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 Beitrag Verfasst: Sonntag 10. April 2016, 00:15 
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Young Boys führen Lugano vor

Die Young Boys zeigen sich bestens von der Niederlage in Basel erholt. Sie fertigen den FC Lugano dank vier Toren vor der Pause 7:0 ab. Lugano präsentiert sich erschreckend schwach.

Lugano sei unberechenbar, hatte YB-Trainer Adi Hütter vor der Partie gewarnt. Dass das im positiven wie negativen Sinne der Fall sein kann, erwähnte der Vorarlberger nicht. Fakt war: Lugano, das in der Vorrunde immer wieder mit offensivem Fussball zu gefallen wusste, kassierte sechs Tage nach dem Debakel gegen Sion eine noch höhere Niederlage. Das Heimspiel gegen Sion am letzten Sonntag war mit 0:6 verloren gegangen.

Die Young Boys hatten die Partie ab der ersten Sekunde im Griff. Sie steuerten Tempo und Ballbesitz fast nach Belieben. Und vor allem schossen sie Treffer "à discrétion". Der Torreigen begann nach 126 Sekunden durch Miralem Sulejmanis 1:0, er setzte sich in den ersten 18 Minuten mit einem herrlichen Freistoss von Milan Gajic (16.) und Yuya Kubos 3:0 fort. Die Dominanz der Berner war erdrückend. Lugano spielte ohne Emotionen, und vor allem zeigten die Tessiner keinerlei Reaktion auf die vielen Gegentreffer. Der Sieg der Young Boys hätte noch höher ausfallen können, weil das Heimteam die Pace nicht wirklich zurückfuhr.

Am Ende hatten sich sieben verschiedene Spieler in der Torschützenliste eingetragen. Yoric Ravet (32.), der sehr mannschaftsdienlich agierende Guillaume Hoarau (62.), der eingewechselte Raphael Nuzzolo mit seinem ersten Ballkontakt (69.) sowie Leonardo Bertone sorgten für deutliche Verhältnisse im schwach besetzten Stade de Suisse.

Telegramm:

Young Boys - Lugano 7:0 (4:0). - 13'102 Zuschauer (Saison-Minusrekord). - SR Pache. - Tore: 3. Sulejmani (Hoarau) 1:0. 16. Gajic (Freistoss) 2:0. 18. Kubo (Ravet) 3:0. 32. Ravet (Hoarau) 4:0. 61. Hoarau (Hadergjonaj) 5:0. 69. Nuzzolo (Kubo) 6:0. 92. Bertone (Zulechner) 7:0.

Young Boys: Mvogo; Hadergjonaj (86. Sutter), von Bergen, Rochat, Lecjaks; Sulejmani (69. Nuzzolo), Bertone, Gajic, Ravet; Hoarau, Kubo (77. Zulechner).

Lugano: Valentini; Veseli, Datkovic, Malvino, Padalino (73. Urbano); Sabbatini, Piccinocchi (63. Crnigoj), Rey; Culina, Anastasios Donis, Bottani (63. Alioski).

Bemerkungen: Young Boys ohne Benito, Seferi, Wüthrich (alle verletzt) und Zakaria (krank), Lugano ohne Christos Donis, Rossi und Tosetti (alle verletzt). Verwarnungen: 63. Rey (Foul). 66. Alioski (Foul).


http://www.aargauerzeitung.ch/sport/fus ... -130190160

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 10. April 2016, 00:17 
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Nächste Kanterniederlage

Lugano kommt auch gegen YB bös unter die Räder

0:6 gegen Sion. Jetzt 0:7 bei YB. Der FC Lugano wird in Bern abgeschossen. Bei YB reihen sich sieben verschiedene Spieler in die Torschützeliste ein.

Das Spiel:
Lugano-Fans, welche hofften, das 0:6 gegen Sion sei nur ein Ausrutscher gewesen, werden im Stade de Suisse in Bern schon nach drei Minuten enttäuscht. Sulejmani trifft früh, wirft die YB-Tormaschine an. Die schiesst sich warm – und Lugano ab. Die Berner haben mit den im Abstiegskampf steckenden Tessinern kein Erbarmen. Die Torschuss-Statistik nach 59 Minuten lautet 15:1 für YB, nach 78 Minuten 24:2. Am Ende stehts nach 7:0. Die nächste Kanterniederlage für Lugano.

Die Tore:
1:0, 3. Minute | Hoarau mit dem klasse Steilpass aus der Drehung auf Sulejmani, der alleine vor Valentini einschiebt.

