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 Beitrag Verfasst: Montag 11. Februar 2013, 10:01 
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09.02.2013

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Costanzo straft FCL-Trainer Lügen

Koko ist stocksauer

FCL-Trainer Ryszard Komornicki regt sich auf. Und kann sich an seine Kritik an Moreno Costanzo plötzlich nicht mehr erinnern.

Komornicki hält in der zweiten Halbzeit nichts mehr auf der Bank. Sein Team spielt seit der 49. Minute mit einem Mann mehr und ist dank eines Penaltytors auf 1:2 herangekommen. Aber der FCL tut sich schwer. Als Claudio Lustenberger nach einer Stunde eine Flanke ins Niemandsland schlägt, rudert Koko so wild mit den Armen, dass er auf dem glatten Beton vor der Trainerbank fast das Gleichgewicht verliert.

Der FCL spielt ohne Ideen, viel zu statisch. Der Trainer ist mit Abstand der aktivste Luzerner. Trotzdem wird der FCL in der 72. Minute belohnt: Rangelov packt einen Hackentrick aus, Alain Wiss lupft den Ball mit dem Aussenrist über Wölfli – 2:2. Kurz darauf fällt Wiss mit einer starken Schienbeinprellung aus. Koko nimmt beides emotionslos zur Kenntnis.

Emotionen zeigt der FCL-Trainer dafür in der 91. Minute, als Raphaël Nuzzolo aus heiterem Himmel der Siegtreffer für YB gelingt. Er schmettert einen Wortschwall aus polnischen und deutschen Wörtern über den Platz. Was er sagt, ist nicht zu verstehen. Aber die Gestik verrät: Koko ist auf der Palme.

«Ich will ihn nicht»

Und seine Laune wird nicht besser: Unter der Woche hatte er über den YB-Doppeltorschützen Moreno Costanzo gesagt: «Ich will ihn nicht. Er passt nicht in unser System.»

Als Komor­nicki nach dem Spiel auf YB-Spiel­macher Moreno Costanzo angesprochen wird, reagiert er verärgert und will sich nicht mehr an seine Aussage vom Mittwoch erinnern.

Während Luzerns Goalie Zibung richtig erkannt hat, dass Luzern «im Moment näher am Strich als an den Europacup-Plätzen ist», sagt Koko nur: «Wir müssen schauen, dass wir ein Spiel gewinnen.»


http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... 99163.html

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 Beitrag Verfasst: Montag 11. Februar 2013, 12:55 
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11.02.2013

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Zwei Tore fürs Gemüt, eines für die Galerie

YB ist der Auftakt in die Rückrunde mit einem 3:2-Sieg gegen Luzern geglückt. Dem Erfolg in Unterzahl steuerte der viel gescholtene Moreno Costanzo zwei Tore bei, Raphaël Nuzzolo gelang mit einem Kabinettstück der Siegtreffer.

Weit weg sind Hektik und Emotionen, vorbei ist der überschwängliche Jubel. Am Tag nach dem 3:2-Erfolg gegen Luzern, der so spät, ein wenig glückhaft, aber nach Alain Nefs Roter Karte keineswegs unverdient zustande kam, ist die Stimmung beim Footing am Sonntag «locker und zufrieden», wie Moreno Costanzo erzählt. Es war ein grosser Auftritt des Ostschweizers, der in der Vorrunde selten hatte überzeugen können und sich mit Kritik konfrontiert gesehen hatte. Seine zwei Treffer am Samstagabend kamen so einem kleinen Befreiungsschlag gleich, der eine war ein Kraftakt, nach Vorarbeit von Christian Schneuwly und einer missglückten Abwehr von Luzerns Sally Sarr, der andere ein Kunstwerk, ein Schlenzer aus 18 Metern, ansatzlos, massgenau. «Das gibt Selbstvertrauen. Aber letzten Endes ist es nur ein gewonnenes Meisterschaftsspiel für uns», sagt Costanzo mit der Ruhe und Selbstkritik des abgeklärten Profis. Viele Interviews und wenig Schlaf habe er hinter sich, sagte Costanzo, dem die Saisontore drei und vier gelungen waren.

Nuzzolos «Lösungsversuch»

Es gab ja auch einigen Gesprächsbedarf nach dieser unverhofft doch noch in Fahrt gekommenen Partie an einem kalten Samstagabend, die einen glückseligen Berner Anhang hinterliess. Aufrollen könnte man das Geschehen vielleicht mit der Frage nach dem Matchwinner. Nebst dem unverhofften Doppeltorschützen Costanzo bietet sich Raphaël Nuzzolo an. Der Bieler scheint seine starke Form über die Winterpause konserviert zu haben, wie im letzten Meisterschaftsspiel vor der Winterpause gegen Sion (3:1) traf er auch am Samstag, erneut per Heber, wiederum in Unterzahl. «Irgendwie mag ich diese Spiele mit einem Mann weniger. Das Publikum ist wacher, emotionaler und steht noch mehr hinter uns», sagte Nuzzolo. Mit Xamax hatte er einst zu acht gewonnen, 2011, beim 2:1 gegen St.Gallen, er selbst sah damals kurz vor Schluss die Rote Karte. Mit viel Gefühl schloss Nuzzolo vorgestern den einzigen echten YB-Angriff in Unterzahl ab, Alexander Farnerud hatte ihn auf der linken Seite freigespielt, und aus schier unmöglichem Winkel traf der 29-Jährige über Luzerns verdutzten Goalie David Zibung hinweg zum Sieg. Hinterher fand der Pragmatiker Nuzzolo, er habe bemerkt, dass Zibung etwas weit vorne stand, «also habe ich nach einer Lösung gesucht».

