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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2008/2009
 Beitrag Verfasst: Freitag 18. Juli 2008, 08:32 
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NZZ, 18.07.2008

Die Berner PR-Welle rollt weiter

Die Young Boys setzen die Ziele unvermindert hoch


bir. Nach der gegen den FC Basel knapp verlorenen Meisterschaft sieht sich der BSC Young Boys steigenden Ansprüchen ausgesetzt. Die Berner schaukeln durch relativ ruhige Gewässer. So wird das zumindest gegen aussen kommuniziert. Ein paar Anmerkungen zu fünf Thesen, die vor dem Saisonstart herumgeboten werden. 1. Die Young Boys bestätigen die letzte Saison.

Vielleicht entpuppt es sich als glückliche Fügung, dass es (noch?) nicht zum Titel reichte. Die daraus folgende Planung und Aussicht an der Pforte zur Champions League hätte den Klub starken Belastungen und der neuerlichen Gefahr von Richtungskämpfen ausgesetzt. Die Zielsetzungen sind nicht bescheidener geworden: den 2. Rang bestätigen, im Cup mehr als die Viertelfinals erreichen, im Uefa-Cup die Gruppenphase überstehen. Das Team blieb über den Sommer – mit Ausnahme Yakins – zusammen und spielt weiterhin den Vorteil des Kunstrasens aus. Nicht vergessen ist, dass es gegen ein schlechtes Image kämpft(e). 86 gelbe, 2 gelb-rote und 4 rote Karten waren in der Saison 2007/08 Liga-Rekord. In YB-Nähe kam nur der Absteiger St. Gallen.


2. Der Klub verkauft sich ausgezeichnet.

Kürzlich wurde das 10 000. Klubmitglied begrüsst, über 18 500 Personen sahen im Schnitt die YB-Heimspiele. Die Zahlen sind gut und auf die Leistungen zurückzuführen, spiegeln aber nicht die ganze Wahrheit, weil zugkräftige Konzerte stattfanden (Züri West), Schulklassen eingeladen und andere Aktionen erfolgreich waren. Der eloquente Chef-Verkäufer ist Stefan Niedermaier, der CEO des Stadions. Im PR-Bereich macht er gegenüber Medien und Sponsoren einen gewinnenden Job. Mit dem «YB-Beirat» holt er frühere Präsidenten, den Züri-West-Leader Kuno Lauener oder die YB-Legende Martin Weber näher an das YB-Boot heran. Auf Niedermaier, der 2005 als Neuling in den Fussball kam, konzentriert sich viel Macht. Einige Stimmen im Stadion geben zu bedenken, dass der Chef vor allem im YB-Sektor einen starken Gegenspieler haben sollte. Es fehle zuweilen die Streitkultur, zu viele Angestellte seien von Niedermaiers Gnaden.

3. YB ist finanziell selbsttragend.

Niedermaier behauptet, dass YB «nicht an irgendwelchen Tröpfen hängt» und «kein fremdes Geld braucht», um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Das stimmt so nicht, denn YB wird innerhalb des Stadions nach wie vor quersubventioniert. Mit dem Abgang Yakins reduziert sich die YB-Lohnsumme um das Spitzensalär. Zudem schenkt der Yakin-Transfer nach Katar ein. Trotzdem bleibt das Team teuer. Dagegen ist offen, inwiefern sich die Einnahmen verbessern lassen – und ob wiederum einträgliche Transfers gelingen. Während die Zuschauerzahlen steigen, stagnieren die entscheidenden Einnahmen aus dem VIP-Bereich. YB muss zudem im Rechtsstreit mit der 2007 von Niedermaier ausgebooteten Marketingfirma V+F mit einem erklecklichen Abschreiber rechnen – in mehrfacher Millionenhöhe, wie es heisst.

4. Der Verlust Yakins ist nicht aufzufangen.

Hakan Yakin erzielte in der letzten Saison 24 Tore und liess sich 14 Assists zuschreiben. Das ist ein Wert, der von keinem Konkurrenten auch nur annähernd erreicht wurde. YB verliert nicht nur den besten Torschützen und Passgeber, sondern auch den Captain, den Freistoss-Spezialisten und die Integrationsfigur. Auf der anderen Seite stand Yakin auch für den YB-Teil, der immer wieder in die Kritik geriet. Er war launisch, undiszipliniert, im schönen Wetter herausragend, aber nicht «da», wenn es galt, das Team in schlechtem Wetter aus einem Loch zu holen. Auch im Finalspiel in Basel ward Yakin nicht gesehen. YB sei ohne Yakin «unberechenbarer» geworden, sagt der Trainer Martin Andermatt. Bis zur Ballannahme Yakins waren die Berner vielleicht berechenbarer, weil viel über ihn lief. Nachher steigerte sich die Unberechenbarkeit indes exponentiell. 5. Die Transfers sind überdurchschnittlich gut.

