17.07.2015

Zitat:
Monaco hat teuren Stars abgeschworen
Die AS Monaco hat einen Strategiewechsel hinter sich: Man setzt auf entwicklungsfähige Talente statt grosse Namen. Einfacher wird die Aufgabe für YB deshalb nicht.
Es ist noch gar nicht lange her, da tummelte sich die Fussball-Prominenz bei der AS Monaco, dem Champions-League-Gegner der Young Boys. Radamel Falcao, James Rodríguez, João Moutinho, Geoffrey Kondogbia, Ricardo Carvalho, Jérémy Toulalan oder auch Eric Abidal – sie alle erlagen dem Lockruf des Geldes, als sie im Sommer 2013 ins Fürstentum wechselten. Das zusammengekaufte Starensemble sollte dem aus Katar finanzierten Paris St-Germain die Stirn bieten und früher oder später auch auf europäischer Bühne um Titel spielen. Möglich machte das der russische Oligarch Dmitri Rybolowlew, der 2011 beim klammen Club einstieg und Hunderte Millionen einschoss.
Der Präsident war aber nicht lange gewillt, Unsummen auszugeben. Wohl auch, weil ihn die Scheidung von seiner Frau im März 2014 um 3,3 Milliarden Euro erleichterte. Stattdessen leitete Monaco einen Kurswechsel ein. Vom genannten Septett sind mittlerweile nur noch drei im Kader, Moutinho, Carvalho und Toulalan. Der teuerste Zuzug seit besagtem Sommer 2013 beläuft sich auf 15,75 Millionen Euro (Bernardo Silva).
Nicht über 15 Millionen, nicht über 24-jährig
Trainer Leonardo Jardim, Portugiese und seit einem Jahr im Amt, treibt die neue Strategie weiter voran. Das verdeutlicht die aktuelle Transferperiode, die Ivan Cavaleiro als bisher teuersten Zuzug ausweist. Monaco zahlte Benfica Lissabon 15 Millionen Euro für den Rechtsaussen. Der mit Abstand älteste Neuling heisst Guido Carrillo, der für 8,8 Millionen aus Argentinien kam – er ist 24. Daneben schlossen sich Monaco unter anderen Adama Traoré (20, von Lille), bester Spieler der U20-WM, und Stephan El Shaarawy (22) an. Der junge Italiener will seiner Karriere neuen Schwung verleihen, nachdem sie zuletzt bei Milan ins Stocken geraten war.
Wer glaubt, die neue Philosophie habe Monaco geschwächt, irrt. Vergangene Saison stiessen die Monegassen in den Champions-League-Viertelfinal vor, ehe sie sich dem späteren Finalisten Juventus beugen mussten. Als Tabellendritter der vergangenen Ligue-1-Meisterschaft muss sich Monaco die erneute Teilnahme an der Königsklasse mittels Qualifikation verdienen. Ein Scheitern ist natürlich keine Option. Erst recht nicht gegen YB.
http://www.20min.ch/sport/fussball/story/25402233