Wie Tag und Nacht

Vom Unterhaltungswert her mussten die beiden Halbzeiten dem hartgesottenen Zuschauer in der Kälte wie Tag und Nacht erschienen sein. Die ersten 45 Minuten boten wenig Zusammenhängendes, und doch führte YB dank der beiden Costanzo-Tore unter den Augen von Fredy Bickel, der als Sportchef erstmals auf der YB-Bank Platz genommen hatte, zur Pause 2:0. Luzern war durch einen Freistoss Jamir Hykas nur einmal gefährlich geworden, Ryszard Komornickis Equipe zog sich früh zurück und igelte sich bei Berner Ballbesitz gut und gerne mit sieben, acht Mann hinter der Mittellinie ein.

Der zweite Durchgang wurde vom frühen Platzverweis gegen Alain Nef (49.) geprägt. Der eingewechselte Otele Mouangue versenkte bei seinem ersten Auftritt für Luzern den fälligen Penalty, und als Alain Wiss den besten Luzerner Angriff gar zum 2:2 abschloss, lag die Führung für die Gäste in der Luft.

Nebst Nef fehlt auch Nuzzolo

Doch es passte zum Auftritt von Komornickis Mannschaft, dass sie die Ausgangslage nicht (noch) besser nutzte. Costanzos wegweisende Tore waren für Luzerns Coach insofern bitter, als er den YB-Spielmacher, um den Wechselgerüchte entstanden waren, vergangene Woche als für sein Team unpassend befunden hatte. Die Geste Costanzos nach dem zweitem Tor, als er mit dem Finger auf den Lippen Richtung Luzerner Bank lief, liess Komornicki ebenso unkommentiert wie der Spieler. «Im Spiel lebt man seine Emotionen aus, besonders nach einem Tor», sagte Costanzo bloss. YB-Trainer Martin Rueda durfte zwar seiner Equipe ein Kompliment zum «wertvollen Sieg» machen, doch beim Gedanken an die nächste Runde war in seinem Gesicht die eine oder andere Sorgenfalte auszumachen.

Schiedsrichter Nikolaj Hänni war am Samstag kein souveräner Übungsleiter, die fehlende Herrschaft über das Spiel kompensierte er mit vielen Karten.

So muss Rueda nächsten Samstag bei Leader GC nicht nur die Innenverteidigung neu formieren, wo Nef gesperrt fehlt, sondern auch auf Nuzzolo verzichten, der zum fünften Mal verwarnt wurde. Trifft die Spielberechtigung für Samuel Afum rechtzeitig ein, ist der polyvalente Angreifer ein Kandidat für Nuzzolos Flügelposition. In der Abwehr vermochte sich Dusan Veskovac mit einer soliden Leistung zu empfehlen.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/20358124

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 Beitrag Verfasst: Montag 11. Februar 2013, 12:57 
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11.02.2013

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Gerndts Appetit ist geweckt, Nef restlos bedient

Der neue YB-Stürmer Alexander Gerndt erlebt bei seinem Debüt gleich das ganze YB-Spektrum. Verteidiger Alain Nef ist entrüstet über die Rote Karte.

Dreimal nannte der Stadionsprecher im Stade de Suisse vor dem Anpfiff der Partie Young Boys gegen Luzern den Namen Alexander. Mit Gerndt, Gonzalez und Farnerud hatte YB-Trainer Martin Rueda drei Spieler mit dem gleichen Vornamen nominiert. Der Venezolaner Gonzalez kam beim 3:2 zum Rückrundenauftakt im rechten Mittelfeld zum Einsatz und fiel mit grossem Laufpensum, ein paar defensiven Nachlässigkeiten und einem rüden Foul an Luzerns Philipp Muntwiler auf, das ihm in der 63. Minute die Gelbe Karte einbrachte.

Farnerud brillierte im zentralen Mittelfeld als Stratege und beim Siegestor durch Nuzzolo als Vorbereiter. Und Farneruds Landsmann Gerndt hatte bei seinem Debüt für die Berner viele Augen auf sich gerichtet. Wenige Tage nach seiner Ankunft aus Utrecht stand er bereits in der Startformation. Der 26-Jährige deutete seine Fähigkeiten an, er vermochte den Ball zu halten und legte ihn vor dem 2:0 für Moreno Costanzo auf.