Zur Ironie der neueren Geschichte gehört, dass der Klub hauptsächlich durch jenen Kanal Transfers tätigt, den ihm der frühere Trainer Gernot Rohr geöffnet hat. Mittlerweile werden elf YB-Spieler von den welsch-französischen Agenten Beytrison/Payot/Boli betreut: Varela, Yapi, Zayatte, Hochstrasser, Doubai, Ghezal, Regazzoni, Collaviti sowie die Neuen Doumbia, Eudis und Dénervaud. Die Konstellation birgt die Gefahr, dass die bevorzugten Spielervermittler Dinge zu steuern beginnen. Sie dehnen Macht aus, wissen über jedes Detail Bescheid. Doch für YB funktioniert der Kanal nach Westen gut. Davon zeugten Millionen-Transfers der Spieler Gohouri und Mangane, davon zeugt aber auch das Potenzial im derzeitigen Kader.

Jean-Bernard Beytrison hält sich teilweise mehrmals pro Woche in Bern auf und kümmert sich um Klienten wie Doubai und Doumbia. «Sie sind wie Bébés, denen die Schweiz und ihre Kultur völlig fremd sind», sagt Beytrison, der die Frage nach dem Einfluss so beantwortet: «Die Transfers sind doch gut, oder?» Der Offensivspieler Seydou Doumbia, der 21-jährige Zuzug aus Côte d'Ivoire, bot sich mit seiner Schnelligkeit in der Vorbereitung als mögliche Attraktion an. Ob Eudis glücklicher wird als im FC Zürich, ist offen. Die Schuhnummer, die Yakin in der YB-Offensive zurücklässt, ist beträchtlich.

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2008/2009
 Beitrag Verfasst: Freitag 18. Juli 2008, 08:34 
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espace.ch, 18.07.2008

Standpunkt: Die Messlatte für YB liegt sehr hoch

4 - 2 - 4 - 3 - 4 - 2: Die Ränge der Young Boys in den letzten sechs Jahren beweisen Konstanz. Vor allem aber unterstreichen sie die Ambitionen des Vereins. 1986 ist YB letztmals Meister geworden. Seither triumphierten neun verschiedene Vereine im nationalen Championat, und einzig die Aufsteiger Bellinzona und Vaduz warten in der Super League noch länger auf Titelehren. Die starke letzte Saison und der zweite Platz haben Appetit auf mehr gemacht in Bern, die Zuschauerzahlen stiegen in den letzten Jahren kontinuierlich. Und der erfolgreiche Trainer Martin Andermatt erklärte nach der 0:2-Niederlage beim FC Basel in der Finalissima vor rund zwei Monaten, in der nächsten Saison wolle sich YB steigern. Die Messlatte für die Young Boys liegt sehr hoch.

Die Vorsaison ist die schönste Zeit für Klubs, Trainer, Spieler und Fans – noch können keine Wünsche zerstört werden, keine Träume zerplatzen. YB geniesst Kredit, keine Frage, doch es ist fraglich, ob der eingeschlagene Weg in diesem Sommer der richtige ist. Verlassen hat YB mit Hakan Yakin der beste und wichtigste Fussballer, der Captain, Torschütze, Passgeber und Führungsspieler, der möglicherweise auf dem Feld ersetzt werden kann – aber ganz sicher nicht als Figur und Aushängeschild abseits des Rasens. Sponsoren und Anhänger, Kinder und Frauen werden Yakin vermissen.

Reagiert haben die Young Boys auf den Abgang Yakins unaufgeregt, den verlorenen Glamourfaktor haben sie nicht ersetzt, verpflichtet haben sie sechs grösstenteils junge, talentierte und flinke Fussballer. Das System wird umgestellt, das Spiel soll schneller, direkter, flüssiger und nicht mehr auf einen zentralen Akteur ausgerichtet sein. Spieler wie Mario Raimondi, Xavier Hochstrasser und Carlos Varela werden im Aufbau mehr Verantwortung übernehmen müssen, grosser Druck lastet auf den schmalen Schultern des spielstarken, aber verletzungsanfälligen Gilles Yapi. Man darf gespannt sein auf das neue, Yakin-lose YB.

