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 Beitrag Verfasst: Montag 6. Oktober 2008, 10:36 
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ebund.ch, 06.10.2008

Wölfli, die gute Laune und ein Bonmot

Marco Wölfli überzeugt mit YB, rückt morgen erstmals ins Schweizer Nationalteam ein und dürfte seinen Vertrag verlängern.

Marco Wölfli ist in diesen Wochen ein begehrter Gesprächspartner. Auch am Sonntagabend um 18 Uhr ist der YB-Torhüter von Medienvertretern umringt. «Es ist immer schön, zu null zu spielen», sagt Wölfli. Und: «Wir waren nach dem Spiel am Donnerstag in Brügge müde, aber Sion hat es uns relativ einfach gemacht.» Oder: «Wir sind auf einem guten Weg in der Super League.» Natürlich wird der 26-Jährige auch gefragt, mit welchen Gefühlen er am Dienstag (endlich) ins Nationalteam einrücke. «Ich freue mich und bin ein bisschen stolz», sagt Wölfli, ehe er lachend bemerkt: «Und es ist schön, sehe ich Yakin wieder einmal.» Genau in diesem Moment läuft Katar-Profi Hakan Yakin, der vor dem Spiel von YB verabschiedet wurde, hinter Wölfli durch und ruft dem Torhüter feixend zu: «Du hast ja gar nichts zu tun gehabt. Ich glaube nicht, dass du duschen musst.»

Der Traum vom Ausland

Wölfli musste durchaus einige Paraden zeigen, es herrscht gute Laune bei YB nach diesem 5:0-Sieg gegen Sion. Die diskussionslose 0:2-Niederlage in Brügge ist weit entfernt, in der Super League ist YB auf Kurs, seit dem Trainerwechsel haben die Berner in sieben Partien 16 Punkte geholt. Und er, Marco Wölfli, überzeugt seit Wochen mit starken Leistungen. Von der U16- bis zur U21-Nationalmannschaft war der Goalie regelmässig nominiert worden, er war ein Mitglied des «Footuro»-Programms, mit welchem vor der WM 2006 talentierte Fussballer gefördert wurden. Mit einigen Jahren Verspätung folgt nun die Beförderung ins Nationalteam. «Das war immer ein grosser Traum von mir», sagt Wölfli.

Der Torhüter hat sich zu einem Wortführer bei YB entwickelt, er ist zu einer Führungspersönlichkeit gereift, doch Wölfli weiss natürlich, dass er in naher Zukunft nicht unbedingt zum Stammkeeper bei Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld avancieren wird. «Ich will jede Sekunde geniessen und lernen», sagt Wölfli. Im Gegensatz zu Wolfsburgs Diego Benaglio, die helvetische Nummer 1, ist Wölfli nicht im Ausland engagiert.

Ein Wechsel in eine grosse europäische Liga ist der zweite grosse Traum, denn der Grencher seit Jahren hegt. Ende Saison läuft sein Kontrakt bei YB aus, und es gibt Interessenten aus dem Ausland. «Ich überstürze nichts und weiss, was ich hier habe», sagt Wölfli. Sein Berater verhandle derzeit mit YB, er gehe davon aus, in Kürze einen neuen Vertrag zu unterschreiben.

Ziel: Mehr Schweizer bei YB

Alain Baumann möchte Wölfli unter allen Umständen behalten. «Und wenn er zwei, drei weitere starke Saisons mit uns hat, kann er mit 29, 30 Jahren immer noch ins Ausland wechseln», sagt der YB-Sportchef. Er will in Zukunft stärker auf Schweizer als YB-Stützen setzen, und Wölfli ist ein Eckpfeiler in den Planungen der Berner, in denen die Stürmer Alberto Regazzoni, flink und dribbelstark, und Marco Schneuwly, kräftig und torgefährlich, nach überzeugenden Leistungen wieder glänzende Perspektiven besitzen.