Als einzige Spitze hatte er aber einen schweren Stand gegen die Luzerner, welche die Berner Angriffe jeweils zu acht in der eigenen Hälfte erwarteten. «Nachdem wir in Unterzahl geraten waren, wurde es noch schwieriger für mich», sagte Gerndt. In dieser Phase habe sein Team den Ball zu rasch und zu oft nach hoch vorne geschlagen.

Der Angreifer, der nach 78 Minuten durch Michael Frey ersetzt worden war, zog dennoch ein positives Fazit nach seinem ersten Auftritt für YB: «Ich fühlte mich wohl auf dem Platz und hatte den Eindruck, ich war schon ganz gut im Spiel.» Dann machte sich Gerndt an der Seite Farneruds mit grossen Schritten eilig auf den Weg in die Champions Lounge im Stade de Suisse, wo die Spieler nach den Partien jeweils zu Abend essen. Der Appetit war geweckt beim neuen Stürmer, der mit dem dramatischen Sieg gegen Luzern bereits in seinem ersten Spiel für seinen neuen Klub so ziemlich das ganze Spektrum erlebt hatte, das YB seit Jahren für seine Spieler und Anhänger bereithält.

Andrist kommt glimpflich davon

Keinen Hunger verspürte Alain Nef; der Verteidiger war nach seiner Roten Karte bedient. Mit hängenden Schultern erzählte Nef, wie er den Zweikampf mit Dimitar Rangelov erlebt hatte, das zum Platzverweis und dem Penalty führte: «Ich halte mich im Duell zurück, will kein Foul begehen. Doch er stolpert mir vors Knie und fällt Ich ärgere mich masslos über den Entscheid des Schiedsrichters.» Nef verwies auf den Ellenbogenschlag des Luzerners Stephan Andrist gegen Marco Bürki im Kopfballduell: «Diese Aktion hätte der Referee mit Rot bestrafen müssen, nicht meine.» Nikolaj Hänni zeigte Andrist für das wüste Foul nur Gelb. Der Angreifer kam glimpflich davon – im Gegensatz zu Nef, der die nächste Partie bei GC gesperrt verpasst.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/25185020

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 Beitrag Verfasst: Montag 11. Februar 2013, 12:58 
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Die Noten zum Spiel YB gegen Luzern (9. Februar 2013)

Moreno Costanzo und Raphaël Nuzzolo schwingen bei den glücklichen Young Boys obenaus.

Marco Wölfli: Note 4,5
Bis zu Nefs Platzverweis blieb der Captain im Tor eigentlich arbeitsfrei, in der schwierigen Unterzahlsituation wehrte er einmal gut gegen Hyka (75.). Scott Sutter: Note 4,5
Hatte als einziges Mitglied der Viererabwehr einen offensiven Auftrag. In Unterzahl defensiv orientiert und fast fehlerfrei – beim 2:2 vermochte auch er Schütze Wiss nicht zu stoppen.

Alain Nef: Note 4
Bis zu seiner Roten Karte gewährte er YB in der Defensivabteilung die Lufthoheit. Beim Foul an Rangelov agierte er unglücklich und wurde hart bestraft.

François Affolter: Note 4,5
Die Rückkehr im YB-Dress ist dem noch immer jungen Bieler nicht schlecht geglückt. Einige Unsicherheiten und das eine oder andere ungestüme Einsteigen sorgten für Minuspunkte.

Marco Bürki: Note 4,5
Kam zu seinem zweiten Einsatz bei YB – und knüpfte nahtlos an die Leistung bei der Feuertaufe gegen Sion (3:1) an: ballsicher, spielintelligent, abgeklärt.

Alexander Farnerud: Note 5
Füllte, zumindest bis zum Platzverweis, die Rolle im defensiven Mittelfeld vor der Abwehr umsichtig aus. Leistete Vorarbeit zum umjubelten späten Siegtreffer und glänzte mit guter Zweikampfquote. Alexander Gonzalez: Note 4,5
Der Venezolaner war letzte Woche noch mit dem U-20-Nationalteam unterwegs, dennoch erhielt er die Chance in der Startelf. Diese nutzte er auch, nach seiner Verwarnung war er mit weiteren ungestümen Aktionen jedoch etwas Gelb-Rot-gefährdet.

Christian Schneuwly: Note 4,5
Solid. Schlug vor dem 1:0 die gut getimte Flanke. Zu zehnt dann noch mehr zurückgebunden und bald einmal ausgewechselt.

Moreno Costanzo: Note 5,5
Ein wacher und ein genialer Moment bescherten dem zuletzt oft gescholtenen Costanzo zwei Tore, die ihn auch in die Startelf für die nächste Runde befördern dürften.

Raphaël Nuzzolo: Note 5
Der Bieler, zuverlässiger Torschütze in den Testspielen, skorte gegen Luzern sehenswert. Lief anfangs viel, ohne angespielt zu werden. Vor dem 1:0 hätte er hinter dem erfolglos klärenden Sarr einschussbereit gestanden.