In den nationalen Medien jedenfalls werden die Young Boys nicht mehr als erster Herausforderer des grossen Favoriten Basel angesehen. Insgesamt aber stimmt die Mischung im entwicklungsfähigen YB-Kader, jede Position ist doppelt (und gut) besetzt. YB besitzt das Potenzial, Rang 2 zu wiederholen. Doch die Konkurrenz ist eher stärker einzuschätzen als letztes Jahr. Die Zürcher Vereine FCZ und GC setzen auf junge Teams, und beim FC Sion ist es Uli Stielike zuzutrauen, aus dem teuren Multikulti-Ensemble einen Titelkandidaten zu formen – wenn er denn darf. Stielike ist im chaotischen Klub der 25. Trainer in 10 Jahren!

Die Super League ist eine Zweiklassengesellschaft. Die Liganeulinge Vaduz und Bellinzona dürften wie Aarau und Xamax gegen den Abstieg kämpfen, Luzern ist ein wenig stärker einzustufen. Los geht die Meisterschaft heute Abend wieder einmal mit dem Klassiker YB - FCB. Die ersten, gleichfalls schwierigen Auswärtsspiele tragen die Young Boys in Sion und beim FCZ aus. Alle drei Partien gewannen die Berner bei ihrem wunderbaren Steigerungslauf in diesem Frühling. Und will YB tatsächlich auf Augenhöhe mit dem FCB agieren, sollte der Klub nicht bereits im Herbst wieder um Längen distanziert sein. Ein Fehlstart im happigen Startprogramm könnte für Hektik und Betriebsamkeit sorgen und Spannungen zwischen Entscheidungsträgern forcieren. Trainer Andermatt, der nur einen Einjahresvertrag erhielt, weiss Bescheid.

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2008/2009
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 23. Juli 2008, 11:43 
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espace.ch, 23.07.2008

Training: Regazzoni auf Liechti losgegangen

Der unzufriedene Alberto Regazzoni hat im YB-Training die Nerven verloren und ist auf Mitspieler Aron Liechti losgegangen.

Der Konkurrenzkampf bei den Young Boys ist riesig, derzeit streiten sich 21 Feldspieler um 16 Plätze für das Aufgebot am Donnerstag im Auswärtsspiel in Sion. Einige Fussballer sind unzufrieden, insbesondere Alberto Regazzoni, vor einem Jahr mit grossen Hoffnungen verpflichtet, akzeptiert die Reservistenrolle nicht. Interessenten für den teuren Offensivspieler gibt es keine, am Freitag bei der 1:2-Startniederlage gegen Basel sass der Tessiner wieder einmal 90 Minuten auf der Ersatzbank. Den Frust des ehemaligen Nationalspielers bekam gestern Aron Liechti zu spüren. Regazzoni verlor im Training nach einem energischen Eingreifen Liechtis einen Zweikampf und versuchte den Verteidiger abzugrätschen. Im anschliessenden Rencontre zwischen den beiden Spielern griff der 25-jährige Regazzoni ins Gesicht des 22-jährigen Liechti.

Trainer Martin Andermatt schloss Regazzoni umgehend aus dem Training aus, doch der wütende Spieler lief erst nach mehrmaliger Aufforderung Andermatts und mehreren Minuten in die Kabine. «Solche Dinge passieren im Fussball», sagt YB-Sportchef Alain Baumann. «Wir haben mit Regazzoni gesprochen, er hat sich entschuldigt, die Sache ist vergessen.» Aron Liechti akzeptiert die Entschuldigung Regazzonis: «Das ist doch kein Problem. Wir sind Männer, manchmal gibt es kleine Dispute im Training.»