2:0, 16. Minute | Gajic versenkt einen Freistoss 20 Meter vor der Lugano-Kiste aus halbrechter Position direkt im nahen Eck. Wir staunen.

3:0, 18. Minute | Ravet lanciert Kubo, der mutterseelenallein vor Valentini auf 3:0 stellt. Kein Luganesi weit und breit beim Japaner. Inferiore Verteidigungsarbeit.

4:0, 32. Minute | Hoarau pflückt im Sechzehner eine Flanke herunter, legt für Ravet auf. Schon ist der vierte Berner Treffer Tatsache.

5:0, 62. Minute | Jetzt zaubern die Berner. Von Bergen, Ravet, Hadergjonaj, Hoarau. Tor. Alles direkt gespielt. Die Lugano-Defensive schaut einmal mehr zu.

6:0, 69. Minute | Auch Nuzzolo darf noch. Und das nur 40 Sekunden nach seiner Einwechslung! Kubo leistet die Vorarbeit im Strafraum.

7:0. 91. Minute | Bertone macht in der Nachspielzeit den Deckel drauf.

Das gibt zu reden:
YB lacht, YB tanzt. 7:0-Kantersieg! Speziell: Kein Spieler trifft doppelt. Die Berner präsentieren sieben (!) verschiedene Torschützen, überzeugen im Kollektiv.

Statistik:
Lugano kassiert in vier Halbzeiten oder 180 Minuten gegen Sion und YB satte dreizehn Gegentore! Eine Horror-Bilanz, die im Tessin zu denken geben muss. In der Tabelle ist nur noch Vaduz hinter den Tessinern klassiert. YB festigt Rang 2, hat jetzt sieben Punkte Vorsprung auf GC.

Der Beste: Guillaume Hoarau – who else? Zwei Tore vorbereitet. Eines geschossen. Der Künstler geniesst aber auch Freiheiten ohne Ende.

Der Schlechteste: Kann man bei einem solch totalen kollektiven Versagen überhaupt einen negativ herausheben? Eigentlich nicht. Und wenn, dann am ehesten Niko Datkovic, der als Abwehrchef der Chefdirigent dieses defensiven Panikorchesters war.

So geht es weiter:
Den Lugano-Fans stockt der Atem. Am Mittwoch (18.30 Uhr) gastiert Ligakrösus Basel zum Nachtragsspiel der 23. Runde im Tessin. Ob es da wieder so oft kesselt? YB empfängt am Sonntag in einer Woche den FC Vaduz.

*****

YB – Lugano 7:0 (4:0)

Stade de Suisse – 13 102 Fans –SR: Pache

Aufstellungen:
YB: Mvogo; Hadergjonaj, Von Bergen, Rochat, Lecjaks; Ravet, Gajic, Bertone, Sulejmani; Hoarau, Kubo.
Lugano: Valentini; Padalino, Datkovic, Malvino, Veseli; Piccinocchi; Sabbatini, Rey; Culina, Donis, Bottani.

Einwechslungen:
YB: Nuzzolo (69. für Sulejmani), Zulechner (77. für Kubo), Sutter (86. für Hadergjonaj).
Lugano: Alioski (63. für Bottani), Crnigoj (63. für Piccinocchi), Urbano (73. für Padalino).

Gelb: 62. Rey. 66. Alioski (beide Foul)

Bemerkungen:
YB ohne Zakaria (krank), Seferi, Wüthrich, Benito (verletzt). – Lugano ohne Rossi, Tosetti (verletzt).


http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... 00870.html

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 10. April 2016, 01:33 
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gratuliere yb, dass war der höchste sieg im neuen wankdorf!!! :thumbup:


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 Beitrag Verfasst: Sonntag 10. April 2016, 23:21 
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10.04.2016

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Ganz nach Hütters Gusto

YB hat Lugano geteert und gefedert. Das 7:0 gegen inferiore Tessiner war der höchste Heimsieg in der Historie des Stade de Suisse. Die Berner sprühten vor Spielwitz und zogen ihr Spiel bis am Schluss durch.

Noch einmal bündelte Guillaume Hoarau all seine Kräfte. Langen Schrittes verfolgte der YB-Topskorer im Vollsprint einen Lugano-Spieler, jagte ihn rund 60 Meter bis an den eigenen Strafraum, klärte den Ball schliesslich in Einwurf. Nun sind defensive Pflichten für Stürmer im modernen Fussball längst Usus, trotzdem verdient Hoaraus defensiver Kraftakt explizit Erwähnung, datierte er doch aus der 87. Minute – zu einem Zeitpunkt, als die Berner 6:0 (!) in Front lagen.