Alexander Gerndt: Note 4
Ein verhaltenes YB-Debüt des Schweden. Als einzige Spitze mit beschränktem Wirkungsradius, im 10-Mann-System dann noch einsamer.

Dusan Veskovac: Note 5
Verlieh ab der 56.Minute der durch den Platzverweis Nefs geschwächten YB-Defensive Stabilität, Ruhe und Sicherheit. Steht vor dem 2:2 indes machtlos neben Assistgeber Rangelov.

Michael Frey (78. für Gerndt) und Pascal Doubai (93. für Nuzzolo) waren für eine Note zu kurz im Einsatz.

6 = herausragend; 5 = gut; 4 = solid; 3 = ungenügend; 2 = schlecht; 1 = sehr schlecht.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/23815161

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 Beitrag Verfasst: Montag 11. Februar 2013, 13:00 
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11.02.2013

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Doublette und Kunstschuss zum Sieg

Die Young Boys schlugen Luzern nach einer 2:0-Führung und dem Platzverweis von Nef 3:2.

Das «Traumtor» von Raphael Nuzzolo in der Nachspielzeit zum 3:2 gegen Luzern bedeutete für die Young Boys die Erlösung und erwärmte die Herzen der Berner Fans. 14'500 Zuschauer stellten sich am Samstag nicht die Sinnfrage über die vom TV diktierte Anspielzeit und gingen in der klirrenden Winternacht ins Stade de Suisse zum Fussball.

Das Auftaktspiel zur Rückrunde gegen Luzern machte aber auch deutlich, dass trotz den Mutationen während der Winterpause bei YB nicht alles anders geworden ist. Das zeigte schon ein Blick auf die Mannschaftsaufstellung. Gegenüber dem letzten Wettbewerbsspiel vor zwei Monaten, als YB am 9. Dezember gegen den Challenge-League-Verein Wil im Schweizer Cup in St. Gallen mit 3:4 nach Verlängerung ausschied, liefen die Young Boys mit einer lediglich auf drei Positionen veränderten Mannschaft auf.

Der verletzte Zárate, Raimondi und Joker Frey fehlten am Samstag in der Startformation. Das Mittelfeld mit Farnerud, Costanzo und Schneuwly spielte aber in genau gleicher Formation wie im Dezember in der Ostschweiz. Gegen Wil leiteten damals Farnerud und Costanzo mit eklatanten Fehlern den Untergang ein. Am Samstag aber zählte der Schwede zusammen mit dem zweifachen Torschützen Costanzo zu den Protagonisten beim glücklichen Sieg gegen den FC Luzern.

Costanzos Antwort: 2 Tore

Durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Spycher, Zárate und Bertone, durch die Sperre von Zverotic und die fehlende Spielbewilligung von Afum waren der Kreativität von Trainer Martin Rueda bei der Formation enge Grenzen gesetzt. Die Mannschaft stellte sich praktisch von selbst auf.

Das 3:2 sorgt vorerst für Rückhalt. Dennoch liessen die Young Boys gegen das ebenfalls ersatzgeschwächte Luzern Spielsicherheit und eine gewisse Souveränität vermissen. Zu Beginn dominierte gar die Langeweile. Die beendeten die Luzerner, indem sie den Young Boys das Führungstor quasi schenkten.

Spektakuläres 2:0

Nach einer Flanke von Schneuwly lenkte Sarr den Ball in der 28. Minute vor das eigene Tor und servierte Costanzo so eine ideale Vorlage. Das 2:0 durch den YB-Mittelfeldspieler nach einem Rückpass von Gerndt war dagegen spektakulär. Costanzo liess mit einer Körpertäuschung Muntwiler ins Leere laufen und traf die hohe Torecke. Der Mann, den YB gerne nach Luzern abgeschoben hätte, antwortete mit zwei Toren.

Die Partie war auch während der zweiten Halbzeit von Fehlern geprägt. Diese wirkten sich nun für die Young Boys fatal aus. Zuerst verursachte Nef gegen den enteilten Rangelov einen Penalty. Durch die Rote Karte spielte YB gut 40 Minuten in Unterzahl. Und später, nach dem Ausgleich von Wiss, hatte Luzern durch einen Kopfball von Rangelov gar noch die Chance zum Sieg. Doch der Bulgare traf das Tor nicht.

Es war glückliche Fügung, dass Nuzzolo dann auf Vorarbeit von Farnerud mit einem akrobatischen Kunstschuss praktisch aus dem Nichts YB in der Nachspielzeit den Sieg bescherte.

Telegramm

Young Boys - Luzern 3:2 (2:0). - Stade de Suisse. - 14'597 Zuschauer. - SR Hänni. - Tore: 28. Costanzo (Flanke Schneuwly) 1:0. 38. Costanzo (Gerndt) 2:0. 49. Mouangue (Foulpenalty/Nef an Rangelov) 2:1. 72. Wiss (Rangelov) 2:2. 91. Nuzzolo (Farnerud) 3:2.