Trotz des Rückschlags in Brügge ist die Gemütslage bei den Young Boys unter Trainer Vladimir Petkovic sehr gut. Nicht nur Marco Wölfli ist nach dem Kantersieg gegen das inferiore Sion bester Laune. Zugang Marc Schneider, in dieser Saison oftmals kritisiert, erzählt mit strahlenden Augen, wie er beim 2:0 (und dank der Slapstick-Einlage von Sions Keeper Essam El Hadary) zu seinem ersten Saisontor gekommen ist. «Ich habe schon schwierigere Treffer erzielt», sagt Schneider schmunzelnd, ehe er zum Bonmot des Tages ansetzt: «Zuerst boxt mir El Hadary an den Kopf und beim zweiten Mal den Ball auf den Kopf.»

http://194.209.226.170/pdfdata/bund/2008/10/06/SPBU-011-0610-2.pdf

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 Beitrag Verfasst: Montag 6. Oktober 2008, 11:09 
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NZZ, 06.10.2008

YB mit Kantersieg gegen Sion

Die Young Boys haben eindrucksvoll auf das diskussionslose Ausscheiden im UEFA-Cup reagiert. Sie landeten gegen den FC Sion einen 5:0-Kantersieg. Für die Berner war es in der Meisterschaft der dritte Sieg in Folge. YB-Trainer Vladimir Petkovic hatte im Vergleich zur 0:2-Niederlage vom Donnerstag in Brügge fünf Veränderungen in der Startformation vorgenommen. Häberli, Varela, Degen, Baykal und Portillo wurden auf die Ersatzbank verbannt. Die Umstellungen zahlten sich...


Fenster schliessen Die Young Boys haben eindrucksvoll auf das diskussionslose Ausscheiden im UEFA-Cup reagiert. Sie landeten gegen den FC Sion einen 5:0-Kantersieg. Für die Berner war es in der Meisterschaft der dritte Sieg in Folge.

YB-Trainer Vladimir Petkovic hatte im Vergleich zur 0:2-Niederlage vom Donnerstag in Brügge fünf Veränderungen in der Startformation vorgenommen. Häberli, Varela, Degen, Baykal und Portillo wurden auf die Ersatzbank verbannt. Die Umstellungen zahlten sich aus. Die Neuen sorgten bis zur Pause für eine 2:0-Führung. Erst traf Marco Schneuwly per Kopf nach einer Flanke von Christian Schwegler, dann reüssierte Marc Schneider nach einem haarsträubenden Fehler von Sion-Goalie El Hadary.
Die Aufholjagd der Walliser zu Beginn der zweiten Hälfte wurde durch einen Platzverweis gebremst. Julien Brellier sah nur 17 Minuten nach seiner Einwechslung wegen eines Ballwegschlagens die Gelb-Rote Karte. Häberli, Schneuwly und Degen taten danach noch etwas fürs Torverhältnis.

Young Boys - Sion 5:0 (2:0).
Stade de Suisse. -- 19 922 Zuschauer. -- SR Circhetta. -- Tore: 29. Schneuwly 1:0. 37. Schneider 2:0. 72. Häberli 3:0. 74. Schneuwly 4:0. 89. Degen 5:0.
Young Boys: Wölfli; Affolter, Ghezal, Schneider; Schwegler (67. Häberli), Yapi, Hochstrasser, Bastians; Doumbia, Schneuwly (79. Eudis), Regazzoni (57. Degen).
Sion: El Hadary; Geiger (46. Brellier), Alioui, Nwaneri, Vanczak; M'Futi (4. Reset), Obradovic, Bühler, Monterrubio; Dominguez; Saborio (73. Adeshina).
Bemerkungen: Young Boys ohne Raimondi, Doubaï (beide rekonvaleszent) und Lüscher (nicht ohne Aufgebot). Sion ohne Serey Die (gesperrt), Sarni, Germanier (beide verletzt), Paito (nicht im Aufgebot) und Vailati (U21). YB verabschiedete vor dem Spiel den ehemaligen Spieler Hakan Yakin (neu Al Gharafa/Katar). 4. M'Futi verletzt ausgeschieden. 62. Gelb-Rote Karte gegen Brellier (Ballwegschlagen). Verwarnungen: 35. Nwaneri (Foul). 49. Hochstrasser (Foul). 58. Brellier (Foul).

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 Beitrag Verfasst: Montag 6. Oktober 2008, 11:11 
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NZZ, 06.10.2008

Verwunderliches im FC Sion

Die Walliser unterliegen YB 0:5 – was der Präsident in der Pause prophezeit hat

bsn. Bern, 5. Oktober

Vladimir Petkovic meint es gut. Er hat den Young Boys ein neues System (3:4:3) übergestülpt, womit der Trainer primär die Offensive forcieren und damit – theoretisch – den Unterhaltungswert erhöhen will. Bei der Umsetzung in die Praxis half ihm am Sonntag im Heimspiel gegen den FC Sion der gegnerische Goalie. Essam Al Hadary lieferte eine vorzügliche Slapstick-Einlage, als er kurz vor der Pause den Ball aus der Gefahrenzone zu fausten versuchte: Nach einem ersten schlechten Versuch fiel der Ball erneut vor seine Fäuste, mit denen er beim zweiten Anlauf ins Leere schlug. Der Ägypter streifte den Ball nur leicht, weshalb der YB-Verteidiger Marc Schneider aus kürzester Distanz zum 2:0 einnicken konnte.