Yakin-Deal kompliziert

Konsequenzen hat der Vorfall für Regazzoni nicht, zumindest wird er laut Sportchef Baumann keine Busse erhalten – vielleicht aber fehlt er im YB-Aufgebot morgen in Sion. In den nächsten Tagen über die Bühne gehen soll derweil endlich der Transfer von Hakan Yakin nach Katar. «Das ist eine unglaublich komplizierte Angelegenheit mit mehreren Parteien aus Katar», sagt YB-Präsident Thomas Grimm. Der Jurist arbeitete jahrelang für die Fifa und die Uefa, er kennt sich in rechtlichen Angelegenheiten bestens aus, «doch ein Transfer nach Katar ist wesentlich mühsamer als innerhalb Europas oder nach Südamerika», sagt Grimm. Er zweifelt nicht am Gelingen der Übung, allerdings brauche es enorm viel Geduld. Am Freitag beginnt Hakan Yakin bei seinem neuen Arbeitgeber Al Gharafa im Trainingslager in der Nähe von Paris.

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2008/2009
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 23. Juli 2008, 15:01 
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Der Artikel ist gut recherchiert. Regazzoni war nicht auf der Ersatzbank sondern gesperrt...


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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2008/2009
 Beitrag Verfasst: Samstag 26. Juli 2008, 06:38 
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espace.ch, 25.07.2008

(K)ein Grund zur Panik bei YB

Fussball: morgen Yb - Vaduz

Zwei Spiele, zwei Niederlagen – der Saisonstart von YB ist misslungen, obwohl Basel und Sion schwach spielten. Im Heimspiel gegen Aufsteiger Vaduz stehen die Berner unter Druck. Die meisten Spieler müssen sich steigern.

Des Trainers Ton bei der Analyse am Morgen danach war scharf, den Sündern wurden ihre Fehler vom Auftritt in Sion beim Videostudium vor Augen geführt. Anzunehmen ist, dass Kamil Zayatte ein Protagonist bei der Besprechung von Martin Andermatt war. Der Verteidiger hatte mit einem Ballverlust als hinterster Spieler das 2:1-Siegestor Sions ermöglicht – und beim ersten Gegentor hatte er mit einer schwachen Kopfballbefreiung aus unbedrängter Position jene Szene ausgelöst, in der Marc Schneider völlig unnötig Virgile Reset umgrätschte und einen Elfmeter verursachte.

Allerdings wäre es unfair, nach der zweiten YB-Niederlage im zweiten Saisonspiel einzig Zayatte und Schneider zu kritisieren. Unerklärlich war, wie harmlos, hilflos und leblos sich alle Berner nach der Pause präsentierten. Es machte den Anschein, nicht YB, sondern Sion habe einen Fussballer mehr auf dem Platz. «Nicht akzeptabel», nannte Andermatt den Auftritt seines Teams in der zweiten Halbzeit. Der Trainer fordert im Heimspiel gegen Vaduz «eine Reaktion» und «eine saubere Teamleistung» und vor allem eines: «drei Punkte».

Fragezeichen bei Transfers

Noch sehen die Verantwortlichen bei YB verständlicherweise keinen Grund zur Panik. Schon sechs Punkte sind die anderen Titelkandidaten Basel und Zürich nach zwei Runden enteilt, «aber wir könnten oder müssten ja auch sechs Punkte haben», sagt Sportchef Alain Baumann. «Es ärgert mich masslos, wie wir zwei Mal einen Sieg verschenkt haben.» Geradezu grotesk schwach agierte der FC Sion am Donnerstag in der ersten Hälfte – und erschreckend ungenügend hatte sich der Meister FC Basel im Startspiel im Stade de Suisse während mehr als einer Stunde Spielzeit präsentiert. Es ist nicht nachvollziehbar, wie YB nach diesen zwei Partien mit leeren Händen dastehen kann.