Young Boys: Wölfli; Sutter, Nef, Affolter, Marco Bürki; Farnerud; Gonzalez, Schneuwly (56. Veskovac), Costanzo, Nuzzolo (93. Doubai); Gerndt (78. Frey).

Luzern: Zibung; Sarr, Stahel, Puljic, Lustenberger; Thiesson (73. Andrist), Wiss (79. Hochstrasser), Muntwiler, Hyka; Siegrist (46. Mouangue), Rangelov.

Bemerkungen: Young Boys ohne Benito, Bertone, Spycher, Simpson, Zarate (alle verletzt), Zverotic (gesperrt) und Afum (keine Spielberechtigung), Luzern ohne Lezcano, Sorgic, Winter, Wüthrich (alle verletzt) und Renggli (rekonvaleszent). 49. Rote Karte gegen Nef (Foul). 79. Wiss verletzt out. Verwarnungen: 63. Gonzalez. 73. Nuzzolo. 83. Andrist (alle wegen Fouls). 90. Mouangue (Unsportlichkeit). 93. Stahel (Foul).


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Do ... y/22825506

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 Beitrag Verfasst: Montag 11. Februar 2013, 13:02 
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13.02.2013

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Nachgefragt bei Martin Rueda

«Diese Abwehrfehler müssen wir abstellen»

Der YB-Trainer sprach nach dem Sieg gegen Luzern über Nef, Costanzo und Gerndt.

Interview: Peter Herzog
Martin Rueda, wie lautet Ihre Analyse, nachdem Sie über diesen Sieg geschlafen haben?

Es ist ein wertvoller Sieg, ein erstes positives Zeichen auch an unsere Fans. Denn wir haben in der Rückrunde einiges gutzumachen. Es war wichtig, vor den Auswärtsspielen in Zürich gegen GC und den FCZ mit drei Punkten zu starten. Aber es war ein glücklicher Sieg, da dürfen wir uns nichts vormachen.

Was stimmt Sie nachdenklich?

Unser Abwehrverhalten. Wir hatten zu Beginn Mühe, ins Spiel zu kommen. Doch in defensiver Hinsicht liessen wir in der ersten Halbzeit nichts zu. Das war aber nach der Pause überhaupt nicht mehr der Fall. Wir sind ins alte Fahrwasser zurückgefallen, machten viele Fehler und gaben ein 2:0 preis. Das ärgert mich. Auch in Unterzahl muss man in der Lage sein, gut zu verteidigen.

Wie beurteilen Sie die Penaltyszene und die Rote Karte gegen Alain Nef?

Nef hat Rangelov behindert, danach ist dieser im Strafraum gestolpert. Ich denke, es ist ein Penalty. Doch Rangelov hätte Nef nie weglaufen dürfen, wir stellten uns in dieser Szene nicht gut an. Und Affolter hätte den Ball wegschlagen müssen, bevor es überhaupt zu dieser Penaltyszene kam. Beim zweiten Gegentor steht Veskovac zu weit von Rangelov entfernt, als dieser Wiss anspielt. Diese Abwehrfehler müssen wir abstellen, wenn wir als Mannschaft weiterkommen wollen.

Wie schätzen Sie das Debüt von Alexander Gerndt ein?

Das Spiel lief nicht für ihn. Er ist erst eine Woche bei uns, man sah deutlich, dass die Automatismen fehlen. Er hatte auch nicht seinen besten Tag. Aber er wird uns weiterhelfen.

Und was sagen Sie zur Leistung von Moreno Costanzo?

Sein Tor zum 2:0 war fantastisch, und beim 1:0 reagierte er im entscheidenden Moment richtig. Ich erwarte nicht in jedem Spiel zwei Tore von ihm, aber er muss Einfluss auf das Spiel haben. Dann ist er ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft. Am Samstag hat er das gezeigt.

Gegen GC am Samstag ist Nuzzolo nach seiner vierten Verwarnung gesperrt, zudem Abwehrchef Nef und wohl auch Zverotic, sofern der YB-Rekurs erfolglos ist. Hinzu kommen die Verletzten und die fehlende Spielbewilligung von Afum.

Mit Spielsperren und Ausfällen von Verletzten muss man als Trainer umgehen können. Aber wir erwarten stündlich die Spielbewilligung für Samuel Afum.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Di ... y/11519151

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 Beitrag Verfasst: Montag 11. Februar 2013, 13:05 
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11.02.2013

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FCL-Abwehr: Sorgenkind statt Prunkstück

Fussball · Beim FC Luzern ist von der gewonnenen Stabilität der Vorrunde nicht mehr viel zu sehen: Defensiv wackeln die Luzerner nicht erst seit der 2:3-Startniederlage gegen YB.