Rotsünder kein schwarzes Schaf

Die Clownerie des Torhüters passt nach der 0:5-Niederlage perfekt in das Sitten-Bild. Die Verpflichtung Al Hadarys boxte der Präsident Christian Constantin einst mit einer Entschlossenheit durch, die dem Luftloch-Goalie gut angestanden hätte. Constantin pochte auf das Engagement des Pharaos Al Hadary, weil dem Nationalteam-Aspiranten Germano Vailati eine Handvoll Fehler unterlaufen waren – Fehler à la Al Hadary, wie heute festzustellen ist. Es ist schwierig, den Überblick darüber zu wahren, wie viele Namen Constantin schon ins Tourbillon gelockt hat, die vermeintlich klangvoll waren, aber Missstimmung brachten. Angesichts dessen ist fraglich, ob für das Ausbleiben der Fortschritte wirklich repetitiv die Fachkompetenz der stetig wechselnden Trainer verantwortlich gemacht werden kann. Oder doch eher die präsidial geprägte Transferpolitik.

Erst seit Januar steht im FC Sion etwa der Franzose Julien Brellier unter Vertrag. In Bern steuerte er zum Trauerlied eine weitere Strophe bei, die der Trainer Uli Stielike als «zweite Wahnsinnstat» nach dem Fehler Al Hadarys bezeichnete. Brellier wurde zur Pause eingewechselt – und nach einer guten Viertelstunde, als der FC Sion Oberwasser besass, wegen zweier Verwarnungen des Feldes verwiesen, zum zweiten Mal in dieser Saison notabene. Als Rotsünder ist Brellier freilich kein schwarzes Schaf: Nach elf Runden verbuchen die Sittener sechs Platzverweise.

Weil sie seit Juli mitunter auch Glanzpunkte setzten (so den 2:0-Sieg gegen Basel), belegen die Walliser immerhin Rang 6 – was Stielike nicht von der Aussage abhält, dass «wir nicht mehr weiter runter fallen können. Wir liegen am Boden.» Zumindest öffentlich blendet der Deutsche die Launen des Präsidenten aus und sagt, er akzeptiere, wenn er als Trainer kritisiert werde – «nie zuvor habe ich mit einer Mannschaft so viel auf dem Platz gearbeitet, aber keine Verbesserungen erzielt». Vielleicht ist das Fussballfeld schlicht der falsche Ort, um den einen oder anderen gezielt zu fördern. Als der beredte Stielike über den Platzverweis Brelliers referierte, erwähnte er auch den «Mangel an Intelligenz eines solchen Spielers».


Schweiz bezwingt Multikulti

Angesichts taktischer, mentaler und anderweitiger Unzulänglichkeiten des Gegners gelangten die Berner in eher angenehmer Manier zum höchsten Saisonsieg. In der letzten halben Stunde in Überzahl spielend, verliehen sie den Kontern zunehmend die nötige Präzision, was Schneuwly (in der 29. Minute auch Schütze zum 1:0), Häberli und Degen zu den Toren 3 bis 5 nutzten. Alle YB-Goals erzielten Schweizer – was durchaus Erwähnung verdient, obwohl es im globalisierten Klubfussball ein Muster mit wenig Wert ist.

Eine ähnlich patriotisch gefärbte Ausbeute kann Stielike im FC Sion schwerlich provozieren, wenn er mit Bühler und Geiger bloss zwei gebürtige Schweizer nominiert, die eher als defensive Haudegen gelten. Viel mehr Einheimische stehen dem Trainer nicht zur Verfügung. Als er von einem Journalisten informiert wurde, der ehemalige Sitten- und heutige YB-Spieler Regazzoni habe nach der Partie auf den mangelnden Walliser Geist im FC Sion verwiesen, sagte Stielike: «Wie soll ein Walliser Geist herrschen, wenn Spieler aus 14 Nationen im Kader sind? Es verwundert mich, dass Regazzoni verwundert ist.»
Übrigens: Keineswegs verwundert war Chef Constantin. Er verliess das Stadion zur Halbzeit, weil er wusste, dass «wir 0:4 oder 0:5 verlieren».

