Der Bund, 19.06.2009
YB-Fans sind sauerDer Sektor D muss im ersten YB-Heimspiel geschlossen bleiben. Dieses Urteil sorgt weiterhin für viel Diskussionsstoff.

Der Sektor D im Stade de Suisse. (Manu Friederich)
Unter YB-Fans regt sich breiter Widerstand gegen das Urteil der Swiss Football League, im ersten Saisonheimspiel der Young Boys im Juli müsse der Sektor D geschlossen bleiben. Schiedsrichter Jérôme Laperrière wurde am 23.April bei der Partie YB - Xamax (0:0) von einem Gegenstand getroffen, der aus dem Sektor D geworfen worden war (diese Zeitung berichtete). Zahlreiche E-Mails erzürnter YB-Anhänger erreichten die Geschäftsstelle des Vereins. Einige Supporter fordern, YB müsse sich gegenüber den betroffenen (und unschuldigen) Fans erkenntlich zeigen – andere zweifeln, ob es juristisch korrekt sei, dass die Dauerkartenbesitzer nicht mit ihrer Saisonkarte an die Partie gehen dürfen. «Natürlich ist es ärgerlich, wenn ungefähr 5000 Leute bestraft werden, weil einer eine Dummheit gemacht hat», sagt Stefan Niedermaier. Der Stadion-CEO betont aber: «Wir haben uns juristisch abgesichert. Und es ist ja nicht unsere Entscheidung, dass die Fans nicht mit ihrer Dauerkarte ans Spiel kommen dürfen.»
Niedermaier wehrt sichVerärgert zeigen sich viele Anhänger auch darüber, dass YB durch dieses Urteil sogar Mehreinnahmen generieren werde – wenn bereits nur 1200 Fans eine Karte für 25 Franken in einem anderen Sektor für das erste Heimspiel kaufen werden, hat YB die 30000 Franken Busse wettgemacht. «Wir haben immer gesagt, dass wir mit den Mehreinnahmen ein Fanprojekt finanzieren werden», sagt Niedermaier. Und überhaupt: «Wir geben pro Jahr deutlich mehr als eine Million Franken für Sicherheitskosten aus. Es ist uns ein Anliegen, dass sich die Anhänger korrekt verhalten.» Anfang Juli wird der Verein bekannt geben, welche neuen Massnahmen bezüglich Sicherheit im Stadion vorgenommen werden.
Stefan Niedermaier erklärt zudem, die Preisstruktur der Young Boys bei den Dauerkarten sei auch im Vergleich mit anderen Super-League-Vereinen sehr interessant für die Besucher, sechs Heimspiele seien im Prinzip gratis. «Ich denke, wir machen zudem mit zahlreichen Sonderaktionen viel für die Zuschauer», sagt Niedermaier. Und: «Uns tut diese Strafe leid, wir sind ja auch Leidtragende. Aber ich denke, für den einzelnen Fan geht es um einen überschaubaren Betrag.» (fdr)