Es war einmal eine Fussballmannschaft. Sie startete enttäuschend in die Meisterschaft. Sechs Spiele, drei Punkte. Wie fast immer in diesem erfolgsabhängigen Geschäft musste der Trainer (Murat Yakin) gehen. Der Klub (FC Luzern) stellte einen Neuen (Ryszard Komor-nicki) an die Seitenlinie. Unter diesem machte die Mannschaft Fortschritte in der Defensivarbeit. Kassierte sie unter dem Vorgänger in sechs Spielen noch elf Gegentreffer, waren es unter dem neuen Trainer in zwölf Partien lediglich 13 Gegentore. Durchschnittlich musste der Torhüter pro Match nur knapp etwas mehr als einen Ball aus dem Netz holen.

Zibung warnte schon in Marbella

Dieses kurze, wahre Märchen ist am Samstag zu Ende gegangen. FCL-Goalie David Zibung wurde von den Young Boys im ersten Rückrundenspiel gleich dreimal bezwungen. Luzern verlor 2:3 – nach dem verlorenen Direktduell gegen die fünftplatzierten Berner ist das Saisonziel Platz 5 bereits in weite Ferne gerückt; der Rückstand beträgt nunmehr neun Punkte. Aber die Misere in der Abwehr hatte sich schon in der Vorbereitungsphase angekündigt: In fünf Testspielen bekamen die Innerschweizer elf Gegentore. Zibung warnte nach der 2:3-Niederlage in Marbella gegen Dynamo Kiew, welche die meisten Spieler und Beobachter als positiven Auftritt werteten. «Für meinen Geschmack kamen die Ukrainer zu oft zum Abschluss. Wir hätten leicht höher verlieren können», stellte der FCL-Goalie besorgt fest. Nicht unbegründet. Denn eine Woche später machte die Luzerner Defensive im Cornaredo-Stadion gegen den Challenge-League-Siebten Lugano eine schlechte Figur. Der Portugiese Carlos Da Silva nutzte die Passivität Luzerns zu zwei Toren, am Schluss konnte der FCL froh sein, dass die Hauptprobe auf den Rückrundenstart mit einem 2:2 endete. Komornicki sass nach dem Match während Minuten völlig konsterniert auf der Trainerbank. Trotzdem verteidigte er seine Profis. Er sprach von fehlendem Rhythmus, und die Spieler seien nach der harten Vorbereitung müde gewesen.

Lustenbergers Frust und Weckruf

Nach den drei Blackouts gegen YB, die zur ersten Pflichtspielniederlage im neuen Jahr führte, hielt sich Komor-nicki erneut zurück. Statt dem ursprünglichen Prunkstück, das eine kompakte Defensive für den spielerisch limitierten FCL sein sollte, ist die Abwehr nun sogar das neue Sorgenkind. Der Coach wollte gestern nicht erklären, welche Gründe für diese negative Entwicklung stehen. Direkt nach dem Match in Bern sprach dafür Captain Claudio Lustenberger Klartext: «Das ist eine dumme Niederlage.» Und Radio-Pilatus-Reporter Reto Eicher redete mit dem linken Aussenverteidiger über die Tabelle. Zum Glück habe das letztplatzierte Servette verloren statt gewonnen, sonst wäre der Vorsprung zum Abstiegsrang auf vier Punkte geschrumpft. Der völlig frustrierte Lustenberger antwortete: «Ich hoffe, die Servettiens gewinnen, damit sie näherkommen, dann merken es vielleicht ein paar von uns.» Offensichtlich war der Krienser mit der Einstellung einiger Mitspieler höchst unzufrieden. Er wollte wachrütteln, weil er den Ernst der Lage erkannt hat.

Von Trainer Komornicki wäre es interessant zu erfahren gewesen, weshalb die Fussballer seine taktische Vorgabe nicht beherzigten und einen wichtigen Punktgewinn wie in Bern – notabene während 40 Minuten in Überzahl – nicht über die Zeit brachten, sondern in der 91. Minute bei einem Gegenangriff das späte Tor zur 2:3-Niederlage kassierten.

Sticheleien wegen Costanzo

Komornicki musste – nicht ganz unschuldig – einige Sticheleien wegen seiner Aussagen gegenüber YB-Spieler Moreno Costanzo über sich ergehen lassen. Als in der Vorbereitung einmal mehr das Gerücht herumgegangen war, der kreative Fussballer könnte zum FCL wechseln, erklärte der Pole den Medien, dass er Costanzo gar nicht wolle. Dabei hätte es bei der klammen Klubkasse einen Kraftakt gebraucht, wenn Luzern diesen hervorragend bezahlten Profi nur bis Ende Saison hätte leihweise übernehmen wollen. Also hätte sich Komornicki die Bemerkung über Costanzo sparen können – die YB-Nummer 10 aber nutzte die verbale Motivationsspritze zu zwei Toren gegen Komornickis Team. Übrigens: Im kleinen Kreis gab der Trainer seinen Fehler zu.

Die Lage ist für ihn und seine Spieler vor dem ersten Heimspiel 2013 am nächsten Sonntag (13.45) angespannt: Der nächste Gegner, der FC Zürich, besiegte gestern Lausanne mit 2:0 – und der FCL ist nun Zweitletzter. Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass Komornicki ein Schicksalsspiel bevorsteht.