Deshalb symbolisiert er so trefflich jene Tugenden, welche die Berner an diesem Abend 93 Minuten lang ohne Unterbruch vorlebten: unersättlich, unnachgiebig, gierig – vor Spielwitz sprühend und willig, den höchsten Heimsieg in der Historie des Stade de Suisse zu bewerkstelligen. «Wir haben in der Pause den Rekord thematisiert und wollten ihn brechen», sagte Leonardo Bertone. Mit seinem Tor zum 7:0 in der Nachspielzeit setzte der Mittelfeldpuncher den Schlusspunkt unter eine formidable Leistung und sorgte so tatsächlich für den Rekordsieg. Ein 6:0-Sieg gegen Vaduz am 5. Mai 2009 war bis anhin das klarste Ergebnis gewesen.

YB versprühte Spiellust

«Die Mannschaft hat mir heute sehr viel Spass gemacht und Freude bereitet», sagte YB-Coach Adi Hütter nach der 7:0-Gala gegen zugegebenermassen inferiore Tessiner. Dabei erfreute sich der Österreicher nicht nur am neuen Rekordresultat und an den teils wunderbaren Kombinationen, sondern grundsätzlich an der Bereitschaft seiner Spieler. Denn wenn Hütter von seinen Akteuren etwas verlangt, ist es Aktivismus. Passivität ist im ein Graus, Fussballer, die sich hinter dem Gegner verstecken oder auf dem Platz ausruhen, mag er nicht.

Fast wie ein gestrenger Lateinlehrer, der von seinen Schülern das Pauken von Vokabeln verlangt, fordert er von seinen Akteuren ein, dass sie permanent Gas geben. «Dass bis am Ende so konsequent durchgespielt wurde, spricht für die Mentalität meines Teams», erklärte Hütter. Dabei war es nicht nur für den Coach ein Genuss, den YB-Spielern bei der Arbeit zuzusehen. Sie versprühten von der ersten Sekunde Lust am Spiel, wirkten so aufgedreht und unternehmungslustig wie Schüler, die gerade in die Sommerferien entlassen wurden. Der Ball lief perfekt durch die YB-Reihen, das Gegenpressing funktionierte, ein Treffer war schöner als der andere.

«Natürlich hat uns das Führungstor nach 3 Minuten geholfen», sagte Captain Steve von Bergen. Die Konsequenz, mit der weitergespielt worden sei, habe ihn beeindruckt, meinte der Abwehrboss und ergänzte: «Es ist auch ein schönes Zeichen und zeugt von unserer Teamstärke, dass wir heute sieben verschiedene Torschützen hatten», sagte von Bergen.

Enorm schwache Tessiner

Derweil bei den Young Boys grosse Zufriedenheit herrscht, müssen sich die Verantwortlichen des FC Lugano ernsthafte Sorgen um den Zustand ihrer Equipe machen. Schon vor einer Woche hatten die Tessiner eine Kanterniederlage erlitten (0:6 gegen Sion). 13 Gegentore in zwei Spielen muten aus Sicht des Cupfinalisten (gegen Zürich) erschreckend an.

Auch in Bern ergaben sich die Tessiner erstaunlich früh ihrem Schicksal, wirkten ungemein schwach und hilflos in den Zweikämpfen. Entsprechend zerknirscht präsentierte sich auch Luganos Trainerlegende Zdenek Zeman nach der Partie. «Was soll ich nach diesem Spiel gross sagen?», fragte der Tscheche, der schon Teams wie die AS Roma, Napoli oder Fenerbahce Istanbul trainiert hat, ehe er doch noch einige wenige Worte fand: «Das war nichts. Wir müssen schnell etwas ändern.»

Zum Glück aus Sicht der Luganesi befindet sich mit Vaduz ein weiterer Verein in der Krise. Vieles deutet darauf hin, dass die beiden Klubs den Absteiger unter sich ausmachen werden. Apropos Vaduz: Am nächsten Sonntag empfängt YB die Liechtensteiner im Stade de Suisse. Gelingt es YB, eine ähnliche Einstellung an den Tag zu legen, wie sie Guillaume Hoarau gegen Lugano in der 87. Minute vorlebte, könnte sich Vaduz die Reise in die Hauptstadt eigentlich sparen.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/24794907

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 10. April 2016, 23:24 
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10.04.2016

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Noten: YB sprühte vor Spielwitz

YB hat Lugano geteert und gefedert. Das 7:0 gegen inferiore Tessiner war der höchste Heimsieg in der Historie des Stade de Suisse.

