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Liechtensteiner Vaterland, 27.10.2008
Vaduz stand dem Sieg näher
Wie schon beim torlosen Remis Ende Juli im «Stade de Suisse» stand der FC Vaduz gegen Young Boys näher dem Sieg. Letztlich muss er mit dem erneuten 0:0 zufrieden sein, obwohl Gaspar im Finish den Siegestreffer auf dem Fuss hatte (93.).
Von Ernst Hasler
Fussball. – Eine enorme Leistungssteigerung nach dem Tee trug keinen Sieg ein, obwohl sich der FCV ein deutliches Chancenplus erarbeitete und gleich mehrere Grosschancen besass. Da war plötzlich Leidenschaft da und der unbändige Siegeswille vorhanden. YB konnte kaum reagieren, nur den dribbelstarken Doumbia brachte der FCV nie unter Kontrolle.
45 Minuten wenig Berauschendes
Lange Zeit zeigten beide Teams magere Kost. Das Bemühen war vorhanden, doch fehlten in den ersten 45 Minuten die spielerischen Mittel, um YB ernsthaft in Gefahr zu bringen. Das änderte sich nach dem Seitenwechsel, als der FCV wesentlich zielstrebiger auftrat, mutig agierte und bei jeder Gelegenheit den Abschluss suchte. YB besass im ersten Abschnitt mehr Ballbesitz, war jedoch nicht besonders torgefährlich. Lediglich zwei Schneuwly-Distanzschüsse bereiteten Torhüter Sommer Mühe. Den Freistoss aus 22 Meter lenkte er über die Querlatte (33.), den Flachschuss aus 18 Metern fischte er aus dem Eck (43.). Im zweiten Abschnitt bauten die Berner sogar ab. Lediglich der eingewechselte Dribbelkünstler Doumbia mischte die FCV-Abwehr einige Male durcheinander; seinen Torschuss lenkte Sommer zur Ecke (66.), den Kopfball setzte er um wenige Zentimeter neben den Pfosten (83.) und den Drehschuss lenkte Sommer in extremis über die Querlatte (85.).
Zielstrebig nach «lauem Lüftchen»
Als «laues Lüftchen» entpuppte sich das Sturmduo Galbi/Grossklaus. Galbi wirkte präsenter als auch schon, hielt die Bälle geschickt und leitete die weiten Zuspiele oft mit dem Kopf weiter; Torgefahr erzeugte er keine. Unmut zog er auf sich, nachdem er nach einem Ballverlust 40 Sekunden benötigte, um wieder auf die Beine zu kommen und seine angestammte Position einzunehmen. Kurz darauf schlug er neben den Ball, nachdem er im Strafraum freigespielt worden war (65.). Grossklaus unterliefen zuviele «Stockfehler», da wäre die Alternative Fischer mit seiner Leichtfüssigkeit wesentlich zielführender. Ural kam und machte seine Sache gut, sein Distanzschuss verfehlte das Tor um wenige Zentimeter (63.). Im zentralen Mittelfeld mussten Mea Vitali und Polverino eine Stunde lang viel Laufarbeit verrichten. Danach konnte sie auch offensive Akzente setzen. Polverino zeichnete sich mit zwei Distanzschüssen aus. Einen boxte Torhüter Wölfli (65.) weg und das zweite Geschoss verfehlte das Ziel haarscharf (71.). Mea Vitalis Knaller lenkte Torhüter Wölfli zur Ecke (71.). Gaspar schien auf der rechten Aussenbahn isoliert zu sein. Als Bellon kam, durfte er ins Angriffszentrum rücken und vergab zwei kapitale Möglichkeiten: Einen Kopfball setzte er freistehend neben den Kasten (66.) und als er das Leder aus sechs Metern nicht an Torhüter Wölfli vorbeibrachte, war klar, das war der Matchball (93). Auf der linken Aussenbahn durfte Cerrone ran; er unterstützte Linksverteidiger Haman ansprechend und hielt den Ball in den eigenen Reihen. Die Abwehr stand gut und hatte mit Torhüter Sommer einen sicheren Wert hinter sich; er zeigte keine einzige Schwäche. Rechtsverteidiger Ritzberger schaltete sich einige Male geschickt nach vorne ein, eines seiner Zuspiele auf Gaspar – leider in den Rücken – war die einzige Torchance vor dem Seitenwechsel (45.). Brezny und Iten harmonierten gut, lediglich Doumbia sowie die weiten Einwürfe von Schwegler sorgten für Gefahrenpotenzial. Haman zeigte eine einwandfreie Leistung; seinen Vorstössen ging jedoch die Entschlossenheit ab.
Fanstreik
Die Gästefans waren – wie gewohnt – wesentlich aktiver, als die heimischen Zuschauer. «45 Min. Streik: Aarau, Polizei» hiess es auf einem Transparent auf der Nordtribüne. Der Grund lag wohl darin, dass beim Auswärtsspiel in Aarau, einige FCV-Fans bengalisches Feuer zündeten und dafür Stadionsperren aufgebrummt erhielten. Als Vaduz zulegte, erwachten auch die ansonsten ruhigen Zuschauer auf der Haupttribüne.
Telegramm
Rheinpark Stadion, Vaduz. 2 510 Zuschauer. Schiedsrichter Jérome Laperrière, assistiert von Matthias Arnet und Juan Lozano.
FC Vaduz: Sommer; Ritzberger (ab 90. Reinmann), Brezny, Iten, Haman; Polverino; Gaspar, Mea Vitali, Cerrone; Galbi (ab 69. Bellon), Grossklaus (ab 54. Ural).
Young Boys: Wölfli; Portillo, Ghezal, Affolter; Schwegler, Baykal, Yapi (ab 74. Lüscher), Raimondi; Eudis (ab 46. Doumbia), Schneuwly, Varela (ab 59. Häberli).
Bemerkungen: FCV ohne Rivaldo, Senna (gesperrt), Wüthrich, Akdemir, Fejzulahi (verletzt) und Wieczorek (rekonvaleszent); YB ohne Hochstrasser (gesperrt), Regazzoni und Doubai (verletzt). Verwarnungen für Cerrone (29. – Halten), Brezny (39. – Foulspiel), Varela (52. – Schwalbe), Häberli (81. – Foulspiel), Lüscher (89. – Foulspiel). Eckenverhältnis: 5:7 (0:2).
_________________ For Ever
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