Noch aber fehlen in der Meisterschaft natürlich die Konturen. Aarau steht an der Spitze, obwohl das Team als Abstiegskandidat gehandelt wird und die abgewanderten Flügelspieler Gürkan Sermeter (zu Bellinzona) und Djamel Mesbah (zu Luzern) nicht ersetzte. YB dagegen war auf dem Transfermarkt ziemlich aktiv, verpflichtete gleich sechs Fussballer, wobei vier Akteure (Seydou Doumbia, Felix Bastians, Lucien Dénervaud, Sven Lüscher) als Perspektivspieler geholt wurden und (kurzfristig) kaum eine Hilfe darstellen. «Marc Schneider und Eudis sind bereits Verstärkungen», sagt Baumann. «Und wir hatten ja schon ein sehr gutes Team. Wir sind sehr zufrieden mit unseren Transfers.» Darüber darf man geteilter Meinung sein, und es würde nicht überraschen, wenn YB im August, wenn der Markt leergekauft ist, einen hektischen Last-Minute-Transfer tätigen müsste. Im Mittelfeld fehlt es deutlich an Kreativität, und nicht vorhanden ist jener Stürmer, der 15 bis 20 Saisontore garantiert. Sions Goran Obradovic, Thuns Oscar Scarione oder der junge Schweizer Stürmer Julien Esteban von Rennes könnten bald ein Thema in Bern werden. Das Kader von YB ist breit, der Konkurrenzkampf hoch, aber ob das Spielermaterial qualitativ reicht, um erneut ins Meisterrennen einzugreifen, ist stark fraglich. Im Mittelfeld fehlt ein Reisser: Der junge Xavier Hochstrasser agiert solid, aber er muss seine hervorragende letzte Saison bestätigen. Der ebenfalls erst 20-jährige Thierry Doubai fällt nach seinem Kreuzbandriss noch wochenlang verletzt aus. Gilles Yapi, der Topverdiener, kämpft(e) mit privaten Problemen, er fehlte in der Vorbereitung oft, ist verletzungsanfällig und muss endlich beweisen, ein regelmässiger Ideengeber zu sein. Und Baykal erhält keine Chance. Thomas Häberli und Mario Raimondi schliesslich, die Teamleader und Offensivstützen, enttäuschten in den ersten Partien, während Carlos Varela, mit seiner Aggressivität und seinem Willen unersetzlich für YB, in Sion verletzt fehlte. «Ich erwarte von allen Spielern, dass sie sich massiv steigern», sagt Martin Andermatt.

Die Einbrüche nach der Pause

Für Erstaunen sorgte die Wechselpolitik des Coaches. Gegen Basel hatte Andermatt darauf verzichtet, das Mittelfeld zu verstärken, als der FCB grösseren Druck ausübte. Und in Sion passten die YB-Wechsel zum mutlosen Auftritt des Teams nach der Pause – trotz personeller Überzahl strebte Andermatt mit seinen Änderungen nicht unbedingt den Erfolg an.

Über allen Ursachenforschungen und Diskussionen aber schwebt der Schatten von Hakan Yakin. Er schoss auch einmal aus dem Nichts ein Tor, er war der Leader. In der ersten Halbzeit gegen Basel spielte YB schneller und spektakulärer als mit Yakin, so stellt sich Andermatt das neue YB vor. In Sion aber waren die Berner leicht auszurechnen. Und: Zweimal reichte die Kraft kaum länger als eine Halbzeit. Der Trainer sieht dennoch keine konditionellen Defizite: «Wir haben Tore nach Freistössen und individuellen Fehlern erhalten.» Ein Heimsieg gegen den krassen Aussenseiter Vaduz würde das angespannte Nervenkostüm bei YB gewiss beruhigen. Fabian Ruch

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2008/2009
 Beitrag Verfasst: Sonntag 27. Juli 2008, 09:56 
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NZZ, 26.07.2008

Klebriges Gespenst

Hakan Yakin weilt derzeit mit seinem neuen Klub Al Gharafa in einem Trainingslager in der Nähe von Paris, wo ihn keine schlechten Erinnerungen und böse Trainer heimsuchen mögen. Diese Woche hat sich YB mit dem katarischen Klub des Baslers über die Transfermodalitäten geeignet. Obwohl Yakins Abgang seit Wochen klar ist, hängt seine Präsenz über dem Berner Klub wie ein hartnäckiger Geist.

Bereits die erste Frage des Fernsehreporters nach der Niederlage im Saisoneröffnungsspiel gegen Basel an den neuen Captain Häberli zerrte den Abwesenden zurück ins Stade de Suisse. «Hat Yakin gefehlt?», wollte der Reporter wissen. Häberli war anzusehen, dass er die Frage für wenig gelungen hielt, aber zu höflich war, dies dem Journalisten mitzuteilen. Nach der zweiten Niederlage gegen Sitten scheint die Frage noch dringender geworden zu sein – so dringend, dass man sich allen Ernstes fragen muss, ob Hakan Yakin letzte Saison die Young Boys ganz allein auf den zweiten Platz geführt hat.

