete, es bestehe kein Zwang, Zakaria abzugeben. Die YB-Führung brauchte diesen Transfer sehr wohl, um den Rihs-Brüdern klarzumachen, dass sie bestrebt ist, ohne Verlust zu wirtschaften und nicht immer und immer wieder nach Kisten zu fragen.

Die Frage des Vertrauens

Spycher durfte nicht den ganzen Erlös der Sommer-Verkäufe reinvestieren, auch er steckt noch in einer Phase von Korrekturen. Aber es scheint, als bekäme YB eine zweite Chance fürs Wirtschaften unter realistischen Bedingungen, einen Neustart unter Voraussetzungen, die an den Sommer 2010 erinnern, bevor die Investoren alles anders wollten und laut «Phase 3» posaunten.

Niemand weiss so richtig, in welcher Phase sich die Young Boys befinden, man hat fast verlernt, ihnen zu vertrauen. Am Mittwoch starten sie gegen Dynamo Kiew in die Champions-League-Qualifikation, ohne falsche Bescheidenheit, nachdem sie 2016 Dynamos Rivalen Schachtjor Donezk besiegt hatten. Und wird Spycher nach dem Ziel in der Super League gefragt – Tenor: Wer Zweiter sei, müsste doch Erster werden wollen –, so sagt er: «Das wäre eine Rückkehr zu dem, was ich nicht möchte.» YB will ein «Top-Verein» sein – «aber was möglich ist, hängt davon ab, was die Konkurrenz zulässt». Die Young Boys versuchen ihr Spiel durchzuziehen, «wie immer», würde von Ballmoos sagen – vielleicht schaffen sie es, für einmal.


https://www.nzz.ch/sport/champions-leag ... ld.1307795

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Ein bisschen Sternenstaub

Die Young Boys stehen mal wieder an den Toren zur Champions League, wo sie mal klar, mal knapp scheiterten. Heute (18.30 Uhr) folgt mit dem Hinspiel bei Dynamo Kiew ein nächster Anlauf.

Mit einem Sommerloch haben die Young Boys selten zu kämpfen. Die Tradition und der Spielplan – lies: die Uefa – wollen es, dass YB meist schon Ende Juli, wenn die Saison noch keine zwei Runden alt ist, um die Champions League spielt. Die Königsklasse ist für die Berner nach wie vor so etwas wie ein Sehnsuchtsziel. Oft glitzerten die berühmten Sterne ziemlich fern, und war man ihnen mal ganz nah, so liess man sich kurz vor dem Ziel bislang immer blenden.

Längst ist es keine Besonderheit mehr, dass Schweizer Clubs in der lukrativen Champions League antreten. Der FC Basel fiebert diese Saison seiner achten Gruppenauslosung entgegen, GC war schon zweimal dabei, und sogar der FC Thun spielte 2005 sensationell gegen die Besten des Kontinents. Und zufälligerweise trifft YB heute auf den Tag genau zwölf Jahre, nachdem die Oberländer mit einem 2:2 bei Dynamo Kiew den Grundstein für das kleine Fussballmärchen legten, in der ukrainischen Hauptstadt gegen den gleichen Gegner an.

Schon kurz nach dem Startsieg gegen Basel hatte Sportchef Christoph Spycher vor dem kampfstarken ukrainischen Vizemeister gewarnt. Vor einem Jahr hatten die Young Boys in der gleichen Phase der Vorrunde ja bereits Schachtar Donezk überwunden – und noch im Auswärtsspiel beim 0:2 viel Glück beansprucht. YB hat Dynamo jetzt dreimal beobachten lassen. «Es ist bestimmt kein Vorteil für uns, sind sie in der Saison schon voll im Saft», sagt Spycher. Bereits zwei Ligaspiele hat Kiew hinter sich, dazu das Supercupfinale gegen Schachtar (0:2). «Klar würde man so wichtige Partien lieber mitten in der Saison spielen», so der YB-Sportchef.

Doch so ganz unerfahren ist YB mit dieser Situation und auf dieser Bühne auch nicht mehr. Die diesjährige Kampagne ist der fünfte Anlauf der Young Boys zur Champions League. Viel hat sich geändert, seit sie 2004 gegen Roter Stern Belgrad zum ersten Mal in der Qualifikation spielten. Vor 13 Jahren war das Stade de Suisse noch eine Baustelle, YB harrte das letzte Jahr im Exil Neufeldstadion aus, das den Ansprüchen einer europäischen Partie nicht genügte. Das Hinspiel gegen die Serben fand folglich im Hardturmstadion in Zürich statt.