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 Beitrag Verfasst: Montag 6. Oktober 2008, 18:01 
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Meisterschaftsspiel, 05.10.2008

BSC Young Boys - FC Sion 5:0 (2:0)

Drei Tage nach dem UEFA-Cup-Spiel in Brügge stand für YB bereits das nächste Meisterschaftsspiel auf dem Programm. Der FC Sion gastierte im STADE DE SUISSE. Das Team von Trainer Stielike hatte den Young Boys am zweiten Spieltag eine schmerzliche Niederlage zugefügt. 2:1 gewannen die Sittener damals, obwohl sie lange Zeit mit einem Mann weniger agieren mussten.

YB machte einen konzentrierten Eindruck und versuchte das Spieldiktat zu übernehmen. Die Überlegenheit zahlte sich vorerst nicht aus. Sion hatte zwar weniger vom Spiel, besass jedoch die beiden ersten guten Torchancen des Spiels. Saborio scheiterte mit einem unpräzisen Kopfball an Wölfli (5.), später traf Dominguez aus guter Position das Aussennetz (18.). Die beste YB-Möglichkeit hatte Bastians mit einem Freistoss (7.).

Nach einer halben Stunde gingen die Einheimischen in Führung. Eine Flanke von Schwegler verwertete Marco Schneuwly per Kopf gekonnt zum 1:0 (29.). Aufgrund der grösseren Spielanteile war die YB-Führung bis dahin verdient. Wenig später konnten die Einheimischen nach einem unglaublichen Missgeschick von Sion-Goalie El Hadary auf 2:0 erhöhen. Der Torhüter faustete den Ball nach einem Corner direkt in die Richtung von Marc Schneider, welcher den Ball problemlos mit dem Kopf ins Netz spedieren konnte (37.).

Bei Sion kam nach der Mittelfeldspieler Brellier ins Spiel. Er stand nur gerade 17 Minuten auf dem Platz. Schiedsrichter Circhetta zeigte Brellier nach einem rüden Foul an Yapi und einer Unsportlichkeit die Ampelkarte. Derselbe Spieler hatte seinerzeit mit einem groben Foul Doubaïs Kreuzbandriss verursacht. YB suchte in Überzahl fortan mit Kontern die definitive Entscheidung. Die ersten beiden Versuche über den schnellen Doumbia brachten keinen Erfolg.

Für die definitive Entscheidung war Routinier Thomas Häberli besorgt. Knapp fünf Minuten nach seiner Einwechslung traf er nach der Vorarbeit von Gilles Yapi zum 3:0 (72.). Nur zwei Minuten später erzielte Marco Schneuwly nach einem Corner von Hochstrasser mit einem satten Linksschuss das vierte YB-Tor (74.). Den Schlusspunkt setzte David Degen nach einem Konter und der Vorarbeit von Doumbia (88.).

YB gewann gegen Sion hochverdient. In den entscheidenden Momenten konnten sich die Gelbschwarzen auf ihren erneut starken Goalie Marco Wölfli verlassen. Der YB-Torhüter machte einige gute Chancen der Sittener zunichte. In der Offensive stellte Marco Schneuwly seine Treffsicherheit unter Beweis.

Stadion: STADE DE SUISSE Wankdorf Bern
Zuschauer: 19'922 (Ladies Day)
Schiedsrichter: Circhetta

Tore:
29. Schneuwly (Kopfball; Schwegler) 1:0.
37. Schneider (Kopfball; ohne Vorarbeit) 2:0.
72. Häberli (Linksschuss; Yapi) 3:0.
74. Schneuwly (Linksschuss; Hochstr.) 4:0.
89. Degen (Rechtsschuss, Doumbia) 5:0.

Auswechslungen:
5. Reset für Mfuti.
46. Brellier für Geiger.
57. Degen für Regazzoni.
68. Häberli für Schwegler.
74. Adeshina für Saborio.
79. Eudis für Schneuwly.

Ersatz:
YB: Collaviti, Baykal, Portillo, Varela.
Sion: Beney, Kali, Crettenand, Ahoueya.

Bemerkungen:
YB ohne Doubaï, Raimondi (beide rekonvaleszent) und Lüscher (kein Aufgebot). Sion ohne Sarni, Germanier (beide verletzt), Serei Die (gesperrt) und Vailati (U21). 5. Mfuti verletzt ausgewechselt.

Verwarnungen:
35. Nwaneri (Foul), 49. Hochstrasser (Foul).

Platzverweis:
62. Brellier (58. Foul/62. Unsportlichkeit).


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