Yvon Mvogo Note 4,5
Erlebte den wohl geruhsamsten Abend in seiner Karriere als YB-Goalie. Musste bei gefühlten zehn Ballkontakten kein einziges Mal ernsthaft intervenieren.

Florent Hadergjonaj Note 5,5
Beackerte seine rechte Seite mit Verve, agierte mit viel Zug und Selbstvertrauen nach vorne. Bereite Hoaraus Tor zum 5:0 mustergültig vor. Spielstarker Auftritt des Aussenverteidigers.

Steve von Bergen Note 5
Verrichtete seinen Job als Abwehrchef solid, war indes in seiner Kernkompetenz als Verteidiger auch nicht wirklich gefordert. Mit guten Spieleröffnungen.

Alain Rochat Note 4,5
Auch der Romand hatte defensiv nichts zu tun, fand deshalb Zeit und Muse, viel zu einem gepflegten Spielaufbau beizutragen. Ordnete das Spiel von hinten heraus aber etwas weniger präzise als Nebenmann von Bergen.

Jan Lecjaks Note 4.5
Offensiv weniger präsent als Pendant Hadergjonaj auf der anderen Seite. Aber mit einigen guten Flügelläufen und Flanken. Hatte seine Seite defensiv im Griff.

Yoric Ravet Note 6
Omnipräsentes Schwungrad in der YB-Offensive. Brillierte als Torschütze, Assist- und Ideengeber. Der kraftvolle Kreativkopf strotzte vor Spiellust.

Yoric Ravet Note 6
Omnipräsentes Schwungrad in der YB-Offensive. Brillierte als Torschütze, Assist- und Ideengeber. Der kraftvolle Kreativkopf strotze vor Spiellust.

Milan Gajic Note 5
Kriegt Gajic so viele Freiheiten, wie im die Luganesi im Mittelfeld gewährten, ist er ein glänzender Regisseur. Bestimmte das Tempo und nutzte die Räume für seine klugen Zuspiele. Traf per traumhaften Freistoss zum 2:0.

Leonardo Bertone Note 5
Beendete das Schützenfest mit dem 7:0 und belohnte sich persönlich für einen engagierten und starken Auftritt. Hielt Gajic den Rücken frei, ackerte viel und sorgte so für Stabilität. Setzte auch spielerisch grosse Akzente.

Miralem Sulejmani Note 5
Ebenete mit seinem frühen Tor zum 1:0 den Weg zum Kantersieg. Wirkte spritzig, sprühte vor Spiellust, tauchte aber im zweiten Abschnitt etwas ab und wurde ausgewechselt.

Guillaume Hoarau Note 5,5
War für die Tessiner nie zu kontrollieren. Ob am Boden oder in der Luft: Hoarau gewann nahezu jeden Zweikampf, glänzte zudem als Torschütze und Ballableger in der Offensive, zeigte seine Klasse auch im Kombinationsspiel.

Yuya Kubo Note 4,5
Vorab zu Beginn der Partie ein steter Unruheherd, markierte das 3:0. Blieb bis zu seiner Auswechslung ein Aktivposten, liess indes hie und da auch die letzte Konsequenz in seinen Aktionen vermissen.

Raphael Nuzzolo Note 5
Kam in der 69. Minute für Sulejami und bewerkstelligte knapp 40 Sekunden später den Treffer zum 6:0. Erhielt später für ein Kabinettstückchen Szenenapplaus.

Philipp Zulechner ohne Note
77.?Minute für Kubo.

Scott Sutter ohne Note
86. Minute für Hadergjonaj.

Noten:6 = herausragend; 5 = gut; 4 = solid; 3 = ungenügend; 2 = schlecht; 1 = sehr schlecht. (Berner Zeitung)

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/27878311

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 12. April 2016, 00:12 
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11.04.2016

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Geschichte schreiben mit Hütter

Die Young Boys schaffen mit dem 7:0 gegen Lugano einen Rekordsieg im Stade de Suisse. Zu den sieben Torschützen gegen Lugano gehört auch Joker Nuzzolo.

Im Mai 2009 schickte YB den FC Vaduz mit einer 0:6-Niederlage nach Hause. Die Berner Torschützen damals hiessen Schneuwly, Ghezal, Doumbia, Hochstrasser und Yapi. Der Torreigen war durch ein Eigentor der Liechtensteiner eröffnet worden.