Der Coach muss kämpfen, dass sein Märchen in Luzern weitergeht.

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Das Spektakel von Bern

YB gelingt trotz Unterzahl in der Nachspielzeit das 3:2-Siegtor gegen den FC Luzern
Fünf Tore, eine rote Karte gegen Alain Nef, wütende Luzerner und Doppeltorschütze Moreno Costanzo – YB gegen Luzern bot reichlich Unterhaltung.

Als sich der turbulente Abend im Stade de Suisse dem Ende zuneigte, hatten die Young Boys ihren letzten Auftritt. Alexander Farnerud streichelte den Ball zu Raphael Nuzzolo. Und dieser hob ihn nicht minder elegant über Luzern-Torhüter David Zibung ins Tor. Es war das 3:2 in der Nachspielzeit. Der Sieg für die Berner – in Unterzahl.

Entsprechend gelöst war die Stimmung bei Fredy Bickel nach dem Sieg. Seit er zum neuen Sportchef ernannt wurde, gewann YB in der Meisterschaft alle drei Spiele. Nur die Cup-Pleite in Wil trübt das Bild. Auf seine Bilanz angesprochen, sagte Bickel lächelnd: «So könnte es weitergehen.»

Auf der anderen Seite waren die Luzerner wütend. Captain Claudio Lustenberger polterte: «Schade, hat Servette nicht gewonnen, dann würde nun wohl der Hinterste und Letzte begreifen, in welch delikater Lage wir uns befinden.» Trainer Ryszard Komornicki sagte: «Es ist langsam langweilig, immer muss ich nach einem Spiel gegen YB dasselbe machen: Martin Rueda zum Sieg gratulieren – und unverständliche Eigenfehler kommentieren.»

Nach einem 0:2-Rückstand kämpfte sich der FC Luzern nach der Pause zurück. Erst erhielt YB-Verteidiger Nef nach einer Notbremse gegen Rangelov die rote Karte. Der neue Stürmer Mouangue verwertete den fälligen Penalty – 1:2. Dann traf Wiss nach einem der wenigen sehenswerten Angriffe der Innerschweizer zum 2:2. «Aber anstatt einen aus meiner Sicht glücklichen Punkt zu akzeptieren, stürmen wir überhastet nach vorne und bringen YB wieder ins Spiel», ereiferte sich Komornicki.

Die bemerkenswerteste Geschichte aus Berner Sicht schrieb Moreno Costanzo. Der Spielgestalter, der in zehn Tagen 25 wird, hat eine schwierige Zeit hinter sich. Unter Trainer Martin Rueda ist er höchstens zweite Wahl. Entsprechend wurde im Winter wieder einmal darüber spekuliert, ob Costanzo den Verein wechselt. Der FC Luzern war wie die Grasshoppers ein möglicher Kandidat für eine Übernahme.

Und nun, im ersten Spiel der Rückrunde, schiesst Costanzo innert 38 Minuten gleich viele Tore wie zuvor in der ganzen Hinrunde – nämlich zwei.

Das erste Tor war ein Produkt seines guten Riechers, er profitierte von der missglückten Abwehr des Luzerners Sarr. Das zweite war dann ein Traumtor: ein herrlicher Schlenzer aus 17 Metern in die hohe Torecke. Und mit diesem Tor entluden sich in Costanzo viele Emotionen. Er jubelte, indem er seinen Zeigefinger auf dem Mund platzierte. «Es wird viel geschrieben», sagte Costanzo nach dem Spiel lediglich. Die Geste dürfte also an die Adresse der (Boulevard-)Medien gerichtet gewesen sein. Der «Blick» zitierte am Samstag Luzern-Trainer Komor nicki sinngemäss so: «Einen wie Costanzo können wir beim FC Luzern nicht gebrauchen.» Darauf angesprochen, sagte Komornicki: «Ich erinnere mich nicht, so etwas gesagt zu haben.»

Über seinen sportlichen Auftritt war Costanzo erleichtert. «Das tut mir gut», sagt er im Hinblick auf die nächsten Spiele. Sein Trainer Martin Rueda fügte an: «Ich bin froh, dass ihm so ein Spiel gelang. Nun muss er so weitermachen!» Und Sportchef Bickel sagte: «So ist das eben im Fussball. Vielleicht hat er so ein Spiel gebraucht, um sich zu entfalten.»

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Und YB plant schon die Champions League

Costanzos doppelte Rache

Die Unterzahl-Spezialisten von YB siegen wieder zu zehnt: 3:2 gegen Luzern. Nach Nuzzolos Traumtor träumt man schon von der Champions League.

YB hat einen Punkt. Luzern auch, als es noch zu einem Einwurf kommt. Die Nachspielzeit läuft. Farnerud spielt Nuzzolo frei. Und der Bieler hebt den Ball mit einem Geniestreich über Zibung. Via Pfosten senkt sich die Kugel ins Netz. 3:2. Delirium im Tiefkühlschrank Stade de Suisse. Die minus acht Grad sind plötzlich weit, weit weg.