Vielleicht wäre es der Leistung förderlich, die Young Boys würden sich fortan auf diejenigen konzentrieren, die anwesend sind. Und Hakan Yakin, das klebrige Gespenst, endgültig dorthin schicken, wo er seine Fussballkünste zu präsentieren beliebt. In die Wüste. (cen.)

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2008/2009
 Beitrag Verfasst: Montag 28. Juli 2008, 08:06 
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Blick, 28.07.2008

YB-Präsi fordert Krisensitzung

0:0 gegen Vaduz! YB steckt in der Krise. Präsident Thomas Grimm will positive Resultate sehen und fordert ­Rezepte, wie YB zum Erfolg zurückfindet.

Die Analyse von Xavier Hochstrasser (20) war treffend. «Wir haben richtig Scheisse ge­spielt. Das war gar nichts», so der Genfer.

Aufwand und Ertrag standen bei YB gestern in keinem Verhältnis und so stehen die Berner nach drei Spielen mit nur einem Punkt da.

Nicht nur die Fans, die ihr Team gnadenlos auspfiffen, sind sauer, sondern auch die Vereinsführung in der Teppich-Etage. «Ich bin schon sehr enttäuscht. Diesen Auftritt hatten wir nicht erwartet, sagte YB-Präsident Thomas Grimm zu BLICK. Er will von der sportlichen Leitung wissen, wie sie YB wieder aus der Krise führen will – und das möglichst schnell. «Wir können jetzt keine Zeit verlieren, denn mit solchen Leistungen werden wir unsere Saisonziele nicht erreichen.»

Wie lange haben Trainer Andermatt und Sportchef Baumann noch Zeit, das Steuer herumzureissen? Grimm: «Ich kann keinen Zeit­rahmen abstecken.»

Der Präsident stellte aber klar, dass der Verwaltungsrat durchaus noch Mittel für einen zusätzlichen Transfer zur Verfügung stellen könnte. Grimm: «Das ist absolut möglich. Aber bislang hat uns die sportliche Leitung keinen ent­sprechenden Antrag gestellt.»

Das könnte sich am Mittwoch ändern. Dann treffen sich Trainer und Sportchef mit Stadion-CEO Stefan Niedermaier, der bis dann in den Ferien weilt.

Was YB fehlt, ist offensichtlich – und das nicht erst seit gestern: Ein Kreativspieler im Mittelfeld. ­Eigentlich ein Hakan Yakin. Und die Kandidatenliste ist lang: ­Esteban, Scarione, Everson – und auch der bei Sion unglückliche Regisseur Goran Obradovic.

Am Serben war zuletzt St. Gallen dran. Der Deal scheiterte aber. Sion-Boss Christian Constantin würde den Spielmacher bei einem akzeptablen Angebot abgeben. Constantin macht sogar noch ­Werbung für Obradovic: «Goran wäre der ideale Spieler für YB in dieser Situation. Und ihm liegt der Kunstrasen.»

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2008/2009
 Beitrag Verfasst: Dienstag 29. Juli 2008, 08:36 
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Blick, 29.07.2008

Bei YB brennts

Noch ist YB -Boss Stefan Niedermaier in den Ferien. Wenn er am Mittwoch zurückkehrt, wartet viel Arbeit auf ihn.

Am Mittwoch kommt es in Bern zur Krisensitzung. Mit dabei: YB-Präsident Thomas Grimm, Stadion-CEO Stefan Niedermaier, Sportchef Alain Baumann und Trainer Martin Andermatt.

Der Coach steht unter Druck, aus dem Klubumfeld gibt es bereits einige sehr kritische Stimmen. Für Unmut sorgten unter anderem seine defensiven Wechsel am Sonntag beim miesen 0:0 gegen Vaduz. Muss der Vizemeister gegen den Aufsteiger wirklich ein 0:0 sichern? Andermatt: «Ein Punkt hat auch immer etwas Positives.» Das mag sein, aber nicht nach zwei Niederlagen, nicht in dieser Situation. Bei YB gingen etliche Mails unzufriedener Fans ein.

Präsident Grimm ist unzufrieden

Unmittelbar nach dem Grotten-Kick hatte Präsi Grimm seinem Unmut Luft gemacht: «Mit solchen Leistungen werden wir unsere Saisonziele (Platz 2, im Cup weit kommen und im Uefa-Cup überwintern, die Red.) nicht erreichen. Ich erwarte von der sportlichen Leitung so rasch als möglich Vorschläge, wie wir auf die Erfolgsspur zurückfinden.» Bis am Mittwoch will Grimm nun schweigen.

