Um 15 Uhr wurde das letzte Testspiel in der Winterpause der Eintracht angepfiffen. Die Adler empfingen im Stadion am Riederwald das schweizer Team von Young Boys Bern. Zum altehrwürdigen Riederwald hatten rund 4.000 Zuschauer, darunter 100 stimmgewaltige Schweizer, den Weg gefunden. Mit diesem Zuschaueransturm hatte die Eintracht wohl nicht gerechnet, da viele Zuschauer erst das Spiel sehen konnten, als es bereits lief.
In das Spiel schickte Trainer Friedhelm Funkel folgende erste Elf:
Pröll - Ochs, Kyrgiakos, Russ, Spycher - Jones, Chris - Streit, Meier, Thurk – Amanatidis
YB Bern spielt wie folgt: Gritti, Hodel, Tiago, Zayatte, Schwegler, Yapi, Chiumiento, Raimondi, Varela (Marcos, 46.), Häberli, Aziawonou (Shi Jun, 46.)
In der Anfangsphase übernahm die Eintracht, wie in den Tests zuvor, die Initiative auf dem Platz. Sie war feldüberlegen kam aber zu keiner nennenswerten Torchance. In der 18. Minute musste Sotirios Kyrgiakos nach einem Zweikampf am eigenen Strafraum verletzt ausgewechselt werden. Für ihn kam Aleksandar Vasoski ins Spiel. Da der Grieche den Platz ohne fremde Hilfe den Platz verlassen konnte und in der zweiten Hälfte wieder auf der Ersatzbank platz nahm, schien es sich bei der Auswechslung eher um eine Vorsichtsmaßnahme zu handeln.
Nach 20 Minuten wurde die Eintracht stärker und erspielte sich die ersten nennenswerten Torchancen. Nach einer Hereingabe von der rechten Seite durch Chris wurde es im Berner Strafraum brenzlig. Doch die bereit stehenden Michael Thurk und Ioannis Amanatidis verpassten knapp den Ball. Kurz darauf war es wieder Chris der auf Alexander Meier flankte. Dessen Kopfballverlängerung grätschte Amanatidis aus rund 7 Metern direkt in die Arme von Hodel.
Es war eine gute halbe Stunde gespielt, als es erneut Amanatidis war, der die Führung für die Eintracht auf dem Fuss hatte. Nach einem langen Pass von Albert Streit zog er aus rund 12 Metern ab. Sein Schuss ging knapp am Tor vorbei. In der 34. Minute hatte Marco Russ durch einen Pass Thurk schön in Szene gesetzt. Dieser hätte auch direkt den Abschluss suchen können, aber er entschied sich für eine Flanke auf Meier. Der lange Schlacks wiederrum traf den Ball nicht richtig, so dass der Berner Schlussmann den Ball aus der Luft pflücken konnte.
Die wohl größte Chance in der ersten Hälfte hatte wieder mal Amanatidis. Nach einer Vorarbeit von Chris hätte aus sieben Metern, nachdem der Torwart bereits geschlagen war, den Ball nur ins Tor drücken brauchen. Doch sein Schuss aus rund sieben Metern ging knapp über das Tor. Bemerkenswert war sicher auch, dass die Gäste in der ersten Hälfte keine nennenswerte Chance hatten.
Zu Beginn der ersten Halbzeit kam Neuzugang Marcel Heller für Streit ins Spiel. Wie auch bereits beim Spiel gegen Burghausen fügte sich der Youngster gut ein. So schlug er beispielsweise eine klasse Flanke auf Amanatidis, der allerdings den Ball knapp verpasste. Es war schon wie verflixt für den Griechen, der auch kurz danach ein Tor hätte machen können. Doch seinen Flachschuss konnte der Gästetorwart zu einer Ecke klären.
In der 58. Minute wechselte Funkel erneut und brachte Benjamin Huggel und Christoph Preuß für Patrick Ochs und Chris. Eine sehr schöner Spielzug hätte nach 68 Minuten fasst zur verdienten Führung geführt. Nach einem genauen Pass von Thurk auf Jermaine Jones, flankte dieser den Ball direkt auf Heller, der aus rund fünf Metern jedoch spitzen Winkel nur das Außennetz traf. Im direkten Gegenzug hatten die Gäste ihre erste Chance. Doch auch Jun traf nur das Außennetz.
Nun schienen auch die Gäste aufgewacht zu sein. Drei Minuten später kamen sie zu ihrer nächsten Möglichkeit in Führung zu gehen. Gleichzeitig war es das erste Mal, dass sich Markus Pröll beweisen musste. So konnte er einen aus rund 20 Metern von Chiumiento geschossenen direkten Freistoß rauspfausten und das Tor verhindern. In der 75. Minute war es auf der anderen Seite Huggel, der das Führungstor hätte erzielen können. Aus 22 Metern hatte er flach und sehr fest abgezogen. Doch Hodel konnte den Ball aus dem Eck fischen, bevor er einschlug.
Unschöne Szenen spielten sich dafür am Rande des Spielfelds ab. Nachdem einige Eintrachtanhänger eine Berner Fahne entwendet, im Eintrachtblock verkehrt herum aufgehängt und anschließend angezündet hatten, stürmten einige Berner Fans auf das Spielfeld. Die Polizei hatten jedoch relativ schnell das Geschehen unter der Kontrolle und konnte die Schweizer zurück drängen und sich vor beiden Fanblocks aufbauen.
Dabei lief das Spiel weiter. Sehenswertes gab es in den letzten Minuten nicht mehr und die Partie endete torlos unentschieden. Die dem Abpfiff vorangegangenen Szenen führten dazu, dass beide Teams sofort in die Kabinen gingen und dadurch viele enttäuschte Autogrammjäger zurück ließen.
Quellen:
http://www.sge4ever.de/spielberichte/2006-2007/testspiele/17.htm (Stand 20.1.06 17:00)