Jetzt ist Nuzzolo nicht mehr zu bremsen. Weder beim Jubeln, noch bei seiner Matchanalyse. «Es ist nicht immer einfach, in Überzahl zu spielen. Schon gegen Sion haben wir mit zehn Mann drei Tore gemacht. Ich habe einst mit Xamax sogar zu Acht gewonnen!»

Doch dieser Sieg soll erst der Anfang sein. «Was sind schon 11 oder 13 Punkte im Fussball? Nichts. Wir glauben daran, dass wir ein, zwei oder gar drei Teams überholen können.»

Drei Teams? Das würde bedeuten: Champions-League-Quali. Das nach dieser miesen Vorrunde. Und bei all den Problemen, die YB derzeit begleiten. Afum ist nicht spielberechtigt, weil die Fifa-Freigabe auf sich warten lässt. Zverotic gesperrt. Vier Verletzte. Dazu fällt kurzfristig Bertone aus, der wohl anstelle von Costanzo gespielt hätte.

Diese Verletzung ist matchentscheidend. Denn Moreno Costanzo, dieser begnadete Techniker, der im Moment irgendwo im Karriere-Niemandsland gestrandet ist, macht die beiden ersten Tore. Erst profitiert er in Goalgetter-Manier von einem Blackout von Sarr. Dann zirkelt er den Ball aus 22 Meter in unnachahmlicher Weise ins Lattenkreuz. Und hält im Jubel den Zeigefinger auf den Mund. Ein klares Zeichen in Richtung FCL Coach Ryszard Komornicki, der letzte Woche sagte: «Ich will Costanzo nicht. Er passt nicht in mein System.»

Der Ostschweizer will sich nach Spielschluss nicht an diese Geste erinnern: «Es ist viel geschrieben worden. Aber das war keine Reaktion auf irgendetwas.» Ohnehin verliert sich Costanzo in Floskeln. «Die Moral war da. Wichtig ist, dass wir eine Mannschaft sind, nicht meine persönliche Situation. GC? Für uns ist jedes Spiel wichtig.»

Und doch: Costanzos Doppelpack ist gleichbedeutend mit seiner eigenen doppelten Rache. An Koko. Und an YB, das ihn hätte ziehen lassen, wäre das Angebot von Luzern konkret geworden. Costanzo und YB – das wird wohl nie mehr die ganz grosse Liebe. Auch die Worte von Trainer Martin Rueda, auf Costanzos persönliche Genugtuung angesprochen, deuten in diese Richtung: «Moreno schiesst in erster Linie Tore und spielt für die Mannschaft.»

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 Beitrag Verfasst: Montag 11. Februar 2013, 13:13 
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Koko ist stocksauer

FCL-Trainer Ryszard Komornicki regt sich auf. Und kann sich an seine Kritik an Moreno Costanzo plötzlich nicht mehr erinnern.

Komornicki hält in der zweiten Halbzeit nichts mehr auf der Bank. Sein Team spielt seit der 49. Minute mit einem Mann mehr und ist dank eines Penaltytors auf 1:2 herangekommen. Aber der FCL tut sich schwer. Als Claudio Lustenberger nach einer Stunde eine Flanke ins Niemandsland schlägt, rudert Koko so wild mit den Armen, dass er auf dem glatten Beton vor der Trainerbank fast das Gleichgewicht verliert.

Der FCL spielt ohne Ideen, viel zu statisch. Der Trainer ist mit Abstand der aktivste Luzerner. Trotzdem wird der FCL in der 72. Minute belohnt: Rangelov packt einen Hackentrick aus, Alain Wiss lupft den Ball mit dem Aussenrist über Wölfli – 2:2. Kurz darauf fällt Wiss mit einer starken Schienbeinprellung aus. Koko nimmt beides emotionslos zur Kenntnis.

Emotionen zeigt der FCL-Trainer dafür in der 91. Minute, als Raphaël Nuzzolo aus heiterem Himmel der Siegtreffer für YB gelingt. Er schmettert einen Wortschwall aus polnischen und deutschen Wörtern über den Platz. Was er sagt, ist nicht zu verstehen. Aber die Gestik verrät: Koko ist auf der Palme.

Und seine Laune wird nicht besser: Unter der Woche hatte er über den YB-Doppeltorschützen Moreno Costanzo gesagt: «Ich will ihn nicht. Er passt nicht in unser System.»

Als Komornicki nach dem Spiel auf YB-Spielmacher Moreno Costanzo angesprochen wird, reagiert er verärgert und will sich nicht mehr an seine Aussage vom Mittwoch erinnern.

Während Luzerns Goalie Zibung richtig erkannt hat, dass Luzern «im Moment näher am Strich als an den Europacup-Plätzen ist», sagt Koko nur: «Wir müssen schauen, dass wir ein Spiel gewinnen.»

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