Denn bei YB wartet man mit bernerischer Gelassenheit erst mal ab. Erst heute Abend kehrt Niedermaier, der starke und fast allmächtige Mann im Verein, aus den Ferien zurück.

Viel Arbeit für Niedermaier

Auf den YB -Boss wartet ab morgen sehr viel Arbeit. Denn neben der (schon vor der Saison terminierten) Analyse der ersten drei Spiele will auch der unzufriedene Alberto Regazzoni (zuletzt ohne Begründung zweimal auf der Tribüne) möglichst rasch einen Termin mit dem CEO.

Der Tessiner: «Ich will das Gespräch suchen. Dann sehen wir weiter.» Ein Wechsel ist sehr wahrscheinlich.

Gestern analysierte Andermatt mit der Mannschaft das Spiel vom Sonntag. Der Tenor des Trainers in seiner knapp zehnminütigen Kabinenpredigt: «Wir müssen an uns glauben. Ihr habt ja nicht plötzlich verlernt, Fussball zu spielen.»

Heute ist bei YB trainingsfrei, die Spieler bekommen Zeit, abzuschalten. Die sportliche Leitung dagegen wird sich über einige Dinge den Kopf zerbrechen müssen:

1. Transfer-Politik

Sechs neue Spieler hat YB verpflichtet und sechs abgegeben. Die nahmhaften Abgänge waren Verteidiger Tiago und Superstar Hakan Yakin. Nach drei Spielen muss man sagen, YB hätte vom Sextett Eudis, Schneider, Bastians, Lüscher, Doumbia, Dénervaud vielleicht besser keinen verpflichtet (obwohl durchaus auch gute Spieler darunter sind) und dafür einen echten Yakin-Ersatz geholt. Das hätte mindestens gleich viel Geld gekostet, dem Team aber gewiss mehr geholfen. Denn YB fehlt ein Leader im Mittelfeld, an dem sich der Rest der Mannschaft orientieren kann.

Trainer Martin Andermatt sagt nur: «Wenn wir etwas machen, werden wir das zu gegebener Zeit kommunizieren.» Spitzenkandidat ist Goran Obradovic (32, Sion). Den serbischen Regisseur, dessen Vertragbei Sion bis 2009 läuft und wohl nicht verlängert wird, ehrt das kolportierte YB -Interesse. Er sagt: «Jeder Verein, der etwas erreichen will, ist für mich interessant.» Aber die Zeit drängt: Am 14. August greift YB in den Uefa-Cup ein und am Sonntag müssen die Berner zum Geisterspiel beim FCZ. Die Zürcher haben angeblich ein Angebot für Mittelfeld-Puncher Everson abgegeben, den auch YB auf dem Wunschzettel hat.

2. Konzentrationsschwäche

YB kann seine Unkonzentriertheiten nicht abstellen. Den Bernern unterlaufen zu viele individuelle Fehler. Nach den Fehlern gegen Sion und Basel (je 1:2), die YB jeweils den Sieg kosteten, patzte gegen Vaduz Abwehrchef Saif Ghezal schon in der Startphase. Immerhin: Diesmal blieb der Aussetzer ohne Folgen.

3. Disziplinlosigkeit

Im Training rastete Regazzoni aus und ging auf Liechti los, gegen Vaduz sah Carlos Varela einmal mehr die Rote Karte (94 Gelbe, 8 Rote Karten in seiner NLA-Karriere). Hat der Trainer seine Mannschaft, die schon im Vorjahr eine der unfairsten Equipen der Liga stellte, nicht im Griff? Andermatt knöpfte sich Varela gestern vor, wollte sich aber öffentlich nicht dazu äussern. Dem Spanier, der sich ab sofort selber einen Presse-Maulkorb auferlegt hat, droht neben einer Sperre für mehrere Spiele jedenfalls eine saftige Busse. Dieses Mal scheint es den Bernern damit Ernst zu sein, nachdem sie Varela bei seinen bisherigen Eskapaden jeweils in Schutz genommen hatten.

Drei Spiele, ein Chaos. Und der Chef fürs Krisen-Management ist in den Ferien...