Das war bis am Samstag der höchste Sieg, den die Young Boys im Stade de Suisse erringen konnten. In der Halbzeitpause der Partie gegen den FC Lugano, der bereits 0:4 hinten lag, machte Trainer Adi Hütter seine Spieler darauf aufmerksam, dass sie diesen Rekord brechen können. Und Geschichte schreiben, das wollten die Young Boys.

Mit dem Kantersieg ist dies gelungen. «Ein 7:0 ist schon besonders. Ein derart hohes Resultat gibt es nur alle sechs bis sieben Jahre», sagte Raphael Nuzzolo nach Spielschluss. Er konnte sich nicht erinnern, in der Super League selbst je mit einem so deutlichen Resultat gewonnen zu haben.

Tordifferenzen dieses Ausmasses sind heute sonst vor allem in den frühen Cup-Runden gegen unterklassige Gegner möglich.

Wie ein Vertreter aus der obersten Liga trat Lugano aber nicht auf. Nichts hatten die Gäste dem Heimteam entgegenzusetzen. Mal um Mal liessen sie YB passieren, das viel Platz vorfand, um in Ruhe sein Spiel aufzuziehen.

Dem Resultat hatte Lugano-Trainer Zdenek Zeman wenig anzufügen: «Es ist nach einem 0:7 schwierig, etwas zu sagen.» Erst später äusserte er sich konkreter.

Nach dem 0:6, das die Tessiner eine Woche zuvor gegen Sion hinnehmen mussten, hatten die Berner eine Reaktion erwartet. Doch der erste YB-Treffer, erzielt von Sulejmani, leitete den erneuten Zerfall des Abstiegskandidaten aus. «Es ist nicht einfach, wenn man hier nach drei Minuten das erste Tor bekommt.

Da geht im Kopf schon viel kaputt. Und nach dem 2:0 war absehbar, dass es ein schlechter Abend für Lugano werden würde», zeigte Nuzzolo Mitgefühl. Er weiss aus seiner früheren Zeit bei Neuchâtel Xamax, wie es ist, als Gegner in Bern antreten zu müssen.

Durchgezogen bis zum Schluss

Beim YB-Startfurioso sass Nuzzolo noch auf der Ersatzbank. Nach seiner Einwechslung dauerte es nur gerade 40 Sekunden, bis er sich in die Liste der Torschützen eintragen lassen konnte. Erst einmal stand der 32-Jährige in der Rückrunde in der Startaufstellung.

Unter Adi Hütter kommt er über die Rolle des Ergänzungsspielers nicht hinaus. «Ich habe noch nicht viele Minuten erhalten, um mich zu zeigen. Aber ich muss akzeptieren, dass andere ihre Sache gut machen», sagt er und verweist auf die Mentalität und den guten Willen der ganzen Mannschaft.

Im 17. Einsatz erzielte der Bieler erst sein zweites Tor in dieser Spielzeit. «So schlecht war meine Bilanz noch nie. Ich hoffe, dass ich bis zum Schluss der Saison trotzdem noch auf eine ordentliche Torausbeute komme», schmunzelt der Flügelspieler.

Beim Torfestival gegen Lugano kam die Hälfte der eingesetzten Feldspieler zu Erfolgserlebnissen. «Es ist schön, in dieser Höhe zu gewinnen. Noch schöner ist es, dass es sieben verschiedene Torschützen waren», freut sich Steve von Bergen.

Auch Trainer Hütter war mit der Leistung der Mannschaft zufrieden, und zwar nicht nur mit dem klaren Sieg, «sondern auch mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben. Wir sind von der ersten Minute an in der Defensive wie in der Offensive gut auf dem Platz gestanden».

Und auch als die Young Boys bereits deutlich in Führung lagen, liessen sie zu keinem Zeitpunkt nach. Nach dem 7:0 war nicht nachvollziehbar, wie Lugano in der Vorrunde im Stade de Suisse gewinnen konnte und damit die bisher einzige Mannschaft ist, die in Bern einen Auswärtssieg schaffte.

Ein gutes Zeichen

«In der Vergangenheit haben wir oft gegen kleine Mannschaften wichtige Punkte liegen lassen», erinnerte sich von Bergen. Auch Hütter hat ausgemacht, dass YB in dieser Hinsicht «Probleme hatte, sich weiterzuentwickeln.» Die Resultate der Rückrunde sind ein positives Zeichen mit Blick auf die nächste Saison.