Anfangsnervosität ist verflogen

Es war einer dieser Momente, wo YB ein bisschen etwas von diesem Sternenstaub abbekam. Erst traf Stéphane Chapuisat, das war an sich zwar keine Überraschung, bedeutete aber doch die Berner Führung. Dann, YB war mittlerweile sogar in Überzahl, erzielte Aussenverteidiger Adrian Eugster – Zeit seiner Fussballtage nicht als kaltschnäuziger Scorer bekannt – ein Tor der Marke «Einrahmen und aufbewahren»: Linksschuss, 20 Meter, unter die Latte. Doch Nikola Zigic, baumlanger Stürmer von Belgrad, traf noch zweimal für die Serben. Die Sterne waren doch zu grell. Mittlerweile ist YB regelmässiger Gast an den Toren zur Königsklasse, die Anfangsnervosität ist verflogen. Mal waren die Berner wirklich nahe dran an der Sensation: 2010 etwa führten sie im Hinspiel gegen Tottenham 3:0, kassierten noch zwei Tore und gingen im Rückspiel 0:4 unter. Mal wurden sie brutal vorgeführt: Monaco kannte 2015 keine Gnade und siegte 3:1 und 4:0, ähnlich wie Gladbach vor einem Jahr (3:1 und 6:1).

Es ist also selbst nach dem heutigen Hinspiel schwer abzuschätzen, wohin der Weg von YB in diesem europäischen Sommer noch führt. Im schlechtesten Fall scheitern die Berner an Kiew, dann auch im Playoff zur Europa League und konzentrieren sich auf nationale Aufgaben. Im besten Fall überwinden sie nach den Ukrainern auch die nächste Hürde, spielen Champions League. Und träumen anschliessend sogar davon, für den 26. Mai 2018 wieder nach Kiew zu fliegen. Dann findet im Olympiastadion der Final statt. Doch das wäre dann tatsächlich mehr als nur ein bisschen Sternenstaub.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Ei ... y/31689759

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YB: Das Selbstvertrauen stimmt, der CL-Traum lebt

YB nimmt zum 5. Mal Anlauf, um den Traum von der Champions League zu verwirklichen. Der Weg dorthin wird einmal mehr happig, doch nach dem Start nach Mass in die Meisterschaft ist die Zuversicht gross.

Besser hätte die Vorbereitung auf das Champions-League-Abenteuer für YB nicht laufen können. Mit einem überzeugenden 2:0-Sieg über Serienmeister Basel holten sich die Berner das nötige Selbstvertrauen für das Duell gegen Dynamo Kiew.

Nach dem Start nach Mass in die neue Saison traut sich YB gegen den ukrainischen Rekordmeister einiges zu. «Wir haben mit dem Sieg gegen Basel Selbstvertrauen getankt», sagt YB-Coach Adi Hütter. «Diese Zuversicht nehmen wir nach Kiew mit. Aber Dynamo ist noch einmal ein anderes Kaliber.»

Ein Blick in die CL-Vergangenheit von YB zeigt, dass ein Coup im Bereich des Möglichen liegt. 2010 setzten sich die Hauptstädter in der 3. Quali-Runde überraschend gegen Fenerbahce Istanbul durch. Vor einem Jahr eliminierte YB sensationell die Millionentruppe von Schachtar Donezk und zog in die Playoffs ein.

YB kann auf internationaler Bühne durchaus begeistern, das beweist auch das Playoff-Hinspiel 2015 gegen Tottenham. Aber trotz aller Euphorie: Es kann auch anders laufen. Gegen Monaco blieb man 2010 chancenlos und als es im letzten Jahr um den Einzug in die Gruppenphase ging, wurde YB von Borussia Mönchengladbach mit dem Gesamtskore von 2:9 demontiert.

In 4 Anläufen hat es YB also noch nie in die Gruppenphase der Königsklasse geschafft. Auch im 5. Versuch steht dem Team von Trainer Adi Hütter noch ein weiter Weg bevor. Denn schafft YB die Hürde Dynamo Kiew folgen die Playoffs. Und dort werden die ungesetzten Berner erneut auf ein gesetztes – und somit weiteres hochkarätiges – Team treffen.


https://www.srf.ch/sport/fussball/champ ... traum-lebt

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