Eigentlich bleiben YB ja 33 Spiele, um den Turnaround zu schaffen. Doch die starke letzte Saison hat die Erwartungshaltung in Bern massiv nach oben geschraubt, die Unzufriedenheit wächst. «Wir haben eine gute Mannschaft. Was uns fehlt, ist ein Erfolgserlebnis», sagt Baumann.

Das kann man so sagen: Von den letzten acht Meisterschaftsspielen hat YB nur zwei gewinnen können.


Kommentar von Kubi:

Zu viele Köche verderben den Brei. Bei YB reden sportlich zu viele mit. Und der, der sportlich das Sagen haben sollte, ist unfähig. Ich erkenne Sportchef Alain Baumann die Fähigkeit ab, eine schlagkräftige Mannschaft zu formen, die um den Titel mitspielen kann.

Jetzt werden einige BLICK-Leser bestimmt aufheulen und sagen, dass YB in der abgelaufenen Saison aber genau das getan hat. Nicht YB – Hakan Yakin. Hakis Genialität und Persönlichkeit fehlt an allen Ecken und Enden. Haki hat die Verantwortung getragen. Er war in den Medien omnipräsent und hielt den Kollegen so den Rücken frei. Jetzt sind die anderen Spieler gefordert. Oder soll ich sagen überfordert?

Ich habe das Auftaktspiel gegen Basel in Bern gesehen. Es war erschreckend, wie wenig Charakter und Persönlichkeit YB auf dem Feld präsentiert hat. Die Berner haben es nicht geschafft, ihre Führung gegen ein schwaches Basel über 90 Minuten zu bringen.

Der Abgang von Hakan hat sich abgezeichnet. Und da hat Baumann seine Hausaufgaben nicht gemacht. Sportchef und Trainer hätten früher und mit mehr Druck einen Ersatz fordern und sich rechtzeitig am Markt umschauen müssen. Zwar hat man das Team mit hoffnungsvollen Junioren aufgefüllt. Aber ein Mann, der den Unterschied ausmachen kann, ist nicht in Sicht. Auf solche Situationen rechtzeitig zu reagieren, ist für einen Klub mit Titel-Ambitionen absolute Pflicht.

Um den negativen Lauf zu stoppen, muss YB rasch reagieren. Für mich heisst das: Den Sportchef durch einen neuen, kompetenten Mann ersetzen. Und diesen mit Kompetenzen ausstatten, damit nicht wie bisher Patchwork betrieben wird, weil drei verschiedene Verantwortliche glauben, ihr Ding durchziehen zu müssen. Und wenn man wirklich ernsthaft um den Titel mitreden will, muss YB Geld investieren. In Spieler, die den Unterschied ausmachen können.

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2008/2009
 Beitrag Verfasst: Dienstag 29. Juli 2008, 15:06 
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Fussball: Zwei Verletzte und ein Gesperrter bei YB


(Si) Die Young Boys beklagen zwei längere Ausfälle. Verteidiger Christian Schwegler fehlt wegen eines Faserrisses im rechten Oberschenkelmuskel bis zu vier Wochen. Gleich lang muss Aaron Liechti pausieren, der einen Bruch des linken Vorderarms erlitt.

Carlos Varela wurde von der Liga für seine rote Karte im Spiel gegen Vaduz (0:0) mit einer Spielsperre belegt. Das Strafmass fiel milde aus, obschon Varela eine Tätlichkeit begangen hatte. Das Vergehen wurde vom Einzelrichter als "Unsportlichkeit unter Annahme einer Provokation" eingestuft. Entsprechende TV-Bilder lagen keine vor.


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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2008/2009
 Beitrag Verfasst: Dienstag 29. Juli 2008, 16:12 
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Fussball: Zwei Verletzte und ein Gesperrter bei YB

(Si) Die Young Boys beklagen zwei längere Ausfälle. Verteidiger Christian Schwegler fehlt wegen eines Faserrisses im rechten Oberschenkelmuskel bis zu vier Wochen. Gleich lang muss Aaron Liechti pausieren, der einen Bruch des linken Vorderarms erlitt.

Carlos Varela wurde von der Liga für seine rote Karte im Spiel gegen Vaduz (0:0) mit einer Spielsperre belegt. Das Strafmass fiel milde aus, obschon Varela eine Tätlichkeit begangen hatte. Das Vergehen wurde vom Einzelrichter als "Unsportlichkeit unter Annahme einer Provokation" eingestuft. Entsprechende TV-Bilder lagen keine vor.


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