Zudem sind die drei Punkte gegen den Aufsteiger ein weiterer Schritt Richtung Champions-League-Qualifikation: Weil GC gegen Luzern nur zu einem 1:1 kam, konnte sich YB bereits sechs Punkte von den drittplatzierten Zürchern absetzen und ist auf gutem Weg, die Saison wieder als Vizemeister zu beenden.


Zdenek Zeman

Stoisch in Richtung Verderben

Luganos Trainer kam als Heilsbringer ins Tessin,
nun droht ihm die Rolle des Buhmanns.

Diesmal stand er hin. Immerhin. Zdenek Zeman suchte am Samstag im Stade de Suisse Erklärungsansätze für das 0:7-Debakel des FC Lugano – im Gegensatz zur Vorwoche, als er nach dem 0:6 gegen Sion nur ausrichten liess, er schäme sich. Das musste er auch jetzt, noch mehr sogar.

Ob und allenfalls wie stark ihm die Demontage zugesetzt hatte, sah man ihm nicht an, er ist quasi die emotionale Antithese zu Doug Shedden. Seine Spieler würden es nicht schaffen, sich zu konzentrieren, flüsterte er wie fast immer. Es sei die Folge davon, dass sie nicht zuhörten und den Kopf nicht einsetzten: «Es gibt zwei Arten, auf ein 0:6 zu reagieren, wir haben die schlechtere gewählt.»


Er sagt es so, wie er oft spricht, so, als ob er fast unbeteiligt wäre und nicht hauptverantwortlich für den Auftritt seines Teams. Selbstreflexion war kein Thema: «Nach dem 0:6 gegen Sion sagte die Presse, wir hätten so klar verloren, weil ich Verteidiger Jozinovic spielen liess. Nun war er draussen und wir haben noch höher verloren. Das Problem ist die ganze Mannschaft.»

Eine Steigerung ins Negative schien fast unmöglich, in Bern war die Partie aber nach 18 Minuten und dem 0:3 entschieden. Dann offenbarte Lugano Zerfallserscheinungen, Zeman nahm sie stoisch zur Kenntnis. Die unerfahrene Equipe war erneut nicht in der Lage, auf Negativkonstellationen zu reagieren und bei Bedarf auch einmal Schadensbegrenzung zu betreiben. Das ist das Hauptproblem: Der Fussball, auf den der Italo-Tscheche seit Jahrzehnten schwört, kennt diesen Begriff nicht, und er ist zu komplex für seine Spieler.

Es könnte ein Spektakel sein

Wenn sein 4-3-3-System in Perfektion ausgeführt wird, ist es hoch spektakulär. 21-mal, so rechnete das «Giornale del Popolo» vor, haben seine Equipen seit 1993 mit vier Toren Unterschied oder mehr gewonnen, mit der AS Roma deklassierte er einst Napoli (6:2) und das grosse Milan (5:0). Aktuell heissen seine Spieler aber nicht Totti, Delvecchio und Cafu, sondern Tosetti, Donis und Culina – eine Systemanpassung wäre zwingend.

Die Situation ist alarmierend: Lugano hat noch nie zweimal in Serie gewonnen, dreimal schon gab es Niederlagen mit mindestens fünf Toren Unterschied. Die jüngsten Rückschläge sind der negative Höhepunkt einer Rückrunde, die ausser dem Einzug in den Cupfinal und dem Coup bei GC nur Negatives brachte. In Zahlen: 8 Partien, 5?Punkte, 25 Gegentore. Die Saisonbilanz steht bei 59 Minustreffern, 10 mehr als der FCZ.

«Mehr Respekt für die Spieler» forderten die Fans letzte Woche auf einem Transparent. Die Aufforderung galt Präsident Renzetti, dem glühenden Verehrer Zemans. Die Tessiner Antwort auf Christian Constantin kritisiert Spieler öffentlich, zuletzt bezichtigte er Tosetti, er sei «vom Gürtel an abwärts stärker als vom Gürtel an aufwärts.» Auch Zeman scheut sich nicht vor klaren Voten, mehr Selbstvertrauen bekommen die Spieler dadurch kaum.

Zeman sagte am Samstag, er habe das Gefühl, er erreiche das Team noch. Renzetti erklärte, der Job des Trainers sei nicht in Gefahr, und Padalino forderte, es seien die Routiniers, die nun das Team führen müssten. Ob dies nur Durchhalteparolen sind, wird sich übermorgen weisen. Mit dem FC Basel kommt nicht gerade der klassische Aufbaugegner zum Nachtragsspiel.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Ge ... y/30317564

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